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Versuch einer Ethnographie der Philippinen

Die maritimen Entdeckungen der Spanier im Archipel der Philippinen.

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Da es nicht meine Aufgabe ist, eine Geschichte der Fahrt Magallane’s zu geben, sondern nur die auf die Philippinen bezüglichen Entdeckungen kurz zu registriren, so sei erwähnt, dass nach dem unglücklichen Ende des kühnen Magallanes seine Expedition sich nach der Westküste von Bohol wandte und von dort zwischen der Südspitze von Negros und der Insel Siquijor ihre Richtung gegen Südwesten nahm. Die Spanier entdeckten einen neuen Theil der Mindanaoküste und zwar jenen, welcher westlich von Dapitan beginnt und ungefähr bei der Punta Gorda endigt. Nach dem im Osten der Punta Gorda befindlichen Cap Quipit nannten sie die ganze Strecke, die sie vielleicht für eine besondere Insel ansahen, Isla de Quipit ó Quepindo. Dann folgte die Entdeckung von Palawan, welches von den Spaniern Paragua genannt wird; die Spanier entdeckten ferner auf ihrer abenteuerlichen Flucht von Borneo Sulu (Hauptinsel), die Südküste von Mindanao und die Serangani-Inseln, von wo aus sich die Reste der Magallanes-Expedition nach den Molukken wandten und somit das Gebiet der Philippinen verliessen.

Durch diese spanische Expedition wurden die Portugiesen auf die Philippinen aufmerksam, sie schickten einzelne Schiffe dahin ab, welche aber keine neuen Entdeckungen machten. In Spanien hatte man sich inzwischen entschlossen, eine neue Expedition nach den Molukken auslaufen zu lassen, nachdem ein in Elvas und Badajóz tagender Congress spanischer und portugiesischer Geographen und Seefahrer resultatlos auseinandergegangen war; der Congress hatte über die Frage entscheiden sollen, ob die Molukken zum spanischen oder zum portugiesischen Weltantheil gehörten. Die neue Expedition bestand aus sieben baskischen Schiffen, welche unter dem Befehle des Johanniters Don Fray García Jofre de Loaisa standen, zu dessen eventuellem Nachfolger der erste Weltumsegler Don Juan Sebastian de Elcano bestimmt war. Nach schweren Verlusten erreichte die Expedition die Südsee, wo rasch hintereinander Loaisa und Elcano starben; den Oberbefehl übernahm nun Toribio Alonso de Salazar, welcher, nach kurzem Aufenthalte in den Ladronen, am 8. October 1526 die Islas de Poniente erreichte und zwar an der Ostküste von Mindanao. Salazar wurde so der Entdecker der Caraga-Küste. Er lief in den Hafen von Liangan ein, starb aber bald, worauf der muthige Baske Martin Iñiguez (Yañez) de Carquizano Chef der Expedition wurde. Carquizano versuchte nach Cebú zu gelangen, widrige Winde hinderten ihn daran, und so begab er sich nach den Molukken, wo er mit seinen Leuten gegen die Portugiesen kämpfte. Salazar soll den Islas de Poniente zuerst den Namen „Philippinen” beigelegt haben, doch ist diess ein Irrthum. So war durch Loaisa’s Expedition nur die Ostküste von Mindanao entdeckt worden.

Eine Expedition nach den Islas de Poniente und den Molukken sollte bald darauf Neu-Spanien verlassen. Auf Befehl Kaiser Karl’s V. rüstete der glorreiche Eroberer von Méjico D. Fernando Cortés in dem kleinen pacifischen Hafen Neu-Spaniens Zacatula oder Civatlanejo eine Flotte von drei Schiffen aus, welche unter der Führung des D. Alvaro de Saavedra am 31. October 1527 auslief. Da das Hauptziel dieser Expedition der Molukken-Archipel war, so berührte Saavedra nur flüchtig die Philippinen und zwar an der Ostküste von Mindanao, von wo er nach den Molukken aufbrach, so dass diese Expedition nicht in der Lage war, neue Entdeckungen in dem Archipel zu machen. Von den Molukken aus versuchte Saavedra zwei Mal ohne Erfolg durch das Stille Meer nach Méjico zurückzukehren, wobei Sulu von den Spaniern wieder aufgesucht wurde.

