Achtes Buch. Gordons Christentum.
Reading edition
Eine Zeit der Ruhe war endlich für Gordon gekommen: er verbrachte sie nicht »im Bett bis Mittag« und dann mit »Austernessen«, wie er's im Sudan einmal scherzweise als sein Ideal hingestellt hatte, sondern er nahm seine Bibel und seine Meßinstrumente und ging nach Jerusalem, um die Topographie der heiligen Stätten zu erforschen. Und zwar that er dies ebenso sehr mit dem geschulten Auge des Ingenieurs, als mit dem gläubigen Herzen des Christen. Die Ergebnisse seiner Untersuchungen waren originell, wie alles an diesem Mann. Seinen eigentümlichen Ideen über Dinge, die er in Jerusalem gesehen, kann zwar nicht jeder folgen; sie sind zum Teil absonderlich; der lebendige Glaube aber, der dabei sein Herz erfüllt, ist ein leuchtendes Vorbild für uns alle. Der Bischof von Derry sagt schön: »Gordon ist zwar kein berufsmäßiger Theologe, aber er ist etwas viel Besseres; und ich meinesteils würde mich scheuen, einen zu kritisieren, an dem ich in jeder Hinsicht nur hinaufsehen kann, selbst wenn ich seiner Beweisführung nicht immer vernunftmäßig beizutreten im stande bin. Er ist uns allen ein Vorbild des Glaubens an den lebendigen Gott.«
Vier Punkte waren es hauptsächlich, die Gordon beschäftigten; erstens der wirkliche Ort der Kreuzigung; zweitens die Grenzlinie zwischen den Stämmen Benjamin und Juda; drittens die Frage, wo die Hebroniter wohnten, und viertens die Lage des Gartens Eden. Wie einer von Gordons englischen Biographen treffend bemerkt, ist's der gläubige Christ und der Mann vom Sappeur-Korps, den wir hier in einer eigentümlichen Verschmelzung von Mystizismus und mathematischem Vermessungstrieb begegnen; für den einsichtsvollen Kritiker ist es interessant, Gordons originellen, wenn gleich etwas seltsamen Gedanken zu folgen. Wir begnügen uns mit nachgehendem von mehr allgemeinem Wert.
Gordon hat in Palästina fleißig mit der Feder hantiert und im Laufe eines Jahres mehrere Tausend Briefseiten nach England geschickt. Etliche seiner Freunde, insbesondere jener Geistliche, den er in Lausanne kennen gelernt hatte, stellten dann aus diesen Briefen ein Büchlein: »Betrachtungen in Palästina« (London 1884) zusammen, das mit seinem Wissen und Willen bald nach seiner Abreise nach Khartum veröffentlicht wurde. Die Herausgabe des kleinen Buches war eine Art Vermächtnis, denn es ist bekannt geworden, daß Gordon die letzte Reise nach Khartum mit dem bestimmten Vorgefühl antrat, er werde England nicht wieder sehen. Von dem Büchlein hoffte er, es möchte »manchen Gläubigen zu neuen Gedanken anregen und dazu beitragen, daß Gottes Wohnungmachen in uns mit mehr Klarheit erfaßt werde. Das ist das große Geheimnis (Ps. 25). Er schuf uns, um ein Haus — einen Tempel — zu haben, in dem Er wohnen kann. Ohne uns ist er wohnungslos. Er bedarf unser, und wie sehr bedürfen wir seiner! Es ist mir ein Trost in meiner Schwachheit hier (in Khartum 3. März 1884) zu wissen, daß Er alles leitet, und es ist die reinste Meuterei, im Herzen oder gar mit der That gegen Seine Führung sich aufzulehnen. Möge Sein Name verherrlicht werden; möge dieses arme Volk hier gesegnet und getröstet werden; möge ich selbst gedemütigt werden, damit ich die Gegenwart Seines Geistes in meinem Herzen um so gewisser erfahren darf! Das ist mein ernstliches Gebet.«
Gordon ging weiter als die meisten Christen, die sozusagen damit zufrieden sind, daß Christus für sie genug gethan hat. Er suchte Wachstum und fand die Heiligung in der Gemeinschaft mit Gott in und durch Jesus. Daher erkannte er in den Sakramenten den von Gott verordneten Weg, dieses große Ziel zu erreichen. Nicht, daß er in der heiligen Taufe und im heiligen Abendmahl den einzigen Weg erblickte, auf dem Gottes Gnade dem Sünder zu teil werden kann, aber er verkündet ihren hohen Wert als wesentliche Bestandteile des Heiles und des christlichen Glaubenslebens. Ihm steht es fest, daß jeder Christ, Mann, Weib oder Kind, zur Priesterschaft Gottes berufen ist, und daß die Glieder der wahren Gemeinde selbst vor den Engeln durch die Gegenwart des heiligen Geistes ausgezeichnet sind, ja, daß sie wie beim Pfingstfeste des heiligen Geistes voll werden können.
Was die nachfolgende Übersetzung von Gordons Ansicht über die Sakramente anlangt, so machen wir nochmals darauf aufmerksam, daß wir es mit einem Teil der aus seinen Briefen zusammengestellten »Betrachtungen« zu thun haben, also mit seinen eigenen von Freunden zusammengetragenen Worten. Er ist daher nicht gerade für die Zusammenstellung verantwortlich, doch hat er von Khartum aus die ihm mitgeteilten Korrekturbogen gebilligt. Aus diesem Grund ist das Nachstehende auch nicht als eine erschöpfende Betrachtung anzusehen, wohl aber sind es tiefe Gedanken, die für den deutschen Leser um so merkwürdiger sind, als weder die Wiedergeburt in der heiligen Taufe, noch die wirkliche Gegenwart des Leibes und Blutes Jesu Christi im heiligen Abendmahl im allgemeinen von den englischen Christen geglaubt wird.
Die heilige Taufe.
Die Taufe geht dem heiligen Abendmahl voraus; ihr Vorbild muß daher auch in der Geschichte der ersten Menschen dem Essen der verbotenen Frucht voraus gehen.
Das Essen des Leibes und Blutes (Brot und Wein) im Sakrament dient zur Ernährung und Belebung des neuen Menschen. Es bedingt sichtbare Gestalt und äußerliche Handlung. Es schließt ein die Handlung eines Wiedergeborenen. Die Taufe wird Wiedergeburt genannt. Sie ist das Siegel der Einverleibung in den Leib Christi, die Kirche; sie wird auch ein Begrabenwerden und Auferstehen genannt, ein Ablegen des fleischlichen Leibes (Kol. 2, 11-12).
Adams Geschichte besteht aus Geschaffenwerden, Essen, Tod. Die heilenden Sakramente, Taufe und Abendmahl, sind die Fortsetzung dieser Geschichte. Nach dem Genuß der verbotenen Frucht war der Mensch tot in Übertretung und Sünde, von Gott getrennt und daher der innewohnenden Gegenwart des heiligen Geistes verlustig. Die Taufe ist das Sakrament, das den toten Menschen belebt — seine Auferweckung; der Genuß des Abendmahls erhält ihn am Leben.
Durch das verbotene Essen verfiel der Mensch dem Tode; die Taufe erweckt ihn aus dem Tode und das heilige Abendmahl nährt ihn vom Baum des Lebens.
