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Geschichte der Ilchane, das ist der Mongolen in Persien

Erstes Buch. (continued 2)

Reading edition

Hinrichtungen der Prinzen; Feldzug gegen Osten und Westen.

Während der Feste kam ein Soldat der Leibwache[115], welcher sein Maulthier verloren, dasselbe zu suchen ausgegangen, in grösster Eile (er hatte in Einem Tage den Marsch von dreien durchmessen) mit der Kunde, dass die Prinzen des Uluses Ogotai, Schiramun, Baghu und Kutuktu mit versteckten Waffen, die sie in bedeckten Wägen mit sich führten, im Anzuge. Mingkasar ging ihnen mit Truppen entgegen, überfiel sie und führte sie ins Lager mit sich; hier brachten sie nach mongolischer Sitte ihre Geschenke, neun verschiedene Dinge und von jedem neun Stücke, dar; aber am dritten Tage wurden sie beim Eintritt in's Zelt verhaftet und von Mengku selbst verhört. Der Hofmeister Schiramun's gestand, geprügelt, den Auftrag, und Mengku übertrug nun das Gericht über die Schuldigen dem Mingkasar; dieser sprach über dieselben nach der Jasa die Todesstrafe aus. Siebzig Prinzen und Nujanen wurden hingerichtet, unter den letzten zwei Söhne Iltschikidai's, des Feldherrn in Persien, deren Vater zu Badgis verhaftet, zu Batu geführt, von diesem hingerichtet ward. Die Todesart der Nujanen war, dass man ihnen den Mund mit Steinen füllte und sie so erstickte; die der Prinzen, dass man sie in seidene Tapeten einwickelte und darin zu Tode rollte[116]. Katakasch, die Mutter Schiramun's, die Nichte Altschi Nujan's, sandte Bitte an Sijurkukteni, die Schuld ihres Sohnes bekennend und für denselben um Verzeihung flehend; auf die Fürbitte der Mutter schenkte Mengku den Aghlanen, d. i. den Prinzen Schiramun, Chodscha Aghul, Baghu aus dem Uluse Ogotai, Jesenbuke aus dem Uluse Dschagatai, das Leben, indem er sie nach China sandte, dem Chodscha Aghul aber, welchem die Thronfolge gebührt hätte, einen Jurt an der Selenga anwies[117]; auch den beiden grossen Söhnen Ogotai's, Timur und Melik, und denen Kutan's wurde das Leben geschenkt, aber in der Folge, als Mengku selbst nach China zog, wurde der Prinz Schiramun ertränkt. Seine Mutter Katakasch und Oghulkaimisch, die Wittwe Gujuk's, wurden das Jahr hierauf vor das Gericht Mingkasar's gestellt, beide als überwiesen, dass sie die Söhne zur Widerspenstigkeit bei dem Kurultai der Thronbesteigung aufgehetzt, zum Tode verurtheilt und in Filz eingewickelt ersäuft. Kaidak und Tschinkai, die beiden Räthe der Oghulkaimisch, wurden hingerichtet. Buri, der Enkel Dschagatai's, wurde an Batu ausgeliefert, der ihn um einige Schimpfreden, die er wider ihn ausgestossen, tödten liess. So waren ausser siebzig Nujanen die Kaiserin Oghulkaimisch und die Mutter Schiramun's, welcher von Ogotai zur Thronfolge bestimmt worden war, als Opfer der Herrschaft des Uluses Tuli's gefallen. Der Idikut, d. i. Fürst, der Uighuren, welchem Turakina die Herrschaft über das Land verliehen, wurde, von einem Moslim eines Mordplans wider alle Moslimen in seinem Lande angeklagt, vor das Gericht des unerbittlichen Mingkasar gestellt; von diesem auf die Folter gelegt, bekannte er sich schuldig, wurde zur Todesstrafe verurtheilt und nach Pischbaligh gesandt, um dieselbe zu erleiden; an einem Freitage, als die Moslimen in die Moschee gingen, wurde er zu ihrer grossen Freude geköpft; die Stelle des Scharfrichters vertrat sein eigener Bruder, welchem Mengku die Herrschaft des Landes der Uighuren verlieh. Berke Aghul und Buka Timur, die beiden Söhne Batu's, wurden mit Ehren nach Kipdschak, so auch Kara Hulagu, der Enkel Dschagatai's, aus dessen vor Bamian's Mauern gefallenem Sohne Muwatukan, mit der Oberherrschaft seines Uluses entlassen; Mohammed Jelwadsch, welcher, als Mengku einen Augenblick über die Strafe der schuldigen Prinzen unschlüssig, denselben nach der aus der römischen Geschichte bekannten Anekdote, der vom Vater Tarquinius als Antwort auf des Sohnes anfragende Botschaft stillschweigend abgehauenen höheren Pflanzen, zur Todesstrafe bestimmt hatte, ward wieder die Finanzverwaltung von China, und seinem Sohne Mesud die Statthalterschaft über die Länder zwischen dem Oxus und Irtisch anvertraut, dem Aghun die Statthalterschaft über ganz Persien, von Chorasan bis nach Armenien und an die syrische Gränze bestätiget. Mingkasar war der Oberrichter, der Christ Bulghai stand an der Spitze der Staatskanzlei, in welcher Sekretäre für die Ausfertigungen in sieben Sprachen: Perser, Uighuren, Araber, Chinesen, Tibeter, Mandschu und Tanguten angestellt waren. Kuikur, der Sohn Dchudschi Kasar's, des Bruders Tschengischan's, erhielt die Befehlshaberschaft der Residenz Karakorum; Befehle wurden erlassen, um dem Misbrauche der von Ogotai eingesetzten Posten Jam[118] zu steuern, indem die Kuriere und Gesandten den Bauern die Pferde wegnahmen; die Abgabe Kuntschur von den Herden wurde auf Eines vom Hundert bestimmt; die Herde, die nicht Hundert zählte, war davon frei. In Persien wurde nach dem Fusse der von Jelwadsch in Transoxana eingeführten Besteuerung der Kopfsteuer, je nach dem Vermögen von Einem bis zehn[119], in China von Einem bis fünfzehn Dukaten festgesetzt. Forderungen von Kaufleuten, welche für die unter Gujuk gelieferten Waaren keine Bezahlung erhalten hatten, wurden mit fünfzigtausend Silberbalischen befriedigt[120]; hingegen zog er alle Ländereien ein, deren sich nach dem Tode Gujuk's seine Wittwe Oghulkaimisch und ihre Söhne Chodscha und Baghu bemächtigt hatten, welche siebzehntausend Balische Gold eintrugen[121]. Der Bruder Kubilai wurde mit einem Heere nach China befehligt, und bei dem Aufbruche desselben hielt der Kaan ein Kurultai, von Festen aller Art begleitet; auf diesem erschienen der Richter Schemseddin von Kaswin, welcher wider die ihn aufsuchenden Dolche der Assassinen zum Throne des Kaans flüchtete, und Abgeordnete Baidschu Nujan's, des Befehlshabers in Irak, welcher sich über den Chalifen von Bagdad beklagte. Da beschloss Mengku den Krieg wider die Assassinen und den Chalifen und übertrug die Führung desselben seinem Bruder Hulagu. Da einige Geschichtschreiber den Anfang der Herrschaft der Mongolen in Persien von diesem Jahre an rechnen, wiewohl Hulagu erst drei Jahre später dort als Eroberer einzog, so wird auch das folgende Buch am bessten mit dem Feldzuge, dessen angekündigter Zweck die Zerstörung der Herrschaft der Assassinen und des Chalifats, beginnen, aber zuvor thut noch zur Orientirung des Lesers vonnöthen ein Ueberblick der damals, das ist in der Hälfte des dreizehnten Jahrhunderts der christlichen Zeitrechnung, in Asien dem Reiche der Mongolen gleichzeitigen asiatischen Dynastien.