Einer von den Officieren des Loaisa, der wackere baskische Capitän D. Andrés de Urdaneta kehrte erst 1536 nach Spanien von den Molukken zurück, wo er unter den Fahnen des Sultans von Tidore rühmlich gegen die Portugiesen gefochten hatte. Dieser tüchtige Seemann und Haudegen suchte dem Kaiser Karl die Wichtigkeit der halbvergessenen Islas de Poniente hervorzuheben, welche nach seiner Vorstellung die Spanier für die Cession der Molukken entschädigen sollten. Eingehend wies Urdaneta nach, dass die Islas de Poniente innerhalb des spanischen Weltantheils lägen, während die Portugiesen das Gegentheil behaupteten. Wenn auch Karl damals mit wichtigeren Angelegenheiten beschäftigt war, so versäumte er es nicht, dem Rathe von Indien eine genaue Prüfung der Vorschläge Urdaneta’s anzuempfehlen. Da der berühmte amerikanische Conquistador D. Pedro de Alvarado ohnehin sich mit dem Plane trug, einen Zug durch das Stille Meer nach China zu unternehmen, und dieser spanische Held über eine hinreichende Anzahl von Schiffen und Soldaten gebot, so gab der Kaiser ihm den Befehl, nach den Islas de Poniente aufzubrechen, jedoch sollte er unter keiner Bedingung die Molukken oder irgend welche andere Besitzung der portugiesischen Krone berühren, noch auch in die Streitigkeiten der eingeborenen Fürsten und Portugiesen sich mengen. Alvarado begann auch sogleich sich zu rüsten; schon schien Alles zum Auslaufen bereit, als die Indier der Provinz Jalisco sich empörten. Alvarado zog gegen sie zu Felde, aber ein Sturz vom Pferde machte seinem abenteuerlichen Leben ein Ende.

Da das Geschwader segelfertig war, so beschloss der Vicekönig von Méjico, D. Antonio de Mendoza, es auch nach dem Tode des designirten Befehlshabers auslaufen zu lassen. Der Vicekönig trug das Commando zunächst dem in Méjico angelangten Urdaneta an, da aber dieser erklärte, die an die Führung der Expedition geknüpften Bedingungen und Vorschriften nicht annehmen zu können, so wurde der Oberbefehl einem Verwandten des Vicekönigs anvertraut, dem Ruy Lopez de Villalobos, von dem der alte Waffengefährte des Cortés, Bernal Diaz de Castillo, sagt: „que sabia mucho de alturas y del arte de navegacion”. Da, wie erwähnt, Alvarado seinen Zug bis nach China hatte ausdehnen wollen, so hatte er dementsprechend eine grosse Zahl von Schiffen zusammengebracht; der Vicekönig wollte das Ziel der Expedition auf die Islas de Poniente beschränken, und weil ohnediess der Aufstand in Jalisco der Flotte einen Theil der Besatzung entzog, so erhielt Villalobos den Befehl, sich nur die besten unter den Schiffen Alvarado’s auszusuchen, was denn auch geschah.

Auch in Cebú litten die Spanier Mangel an Lebensmitteln, denn die Eingeborenen bauten nicht mehr als sie selbst brauchten, und das nach Neu-Spanien abgegangene Schiff hatte die wenigen Vorräthe vollständig erschöpft. Legazpi schickte den Capitän Goyti ab, um Lebensmittel aufzutreiben, Goyti wurde so der Entdecker von der Westküste von Cebú und den gegenüberliegenden Gestaden von Buglás, das er nach seinen schwarzen Bewohnern die Isla de Negros (Neger-Insel) nannte. Im folgenden Jahre (1566) gelangte der Oberst Mateo de Sauz bis nach Panay, als er Reis einkaufen wollte, bei dieser Gelegenheit besuchte er die Westküste von Negros. Derselbe Sauz (ebenfalls ein Baske) entdeckte noch in demselben Jahre die Nordküste der Isla de Baybay (Nord-Leyte), die Inseln Bilaran und Panamao, sowie den nördlich von der Juanico-Strasse gelegenen Theil von der Westküste Sámars. Der unermüdliche Sauz begab sich noch in demselben Jahre und zwar zum zweiten Male nach Butuan, und besuchte auch die Ostküste Mindanao’s, deren nördliche Strecke er Küste Coavit (nach dem heute Cavit geschriebenen Cap) benannte, dort stiess er aber mit einem portugiesischen Schiffe zusammen, denn die Portugiesen waren gekommen, um durch Güte oder Gewalt die Spanier zur Räumung der heutigen Philippinen zu zwingen. Die Portugiesen erschienen auch in der Nähe von Cebú, kehrten aber wieder nach den Molukken zurück, da sie die Spanier stärker vorfanden, als ihnen berichtet worden war. Im März 1567 wurde die Entdeckung von Panay durch den Capitän de la Haya vollendet.

Zur selben Zeit unternahm der heldenmüthige Enkel Legazpi’s, Don Juan de Salcedo, an der Spitze von 30 Spaniern und 500 Eingeborenen eine Expedition nach der den Spaniern noch unbekannten grossen Insel Mindoro, deren Küsten er befuhr; er entdeckte noch überdiess die Insel Lubang und kam auf diese Weise in die unmittelbarste Nähe der Bay von Manila.