In der Taufe wird ein Element — Wasser — eine materielle Substanz mit des Menschen Leib in äußerliche Berührung gebracht; im Abendmahl werden die Elemente, Brot und Wein, in des Menschen Leib aufgenommen.
Im Essen liegt die Verbindung des heiligen Abendmahls mit dem Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen.
Im Wasser liegt die Verbindung der Taufe mit einem vorsündlichen Ereignis, und dieses Ereignis ist die Schöpfung. Die Geschichte des Menschen ist Geschaffenwerden, Essen, Tod; Auferstehung oder Neuschaffung oder Wiedergeburt, Essen und ewiges Leben. In der Schöpfung müssen wir daher die Erklärung der Taufe suchen. »Im Anfang schuf Gott Himmel und Erde, und die Erde war wüst und leer und der Geist Gottes schwebete auf den Wassern.«
Durch das Wort Gottes wurde die Erde aus den Wassern gerufen. Das ist die Schöpfung, und wie des Menschen Leib aus Erde gemacht ist, so darf man sagen, daß er aus den Wassern hervorgerufen worden ist durch das Wort Gottes, durch den heiligen Geist.
Hierin liegt die Analogie zwischen der Schöpfung, dem Ruf ins Leben, und der Taufe. Die Erde war tot sozusagen bis sie ins Leben gerufen wurde. So ist der Mensch tot sozusagen bis er wiedergeboren wird. Der Zustand der Erde vor der Schöpfung war ein toter. Der fleischliche Mensch ist tot. Der Zustand der Erde vor der Schöpfung war gleich dem Zustand des Menschen, als der Engel ihn aus dem Garten trieb.
Was Gottes Wort durch den heiligen Geist an der Erde vollbrachte, als es wüste, leer und finster auf der Tiefe war, das muß am fleischlichen Menschen vollbracht werden, ehe er leben kann. Durch den Ruf Christi und die Arbeit des Geistes kommt er zur Erkenntnis, daß er in einem Zustand der Sünde und Finsternis tot ist; und das äußere Zeichen solcher Erkenntnis ist, daß er getauft, bildlich untergetaucht wird ins Wasser, das seine Rückkehr ins Nichtssein bedeutet und somit die Neuschaffung ermöglicht.
Und wie die Erde einst mit Wasser bedeckt und tot war, so bedeckt die Taufe den Menschen bildlich mit Wasser, um seinen Tod anzudeuten, um öffentlich zu bezeugen, daß er den Tod als seinen Lohn anerkennt; und wie die Erde als eine neue Schöpfung aus dem Wasser hervorging, so ist der Mensch nach der Taufe eine neue Kreatur und dazu geschickt, vom Baum des Lebens im heiligen Abendmahl sich zu nähren.
Ich sage damit nicht, daß die Taufe als äußerliche Handlung den Menschen vom Tod errettet, wie ich auch nicht sage, daß das Abendmahl einem andern als dem gläubigen Empfänger ein Genuß zum Leben ist. Die Taufe ist ein Auferstehen vom Tod, und das Abendmahl ist ein Genuß zum ewigen Leben. Die Taufe an sich macht den Menschen nicht zum Christen. Wer nicht vorher ein Christ ist, der wird es nicht durch die Taufhandlung. Nach Röm. 4, 10. 11 war die Beschneidung das Siegel eines Bundes, dem Abraham durch den Glauben schon angehörte; ebenso ist die Taufe das Siegel eines bereits bestehenden Bundes, welcher ist ein Bund des Glaubens und des Innewohnens des heiligen Geistes.
Und wie der Gläubige im Abendmahl des Leibes und Blutes Christi teilhaftig wird, so wird der Gläubige in der Taufe aus dem Tod erweckt, er empfängt im Wasserbad die Vergebung der Sünde und die Einwohnung des heiligen Geistes, der schon an ihm gearbeitet hat; denn wie könnte er glauben, wenn der heilige Geist seine Seele nicht in den Stand setzte, zu bekennen, daß Jesus der Herr ist!
Ich hebe es noch einmal hervor, daß 1) in der heiligen Taufe das Element des Wassers mit dem Körper in äußerliche Berührung gebracht wird; daß 2) im heiligen Abendmahl Brot und Wein in den Körper aufgenommen werden; daß 3) das heilige Abendmahl in dem ersten Essen (der verbotenen Frucht) sein Gegen- und Vorbild hat und daß es 4) höchst wahrscheinlich ist, daß das andere Sakrament, die Taufe, in analoger Weise auf ein vorsündliches Ereignis sich bezieht. Mir ist schon lange der Gedanke gegeben worden, daß das dritte Kapitel des Evangeliums Johannes so zu verstehen ist, daß zwischen der natürlichen und der neuen Geburt ein Sterben liegt. Nikodemus verstand das nicht (V. 4), so klar es scheint. Er meinte, daß das Fleisch geheilt und für den Himmel geschickt gemacht werden könnte. Es war ihm unverständlich, daß der natürliche Mensch, weil getrennt von Gott, wirklich tot ist. Die Taufe ist also ein offenes Bekenntnis, daß der natürliche Mensch hoffnungslos schlecht und tot ist und nichts Gutes zu thun vermag; und daß sie bildlich ein Begrabenwerden des natürlichen Menschen und eine Neuschaffung oder Auferstehung vom Tod enthält. Im Abendmahl verkünden wir Christi Tod; die Taufe verkündet, daß der Mensch im natürlichen Zustand tot ist und vom Tod erstehen muß. Ein neugeborenes Kind ist tot in Gottes Augen, die Eltern aber, die es im Glauben zur Taufe bringen, empfangen (an seiner Statt) die Verheißung.
Ich kann nicht umhin, dafür zu halten, daß beide, die Taufe und das heilige Abendmahl, mit des Menschen Leib zu thun haben, denn die Elemente in beiden Fällen sind von dem Leib nicht zu trennen. Die Elemente werden in der Taufe äußerlich, im Abendmahl innerlich angewandt.
Der aber ist nicht ein Jude, der auswendig ein Jude ist, auch ist das nicht eine Beschneidung, die auswendig im Fleische geschieht (Röm. 2, 28. 29). Und ebenso bei der Taufe: der Mensch ist nicht darum ein Christ, weil er getauft ist. Kann einer nicht glauben ohne getauft zu sein, und kann in diesem Fall sein Nichtgetauftsein nicht als Getauftsein angesehen werden? Es giebt viele Stellen in der Schrift, die es klar zeigen, daß die Taufe an sich ohne Glaube kein nütze ist; und daraus erkennen wir, warum viele, die getauft sind, den heiligen Geist nicht haben.
