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Die Reden Gotamo Buddhos. Mittlere Sammlung, dritter Band

VIERZEHNTER THEIL BUCH DER ABZEICHEN

Karl Eugen Neumann translation

131.

Vierzehnter Theil

Erste Rede

GLÜCKSÄLIGEINSAM

{322} Das hab’ ich gehört. Zu einer Zeit weilte der Erhabene bei Sāvatthī, im Siegerwalde, im Garten Anāthapiṇḍikos. Dort nun wandte sich der Erhabene an die Mönche: »Ihr Mönche!« — »Erlauchter!« antworteten da jene Mönche dem Erhabenen aufmerksam. Der Erhabene sprach also:

»Vom Glücksäligeinsamen will ich euch Mönchen Stämpel und Abzeichen weisen: das höret und achtet wohl auf meine Rede.«

»Ja, o Herr!« antworteten da jene Mönche dem Erhabenen aufmerksam. Der Erhabene sprach also:

»Kein Sehnen nach vergangner Zeit, Kein Hoffen auf die Zukunft hin; Ist abgethan was vorher war Und was noch künftig kommen wird, »Und hat man immer Ding um Ding Gewärtig in der Gegenwart: Was keiner rauben, rütteln kann, Durchbohrend finden mag man das.[173] »Noch heute gilt der heiße Kampf: Ob morgen todt, wer weiß es wohl? Es muss die Schlacht geschlagen sein, Mit seiner Heerschaar Er, der Mord. »Wer also ausharrt unverzagt Und unermüdlich Tag und Nacht, Glücksäligeinsam ist er da, Der stille Denker, wie man sagt.

»Wie aber, ihr Mönche, sehnt man sich nach vergangener Zeit? ›Also war einst meine Form gewesen‹: daran findet man seine Befriedigung; ›Also war einst mein Gefühl gewesen‹: daran findet man seine Befriedigung; ›Also war einst meine Wahrnehmung gewesen‹: daran findet man seine Befriedigung; ›Also war einst mein Unterscheiden gewesen‹: daran findet man seine Befriedigung; ›Also war einst mein Bewusstsein gewesen‹: {323} daran findet man seine Befriedigung. Also, ihr Mönche, sehnt man sich nach vergangener Zeit.

»Wie aber, ihr Mönche, sehnt man sich nicht nach vergangener Zeit? ›Also war einst meine Form gewesen‹: daran findet man keine Befriedigung; ›Also war einst mein Gefühl gewesen‹: daran findet man keine Befriedigung; ›Also war einst meine Wahrnehmung gewesen‹: daran findet man keine Befriedigung; ›Also war einst mein Unterscheiden gewesen‹: daran findet man keine Befriedigung; ›Also war einst mein Bewusstsein gewesen‹: daran findet man keine Befriedigung. Also, ihr Mönche, sehnt man sich nicht nach vergangener Zeit.

»Wie aber, ihr Mönche, hofft man auf die Zukunft hin? ›Also will ich einst meine Form haben‹: daran findet man seine Befriedigung; ›Also will ich einst mein Gefühl haben‹: daran findet man seine Befriedigung; ›Also will ich einst meine Wahrnehmung haben‹: daran findet man seine Befriedigung; ›Also will ich einst mein Unterscheiden haben‹: daran findet man seine Befriedigung; ›Also will ich einst mein Bewusstsein haben‹: daran findet man seine Befriedigung. Also, ihr Mönche, hofft man auf die Zukunft hin.

»Wie aber, ihr Mönche, hofft man nicht auf die Zukunft hin? ›Also will ich einst meine Form haben‹: daran findet man keine Befriedigung; ›Also will ich einst mein Gefühl haben‹: daran findet man keine Befriedigung; ›Also will ich einst meine Wahrnehmung haben‹: daran findet man keine Befriedigung; ›Also will ich einst mein Unterscheiden haben‹: daran findet man keine Befriedigung; ›Also will ich einst mein Bewusstsein haben‹: daran findet man keine Befriedigung. Also, ihr Mönche, hofft man nicht auf die Zukunft hin.

»Wie aber, ihr Mönche, wird man bei gegenwärtigen Dingen aus der Fassung gebracht? Da hat einer, ihr Mönche, nichts erfahren, ist ein gewöhnlicher Mensch, ohne Sinn für das Heilige, der heiligen Lehre unkundig, der heiligen Lehre unzugänglich, ohne Sinn für das Edle, der Lehre der Edlen unkundig, der Lehre der Edlen unzugänglich und betrachtet die Form als sich selbst, {324} oder sich selbst als formähnlich, oder in sich selbst die Form, oder in der Form sich selbst; er betrachtet das Gefühl, die Wahrnehmung, die Unterscheidungen, das Bewusstsein als sich selbst, oder sich selbst als diesen ähnlich, oder in sich selbst diese, oder in diesen sich selbst. Also, ihr Mönche, wird man bei gegenwärtigen Dingen aus der Fassung gebracht.

»Wie aber, ihr Mönche, wird man bei gegenwärtigen Dingen nicht aus der Fassung gebracht? Da hat einer, ihr Mönche, als erfahrener heiliger Jünger das Heilige gemerkt, ist der heiligen Lehre kundig, der heiligen Lehre wohlzugänglich, hat das Edle gemerkt, ist der Lehre der Edlen kundig, der Lehre der Edlen wohlzugänglich und betrachtet die Form nicht als sich selbst, noch sich selbst als formähnlich, noch in sich selbst die Form, noch in der Form sich selbst; er betrachtet das Gefühl, die Wahrnehmung, die Unterscheidungen, das Bewusstsein nicht als sich selbst, noch sich selbst als diesen ähnlich, noch in sich selbst diese, noch in diesen sich selbst. Also, ihr Mönche, wird man bei gegenwärtigen Dingen nicht aus der Fassung gebracht.

»Kein Sehnen nach vergangner Zeit, Kein Hoffen auf die Zukunft hin; Ist abgethan was vorher war Und was noch künftig kommen wird, »Und hat man immer Ding um Ding Gewärtig in der Gegenwart: Was keiner rauben, rütteln kann, Durchbohrend finden mag man das. »Noch heute gilt der heiße Kampf: Ob morgen todt, wer weiß es wohl? Es muss die Schlacht geschlagen sein, Mit seiner Heerschaar Er, der Mord. »Wer also ausharrt unverzagt Und unermüdlich Tag und Nacht, Glücksäligeinsam ist er da, Der stille Denker, wie man sagt.

»‚Vom Glücksäligeinsamen will ich euch Mönchen Stämpel und Abzeichen weisen‘: wurde das gesagt, so war es darum gesagt.«

Also sprach der Erhabene. Zufrieden freuten sich jene Mönche über das Wort des Erhabenen.

132.

Vierzehnter Theil

Zweite Rede

GLÜCKSÄLIGEINSAM – ĀNANDO –

Das hab’ ich gehört. Zu einer Zeit weilte der Erhabene bei Sāvatthī, im Siegerwalde, im Garten Anāthapiṇḍikos.

Um diese Zeit nun war der ehrwürdige Ānando in der Halle des Vorhauses mit den Mönchen in lehrreichem Gespräche beisammen, ermunterte und ermuthigte, erregte und erheiterte sie, sprach von Stämpel und Abzeichen des Glücksäligeinsamen.

Da nun begab sich der Erhabene gegen Abend, nach Aufhebung der Gedenkensruhe, zur Halle heran des Vorhauses und nahm, dort angelangt, auf dem angebotenen Sitze Platz. Als nun der Erhabene da Platz genommen, wandte er sich also an die Mönche:

»Wer hat wohl, ihr Mönche, in der Halle des Vorhauses die Mönche in lehrreichem Gespräche ermuntert und ermuthigt, erregt und erheitert, von des Glücksäligeinsamen Stämpel und Abzeichen gesprochen?«

»Der ehrwürdige Ānando, o Herr, hat in der Halle des Vorhauses die Mönche in lehrreichem Gespräche ermuntert und ermuthigt, erregt und erheitert, von des Glücksäligeinsamen Stämpel und Abzeichen gesprochen.«

Und der Erhabene wandte sich an den ehrwürdigen Ānando:

»Auf welche Weise aber hast du, Ānando, die Mönche in lehrreichem Gespräche ermuntert und ermuthigt, erregt und erheitert, von des Glücksäligeinsamen {326} Stämpel und Abzeichen gesprochen?«

»Also hab’ ich, o Herr, die Mönche in lehrreichem Gespräche ermuntert und ermuthigt, erregt und erheitert, von des Glücksäligeinsamen Stämpel und Abzeichen gesprochen:

»‚Kein Sehnen nach vergangner Zeit, Kein Hoffen auf die Zukunft hin; Ist abgethan was vorher war Und was noch künftig kommen wird, »‚Und hat man immer Ding um Ding Gewärtig in der Gegenwart: Was keiner rauben, rütteln kann, Durchbohrend finden mag man das. »‚Noch heute gilt der heiße Kampf: Ob morgen todt, wer weiß es wohl? Es muss die Schlacht geschlagen sein, Mit seiner Heerschaar Er, der Mord. »‚Wer also ausharrt unverzagt Und unermüdlich Tag und Nacht, Glücksäligeinsam ist er da, Der stille Denker, wie man sagt.

»‚Wie aber, ihr Brüder, sehnt man sich nach vergangener Zeit? ›Also war einst meine Form gewesen‹: daran findet man seine Befriedigung; ›Also war einst mein Gefühl gewesen‹: daran findet man seine Befriedigung; ›Also war einst meine Wahrnehmung gewesen‹: daran findet man seine Befriedigung; ›Also war einst mein Unterscheiden gewesen‹: daran findet man seine Befriedigung; ›Also war einst mein Bewusstsein gewesen‹: daran findet man seine Befriedigung. Also, ihr Brüder, sehnt man sich nach vergangener Zeit.

»‚Wie aber, ihr Brüder, sehnt man sich nicht nach vergangener Zeit? ›Also war einst meine Form gewesen‹: daran findet man keine Befriedigung; ›Also war einst mein Gefühl gewesen‹: daran findet man keine Befriedigung; ›Also war einst meine Wahrnehmung gewesen‹: daran findet man keine Befriedigung; ›Also war einst mein Unterscheiden gewesen‹: {327} daran findet man keine Befriedigung; ›Also war einst mein Bewusstsein gewesen‹: daran findet man keine Befriedigung. Also, ihr Brüder, sehnt man sich nicht nach vergangener Zeit.

»‚Wie aber, ihr Brüder, hofft man auf die Zukunft hin? ›Also will ich einst meine Form haben‹: daran findet man seine Befriedigung; ›Also will ich einst mein Gefühl haben‹: daran findet man seine Befriedigung; ›Also will ich einst meine Wahrnehmung haben‹: daran findet man seine Befriedigung; ›Also will ich einst mein Unterscheiden haben‹: daran findet man seine Befriedigung; ›Also will ich einst mein Bewusstsein haben‹: daran findet man seine Befriedigung. Also, ihr Brüder, hofft man auf die Zukunft hin.

»‚Wie aber, ihr Brüder, hofft man nicht auf die Zukunft hin? ›Also will ich einst meine Form haben‹: daran findet man keine Befriedigung; ›Also will ich einst mein Gefühl haben‹: daran findet man keine Befriedigung; ›Also will ich einst meine Wahrnehmung haben‹: daran findet man keine Befriedigung; ›Also will ich einst mein Unterscheiden haben‹: daran findet man keine Befriedigung; ›Also will ich einst mein Bewusstsein haben‹: daran findet man keine Befriedigung. Also, ihr Brüder, hofft man nicht auf die Zukunft hin.

»‚Wie aber, ihr Brüder, wird man bei gegenwärtigen Dingen aus der Fassung gebracht? Da hat einer, ihr Brüder, nichts erfahren, ist ein gewöhnlicher Mensch, ohne Sinn für das Heilige, der heiligen Lehre unkundig, der heiligen Lehre unzugänglich, ohne Sinn für das Edle, der Lehre der Edlen unkundig, der Lehre der Edlen unzugänglich und betrachtet die Form als sich selbst, oder sich selbst als formähnlich, oder in sich selbst die Form, oder in der Form sich selbst; er betrachtet das Gefühl, die Wahrnehmung, die Unterscheidungen, das Bewusstsein als sich selbst, oder sich selbst als diesen ähnlich, oder in sich selbst diese, oder in diesen sich selbst. Also, ihr Brüder, wird man bei gegenwärtigen Dingen aus der Fassung gebracht.

{328} »‚Wie aber, ihr Brüder, wird man bei gegenwärtigen Dingen nicht aus der Fassung gebracht? Da hat einer, ihr Brüder, als erfahrener heiliger Jünger das Heilige gemerkt, ist der heiligen Lehre kundig, der heiligen Lehre wohlzugänglich, hat das Edle gemerkt, ist der Lehre der Edlen kundig, der Lehre der Edlen wohlzugänglich und betrachtet die Form nicht als sich selbst, noch sich selbst als formähnlich, noch in sich selbst die Form, noch in der Form sich selbst; er betrachtet das Gefühl, die Wahrnehmung, die Unterscheidungen, das Bewusstsein nicht als sich selbst, noch sich selbst als diesen ähnlich, noch in sich selbst diese, noch in diesen sich selbst. Also, ihr Brüder, wird man bei gegenwärtigen Dingen nicht aus der Fassung gebracht.

»‚Kein Sehnen nach vergangner Zeit, Kein Hoffen auf die Zukunft hin; Ist abgethan was vorher war Und was noch künftig kommen wird, »‚Und hat man immer Ding um Ding Gewärtig in der Gegenwart: Was keiner rauben, rütteln kann, Durchbohrend finden mag man das. »‚Noch heute gilt der heiße Kampf: Ob morgen todt, wer weiß es wohl? Es muss die Schlacht geschlagen sein, Mit seiner Heerschaar Er, der Mord. »‚Wer also ausharrt unverzagt Und unermüdlich Tag und Nacht, Glücksäligeinsam ist er da, Der stille Denker, wie man sagt.‘

»Also hab’ ich, o Herr, die Mönche in lehrreichem Gespräche ermuntert und ermuthigt, erregt und erheitert, von des Glücksäligeinsamen Stämpel und Abzeichen gesprochen.«

»Gut, gut, Ānando, gut hast du, Ānando, die Mönche in lehrreichem Gespräche ermuntert und ermuthigt, erregt und erheitert, von des {329} Glücksäligeinsamen Stämpel und Abzeichen gesprochen.«

Also sprach der Erhabene. Zufrieden freute sich der ehrwürdige Ānando über das Wort des Erhabenen.

133.

Vierzehnter Theil

Dritte Rede

GLÜCKSÄLIGEINSAM – KACCĀNO –

{330} Das hab’ ich gehört. Zu einer Zeit weilte der Erhabene bei Rājagaham, in der Aue am Tapodo.

Da verließ denn der ehrwürdige Samiddhi bei Nacht, vor Sonnenaufgang, sein Lager und schritt zum Tapodo hinab, ein Bad zu nehmen. Als er das Bad im Tapodo genommen und sich erfrischt hatte, hing er den Mantel um, nachdem er die Glieder getrocknet.

Wie nun die Dämmerung anbrach, ließ irgend eine Gottheit die ganze Fläche des Tapodo in immer hellerem Glanze erstrahlen und kam bis dorthin wo der ehrwürdige Samiddhi weilte. Dort angelangt stand sie beiseite, und beiseite stehend sprach sie den ehrwürdigen Samiddhi also an:

»Kennst du, o Mönch, des Glücksäligeinsamen Stämpel und Abzeichen?«

»Nein, o Bruder, ich kenne des Glücksäligeinsamen Stämpel und Abzeichen nicht: du aber, Bruder, kennet du des Glücksäligeinsamen Stämpel und Abzeichen?«

»Auch ich, o Mönch, kenne nicht des Glücksäligeinsamen Stämpel und Abzeichen: kennst du aber, o Mönch, den glücksäligeinsamen Sang?«

»Nein, o Bruder, ich kenne den glücksäligeinsamen Sang nicht: du aber, Bruder, kennst du den glücksäligeinsamen Sang?«

»Auch ich, o Mönch, kenne nicht den glücksäligeinsamen Sang; erforsche du, Mönch, des Glücksäligeinsamen Stämpel und Abzeichen, erfasse du, Mönch, des Glücksäligeinsamen Stämpel und Abzeichen, bewahre du, Mönch, des Glücksäligeinsamen Stämpel und Abzeichen: sinnreich ist, o Mönch, des Glücksäligeinsamen Stämpel und Abzeichen, urasketenthümlich.«

{331} Also sprach jene Gottheit. Als sie das gesagt, war sie alsbald verschwunden.