Inzwischen hatte Legazpi den Befehl vom König erhalten, den gesammten Archipel der Philippinen der spanischen Krone zu unterwerfen, deshalb trachtete er vor Allem darnach, Manila’s sich zu bemächtigen, dessen Kaufleute und Schiffe er in Mindanao wie den Pintados getroffen hatte und von dessen Reichthume sich die Spanier überschwengliche Vorstellungen machten. Während er sich mit den Rüstungen zu diesem Zuge und dem Aufbau seiner Befestigungen in dem zu einer Ciudad (kgl. Freistadt) erhobenen Cebú (Santísimo Nombre de Jesús) beschäftigte, wurden der Maestre de Campo (Oberst) Goyti und Juan Salcedo mit mehreren Schiffen und 120 spanischen Soldaten und zahlreichen „Pintados” abgeschickt, um Luzon, insbesondere Manila, zu recognosciren (1570).

Die Expedition erreichte Luzon an den Küsten der heutigen Provinz Batangas, welche damals Comintana genannt wurde, hier trennten sich die beiden Führer, Goyti segelte nach Norden und wurde so der Entdecker der herrlichen Bai von Manila, Salcedo aber entdeckte den grossen Binnensee von Bombon, in dessen Mitte auf einer kleinen Insel der niedrige aber unheilvolle Vulcan von Taal sich befindet. Damals war das kurze Flüsschen, welches die Laguna de Bombon mit dem Meere verbindet, tief genug, um den seichtgehenden Schiffen Salcedo’s das Einlaufen in den See zu gestatten. Als aber Salcedo mit den Umwohnern der Lagune in Kampf gerieth und selbst verwundet wurde, zog er sich zurück und vereinigte sich erst vor Manila mit Goyti. In Manila wurden die Spanier plötzlich überfallen, woran vielleicht portugiesische Wühlereien Schuld trugen, wenigstens fand man nach der Erstürmung des hölzernen Forts des Sultans von Manila einen Portugiesen, welcher die Artillerie befehligt hatte. Ich glaube, dass jener Portugiese kein Agent seines Vaterlandes gewesen ist, die dürftigen Nachrichten gestatten den Schluss, dass er ein Deserteur oder Renegat gewesen sei. Nach der Züchtigung der verrätherischen Eingeborenen kehrten Goyti und Salcedo nach Panay zurück.

1572 brach Salcedo mit einem kleinen Geschwader von malaiischen Fahrzeugen aus Manila auf, um die nördlichen Küsten Luzons und die Ausdehnung dieser Insel überhaupt kennen zu lernen. Salcedo umsegelte ganz Nord-Luzon, entdeckte die Landschaften Zambales, Pangasinán (Lingayen), Ilócos und Cagayán und gab den Vorgebirgen Bogeador und Engaño ihre noch heute üblichen Namen. Auf der Fahrt längs der Ostküste entdeckte er die Insel Polillo. In der Bucht von Amanto endete diese abenteuerliche Expedition, Salcedo kehrte auf dem Landwege und über die Laguna de Bay nach Manila zurück, wo inzwischen sein Grossvater Legazpi im August 1572 gestorben war. Labezares, ebenfalls ein Baske, wurde jetzt Interims-Gouverneur, er schickte im Jahre 1573 den Salcedo nach Camarínes ab, um dieses von Salcedo selbst entdeckte Land der spanischen Krone zu unterwerfen, was ihm rasch gelang, wobei auch die gesammten westlichen Küsten von Camarínes entdeckt wurden (durch Cap. Chaves), so dass jetzt die Küste Luzons in ihrer gesammten Ausdehnung bekannt wurde, hauptsächlich durch Salcedo. Damit war die Aera der grossen Entdeckungen in den Philippinen zu Ende, es blieb nur die Nachlese übrig. Figueroa besuchte 1578 die einzelnen Inseln des Sulu-Archipels, und von Cagayán drangen die Spanier wenige Jahre später nach den Babuyanen vor. Damit war die Entdeckung der Philippinen abgeschlossen und weitere Forschungsreisen konnten sich nur mehr mit den Binnenlandschaften des Archipels befassen.

Fassen wir kurz das oben Erwähnte zusammen, so gelangen wir zu folgenden Resultaten, wenn wir die einzelnen Theile der Philippinischen Inseln der Reihe nach durchnehmen.

A. Surigao-Inseln:

entdeckt von Magallanes 1521 und zwar die Insel Jomonjol, die Inseln Caburao, Siargao, Bucas und Dinagat von der Expedition unter Villalobos 1543. Die Insel Suluan wurde schon von Magallanes entdeckt, aber erst 1565 von Legazpi näher erforscht. Legazpi verlieh ihr auch den Namen Buen Señal.