Meiner Meinung nach hätten sich die Ausleger, welche über Taufe und Abendmahl geschrieben haben, manchen Irrweg gespart, wenn sie die drei ersten Kapitel des ersten Buches Mose besser erwogen hätten. Mir hat es seit Jahren Gedanken gemacht, was von der Taufe zu halten ist, doch ist es mir schon vor etlichen Jahren klar geworden, daß zwischen zwei Geburten ein Tod liegen muß (Joh. 3). Ich halte dafür, daß im Taufwasser die Sündenschuld zurückbleibt, so wie natürliches Wasser die Unreinigkeit der Gegenstände zurückbehält, die darin gewaschen werden. Es scheint mir aber nicht, daß der heilige Geist das Wasser in anderer Weise als Träger benutzt, als indem er es wirksam macht, die Sünde abzuwaschen. Als Jesus (der, obgleich ohne Sünde, sich als Mensch der Taufe unterzog) aus dem Wasser heraufstieg, kam der heilige Geist über ihn. Gott ist aber nicht an die Taufe gebunden, denn Johannes war voll des heiligen Geistes von Mutterleibe an, und Kornelius hatte den heiligen Geist empfangen vor der Taufe. Die Gläubigen gehen als Kinder Adams ins Taufwasser und gehen als Kinder Gottes daraus hervor.
Die Unterlassung der Taufe in gewissen Fällen anlangend, so fiel der heilige Geist auf Kornelius, ehe er getauft war (Apostelgesch. 10, 44). Mag auch jemand das Wasser wehren, daß dieser nicht getauft werde? Als Petrus und Johannes hinunter nach Samaria gingen (Apostelgesch. 8, 15-16), fanden sie, daß auf des Philippus Predigt hin die Leute glaubten und sich taufen ließen, sie empfingen den heiligen Geist aber erst durch der Apostel Handauflegung.
Aus diesen beiden Stellen ersehen wir, daß der heilige Geist nicht notwendigerweise mit der Taufe dem Täufling gegeben wurde, daß er aber auch nicht dem gläubigen Ungetauften versagt war. Paulus beschnitt Timotheus um der Juden willen (Apostelgesch. 16, 3). Die Beschneidung ist nichts und die Vorhaut ist nichts, sondern Gottes Gebot halten (1 Kor. 7, 19). Um der Juden willen beschneidet Paulus zwar den Timotheus, den Titus aber (Gal. 2, 3) will er nicht beschneiden. Dies zeigt, daß er nach der jedesmal von Gott ihm gegebenen Einsicht handelte. Indem er den Timotheus beschnitt, fügte er sich dem Urteil der Juden, gegen welches zu verstoßen er sich gewissermaßen fürchtete; oder warum hätte er sonst diesen jüdischen Gebrauch vollzogen? Wenn ich sage, daß er fürchtete, den Juden Anstoß zu geben, so meine ich damit, daß Gott ihm die Einsicht verlieh, daß es, um weiser Absichten willen und zur Vermeidung der Uneinigkeit recht sei, sich zu fügen. Ich glaube daher, daß wir z. B. gerechtfertigt wären, die Taufe bis auf weiteres zu unterlassen, wo der öffentliche Fanatismus sich dagegen auflehnt. Denn die Taufe macht einen nicht zum Christen, so wenig wie die Beschneidung einen zum Juden macht. Das bildliche Ausziehen des Fleisches durch die äußerliche Taufe ist nicht mehr nütze, als das bildliche Abthun der Unreinigkeit des Fleisches durch die äußerliche Beschneidung.
Wie bereitwillig gewährte Paulus dem Kerkermeister die Taufe (Apostelgesch. 16, 33). In derselben Stunde der Nacht, als dieser ihm die Striemen abwusch, verkündete ihm Paulus das Wort des Herrn und taufte ihn alsbald. Der Kerkermeister wusch des Apostels Striemen, und der Apostel wäscht ihm im Wasserbad die Sünden ab. Die Apostelgeschichte ist in erster Linie ein Missionslehrbuch; warum sind wir denn so vorsichtig mit der Taufe unter den Heiden? Fehlt uns selber der rechte Glaube? Paulus taufte in jener Nacht nicht nur den Kerkermeister, sondern alle, die in seinem Hause waren. Zu Philippi, der Hauptstadt des Landes (Apostelgesch. 16, 12), war das Gefängnis gewiß groß und es waren ohne Zweifel viel Leute in des Kerkermeisters Haus. Da drängt sich einem wohl die Frage auf, ob der Kerkermeister und alle, die in seinem Hause waren, alle die Katechismusfragen unserer heutigen Missionare hätten beantworten können!
Was hat der Mensch durch jenes erste verbotene Essen verloren? (Ich brauche nicht gern das Wort »Sündenfall« — die Schrift nennt es nicht so.) Er verlor den heiligen Geist. Was gewinnt der Mensch im andern Essen? Er gewinnt den heiligen Geist. Es ist von Wert hierüber nachzudenken.
Der Verlust des heiligen Geistes ist Trennung von Gott, Tod; so sind wir in Gottes Augen von Natur tot, und wenn wir in das Taufwasser untergetaucht werden, so bekennen wir uns bildlich tot bei dem Begräbnis im Wasser.
Adam, der erste Mensch, entstieg dem Wasser der ersten Schöpfung. Er sündigte, das ganze menschliche Geschlecht war in ihm und starb in ihm, somit sind wir alle tot in den Augen Christi und verfallen damit der Gemeinstatt aller, dem Grab, dem Orte der Toten. Wir bekennen, daß wir beim Hineingehen ins Wasser der Taufe dasselbe sind, was Adam war. Wir gehen mit dem neuen Adam, Christus, als neue Kreatur aus der Taufe hervor. In ihm sind wir nicht länger tot; wir leben. Unser Hervorgehen aus der Taufe ist unser Auferstehen, und in Ihm erhalten wir (was wir vorher verloren hatten) den heiligen Geist, welcher unser Leben ist.
In Adam sind alle Menschen geschaffen, sie sterben mit ihm, werden zu Staub und gelangen an einen Ort, aus welchem sie alle kamen. Was ist der Sammelplatz aller Menschen? — Das Grab. Christus aber, der zweite Adam, versammelt uns aus dem Grab in ihm selber, in der neuen Geburt. Indem wir im Taufwasser untertauchen, verbildlichen wir unsern Zustand; und indem wir uns so bildlich ins Grab des Wassers legen, können wir daraus als neuer Mensch zu Christus gesammelt werden. (Im Griechischen steht das Wort [Greek: synagôgê] [Sammlung], gebraucht von dem Sammeln der Wasser ebenso wie [Joh. 11, 52] für das Zusammenbringen der Kinder Gottes, die zerstreut waren.) Die Taufe besagt im Bild, daß wir im Taufwasser in den ersten Zustand 1 Mos. 1 zurückkehren, und im neuen Adam, Christus, gehen wir daraus hervor. Wir kosten vom Baum des Lebens. Wir gelangen zur Auferstehung, die sich im 22. Kapitel der Offenbarung abspiegelt, wo von einem Strom die Rede ist und vom Baum (Holz) des Lebens, von Gott und dem Lamme.
Ehe der heilige Geist in uns erneut wird (es ist auf dieses Wort zu achten, denn es deutet an, daß der Mensch ihn einmal besessen und dann verloren hat), müssen wir im Bild begraben werden, müssen unsern Tod und unsern hoffnungslosen Zustand erkennen. Denn wie das Salböl nicht aus das Fleisch gegossen werden kann, so kann der Fleischlichgesinnte den heiligen Geist nicht empfangen. Fleischlichgesinntsein ist eine Feindschaft wider Gott und kann den heiligen Geist nicht empfangen (Röm. 8, 7 und 9, ein gar ernstes Wort!).