Wie es nun Tag geworden, begab sich der ehrwürdige Samiddhi dorthin wo der Erhabene weilte. Dort angelangt bot er dem Erhabenen ehrerbietigen Gruß dar und setzte sich seitwärts nieder. Seitwärts sitzend erzählte da der ehrwürdige Samiddhi dem Erhabenen Wort um Wort die ganze Begegnung, die er mit jener Gottheit gehabt hatte. Dann sprach er also:

{332} »Gut wär’ es, o Herr, wollte mir der Erhabene des Glücksäligeinsamen Stämpel und Abzeichen aufweisen.«

»Wohlan denn, Mönch, so höre und achte wohl auf meine Rede.«

»Gewiss, o Herr!« sagte da der ehrwürdige Samiddhi zum Erhabenen aufmerksam. Der Erhabene sprach also:

»Kein Sehnen nach vergangner Zeit, Kein Hoffen auf die Zukunft hin; Ist abgethan was vorher war Und was noch künftig kommen wird, »Und hat man immer Ding um Ding Gewärtig in der Gegenwart: Was keiner rauben, rütteln kann, Durchbohrend finden mag man das. »Noch heute gilt der heiße Kampf: Ob morgen todt, wer weiß es wohl? Es muss die Schlacht geschlagen sein, Mit seiner Heerschaar Er, der Mord. »Wer also ausharrt unverzagt Und unermüdlich Tag und Nacht, Glücksäligeinsam ist er da, Der stille Denker, wie man sagt.«

Also sprach der Erhabene. Als der Willkommene das gesagt hatte, stand er auf und zog sich in das Wohnhaus zurück.

Da gedachten denn die Mönche, bald nachdem der Erhabene fortgegangen war, unter sich: ›Diesen Stämpel, ihr Brüder, hat uns der Erhabene im Umrisse dargestellt, ohne die Abzeichen ausführlich zu erläutern, ist aufgestanden und hat sich in das Wohnhaus zurückgezogen. {333} Wer könnte nun wohl dieser kurzen Andeutung Inhalt ausführlich begründen?‹ Da sagten sich nun jene Mönche: ›Der ehrwürdige Mahākaccāno wird selbst vom Meister gepriesen, von den verständigen Ordensbrüdern aber verehrt: wohl wäre der ehrwürdige Mahākaccāno imstande, den Inhalt dieser kurzen Andeutung ausführlich zu begründen; wie, wenn wir uns nun zum ehrwürdigen Mahākaccāno begeben und ihn bitten würden, uns den Inhalt darzulegen?‹ Und jene Mönche begaben sich zum ehrwürdigen Mahākaccāno, wechselten höflichen Gruß und freundliche, denkwürdige Worte mit ihm und setzten sich seitwärts nieder. Seitwärts sitzend sprachen nun jene Mönche zum ehrwürdigen Mahākaccāno also:

»Diesen Stämpel, Bruder Kaccāno, hat uns der Erhabene im Umrisse dargestellt, ohne die Abzeichen ausführlich zu erläutern, ist aufgestanden und hat sich in das Wohnhaus zurückgezogen. Da kam uns, Bruder Kaccāno, bald nachdem der Erhabene fortgegangen war, der Gedanke: {334} ›Diesen Stämpel, ihr Brüder, hat uns der Erhabene im Umrisse dargestellt, ohne die Abzeichen ausführlich zu erläutern, ist aufgestanden und hat sich in das Wohnhaus zurückgezogen. Wer könnte nun wohl dieser kurzen Andeutung Inhalt ausführlich begründen?‹ Da sagten wir uns, Bruder Kaccāno: ›Der ehrwürdige Mahākaccāno wird selbst vom Meister gepriesen, von den verständigen Ordensbrüdern aber verehrt: wohl wäre der ehrwürdige Mahākaccāno imstande, den Inhalt dieser kurzen Andeutung ausführlich zu begründen; wie, wenn wir uns nun zum ehrwürdigen Mahākaccāno begeben und ihn bitten würden, uns den Inhalt darzulegen?‹ Mög’ es der ehrwürdige Mahākaccāno thun!«

»Gleichwie etwa, Brüder, wenn ein Mann, der Kernholz begehrt, Kernholz sucht, auf Kernholz ausgeht, über Wurzel und Stamm eines großen kernig dastehenden Baumes hinaufkletterte und im Laubgezweige Kernholz finden wollte: so ergeht es nun hier euch Ehrwürdigen, die ihr vor dem Meister gewesen seid, den Herrn übergangen habt und von mir die Lösung der Frage erwartet. Doch der Erhabene, ihr Brüder, ist der kennende Kenner und der sehende Seher, der Auggewordene, Erkenntnissgewordene, Wahrheitgewordene, Heiligkeitgewordene, der Künder und Verkünder, der Eröffner des Inhalts, der Spender der Unsterblichkeit, der Herr der Wahrheit, der Vollendete. Und es war ja wohl noch an der Zeit gewesen, dass ihr den Erhabenen selbst befragen und {335} diesen Gegenstand der Erklärung des Erhabenen gemäß bewahren konntet.«

»Freilich, Bruder Kaccāno, ist der Erhabene der kennende Kenner und der sehende Seher, der Auggewordene, Erkenntnissgewordene, Wahrheitgewordene, Heiligkeitgewordene, der Künder und Verkünder, der Eröffner des Inhalts, der Spender der Unsterblichkeit, der Herr der Wahrheit, der Vollendete. Und es war ja wohl noch an der Zeit gewesen, dass wir den Erhabenen selbst befragen und diesen Gegenstand der Erklärung des Erhabenen gemäß bewahren konnten. Aber der ehrwürdige Mahākaccāno wird ja selbst vom Meister gepriesen und von den verständigen Ordensbrüdern verehrt: wohl wäre der ehrwürdige Mahākaccāno imstande, den Inhalt jener vom Erhabenen kurz gegebenen Andeutung ausführlich darzulegen. Mög’ es der ehrwürdige Mahākaccāno thun und es nicht übel nehmen!«

»Wohlan denn, ihr Brüder, so höret und achtet wohl auf meine Rede.«

»Gewiss, o Bruder!« antworteten da aufmerksam jene Mönche dem ehrwürdigen Mahākaccāno. Der ehrwürdige Mahākaccāno sprach also:

»Den Stämpel, ihr Brüder, den uns der Erhabene im Umrisse dargestellt hat, ohne die Abzeichen ausführlich zu erläutern: diese kurze Andeutung, ihr Brüder, stelle ich ihrem Inhalt gemäß in folgender Weise ausführlich dar. — Wie also, ihr Brüder, sehnt man sich nach vergangener Zeit? ›So war einst mein Gesicht gewesen, so die Formen‹: so wird das Bewusstsein mit Willensbegier daran gefesselt; und weil das Bewusstsein mit Willensbegier gefesselt ist, hat man daran Befriedigung; und weil man daran Befriedigung hat, sehnt man sich nach vergangener Zeit. ›So war einst mein Gehör gewesen, so die Töne‹, {336} ›So war einst mein Geruch gewesen, so die Düfte‹, ›So war einst mein Geschmack gewesen, so die Säfte‹, ›So war einst mein Getast gewesen, so die Tastungen‹, ›So war einst mein Gedenken gewesen, so die Dinge‹: so wird das Bewusstsein mit Willensbegier daran gefesselt; und weil das Bewusstsein mit Willensbegier gefesselt ist, hat man daran Befriedigung; und weil man daran Befriedigung hat, sehnt man sich nach vergangener Zeit. Also, ihr Brüder, sehnt man sich nach vergangener Zeit.

»Wie aber, ihr Brüder, sehnt man sich nicht nach vergangener Zeit? ›So war einst mein Gesicht gewesen, so die Formen‹: so wird das Bewusstsein nicht mit Willensbegier daran gefesselt; und weil das Bewusstsein nicht mit Willensbegier gefesselt ist, hat man keine Befriedigung daran; und weil man keine Befriedigung daran hat, sehnt man sich nicht nach vergangener Zeit. ›So war einst mein Gehör gewesen, so die Töne‹, ›So war einst mein Geruch gewesen, so die Düfte‹, ›So war einst mein Geschmack gewesen, so die Säfte‹, ›So war einst mein Getast gewesen, so die Tastungen‹, ›So war einst mein Gedenken gewesen, so die Dinge‹: so wird das Bewusstsein nicht mit Willensbegier daran gefesselt; und weil das Bewusstsein nicht mit Willensbegier gefesselt ist, hat man keine Befriedigung daran; und weil man keine Befriedigung daran hat, sehnt man sich nicht nach vergangener Zeit. Also, ihr Brüder, sehnt man sich nicht nach vergangener Zeit.

»Wie aber, ihr Brüder, hofft man auf die Zukunft hin? ›So will ich einst mein Gesicht haben, so die Formen‹: so hat man das Herz auf die Erlangung des Unerlangten gerichtet; und weil das Herz darauf gerichtet ist, hat man daran Befriedigung; und weil man daran Befriedigung hat, hofft man auf die Zukunft hin. ›So will ich einst mein Gehör haben, so die Töne‹, ›So will ich einst meinen Geruch haben, so die Düfte‹, ›So will ich einst meinen Geschmack haben, so die Säfte‹, {337} ›So will ich einst mein Getast haben, so die Tastungen‹, ›So will ich einst mein Gedenken haben, so die Dinge‹: so hat man das Herz auf die Erlangung des Unerlangten gerichtet; und weil das Herz darauf gerichtet ist, hat man daran Befriedigung; und weil man daran Befriedigung hat, hofft man auf die Zukunft hin. Also, ihr Brüder, hofft man auf die Zukunft hin.

»Wie aber, ihr Brüder, hofft man nicht auf die Zukunft hin? ›So will ich einst mein Gesicht haben, so die Formen‹: so hat man das Herz nicht auf die Erlangung des Unerlangten gerichtet; und weil das Herz nicht darauf gerichtet ist, hat man keine Befriedigung daran; und weil man keine Befriedigung daran hat, hofft man nicht auf die Zukunft hin. ›So will ich einst mein Gehör haben, so die Töne‹, ›So will ich einst meinen Geruch haben, so die Düfte‹, ›So will ich einst meinen Geschmack haben, so die Säfte‹, ›So will ich einst mein Getast haben, so die Tastungen‹, ›So will ich einst mein Gedenken haben, so die Dinge‹: so hat man das Herz nicht auf die Erlangung des Unerlangten gerichtet; und weil das Herz nicht darauf gerichtet ist, hat man keine Befriedigung daran; und weil man keine Befriedigung daran hat, hofft man nicht auf die Zukunft hin. Also, ihr Brüder, hofft man nicht auf die Zukunft hin.

»Wie aber, ihr Brüder, wird man bei gegenwärtigen Dingen aus der Fassung gebracht? Gesicht, ihr Brüder, und Formen: beides ist gegenwärtig; weil es aber gegenwärtig ist, wird das Bewusstsein mit Willensbegier daran gefesselt; und weil das Bewusstsein mit Willensbegier gefesselt ist, hat man daran Befriedigung; und weil man daran Befriedigung hat, wird man bei gegenwärtigen Dingen aus der Fassung gebracht. Gehör, ihr Brüder, und Töne, Geruch, ihr Brüder, und Düfte, Geschmack, ihr Brüder, und Säfte, Getast, ihr Brüder, und Tastungen, {338} Gedenken, ihr Brüder, und Dinge: beides ist gegenwärtig; weil es aber gegenwärtig ist, wird das Bewusstsein mit Willensbegier daran gefesselt; und weil das Bewusstsein mit Willensbegier gefesselt ist, hat man daran Befriedigung; und weil man daran Befriedigung hat, wird man bei gegenwärtigen Dingen aus der Fassung gebracht. Also, ihr Brüder, wird man bei gegenwärtigen Dingen aus der Fassung gebracht.

»Wie aber, ihr Brüder, wird man bei gegenwärtigen Dingen nicht aus der Fassung gebracht? Gesicht, ihr Brüder, und Formen: beides ist gegenwärtig; weil es aber gegenwärtig ist, wird das Bewusstsein nicht mit Willensbegier daran gefesselt; und weil das Bewusstsein nicht mit Willensbegier gefesselt ist, hat man keine Befriedigung daran; und weil man keine Befriedigung daran hat, wird man bei gegenwärtigen Dingen nicht aus der Fassung gebracht. Gehör, ihr Brüder, und Töne, Geruch, ihr Brüder, und Düfte, Geschmack, ihr Brüder, und Säfte, Getast, ihr Brüder, und Tastungen, Gedenken, ihr Brüder, und Dinge: beides ist gegenwärtig; weil es aber gegenwärtig ist, wird das Bewusstsein nicht mit Willensbegier daran gefesselt; und weil das Bewusstsein nicht mit Willensbegier gefesselt ist, hat man keine Befriedigung daran; und weil man keine Befriedigung daran hat, wird man bei gegenwärtigen Dingen nicht aus der Fassung gebracht. Also, ihr Brüder, wird man bei gegenwärtigen Dingen nicht aus der Fassung gebracht.

»Das, ihr Brüder, betrachte ich als den ausführlich dargelegten Inhalt jener Andeutung, die uns der Erhabene in kurzer Fassung gegeben hat. Wenn es euch Ehrwürdigen nun recht ist, {339} so gehet hin und befragt den Erhabenen selbst hierüber: wie es uns der Erhabene erklärt wollet es behalten.«

Da waren nun jene Mönche über des ehrwürdigen Mahākaccāno Rede erfreut, erhoben sich befriedigt von ihren Sitzen und begaben sich dorthin wo der Erhabene weilte, begrüßten den Erhabenen ehrerbietig und setzten sich seitwärts nieder. Seitwärts sitzend berichteten da jene Mönche dem Erhabenen Wort um Wort die ganze Begegnung, {340} die sie mit dem ehrwürdigen Mahākaccāno gehabt hatten: »Da hat uns, o Herr, der ehrwürdige Mahākaccāno auf solche Weise, in solcher Art, mit solchen Bestimmungen den Inhalt dargestellt.«

»Weise, ihr Mönche, ist Mahākaccāno, wissensmächtig, ihr Mönche, ist Mahākaccāno. Wolltet ihr mich, ihr Mönche, um Aufklärung angehn, ich würde den Gegenstand genau so erläutern, wie ihn Mahākaccāno erläutert hat: denn eben das ist der Inhalt, und den sollt ihr derart bewahren.«

Also sprach der Erhabene. Zufrieden freuten sich jene Mönche über das Wort des Erhabenen.

134.

Vierzehnter Theil

Vierte Rede

LOMASAKAṈGIYO

Das hab’ ich gehört. Zu einer Zeit weilte der Erhabene bei Sāvatthī, im Siegerwalde, im Garten Anāthapiṇḍikos.

Um diese Zeit nun weilte der ehrwürdige Lomasakaṉgiyo im Lande der Sakker, bei Kapilavatthu, im Park der Feigenbäume.

{341} Da ließ nun bei einbrechender Dämmerung Candano[174] der Göttersohn die ganze Umgegend des Feigenparkes in immer hellerem Glanze erstrahlen und kam bis dorthin wo der ehrwürdige Lomasakaṉgiyo weilte. Dort angelangt stand er beiseite, und beiseite stehend sprach er den ehrwürdigen Lomasakaṉgiyo also an:

»Kennst du, o Mönch, des Glücksäligeinsamen Stämpel und Abzeichen?«

»Nein, o Bruder, ich kenne des Glücksäligeinsamen Stämpel und Abzeichen nicht: du aber, Bruder, kennst du des Glücksäligeinsamen Stämpel und Abzeichen?«

»Auch ich, o Mönch, kenne nicht des Glücksäligeinsamen Stämpel und Abzeichen: kennst du aber, o Mönch, den glücksäligeinsamen Sang?«

»Nein, o Bruder, ich kenne den glücksäligeinsamen Sang nicht: du aber, Bruder, kennst du den glücksäligeinsamen Sang?«

»Ich kenne, o Mönch, den glücksäligeinsamen Sang.«

»Woher denn aber, Bruder, kennst du den glücksäligeinsamen Sang?«

»Es war einmal, o Mönch, da weilte der Erhabene bei den Dreiunddreißig Göttern, im Schatten des himmlischen Baumes, am weißen Flockenfels. Dort nun hat der Erhabene den Dreiunddreißig Göttern des Glücksäligeinsamen Stämpel und Abzeichen aufgewiesen. Also kenne ich, o Mönch, den glücksäligeinsamen Sang. {342} Erforsche du, Mönch, des Glücksäligeinsamen Stämpel und Abzeichen, erfasse du, Mönch, des Glücksäligeinsamen Stämpel und Abzeichen, bewahre du, Mönch, des Glücksäligeinsamen Stämpel und Abzeichen: sinnreich ist, o Mönch, des Glücksäligeinsamen Stämpel und Abzeichen, urasketenthümlich.«

Also sprach Candano der Göttersohn. Als er das gesagt, war er alsbald verschwunden.