Dynastien im Osten Asiens.

China, dessen nördliche Hälfte unter Mengukaan, dessen südliche unter Kubilai zu dauerndem Besitze und zur Gründung der Dynastie Juan, d. i. der Mongolen, erobert worden, liegt hier eben so, wie das indische Reich von Dehli, dessen grosse Stadt Lahur noch unter Gujuk's Regierung von den Mongolen belagert und für kurze Zeit erobert worden war[122], ausser dem Bereiche dieses Ueberblicks, welcher blos die unmittelbar mit der mongolischen Dynastie in Persien bei der Eroberung desselben oder später verflochtenen asiatischen Reiche und Dynastien ins Auge nimmt. Wir wenden den Blick nach sechs Seiten, so dass derselbe Persien selbst und seine Gränzländer in Osten, Westen, Süden, Norden, sammt dem äussersten des westlichen Asiens, bis wohin sich das Reich und die Macht der Ilchane erstreckte, in sich begreift. Im Osten zuerst nach dem indischen Gränzreiche, nach Chorasan, d. i. dem Ostlande, dem persischen Oesterreich und dem daran stossenden Kuhistan; im Süden gegen Kerman und Jesd, dann nach Persien im engsten Sinne, nach Fars, dem persischen Irak und den beiden dazu gehörigen Luristan; im Westen nach dem arabischen Irak, dem Sitze des Chalifats, und nach dem Reiche der Seldschuken in Rum; im Norden nach Gilan, Georgien und Armenien; endlich nach dem entfernten Syrien und Aegypten und dem byzantinischen Reiche:

