Note 37 — I. Telegraphie. (continued 2)
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Einer Art Fernsprache begegnet man schon im Altertum. So berichtet z. B. der griechische Schriftsteller Diodorus Siculus von den alten Persern in dieser Beziehung folgendes: „In Persis dürfen wir die sinnreiche Einrichtung der Rufposten nicht unerwähnt lassen. Dieses Land nämlich, welches eine Reihe von Thälern bildet, hatte hohe Warten in großer Zahl, auf denen Leute aus der Umgegend, welche die stärksten Stimmen hatten, aufgestellt waren. Die Plätze waren in solcher Entfernung voneinander, daß man rufen hörte. Diejenigen also, welche den Auftrag zuerst empfingen, teilten ihn durch Zuruf den Nächsten mit, dann diese wieder anderen, und so wurde die Weisung bis an die Grenze jeder Statthalterschaft kundgemacht.“ Mittels jener Einrichtung gelangte eine Nachricht innerhalb 24 Stunden 30 Tagreisen weit (etwa 100 Meilen), mithin in jeder Viertelstunde eine Meile. Eine ähnliche Einrichtung bestand übrigens auch im Reiche der alten Inkas von Peru, sowie bei den Galliern. Von letzteren erzählt Cäsar, daß, „so oft etwas Wichtiges und Außerordentliches vorfalle, sie sich davon mit Geschrei ein Zeichen geben; der Reihe nach teilen es die Nächsten den Nächsten mit; denn was zu Genabum am frühen Morgen vorging, hörten die Averner schon mit Anfang der Nacht, obwohl ihre Entfernung 160 Millien (ca. 30 deutsche Meilen) beträgt“. — Von einer eigenartigen Fernsprache in Kamerun berichtet das „Ausland“ (1885). Die bezüglichen Zeichen werden mittels einer Trommel gegeben. Letztere, ndimbo genannt, besteht aus einem länglichen, eiförmig ausgehöhlten Holzstück von etwa 3 Fuß Länge und 1½ Fuß Höhe, welches an der obern Längsseite eine schmale, spaltförmige Öffnung hat, die durch einen Steg in zwei ungleiche Teile geteilt wird. Je nachdem man nun mittels eines Holzklöppels auf das eine oder das andere Ende des Spaltes schlägt, werden verschiedene Töne hervorgebracht. Durch diese und verschiedene Rhythmen des Trommelns erhält man eine Anzahl Signale, welche ganz bestimmte Bedeutung haben, und dieses Signalsystem ist derartig ausgebildet, daß man jeden Gedanken durch die Trommel zum Ausdruck bringen kann. Zwei Ortschaften können sich so in einer Entfernung, in welcher die menschliche Stimme nicht mehr vernommen wird, miteinander unterhalten. Jedes Ereignis in einem Dorfe wird sogleich im nächsten Orte weitergegeben, und innerhalb kurzer Zeit ist die ganze Kamerungegend von dem Vorfall unterrichtet. Nach dem Afrikareisenden Dr. Buchner ist diese Trommelsprache der Kamerun-Neger vielleicht die größte geistige Leistung nicht nur der Negerrasse, sondern der halbwilden Völker überhaupt.