In der Taufe wird der natürliche Leib in der Erwartung gesäet, daß der geistliche Leib auferstehe. In der Taufe bekennen wir uns zur Notwendigkeit solchen Säens; wir bekennen, daß wir in natürlichem Zustand zu nichts nütze sind als (mit dem verweslichen Körper) gesäet und begraben zu werden.
Der erste Adam wurde ins Leben gerufen und starb und ist bildlich in der Taufe begraben. Der zweite oder letzte Adam, Christus, ist der lebendigmachende Geist (der Herr vom Himmel), der von den Toten auferweckt.
Die Taufe ist eine Auferstehung aus der Verwesung. Die Taufe ist eine Auferstehung aus der Unehre. Die Taufe ist eine Auferstehung aus der Schwachheit.
(1 Kor. 15.)
Wir ersehen hieraus, daß die Taufe eine wichtige Sache ist. Denn die wahre Taufe, sei es bei unmündigen Kindern durch ihre Stellvertreter, die Paten, so diese gläubig sind, sei es bei Erwachsenen, ist der Bedeutung nach nichts anderes als ein Bekenntnis, daß das Fleisch nichts Gutes zu vollbringen vermag. Und mir scheint, daß diese Ansicht eine Stütze für die Kindertaufe ist, denn es handelt sich darum, etwas das tot ist und das sich nicht selbst helfen kann zu begraben. Ein kleines Kind ist tot hinsichtlich des eigenen Willens u. s. w.; indem es nun bildlich durch seine gläubigen Stellvertreter in der Taufe begraben wird, ergiebt sich hieraus die Hoffnung, daß es in Christo auferstehen wird — ja unser Glaube an Gott kann nicht anders als dies glauben.
Wenn es sich um einen Erwachsenen handelt, der von seiner fleischlichen Natur frei werden möchte, an Christus glaubt und getauft wird, so glaube ich, daß ein solcher den heiligen Geist in seinem Leibe empfängt. Die Elemente des Segens, dessen er in seinem Leibe teilhaftig wird, sind in dem einen Falle Brot und Wein, in dem andern ist es Wasser, in welchem er den fleischlichen Leib ablegt. In beiden Sakramenten sind die Elemente stofflich, und beide sind geheiligt für den Leib durch den heiligen Geist: das eine zur Erhaltung des neuen Lebens in Christo, das andere zur Auferstehung von den Toten in Christo, welcher ist der neue Adam.
War nicht das Essen der verbotenen Frucht ein Zerreißen der Einheit mit Gott und, infolge davon, die Bildung einer Einheit mit dem Satan? Und was ist der Glaube anderes als eine Fähigkeit, die unmittelbar aus der Gegenwart des heiligen Geistes kommt? »Niemand kann Christus einen Herrn heißen, ohne durch den heiligen Geist,« auch andere Stellen beweisen dies. Der Glaube ist eine unmittelbare Wirkung der Einwohnung des heiligen Geistes. Da kann kein Glaube sein, wo der heilige Geist nicht seine Wohnung hat. Einer der sagt, er glaube an Christus, aber nicht an die Gegenwart des heiligen Geistes in ihm selber, ist entweder ein Lügner und Ungläubiger, oder er macht Gott zum Lügner.
Daraus folgere ich, daß jedes Wort, jede That, jeder Gedanke, der nicht aus der Gemeinschaft mit Christus durch den heiligen Geist entspringt, genau dasselbe ist, was das Essen der verbotenen Frucht war. Andererseits ist jedes Wort, jede That, jeder Gedanke, der durch den heiligen Geist in der Gemeinschaft mit Christus wurzelt, ein Essen vom Baum des Lebens.
Ferner, gleichwie das Essen der verbotenen Frucht sowohl durch Wort oder Gedanken, als durch die That geschehen kann (im verbotenen Essen im Paradies gipfelten Gedanke und Wort in der That), so kann das Essen von dem Baum des Lebens, Christus, auch durch Wort und Gedanke geschehen, ist aber wesentlich eine That. Das Einssein mit Christus durch die Einwohnung des heiligen Geistes ist das A und O alles Lebens, und diese Anschauung empfiehlt sich selbst unserer Vernunft. Das Ergebnis dieses Einsseins ist ein Fruchtbringen. Es bedarf keiner Anstrengung; wenn wir das Einssein suchen und pflegen, so müssen die Früchte des heiligen Geistes die natürliche Folge sein.
Nur durch den heiligen Geist ist Leben oder Gemeinschaft mit Christo möglich. Die Erlösung oder die Wohlthat des Sühnopfers unseres Herrn kann nur dann von uns erfaßt werden oder uns zu gute kommen, wenn der heilige Geist in uns wohnt. »Wer aber Christi Geist nicht hat, der ist nicht sein.« Röm. 8, 9. Wer das nicht hat, was die Gemeinschaft ausmacht, kann nicht mit Christo vereinigt sein. Und es ist klar, daß die Ausgießung des heiligen Geistes erst die Folge von Christi Leiden war; er konnte nicht eher herkommen, als bis Christus aufgefahren war. Nach Christi Himmelfahrt kam der heilige Geist hernieder, nicht vorher.
Wie mancher bekümmerten Seele wäre es ein unaussprechlicher Segen zu wissen, daß der einzige Weg, um heilig oder Christus ähnlich zu werden, der ist, die Gegenwart des heiligen Geistes in uns zu suchen und zu pflegen. Die Früchte leugnen, welche der heilige Geist bringt, hieße die Gottheit des heiligen Geistes leugnen. Wenn ich daran denke, wie lange ich in der Irre ging und wie nutzlos ich mich abmühte am alten Menschen zu flicken, so kann ich nicht genug Nachdruck hierauf legen. Menschlich geredet, was für ein Segen wäre es für mich gewesen, wenn einer mir mit dem Wort zu Hilfe gekommen wäre (es steht übrigens deutlich genug in der Bibel): ›Suche du des heiligen Geistes in dir selbst gewiß zu werden und kümmere dich sonst um nichts!‹ Wer an Christum glaubt, der hat Gott den heiligen Geist lebendig in sich. Diese Wahrheit im täglichen Leben zu pflegen ist alles was wir nötig haben, und Er nährt uns durch die Schrift. Alles übrige kommt dann von selbst.
Über die Verbindung zwischen dem Sündenfall und dem heiligen Abendmahl.
In einem jüdischen Schulbuch fand ich die Geschichte des sog. Sündenfalles ausgelassen, und als ich einen Rabbiner darüber fragte, sagte er mir, daß die Juden dieselbe nicht als etwas Wirkliches anerkennen, sondern alle ihre Gebrechen aufs goldene Kalb zurückführen. Das ist begreiflich, denn sie meinen, sie können durchs Gesetz gerecht werden, indem sie aber das goldene Kalb als den Grund ihres Sündenfalles ansehen, ist ihnen der Sündenfall ein jüdisch-nationales Ereignis.
Betrachten wir den Sündenfall.
Der Baum des Erkenntnisses des Guten und Bösen war ein Baum, an dem man lernen konnte, was gut und was böse ist. Indem der Mensch von diesem Baum aß, wurde er wie Gott, denn Gott der Herr sprach: Siehe Adam ist geworden wie unser einer und weiß, was gut und böse ist.