B. Visayer-Inseln oder Islas de Pintados.

1. Sámar: Ältere Namen sind Tendaya oder Tandaya, Achan, Camlaia, Filipina und Ibabáo. Letztere Benennung erhielt sich am längsten, wurde aber Anfangs auf den östlichen Theil der Insel beschränkt, während die westlichen Gestade Sámar oder Samal genannt werden. Im XVII. Jahrhundert dient als Gesammtbezeichnung für die Insel der Name Islas de Ibabáo, wohl zu unterscheiden von dem Ausdrucke Costa Ibabáo, womit nur die Ostküste in dieser Zeit bezeichnet wurde; im XVIII. Jahrhundert gewinnt erst der Name Sámar Oberhand, und heute ist selbst der Name Ibabáo vergessen, die anderen Namen haben nur eine Eintagsexistenz gehabt, in französischen Werken des XVII. Jahrhunderts nur fand ich den Namen Tendaya und Filipina noch lange Zeit hindurch erhalten. Obwohl es nicht unwahrscheinlich ist, dass Magallanes wenigstens von der Ferne die Südspitze von Sámar erblickte, so sind mit Sicherheit nur zwei Schiffe von Villalobos’ Expedition (1543) als die ersten europäischen Schiffe nachzuweisen, welche Sámar, und zwar die südlichen und östlichen Gestade besuchten. Die übrigen Küsten desselben wurden erst 1566–1570 von den Spaniern der Legazpi’schen Expedition aufgefunden; speciell der an der Bernardino-Strasse gelegene Theil und die benachbarte Insel Capul wurden erst 1570 vom Capitän Ibarra aufgesucht und genau durchforscht.

2. Leyte mit Panaon, Limasaua, den Camotes, Bilaran, und Panamao. Pigafetta nennt den nördlichen Theil von Leyte Isla de Baybay, den südlichen Ceylon oder Seilani, weshalb noch in späteren nicht-spanischen Werken, welche ihre Kenntniss der Philippinen aus Pigafetta schöpften, die Insel Leyte den Namen Ceylon de Pigafetta führt, eine Benennung, die den spanischen Historikern selbst der älteren Zeit unbekannt ist. Magallanes besuchte die südlichen Hälften der Ost- und Westküste. Der übrige Theil der Küste wurde von Sauz 1566 besucht.

Die kleine Insel Panaon wurde 1521 von Magallanes entdeckt, desgleichen Limasaua, welches Mazava oder Massaua genannt und gelegentlich auch Dimasaua oder Dimausava (Dimasaba, Limasaba, Limasava) geschrieben wurde. Auch die Camotes-Gruppe, zwischen Leyte und Cebú, ist eine Entdeckung des Magallanes, während die nördlich gelegenen Inseln Bilaran und Panamao von dem Basken Sauz entdeckt worden sind.

3. Bohol (oder Bojol geschrieben, weil die Eingeborenen das spanische j mit dem h-Laute oft verwechseln). Bohol wurde von den ersten Conquistadoren auch Pohol oder Pool genannt. Bohol wurde von der Expedition des Magallanes in seinen westlichen und östlichen Theilen entdeckt. Die Südküste wurde erst von den Schiffen des Villalobos genauer untersucht (1543), und der mittlere Theil der Nordküste 1565 von Legazpi’s Leuten betreten.

4. Siquijor oder Fuego. Die Westküste dieses Eilandes wurde von Carvalho 1521 gesehen, die übrigen Theile unter Legazpi 1565 und 1566.

5. Cebú mit Mactan. Cebú wird von den ersten Entdeckern Zubu, Çubu, Subu, auch mit t am Ende: Zubut &c. geschrieben, bei den Eingeborenen führte es den Namen Sogbu. Im XVII. und XVIII. Jahrhundert finden wir die Orthographie Zebu oder Çebu. Der grösste Theil der Westküste wurde von Magallanes selbst und nach seinem Tode von Carvalho entdeckt. Eine andere Strecke der westlichen Gestade entdeckte Legazpi 1565 selbst, den Rest sowie die Ostküste seine Officiere, insbesondere Goyti.

6. Negros. Negros wurde von den Visayern Buglás genannt, der spanische Name hat jedoch den eingeborenen vollständig verdrängt. Der südlichste Theil mit der Punta Bombonon wurde jedenfalls schon von Carvalho 1521 gesehen, doch lässt sich diess nicht mit voller Sicherheit behaupten. Die Ostküste wurde 1565 von Goyti, die Westküste von Sauz und anderen spanischen Officieren des Legazpi 1566 entdeckt.