I. An der indischen Gränze, von deren Deckung gleich beim ersten Feldzuge Hulagu's die Rede sein wird, herrschte die in der ersten Hälfte des dreizehnten Jahrhunderts gegründete Dynastie der Chuldschen, d. i. die fünfte der Ghur, nachdem die drei früheren dieses Namens zu Ghasna, Bamian und Kabul erloschen, während die vierte, nämlich die der Ulugschahe, mit ihnen gleichzeitig zu Dehli herrschte. Die Benennung der zweiten tatarischen Dynastie, unter welcher Ferischte, der grosse Geschichtschreiber der moslimischen Reiche in Indien, die Chuldschen aufführt, könnte gelten, wenn es wahr wäre, dass sie von einem Eidam Tschengischan's, Namens Choldsch, abstammen; aber keiner der Eidame Tschengischan's trägt diesen Namen und keine derselben waren Choldsche oder Challadsche (das indische Choldsch ist blos eine Verstümmelung des Namens der Challadsch oder Kaladsch), welche, wiewohl Türken von Abkunft, von Reschideddin den uneigentlichen Mongolen beigesellt werden. In der Hälfte des dreizehnten Jahrhunderts herrschte aus dieser Dynastie Dschelaleddin Firus, welcher sich der Stadt Dehli bemächtigte, und dessen vier glänzende Siege der grosse persische Dichter Chosrew von Dehli, in einem besonderen: die Eroberung der Eroberungen[123] betitelten Werke beschrieben, und dessen Sohne Alaeddin ein anderes seiner Werke, nämlich die Vereinigung der beiden glücklichen Gestirne[124], gewidmet. Chosrew von Dehli war der Lobredner Dschelaleddin's und Alaeddin's, der beiden grossen Herrscher der Chuldschen, wie ein halbes Jahrhundert später Wassaf, der Lobredner der beiden Herrscher der Ilchane, Chodabende und Ebu Said. II. In Chorasan war erst vor einigen Jahren zu Herat die Dynastie der Kert durch Schemseddin Mohammed gegründet worden, welchem Tschengischan bei der Eroberung Herats den Besitz desselben eingeräumt, Mengku, welchem er mit reichen Geschenken seine Huldigung darbrachte, die Herrschaft von Herat und Ghardschistan bestätigte. In dem unmittelbar an Herat anstossenden und längs der südlichen Gränze von Chorasan sich hinziehenden Kuhistan, das ist dem Gebirgslande, sandten: III. die Assassinen von ihren hundert Schlössern den Meuchelmord wider alle ihre Feinde aus. Der siebente Grossmeister dieser Meuchelmörder, Alaeddin Mohammed Gurschah, sass seit zwanzig Jahren als Alter vom Berge auf dem Stuhle, auf welchen den neunjährigen Knaben die nächsten Verwandten, welche den Vater vergiftet, gesetzt und dem er, vom eigenen Sohne gemordet, entsank.

Dynastien im Süden Persiens.

IV. Kerman, die südliche Landschaft Persiens, kam nach dem Untergange der Herrschaft der Bujiden in die Macht der Seldschuken, von deren fünfgetheilten Herrschergeschlechte ein Zweig den Namen von Kerman führt, und blieb im Besitze der Söhne Kaurdin's bis zur Regierung Dscheladdin Chuaresmschahs, zu dessen Zeit der Kämmerer Borrak, zum Islam bekehrt, vom Chalifen mit der Herrschaft dieses Landes belehnet und mit dem Ehrentitel Kotlogh Sultan, d. i. der gute Sultan, ausgezeichnet ward. Kotlogh Sultan war mit dem Atabegen von Jesd Ghajaseddin in vielfältige und langwierige Streitigkeiten verwickelt, welche in der welteröffnenden Geschichte Dschuweini's erzählet sind. Der Sohn Kotlogh Sultan's Rukneddin erhielt trotz der Empörung Kutbeddin's, des Neffen Borrak's, vom ersten Nachfolger Tschengischan's von Ogotai die Belehnung von Kerman, Kutbeddin gewann aber mächtigen Schutz am Hofe des Kaan, indem er seine Schwester dem Kasar Beke und eine Tochter dem Ssahib Habesch Amid vermählte; zwei Söhne aus dieser Ehe waren in der Folge die Stützen des Throns von Kerman wider Kutbeddin, welcher von Ogotai nach China gesandt, durch den Schutz des Grosswesirs Jelwadsch von Mengkutaan das Diplom der Herrschaft Kerman's erhielt. Kutbeddin schickte mit der Botschaft der Belehnung einen Gesandten an Rukneddin, 650/ 1252 der, als er beim Atabegen von Fars Mosaffereddin Ebubekr vergebens Hilfe gesucht und auch beim Chalifen Mosteaassim keine gefunden hatte, sich im folgenden Jahre nach Almaligh zum Kaan Mengku begab, wo auch der Nebenbuhler um den Thron Kutbeddin mit ihm zugleich eingetroffen. Diesem bestätigte Mengku, und später auch Hulagu die Herrschaft, die er bis zu seinem, ein Paar Jahre später erfolgten Tode behielt. 658/ 1258 Fast noch weniger als die Geschichte der Sultane Kermans aus der Familie Borrak ist die der Atabegen von Jesd aus der Familie Kakuje bisher europäischen Geschichtschreibern bekannt. V. Die Atabege von Jesd leiten ihren Ursprung vom Dilemiten Ebu Dschaafer Mohammed Kakuje ab, dessen Namen die Araber in Kakeweih, so wie den der Buje in Boweih, und den der Fasluje in Fasleweih verstümmeln; er war der Oheim Side Chatun's, der Mutter Medschdeddewlets des Bujiden und Statthalters von Issfahan; sein Sohn Ebu Manssur Firamurs hatte vom Seldschuken Toghrul vor einem Jahrhunderte die Herrschaft von Jesd erhalten; 443/ 1052 ihm war in derselben sein Sohn Emir Ali Ben Firamurs gefolgt, 536/ 1142 welcher im Kriege wider die Karachitanen fiel. Sultan Sindschar, der grosse Herrscher der persischen Seldschuken, verlieh die Herrschaft von Jesd dem Sam Ben Wirdan, 515/ 1122 einem Abkömmlinge aus einer Tochter Emir Ali's, als Stellvertreter desselben. Sam Ben Wirdan umfing das Grab Ali's zu Meschhed mit einer Mauer und verherrlichte Jesd durch den Bau einer grossen Moschee. Er überliess die Herrschaft seinem Bruder Iseddin Beschker, 590/ 1194 welcher, ein tapferer Fürst und Feldherr, von den Seldschuken mit der Statthalterschaft von Schiras und Issfahan betraut worden, zu Anfang des Jahrhunderts starb; 604/ 1208 ihm folgte sein Bruder Wirdansor durch zwölf Jahre, und dann dessen Bruder Ebu Manssur, beigenannt Kutbeddin der Choldsche, gest. 616/ 1219 nach ihm dessen Sohn Mahmud durch dreizehn Jahre, und nach diesem dessen Sohn Salghurschah, 621/ 1231 der Erbauer der nach ihm genannten Stadt Salghurabad, und dann dessen Sohn Toghanschah, der neunte der Herrscher der Familie Kakuje, der Zeitgenosse Hulagu's[125], welcher das Dasein dieser Herrscherfamilie duldete, bis nach zwei späteren Herrschern (Alaeddewlet und dessen Bruder Jusufschah), zu Ende des dreizehnten Jahrhunderts, Jesd von Ghasan erobert und dessen Ertrag den Einkünften des Diwans einverleibt ward.

