I. Telegraphie. (continued 2)
Reading edition
Corea (via: Rußl., Amur): Fusan 9,35
(via: Bushire, Tavoy): Binchong 9,00
Ichow 8,85
Jenchuan 9,30
Séoul (oder Han-Yang) 9,15
Costarica 4,60
Ecuador (via: Galveston) 8,05
Guatemala und Honduras 3,55
Guyana, Britisch (via Jamaica):
Berbice 14,60
Demerara 14,50
Indien (via: Bushire): d. Anst. westl. v. Chittagong, ausschl. Ceylons 4,10
östl. v. Chittagong u. auf Ceylon 4,35
Isthmus v. Panama: Colon und Panama 4,40
Japan: Insel Tsushima 9,35
den übrigen Anstalten 7,70
Java und Sumatra (via: Bushire, Penang) 6,80
Madeira 1,60
Malacca (via: Bushire, Penang) 6,15
Mejico: Goatzacoalcos 2,75
Malamoras 0,80
Mejico City, Tampico u. Veracruz 1,75
den Anstalten der mejicanischen Bundesregierung 2,05
den Anstalten der Einzelstaaten und Privatgesellschaften 2,55
Nicaragua: San Juan del Sur 4,40
den übrigen Anstalten 4,60
Paraguay (via: Lissabon) 7,25
Penang (via: Bushire) 5,55
Persien, ausschließlich der Anstalten am Persischen Golf 1,30
Persischer Golf (via: Persien, Bushire): Bushire 2,45
den übrigen Anstalten 3,65
Peru (via: Galveston): Callao, Lima 7,55
Mollendo 10,65
Payta 8,35
Piura 8,50
Chancay, Chicla, Chosica, Huacho, Malucana, San Bartolome, San Mateo, Sta. Clara, Supe, Sucro 8,05
den übrigen Anstalten 11,60
Philippinen-Inseln: Luzon 8,85
Rußland, asiatisches:
I. Region, westlich vom Meridian von Werkhne-Udinsk 1,45
II. Region, östlich von demselben 2,35
Bokhara 1,70
Salvador: Libertad 3,40
den übrigen Anstalten 3,55
Siam (via: Bushire, Tavoy) 4,75
Singapore (via: Bushire, Tavoy) 6,40
Tonking (via: Bushire, Tavoy) 6,30
Uruguay (via: Lissabon) 9,50
Venezuela (via: Galveston) 5,20
Vereinigte Staaten von Amerika, Britisch Amerika und St. Pierre- Miquelon:
1. Alabama, Arkansas, Canada (Ost- und West-), Cape Breton, Carolina (North- und South-), Columbia (District of), Connecticut, Delaware, Florida (und zwar: Jacksonville und Pensacola), Georgia, Illinois, Indiana, Iowa, Kentucky, Louisiana, Maine, Maryland, Massachusetts, Michigan, Minnesota, Mississippi, Missouri, New-Brunswick, Newfoundland, New-Hampshire, New-Jersey, New-York (einschließl. Stadt New-York), Nova Scotia, Ohio, Pennsylvania, Prince Edwards Island, Rhode Island, St. Pierre-Miquelon, Tennessee, Texas, Vermont, Virginia (Ost-), West-Virginia, Wisconsin 0,65
2. Arizona, California, Colorado, Columbia Britisch, Dakotah, Florida (ausgenommen Jacksonville u. Pensacola), Idaho, Indian Territory, Kansas, Manitoba, Montana, Nebraska, Nevada, New-Mejico, North- Western Territory, Oregon, Utah, Vancouver Island, Washington Territory, Wyoming 1,05
Westindien: Antigua 10,50
Barbados 12,35
Cuba, und zwar: Havanna 2,45
Cienfuegos 3,20
Santiago de Cuba 3,65
Bayama, Guantanamo und Manzanillo 3,90
den übrigen Anstalten 2,70
Dominica (Kleine Antillen-Insel) 11,05
Grenada 12,30
Guadeloupe 10,90
Jamaica 6,15
Martinique 11,35
Portorico 9,35
St. Croix 9,70
St. Kitts (St. Christoph) 10,25
St. Lucia 11,60
St. Thomas 9,45
St. Vincent, Westindien 11,85
Trinidad 12,80
Anhang. Das Fernsprechwesen[32].