Auch ist zu bemerken, daß das Verbot, von dem Baum zu essen, gegeben wurde, ehe das Weib aus Adams Rippe gebaut war; so daß Eva im Garten erschaffen wurde und Adam außerhalb desselben. Und Adam wurde aus dem Garten getrieben; der Eva geschieht dabei keine besondere Erwähnung. Dem Weib wurde kein Grund angegeben. Zu Adam sprach Gott: »dieweil du gegessen hast.« Die Strafe des Essens, der Tod, »du mußt sterben,« muß in Beziehung gebracht werden zu dem Worte »weil du gegessen hast, verflucht ist der Acker, bis daß du wieder zu Erde werdest, davon du genommen bist. Denn du bist Erde und sollst zu Erde werden.«
Eph. 2, 2. »In welchen (Sünden) ihr weiland gehandelt habt, nach dem Lauf dieser Welt, nach dem Fürsten, der in der Luft herrschet, nämlich nach dem Geist, der zu dieser Zeit sein Werk hat in den Kindern des Unglaubens.« Der Fürst, der in der Luft herrschet, der Satan, hat also sein Werk in den Kindern des Unglaubens (Ungehorsams), und er begann dieses Werk im Menschen, als der Mensch im Ungehorsam gegen Gott von der verbotenen Frucht aß.
Wir dürfen annehmen, daß wenn Gott dem Menschen mit einer einzigen Ausnahme alles gewährte, eben diese Ausnahme ihren Grund in dem dem Menschen drohenden Schaden hatte. Hätte Eva nicht von dem, was verboten war, gegessen, dann hätte der Geist des Ungehorsams, Satan, sein Werk in ihr nicht beginnen können. Und wir mögen es betrachten wie wir wollen, so viel ist klar, daß sie durch die Thatsache ihres Essens dem Satan die Thür öffnete und er in ihrem Herzen Eingang fand.
1 Kor. 10, 20 zeigt, daß den Götzen opfern einer Gemeinschaft mit den Teufeln gleichkommt: »was die Heiden opfern, das opfern sie den Teufeln und nicht Gott. Nun will ich nicht, daß ihr in der Teufel Gemeinschaft sein sollt«.
Der gesegnete Kelch aber ist die Gemeinschaft oder das Teilhaftigwerden des Blutes Christi. Das Brot, das wir brechen, ist die Gemeinschaft oder das Teilhaftigwerden des Leibes Christi, 1 Kor. 10, 16.
Das Trinken vom Kelch des Herrn ist die Anteilnahme an des Herrn Tisch; und das Trinken von der Teufel Kelch ist die Anteilnahme an der Teufel Tisch. Durch dieses ganze Kapitel zieht sich die Gegenüberstellung von zweierlei Essen, von zweierlei Opfern, und von zweierlei Folgen solchen Essens (d. i. solcher Anteilnahme), von zwei Genossenschaften, zwei Gemeinschaften, welche in der Thatsache von zweierlei Essen und den Folgen solchen Essens gipfeln, nämlich die Gemeinschaft mit dem Wesen, an dessen Tisch der Mensch sozusagen sich setzt, welche Gemeinschaft ein Teilhaftigwerden der Eigenschaften dieses Wesens bedeutet.
Mögen wir nun über die Bedeutung der Worte streiten wie wir wollen, so läßt sich's nicht hinwegerklären, daß nach Joh. 6, 56 Christus in dem Menschen wohnet, der sein Fleisch ißt und sein Blut trinkt; und nach dem 53. Vers dieses Kapitels haben wir kein Leben in uns, so wir das nicht thun. Darnach ist es klar, daß dieses Essen sein Wohnungmachen in uns bedeutet; während nach 1 Kor. 10 ebenfalls klar ist, daß solche, die den Teufeln opfern (oder mit ihnen Gemeinschaft haben, was nach V. 20 dasselbe ist), auch den Teufeln in sich Wohnung verstatten. Nun kann darüber kein Zweifel sein, daß Evas Essen vom verbotenen Baum eine Gemeinschaft mit dem Teufel war, erstens darum, weil der Satan wirklich mit ihr verkehrte, zweitens weil es nicht eine Gemeinschaft mit Gott war, und drittens weil es im Geist des Ungehorsams geschah. Dabei lasse ich alle Opfer des mosaischen Ceremonialgesetzes außer Frage und beschäftige mich nur mit dem Sündenfall und der Wiederherstellung des Zustandes vor dem Fall, in welcher der Hauptpunkt das Sakrament ist, durch welches wir des Herrn Tod verkünden, bis daß Er kommt.
Wir glauben, daß Brot und Wein kraft göttlicher Einsetzung die werkzeugliche Ursache des geheimnisvollen Teilhaftigwerdens Christi ist, wodurch Er ganz unser wird und wir so eng mit ihm verbunden werden, als sein Fleisch sein Fleisch und sein Blut sein Blut ist. Durch Brot und Wein, durch das Essen und Trinken seines Leibes und Blutes, d. h. durch die thatsächliche Handlung solcher Nießung wird das feste Band geknüpft. Dabei glauben wir nicht, daß das Brot Fleisch wird und der Wein Blut, so wenig als die verbotene Frucht verwandelt worden ist.
Ich denke, es steht fest, daß der Fürst, der in der Luft herrschet, darum Eingang in uns fand und in den Kindern des Unglaubens sein Werk hat, weil Eva und Adam von der verbotenen Frucht aßen. Sie traten aus der Gemeinschaft mit Gott und wurden der Gegenwart des heiligen Geistes verlustig, durch den wir Gemeinschaft mit Gott haben. Dies führt zur Wiederherstellung in Christo, wenn er uns die Gemeinschaft mit dem heiligen Geist wiederherstellt, »die Verheißung des Vaters« und ein Unterpfand des Erbes. Nach Rom. 8, 11 wird der Geist des, der Jesum von den Toten auferwecket hat, unsere sterblichen Leiber lebendig machen durch den Geist, der in uns wohnet. Ich denke mir, daß der heilige Geist zuerst mit der Seele in Gemeinschaft ist, und daß Er dann durch die erweckte Seele den sterblichen Leib auferweckt. Da der heilige Geist nur in geistiger Weise an der Seele arbeiten kann, die geistiger Natur ist, so fragen wir, auf welche Weise kann der Leib erfaßt werden, der durch eine thatsächliche Handlung (durch Essen) der Gewalt des Bösen anheimfiel? Ich beantworte diese Frage mit aller Vorsicht, aber es erscheint mir sowohl vernunft- als schriftgemäß, daß er durch dasselbe Mittel auch wieder geheilt wird, das den Fall bewirkte und dem Teufel den Zugang verstattete, nämlich durch Essen.
Das Sakrament von des Herrn Nachtmahl steht in enger Verbindung mit der Auferstehung des Leibes. »Wer mein Fleisch isset und trinket mein Blut, der hat das ewige Leben, und ich werde ihn am jüngsten Tage auferwecken.« Und wir wissen, daß, so wir würdig zu seinem Sakrament kommen, wir seinen Leib in unsern Leib und sein Blut in unser Blut empfangen zur Reinigung von aller Sünde. Wäre es denkbar, daß unsere Leiber je umkommen könnten, nachdem sie einer so engen Gemeinschaft mit der Gottheit teilhaftig geworden sind, als das Essen seines Leibes und das Trinken seines Blutes in sich schließt?
