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Geschichte der Ilchane, das ist der Mongolen in Persien

Drittes Buch.

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Drittes Buch.

Syrischer Feldzug; Marsch von Tebris nach Haleb, Miafarakain; Hossnkeif, Mardin; Keitbuka vor Damaskus; Schlachten von Aindschalut und Himss; das Chalifat der Beni Abbas in Aegypten; Anlass des Krieges mit Berke; Feldzug gegen Kipdschak; Thronprätendenten nach dem Tode Mengkukaan's, Arikbuka, Alghui, Kaidu; Vertheilung der Länder und Statthalterschaften; Dynastie der Beni Aamaret und Schebankjare von Fars.

Verhältniss Hulagu's mit den gleichzeitigen asiatischen Dynastien.

Die hundert Burgen der Assassinen waren gebrochen, der Thron des Chalifats war umgestürzt, die Fürsten von Fars und Mossul, von Gross- und Klein-Armenien, von Gross- und Klein-Luristan, hatten freiwillig oder gezwungen gehuldigt, das ganze Land von den Ufern des Oxus bis zu denen des Tigris war der Herrschaft des Ilchan's unterworfen, aber hierdurch der Auftrag, welchen der Eroberer Hulagu vom Bruder Kaan erhalten, ganz Asien bis an den äussersten Westen zu erobern, nur zur Hälfte erfüllt; noch blieb Mesopotamien und Syrien bis nach Aegypten hin zu erobern übrig. In dem letzten dieser drei Länder war der Hauptstamm der Herrschaft der Ejubiden, welche sich zu Ende des zwölften Jahrhunderts gleichzeitig mit der der Mongolen erhob, vor neun Jahren durch gewaltsame Umwälzung gebrochen worden und die Stelle der Herren aus dem Hause Ejub hatten ihre Sklaven, die Mamluken, auf dem Throne als Herrscher eingenommen; aber von dem hohen und mächtigen Baume dieses grossen Herrschergeschlechtes wurzelten noch sieben Zweige im arabischen Irak und in Syrien, vom Jenseits der Wüste an, welche Mesopotamien von Syrien, bis zu der, welche Syrien von Aegypten trennt, Miafarakain und Hossnkeif, bis nach Damaskus und Karak; inmitten derselben die von Haleb, Hama und Himss. Wären diese sieben Strahlen der Herrschaft in dem Brennpunkte Eines einzigen starken Volkes und Muthes vereint gewesen, hätte die sieben Herrscher nur das Band aufrichtiger, zusammenwirkender politischer Eintracht verbunden, so würde ihre, von einem Einzigen geleitete, aber auch immer aufrichtig vereinte Macht der Hulagu's wahrscheinlich siegreich widerstanden haben, da sogar Einzelne derselben männlichen Widerstand nicht ohne Erfolg versucht und den reissenden Strom der Eroberung wenigstens eine Zeit lang gehemmt; aber es fehlte Einheit und Eintracht, welche im Herrscherhause Ejub nur unter der ruhmwürdigen Regierung Ssalaheddin's zwanzig Jahre lang das von ihm gegründete Reich befestigte. Nach seinem Tode war die Macht vielgetheilt und durch Herrschsucht und Scheelsucht geschwächt, nicht im Stande, den andringenden Fluthenschwall mongolischer Herrschaft zu gewältigen. Ein Blick auf die gleichzeitig im Osten und Westen Asien's emporgestiegene Herrschaft des Hauses Tschengischan's und Ejub's zeigt im hellsten Lichte die Staatsklugheit des Tschengischan'schen Hauses und Grundgesetzes der Einigkeit und Familieneintracht, ohne dessen strenge Beobachtung die Herrschaft der Mongolen nie zu solcher Macht gediehen wäre. Zwar zeigten sich auch schon bald nach Tschengischan's Tode Symptome der Uneinigkeit und des Familienzwistes in den Ansprüchen auf die oberste Herrschaft, aber das Schwert rottete bei Mengku's Thronbesteigung in dem blutigen Sinne der Jasa siebzig Prinzen auf einmal aus, und das Reich erhob sich unter ihm und seinem Nachfolger Kubilai zu einer Ausdehnung von Macht und Grösse, dergleichen die Geschichte vor- und nachdem nie gesehen. Erst als die Bande der Alles im Mittelpunkte versammelnden Einheit und der Familieneinigkeit sich lockerten, begannen auch die Thronen der mongolischen Herrscher zu wanken, und erlagen fremder Uebermacht, wie jetzt der mongolischen die Grösse des Herrscherhauses Ejub. Wir nehmen den kurz gedrillten Faden der Geschichte von sieben oben erwähnten, Hulagu gleichzeitigen Dynastien der Söhne Ejub's da wieder auf, wo wir denselben im ersten Buche dieser Geschichte verlassen haben.