7. Guimaras. 1566 entdeckt, damals wurde es Ymaras genannt.

8. Panay. Ihr alter Name ist Isla de Oton, später heisst der nördliche Theil (das heutige Capíz) Isla de Panay, der südliche Isla de Oton (Otong, Octong). Die Insel wurde 1566 von Sauz entdeckt und ihre Gestade waren bis 1568 durchweg bekannt, 1569 sogar schon vollständig den Spaniern unterworfen.

9. Die Cagayanes (zwischen Negros und Palawan) waren schon 1521 Carvalho bekannt, doch fällt ihre eigentliche Entdeckung erst in die Jahre 1569–71, wo diese Inselgruppe von den Spaniern nach und nach entdeckt und in Besitz genommen wurde.

10. Die Cuyos-Gruppe wurde in derselben Zeit wie die Cagayanes entdeckt und unterworfen.

11. Masbate, Ticao und Burías wurden 1569 von Guzman entdeckt, der Capitän Ibarra hatte bei diesen Entdeckungen sich ebenfalls Verdienste erworben.

12. Tablas, Romblon, Sibuyan und Marinduque. Die Westküste von Tablas war 1569 durch Don Juan de Salcedo entdeckt worden, die Ostküste sowie Romblon, Sibuyan und Marinduque wurden etwas später von anderen Officieren des Legazpi entdeckt und unterworfen.

C. Palawan und die Calamianes.

Palawan wird von den Spaniern Paragua genannt, ältere Bezeichnungen sind Palaon, Palauan. Der südliche Theil von Palawan wurde bereits 1521 von Magallanes’ Leuten unter Carvalho entdeckt, der nördliche Theil dieser Insel wurde zwar unter Legazpi’s Regierung, und zwar 1570–72 entdeckt und dem spanischen Könige tributpflichtig gemacht, doch haben die Spanier sich wenig um diese grosse Insel gekümmert, deren grössere Südhälfte erst in den letzten Jahren von den Spaniern occupirt wurde, obwohl mit unberechtigter Hartnäckigkeit selbst neuere deutsche Karten es mit derselben Farbe coloriren wie Sulu. Der südliche Westtheil dieser Insel wurde vielleicht erst um 1577 oder 1578 von den Spaniern genauer untersucht. Die einst zu Borneo, dann zu Sulu und heute zu Spanien gehörige Insel Balabac wurde 1521 entdeckt.

Die Calamianes wurden in der Zeit von 1570–1572 von spanischen Mönchen und Soldaten besucht.

D. Luzon.

Unter der Landschaft Ibalon oder Albay der Conquista ist der südlichste Theil Luzons zu verstehen, und zwar kann man als nördliche Grenzscheide die tiefe Einsenkung zwischen den beiden Vulcanen, dem (übrigens erloschenen) Mazaraga und Máyon (besser bekannt als „Vulcan von Albay”) annehmen. Diese Landschaft Albay ist wohl zu unterscheiden von der späteren Provinz Albay, zu welcher auch die Inseln Masbáte und Ticáo gehörten. Ibalon wurde 1569 durch Guzman entdeckt und diese Entdeckung unmittelbar von Ibarra fortgesetzt, insbesondere an der Ostküste.

Die Landschaft Nebuy oder Camarínes hatte als nordwestliche Grenze die beiden Flüsse Rio Tabagon und Rio Cabibijan, von denen der erstere in die Bucht von Sogod an der Contracosta, der letztere in die Bucht von Guinayangan oder Ragay sich ergiesst. Von der Landschaft Albay ist Camarínes durch die obenerwähnte Einsenkung zwischen dem Mazaraga und Máyon getrennt. Der Entdecker von Camarínes ist Don Juan de Salcedo, den nördlichen Theil entdeckte er bereits 1571, den Rest 1573. Die Catanduanes-Inseln an der Ostküste von Camarínes sind aber nicht von ihm, sondern vom Capitän Chaves (1573) besucht worden, ebenso die Küstenstrecken in der Bucht von Ragay.

Calilaya oder Tayábas umfasste den schmalen isthmusartigen Landstrich Luzons, welcher vom Vulcane Mahayhay bis zu der von mir oben erwähnten Nordwestgrenze von Camarínes reichte. Die nördlichen Gestade (an der Contracosta) wurden von Salcedo 1571 entdeckt, die südlichen zur selben Zeit vom Capitän Ibarra, ein Theil der an der Bucht von Ragay liegenden Gestade wurde erst 1573 von Chaves betreten.

Die Landschaft Comintana oder Batangas wurde auch nach ihrer grössten Stadt: Taal oder nach ihrem Binnensee, der Laguna de Bombon, Bombon genannt. Sie umfasste die heutige Provinz Batangas und den südlichen Theil der Provinz Cavite. Ihre Gestade wurden von Goyti und Salcedo 1570 entdeckt und diese Entdeckungen 1571 durch Ibarra vervollständigt. Die Laguna de Bombon wurde von Salcedo 1570 entdeckt, die nördlichen Ufer derselben wurden von ihm nur von der Ferne gesehen, da er nur im südlichen Theile des Sees an’s Land trat.