1. Geschichte. Die Versuche, den Schall mittels geeigneter Übertragung der Schallwellen fortzuleiten, gehören schon einer ziemlich weit zurückliegenden Vergangenheit an. So weist der englische Elektriker Preece nach, daß sein Landsmann, der Physiker Robert Hooke, bereits 1667 derartige, wenn auch noch ziemlich rohe Versuche anstellte, indem derselbe einen ausgespannten Faden benutzte. Einen telephonischen Apparat konstruierte auch Wheatstone im Jahre 1819. Aber erst 1861 fertigte der 1874 verstorbene Lehrer Philipp Reis in Friedrichsdorf bei Frankfurt a. M. das erste elektrische Telephon. Dieser von Reis mit dem von ihm selbst erfundenen Worte „Telephon“[33] bezeichnete Apparat übertrug musikalische Töne und Melodieen, ferner auch Worte, wenn schon in etwas unvollkommener Weise, auf ziemlich weite Entfernungen. Die ganze Sache wurde indes von den Physikern nur als eine Kuriosität, nicht als praktisch wichtig betrachtet[34], und auch Reis selbst hatte seinen Apparat von Anfang an nur für Unterrichtszwecke bestimmt. So kam es, daß der deutsche Erfinder und sein Instrument in Europa nach kurzer Zeit wieder vergessen wurden. In Amerika dagegen wurde der deutsche Gedanke weiter verfolgt. 1868 konstruierte dort ein gewisser van der Weyde ein verbessertes Reissches Telephon, das deutlich, wenn auch nur schwach und mit näselndem Tone, hineingesprochene Worte übertragen haben soll. Van der Weyde setzte seine Versuche fort, und seinen Bestrebungen schloß sich Elisha Gray in Chicago an. Aber all diese Telephone, wie auch die in England gefertigten, eigneten sich in der Hauptsache nur zur Übertragung musikalischer Töne, nicht aber für artikulierten Schall, d. i. für die Wiedergabe der Sprache. Dieses so schwierige Problem wurde durch den Taubstummenlehrer Graham Bell in Boston, einen geborenen Schotten, im Jahre 1876 glücklich gelöst und so die Welt von Amerika her mit dem praktischen Telephon beschenkt. Seitdem gelang es, durch verschiedene Verbesserungen die telephonische Wirkung bedeutend zu erhöhen und überhaupt den Fernsprech-Apparat für die Verwendung im Verkehre noch bequemer zu gestalten. Großartiges zeigte bezüglich des Fernsprechwesens besonders die internationale elektrische Ausstellung zu Philadelphia im Jahre 1884. Der dort ausgestellte Quadruplex-Translator Edisons z. B. verstärkte den Ton vierfach; sein Mikrophon[35] ließ den Schritt einer Fliege deutlich hören; das größte Aufsehen aber erregte unter den Laien sein lautsprechendes Telephon, dessen Töne im Umkreis von 30 Fuß deutlich vernehmbar waren, und dessen hohe Noten bedeutend ausgeprägter waren als die tieferen[36]. Sicher wird auch die Zeit nicht ausbleiben, wo man, wie schon Reis andeutete, die menschliche Stimme übers Meer senden wird, wie das mittels des Telegraphen bezüglich der Schrift bereits der Fall ist[37].

Fig. 15. Philipp Reis.
In Deutschland wurde das erste Fernsprechamt für den öffentlichen Verkehr am 12. November 1877 in Friedrichsberg bei Berlin eröffnet, und heute (Ende 1885) giebt es, dank der Thatkraft des obersten Leiters der deutschen Reichspost- und Telegraphenverwaltung, Dr. von Stephans, in 81 Orten 12655 Fernsprechstellen und 21357 km Drahtleitungen[38].