Die Beni Ejub zu Miafarakain und Hossnkeif.

Von den sieben, Hulagu gleichzeitigen Dynastien des Hauses Ejub, welche mit seiner Macht in Berührung, von demselben, weil sie widerstanden, vernichtet, oder weil sie gehuldigt, noch einige Zeit geduldet worden, war die von Haleb, wo die unmittelbaren Nachkommen Ssalaheddin's herrschten, die mächtigste, deren Uebermacht soeben die von Damaskus verschlungen hatte. In Mesopotamien, zu Miafarakain und Hossnkeif, und an der Gränze Syriens, zu Kerek, herrschten Abkömmlinge Melikol-aadil's (d. i. des gerechten Königs), des Bruders Ssalaheddin's, zu Hama die Nachkommen Schehinschah's, des Bruders Ssalaheddin's und Melikol-aadil's, und zu Himss die Schirkuh's, des Oheims der drei Brüder. Melik Nassir Jusuf, der Urenkel Ssalaheddin's, war nach seines Vaters, Melikol-asis, Tode schon in seinem siebenten Jahre zur Regierung gelangt, welche während seiner Unmündigkeit für ihn seine Grossmutter, die Tochter Melikol-aadil's, die Frau Ssaffije, führte. Seinem Vetter, dem Herrn von Himss, Manssur Ibrahim, dem Urenkel Schirkuh's, des Oheims Ssalaheddin's, stand er mit einem Heere wider die Chuaresmier bei, welche nach dem Sturze des chuaresmischen Reichs in einzelnen Banden, wie die Condottieri des Mittelalters, Mesopotamien und Syrien durchrannten und ausraubten. Er bemächtigte sich ihrer beiden Hauptplätze, Harran's und Rakka's. 646/ 1248 Für den Sohn und Nachfolger Manssur Ibrahim's, Melikol-eschref Musa, nicht so freundschaftlich gesinnt, wie für dessen Vater, hatte er demselben seine Hauptstadt Himss entrissen und ihm dafür das aus der Geschichte der Kreuzzüge bekannte Schloss von Tell baschir gegeben. Im folgenden Jahre hatte er wider Bedreddin Lulu, den Atabegen von Mossul, ein Heer gesandt, welches das Feld zu Nissibin behauptete und im Besitze des ganzen Lagers des flüchtigen Feindes blieb. 647/ 1249 Als im nächsten Jahre die Herrschaft des Stammes der Beni Ejub in Aegypten erlosch, luden die Emire von Damaskus den Herrn von Haleb zur Besitznahme ihrer Stadt ein. 648/ 1250 Er zog dahin, und, in der Absicht, auch Aegypten zu erobern, dem Heere der Mamluken entgegen; er schlug dieselben zwar zuerst bei Abbasa, ward aber dann geschlagen und floh nach Damaskus zurück. Er zog zum zweitenmale aus, und schloss Frieden auf die Bedingniss, dass der Jordan die Gränze beider Reiche. Wider Nassir, den mächtigsten Herrscher der Beni Ejub in Syrien, wandte sich also jetzt Hulagu's erobernde Macht; aber auf dem Wege dahin standen ihm noch die nächsten Verwandten Nassir's, die Herren von Miafarakain und Hossnkeif, entgegen, welche, auf die Festigkeit ihrer Burgen stolz, dem Eroberer trotzten. Zu Miafarakain herrschte Melikol-kjamil, der Sohn Melikol-Mosaffer's, des dritten der drei Söhne Melikol-aadil's, welche nach ihrem Vater Herren dieser festen Stadt; der von Hossnkeif war Melikol Mowwahid, der Ururenkel Melikol-aadil's, aus dessen Sohne Kjamil. Als Kjamil nach seines Vaters Tod den Thron Aegyptens bestieg, gab er seinem Sohne Melik Ssalih Nedschmeddin die Stadt Amid und das Schloss Hossnkeif als Leibgedinge, und als Ssalih's Enkel Moaasem Turanschah sich nach Aegypten begeben, um dort die Herrschaft, welche in ihm enden sollte, zu übernehmen, blieb Hossnkeif seinem Sohne Mowwahid als Leibgedinge. Die beiden Herren von Hossnkeif und Miafarakain waren würdige Träger des Namens Ejub, indem sie, stolz auf ihren angestammten Herrscheradel und die Festigkeit ihrer Burgen, dem mongolischen Eroberer zu huldigen verschmähten, während ihr mächtiger Vetter Nassir von Haleb huldigend einen Gesandten an Mengkukaan gesandt und von demselben Jerligh und Paise, d. i. Diplom und das Ehrenzeichen des Löwenkopfes, erhalten hatte. Selbst an Hulagu, als er das persische Gebiet betreten, hatte er heimlich unterwürfige Botschaft gesandt, entfloh aber nun bei der Annäherung Hulagu's nach Aegypten.