Wie es nun Tag geworden, brach der ehrwürdige Lomasakaṉgiyo sein Lager ab, nahm Mantel und Almosenschaale und begab sich auf die Wanderung nach Sāvatthī. Von Ort zu Ort weiterziehend näherte er sich der Stadt. Und er kam in den Siegerwald, in den Garten Anāthapiṇḍikos, dorthin wo der Erhabene weilte. Dort angelangt begrüßte er den Erhabenen ehrerbietig und setzte sich seitwärts nieder. Seitwärts sitzend erzählte nun der ehrwürdige Lomasakaṉgiyo dem Erhabenen Wort um Wort die ganze Begegnung, die er da vorher, im Lande der Sakker, bei Kapilavatthu, im Park der Feigenbäume, mit jenem Göttersohne gehabt hatte. Dann sprach er also:

{343} »Gut wär’ es, o Herr, wollte mir der Erhabene des Glücksäligeinsamen Stämpel und Abzeichen aufweisen.«

»Weißt du aber, Mönch, wer jener Göttersohn war?«

»Nein, o Herr, ich weiß nicht, wer jener Göttersohn war.«

»Candano geheißen, Mönch, ist jener Göttersohn. Candano, Mönch, der Göttersohn, hat achtsam, aufmerksam, mit ganzem Gemüthe hingegeben, offenen Ohres der Lehre gelauscht. Wohlan denn, Mönch, so höre und achte wohl auf meine Rede.«

{344} »Gewiss, o Herr!« sagte da aufmerksam jener Mönch zum Erhabenen. Der Erhabene sprach also:

»Kein Sehnen nach vergangner Zeit, Kein Hoffen auf die Zukunft hin; Ist abgethan was vorher war Und was noch künftig kommen wird, »Und hat man immer Ding um Ding Gewärtig in der Gegenwart: Was keiner rauben, rütteln kann, Durchbohrend finden mag man das. »Noch heute gilt der heiße Kampf: Ob morgen todt, wer weiß es wohl? Es muss die Schlacht geschlagen sein, Mit seiner Heerschaar Er, der Mord. »Wer also ausharrt unverzagt Und unermüdlich Tag und Nacht, Glücksäligeinsam ist er da, Der stille Denker, wie man sagt.«

Also sprach der Erhabene. Zufrieden freute sich der {346} ehrwürdige Lomasakaṉgiyo über das Wort des Erhabenen.[175]

135.

Vierzehnter Theil

Fünfte Rede

KENNZEICHNUNG DER WERKE – I –

Das hab’ ich gehört. Zu einer Zeit weilte der Erhabene bei Sāvatthī, im Siegerwalde, im Garten Anāthapiṇḍikos.

Da begab sich denn Subho, ein junger Brāhmane, der Sohn Todeyyos, dorthin wo der Erhabene weilte, wechselte mit dem Erhabenen höflichen Gruß und freundliche, denkwürdige Worte und setzte sich seitwärts nieder. Seitwärts sitzend sprach nun Subho der junge Brāhmane, der Sohn Todeyyos, zum Erhabenen also:

»Was ist wohl, o Gotamo, der Anlass, was ist der Grund, dass man auch unter menschlichen Wesen, die als Menschen geboren sind, Verkommenheit und Vorzüglichkeit findet? Man sieht, o Gotamo, kurzlebige Menschen und man sieht langlebige, man sieht bresthafte und man sieht rüstige, man sieht unschöne und man sieht schöne, man sieht wenig vermögende und man sieht viel vermögende, man sieht wenig besitzende und man sieht viel besitzende, man sieht niedrig gestellte und man sieht hoch gestellte, {347} man sieht stumpfsinnige und man sieht scharfsinnige: was ist da, o Gotamo, der Anlass, was ist der Grund, dass man auch unter menschlichen Wesen, die als Menschen geboren sind, Verkommenheit und Vorzüglichkeit findet?«

»Eigner der Werke, Brāhmane, sind die Wesen, Erben der Werke, Kinder der Werke, Geschöpfe der Werke, Knechte der Werke: das Werk scheidet die Wesen ab, nach Verkommenheit und Vorzüglichkeit.«

»Nicht kann ich was da Herr Gotamo in Kürze gesagt, nicht ausführlich dargestellt hat, dem ganzen Sinne nach verstehn; gut wär’ es, wenn mir Herr Gotamo die Satzung dergestalt zeigen wollte, dass ich den ganzen Sinn dieser kurzgefassten Worte verstehn könnte.«

»Wohlan denn, Brāhmane, so höre und achte wohl auf meine Rede.«

»Ja, Herr!« sagte da Subho, der junge Brāhmane, der Sohn Todeyyos, aufmerksam zum Erhabenen. Der Erhabene sprach also:

»Da bringt, Brāhmane, irgend ein Weib oder ein Mann Lebendiges um, ist grausam und blutgierig, an Mord und Todtschlag gewohnt, ohne Mitleid gegen Mensch und Thier. Da lässt ihn solches Wirken, also vollzogen, also vollbracht, bei der Auflösung des Körpers, nach dem Tode, abwärts gerathen, auf schlechte Fährte, zur Tiefe hinab, in höllische Welt; oder wenn er nicht dahin gelangt und Menschenthum erreicht, wird er, wo er da neugeboren wird, kurzlebig sein. Das ist der Uebergang, Brāhmane, der zu kurzem Leben führt, dass man da Lebendiges umbringt, grausam und blutgierig ist, an Mord und Todtschlag gewohnt, ohne Mitleid gegen Mensch und Thier.

»Da hat wieder, Brāhmane, irgend ein Weib oder ein Mann das Tödten verworfen, vom Tödten hält er sich fern: ohne Stock, ohne Schwerdt, fühlsam, voll Theilnahme, {348} hegt er zu allen lebenden Wesen Liebe und Mitleid. Da lässt ihn solches Wirken, also vollzogen, also vollbracht, bei der Auflösung des Körpers, nach dem Tode, auf gute Fährte gerathen, in himmlische Welt; oder wenn er nicht dahin gelangt und Menschenthum erreicht, wird er, wo er da neugeboren wird, langlebig sein. Das ist der Uebergang, Brāhmane, der zu langem Leben führt, dass man da das Tödten verworfen hat, vom Tödten sich fernhält, ohne Stock, ohne Schwerdt, fühlsam, voll Theilnahme zu allen lebenden Wesen Liebe und Mitleid hegt.

»Da behandelt, Brāhmane, irgend ein Weib oder ein Mann die Wesen heftig und quaalvoll, geht mit Fäusten, mit Steinen, mit Stöcken, mit Waffen gegen sie vor. Da lässt ihn solches Wirken, also vollzogen, also vollbracht, bei der Auflösung des Körpers, nach dem Tode, abwärts gerathen, auf schlechte Fährte, zur Tiefe hinab, in höllische Welt; oder wenn er nicht dahin gelangt und Menschenthum erreicht, wird er, wo er da neugeboren wird, bresthaft sein. Das ist der Uebergang, Brāhmane, der zu Gebresten führt, dass man da die Wesen heftig und quaalvoll behandelt, mit Fäusten, mit Steinen, mit Stöcken, mit Waffen gegen sie vorgeht.

»Da behandelt wieder, Brāhmane, irgend ein Weib oder ein Mann die Wesen nicht heftig und quaalvoll, geht nicht mit Fäusten, mit Steinen, mit Stöcken, mit Waffen gegen sie vor. Da lässt ihn solches Wirken, also vollzogen, also vollbracht, bei der Auflösung des Körpers, nach dem Tode, auf gute Fährte gerathen, in himmlische Welt; oder wenn er nicht dahin gelangt und Menschenthum erreicht, wird er, wo er da neugeboren wird, rüstig sein. Das ist der Uebergang, Brāhmane, der zu Rüstigkeit führt, dass man da die Wesen nicht heftig und quaalvoll behandelt, {349} nicht mit Fäusten, mit Steinen, mit Stöcken, mit Waffen gegen sie vorgeht.

»Da ist, Brāhmane, irgend ein Weib oder ein Mann zornig gesinnt, macht viel Geschrei; wenn ihm auch wenig gesagt wird fährt er auf, erregt sich, ärgert sich, widersetzt sich, legt Verdrossenheit, Hass und Misstrauen an den Tag. Da lässt ihn solches Wirken, also vollzogen, also vollbracht, bei der Auflösung des Körpers, nach dem Tode, abwärts gerathen, auf schlechte Fährte, zur Tiefe hinab, in höllische Welt; oder wenn er nicht dahin gelangt und Menschenthum erreicht, wird er, wo er da neugeboren wird, unschön sein. Das ist der Uebergang, Brāhmane, der zur Unschönheit führt, dass man da zornig gesinnt ist, viel Geschrei macht, wenn einem auch wenig gesagt wird auffährt, sich erregt, sich ärgert, sich widersetzt, Verdrossenheit, Hass und Misstrauen an den Tag legt.

»Da ist wieder, Brāhmane, irgend ein Weib oder ein Mann nicht zornig gesinnt, macht nicht viel Geschrei; wenn ihm auch viel gesagt wird fährt er nicht auf, erregt sich nicht, ärgert sich nicht, widersetzt sich nicht, legt nicht Verdrossenheit, Hass und Misstrauen an den Tag. Da lässt ihn solches Wirken, also vollzogen, also vollbracht, bei der Auflösung des Körpers, nach dem Tode, auf gute Fährte gerathen, in himmlische Welt; oder wenn er nicht dahin gelangt und Menschenthum erreicht, wird er, wo er da neugeboren wird, anmuthig sein. Das ist der Uebergang, Brāhmane, der zur Anmuth führt, dass man da nicht zornig gesinnt ist, nicht viel Geschrei macht, wenn einem auch viel gesagt wird nicht auffährt, sich nicht erregt, {350} sich nicht ärgert, sich nicht widersetzt, nicht Verdrossenheit, Hass und Misstrauen an den Tag legt.

»Da ist, Brāhmane, irgend ein Weib oder ein Mann eifersüchtig: wenn andere Verdienste haben, werthgehalten, hochgeschätzt, geachtet, geehrt, gefeiert werden, ist er neidig, missgünstig, fröhnt der Eifersucht. Da lässt ihn solches Wirken, also vollzogen, also vollbracht, bei der Auflösung des Körpers, nach dem Tode, abwärts gerathen, auf schlechte Fährte, zur Tiefe hinab, in höllische Welt; oder wenn er nicht dahin gelangt und Menschenthum erreicht, wird er, wo er da neugeboren wird, wenig vermögen. Das ist der Uebergang, Brāhmane, der zu wenig vermögen führt, dass man da eifersüchtig ist, wenn andere Verdienste haben, werthgehalten, hochgeschätzt, geachtet, geehrt, gefeiert werden, neidig, missgünstig ist, der Eifersucht fröhnt.

»Da ist wieder, Brāhmane, irgend ein Weib oder ein Mann nicht eifersüchtig: wenn andere Verdienste haben, werthgehalten, hochgeschätzt, geachtet, geehrt, gefeiert werden, ist er nicht neidig, nicht missgünstig, fröhnt keiner Eifersucht. Da lässt ihn solches Wirken, also vollzogen, also vollbracht, bei der Auflösung des Körpers, nach dem Tode, auf gute Fährte gerathen, in himmlische Welt; oder wenn er nicht dahin gelangt und Menschenthum erreicht, wird er, wo er da neugeboren wird, viel vermögen. Das ist der Uebergang, Brāhmane, der zu viel vermögen führt, dass man da nicht eifersüchtig ist, wenn andere Verdienste haben, werthgehalten, hochgeschätzt, geachtet, geehrt, gefeiert werden, nicht neidig, nicht missgünstig ist, keiner Eifersucht fröhnt.

»Da wendet, Brāhmane, irgend ein Weib oder ein Mann Asketen oder Priestern keine Gabe zu, Speise und Trank und Kleidung, Wagen und Schmuck und duftende Salben, Lager und Obdach und Licht. Da lässt ihn solches Wirken, also vollzogen, also vollbracht, bei der Auflösung des Körpers, {351} nach dem Tode, abwärts gerathen, auf schlechte Fährte, zur Tiefe hinab, in höllische Welt; oder wenn er nicht dahin gelangt und Menschenthum erreicht, wird er, wo er da neugeboren wird, wenig besitzen. Das ist der Uebergang, Brāhmane, der zu wenig Besitz führt, dass man da Asketen oder Priestern keine Gabe zuwendet, Speise und Trank und Kleidung, Wagen und Schmuck und duftende Salben, Lager und Obdach und Licht.

»Da wendet wieder, Brāhmane, irgend ein Weib oder ein Mann Asketen oder Priestern Gaben zu, Speise und Trank und Kleidung, Wagen und Schmuck und duftende Salben, Lager und Obdach und Licht. Da lässt ihn solches Wirken, also vollzogen, also vollbracht, bei der Auflösung des Körpers, nach dem Tode, auf gute Fährte gerathen, in himmlische Welt; oder wenn er nicht dahin gelangt und Menschenthum erreicht, wird er, wo er da neugeboren wird, viel besitzen. Das ist der Uebergang, Brāhmane, der zu viel Besitz führt, dass man da Asketen oder Priestern Gaben zuwendet, Speise und Trank und Kleidung, Wagen und Schmuck und duftende Salben, Lager und Obdach und Licht.

»Da ist, Brāhmane, irgend ein Weib oder ein Mann trotzig und hochmüthig, grüßt keinen, der Gruß verdient, erhebt sich vor keinem, vor dem man sich erheben soll, bietet keinen Sitz an wem ein Sitz gebührt, weicht auf dem Wege nicht aus wem auszuweichen ist, hält einen Werthzuhaltenden nicht werth, schätzt einen Hochzuschätzenden nicht hoch, achtet keinen Achtbaren, ehrt keinen Ehrwürdigen. Da lässt ihn solches Wirken, also vollzogen, also vollbracht, bei der Auflösung des Körpers, nach dem Tode, abwärts gerathen, auf schlechte Fährte, zur Tiefe hinab, in höllische Welt; {352} oder wenn er nicht dahin gelangt und Menschenthum erreicht, wird er, wo er da neugeboren wird, niedrig gestellt sein. Das ist der Uebergang, Brāhmane, der zu niedriger Stellung führt, dass man da trotzig und hochmüthig ist, keinen grüßt, der Gruß verdient, sich vor keinem erhebt, vor dem man sich erheben soll, keinen Sitz anbietet wem ein Sitz gebührt, auf dem Wege nicht ausweicht wem auszuweichen ist, einen Werthzuhaltenden nicht werthhält, einen Hochzuschätzenden nicht hochschätzt, keinen Achtbaren achtet, keinen Ehrwürdigen ehrt.

»Da ist wieder, Brāhmane, irgend ein Weib oder ein Mann nicht trotzig, nicht hochmüthig, grüßt, wenn einer Gruß verdient, erhebt sich, wenn man sich vor einem erheben soll, bietet Sitz an wem ein Sitz gebührt, weicht auf dem Wege aus wem auszuweichen ist, hält einen Werthzuhaltenden werth, schätzt einen Hochzuschätzenden hoch, achtet einen Achtbaren, ehrt einen Ehrwürdigen. Da lässt ihn solches Wirken, also vollzogen, also vollbracht, bei der Auflösung des Körpers, nach dem Tode, auf gute Fährte gerathen, in himmlische Welt; oder wenn er nicht dahin gelangt und Menschenthum erreicht, wird er, wo er da neugeboren wird, hoch gestellt sein. Das ist der Uebergang, Brāhmane, der zu hoher Stellung führt, dass man da nicht trotzig, nicht hochmüthig ist, grüßt, wenn einer Gruß verdient, sich erhebt, wenn man sich vor einem erheben soll, Sitz anbietet wem ein Sitz gebührt, auf dem Wege ausweicht wem auszuweichen ist, einen Werthzuhaltenden werthhält, einen Hochzuschätzenden hochschätzt, einen Achtbaren achtet, einen Ehrwürdigen ehrt.