Die Dynastien in Fars.

In Persien herrschten ausser den Atabegen von Jesd noch die von Schiras, insgemein bekannt unter dem Namen der Salghuren, und zu Darabscherd, einer Landschaft von Fars, die Dynastie Schebankjare[126] aus der Familie Fasluje. VI. Die Vorfahren Fasl Ben Emir Fasluje's waren ursprünglich die Ispehbede, d. i. die Heerführer von Fars; schon zur Zeit Omar's, als Jesdedschird, der letzte Chosroes der Sasan, vor den arabischen Heeren nach Issfahan flüchtete, versammelten sich um ihn die Grossen der Schebankjare, welche mit den Einwohnern der Ebne Run bei Darabscherd einen Bund des Friedens aufrichteten, während Jesdedschird nach Kerman ging. Ali Ben Fasluje war die rechte Hand Horbeid's, des Schwagers Jesdedschird's, und sein Nachkömmling zur Zeit Alp Arslan's des Seldschuken, der obengenannte Emir Fasl Ben Fasluje's, insgemein Fasluje Ben Hasuje genannt, Isfehsalar d. i. General der Reiterei. Unter der Regierung Adhadeddewlet's des grossen Fürsten der Ben Buje überzog dessen Statthalter zu Schiras, Tasch Ferrasch Schebankjare, das Land mit einem Heere, 430/ 1038 und zu dieser Zeit siedelte sich die Familie Fasluje in der Ebene von Run, in der Nähe der Stadt Darabscherd, an; fünfzehn Jahre später bemächtigten sie sich des Gebietes von Fars, zu dessen Verwaltung Emir Schebankjare Fasluje angestellt worden. Kaurdin, der Bruder Alparslan's, des Seldschuken von Kerman, verheerte Fars, Fasluje flüchtete zu Alparslan, und pachtete von ihm Fars und Darabscherd für siebenundzwanzig Millionen Dirhem; da er sich wider seinen Lehensherrn empörte, überzog ihn Nisameddin, der grosse Grosswesir Melekschah's, mit Krieg, und der Atabege Dschelaleddin Dschanli der Chuansalar, d. i. Obersttruchsess, schlug sich mit dem Erbauer der Residenz zu Darabscherd, dessen langer Namen Nisameddin Mahmud Ben Jahja Ben Hasuje. Dschanli starb während des Feldzugs an einem Blutflusse; ihm folgte sein Sohn Mobariseddin, dann dessen Sohn Nisameddin II., dann der Bruder Mosaffer Mohammed, 624/ 1227 welcher, ein weiser und gerechter Fürst, seit vierzehn Jahren herrschte, als Hulagu gegen den Westen aufbrach. Von allen Dynastien, welche zur Zeit Hulagu's in Persien herrschten, ist keine merkwürdiger als die VII. der Atabegen Salghuren, deren Geschichte die Hälfte des zweiten Buchs von der Wassaf's füllt, und die er mit besonderer Vorliebe und Ausführlichkeit behandelt, weil Fars das Stammland Persiens und Schiras seine Geburtsstadt; auch wir werden in der Folge die Geschichte derselben ausführlicher als die aller übrigen Dynastien erzählen, weil die Regierung der fünf ersten Fürsten, welche alle den Vornamen Mosaffereddin, d. i. die mit dem Siege der Religion Betheilten, führten, eine schöne Zeit des Flores der Herrschaft und der Wissenschaft, des Lebensgenusses und der Poesie, und weil der Namen des letzten Ebubekr Ben Saad's schon durch Saadi's Gülistan allein unsterblich. Hier genüge es zu sagen, dass von dem Ende der Herrschaft der Dilemiten bis zu dem Auftritte des ersten Salghuren Sonkar Ben Mewdud in der Hälfte des sechsten Jahrhunderts der Hidschret, des zwölften der christlichen Zeitrechnung, Fars durch sieben Atabege, Statthalter der Seldschuken, verwaltet worden. Der erste Fasluje Schebankjare, dessen schon oben bei der Dynastie dieses Namens Erwähnung geschehen, und von dem die Dichter, auf dessen Namen Fasl, d. i. Trefflichkeit, Verdienst, Wohlthat und Huld anspielend, gesagt:

Vor Gott, dem Allverehrten, war er Huld und Glück, Den Uebermuth des Aufruhrs hielt Faslui zurück.

Der zweite Rokneddewlet, d. i. die Reichssäule Chumar Tegin, ertrank; der dritte Dschelaleddin Dschanli verheerte das Gebiet der Dynastie Schebankjare; der vierte Karadschu baute eine Medrese zu Schiras und ward zu Hamadan erschlagen; der fünfte Mengubers baute eine Medrese, an der er begraben liegt, dessgleichen seine Gemahlin Sahide die Medrese Issmeti zu Schiras; der sechste Bosabe ward, wiewohl ein gerechter und billiger Herr, gewaltsam getödtet, 543/ 1148 und der siebente Melekschah hielt der letzte das Ansehen der Seldschuken aufrecht, welchem Sonkar Ben Mewdud, der Gründer der Dynastie der Salghuren, ein Ende machte, indem er sich zum Atabegen unabhängigen Herrscher, aufwarf.

Die Dynastien von Gross- und Klein-Luristan.

Mit der Familie Fasluje's, welche zu Schebankjare herrschte, sind die sogenannten grossen Fasluje nicht zu vermengen, welche in Gross-Luristan unter dem Namen der grossen Atabege, so wie die Familie Chorschid in Klein-Luristan unter dem Namen der kleinen Atabege herrschten. Die beiden Provinzen haben ihren Namen von zwei Brüdern, Lor oder Lur, welche dort Statthalter im dritten Jahrhunderte der Hidschret, später über die Stämme herrschten, welche um's Jahr fünfhundert der Hidschret vom Berge Saumal im nördlichen Syrien in dieses südöstliche Gebirgsland Persiens eingewandert, sich unter Anführung Chorschid's in Klein-Luristan niederliessen; von ihrer westlichen Abstammung heissen sie die Könige des Westens[127]. VIII. In Gross-Luristan dienten die Anführer dieser ausgewanderten Stämme Ali und dessen Sohn Mohammed den Atabegen Salghuren, und Abu Tahir, der Sohn Mohammed's, stand dem Atabegen Sonkar wider die Schebankjare bei. Sonkar, der Salghure, sagte zum Abu Tahir: er möge sich eine Gnade erbitten; Abu Tahir begehrte erst den Pfeil, dann das Pferd des Atabegen, und als ihn dieser noch mehr begehren hiess, die Erlaubniss, Luristan von den Feinden der Atabege zu reinigen; er eroberte es, erklärte aber sich selbst zum unabhängigen Fürsten und Atabegen. 550/ 1155 Bei dieser Gelegenheit siedelten sich zahlreiche Stämme aus Syrien in Luristan an, und vertrieben die Scholen oder Schulen, welche die Ureinwohner des Landes. Abu Tahir hatte fünf Söhne, deren ältester Hesarsif in beständigem Kriege mit Tikle dem Atabegen Salghuren von Fars. Hesarsif verheerte das Gebiet der Salghuren, und unterwarf sich das Land bis auf vier Farasangen von Issfahan. Hesarsif erhielt für seinen Sohn Tikle, welcher denselben Namen trug wie der Atabege Salghure von Fars, weil er von mütterlicher Seite ein Enkel desselben, ein Herrscherdiplom vom Chalifen Nassir; der Salghure Saad sandte Heere wider Tikle, welcher dieselben schlug, und auch wider Hosameddin Chalil, den Neffen Schudschaaeddin's von Klein-Luristan, siegreich Krieg führte; endlich kamen aus Chusistan zwei Feldherren des Chalifen, welche den Bruder Tikle's gefangen nahmen. Tikle tödtete den einen, nahm den anderen gefangen und löste denselben für den Bruder aus. Tikle war der Beherrscher Gross-Luristan's, als Hulagu wider Bagdad zog. Zur selben Zeit herrschte in Klein-Luristan der kleine Atabege Bedreddin Mesud, welcher sich dem Dienste der Mongolen stellte. IX. Die Dynastie der kleinen Atabege in Klein-Luristan begann ein halbes Jahrhundert später als die der Atabege von Gross-Luristan. Schudschaaeddin Chorschid, d. i. der Tapfere der Religion, die Sonne, eroberte das Land, nahm, der erste, den Titel Atabeg an, und starb nach vierzigjähriger Regierung über hundert Jahre alt; 580/ 1184 ihm folgte sein Neffe Rustem, ein gerechter aber strenger Fürst, den sein Bruder Scherefeddin Ebubekr ermordete; dieser wurde von seinem Weibe vergiftet; sein Bruder Iseddin Kerschasif nahm den Thron ein und die Frau Melike, seines Bruders Gemahlin, die Tochter Schihabeddin Suleimanschah's, zur Frau; in langwierigen Krieg mit Hosameddin Chalil, dem Neffen Schudschaaeddin's, verwickelt, schloss er mit demselben Frieden, ward aber von ihm erschlagen. 640/ 1242 Die Wittwe Melike Chatun sandte ihre drei Söhne (Schudschaaeddin Chorschid, Ssafeddin Rustem und Nureddin Mohammed) zu ihrem Bruder Suleimanschah, der mit Hosameddin den Krieg so erbittert führte, dass sie sich in Einem Monate ein und dreissigmal schlugen; nach einigen Jahren kam es in der Ebene von Schabur zu einer entscheidenden Schlacht, in welcher Suleimanschah von sechzigtausend Reitern des Chalifen unterstützt ward, während das Heer Hosameddin's nur aus dreitausend Reitern und neuntausend Fussgängern bestand; dennoch wurde Suleiman Anfangs in die Flucht geschlagen, trug aber den Sieg davon, und improvisirte, als man ihm den Kopf Hosameddin Chalil's brachte, vier Verse darauf, in denen eben so viele Wortspiele:

Chalil der Arme war sich selber nicht bewusst, Er hatte eingepflanzt der Seele Frühlingslust[128]; Ein Diw, begehrte er das Reich von Suleiman, Zuletzt im Diwan Salomoni's abgethan.

Die Herrschaft kam an den obengenannten Bedreddin Mesud, den Bruder Iseddin Kerschasif's.

Dynastien i. arab. Irak, in Syrien, Aegypten und Arabien.

Im arabischen Irak herrschten, ausser X. den Chalifen zu Bagdad, in der Hälfte des dreizehnten Jahrhunderts noch drei Dynastien, deren Fürsten den Titel von Atabegen, das ist von Hofmeistern (Hausmayern) führten. Von einem Dutzend von Dynastien, welche in der morgenländischen Geschichte unter diesem Namen berühmt, waren die von Damaskus, Haleb, Aserbeidschan und Irbil bereits erloschen, und es bestanden nur noch die schon erwähnten persischen der Atabege von Jesd, Darabscherd, Schiras, Gross- und Klein-Luristan, und die nun zu erwähnenden von Mossul, Dschesire und Sindschar. XI. Zu Mossul herrschten seit einem Jahrhunderte sechszehn Atabege aus der Familie Amadeddin Sengi's, deren Thron vom Chalifen Bagdad's dem Bedreddin Lulu, Obersthofmeister der beiden letzten Fürsten, verliehen worden; dieser füllte den Thron rühmlich vierzig Jahre lang und ward von Hulagu, dem er nach Bagdad's Eroberung zu huldigen kam, gnädig aufgenommen. XII. Die Dynastie der Atabege von Sindschar, deren Herrschaft vor einem Jahrhunderte[129] begonnen, hatte nur durch ein halbes Jahrhundert geherrscht, und ihre Herrschaft war nach Bedreddin Lulu's, des Atabegen von Mossul, Tode dem Sohne desselben, Mosaffer von Beibars, dem Sultane Aegyptens, zugesprochen worden; eben so war die Linie der Atabegen Mossul's, welche seit acht und vierzig Jahren[130] XIII. zu Dschesire geherrscht, erloschen, und an ihre Stelle Modschahid, ein anderer Sohn Bedreddin Lulu's, des Atabegen von Mossul, getreten, so dass Bedreddin Lulu und seine drei Söhne (der dritte folgte ihm als Herr von Mossul nach) als unumschränkte Herrscher in die Fussstapfen ihrer vorigen Herren getreten. XIV. Zu Mardin herrschte ein Zweig der Beni Ortok, deren Hauptlinie von Diarbekr seit zwanzig Jahren[131] erloschen war; aber aus derselben Familie herrschten zu Mardin schon seit hundert sechs und achtzig Jahren[132] Fürsten, deren Dynastie erst im Beginne des fünfzehnten Jahrhunderts der christlichen Zeitrechnung erlosch.[133] Ilghasi, der Gründer dieser Dynastie, Sultan Melekschah's des Seldschukiden Statthalter zu Bagdad, hatte sich Nissibin's und Mardin's bemächtigt; ihm war sein Sohn Hosameddin Timurtasch und sein Sohn Nedschmeddin, diesen die beiden Söhne Hosameddin II. und Nassireddin und diesem der Sohn Melik Said gefolgt, welcher der sechste Herrscher dieser Dynastie, auf die Festigkeit seiner Residenz trotzend, der Belagerung Hulagu's widerstand. Auch zu Miafarakain hatte noch vor dreissig Jahren Suleiman, ein Sohn Ilghasi's Ortok, geherrscht, aber zur Zeit Hulagu's war diese Stadt im Besitze Kjamil's des Ejubiden. XV. Miafarakain's Fürstenthum ist also das zehnte des zehnzweigigen mächtigen Herrscherstammes der Beni Ejub (die neun anderen, die von Kairo, Damaskus, Haleb, Hama, Himss, Kerek, Baalbek, Hossnkeif und Jemen); von diesen zehn Dynastien der Beni Ejub bestanden in der Hälfte des dreizehnten Jahrhunderts nur noch im arabischen Irak die von Miafarakain und Hossnkeif, und in Syrien die vier von Haleb, Hama, Himss und Kerek. Kjamil war der fünfte