Aufbruch von Tebris.

Nach der Eroberung Bagdad's war Hulagu erst gegen Hamadan und von da über Meragha nach Tebris gezogen, das von nun an die Hauptstadt von Aserbeidschan (dem alten Atropatene), von nun an auch die des neuen mongolischen Reichs in Persien und die Residenz des Ilchan's; seitdem heisst dieselbe mit dem ganzen Lande umher Paitachti Hulagu, d. i. der Fuss des Thrones Hulagu's. Tebris, d. i. das warm Rieselnde, hat seinen Namen, der gleichbedeutend mit Tepliz, von seinen warmen Quellen; es liegt auf der Westseite des Berges Sehend mitten unter üppigen Gärten, vom Flusse Surchab, d. i. Rothwasser, bespült. Es ist möglich, dass Tebris nur eine Verstümmelung des alten, beim Ptolemäus vorkommenden Gabris; aber alle Quellen arabischer Geschichte nennen als Erbauerin der Stadt die Gemahlin Harun Reschid's, seine Base, die grosse Frau Sobeide. 175 (791) Schon neun und dreissig Jahre nach ihrer Erbauung vom Erdbeben zerstört, wurde Tebris vom Chalifen Motewekkil wieder erneuert 245 (857) und zweihundert Jahre später vom Erdbeben gänzlich in Schutt gelegt. 434 (1042) Der Astronom Abu Tahir von Schiras hatte das Erdbeben für die Nacht, wo es stattfand, vorausgesagt und die Einwohner der Stadt, dieselbe zu verlassen, ermahnt; Viele beherzigten seine Warnung, aber vierzigtausend, welche in den Häusern zurückblieben, wurden unter denselben begraben. Der neue Bau ward unter der Leitung des genannten berühmten Astronomen im Zeichen des Scorpions begonnen, um dadurch für immer die Gefahr gänzlicher Zerstörung durch Erdbeben abzuwenden; „und wirklich“, sagt Hamdallah Mestufi, der persische Geschichtschreiber Geographe, „haben in den seitdem verflossenen dreihundert Jahren mehrmal Erdbeben stattgefunden, ohne der Stadt wesentlich zu schaden, so dass die Stadt ihren Ruin nicht mehr von Erdbeben, sondern nur von Ueberschwemmung fürchtet“. Zahlreiche, seitdem gegrabene Kanäle und unterirdische Wasserleitungen gewähren dem Wasser Abfluss, so dass auch diese Furcht verschwunden; der vom Berge Sehend niederströmende kleine Fluss Mehranrud vertheilt sich in mehr als hundert solcher Kanäle, um die Gärten der Stadt zu bewässern; die Waldungen rund um die Stadt sind so dicht, dass, als zu Beginn des vorigen Jahrhunderts das osmanische Heer hier den Befehl erhielt, dieselben auszuhauen, dreitägige Arbeit der Axt keinen merklichen Unterschied hervorbrachte, so dass sie so dicht, wie ehe, schienen. Die schöne und fruchtbare Ebene von Tebris, welche sich auf der Westseite der Stadt gegen den See von Urmia hinzieht, wetteifert durch üppigen Baumwuchs mit den Zauberthälern von Soghd, Damaskus, Schaabbewwan und mit der Ebene von Mamschanrud bei Hamadan um edenischen Ruhm. Die Aepfel, Birnen, Aprikosen und vorzüglich die Weinbeeren ohne Kern sind vortrefflich; die Einwohner blühender Gesichtsfarbe, gewerbfleissig und auch nicht ohne Muth, aber durch Treulosigkeit verschrien. Derohalben ist von ihnen der persische Viervers gang und gäbe:

Als Freund hat Keiner noch Tebrisern je getraut; Die Anderen sind Mark, Tebriser ist nur Haut. Wer in der Freundschaft nicht beständig wird geschaut, Hat, wenn nicht von Tebris, sich dorten angebaut.

Hierauf entgegnete ein Dichter von Tebris:

Tebris ist Paradies, sein Volk ist spiegelrein. Du sagst, dass sie aufrichtig nicht in Freundschaft sei'n; Wie konntest And'res dir von ihnen bilden ein, Der Spiegel wirft zurück von dir den Widerschein.

Vorzüglich hat sich in der Landschaft Aserbeidschan von jeher wissenschaftliches Streben kund gegeben, und schon Abu Tahir sagte: Aserbeidschan ist im Osten, was Andalus im Westen, durch philologischen und medicinischen Ruhm. Von den grossen Männern und Dichtern, deren Ruhm die Stadt verherrlicht, sowie von den grossen Gebäuden derselben, wird unter der Regierung Ghasan's, dessen Grabdom noch heute die schönste Ruine der Stadt, zu sprechen der Ort sein[327].

Marsch Hulagu's bis Roha.

Von Tebris, seinem neuen Thronsitze, brach Hulagu Freitags den zwölften September gegen Syrien auf. 22. Ramasan 657/ 12. September 1259 Vor seinem Aufbruche sandte er Botschaft an seinen Vasallen Bedreddin Lulu, den Herrn von Mossul, ihn seines hohen Alters willen der persönlichen Erscheinung im Felde enthebend, aber dafür die Gegenwart seines Sohnes Ssalih fordernd. Dieser erschien und Hulagu belohnte ihn dafür mit der Hand einer Tochter des letzten grossen Sultans von Chuareſm, Dſchelaleddin. Seinen Feldherren Baidſchu und Schiktur übertrug er den Befehl des rechten, anderen Emiren den des linken Flügels, er selbst führte das Mitteltreffen an. Wir folgen nun seinem Zuge nach den Stationen, deren die persischen Geschichten erwähnen, wie wir demselben von Karakorum an bis an den Oxus nach den chinesischen Berichten gefolgt sind. Auf der Westseite des Ararat, zwischen demselben und Erſerum, südlich von Hasan Kalaa, erhebt sich das Gebirge Alatagh, d. i. der bunte Berg, in welchem herrliche Alpenweiden, Jagden und die Hauptquelle des Euphrat's, nämlich die des Muradſsuji, welcher hier aus mehreren Bächen zusammenströmt[328]. Hulagu fand so grosses Wohlgefallen an den Weiden von Alatagh, dass er denselben einen mongolischen Ehrennamen beigelegt[329]. Von hier wandte er sich südwärts nach Achlath, der auf dem nördlichen Ufer des Sees von Wan, gegenüber des Schneegebirgs Siban, gelegenen Stadt, die eine uralte, schon zu Nuſchirwan's Zeit der Sitz seines Oheims Dschamasb, von den Byzantinern Chliat genannt[330], berühmt durch die Grösse seiner Aepfel, deren einer bis hundert Drachmen wiegt. Ihren Flor verheerte zuerst der Einfall Chuareſmschah's und zwanzig Jahre hernach ein Erdbeben. 