»Da ist, Brāhmane, irgend ein Weib oder ein Mann einem Asketen oder einem Priester begegnet und erkundigt sich nicht: {353} ›Was ist heilsam, o Herr, was ist unheilsam, was ist unrecht und was ist recht, was ist zu betreiben und was ist nicht zu betreiben? Was kann mir indem ich es thue lange zum Unheil und Leiden gereichen, und was kann mir wieder indem ich es thue lange zum Wohle, zum Heile gereichen?‹ Da lässt ihn solches Wirken, also vollzogen, also vollbracht, bei der Auflösung des Körpers, nach dem Tode, abwärts gerathen, auf schlechte Fährte, zur Tiefe hinab, in höllische Welt; oder wenn er nicht dahin gelangt und Menschenthum erreicht, wird er, wo er da neugeboren wird, unverständig sein. Das ist der Uebergang, Brāhmane, der zur Unverständigkeit führt, dass man da einem Asketen oder einem Priester begegnet und sich nicht erkundigt: ›Was ist heilsam, o Herr, was ist unheilsam, was ist unrecht und was ist recht, was ist zu betreiben und was ist nicht zu betreiben; was kann mir indem ich es thue lange zum Unheil und Leiden gereichen, und was kann mir wieder indem ich es thue lange zum Wohle, zum Heile gereichen.‹

»Da ist wieder, Brāhmane, irgend ein Weib oder ein Mann einem Asketen oder einem Priester begegnet und erkundigt sich: ›Was ist heilsam, o Herr, was ist unheilsam, was ist unrecht und was ist recht, was ist zu betreiben und was ist nicht zu betreiben? Was kann mir indem ich es thue lange zum Unheil und Leiden gereichen, und was kann mir wieder indem ich es thue lange zum Wohle, zum Heile gereichen?‹ Da lässt ihn solches Wirken, also vollzogen, also vollbracht, bei der Auflösung des Körpers, nach dem Tode, auf gute Fährte gerathen, in himmlische Welt; oder wenn er nicht dahin gelangt und Menschenthum erreicht, {354} wird er, wo er da neugeboren wird, wissensmächtig sein. Das ist der Uebergang, Brāhmane, der zur Wissensmacht führt, dass man da einem Asketen oder einem Priester begegnet und sich erkundigt: ›Was ist heilsam, o Herr, was ist unheilsam, was ist unrecht und was ist recht, was ist zu betreiben und was ist nicht zu betreiben; was kann mir indem ich es thue lange zum Unheil und Leiden gereichen, und was kann mir wieder indem ich es thue lange zum Wohle, zum Heile gereichen.‹

»So lässt denn, Brāhmane, der Uebergang, der zu kurzem Leben führt, kurzlebig werden; der Uebergang, der zu langem Leben führt, langlebig werden; der Uebergang, der zu Gebresten führt, bresthaft werden; der Uebergang, der zu Rüstigkeit führt, rüstig werden; der Uebergang, der zur Unschönheit führt, unschön werden; der Uebergang, der zur Anmuth führt, anmuthig werden; der Uebergang, der zu wenig vermögen führt, wenig vermögend werden; der Uebergang, der zu viel vermögen führt, viel vermögend werden; der Uebergang, der zu wenig Besitz führt, wenig besitzend werden; der Uebergang, der zu viel Besitz führt, viel besitzend werden; der Uebergang, der zu niedriger Stellung führt, niedrig gestellt werden; der Uebergang, der zu hoher Stellung führt, hoch gestellt werden; der Uebergang, der zur Unverständigkeit führt, unverständig werden; der Uebergang, der zur Wissensmacht führt, wissensmächtig werden. Eigner der Werke, Brāhmane, sind die Wesen, Erben der Werke, Kinder der Werke, Geschöpfe der Werke, Knechte der Werke: das Werk scheidet die Wesen ab, nach Verkommenheit und Vorzüglichkeit.«

Nach dieser Rede sprach Subho der junge Brāhmane, der Sohn Todeyyos, zum Erhabenen also:

{355} »Vortrefflich, o Gotamo, vortrefflich, o Gotamo! Gleichwie etwa, o Gotamo, als ob einer Umgekehrtes aufkehrte, oder Verborgenes enthüllte, oder Verirrten den Weg wiese, oder Licht in die Finsterniss brächte: ›Wer Augen hat wird die Dinge sehn‹: ebenso auch ist von Herrn Gotamo die Lehre gar manigfach dargelegt worden. Und so nehm’ ich bei Herrn Gotamo Zuflucht, bei der Lehre und bei der Jüngerschaft: als Anhänger möge mich Herr Gotamo betrachten, von heute an zeitlebens getreu.«[176]

136.

Vierzehnter Theil

Sechste Rede

KENNZEICHNUNG DER WERKE – II –

Das hab’ ich gehört. Zu einer Zeit weilte der Erhabene bei Rājagaham, im Bambusparke, am Hügel der Eichhörnchen. Um diese Zeit aber lebte der ehrwürdige Samiddhi im Walde, in einer Hütte.

Da kam denn ein Pilger, der junge Potali, auf einem Spaziergange sich ergehend, dorthin wo der ehrwürdige Samiddhi weilte. Dorthin gekommen tauschte er höflichen Gruß und freundliche, denkwürdige Worte mit ihm und setzte sich seitwärts nieder. Seitwärts sitzend wandte sich nun Potaliputto der Pilger also an den ehrwürdigen Samiddhi:

»Von Angesicht hab’ ich es, Bruder Samiddhi, vom Asketen Gotamo gehört, von Angesicht vernommen: ›Eitel ist That in Werken, eitel ist That in Worten, That in Gedanken ist einzig ächt.‹ Giebt es nun eine Einkehr, wohin eingekehrt man nichts empfindet?«

»Nicht also, Bruder Potaliputto, wolle du reden und nicht den Erhabenen bezichtigen, nicht gut ist ja eine Bezichtigung des Erhabenen; {356} nicht kann ja der Erhabene gesagt haben: ›Eitel ist That in Werken, eitel ist That in Worten, That in Gedanken ist einzig ächt.‹ Aber es giebt, Bruder, eine Einkehr, wohin eingekehrt man nichts empfindet.«

»Wie lang ist es her, Bruder Samiddhi, dass du Pilger bist?«

»Nicht lange, Bruder, drei Jahre.«[177]

»Was werden wir da erst noch die älteren Mönche angehn, wenn ja schon so ein junger Mönch den Meister vertheidigen zu müssen glaubt! — Wer mit Absicht, Bruder Samiddhi, eine That begangen hat, in Werken, in Worten, in Gedanken, was empfindet der?«

»Wer mit Absicht, Bruder Potaliputto, eine That begangen hat, in Werken, in Worten, in Gedanken, der empfindet Schmerz.«

Da mochte Potaliputto der Pilger des ehrwürdigen Samiddhi Worte weder billigen noch abweisen; ohne zu billigen, ohne abzuweisen erhob er sich von seinem Sitze und ging fort. Bald aber nachdem Potaliputto der Pilger gegangen war, begab sich der ehrwürdige Samiddhi zum ehrwürdigen Ānando hin. Dort angelangt tauschte er höflichen Gruß und freundliche, denkwürdige Worte mit ihm und setzte sich zur Seite nieder. Zur Seite sitzend theilte nun der ehrwürdige Samiddhi das ganze Gespräch, das er mit Potaliputto dem Pilger geführt hatte, Wort um Wort dem ehrwürdigen älteren Ānando mit. Auf diesen Bericht wandte sich der ehrwürdige Ānando also an den ehrwürdigen Samiddhi:

»Es ist, Bruder Samiddhi, dieser Mittheilung halber gerathen, den Erhabenen aufzusuchen. Wir wollen, Bruder Samiddhi, zum Erhabenen hingehn und davon berichten: wie es uns der Erhabene erklären wird, so wollen wir es halten.«

{357} »Gern, Bruder!« sagte da der ehrwürdige Samiddhi, dem ehrwürdigen Ānando zustimmend.

Und der ehrwürdige Samiddhi begab sich nun mit dem ehrwürdigen Ānando zum Erhabenen hin. Dort angelangt, begrüßten sie den Erhabenen ehrerbietig und setzten sich zur Seite nieder. Zur Seite sitzend theilte nun der ehrwürdige Ānando das ganze Gespräch, das der ehrwürdige Samiddhi mit Potaliputto dem Pilger geführt hatte, Wort um Wort dem Erhabenen mit. Auf diesen Bericht wandte sich der Erhabene also an den ehrwürdigen Ānando:

»Auch nur vom Sehn aus ist mir, Ānando, Potaliputto der Pilger nicht bekannt, geschweige denn dass ich ihm das gesagt hätte. Aber auch Samiddhi, Ānando, hat da als ein Unverständiger Potaliputto dem Pilger die mehrfach zu beantwortende Frage einseitig beantwortet.«

Auf diese Worte wandte sich der ehrwürdige Udāyī also an den Erhabenen:

»Wenn aber, o Herr, der ehrwürdige Samiddhi es in Beziehung darauf gesagt hat: ‚Was irgend empfunden wird ist schmerzlich‘?«

Also gefragt wandte sich der Erhabene an den ehrwürdigen Ānando und sagte:

»Sieh’ doch, Ānando, wie da Udāyī als ein Unverständiger irrt: gewusst hab’ ich es, Ānando, dass da eben jetzt Udāyī als ein Unverständiger in Irrthum gerathen, unachtsam sich irren wird. Gleich am Anfang, Ānando, hat Potaliputto der Pilger drei Arten von Gefühlen gemeint. Hätte da, Ānando, Samiddhi, der Unverständige, Potaliputto dem Pilger auf seine Frage also geantwortet: ›Wer mit Absicht, Bruder Potaliputto, eine That begangen hat, in Werken, in Worten, in Gedanken, die freudig zu empfinden ist, der empfindet Freude; wer mit Absicht, Bruder Potaliputto, eine That begangen hat, in Werken, in Worten, in Gedanken, die leidig zu empfinden ist, der empfindet Schmerz; {358} wer mit Absicht, Bruder Potaliputto, eine That begangen hat, in Werken, in Worten, in Gedanken, die weder leidig noch freudig zu empfinden ist, der empfindet weder Schmerz noch Freude‹: so würde mit dieser Antwort, Ānando, Samiddhi, der Unverständige, Potaliputto dem Pilger recht geantwortet haben. Sind nun freilich, Ānando, jene anderen Büßer und Pilger thöricht und unerfahren, wer soll dann des Vollendeten mächtige Kennzeichnung der Werke verstehn, es sei denn dass ihr, Ānando, zuhört, wann der Vollendete mächtige Kennzeichnung der Werke kennzeichnet.«

»Da ist es, Erhabener, Zeit, da ist es, Willkommener, Zeit, dass der Erhabene mächtige Kennzeichnung der Werke kennzeichne: des Erhabenen Wort werden die Mönche bewahren.«

»Wohlan denn, Ānando, so höre und achte wohl auf meine Rede.«

»Gewiss, o Herr!« sagte da aufmerksam der ehrwürdige Ānando zum Erhabenen. Der Erhabene sprach also:

»Vier Arten von Menschen, Ānando, finden sich hier in der Welt vor: welche vier? Da ist, Ānando, einer, der ist ein Mörder und Dieb, ein Wüstling, Lügner, Verleumder, ein Zänker und Schwätzer, voll Gier und Hass und Eitelkeit: der gelangt, bei der Auflösung des Körpers, nach dem Tode, abwärts, auf schlechte Fährte, zur Tiefe hinab, in höllische Welt; da ist wieder, Ānando, einer, der ist ein Mörder und Dieb, ein Wüstling, Lügner, Verleumder, ein Zänker und Schwätzer, voll Gier und Hass und Eitelkeit: der gelangt, bei der Auflösung des Körpers, nach dem Tode, auf gute Fährte, in himmlische Welt; {359} da ist, Ānando, einer, der ist kein Mörder und Dieb, kein Wüstling, Lügner, Verleumder, kein Zänker und Schwätzer, nicht begehrlich, nicht gehässig, recht gesinnt: der gelangt, bei der Auflösung des Körpers, nach dem Tode, auf gute Fährte, in himmlische Welt; und da ist, Ānando, einer, der ist kein Mörder und Dieb, kein Wüstling, Lügner, Verleumder, kein Zänker und Schwätzer, nicht begehrlich, nicht gehässig, recht gesinnt: der gelangt, bei der Auflösung des Körpers, nach dem Tode, abwärts, auf schlechte Fährte, zur Tiefe hinab, in höllische Welt.

»Da hat, Ānando, irgend ein Asket oder Priester in heißer Buße, in stetem Kampfe, in ernster Uebung, in unermüdlichem Eifer, in tiefer Bedachtsamkeit eine geistige Einigung errungen, wo er innig im Herzen mit dem himmlischen Auge, dem geläuterten, über menschliche Gränzen hinausreichenden, jenen Menschen erblickt, der da ein Mörder und Dieb gewesen, ein Wüstling, Lügner, Verleumder, ein Zänker und Schwätzer, voll Gier und Hass und Eitelkeit, wie er, bei der Auflösung des Körpers, nach dem Tode, abwärts gerathen ist, auf schlechte Fährte, zur Tiefe hinab, in höllische Welt. Der sagt sich nun: ›Es giebt ja wahrlich böse Thaten, es giebt eine Ernte schlechter Handlungen: hab’ ich doch jenen Menschen erblickt, der da also übel gewandelt war, {360} wie er, bei der Auflösung des Körpers, nach dem Tode, abwärts gerathen ist, auf schlechte Fährte, zur Tiefe hinab, in höllische Welt.‹ Der sagt sich nun: ›Wer da wahrlich also übel gewandelt ist, ein jeder solche gelangt, bei der Auflösung des Körpers, nach dem Tode, da hinab. Die das erkennen, erkennen recht: die anders erkennen, haben falsche Erkenntniss.‹ So wird er was er eben selbst erkannt, selbst gesehn, selbst gefunden hat eben einzig dabei beharrlich pflegen, sich aneignen, behaupten: ›Dies nur ist Wahrheit, Unsinn anderes.‹

»Da hat wieder, Ānando, irgend ein Asket oder Priester in heißer Buße, in stetem Kampfe, in ernster Uebung, in unermüdlichem Eifer, in tiefer Bedachtsamkeit eine geistige Einigung errungen, wo er innig im Herzen mit dem himmlischen Auge, dem geläuterten, über menschliche Gränzen hinausreichenden, jenen Menschen erblickt, der da ein Mörder und Dieb gewesen, ein Wüstling, Lügner, Verleumder, ein Zänker und Schwätzer, voll Gier und Hass und Eitelkeit, wie er, bei der Auflösung des Körpers, nach dem Tode, auf gute Fährte gerathen ist, in himmlische Welt. Der sagt sich nun: ›Es giebt ja wahrlich keine bösen Thaten, es giebt keine Ernte schlechter Handlungen: hab’ ich doch jenen Menschen erblickt, der also übel gewandelt war, wie er, bei der Auflösung des Körpers, nach dem Tode, auf gute Fährte gerathen ist, in himmlische Welt.‹ Der sagt sich nun: ›Wer da wahrlich also übel gewandelt ist, ein jeder solche gelangt, bei der Auflösung des Körpers, nach dem Tode, da hinauf. Die das erkennen, erkennen recht: {361} die anders erkennen, haben falsche Erkenntniss.‹ So wird er was er eben selbst erkannt, selbst gesehn, selbst gefunden hat eben einzig dabei beharrlich pflegen, sich aneignen, behaupten: ›Dies nur ist Wahrheit, Unsinn anderes.‹

»Da hat, Ānando, irgend ein Asket oder Priester in heißer Buße, in stetem Kampfe, in ernster Uebung, in unermüdlichem Eifer, in tiefer Bedachtsamkeit eine geistige Einigung errungen, wo er innig im Herzen mit dem himmlischen Auge, dem geläuterten, über menschliche Gränzen hinausreichenden, jenen Menschen erblickt, der da kein Mörder und Dieb gewesen, kein Wüstling, Lügner, Verleumder, kein Zänker und Schwätzer, nicht begehrlich, nicht gehässig, recht gesinnt, wie er, bei der Auflösung des Körpers, nach dem Tode, auf gute Fährte gerathen ist, in himmlische Welt. Der sagt sich nun: ›Es giebt ja wahrlich günstige Thaten, es giebt eine Ernte guter Handlungen: hab’ ich doch jenen Menschen erblickt, der also wohl gewandelt war, wie er, bei der Auflösung des Körpers, nach dem Tode, auf gute Fährte gerathen ist, in himmlische Welt.‹ Der sagt sich nun: ›Wer da wahrlich also wohl gewandelt ist, ein jeder solche gelangt, bei der Auflösung des Körpers, nach dem Tode, da hinauf. Die das erkennen, erkennen recht: die anders erkennen, haben falsche Erkenntniss.‹ So wird er was er eben selbst erkannt, selbst gesehn, selbst gefunden hat eben einzig dabei beharrlich pflegen, sich aneignen, behaupten: ›Dies nur ist Wahrheit, Unsinn anderes.‹