Wir müssen annehmen, daß der Leib beim Sündenfall in vorzüglichem Maße thätig war, denn er genoß thatsächlich, was verboten war, und hier bei diesem zweiten Essen ist ebenfalls der Leib in demselben Maße thätig. Beim ersten Essen brachte der Leib die Seele zum Opfer (denn der Seele konnte es an sich nichts verschlagen, ob gegessen wurde oder nicht); beim zweiten Essen bringt die Seele den Leib zum Opfer. Beim ersten Essen trug der Leib den Sieg davon; beim zweiten Essen bleibt der Seele der Sieg.
Warum sind wir alle so tot? Warum wird unser Fleisch nicht belebt? Viele unter uns sind wahre, ernste Christen. Warum sind sie so trübselig? Sie haben die Barmherzigkeit Gottes in Christo erfahren, aber es ist, als ob die Seele bei ihnen an einen Leichnam gefesselt wäre — an ihren Leib. Sie glauben oder hoffen, daß sie ihrer Seligkeit gewiß sind, aber sie werden dieser Gewißheit nicht froh. Warum schleppen sie den toten Leib mit sich herum? Er atmet den Geruch des Verderbens aus, er ist träge und beschwerlich. Kann er nicht zum Leben gebracht werden? Wahrlich ich glaube, der Grund des Übels liegt in der Mißachtung des heiligen Abendmahls. Wenn er auch ein toter Leib ist, so kann er doch essen; und wenn die Seele durch den heiligen Geist zum Leben erweckt ist, warum sollte sie den toten Leichnam nicht zu bewegen suchen, den Leib und das Blut Christi in sich aufzunehmen, woraus ihm Leben zu teil werden wird. Es mag zuerst nur ein schwaches Fünklein sein, ja es mag scheinen, als ob er nur um so mehr Verwesung von sich ausscheide, aber er wird bald voll Leben sein und dieses Leben wird das ewige Leben sein. Er wird den Tod nicht schauen, sondern die Auferstehung des Lebens.
Was für Vorbereitung ist nötig um zu essen? Ich meine, wenn ein Baum mit einem Zaun zu umgeben ist, so ist es der Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen, denn dieser Baum existiert noch immer. Aber hüten wir uns, den Baum des Lebens einhegen zu wollen! Gott selbst hat uns den Weg dazu in Christo bereitet. Es ist gar nichts nötig als das eine: »Ich bin krank; ich möchte gesund werden; ich hasse und verabscheue mich selbst; ich habe nur schwache Hoffnung, daß es mir Segen bringen wird, aber ich will Ihm vertrauen, und zu seinem Gedächtnis will ich thun, was Er mich thun heißt.« Kann jemand am Erfolg zweifeln? In Summa — nichts ist nötig als erstens Kranksein, zweitens Verlangen nach Gesundheit und drittens Gehorsam gegen des Herrn Gebot.
Ich glaube, die meisten geben das erste und das zweite zu. Warum nicht auch das dritte? Es ist so gar wenig, und wie unendlich ist der Segen. Zweifelst du, so laß mich dich an die verbotene Frucht erinnern; wie gering schien die Übertretung, und die Folgen waren derartige, daß der allmächtige Gott selbst ins Fleisch kommen und den Tod leiden mußte, um den Schaden zu heilen.
Du solltst nicht davon essen. — Nehmet, esset.
Was für Anstrengungen machen die Menschen, um körperliche Leiden zu heilen, was für Summen läßt man es sich kosten. Welche Krankheitsdiagnosen werden gemacht und doch — selbst die wirksamsten Arzneien können das sichere unausbleibliche Ende nur um ein kurzes hinausschieben. Wahrlich, wenn man es sich so angelegen sein läßt, körperliche Leiden zu untersuchen, wie viel mehr sollte man die Ursache und das Heilmittel der geistlichen Krankheit erforschen. Denn daß wir geistlich krank und nicht so sind, wie wir sein sollten, daran zweifelt wohl keiner.
Wenn im natürlichen Leben ein Gift in den menschlichen Körper geraten ist und ihn mit seiner schädlichen Wirkung durchdringt, so muß in denselben Körper ein Gegengift aufgenommen werden, um mit seinen heilenden Kräften jene bösen Folgen zu vernichten.
Einer, der vergiftet ist, fragt nicht lange, auf welche Weise das Gegengift wirkt; er versteht die gute Wirkung des Gegengiftes vielleicht so wenig, als er die schädliche Wirkung des Giftes zu erklären weiß; er weiß nur, daß er leidet und geheilt werden möchte. Er nimmt das Gegengift in gutem Glauben; vielleicht hat er auch das Gift sozusagen in gutem Glauben genommen, denn im allgemeinen sucht der Mensch sich nicht selbst zu vergiften. Der Mensch sucht auch nie das Böse, weil es böse ist; er sucht vielmehr etwas (vermeintlich) Gutes im Bösen. Es genügt dem Menschen also zu wissen, daß er geistlich vergiftet ist, um Heilung zu begehren.
Ist es ein Zufall, daß das erste Gebot Gottes, das Er dem Menschen gab, und eines der letzten Gebote Christi an seine Jünger, und durch sie an die ganze Welt, beides von einem Essen handelt? Gott sprach: »Du sollst nicht davon essen« — Jesus spricht: »Nehmet, esset, das ist mein Leib!«
Eine wirkliche Substanz (Brot) soll in den vergifteten Körper aufgenommen werden, und zwar nach dem Gebot des Herrn, und sie ist der Träger, durch welchen Christus dem vergifteten Körper seine göttlichen Eigenschaften mitteilt; gerade so, wie die verbotene Frucht der Träger war, durch welchen der Teufel dem Körper seine bösen Eigenschaften mitteilte und ihn vergiftete.
Der Mensch aß in völliger Unwissenheit hinsichtlich der Folgen des Essens von der verbotenen Frucht, denn er konnte nicht wissen, was der Tod sei; ebenso kann der Mensch in völliger Unwissenheit hinsichtlich der Folgen vom Brot des Sakraments essen.
In jenem Fall aß er im Vertrauen auf sich selbst und im Mißtrauen gegen Gott und in Gemeinschaft mit dem Teufel.
In diesem Fall soll er im Vertrauen auf Gott und im Mißtrauen gegen sich selbst essen und in Gemeinschaft mit Gott.
Der Welt ist dieses wie jenes eine Thorheit, aber es ist Weisheit bei Gott.
Wir sagten vorhin, der Mensch sucht nie Böses, weil er böse ist, sondern er sucht (vermeintlich) Gutes im Bösen. Eva suchte Gutes in der verbotenen Frucht, aber sie suchte es im Vertrauen auf sich selbst und im Mißtrauen gegen Gott.