626/ 1228 Seid Husein von Achlath, in allen esoterischen Wissenschaften tief gelehrt, hatte noch vor dem Einfalle der Mongolen in Persien das Unheil Tſchengiſchan's vorausgesagt und war mit zwölftausend Familien nach Kairo ausgewandert, wo noch seine Grabstätte und noch das Stadtviertel der Achlather das Andenken an diese Ansiedelung bewährt[331]. Die Kurden des Stammes Hakkjari, welche um Achlath wohnen, wurden vom Heere wie scheues Vieh verfolgt und getödtet[332]. Als das Lager zu Diarbekr, beschloss Hulagu vor Allem die gänzliche Eroberung Mesopotamiens, um auf dem Marsche gegen Syrien den Rücken frei zu behalten. Der Herr von Miafarakain[333], Melik Kjamil, hatte nicht nur der Einladung zur Unterwürfigkeit keine Folge geleistet, sondern auch einen syrischen Priester, welcher während der Belagerung Bagdad's mit einem Jerligh des grossen Kaan's an ihn abgesendet worden, gekreuziget[334]. Der Prinz Jaschmut[335] und Suntai Nujan wurden die Stadt zu belagern befehligt; den Sohn Bedreddin Lulu's sandte Hulagu gegen Amid, das heute unter dem Namen Diarbekr bekannter; er selbst wandte sich nach Roha, das alte Edeſſa, das sich freundlich ergab; Harran und Niſsibin wurden mit Gewalt genommen und verheert; die Einwohner von Serudsch, die keinen Boten der Unterwürfigkeit gesandt, niedergemacht. Zu Roha schlug er sein Winterquartier auf und beschied dahin seine Vasallen, Hethum, den König Kleinarmeniens, und die Seldschuken Rum's; auch an Nassir, den Sultan von Haleb, sandte er von hier wiederholte Botschaft, ihn persönlich in's Lager zu laden; Nassir schickte seiner statt seinen Sohn Melikelasis mit reichen Geschenken. Hulagu behielt ihn den ganzen Winter hindurch bei sich und sandte ihn erst im nächsten Frühjahre nach Ostern an den Vater mit der lakonischen Botschaft zurück: „Nicht dich haben wir begehrt, sondern deinen Vater; er komme also, sonst kommen wir zu ihm“. König Hethum erschien an der Spitze einer grossen Anzahl gewaffneten Gefolges; ein nicht zu verachtender Bundesgenosse, denn er war zwölftausend Reiter und vierzigtausend Fussgänger in's Feld zu stellen im Stande[336]. Hethum setzte dem Eroberer die Annehmlichkeit Haleb's auseinander und bewog ihn zu dem Entschlusse (oder bestärkte ihn darin), vor allen anderen Städten nach Haleb seine Waffen zu wenden. Den armenischen König scheint zu diesem Rathe hauptsächlich das Interesse der Kreuzfahrer und zunächst das seines Schwiegersohnes, des Herrschers von Antiochien, des nächsten Nachbars Haleb's, bewogen zu haben. Unter die Seldschuken Iseddin und Rokneddin wurden die Länder Rum's so vertheilt, dass dieser Herr der Länder zwischen Cäsarea und Grossarmenien, jener Herr Kleinasiens bis an's mittelländische Meer. 20. Juli 1259 Von hier aus wurde ein Botschafter mit dem berühmten, von Nassireddin mit allem Schmucke morgenländischer Rhetorik geschwellten Schreiben an Nassir gesandt, welches Wassaf sammt der Antwort gibt, wie folgt:

„Gott, der Ernährer der Himmel und Erden“, so kündet der siegreiche König: „Wir haben gelagert vor Bagdad im sechshundert fünf und fünfzigsten Jahre, wir haben den Beherrscher gefangen gemacht und ihn ausgefragt, und da er bestand mit nichten, war es nöthig, ihn zu vernichten. Er geizte mit seinem Gold, und so kam die Sache dahin, wie sie es gesollt; er opferte kostbare Seelen den irdischen Lüsten auf, und das war klar aus dem ganzen Verlauf. Sie hatten den Lohn ihrer Thaten und der Sagende sagt: Sobald ein Ding vollkommen, hat es auch schon abgenommen, aber uns kann noch der Wachsthum frommen. Hernach sollen wissen die Fürsten, die siegreichen, Seifeddin (das Schwert des Glaubens), Ihn Jaghmur und Alaeddin El-Koscheimri und die übrigen Emire Syriens und Truppen: Ich bin ein Kämpe Gottes, den er erschaffen in seinem Grimme, um ihn loszulassen wider die, denen er zürnet. Nehmet euch ein Beispiel an dem, was geschehen, um euch an den Erschlagenen zu ersehen. Werdet durch fremden Schaden klug und ergebt euch Uns, ehe der Vorhang aufgezogen wird, und ehe wider euch ergehet der Zug. Wir erbarmen uns nicht des Weinens und haben kein Mitleiden mit der Klage; Gott hat aus Unserem Herzen gerissen die Barmherzigkeit. Wehe! und abermals Wehe! denen, die nicht streiten auf Unseren Seiten. Wir haben die Länder verheert mit Macht und die Kinder zu Waisen gemacht. Wir haben über die Erde Verderben gebracht; an euch ist die Flucht vor Uns, der euch sucht; wo ist die Erde, die euch nährte? und das Land, das euch Zufluchtsort gewährte? Ihr werdet Unseren Schwertern nicht enteilen, und habet keine Rettung vor Unseren Pfeilen; Unsere Pferde sind vorauseilende, Unsere Schwerter leiberzertheilende und Unsere Pfeile sicherbetheilende; Unsere harten Herzen halten wie Berge Bestand, und die Zahl Unserer Heere ist unzählbar wie der Sand. Wer sich Uns ergibt, der findet Heil, und wer wider Uns kämpft, dem wird Reue zu Theil. Unser Reich wird von keinem Andern begehrt und das Land Unserer Nachbarn wird nicht verheert. Wenn ihr Unsere Bedingungen annehmet und zu Unserm Gehorsame euch bequemet, so ist Unsere Sache die eurige, und die eurige die Unsere; wenn ihr aber widerstrebt, und euch wider Uns erhebt, wenn ihr verharrt als Rebellen, so schmähet hernach nur eure Seelen, denn es wird euch am Ende: was erwerben eure Hände. Wer voraus droht, ist entschuldigt durch die Noth, und wer da warnt, Niemanden unbillig umgarnt. Die Schlösser vor Uns werden umgekehrt, und Unsere Heere werden vom Kampfe nicht abgewehrt. Euere Bitten werden von Uns weder erhört noch angehört, denn ihr habt die Ungerechtigkeit gefressen und den Glauben vergessen; ihr habt die Neuerung eingesetzt und das Gemeinwohl verletzt; ihr überliesset euch den Lastern und der Passion und es waltet in euch der Neid und die Rebellion. Nehmet daher in Betrachtung die Kunde der Erniedrigung und Verachtung. Heut empfangt ihr den Lohn euerer Verachtung, weil ihr hochmüthig gewesen auf Erden ohne Wahrheit[337], für euere Laster. Er wird die kennen, die Unrecht gethan, und die Umwälzenden werden umgewälzt werden.[338] Bei euch ist es ausgemacht, dass wir die Ungläubigen, und bei Uns ist es ausgemacht, dass ihr die Lasterhaften. Uns hat auf euch losgelassen Er, in dessen Hand die Geschäfte, die geleiteten, und die Gebote, die von ewig her bereiteten. Von Uns wird verachtet, wer euch dünket ein König, und was euch Viel ist, das däucht Uns Wenig. Wehe und Furcht dem, der sich vor Uns gross macht, und Sicherheit und Verzeihung dem, der erzittert Unserer Macht. Wir haben die Erde in Besitz genommen im Osten und Westen und die Güter der Reichsten und Besten; wir haben sie zerstaubt und alle Schiffe geraubt. Unterscheidet mit eurer Vernunft das Wahre und Klare, und ihr sollt eilen, uns Antwort zu ertheilen, eh' dass die, so ihr unglaubig nennet, euch verbrennet, ehe ihr sehet die Funken, ehe ihr unter der Last des Kriegs seid versunken, ehe grosses Unglück bei der Hand, und Niemand lösche den Brand; weisst du, was das sei, flammender Brand? ehe dass Ehre und Würde von euch schwindet, und ihr weder Zufluchtsort noch Schutz findet, und ehe dass der Ausrufer des Verderbens auch mit den Worten des Korans ruft: Ist einer von ihnen zu finden, ist von ihnen zu hören der geringste Laut.[339] Wir sind billig gewesen, indem Wir euch senden dieses Schreiben zum Lesen. Antwortet darauf, ehe die Strafe nimmt ihren Lauf, und ihr unverständig seid. Stellt auf Sternwarten euere Beobachtungen an, eh' der Treiber wie Holz zerbricht eueren Plan; und wenn ihr leset dieses Schreiben genau, leset zugleich den Anfang der Sura: Nachl[340], und das Ende der Sura: Ssad[341]. Wir haben Perlen des Worts ausgestreut, und die Antwort wird zeigen, wie ihr seid. Heil werde zu Theil dem, der verdient Heil.“

