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Die Reden Gotamo Buddhos. Mittlere Sammlung, dritter Band

FÜNFZEHNTER THEIL BUCH DES SECHSFACHEN GEBIETES (continued 2)

Karl Eugen Neumann translation

»Wie aber ist man, Ānando, als Heiliger sinnesgewaltig? Da hat, Ānando, ein Mönch mit dem Auge eine Form gesehn und wird angenehm bewegt, wird unangenehm bewegt, wird angenehm und unangenehm bewegt. Und wenn er sich wünscht: ›Bei Widerwärtigem will ich unwiderwärtig gewahrbleiben‹, so bleibt er dabei unwiderwärtig gewahr; wenn er sich wünscht: ›Bei Unwiderwärtigem will ich widerwärtig gewahrbleiben‹, so bleibt er dabei widerwärtig gewahr; wenn er sich wünscht: ›Bei Widerwärtigem und Unwiderwärtigem will ich unwiderwärtig gewahr bleiben‹, so bleibt er dabei unwiderwärtig gewahr; wenn er sich wünscht: ›Bei Unwiderwärtigem und Widerwärtigem will ich widerwärtig gewahrbleiben‹, so bleibt er dabei widerwärtig gewahr; wenn er sich wünscht: ›Widerwärtiges und Unwiderwärtiges, beides will ich von mir weisen und gleichmüthig bleiben, besonnen, klar bewusst‹, so bleibt er dabei gleichmüthig, besonnen, klar bewusst. Weiter sodann, Ānando, hat ein Mönch mit dem Ohre einen Ton gehört, mit der Nase einen Duft gerochen, mit der Zunge einen Saft geschmeckt, mit dem Leibe eine Tastung getastet, mit dem Geiste ein Ding gedacht und wird angenehm bewegt, wird unangenehm bewegt, wird angenehm und unangenehm bewegt. Und wenn er sich wünscht: ›Bei Widerwärtigem will ich unwiderwärtig gewahrbleiben‹, so bleibt er dabei unwiderwärtig gewahr; wenn er sich wünscht: ›Bei Unwiderwärtigem will ich widerwärtig gewahrbleiben‹, so bleibt er dabei widerwärtig gewahr; wenn er sich wünscht: ›Bei Widerwärtigem und Unwiderwärtigem will ich unwiderwärtig gewahrbleiben‹, so bleibt er dabei unwiderwärtig gewahr; wenn er sich wünscht: ›Bei Unwiderwärtigem und Widerwärtigem will ich widerwärtig gewahrbleiben‹, so bleibt er dabei widerwärtig gewahr; {494} wenn er sich wünscht: ›Widerwärtiges und Unwiderwärtiges, beides will ich von mir weisen und gleichmüthig bleiben, besonnen, klar bewusst‹, so bleibt er dabei gleichmüthig, besonnen, klar bewusst. So aber ist man, Ānando, als Heiliger sinnesgewaltig.

»Und so hab’ ich, Ānando, gezeigt wie man im Orden des Heiligen die Sinne in höchster Gewalt hat, gezeigt wie man als Kämpfer vorgeschritten ist, gezeigt wie man als Heiliger sinnesgewaltig ist. Was ein Meister, Ānando, den Jüngern aus Liebe und Theilnahme, von Mitleid bewogen, schuldet, das habt ihr von mir empfangen. Da laden, Ānando, Bäume ein, und dort leere Klausen. Wirket Schauung, Ānando, auf dass ihr nicht lässig werdet, später nicht Reue empfindet: das haltet als unser Gebot.«

Also sprach der Erhabene. Zufrieden freute sich der ehrwürdige Ānando über das Wort des Erhabenen.

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