Ein kleines Kind kann verstehen, daß es ein Heilmittel braucht, wenn es krank ist, und nimmt selbst eine widrige Arznei von seiner Mutter, weil es ihr vertraut. Der Mensch kann deshalb das sakramentale Gegengift verstehen, wenn er weiß, daß er geistlich vergiftet ist; aber der höchste Verstand kann weder ergründen die Tiefe des ersten Bundes mit Satan, noch die des zweiten Bundes mit Christus.
Ich frage nun, was ist nötig, damit der Mensch esse von diesem Sakrament? Nichts, als daß er seine geistliche Krankheit erkenne und geheilt werden möchte. Die meisten Menschen wissen es auch wohl, daß sie krank sind, und wären auch gern gesund.
Warum wird das Gegengift im Sakrament so vernachlässigt? weil es so einfach ist, darum hält es die Welt für Thorheit und des Herrn Tisch ist verachtet. (Mal. 1, 7.)
Zum Schluß noch die Frage: ist nicht das Abendmahl des Herrn das einzige aus der sichtbaren Kirche, was auch im Himmel bleiben wird? (Luk. 22, 18.) Es ist wesentlich das Hochzeitsmahl der Kirche; es ist das äußerliche Pfand des gegenseitigen Einwohnens des Menschen in Gott und Gottes im Menschen. (Offenb. 3, 20.)
Mit solchen Gedanken beschäftigte sich Gordon während jenes Ruhejahres im heiligen Land. Im Juli schrieb er seinem Freund: »Es ist ein Gefühl der Ermattung über mich gekommen, nicht der Unzufriedenheit, aber ein Verlangen, die Bürde abzuwerfen. Ich glaube, daß es gut für mich ist, hier zu sein, sonst wäre ich ja nicht hier, und Gott schenkt mir tröstliche Gedanken, aber der Körper ermattet, und es scheint mir ein selbstsüchtiges Leben. Doch sind alle Forschungen, die ich hier mache, interessant, und mein gottgeschenkter Glaube verhindert mich, es für ein nutzloses Leben zu halten.« Es ist die Energie des Mannes, die hier zum Vorschein kommt; er will nicht nur glauben, er will seinen Glauben auch bethätigen. Bei den Londoner Maiversammlungen 1885 hat Missionar Hall aus Jaffa einer großen Versammlung unter atemloser Stille von seinem acht Monate langen Umgang mit Gordon erzählt. In den ersten Tagen ihrer Bekanntschaft sagte Gordon zu ihm: »Ich habe keine rechte Ruhe, ich bin in dieses Land gekommen, um eine Zeit lang in der Stille zu sein, mich mehr mit dem Wort Gottes zu beschädigen und nebenher die heiligen Stätten zu untersuchen. Aber es befriedigt mich nicht; ich bin unruhig, ich muß etwas für Gott thun. Glauben Sie, wenn ich nach Jaffa käme, daß ich dort Arbeit finden könnte?« Die Folge der bejahenden Antwort des Missionars war, daß Gordon sich in Jaffa einmietete. »Eines Tages,« erzählte Hall, »erhielt ich ein Schreiben von dem Komitee des Inhalts, daß ein Missionshaus in Nablus (Sichem) errichtet werden sollte und daß Baupläne einzusenden seien. Ich schrieb an den Missionar Fallscheer in Nablus, worauf dieser mich in Jaffa besuchte und es beklagte, daß er nichts vom Baufach verstehe. In Jaffa gebe es keinen Baumeister, und sich bei einem Baumeister in Jerusalem Rats zu holen, sei eine kostspielige Sache. Ich gab das zu und entgegnete: »Es ist eben ein Mann hier, der sich aufs Planzeichnen versteht; ich weiß zwar nicht, ob man ihn damit belästigen darf — wir wollen es aber versuchen.« Und so begaben wir uns in Gordons Wohnung. Wir hatten uns nicht den günstigsten Augenblick gewählt, denn es war vormittags, welche Zeit Gordon der Betrachtung des Wortes Gottes widmete. Wir fanden ihn in Hemdärmeln an seinem Tisch sitzen. Er erkundigte sich nach unserm Begehren. »Wir möchten Ihren Rat holen wegen eines Missionshauses, das in Nablus gebaut werden soll,« sagte ich, und um unserm Bedürfnis nach Bauplänen näher zu kommen, fügte ich dies und jenes hinzu. Da unterbrach er mich: ›Ich weiß, was Sie wollen — Sie brauchen nicht so vorsichtig mit mir zu reden; Sie möchten einen Beitrag haben.‹ Darauf erwiderte ich, daß wir keinen Beitrag von ihm wollten, wohl aber etwas Besseres als Geld, nämlich die Baupläne, wenn er sie uns entwerfen wolle. ›Baupläne,‹ rief er, ›ei gern!‹ und nahm sofort Papier und Bleistift zur Hand, notierte sich wie viel Zimmer nötig seien, was für Fenster und Thüren, was die Lage des Bauplatzes sei u. s. w. Noch am Abend desselben Tages brachte er uns die schönsten Pläne, die man sich denken konnte. Am andern Tage bestellten wir Handwerksleute, und Gordon machte einen Kostenüberschlag für jeden. Das Missionshaus steht jetzt in Nablus. Einige Zeit später sagte ich ihm, daß ich mich fast gefürchtet hätte, ihn um die Baupläne zu bitten. ›Meinen Sie, ich hätte Ihre Bitte übel genommen,‹ sagte er. ›Wozu bin ich denn nach Jaffa gekommen, habe ich Ihnen nicht gesagt, daß, wenn Sie mir etwas für das Reich Gottes zu thun geben könnten, Sie mir einen Dienst erweisen würden? Ich war nicht recht mit mir zufrieden, weil ich mich ins heilige Land zurückgezogen hatte, anstatt mit meinen Kräften mich in Gottes Arbeit zu stellen.‹ In diesem Sinn hatte er die Pläne entworfen.« Missionar Hall fügte dem bei, daß er von Gordon mehr Aufschluß über geistliche Dinge erhalten habe, als sonst von irgend einem Menschen, mit dem er je in seinem Leben zu thun gehabt. Gordon fand auch sonst in Jaffa Arbeit von der Art, wie er sie in Gravesend gefunden hatte. Ein bekannter schottischer Geistlicher, der kürzlich in Palästina reiste, kam mit einem armen Dragoman zusammen, der ihm nicht genug davon sagen konnte, wie Gordon ihn und seine Frau in Krankheit besucht und in Ermangelung eines Stuhles sich mit seinem neuen Testament auf den Boden gesetzt habe, um ihnen von Christus zu erzählen. Dabei hatte er ausfindig gemacht, daß sie eine große Doktorrechnung hätten, und diese in aller Stille bezahlt. In Jerusalem und den Dörfern umher habe er den Armen viel Gutes gethan, und diese trauerten um ihn, wie um ihren Vater.