{362} »Da hat wieder, Ānando, irgend ein Asket oder Priester in heißer Buße, in stetem Kampfe, in ernster Uebung, in unermüdlichem Eifer, in tiefer Bedachtsamkeit eine geistige Einigung errungen, wo er innig im Herzen mit dem himmlischen Auge, dem geläuterten, über menschliche Gränzen hinausreichenden, jenen Menschen erblickt, der da kein Mörder und Dieb gewesen, kein Wüstling, Lügner, Verleumder, kein Zänker und Schwätzer, nicht begehrlich, nicht gehässig, recht gesinnt, wie er, bei der Auflösung des Körpers, nach dem Tode, abwärts gerathen ist, auf schlechte Fährte, zur Tiefe hinab, in höllische Welt. Der sagt sich nun: ›Es giebt ja wahrlich keine günstigen Thaten, es giebt keine Ernte guter Handlungen: hab’ ich doch jenen Menschen erblickt, der also wohl gewandelt war, wie er, bei der Auflösung des Körpers, nach dem Tode, abwärts gerathen ist, auf schlechte Fährte, zur Tiefe hinab, in höllische Welt.‹ Der sagt sich nun: ›Wer da wahrlich also wohl gewandelt ist, ein jeder solche gelangt, bei der Auflösung des Körpers, nach dem Tode, da hinab. Die das erkennen, erkennen recht: die anders erkennen, haben falsche Erkenntniss.‹ So wird er was er eben selbst erkannt, selbst gesehn, selbst gefunden hat eben einzig dabei beharrlich pflegen, sich aneignen, behaupten: ›Dies nur ist Wahrheit, Unsinn anderes.‹

»Hat da nun, Ānando, ein Asket oder ein Priester gesagt: ›Es giebt ja wahrlich böse Thaten, es giebt eine Ernte schlechter Handlungen‹, so gesteh’ ich ihm das zu. Wenn er dann weiter sagt: ›Hab’ ich doch jenen Menschen erblickt, der da übel gewandelt war, wie er, bei der Auflösung des Körpers, nach dem Tode, abwärts gerathen ist, auf schlechte Fährte, zur Tiefe hinab, in höllische Welt‹, so gesteh’ ich ihm auch das zu. Wenn er aber dann sagt: {363} ›Wer da wahrlich also übel gewandelt ist, ein jeder solche gelangt, bei der Auflösung des Körpers, nach dem Tode, da hinab‹, so gesteh’ ich ihm das nicht zu. Wenn er dann weiter sagt: ›Die das erkennen, erkennen recht: die anders erkennen, haben falsche Erkenntniss‹, so gesteh’ ich ihm auch das nicht zu. Wenn er dann was er eben selbst erkannt, selbst gesehn, selbst gefunden hat eben einzig dabei beharrlich pflegen, sich aneignen, behaupten mag: ›Dies nur ist Wahrheit, Unsinn anderes‹, so gesteh’ ich ihm auch das nicht zu; und warum nicht? Weil die Erkenntniss, Ānando, bei des Vollendeten mächtiger Kennzeichnung der Werke eine andere ist.

»Hat da nun, Ānando, ein Asket oder ein Priester gesagt: ›Es giebt ja wahrlich keine bösen Thaten, es giebt keine Ernte schlechter Handlungen‹, so gesteh’ ich ihm das nicht zu. Wenn er aber dann sagt: ›Hab’ ich doch jenen Menschen erblickt, der also übel gewandelt war, wie er, bei der Auflösung des Körpers, nach dem Tode, auf gute Fährte gerathen ist, in himmlische Welt‹, so gesteh’ ich ihm das zu. Wenn er aber dann sagt: ›Wer da wahrlich also übel gewandelt ist, ein jeder solche gelangt, bei der Auflösung des Körpers, nach dem Tode, da hinauf‹, so gesteh’ ich ihm das nicht zu. Wenn er dann weiter sagt: ›Die das erkennen, erkennen recht: die anders erkennen, haben falsche Erkenntniss‹, so gesteh’ ich ihm auch das nicht zu. Wenn er dann was er eben selbst erkannt, selbst gesehn, selbst gefunden hat eben einzig dabei beharrlich pflegen, sich aneignen, behaupten mag: ›Dies nur ist Wahrheit, Unsinn anderes‹, so gesteh’ ich ihm auch das nicht zu; und warum nicht? Weil die Erkenntniss, Ānando, bei des Vollendeten mächtiger Kennzeichnung der Werke eine andere ist.

{364} »Hat da nun, Ānando, ein Asket oder ein Priester gesagt: ›Es giebt ja wahrlich günstige Thaten, es giebt eine Ernte guter Handlungen‹, so gesteh’ ich ihm das zu. Wenn er dann weiter sagt: ›Hab’ ich doch jenen Menschen erblickt, der also wohl gewandelt war, wie er, bei der Auflösung des Körpers, nach dem Tode, auf gute Fährte gerathen ist, in himmlische Welt‹, so gesteh’ ich ihm auch das zu. Wenn er aber dann sagt: ›Wer da also wohl gewandelt ist, ein jeder solche gelangt, bei der Auflösung des Körpers, nach dem Tode, da hinauf‹, so gesteh’ ich ihm das nicht zu. Wenn er dann weiter sagt: ›Die das erkennen, erkennen recht: die anders erkennen, haben falsche Erkenntniss‹, so gesteh’ ich ihm auch das nicht zu. Wenn er dann was er eben selbst erkannt, selbst gesehn, selbst gefunden hat eben einzig dabei beharrlich pflegen, sich aneignen, behaupten mag: ›Dies nur ist Wahrheit, Unsinn anderes‹, so gesteh’ ich ihm auch das nicht zu; und warum nicht? Weil die Erkenntniss, Ānando, bei des Vollendeten mächtiger Kennzeichnung der Werke eine andere ist.

»Hat da nun, Ānando, ein Asket oder ein Priester gesagt: ›Es giebt ja wahrlich keine günstigen Thaten, es giebt keine Ernte guter Handlungen‹, so gesteh’ ich ihm das nicht zu. Wenn er aber dann sagt: ›Hab’ ich doch jenen Menschen erblickt, der also wohl gewandelt war, wie er, bei der Auflösung des Körpers, nach dem Tode, abwärts gerathen ist, auf schlechte Fährte, zur Tiefe hinab, in höllische Welt‹, so gesteh’ ich ihm das zu. Wenn er aber dann sagt: ›Wer da wahrlich also wohl gewandelt ist, ein jeder solche gelangt, bei der Auflösung des Körpers, nach dem Tode, da hinab‹, {365} so gesteh’ ich ihm das nicht zu. Wenn er dann weiter sagt: ›Die das erkennen, erkennen recht: die anders erkennen, haben falsche Erkenntniss‹, so gesteh’ ich ihm auch das nicht zu. Wenn er dann was er eben selbst erkannt, selbst gesehn, selbst gefunden hat eben einzig dabei beharrlich pflegen, sich aneignen, behaupten mag: ›Dies nur ist Wahrheit, Unsinn anderes‹, so gesteh’ ich ihm auch das nicht zu; und warum nicht? Weil die Erkenntniss, Ānando, bei des Vollendeten mächtiger Kennzeichnung der Werke eine andere ist.

»Ist da nun, Ānando, ein Mensch, der ein Mörder und Dieb, ein Wüstling, Lügner, Verleumder, ein Zänker und Schwätzer, voll Gier und Hass und Eitelkeit war, bei der Auflösung des Körpers, nach dem Tode, abwärts gerathen, auf schlechte Fährte, zur Tiefe hinab, in höllische Welt, so hat er seine böse That, die leidig empfunden wird, eben früher begangen, oder später begangen, oder hat in seiner Sterbezeit eine falsche Erkenntniss vollzogen und vollbracht: darum ist er, bei der Auflösung des Körpers, nach dem Tode, da hinab gerathen. Wenn er aber hier also übel gewandelt war, hat er sich die Folge davon schon bei Lebzeiten fühlbar gemacht, oder bei der Auferstehung, oder bei nachmaliger Wiederkehr.

»Ist da nun, Ānando, ein Mensch, der ein Mörder und Dieb, ein Wüstling, Lügner, Verleumder, ein Zänker und Schwätzer, voll Gier und Hass und Eitelkeit war, bei der Auflösung des Körpers, nach dem Tode, auf gute Fährte gerathen, in himmlische Welt, so hat er seine günstige That, die freudig empfunden wird, eben früher begangen, oder später begangen, oder hat in seiner Sterbezeit eine rechte Erkenntniss vollzogen und vollbracht: darum ist er, bei der Auflösung des Körpers, nach dem Tode, da hinauf gerathen. {366} Wenn er aber hier also übel gewandelt war, hat er sich die Folge davon schon bei Lebzeiten fühlbar gemacht, oder bei der Auferstehung, oder bei nachmaliger Wiederkehr.

»Ist da nun, Ānando, ein Mensch, der kein Mörder und Dieb, kein Wüstling, Lügner, Verleumder, kein Zänker und Schwätzer, nicht begehrlich, nicht gehässig, recht gesinnt war, bei der Auflösung des Körpers, nach dem Tode, auf gute Fährte gerathen, in himmlische Welt, so hat er seine günstige That, die freudig empfunden wird, eben früher begangen, oder später begangen, oder hat in seiner Sterbezeit eine rechte Erkenntniss vollzogen und vollbracht: darum ist er, bei der Auflösung des Körpers, nach dem Tode, da hinauf gerathen. Wenn er aber hier also wohl gewandelt war, hat er sich die Folge davon schon bei Lebzeiten fühlbar gemacht, oder bei der Auferstehung, oder bei nachmaliger Wiederkehr.

»Ist da nun, Ānando, ein Mensch, der kein Mörder und Dieb, kein Wüstling, Lügner, Verleumder, kein Zänker und Schwätzer, nicht begehrlich, nicht gehässig, recht gesinnt war, bei der Auflösung des Körpers, nach dem Tode, abwärts gerathen, auf schlechte Fährte, zur Tiefe hinab, in höllische Welt, so hat er seine böse That, die leidig empfunden wird, eben früher begangen, oder später begangen, oder hat in seiner Sterbezeit eine falsche Erkenntniss vollzogen und vollbracht: darum ist er, bei der Auflösung des Körpers, nach dem Tode, da hinab gerathen. Wenn er aber hier also wohl gewandelt war, hat er sich die Folge davon schon bei Lebzeiten fühlbar gemacht, oder bei der Auferstehung, oder bei nachmaliger Wiederkehr.

»So giebt es denn, Ānando, ein Wirken, das unmöglich ist und unmöglich erscheint; {367} giebt ein Wirken, das unmöglich ist und möglich erscheint; giebt ein Wirken, das möglich ist und auch möglich erscheint; giebt ein Wirken, das möglich ist und unmöglich erscheint.«[178]

Also sprach der Erhabene. Zufrieden freute sich der ehrwürdige Ānando über das Wort des Erhabenen.

137.

Vierzehnter Theil

Siebente Rede

SECHSFACHEN GEBIETES ABZEICHEN

Das hab’ ich gehört. Zu einer Zeit weilte der Erhabene bei Sāvatthī, im Siegerwalde, im Garten Anāthapiṇḍikos. Dort nun wandte sich der Erhabene an die Mönche: »Ihr Mönche!« — »Erlauchter!« antworteten da jene Mönche dem Erhabenen aufmerksam. Der Erhabene sprach also:

»Sechsfachen Gebietes Abzeichen will ich euch Mönchen weisen: das höret und achtet wohl auf meine Rede.«

»Ja, o Herr!« antworteten da jene Mönche dem Erhabenen aufmerksam. Der Erhabene sprach also:

»Sechs innere Gebiete sind zu merken und sechs äußere Gebiete, sechs bewusstsame Reiche sind zu merken und sechs berührsame Reiche, achtzehn geistige Angehungen sind zu merken und sechsunddreißig Fesselpfade; dann habt ihr auf eines gestützt ein anderes abzustoßen; drei Pfeiler der Einsicht dann heilig behütet, in heiliger Hut als Meister, und Jünger aufzuerziehn ist man würdig; ein solcher heißt der Fahrkundigen vorzüglichster, Leiter der Menschenheerde. Das ist der Stämpel von den Abzeichen sechsfachen Gebietes.

»‚Sechs innere Gebiete sind zu merken‘: das ist gesagt worden; und warum ist das gesagt worden? Um das Gebiet des Gesichts, das Gebiet des Gehörs, das Gebiet des Geruchs, {368} das Gebiet des Geschmacks, das Gebiet des Getastes, das Gebiet des Gedenkens. ‚Sechs innere Gebiete sind zu merken‘: wurde das gesagt, so war es darum gesagt.

»‚Sechs äußere Gebiete sind zu merken‘: das ist gesagt worden; und warum ist das gesagt worden? Um das Gebiet der Formen, das Gebiet der Töne, das Gebiet der Düfte, das Gebiet der Säfte, das Gebiet der Tastungen, das Gebiet der Gedanken. ‚Sechs äußere Gebiete sind zu merken‘: wurde das gesagt, so war es darum gesagt.

»‚Sechs bewusstsame Reiche sind zu merken‘: das ist gesagt worden; und warum ist das gesagt worden? Um das Sehbewusstsein, das Hörbewusstsein, das Riechbewusstsein, das Schmeckbewusstsein, das Tastbewusstsein, das Denkbewusstsein. ‚Sechs bewusstsame Reiche sind zu merken‘: wurde das gesagt, so war es darum gesagt.

»‚Sechs berührsame Reiche sind zu merken‘: das ist gesagt worden; und warum ist das gesagt worden? Um Sehberührung, Hörberührung, Riechberührung, Schmeckberührung, Tastberührung, Denkberührung. ‚Sechs berührsame Reiche sind zu merken‘: wurde das gesagt, so war es darum gesagt.

»‚Achtzehn geistige Angehungen sind zu merken‘: das ist gesagt worden; und warum ist das gesagt worden? Hat man mit dem Gesichte eine Form erblickt, so geht man die erfreulich bestehende Form an, geht die unerfreulich bestehende Form an, geht die gleichgültig bestehende Form an. Hat man mit dem Gehöre einen Ton gehört, hat man mit dem Geruche einen Duft gerochen, hat man mit dem Geschmacke einen Saft geschmeckt, hat man mit dem Getaste eine Tastung getastet, hat man mit dem Gedenken ein Ding erkannt, so geht man das erfreulich bestehende Ding an, geht das unerfreulich bestehende Ding an, geht das gleichgültig bestehende Ding an. So giebt es sechs erfreuliche Angehungen, sechs unerfreuliche Angehungen, sechs gleichgültige Angehungen. {369} ‚Achtzehn geistige Angehungen sind zu merken‘: wurde das gesagt, so war es darum gesagt.

»‚Sechsunddreißig Fesselpfade sind zu merken‘: das ist gesagt worden; und warum ist das gesagt worden? Um sechs mit dem Hause verbundene Fröhlichkeiten, sechs mit der Entsagung verbundene Fröhlichkeiten, sechs mit dem Hause verbundene Traurigkeiten, sechs mit der Entsagung verbundene Traurigkeiten, sechs mit dem Hause verbundene Gleichheiten, sechs mit der Entsagung verbundene Gleichheiten.