Herrscher der Beni Ejub zu Miafarakain; seine Vorfahren Melikol-aadil, der Bruder Ssalaheddin's, dann Melik el-eschref, Melik el-ewhad, Melik el-mosaffer, die drei Söhne Melik el-aadil's; der Sohn des letzten war Melik Kjamil, der Grossneffe Ssalaheddin's, welcher den Versuch, den Waffen der Mongolen zu widerstehen, mit dem Verluste seiner Hauptstadt und des Lebens bezahlte. XVI. Die Dynastie der Beni Ejub zu Hossnkeif hatte vor zwanzig Jahren begonnen[134], indem Melik Ssalih Nedschmeddin von seinem Vater Kjamil die Städte Amid und Hossnkeif erhalten; nachdem Kjamil, um Aegyptens und Syriens Herrschaft zu übernehmen, sich dahin begeben, blieb sein Sohn Melik Moaasem Turanschah im Besitze des väterlichen Gebiets, und als auch dieser dem Vater auf dem Throne Aegyptens gefolgt, verlieh er die Herrschaft von Amid und Hossnkeif seinem Sohne Melik Mowahid, der wie sein Vetter von Miafarakain ein Opfer seines Widerstandes unter dem Schwerte der Mongolen fiel. Vier andere Söhne der Beni Ejub herrschten in Syrien. XVII. Zu Hama Melik Manssur II., der bei Annäherung der Mongolen nach Aegypten flüchtete. Der Gründer des Hauses war Takjeddin, der Enkel Ejub's, aus dessen Sohn Schehinschah, von seinem Oheim Ssalaheddin als Herr von Hama installirt, sein Sohn Nachfolger Melik Manssur I. ob seiner wider die Kreuzfahrer erfochtenen Siege und des Schutzes, den er Gelehrten und Dichtern angedeihen liess, von jenen in zahlreichen ihm gewidmeten Werken, von diesen in Siegeshymnen und Elegien gepriesen. XVIII. Die Dynastie der Beni Ejub zu Himss leitet ihren Ursprung von Esededdin Schirkuh, dem jüngeren Bruder Ejub's, ab, welcher vom grossen Nureddin zum Statthalter vom Himss bestellt worden war. Ssalaheddin bestätigte seinem Neffen und getreuen Begleiter auf allen Feldzügen Melik Nassireddin Mohammed des Vaters Statthalterschaft als Eigenthum; nach dessen schnellem Tode verlieh er die Herrschaft zwar dem Sohne desselben Melik Modschahid Schirkuh, zog aber das väterliche Vermögen ein, das er nur, durch einen vom zwölfjährigen Neffen citirten Koransvers gemahnet, zurückgab; dem Modschahid folgte sein Sohn Manssur Ibrahim, der den Chuaresmern tapferen Widerstand geleistet, und nach ihm sein Sohn Melik Eschref Mosafereddin Musa, der Zeitgenosse Hulagu's, von diesem, weil er ihm gehuldigt, in der Herrschaft bestätigt. XIX. Die Dynastie der Beni Ejub zu Kerek begann unter Melik Aadil Seifeddin Ebubekr, welcher vom Bruder Ssalaheddin die eroberte Stadt erhielt; nach des Bruders Tod zur Herrschaft von Damaskus berufen, übergab er Kerek seinem Sohne Melik Moaasem Isa, welchem der Sohn Melik Nassir Daud und diesem Melik Moghis Fetheddin Omar folgte, der Zeitgenosse Hulagu's, von diesem ob des Briefwechsels mit Beibars getödtet. Beibars war der vierte Sultan der Mamluken in XX. Aegypten, deren Dynastie gleichzeitig mit der persischen Hulagu's in Persien emporstieg, und als eine Nebenbuhlerin derselben um Syriens Herrschaft in der Folge genauere Kunde erfordern wird. So herrschte auch zu Mekka der vierte Herrscher der XXI. Dynastie der Beni Kitade, welcher nach den erloschenen drei Dynastien der Beni Ochaissar, Musa sani und Beni Haschim seit einem halben Jahrhunderte auf dem Throne sass, welchen der vierte Herrscher Ebu Nemi Mohammed durch sieben und vierzig Jahre gefüllt.

Dynastien des nördl. Persiens, Armeniens, Georgiens u. Kleinasiens.