Die Landschaften Manila und Tondo umfassten die heutige Provinz Tondo-Manila ganz, ferner den nördlichen Theil der Provinz Cavite und Theile der Provinz Bulacán. Ihre Küste wurde von Goyti 1570 entdeckt, wie denn dieser ungemein tüchtige Baske der Entdecker der Bai von Manila ist und nicht Salcedo. Die am Pasig gelegenen Theile wurden 1571 von Salcedo entdeckt und unterworfen.

Die Landschaft Laguna umfasste die ganzen Ufergebiete der Laguna de Bay (früher auch „Bahi” genannt) und wurde 1571 von Salcedo entdeckt und tributpflichtig gemacht.

Unter Pampanga verstand man in den Zeiten der Conquista nicht allein die heutige Provinz gleichen Namens, sondern auch den nördlichen Theil von Bulacán, die südliche grössere Hälfte des heutigen Zambales, den südwestlichen Theil von Nueva Vizcaya und das ganze heutige Nueva Écija, La Infanta und Bataán. Die an der Bai von Manila gelegenen Theile, die Corregidor-Insel (damals Marivelez genannt), entdeckte 1571 Goyti, alle übrigen Gestadelandschaften des alten Pampanga’s wurden 1572 von dem Cortés der Philippinen, dem ritterlichen Don Juan de Salcedo, auf seiner Umseglung Nord-Luzons entdeckt. Salcedo liess keine Bucht undurchforscht.

Pangasinán umfasste die Küstenlande des Golfs von Lingayen (Lingayan), weshalb es auch Lingayen genannt wird. Die Halbinsel, welche zwischen dem Golf von Lingayen und der Bucht von Bazol liegt und mit dem Cap Bolinao endigt, gehörte damals zu Pangasinán, ebenso der südlichste Theil der heutigen Provinz Union. Pangasinán wurde von Salcedo 1572 entdeckt.

Ilócos umfasste den ganzen langgestreckten aber schmalen Küstensaum, welcher vom Golf von Lingayen, und zwar vom Monte Sto. Tomas sich bis über das Cap Bogeador ausdehnt. Ilócos wurde ebenfalls 1572 von Salcedo entdeckt und unterworfen.

Cagayán war das Land an der Nordküste Luzons und an den Ufern des Rio Grande de Cagayán (dem Rio Tago älterer Werke). Auch hier begegnen wir dem Namen Salcedo’s wieder, der das Land entdeckte, aber nicht unterwarf (1572).

Die nördlich von Luzon gelegenen Babuyanes-Inseln wurden in der Zeit zwischen 1581–85 entdeckt, von wem? ist nach dem mir vorliegenden Quellenmaterial nicht zu sagen. Ich vermuthe, dass Capitän Carrion sie entdeckte, als er eine japanische Piraten-Niederlassung an der Küste Cagayáns (in der Nähe des heutigen Aparri) verhinderte und seine Schiffe den japanischen Flüchtlingen nachsetzten. 1585 zählte Philipp II. auf diesen Inseln bereits 1000 Unterthanen. Die nördlich von den Babuyanes gelegenen Batanes oder Bashee-Inseln waren den Spaniern lange vor der angeblichen Entdeckung Dampier’s bekannt. So kehrte die Mannschaft des 1596 an der japanischen Küste gescheiterten spanischen Schiffes S. Francisco über die Batanes nach Manila zurück, ohne dass diese Schiffbrüchigen als Entdecker dieser Inselgruppe bezeichnet werden, es müssen also die Batanes schon vor 1596 den Spaniern bekannt gewesen sein. Erst in der Zeit des nordamerikanischen Unabhängigkeits-Krieges wurden diese Inseln von den Spaniern militärisch besetzt.

E. Mindanao mit dem Sulu-Archipel.

Es ist sehr schwer, die Entdeckungsgeschichte dieser Insel mit apodiktischer Sicherheit wiederzugeben, denn nirgends waren die ersten spanischen Seefahrer so freigebig mit Namensbezeichnungen, die sich selten localisiren lassen, als hier.

Nach dieser kurzen Beschreibung der alten Eintheilung Mindanao’s will ich zur Registrirung der Entdeckung seiner Küsten übergehen, wobei ich von dem Princip ausgehe, nur jene Entdeckungen zu melden, welche sich aus den Quellen ohne jede mir verhasste Hypothesenreiterei erweisen lassen.