»Was sind nun die sechs mit dem Hause verbundenen Fröhlichkeiten? Wer bei den durch das Gesicht ins Bewusstsein tretenden Formen, den ersehnten, geliebten, angenehmen, herzerfreuenden, süchtigem Genusse entsprechenden, die Erlangung erreicht, oder erhofft, oder an einst Erlangtes, das vergangen, entschwunden, verändert ist, zurückdenkt, wird fröhlich bewegt: eine solche Fröhlichkeit, die heißt mit dem Hause verbundene Fröhlichkeit. Wer bei den durch das Gehör ins Bewusstsein tretenden Tönen, durch den Geruch ins Bewusstsein tretenden Düften, durch den Geschmack ins Bewusstsein tretenden Säften, durch das Getast ins Bewusstsein tretenden Tastungen, durch das Gedenken ins Bewusstsein tretenden Dingen, den ersehnten, geliebten, angenehmen, herzerfreuenden, süchtigem Genusse entsprechenden, die Erlangung erreicht, oder erhofft, oder an einst Erlangtes, das vergangen, entschwunden, verändert ist, zurückdenkt, wird fröhlich bewegt: eine solche Fröhlichkeit, die heißt mit dem Hause verbundene Fröhlichkeit. Das sind die sechs mit dem Hause verbundenen Fröhlichkeiten.

»Was sind nun die sechs mit der Entsagung verbundenen Fröhlichkeiten? Wer ebenda bei den Formen Vergänglichkeit gemerkt hat, Veränderung, Unrath, Untergang, ›Formen von einst wie von heute, alle die Formen sind vergänglich, leidig, wandelbar‹, also dies, der Wahrheit gemäß, mit vollkommener Weisheit betrachtet, wird fröhlich bewegt: eine solche Fröhlichkeit, {370} die heißt mit der Entsagung verbundene Fröhlichkeit. Wer ebenda bei den Tönen, den Düften, den Säften, den Tastungen, den Dingen Vergänglichkeit gemerkt hat, Veränderung, Unrath, Untergang, ›Dinge von einst wie von heute, alle die Dinge sind vergänglich, leidig, wandelbar‹, also dies, der Wahrheit gemäß, mit vollkommener Weisheit betrachtet, wird fröhlich bewegt: eine solche Fröhlichkeit, die heißt mit der Entsagung verbundene Fröhlichkeit. Das sind die sechs mit der Entsagung verbundenen Fröhlichkeiten.

»Was sind nun die sechs mit dem Hause verbundenen Traurigkeiten? Wer bei den durch das Gesicht ins Bewusstsein tretenden Formen, den ersehnten, geliebten, angenehmen, herzerfreuenden, süchtigem Genusse entsprechenden, die Erlangung nicht erreicht, nicht erhofft, oder an einst nicht Erlangtes, das vergangen, entschwunden, verändert ist, zurückdenkt, wird traurig bewegt: eine solche Traurigkeit, die heißt mit dem Hause verbundene Traurigkeit. Wer bei den durch das Gehör ins Bewusstsein tretenden Tönen, durch den Geruch ins Bewusstsein tretenden Düften, durch den Geschmack ins Bewusstsein tretenden Säften, durch das Getast ins Bewusstsein tretenden Tastungen, durch das Gedenken ins Bewusstsein tretenden Dingen, den ersehnten, geliebten, angenehmen, herzerfreuenden, süchtigem Genusse entsprechenden, die Erlangung nicht erreicht, nicht erhofft, oder an einst nicht Erlangtes, das vergangen, entschwunden, verändert ist, zurückdenkt, wird traurig bewegt: eine solche Traurigkeit, die heißt mit dem Hause verbundene Traurigkeit. Das sind die sechs mit dem Hause verbundenen Traurigkeiten.

»Was sind nun die sechs mit der Entsagung verbundenen Traurigkeiten? Wer ebenda bei den Formen Vergänglichkeit gemerkt hat, Veränderung, Unrath, Untergang, ›Formen von einst wie von heute, alle die Formen sind vergänglich, leidig, wandelbar‹, also dies, der Wahrheit gemäß, mit vollkommener Weisheit betrachtet und nun der höchsten Erlösungen in Sehnsucht gedenkt, {371} ›Wann doch nur werde ich das Gebiet erobert haben, das die Heiligen schon besitzen?‹, so der höchsten Erlösungen sehnsüchtig eingedenk ist, wird aus Sehnsucht traurig bewegt: eine solche Traurigkeit, die heißt mit der Entsagung verbundene Traurigkeit.[179] Wer ebenda bei den Tönen, den Düften, den Säften, den Tastungen, den Dingen Vergänglichkeit gemerkt hat, Veränderung, Unrath, Untergang, ›Dinge von einst wie von heute, alle die Dinge sind vergänglich, leidig, wandelbar‹, also dies, der Wahrheit gemäß, mit vollkommener Weisheit betrachtet und nun der höchsten Erlösungen in Sehnsucht gedenkt, ›Wann doch nur werde ich das Gebiet erobert haben, das die Heiligen schon besitzen?‹, so der höchsten Erlösungen sehnsüchtig eingedenk ist, wird aus Sehnsucht traurig bewegt: eine solche Traurigkeit, die heißt mit der Entsagung verbundene Traurigkeit. Das sind die sechs mit der Entsagung verbundenen Traurigkeiten.

»Was sind nun die sechs mit dem Hause verbundenen Gleichheiten? Hat man mit dem Gesichte eine Form erblickt und bleibt gleichgültig, als Thor unbewusst, ein gewöhnlicher Mensch, der Einwirkung und Befruchtung nicht entfremdet, ohne das Elend zu sehn, ein unerfahrener gewöhnlicher Mensch, so kann ein solcher Gleichmuth eine Form nicht überwinden: darum wird dieser Gleichmuth mit dem Hause verbunden geheißen. Hat man mit dem Gehöre einen Ton gehört, hat man mit dem Geruche einen Duft gerochen, hat man mit dem Geschmacke einen Saft geschmeckt, hat man mit dem Getaste eine Tastung getastet, hat man mit dem Gedenken ein Ding erkannt und bleibt gleichgültig, als Thor unbewusst, ein gewöhnlicher Mensch, der Einwirkung und Befruchtung nicht entfremdet, ohne das Elend zu sehn, ein unerfahrener, gewöhnlicher Mensch, so kann ein solcher Gleichmuth ein Ding nicht überwinden: darum wird dieser Gleichmuth mit dem Hause verbunden geheißen. Das sind die sechs mit dem Hause verbundenen Gleichheiten.

{372}»Was sind nun die sechs mit der Entsagung verbundenen Gleichheiten? Hat man ebenda bei den Formen Vergänglichkeit gemerkt, Veränderung, Unrath, Untergang, ›Formen von einst wie von heute, alle die Formen sind vergänglich, leidig, wandelbar‹, also dies, der Wahrheit gemäß, mit vollkommener Weisheit betrachtet und bleibt gleichgültig, so kann ein solcher Gleichmuth eine Form überwinden: darum wird dieser Gleichmuth mit der Entsagung verbunden geheißen. Hat man ebenda bei den Tönen, den Düften, den Säften, den Tastungen, den Dingen Vergänglichkeit gemerkt, Veränderung, Unrath, Untergang, ›Dinge von einst wie von heute, alle die Dinge sind vergänglich, leidig, wandelbar‹, also dies, der Wahrheit gemäß, mit vollkommener Weisheit betrachtet und bleibt gleichgültig, so kann ein solcher Gleichmuth ein Ding überwinden: darum wird dieser Gleichmuth mit der Entsagung verbunden geheißen. Das sind die sechs mit der Entsagung verbundenen Gleichheiten. — ‚Sechsunddreißig Fesselpfade sind zu merken‘: wurde das gesagt, so war es darum gesagt.

»‚Dann habt ihr auf eines gestützt ein anderes abzustoßen‘: das ist gesagt worden; und warum ist das gesagt worden? Da mögt ihr denn, Mönche, die sechs mit der Entsagung verbundenen Fröhlichkeiten als Stütze gebrauchen, als Staffel gebrauchen um die sechs mit dem Hause verbundenen Fröhlichkeiten abzustoßen, überzuschreiten: das ist die Art, wie man diese abstoßen kann, das ist die Art, wie man diese überschreiten kann. Dann mögt ihr, Mönche, die sechs mit der Entsagung verbundenen Traurigkeiten als Stütze gebrauchen, als Staffel gebrauchen um die sechs mit dem Hause verbundenen Traurigkeiten abzustoßen, überzuschreiten: das ist die Art, wie man diese abstoßen kann, das ist die Art, wie man diese überschreiten kann. Dann mögt ihr, Mönche, die sechs mit der Entsagung verbundenen Gleichheiten als Stütze gebrauchen, als Staffel gebrauchen um die sechs mit dem Hause verbundenen Gleichheiten abzustoßen, überzuschreiten: das ist die Art, wie man diese abstoßen kann, {373} das ist die Art, wie man diese überschreiten kann. Dann mögt ihr, Mönche, die sechs mit der Entsagung verbundenen Fröhlichkeiten als Stütze gebrauchen, als Staffel gebrauchen um die sechs mit der Entsagung verbundenen Traurigkeiten abzustoßen, überzuschreiten: das ist die Art, wie man diese abstoßen kann, das ist die Art, wie man diese überschreiten kann. Dann mögt ihr, Mönche, die sechs mit der Entsagung verbundenen Gleichheiten als Stütze gebrauchen, als Staffel gebrauchen um die sechs mit der Entsagung verbundenen Fröhlichkeiten abzustoßen, überzuschreiten: das ist die Art, wie man diese abstoßen kann, das ist die Art, wie man diese überschreiten kann.

»Es giebt, ihr Mönche, einen Gleichmuth, der vielfach, mit Vielheit verbunden ist, es giebt einen Gleichmuth, der einfach, mit Einheit verbunden ist. Was ist das nun, ihr Mönche, für ein Gleichmuth, der vielfach, mit Vielheit verbunden ist? Es giebt, ihr Mönche, einen Gleichmuth bei Formen, giebt ihn bei Tönen, bei Düften, bei Säften, bei Tastungen: das ist, ihr Mönche, ein Gleichmuth, der vielfach, mit Vielheit verbunden ist. Was aber ist das, ihr Mönche, für ein Gleichmuth, der einfach, mit Einheit verbunden ist? Es giebt, ihr Mönche, einen Gleichmuth, der an die unbegränzte Raumsphäre gebunden ist, der an die unbegränzte Bewusstseinsphäre gebunden ist, der an die Nichtdaseinsphäre gebunden ist, der an die Gränzscheide möglicher Wahrnehmung gebunden ist: das ist, ihr Mönche, ein Gleichmuth, der einfach, mit Einheit verbunden ist. Da mögt ihr denn, Mönche, den Gleichmuth, der einfach, mit Einheit verbunden ist, als Stütze gebrauchen, als Staffel gebrauchen um den Gleichmuth, der vielfach, mit Vielheit verbunden ist, abzustoßen, überzuschreiten: das ist die Art, wie man diesen abstoßen kann, das ist die Art, wie man diesen überschreiten kann. Unmittelbarkeit mögt ihr, Mönche, als Stütze gebrauchen, Unmittelbarkeit als Staffel gebrauchen um den Gleichmuth, der einfach, mit Einheit verbunden ist, abzustoßen, überzuschreiten: das ist die Art, wie man diesen abstoßen kann, das ist die Art, wie man diesen überschreiten kann. — ‚Dann habt ihr auf eines gestützt ein anderes abzustoßen‘: wurde das gesagt, so war es darum gesagt.

{374} »‚Drei Pfeiler der Einsicht dann heilig behütet, in heiliger Hut als Meister, und Jünger aufzuerziehn ist man würdig‘: das ist gesagt worden; und warum ist das gesagt worden? Da legt, ihr Mönche, ein Meister den Jüngern die Lehre dar, mitleidig, wohlwollend, von Mitleid bewogen: ›Das dient euch zum Wohle, das dient euch zum Heile.‹ Und die Jünger horchen nicht auf ihn, leihen ihm kein Gehör, wenden das Herz nicht dem Verständnisse zu, und übertreten in ihrem Betragen die Satzung des Meisters. Da wird, ihr Mönche, der Vollendete nicht unzufrieden, empfindet keine Unzufriedenheit, unbetrübt verweilt er besonnen, klar bewusst. Das heißt man, ihr Mönche, ersten Pfeiler der Einsicht, dann heilig behütet, in heiliger Hut als Meister, und Jünger aufzuerziehn ist man würdig.

»Weiter sodann, ihr Mönche: da legt ein Meister den Jüngern die Lehre dar, mitleidig, wohlwollend, von Mitleid bewogen: ›Das dient euch zum Wohle, das dient euch zum Heile.‹ Und manche der Jünger horchen nicht auf ihn, leihen ihm kein Gehör, wenden das Herz nicht dem Verständnisse zu, und übertreten in ihrem Betragen die Satzung des Meisters; und manche der Jünger horchen auf ihn, leihen ihm Gehör, wenden das Herz dem Verständnisse zu, und nicht übertreten sie in ihrem Betragen die Satzung des Meisters. Da wird, ihr Mönche, der Vollendete weder zufrieden, empfindet keine Zufriedenheit, noch unzufrieden, empfindet keine Unzufriedenheit: Zufriedenheit und Unzufriedenheit, beides hat er von sich gewiesen, gleichmüthig verweilt er besonnen, klar bewusst. Das heißt man, ihr Mönche, zweiten Pfeiler der Einsicht, dann heilig behütet, in heiliger Hut als Meister, und Jünger aufzuerziehn ist man würdig.

»Weiter sodann, ihr Mönche: da legt ein Meister den Jüngern die Lehre dar, mitleidig, wohlwollend, von Mitleid bewogen: ›Das dient euch zum Wohle, das dient euch zum Heile.‹ {375} Und die Jünger horchen auf ihn, leihen ihm Gehör, wenden das Herz dem Verständnisse zu, und nicht übertreten sie in ihrem Betragen die Satzung des Meisters. Da wird, ihr Mönche, der Vollendete nicht zufrieden, empfindet keine Zufriedenheit, ungetrübt verweilt er besonnen, klar bewusst.[180] Das heißt man, ihr Mönche, dritten Pfeiler der Einsicht, dann heilig behütet, in heiliger Hut als Meister, und Jünger aufzuerziehn ist man würdig. — ‚Drei Pfeiler der Einsicht, dann heilig behütet, in heiliger Hut als Meister, und Jünger aufzuerziehn ist man würdig‘: wurde das gesagt, so war es darum gesagt.

»‚Ein solcher heißt der Fahrkundigen vorzüglichster, Leiter der Menschenheerde‘: das ist gesagt worden; und warum ist das gesagt worden? Der Elephantenlenker, ihr Mönche, lässt den Reitelephanten eben nach einer Richtung laufen, nach Osten oder nach Westen, nach Norden oder nach Süden. Der Rosselenker, ihr Mönche, lässt das Wagenross eben nach einer Richtung laufen, nach Osten oder nach Westen, nach Norden oder nach Süden. Der Stiertreiber, ihr Mönche, lässt den Zugstier eben nach einer Richtung laufen, nach Osten oder nach Westen, nach Norden oder nach Süden. Der Vollendete, ihr Mönche, der Heilige, vollkommen Erwachte, lässt das Menschenthier[181] acht Richtungen durchlaufen. Formhaft ist es und sieht die Formen: das ist die erste Richtung. Innen ohne Formwahrnehmung sieht es außen Formen: das ist die zweite Richtung. Schönheit nur hat es im Sinne[182]: das ist die dritte Richtung. Durch völlige Ueberwindung der Formwahrnehmungen, Vernichtung der Gegenwahrnehmungen, Verwerfung der Vielheitwahrnehmungen gewinnt es in dem Gedanken ›Gränzenlos ist der Raum‹ das Reich des unbegränzten Raumes: das ist die vierte Richtung. Nach völliger Ueberwindung der unbegränzten Raumsphäre gewinnt es in dem Gedanken {376} ›Gränzenlos ist das Bewusstsein‹ das Reich des unbegränzten Bewusstseins: das ist die fünfte Richtung. Nach völliger Ueberwindung der unbegränzten Bewusstseinsphäre gewinnt es in dem Gedanken ›Nichts ist da‹ das Reich des Nichtdaseins: das ist die sechste Richtung. Nach völliger Ueberwindung der Nichtdaseinsphäre erreicht es die Gränzscheide möglicher Wahrnehmung: das ist die siebente Richtung. Nach völliger Ueberwindung der Gränzscheide möglicher Wahrnehmung erreicht es die Auflösung der Wahrnehmbarkeit: das ist die achte Richtung. Der Vollendete, ihr Mönche, der Heilige, vollkommen Erwachte, lässt das Menschenthier diese acht Richtungen durchlaufen. — ‚Ein solcher heißt der Fahrkundigen vorzüglichster, Leiter der Menschenheerde‘: wurde das gesagt, so war es darum gesagt.«

Also sprach der Erhabene. Zufrieden freuten sich jene Mönche über das Wort des Erhabenen.[183]

138.

