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Versuch einer Ethnographie der Philippinen

Note 8 — Die maritimen Entdeckungen der Spanier im Archipel der Philippinen.

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Am 21. November 1564 verliess die Expedition die Küste Neu-Spaniens; am 9. Januar 1565 wurden die Ladronen erreicht und am 13. Februar die erste Philippine, die kleine Insel Suluan, südlich von Sámar, der Legazpi den Namen Buen Señal (das gute Omen) gab. Da es nicht in meiner Absicht liegt, eine Geschichte der spanischen Eroberung der Philippinen zu geben, sondern mich nur mit der kurzen Registrirung der Entdeckungen zu beschäftigen, so erwähne ich, dass Legazpi zunächst Sámar aufsuchte und zwar den südlichen Theil, er nennt die Insel: „Ibabáo”. Von dort wandte er sich nach Leyte und landete bei dem uns schon durch Magallanes bekannten Inselchen Panaon. Da die Expedition trotz aller freundlichen Bemühungen die in die Bergwildnisse sich flüchtenden Eingeborenen zur Lieferung von Lebensmitteln nicht bewegen konnte, so entschloss sich Legazpi, am 14. März nach Mindanao zu gehen, entweder nach Butuan oder der Insel Camiguin, widrige Winde verschlugen ihn aber nach dem damals sehr schwach bevölkerten8 Bohol, so dass er auch hier keine Lebensmittel auftreiben konnte, zumal auch hier die Eingeborenen sich mit den Spaniern in keinen Verkehr setzten. Legazpi schickte nun das schnellste seiner Schiffe, den S. Juan, unter Capitän Isla nach Butuan, um mit dem Fürsten dieses Landes einen Freundschaftsvertrag abzuschliessen und Lebensmittel und Zimmt dort einzukaufen. Ehe noch Isla von seiner glücklichen Fahrt nach Butuan zurückgekehrt war, hatte Legazpi durch Vermittelung eines Steuermannes aus Borneo sich mit den Häuptlingen von Bohol befreundet und mit dem vornehmsten derselben Blutsfreundschaft (beide tranken gegenseitig ihr Blut) geschlossen. Legazpi schickte den Piloto Mayor der Flotte, Don Estévan Rodriguez, in Begleitung des borneanischen Steuermannes, mit geringer Bedeckung mit einem kleinen Fahrzeuge ab, um Cebú zu recognosciren und die Route dorthin sicherzustellen. Als dieses Schiff lange ausblieb, wurden zwei spanische Soldaten auf einem Boote der Eingeborenen dem ersteren nachgeschickt, sie kehrten mit der Nachricht zurück, dass von dem ersten Fahrzeuge nichts zu erblicken wäre, dagegen brachten sie die frohe Kunde, dass Cebú von Reichthümern strotze, bald darauf traf Rodriguez ein und bestätigte diese Nachrichten, auch Capitän Isla langte mit reicher Ladung an. Das kam zur rechten Zeit, denn schon hatten Hungersnoth und Enttäuschung (man fand nirgends Gold) die Leute unzufrieden gemacht und selbst unter dem Officierscorps den Wunsch nach einer Rückkehr nach Neu-Spanien hervorgerufen, Legazpi hatte sich genöthigt gesehen, einen Kriegsrath einzuberufen, der erst nach langen und stürmischen Debatten sich für das Bleiben entschied.

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