Überall wo Gordon hinkam, dasselbe Urteil über ihn! Er aber sagt: »Wie wenig Christus-ähnliche Menschen giebt es doch — wer unter uns ist Ihm gleich? Keiner, bis alles von uns genommen ist; dann erst können wir werden wie Er und eins sein mit Ihm. ›Selig sind die geistlich Armen, denn das Himmelreich ist ihr,‹ heißt es; und nur die Armen ohne Geld und ohne Ansehen im vollen Sinne des Wortes können durch die dunkle Grabesthüre zu der Ruhe eingehen, die uns behalten ist .... Ich wollte, daß alle die Gewißheit des ewigen Lebens hätten! Es ist ja gerade, weil wir arm und unwert sind, daß wir Eingang finden. So lange wir uns für besser halten als andere, sind wir weit vom Himmelreich entfernt. Wir müssen den Gedanken fahren lassen, daß wir im geringsten bei Gott etwas zu gut haben könnten, wir sind ja alle und nur seine Schuldner. Nach Ephes. 2, 10 sind wir zu guten Werken geschaffen, in denen wir wandeln sollen. Wenn uns Gott also vorher dazu bereitet hat, daß wir dies oder jenes Gute vollbringen, wo bleibt da noch Ehre für uns?« Nicht genug kann er es betonen, daß man alles, im großen wie im kleinen, Gott anheimstellen soll; es gäbe nicht so viel unzufriedene Gesichter in der Welt, meint er, wenn die Leute das lernten. Der Glaube, daß Gott im Regiment sitzt, sei ihm sein lebenlang eine unversiegbare Quelle der Kraft gewesen, die ihn nicht nur für die Gegenwart und Zukunft stark mache, sondern die ihm selbst das Vergangene zurecht bringe. Das sei es ja, was der Herr von uns haben möchte, daß wir ›seine Freunde‹ seien, und nicht seine Knechte. Und wenn Er uns in eine schmerzliche Lage geraten lasse, so geschehe dies darum, damit wir Ihn um so besser kennen lernten und an uns selber erführen, wie stark Er ist, zu helfen. Gordons völlige Gleichgültigkeit gegen das Urteil der Menschen ist die Kehrseite dieser Gotteszuversicht, und Menschenlob nennt er eine Trennungswand zwischen der Seele und ihrem Gott (Joh. 12, 43).
Aus einem Briefe vom 4. Juli 1876:
»Das menschliche Leben ist eine Rückreise zu unserm Urquell, Gott, der sich uns als die ewige Wahrheit, Liebe, Weisheit und Allmacht offenbart hat. Als Begriffe erkennen wir diese seine Eigenschaften bereitwillig an; das ist aber kein Herzensglaube. Wir stoßen auf Widersprüche, wir sind blind. Er öffnet uns die Augen nach und nach, und hilft uns durch manches sogenannte Unglück ihn immer besser kennen lernen. Er offenbart sich verschiedenen Menschen in verschiedener Weise, aber das Endziel aller ist, Ihn zu erkennen. So wie der Mensch in diese Welt geboren ist, hängt ein Schleier vor seinen Augen, der ihm Gott verhüllt. Dem in der Christenheit aufwachsenden Menschen tritt Gott in beidem, im geschriebenen und im Mensch gewordenen Wort nahe, aber wenn er dies auch mit seinem Verstand erfaßt, so ist in diesem Leben doch vieles unverständlich, und der Schleier bleibt. Jede schmerzliche Erfahrung aber und jede Prüfung macht einen Riß in die Hülle und er sieht dann, was er vorher nur als toten Buchstaben geglaubt hatte ... Ein Samenkorn göttlichen Wesens ist in unser Herz gelegt; und dieses Gottgeborene in uns sollte dem Ausgang des Kampfes zwischen Fleisch und Geist ruhig entgegensehen können. So oft der Geist über das Fleisch Herr wird, so oft giebt es einen weiteren Riß in der Hülle und wir erkennen Gott immer besser. Wenn dem Fleisch der Sieg bleibt, so verdichtet sich der Schleier. Zuletzt aber, wenn das Unausbleibliche, der Tod eintritt, dann reißt der Schleier mitten entzwei und das völlige Schauen beginnt. Das Fleisch ist überwunden, der Geist aber lebt.«
Geben wir noch ein Schlußwort Gordons. Es ist ein Wort, das er vor einer Reihe von Jahren geschrieben hat, er hätte es in jenen letzten Monaten schreiben können, als er von seinem Volk verlassen, mit seinem nie wankenden Heldenmut in Khartum eingeschlossen war:
»Die Welt ist ein weites Gefängnis mit grausamen Hütern. Einsam und verlassen sitzen wir in unseren Zellen und warten auf Erlösung. An den Wassern der irdischen Freude und vollen Genüge weilen wir — so denkt das Fleisch und der Irdischgesinnte; aber es sind die Wasser zu Babel voll Jammer für unsere Seele, und wir sitzen und weinen, wenn wir der Heimat gedenken, von der ein so schmaler Strom, der Tod, uns trennt.
»Unsere Harfen hängen an den Weiden, und unsere Widersacher heißen uns fröhlich sein, wir sollen ihnen ein Lied singen, als wären wir daheim. Wie aber sollen wir des Lammes Lied singen im fremden Lande, die wir in der Wildnis sind, wo niemand uns kennt?
»O wären wir doch daheim, wo die Gottlosen aufhören mit ihrem Toben, und die ruhen, die viele Mühe gehabt haben; wo der Kampf zu Ende ist und die heiße Arbeit vorüber, wo die Krone des Lebens uns werden wird; wo wir Ihn schauen werden, der all unsere Not kannte, der unser Elend mit uns trug, der unserer müden Seele Trost gab. Und siehe, es ist kein neuer Freund, es ist der alte!
»Bist du müde? Er war es auch. Bist du betrübt? Er war es auch. Findest du dich in deiner Liebe unverstanden und begegnet man dir mit Kälte? Ihm ging es nicht besser.
»In Seinem großen Erbarmen hat Er sich unter all Seine Brüder erniedrigt. Wie müde, wie einsam, wie betrübt war Er auf dieser Erde; ein Mann der Schmerzen, der Leid trug mit Geschrei und Thränen. Und sollten wir über unser Elend murren, das doch bald vorüber ist? Bringt nicht jeder Tag uns der Heimat näher? Kein dunkler Fluß, sondern zerteilte Wasser liegen vor uns; und der Welt bleibt ihr Lohn. Sie ist Erde, und wir schütteln ihren Staub von den Füßen.
»Ich hörte eine Stimme vom Himmel zu mir sagen: Schreibe, selig sind die Toten, die in dem Herrn sterben. Ja der Geist spricht, daß sie ruhen von ihrer Arbeit — ruhen von Trübsal, von Mühe und Last, von Herzweh, Thränen, Hunger, von all dem Jammer seufzender Seelen, die hier im Gefängnis, ohne Frieden sind, von Krieg und Kriegsgeschrei und allem Hader.
»Es ist eine lange, mühselige Reise, aber schon sehen wir das Ziel. Die Meilenzeiger unserer Jahre fliegen dahin, und für die Last jedes Tages wird uns die Kraft gegeben, die uns not ist (5 Mos. 33, 25. englische Übersetzung). Wer weiß wie nahe das Ende, wie bald der Pilger daheim sein wird im schönen Lande, wo Ströme lebendigen Wassers fließen, wo keine Not mehr sein wird, noch Leid, noch Schmerzen, und wo er ewig ruhen darf bei seinem himmlischen Freund.
»Der Sand verrinnt — Tag und Nacht, Nacht und Tag — schüttle du nicht das Glas. Trage deine Last, leide wie Er litt.«