Vierzehnter Theil

Achte Rede

DES STÄMPELS ABZEICHEN

Das hab’ ich gehört. Zu einer Zeit weilte der Erhabene bei Sāvatthī, im Siegerwalde, im Garten Anāthapiṇḍikos. Dort nun wandte sich der Erhabene an die Mönche: »Ihr Mönche!« — »Erlauchter!« antworteten da jene Mönche dem Erhabenen aufmerksam. Der Erhabene sprach also:

»Des Stämpels Abzeichen will ich euch Mönchen weisen: das höret und achtet wohl auf meine Rede.«

»Ja, o Herr!« antworteten da jene Mönche dem Erhabenen aufmerksam. Der Erhabene sprach also:

»Mehr und mehr, ihr Mönche, mag der Mönch Obacht üben, dass ihm da wie er Obacht übt nach außen das Bewusstsein nicht zerstreut, nicht zerfahren werde, innen nicht zuständig, ohne anzuhangen unerschütterlich sei; ist nach außen, ihr Mönche, das Bewusstsein nicht zerstreut, {377} nicht zerfahren, innen nicht zuständig, wird man ohne anzuhangen unerschütterlich ein Entstehn und Hervorgehn von Geburt und Alter, Tod und Leiden künftig nicht mehr finden.«

Also sprach der Erhabene. Als der Willkommene das gesagt hatte, stand er auf und zog sich in das Wohnhaus zurück.

Da gedachten denn die Mönche, bald nachdem der Erhabene fortgegangen war, unter sich: ›Diesen Stämpel, ihr Brüder, hat uns der Erhabene im Umrisse dargestellt, ohne die Abzeichen ausführlich zu erläutern, ist aufgestanden und hat sich in das Wohnhaus zurückgezogen. Wer könnte nun wohl dieser kurzen Andeutung Inhalt ausführlich begründen?‹ Da sagten sich nun jene Mönche: ›Der ehrwürdige Mahākaccāno wird selbst vom Meister gepriesen, von den verständigen Ordensbrüdern aber verehrt: wohl wäre der ehrwürdige Mahākaccāno imstande, den Inhalt dieser kurzen Andeutung ausführlich zu begründen; wie, wenn wir uns nun zum ehrwürdigen Mahākaccāno begeben und ihn bitten würden, uns den Inhalt darzulegen?‹ Und jene Mönche begaben sich zum ehrwürdigen Mahākaccāno, wechselten höflichen Gruß und freundliche, denkwürdige Worte mit ihm und setzten sich seitwärts nieder. Seitwärts sitzend sprachen nun jene Mönche zum ehrwürdigen Mahākaccāno also:

{378} »Diesen Stämpel, Bruder Kaccāno, hat uns der Erhabene im Umrisse dargestellt, ohne die Abzeichen ausführlich zu erläutern, ist aufgestanden und hat sich in das Wohnhaus zurückgezogen: ›Mehr und mehr, ihr Mönche, mag der Mönch Obacht üben, dass ihm da wie er Obacht übt nach außen das Bewusstsein nicht zerstreut, nicht zerfahren werde, innen nicht zuständig, ohne anzuhangen unerschütterlich sei; ist nach außen, ihr Mönche, das Bewusstsein nicht zerstreut, nicht zerfahren, innen nicht zuständig, wird man ohne anzuhangen unerschütterlich ein Entstehn und Hervorgehn von Geburt und Alter, Tod und Leiden künftig nicht mehr finden.‹ Da kam uns, Bruder Kaccāno, bald nachdem der Erhabene fortgegangen war, der Gedanke: ›Diesen Stämpel, ihr Brüder, hat uns der Erhabene im Umrisse dargestellt, ohne die Abzeichen ausführlich zu erläutern, ist aufgestanden und hat sich in das Wohnhaus zurückgezogen. Wer könnte nun wohl dieser kurzen Andeutung Inhalt ausführlich begründen?‹ Da sagten wir uns, Bruder Kaccāno: ›Der ehrwürdige Mahākaccāno wird selbst vom Meister gepriesen, von den verständigen Ordensbrüdern aber verehrt: wohl wäre der ehrwürdige Mahākaccāno imstande, den Inhalt dieser kurzen Andeutung ausführlich zu begründen; wie, wenn wir uns nun zum ehrwürdigen Mahākaccāno begeben und ihn bitten würden, uns den Inhalt darzulegen?‹ {379} Mög’ es der ehrwürdige Mahākaccāno thun!«

»Gleichwie etwa, Brüder, wenn ein Mann, der Kernholz begehrt, Kernholz sucht, auf Kernholz ausgeht, über Wurzel und Stamm eines großen kernig dastehenden Baumes hinaufkletterte und im Laubgezweige Kernholz finden wollte: so ergeht es nun hier euch Ehrwürdigen, die ihr vor dem Meister gewesen seid, den Herrn übergangen habt und von mir die Lösung der Frage erwartet. Doch der Erhabene, ihr Brüder, ist der kennende Kenner und der sehende Seher, der Auggewordene, Erkenntnissgewordene, Wahrheitgewordene, Heiligkeitgewordene, der Künder und Verkünder, der Eröffner des Inhalts, der Spender der Unsterblichkeit, der Herr der Wahrheit, der Vollendete. Und es war ja wohl noch an der Zeit gewesen, dass ihr den Erhabenen selbst befragen und diesen Gegenstand der Erklärung des Erhabenen gemäß bewahren konntet.«

»Freilich, Bruder Kaccāno, ist der Erhabene der kennende Kenner und der sehende Seher, der Auggewordene, Erkenntnissgewordene, Wahrheitgewordene, Heiligkeitgewordene, der Künder und Verkünder, der Eröffner des Inhalts, der Spender der Unsterblichkeit, der Herr der Wahrheit, der Vollendete. Und es war ja wohl noch an der Zeit gewesen, dass wir den Erhabenen selbst befragen und diesen Gegenstand der Erklärung des Erhabenen gemäß bewahren konnten. Aber der ehrwürdige Mahākaccāno wird ja selbst vom Meister gepriesen und von den verständigen Ordensbrüdern verehrt: wohl wäre der ehrwürdige Mahākaccāno imstande, den Inhalt jener vom Erhabenen kurz gegebenen Andeutung ausführlich darzulegen. Mög’ es der ehrwürdige Mahākaccāno thun und es nicht übel nehmen!«

»Wohlan denn, ihr Brüder, so höret und achtet wohl auf meine Rede.«

»Gewiss, o Bruder!« antworteten da aufmerksam jene Mönche dem ehrwürdigen Mahākaccāno. Der ehrwürdige Mahākaccāno sprach also:

{380} »Den Stämpel, ihr Brüder, den uns der Erhabene im Umrisse dargestellt hat, ohne die Abzeichen ausführlich zu erläutern: ›Mehr und mehr, ihr Mönche, mag der Mönch Obacht üben, dass ihm da wie er Obacht übt nach außen das Bewusstsein nicht zerstreut, nicht zerfahren werde, innen nicht zuständig, ohne anzuhangen unerschütterlich sei; ist nach außen, ihr Mönche, das Bewusstsein nicht zerstreut, nicht zerfahren, innen nicht zuständig, wird man ohne anzuhangen unerschütterlich ein Entstehn und Hervorgehn von Geburt und Alter, Tod und Leiden künftig nicht mehr finden‹: diese kurze Andeutung, ihr Brüder, stelle ich ihrem Inhalt gemäß in folgender Weise ausführlich dar. — Wie also wird, ihr Brüder, das Bewusstsein als nach außen zerstreut und zerfahren bezeichnet? Hat da, ihr Brüder, ein Mönch mit dem Gesichte eine Form erblickt, so folgt das Bewusstsein den Spuren der Form nach, wird von den anziehenden Spuren der Form verlockt, von den anziehenden Spuren der Form gefangen, von den anziehenden Spuren der Form fesselverstrickt: nach außen, sagt man, ist das Bewusstsein zerstreut und zerfahren. Hat er mit dem Gehöre einen Ton gehört, hat er mit dem Geruche einen Duft gerochen, hat er mit dem Geschmacke einen Saft geschmeckt, hat er mit dem Getaste eine Tastung getastet, hat er mit dem Gedenken ein Ding erkannt, so folgt das Bewusstsein den Spuren des Dinges nach, wird von den anziehenden Spuren des Dinges verlockt, von den anziehenden Spuren des Dinges gefangen, von den anziehenden Spuren des Dinges fesselverstrickt: nach außen, sagt man, ist das Bewusstsein zerstreut und zerfahren. Also wird, ihr Brüder, das Bewusstsein als nach außen zerstreut und zerfahren bezeichnet.

»Wie aber wird, ihr Brüder, das Bewusstsein als nach außen nicht zerstreut, nicht zerfahren bezeichnet? Hat da, ihr Brüder, ein Mönch mit dem Gesichte eine Form erblickt, so folgt das Bewusstsein den Spuren der Form nicht nach, wird von den anziehenden Spuren der Form nicht verlockt, von den anziehenden Spuren der Form nicht gefangen, von den anziehenden Spuren der Form nicht fesselverstrickt: nach außen, sagt man,{381} ist das Bewusstsein nicht zerstreut, nicht zerfahren. Hat er mit dem Gehöre einen Ton gehört, hat er mit dem Geruche einen Duft gerochen, hat er mit dem Geschmacke einen Saft geschmeckt, hat er mit dem Getaste eine Tastung getastet, hat er mit dem Gedenken ein Ding erkannt, so folgt das Bewusstsein den Spuren des Dinges nicht nach, wird von den anziehenden Spuren des Dinges nicht verlockt, von den anziehenden Spuren des Dinges nicht gefangen, von den anziehenden Spuren des Dinges nicht fesselverstrickt: nach außen, sagt man, ist das Bewusstsein nicht zerstreut, nicht zerfahren. Also wird, ihr Brüder, das Bewusstsein als nach außen nicht zerstreut, nicht zerfahren bezeichnet.

»Wie aber wird, ihr Brüder, das Herz als innen zuständig bezeichnet? Da hat, ihr Brüder, ein Mönch, gar fern von Begierden, fern von unheilsamen Dingen, in sinnend gedenkender ruhegeborener säliger Heiterkeit die Weihe der ersten Schauung erwirkt. Dessen Bewusstsein folgt ruhegeborener säliger Heiterkeit nach, wird von ruhegeborener säliger Heiterkeit verlockt, von ruhegeborener säliger Heiterkeit gefangen, von ruhegeborener säliger Heiterkeit fesselverstrickt: innen zuständig, sagt man, ist das Herz. Weiter sodann, ihr Brüder, hat der Mönch nach Vollendung des Sinnens und Gedenkens die innere Meeresstille erwirkt, die Einheit des Gemüthes, die von sinnen, von gedenken freie, in der Einigung geborene sälige Heiterkeit, die Weihe der zweiten Schauung. Dessen Bewusstsein folgt der in der Einigung geborenen säligen Heiterkeit nach, wird von der in der Einigung geborenen säligen Heiterkeit verlockt, von der in der Einigung geborenen säligen Heiterkeit gefangen, von der in der Einigung geborenen säligen Heiterkeit fesselverstrickt: innen zuständig, sagt man, ist das Herz. Weiter sodann, ihr Brüder, verweilt der Mönch in heiterer Ruhe, gleichmüthig, einsichtig, klar bewusst, ein Glück empfindet er im Körper, von dem die Heiligen sagen: ›Der gleichmüthig Einsichtige lebt beglückt‹; so erwirkt er die Weihe der dritten Schauung. Dessen Bewusstsein folgt dem Gleichmuthe nach, wird von dem anziehenden Glücke des Gleichmuthes verlockt, von dem anziehenden Glücke des Gleichmuthes gefangen, von dem anziehenden Glücke des Gleichmuthes fesselverstrickt: innen zuständig, sagt man, ist das Herz. Weiter sodann, ihr Brüder, hat der Mönch nach Verwerfung der Freuden und Leiden,{382} nach Vernichtung des einstigen Frohsinns und Trübsinns die Weihe der leidlosen, freudlosen, gleichmüthig einsichtigen, vollkommenen Reine, die vierte Schauung erwirkt. Dessen Bewusstsein folgt dem leidlos Freudlosen nach, wird von dem anziehenden leidlos Freudlosen verlockt, von dem anziehenden leidlos Freudlosen gefangen, von dem anziehenden leidlos Freudlosen fesselverstrickt: innen zuständig, sagt man, ist das Herz. Also wird, ihr Brüder, das Herz als innen zuständig bezeichnet.

»Wie aber wird, ihr Brüder, das Herz als innen unzuständig bezeichnet? Da hat, ihr Brüder, ein Mönch, gar fern von Begierden, fern von unheilsamen Dingen, in sinnend gedenkender ruhegeborener säliger Heiterkeit die Weihe der ersten Schauung erwirkt. Dessen Bewusstsein folgt ruhegeborener säliger Heiterkeit nicht nach, wird von ruhegeborener säliger Heiterkeit nicht verlockt, von ruhegeborener säliger Heiterkeit nicht gefangen, von ruhegeborener säliger Heiterkeit nicht fesselverstrickt: innen unzuständig, sagt man, ist das Herz. Weiter sodann, ihr Brüder, hat der Mönch nach Vollendung des Sinnens und Gedenkens die innere Meeresstille erwirkt, die Einheit des Gemüthes, die von sinnen, von gedenken freie, in der Einigung geborene sälige Heiterkeit, die Weihe der zweiten Schauung. Dessen Bewusstsein folgt der in der Einigung geborenen säligen Heiterkeit nicht nach, wird von der in der Einigung geborenen säligen Heiterkeit nicht verlockt, von der in der Einigung geborenen säligen Heiterkeit nicht gefangen, von der in der Einigung geborenen säligen Heiterkeit nicht fesselverstrickt: innen unzuständig, sagt man, ist das Herz. Weiter sodann, ihr Brüder, verweilt der Mönch in heiterer Ruhe, gleichmüthig, einsichtig, klar bewusst, ein Glück empfindet er im Körper, von dem die Heiligen sagen: ›Der gleichmüthig Einsichtige lebt beglückt‹; so erwirkt er die Weihe der dritten Schauung. Dessen Bewusstsein folgt dem Gleichmuthe nicht nach, wird von dem anziehenden Glücke des Gleichmuthes nicht verlockt, von dem anziehenden Glücke des Gleichmuthes nicht gefangen, von dem anziehenden Glücke des Gleichmuthes nicht fesselverstrickt: innen unzuständig, sagt man, ist das Herz. Weiter sodann, ihr Brüder, hat der Mönch nach Verwerfung der Freuden und Leiden, nach Vernichtung des einstigen Frohsinns und Trübsinns die Weihe der leidlosen, freudlosen, gleichmüthig einsichtigen vollkommenen Reine, die vierte Schauung erwirkt. Dessen Bewusstsein folgt dem leidlos Freudlosen nicht nach, wird von dem anziehenden leidlos Freudlosen nicht verlockt, von dem anziehenden leidlos Freudlosen nicht gefangen, von dem anziehenden leidlos Freudlosen nicht fesselverstrickt: innen unzuständig, sagt man, ist das Herz. {383} Also wird, ihr Brüder, das Herz als innen unzuständig bezeichnet.

»Wie aber wird man, ihr Brüder, ohne anzuhangen erschüttert? Da hat einer, ihr Brüder, nichts erfahren, ist ein gewöhnlicher Mensch, ohne Sinn für das Heilige, der heiligen Lehre unkundig, der heiligen Lehre unzugänglich, ohne Sinn für das Edle, der Lehre der Edlen unkundig, der Lehre der Edlen unzugänglich und betrachtet die Form als sich selbst, oder sich selbst als formähnlich, oder in sich selbst die Form, oder in der Form sich selbst. Nun wandelt sich ihm seine Form um, verändert sich. Wie sich ihm die Form umwandelt und verändert, dreht sich ihm das Bewusstsein um den Wandel der Form herum. Aus dem Herumdrehn um den Wandel der Form gehn Erschütterungen, wie es die Dinge mit sich bringen, hervor, umspannen ihm rings das Herz. Weil ihm das Herz rings umspannt ist, kommt ihn Zittern und Quaal und Verzagen an: und ohne anzuhangen wird er erschüttert. Das Gefühl, die Wahrnehmung, die Unterscheidungen, das Bewusstsein betrachtet er als sich selbst, oder sich selbst als bewusstseinähnlich, oder in sich selbst das Bewusstsein, oder im Bewusstsein sich selbst. Nun wandelt sich ihm sein Bewusstsein um, verändert sich. Wie sich ihm das Bewusstsein umwandelt und verändert, dreht sich ihm das Bewusstsein um den Wandel des Bewusstseins herum. Aus dem Herumdrehn um den Wandel des Bewusstseins gehn Erschütterungen, wie es die Dinge mit sich bringen, hervor, umspannen ihm rings das Herz. Weil ihm das Herz rings umspannt ist, kommt ihn Zittern und Quaal und Verzagen an: und ohne anzuhangen wird er erschüttert. Also wird man, ihr Brüder, ohne anzuhangen erschüttert.