Wir wenden uns nun zuletzt nach dem Norden und zwar zuerst nach den nördlichen Landschaften Persiens, nach Taberistan und Masenderan, wo seit der Hälfte des ersten Jahrhunderts der Hidschret bis in die Hälfte des fünften die zwei Dynastien Bawendije, auf einander folgend, geherrscht; aus der zweiten, im Anfang des dreizehnten Jahrhunderts der christlichen Zeitrechnung[135] erloschenen, erstand in der Hälfte des vierzehnten ein Zweig derselben in der Dynastie Dschelawije. Das Stillschweigen der Geschichte durch diese anderthalb Jahrhunderte[136] beweiset, dass Taberistan während dieser Zeit keine eigenen Herrscher hatte; in Gilan herrschten XXII. die Beni Badusian schon seit dem vierzigsten Jahre der Hidschret zu Rujan und Rustemdar; der Gründer Badusian[137] war ein Nachkömmling des Schmiedes Kjawe, des Befreiers seines Vaterlandes von der Tyrannei, dessen Schurzfell erst Freiheitsfahne, dann Reichspanier.[138] Sie führten den besonderen Titel Astandar, welches in der bisher ganz unbekannten Mundart Taberistan's gleichbedeutend mit Scheichol Dschebal, d. i. des Alten vom Berge wie der Grossmeister der Assassinen, hiess, welcher diesen Namen von den früheren Herrschern Kuhistan's aus der Dynastie Bawend geborgt. Die beiden Alten des Gebirgs, der von Alamut und der von Rustemdar, bekriegten sich um die Hälfte des sechsten Jahrhunderts als unversöhnliche Feinde; aber nach dem Tode Keikawu's Ben Hesarsif's schlug sein Sohn und Nachfolger Schehrnusch den entgegengesetzten Pfad ein, und trat selbst in die Fussstapfen der Assassinen, seiner Verbündeten. Nach Schehrnusch herrschte sein Bruder Isfendiar Kerkud, nach ihm sein Neffe Serin Kemer, d. i. Goldgürtel, der Erste der Sohn Hesarsif's, dann Goldgürtel der Zweite, der Sohn Chassin's, der ein und zwanzigste Herrscher der Beni Badusian; diesem war zu Anfang des dreizehnten Jahrhunderts der christlichen Zeitrechnung[139] sein Sohn Bisutun, diesem nach zehnjähriger Regierung der Sohn Fachreddewlet, diesem nach zwanzigjähriger Regierung der Sohn Hosameddewlet Ardeschir und diesem der Bruder Iskender gefolgt. Sein Nachfolger Isfendiar Schehrahim, der jüngste Fürst der Beni Badusian, regierte drei und dreissig Jahre lang als Zeitgenosse Hulaguchan's und Abaka's; von diesen wurden die Herrscher Gilan's in Ruhe gelassen, und die Eroberung des Landes erst unter ihrem Nachfolger Oldschaitu, dem achten Ilchane Persiens, versucht. XXIII. Der König Kleinarmeniens war Hetum oder Haithon I., der vierte Fürst seiner Dynastie durch fünf und vierzig Jahre, während welcher er in häufiger Berührung mit Hulagu und dem Bruder desselben, dem Grosskaan Mengku; ein nicht minder historisch wichtiger, in die Geschichte der Mongolen eingreifender, grosser Herrschercharakter ist XXIV. die Königin von Georgien, Russuldan, die Tochter der Tamar, nach deren Tode das georgische Reich unter die beiden Davide, welche bei der Thronbesteigung Gujuk's erschienen, nämlich zwischen ihrem Vetter David Narin und ihrem Sohne David Ssosslan, getheilet ward. Dieser erhielt das obere Georgien, d. i. Karthli, Kachethi, Achal-ziche und Schewar; der andere Niedergeorgien, d. i. Imerethi, Mingrelien, Sswanethi, Dschikhethi und Abchasethi; nach Mengkukaan's Tode zeichnete Hulagu den David, Sohn der Russuldan, seiner Tapferkeit willen besonders aus. XXV. Das Reich der Seldschuken in Rum beherrschte der zwölfte Sultan derselben, Iseddin Keikawus II., erst allein, dann mit seinen Brüdern Rukneddin Kilidscharslan IV. und Alaeddin Keikobad II., von welchen der vorletzte bei der Thronbesteigung Gujuk's erschienen war. In Nicäa endlich thronte XXVI. der griechische Kaiser Vataces, dessen drei und dreissigjährige Regierung, ein Muster von Weisheit und Staatsklugheit, die Wiedereroberung Konstantinopels aus den Händen der Lateiner vorbereitete, und dessen Gesandte sich mit denen Innocenz IV. am Hofe Mengukaan's zusammenfanden.[140] Der Papst und die Könige von Frankreich und Ungarn verkehrten mit den Herrschern der Mongolen durch Gesandtschaften; aber weder die fränkischen Kaiser von Konstantinopel, noch die Reste der Kreuzfahrer in Syrien kamen mit denselben in unmittelbare Berührung, wie die hier aufgeführten sechs und zwanzig asiatischen Dynastien, welche die Zeitgenossen Hulagu's. Wie an der Pforte Mohammed Chuaresmschahs, des mächtigsten Herrschers Asiens vor Tschengischan, sieben und zwanzig besiegte oder huldigende Prinzen fünfmal des Tages die Heerpauken schlugen, so schlugen diese sechs und zwanzig, dem Ursprunge des mongolischen Reichs in Persien gleichzeitigen Dynastien, welche demselben widerstanden, erlagen, gehorchten, huldigten oder vor demselben zitterten, gleichsam an der Pforte desselben die Heerpauke der Herrschaft.

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