Beginnen wir bei der Nordküste: Die Bai von Butuan sowie die Surigao-Halbinsel entdeckte Magallanes 1521. Schwieriger ist es, die Entdeckung der Insel Camiguin und der zwischen dem Panguil-Busen und dieser Insel gelegenen Küstenstriche festzustellen. Gründlich untersucht wurde dieses Gebiet durch die Expeditionen, welche Legazpi von Cebú aus 1565–1569 nach Mindanao unter Sauz, Goyti und Isla abschickte, weshalb ich auf meiner Kartenskizze es mit der Farbe der Legazpi-Entdeckungen colorire, obwohl bereits die Expedition des Villalobos einzelne Theile dieses Landes gesehen hat (Villalobos selbst nicht, aber von ihm auf Lebensmittelrequisition abgeschickte Schiffe). Der Panguil-Busen wurde wegen der Gefährlichkeit seines Fahrwassers, der Unwirthbarkeit seiner Gestade und der Feindseligkeit seiner Umwohner von den ersten Conquistadoren nur an seiner breiten Mündung besucht; vollständig wurden seine Gestade erst in den Jahren 1639 und 1640 erforscht, als der kühne Gobernador der Philippinen, Corcuera, systematisch von allen Seiten den Angriff auf die unabhängigen Malaien Mindanao’s eröffnete, um Spanien den Besitz der ganzen Insel zu sichern. Bei dieser Gelegenheit wurde auch der See von Malanao durch eine von Iligan abgehende Expedition entdeckt und seine Gestade für kurze Zeit Spanien zinspflichtig gemacht. Die ganze Umgebung Dapitans wurde erst 1565 von Don Miguel Lopez de Legazpi entdeckt. Es darf nicht verschwiegen werden, dass Dapitan wahrscheinlich in der Zeit von 1531–1562 von Portugiesen besucht worden war, da wir aber hierüber keine sicheren Nachrichten besitzen, und Legazpi selbst von den Eingeborenen Nichts über eine frühere Ankunft oder Anwesenheit von Europäern erfuhr, so belassen wir den Spaniern den Ruhm der ersten Entdeckung. Die Küste um das Cap Quipit wurde im Jahre 1521 von Carvalho entdeckt. Die langgestreckte Halbinsel, an deren südlichem Ende Zamboanga liegt, wurde erst unter Legazpi näher erforscht, als die Spanier, unterstützt von den Fürsten von Dapitan, jenes Land der Krone Castiliens unterwarfen, doch ist auch hier mehr als wahrscheinlich, dass die Leute des Magallanes die ersten waren, welche dieses Land gesehen hatten. Die Entdeckung des Mündungsgebietes des Rio Grande de Mindanao gebührt ohne alle Frage den Portugiesen, ebenso nach meiner Vermuthung die Entdeckung der Punta Flecha. Die Südküste Mindanao’s, sowie die Sarangani-Inseln entdeckten die Leute des Magallanes auf ihrer Fahrt nach den Molukken.

Das Cap S. Augustin, sowie die gesammte Ostküste Mindanao’s entdeckte der Führer der Loaysa-Expedition, Toribio Alonso de Salazar, 1526. Die Davao-Bai wurde erst 1578 durch Figueróa in ihrem gesammten Gebiete durchforscht.

Schwieriger ist, die Entdeckung der Sulu-Inseln Schritt für Schritt zu verfolgen. Die Sulu-Inseln wurden von den Spaniern Xoló (nach der neuen Orthographie: Joló) genannt und zu ihnen natürlich auch Basilan gerechnet, welches damals nach einem seiner Küstenorte Taguima genannt wurde. Magallanes segelte mitten durch den Archipel, Albo nennt hiebei Sulu: Soló oder Soolou, Basilan aber: Jaguima (offenbar hat Navarrete in letzterem Worte J für T gelesen), später wurde die Hauptinsel einige Mal von einzelnen Spaniern aus den Molukken aufgesucht, unter Saavedra (1529) hielt sich ein spanisches Schiff einige Zeit in Sulu auf. Basilans Nordküsten wurden noch unter Legazpi in der Zeit 1566–1571 von den Spaniern betreten, die südlichen Gestade erst 1578 von Figueróa genau untersucht, der dasselbe bei der Hauptinsel that. Figueróa sah zwar auch Tawitawi, betrat aber dessen Boden nicht, das geschah erst in den Zeiten Corcuera’s, als dessen tapfere Seehelden Almonte, Ugalde und Monforte den nach Tawitawi geflüchteten Sultan von Sulu zeitweilig belagerten.