Auch in den übrigen Kulturländern der Erde hat das Fernsprechwesen fast überall Eingang gefunden; selbst das Reich der Mitte hat sich nicht ausschließen können. Shanghai zählt bereits 77, Hongkong 40 Fernsprechstellen; ja sogar die Hauptstadt der Sandwich-Inseln, Honolulu, hat ihre Telephonleitung[39].
2. Rechtsverhältnisse. Die Rechtsverhältnisse im Fernsprechbetrieb sind sehr verschiedenartig. Ganz frei in Anwendung und Ausbeutung ist der Betrieb in den Vereinigten Staaten, in Schweden, Norwegen und in den meisten Kolonieen; ganz vom Staat abhängig im Deutschen Reich und in der Schweiz; unter der Kontrolle der Regierung in England, Rußland, Österreich, Frankreich, Italien, Spanien und Portugal. Doch ist in England, Rußland und Österreich der Betrieb den Privatgesellschaften auf lange Zeit vertragsmäßig gewährt, in den anderen nur auf kurze Fristen.
3. Statistisches. Ein annäherndes Bild von der Verbreitung des Fernsprechers in der Mehrzahl der europäischen Staaten im Jahr 1885 giebt folgende Tabelle[40]:
Länder. Städte mit Fernsprech- Einrichtungen. Abgerundete Zahl der Stellen. Jährlicher Abonnements- betrag in Mark.
Deutschland 81 13000 150
England 180 (?) 12000 100–400
Frankreich etwa 20 10000 480
Italien 18 7000 92–140
Schweden 51 10000 128–216
Schweiz 30 5000 120–200
Spanien unbekannt 1000 80–200
Niederlande etwa 11 4000 136–204
Belgien 12 5000 160–200
Rußland 7 3000 560
Österreich-Ungarn 10 4500 180–300
In den Vereinigten Staaten von Amerika betrug 1884 die Länge der Telephonlinien 193120 km (vgl. Gothaischer Kalender für 1886). Im gleichen Jahre zählte New-York mit Umgebung schon 10600 Abonnenten, während gleichzeitig ganz England nur 11000–12000 aufwies, so daß demnach eine einzige Stadt Amerikas fast ebensoviel Telephon-Abonnenten besitzt, als ein ganzes Königreich in Europa.
Die Zahl der Telephongesellschaften betrug in der Union im Jahre 1884 über 45, deren Anlagekapital 266,7 Millionen Franken (Journal télégraphique, 1885, S. 190–192).
Die längste der Fernsprechanlagen in Deutschland ist zur Zeit diejenige zwischen Berlin und Hannover mit 341 km. In Amerika dagegen wird bereits zwischen New-York und Chicago, d. i. auf eine Entfernung von 1600 km, mittels des Telephons korrespondiert.
4. Bedeutung des Fernsprechers. In den wenigen Jahren, welche seit der Erfindung des einfachen und doch so wunderbar wirkenden Apparates verflossen sind, hat derselbe bereits eine Bedeutung erlangt, wie sie wohl keinem Verkehrsmittel der neuern Zeit in so kurzem Zeitraum zugemessen war. Die Telephone und Mikrophone haben nicht nur für den allgemeinen Verkehr der Bewohner großer Städte untereinander hervorragenden Wert, sondern ihre Anwendung erweist sich auch in vielen anderen Fällen als äußerst nutzbringend. Geschäftshäuser bedienen sich des Fernsprechers zur Vereinfachung ihres Geschäftsbetriebs. Höchst wichtige Dienste leistet er der Polizei. Desgleichen eignet er sich vielfach für militärische Zwecke, so z. B. im Vorpostendienste, zur Verbindung eines „ballon captif“ mit der Erde. Auch im Eisenbahndienste findet er mannigfache Verwendung. Für den Taucher wieder bildet das Telephon ein sehr bequemes Verständigungsmittel im Verkehre mit Personen zu Lande oder zu Schiffe. Ebenso spielt es schon im Berg- und Hüttenwesen eine bedeutende Rolle. Seine große Empfindlichkeit führte ferner zur Verwendung desselben für ärztliche Zwecke, und auch die Wissenschaft wurde durch dessen Erfindung zu einer Reihe sehr interessanter Untersuchungen veranlaßt.