»Wie aber wird man, ihr Brüder, ohne anzuhangen nicht erschüttert? Da hat einer, ihr Brüder, als erfahrener heiliger Jünger das Heilige gemerkt, ist der heiligen Lehre kundig, der heiligen Lehre wohlzugänglich, hat das Edle gemerkt, ist der Lehre der Edlen kundig, der Lehre der Edlen wohlzugänglich und betrachtet die Form nicht als sich selbst, noch sich selbst als formähnlich, noch in sich selbst die Form, noch in der Form sich selbst. {384} Nun wandelt sich ihm seine Form um, verändert sich. Wie sich ihm die Form umwandelt und verändert, dreht sich ihm das Bewusstsein um den Wandel der Form nicht herum. Ohne Herumdrehn um den Wandel der Form gehn Erschütterungen, wie es die Dinge mit sich bringen, nicht hervor, umspannen ihm nicht das Herz. Weil ihm das Herz nicht umspannt ist, kommt ihn kein Zittern, keine Quaal, kein Verzagen an: und ohne anzuhangen wird er nicht erschüttert. Das Gefühl, die Wahrnehmung, die Unterscheidungen, das Bewusstsein betrachtet er nicht als sich selbst, noch sich selbst als bewusstseinähnlich, noch in sich selbst das Bewusstsein, noch im Bewusstsein sich selbst. Nun wandelt sich ihm sein Bewusstsein um, verändert sich. Wie sich ihm das Bewusstsein umwandelt und verändert, dreht sich ihm das Bewusstsein um den Wandel des Bewusstseins nicht herum. Ohne Herumdrehn um den Wandel des Bewusstseins gehn Erschütterungen, wie es die Dinge mit sich bringen, nicht hervor, umspannen ihm nicht das Herz. Weil ihm das Herz nicht umspannt ist, kommt ihn kein Zittern, keine Quaal, kein Verzagen an: und ohne anzuhangen wird er nicht erschüttert. Also wird man, ihr Brüder, ohne anzuhangen unerschütterlich.

»Das, ihr Brüder, scheinen mir die ausgeführten Abzeichen jenes Stämpels zu sein, den uns der Erhabene im Umrisse dargestellt hat: ›Mehr und mehr, ihr Mönche, mag der Mönch Obacht üben, dass ihm da wie er Obacht übt nach außen das Bewusstsein nicht zerstreut, nicht zerfahren werde, innen nicht zuständig, ohne anzuhangen unerschütterlich sei; ist nach außen, ihr Mönche, das Bewusstsein nicht zerstreut, nicht zerfahren, innen nicht zuständig, wird man ohne anzuhangen unerschütterlich ein Entstehn und Hervorgehn von Geburt und Alter, Tod und Leiden künftig nicht mehr finden.‹ {385} Wenn es euch Ehrwürdigen nun recht ist, so gehet hin und befragt den Erhabenen selbst hierüber: wie es uns der Erhabene erklärt wollet es behalten.«

Da waren denn jene Mönche über des ehrwürdigen Mahākaccāno Rede erfreut, erhoben sich befriedigt von ihren Sitzen und begaben sich dorthin wo der Erhabene weilte, begrüßten den Erhabenen ehrerbietig und setzten sich seitwärts nieder. Seitwärts sitzend berichteten nun {386} jene Mönche dem Erhabenen Wort um Wort die ganze Begegnung, die sie mit dem ehrwürdigen Mahākaccāno gehabt hatten. »Da hat uns, o Herr, der ehrwürdige Mahākaccāno auf solche Weise, in solcher Art, mit solchen Bestimmungen den Inhalt dargestellt.«

»Weise, ihr Mönche, ist Mahākaccāno, wissensmächtig, ihr Mönche, ist Mahākaccāno. Wolltet ihr mich, ihr Mönche, um Aufklärung angehn, ich würde den Gegenstand genau so erläutern, wie ihn Mahākaccāno erläutert hat: denn eben das ist der Inhalt, und den sollt ihr derart bewahren.«

Also sprach der Erhabene. Zufrieden freuten sich jene Mönche über das Wort des Erhabenen.[184]

139.

Vierzehnter Theil

Neunte Rede

STREITLOSE ABZEICHEN

{387} Das hab’ ich gehört. Zu einer Zeit weilte der Erhabene bei Sāvatthī, im Siegerwalde, im Garten Anāthapiṇḍikos. Dort nun wandte sich der Erhabene an die Mönche: »Ihr Mönche!« — »Erlauchter!« antworteten da jene Mönche dem Erhabenen aufmerksam. Der Erhabene sprach also:

»Streitlose Abzeichen will ich euch Mönchen weisen: das höret und achtet wohl auf meine Rede.«

»Ja, o Herr!« antworteten da jene Mönche dem Erhabenen aufmerksam. Der Erhabene sprach also:

»Keinem Begierdenwohle sich hingeben, dem gewöhnlichen, gemeinen, alltäglichen, unheiligen, unheilsamen, und auch keiner Selbstkasteiung sich hingeben, der leidigen, unheiligen, unheilsamen: eben diese beiden Enden hat der Vollendete beiseite gelassen und den mittleren Pfad aufgefunden, auf dessen Fährte man sehend und wissend wird, der zur Ebbung, Durchschauung, Erwachung, Erlöschung führt. Zurede kennen und Abrede kennen; weil man Zurede kennt und Abrede kennt, weder zureden noch abreden: die Satzung eben aufweisen. Wohl ergründen verstehn; weil man Wohl ergründen versteht, innigem Wohle sich hingeben. Heimlich keine Rede führen, öffentlich keine flüsternde Sprache; und ohne sich zu eilen reden und nicht eilfertig. Was die Leute zu sagen belieben keiner Beachtung würdigen, den Namen nicht überschätzen. Das ist der Stämpel der streitlosen Abzeichen.

»‚Keinem Begierdenwohle sich hingeben, dem gewöhnlichen, gemeinen, alltäglichen, unheiligen, unheilsamen, und auch keiner Selbstkasteiung sich hingeben, der leidigen, unheiligen, unheilsamen‘: das ist gesagt worden; und warum ist das gesagt worden? {388} Wann Begierden ergetzen vergnüglich sich hingeben, gewöhnlich, gemein, alltäglich, unheilig, unheilsam, das ist ein leidiges Ding, ist quaalvoll, ist jammervoll, reich an Schmerzen, verkehrtes Vorgehn. Wann Begierden ergetzen vergnüglicher Hingabe sich nicht ergeben, der gewöhnlichen, gemeinen, alltäglichen, unheiligen, unheilsamen, das ist ein Ding ohne Leid, ist ohne Quaal, ohne Jammer, ohne Schmerz, rechtes Vorgehn. Der Selbstkasteiung sich hingeben, der leidigen, unheiligen, unheilsamen, das ist ein leidiges Ding, ist quaalvoll, ist jammervoll, reich an Schmerzen, verkehrtes Vorgehn. Der selbstkasteienden Hingabe sich nicht ergeben, der leidigen, unheiligen, unheilsamen, das ist ein Ding ohne Leid, ist ohne Quaal, ohne Jammer, ohne Schmerz, rechtes Vorgehn. ‚Keinem Begierdenwohle sich hingeben, dem gewöhnlichen, gemeinen, alltäglichen, unheiligen, unheilsamen, und auch keiner Selbstkasteiung sich hingeben, der leidigen, unheiligen, unheilsamen‘: wurde das gesagt, so war es darum gesagt.

»‚Eben diese beiden Enden hat der Vollendete beiseite gelassen und den mittleren Pfad aufgefunden, auf dessen Fährte man sehend und wissend wird, der zur Ebbung, Durchschauung, Erwachung, Erlöschung führt‘: das ist gesagt worden; und warum ist das gesagt worden? Um ebendiesen heiligen achtfältigen Weg, der da ist rechte Erkenntniss, rechte Gesinnung, rechte Rede, rechtes Handeln, rechtes Wandeln, rechtes Mühn, rechte Einsicht, rechte Einigung. ‚Eben diese beiden Enden hat der Vollendete beiseite gelassen und den mittleren Pfad aufgefunden, auf dessen Fährte man sehend und wissend wird, der zur Ebbung, Durchschauung, Erwachung, Erlöschung führt‘: {389} wurde das gesagt, so war es darum gesagt.

»‚Zurede kennen und Abrede kennen; weil man Zurede kennt und Abrede kennt, weder zureden noch abreden: die Satzung eben aufweisen‘: das ist gesagt worden; und warum ist das gesagt worden? Wie redet man also, ihr Mönche, zu, und wie redet man ab, und wie weist man die Satzung nicht auf? ‚Wann Begierden ergetzen vergnüglicher Hingabe sich ergeben, der gewöhnlichen, gemeinen, alltäglichen, unheiligen, unheilsamen, das ist für jeden leidig, ist quaalvoll, ist jammervoll, reich an Schmerzen, verkehrt vorgegangen‘: also sprechend redet man so manchen ab. ‚Wann Begierden ergetzen vergnüglicher Hingabe sich nicht ergeben, der gewöhnlichen, gemeinen, alltäglichen, unheiligen, unheilsamen, das ist für jeden ohne Leid, ist ohne Quaal, ohne Jammer, ohne Schmerz, recht vorgegangen‘: also sprechend redet man so manchen zu. ‚Der selbstkasteienden Hingabe sich ergeben, der leidigen, unheiligen, unheilsamen, das ist für jeden leidig, ist quaalvoll, ist jammervoll, reich an Schmerzen, verkehrt vorgegangen‘: also sprechend redet man so manchen ab. ‚Der selbstkasteienden Hingabe sich nicht ergeben, der leidigen, unheiligen, unheilsamen, das ist für jeden ohne Leid, ist ohne Quaal, ohne Jammer, ohne Schmerz, recht vorgegangen‘: also sprechend redet man so manchen zu. ‚Wer es auch sei, der die Fessel des Daseins nicht abgestreift hat, ein jeder solche hat Leid, hat Quaal, hat Jammer, hat Schmerz, ist verkehrt vorgegangen‘: also sprechend redet man so manchen ab. ‚Wer es auch sei, der die Fessel des Daseins abgestreift hat, ein jeder solche hat kein Leid, keine Quaal, keinen Jammer, keinen Schmerz, ist recht vorgegangen‘[185]: also sprechend redet man so manchen zu. Also, ihr Mönche, redet man zu, und redet man ab, und weist man die {390} Satzung nicht auf.

»Wie aber wird, ihr Mönche, weder zugeredet noch abgeredet, nur die Satzung aufgewiesen? ‚Wann Begierden ergetzen vergnüglicher Hingabe sich ergeben, der gewöhnlichen, gemeinen, alltäglichen, unheiligen, unheilsamen, das ist für jeden leidig, ist quaalvoll, ist jammervoll, reich an Schmerzen, verkehrt vorgegangen‘: das sagt man nicht. ‚Die Hingabe freilich, das ist ein leidiges Ding, ist quaalvoll, ist jammervoll, reich an Schmerzen, verkehrtes Vorgehn‘: also sprechend weist man eben die Satzung auf. ‚Wann Begierden ergetzen vergnüglicher Hingabe sich nicht ergeben, der gewöhnlichen, gemeinen, alltäglichen, unheiligen, unheilsamen, das ist für jeden ohne Leid, ist ohne Quaal, ohne Jammer, ohne Schmerz, recht vorgegangen‘: das sagt man nicht. ‚Keine Hingabe freilich, das ist ein Ding ohne Leid, ist ohne Quaal, ohne Jammer, ohne Schmerz, rechtes Vorgehn‘: also sprechend weist man eben die Satzung auf. ‚Der selbstkasteienden Hingabe sich ergeben, der leidigen, unheiligen, unheilsamen, das ist für jeden leidig, ist quaalvoll, ist jammervoll, reich an Schmerzen, verkehrt vorgegangen‘: das sagt man nicht. ‚Die Hingabe freilich, das ist ein leidiges Ding, ist quaalvoll, ist jammervoll, reich an Schmerzen, verkehrtes Vorgehn‘: also sprechend weist man eben die Satzung auf. ‚Der selbstkasteienden Hingabe sich nicht ergeben, der leidigen, unheiligen, unheilsamen, das ist für jeden ohne Leid, ist ohne Quaal, ohne Jammer, ohne Schmerz, recht vorgegangen‘: das sagt man nicht. ‚Keine Hingabe freilich, das ist ein Ding ohne Leid, ist ohne Quaal, ohne Jammer, ohne Schmerz, rechtes Vorgehn‘: also sprechend weist man eben die Satzung auf. ‚Wer es auch sei, der die Fessel des Daseins nicht abgestreift hat, ein jeder solche hat Leid, hat Quaal, hat Jammer, hat Schmerz, ist verkehrt vorgegangen‘: das sagt man nicht. ‚Ist freilich die Fessel des Daseins nicht abgestreift, ist das Dasein nicht abgestreift worden‘: also sprechend weist man eben die Satzung auf. ‚Wer es auch sei, der die Fessel des Daseins abgestreift hat, ein jeder solche hat kein Leid, keine Quaal, keinen Jammer, keinen Schmerz, ist recht vorgegangen‘: das sagt man nicht. ‚Ist freilich die Fessel des Daseins abgestreift, ist das Dasein abgestreift worden‘: {391} also sprechend weist man eben die Satzung auf. Also wird, ihr Mönche, weder zugeredet noch abgeredet, nur die Satzung aufgewiesen. ‚Zurede kennen und Abrede kennen; weil man Zurede kennt und Abrede kennt, weder zureden noch abreden: die Satzung eben aufweisen‘: wurde das gesagt, so war es darum gesagt.

Notes in this chapter

Note 1 · Mit dem siam. Texte taṃ viddhā zu lesen; cf. Muṇḍakopan. II, 2, 2: tad veddhavyaṃ (cetasā bhāvanīyam), ib. 4: apramattena veddhavyaṃ śaravatNote 2 · Von cando Mond; vergl. Haimadhātupārāyaṇam I, 313 candati dīpyate āhlādayati ca, und die beliebten nom. person. deriv. CandrasomaharidattādiNote 3 · Von dem hier so oft genannten Kampfe ζξοχα πβντων gilt Asokos Wort vom dhammavijayo, dem wahren Siege, welchem gegenüber jeder andere, und nNote 4 · Hier vergl. man die 57. Rede; sowie auch der 98sten drittletzten Vers, kammunā vattatī loko: vielleicht zeigt dieser Ausspruch, nächst den zNote 5 · Vergl. der 124. Rede Anfang, S. 251: und wiederum der 85. Rede Ende, S. 471. — Beide modi sind pariyāyena anwendbar, nach Dhammapadam v. 64 Note 6 · Diese knappe, so kühn wie besonnen dargestellte Logik aller Möglichkeit ist zwar oft versucht worden, hat aber in der wichtigsten Frage, ausNote 7 · Ὁ τοιουτος παντα τα του κοσμου πραγματα ενδοξα, πλουτον και τρυφην, και πασαν απολαυσιν, αυτην αυτην τε την γμωσιν, και παντα τα του αιωνος Note 8 · Cf. die 22. Rede, p. 140.Note 9 · purisadammo; analog puruṣapaśus in der Chāndogyopaniṣat II, 6, und το θρεμμα ανθρωπος im PLATON, De legibus p. 777.Note 10 · Vergl. den »desiderio della bellezza«, nach PLATON, bei MICHELANGELO, wie e. g. in den Rime e prose, Chieti 1847, p. 174.Note 11 · Die aṭṭha disā acht Richtungen bezeichnen s. v. a. die acht Freiungen aṭṭha vimokhā der 77. Rede, passim; vergl. auch Lieder der Mönche, AnmNote 12 · Die letzten Ausführungen Mahākaccānos entsprechen dem Bṛhadāraṇyakam IV, 3, 17: Sa yad atra kiṃcit paśyaty, ananvāgatas tena bhavaty: asaṉgoNote 13 · Vergl. Maitryup. VI, 25: sarvabhāvaparityāgo yoga ityabhidhīyate.
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