So können wir aus dem Gesagten ersehen, dass, ungeschmälert die unsterblichen Verdienste des Magallanes, Don Juan de Salcedo es war, dem die Krone unter den Entdeckern und Conquistadoren der Philippinen gebührt. Das Innere der meisten Inseln ist noch heut’ zu Tage eine terra incognita, erst in der jüngsten Zeit begann man das Versäumte nachzuholen, und unter diesen wissenschaftlichen Conquistadoren begegnen wir auch deutschen Namen: Dr. F. Jagor, Dr. A. B. Meyer, Prof. C. Semper und Dr. Ritter von Drasche. Am wenigsten durchforscht sind Mindanao, Mindoro und Palawan, obwohl der tapfere spanische Marine-Officier und Kartograph Don Claudio Montero y Gay zur näheren Kenntniss der erstgenannten Insel sehr viel beigetragen hat.

Notes in this chapter

Note 1 · Magallanes’ Chronisten schreiben: Masava, Massana; andere Varianten sind: Dimasana, Limasana, Limasaba.Note 2 · Sógbu, Zubu, Zubuth mit Varianten wie: Çubu &c.Note 3 · P. Francisco Combes. Historia de las islas de Mindanao, Joló y sus adyacentes. Madrid 1667, p. 74.Note 4 · Man vgl. darüber: Fray Juan de la Concepcion. Historia general de Philipinas. Sampaloc (Manila) 1788–92. Bd. V, p. 378.Note 5 · Oder nur der Caragalandschaft?Note 6 · Cartas de Indias. Madrid 1878, fol. 119.Note 7 · Das Datum ist vom 24. September 1559.Note 8 · Fray Gaspar de San Augustin. Conquista de las Islas Philipinas, Madrid 1698, p. 91.Note 9 · Urdaneta wird als der erste genannt, welcher die Südsee von West nach Ost durchschiffte; eigentlich gebührt dieser Ruhm einem anderen OfficiNote 10 · Die Schreibweise Bisayer ist unrichtig.Note 11 · Man vgl. darüber: Fray Gaspar de S. Augustin, a. a. 0., p. 214 u. 515.—Fray Juan de la Concepcion. a. a. O., Bd. VIII, p. 137.—Rafael Diaz ANote 12 · Damals auch Nebuy genannt.Note 13 · Unter den „Eroberungen” in den Visayern ist immer nur die Unterwerfung der Küstenorte zu verstehen, denn die schwach bevölkerten BinnenlandsNote 14 · Diese Schreibweise mit Il „Manilla” ist ganz falsch, sie findet sich leider in vielen Lehrbüchern der Geographie.Note 15 · Vielleicht nur der Caraga-Küste (?).Note 16 · In deutschen Karten findet man: Illana-Bai, das ist entschieden falsch, denn in dem spanischen Worte Bahia Illana ist das letztere Wort ein Note 17 · Das Gebiet von Zamboanga wurde auch „Land der Subanos” (Çubanos) genannt.Note 18 · Durch den Vertrag von Zaragoza vom Jahre 1529 entsagte Kaiser Karl V. seinen Ansprüchen auf die Molukken, und da die Islas de Poniente nach Note 19 · Am 1. November 1542 verliess Villalobos den mejicanischen Hafen Navidad (Natividad) mit fünf Schiffen und 370 Mann. Am 2. Februar 1543 erreiNote 20 · Nach dieser unglücklichen Expedition verlor Kaiser Karl V. alle Lust, sich weiter mit den Islas de Poniente zu beschäftigen, sie hatten ihn Note 21 · Am 21. November 1564 verliess die Expedition die Küste Neu-Spaniens; am 9. Januar 1565 wurden die Ladronen erreicht und am 13. Februar die eNote 22 · Am 22. April verliess Legazpi Bohol, statt aber direct nach Cebú zu gelangen, wurde er nach Dapitan an der Nordküste von Mindanao verschlageNote 23 · In demselben Jahre schickte Legazpi ein Schiff nach Neu-Spanien ab, welches einen genauen Bericht des spanischen Generals an seinen König zuNote 24 · Da Cebú zu wenig Lebensmittel producirte, so verlegte Anfang 1569 Legazpi sein Hauptquartier nach dem reichen Panay und zwar an die NordküstNote 25 · 1571 erschien Legazpi in der Bai von Manila und gründete dort an der Mündung des Pasig die Hauptstadt der Philippinen, von welcher aus bald Note 26 · Mindoro und Lubang. Diese beiden Inseln wurden von Salcedo 1569 aufgefunden und erobert13, desgleichen die zwischen Mindoro und Panay liegenNote 27 · Der ältere Name Luzons lautet Lusong, wie ihn noch heute die Chinesen gebrauchen. Legazpi gab dieser grössten Insel der Philippinen den NameNote 28 · In der ersten Zeit besass diese zweitgrösste Insel der Philippinen gar keine Gesammtbezeichnung, sondern nur die Namen der einzelnen Distric
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