Antwort.

„Bei Gott ist die Vorsehung. Sag: Gott ist der Besitzer des Reichs, es wird gegeben das Reich, wem er will; es hat uns seine Vorsehung geleitet, Lob sei Gott, dem Herrn der Welten, und Gebet und Lob über den Herrn der Gottgesandten, den Schlussring der Propheten, Mohammed den Propheten, den Ungebildeten[342], und seine ganze Familie. Antwort auf das Schreiben, welches kündend gekommen von der Majestät des Ilchan's und der Schwelle des Sultan's (Gott wolle dieselbe mit Rechtlichkeit bedräuen und derselben die Annahme des Rechten und Wahren verleihen!). Hochdieselben sind, wie sie sagen, erschaffen aus Gottes Grimme, überwältigend Alle, über welche ergeht seines Zornes Stimme, ohne sich der Klagenden zu erbarmen, oder für die Weinenden ein Mitleid zu erwarmen, weil Hochdenselben Gott aus dem Herzen gerissen das Erbarmen. Dieses sind schändliche Eigenschaften der Satane und nicht der Sultane. Diese Zeugenschaft genügt als Prediger wider euch und von eurem selbst beschriebenen Reich abhaltend die Vernünftigen von euch. So sagt der Koran: „O ihr Ungläubigen, ich bete nicht an, was ihr betet an!“ Ihr habt euch selbst geflucht durch den Brief, den ihr geschrieben, und habet euch selbst mit allen Schändlichkeiten beschrieben, und alle Propheten haben Euer erwähnt. Wir haben von euch Kunde seit der Zeit, wo ihr erschaffen worden seid; und ihr, die ihr Ungläubige seid, wie ihr dessen selbst im Wahne seid, hat Gott in seinem Buch nicht den Drängern gegeben den Fluch? Ihr sagt: wir (die Moslimen) hätten Neuerungen gemacht und das Gemeinwesen heruntergebracht, den Glauben gebrochen und alle Laster verbrochen; das ist kein Wunder. Hat nicht Pharao sich die Rolle des Ermahnenden angeeignet und zugleich das Gesetz geläugnet? – Wir halten fest auf der Grundfeste, Uns nicht bekümmernd um die Zweige und Aeste; Wir sind die Rechtgläubigen fürwahr! Wir nehmen das Schädliche nicht an und legen den Zweifel in Bann. Zu Uns stieg nieder der Koran, und der ewige Gott sieht Uns erbarmend an; Wir haben die Sendung des göttlichen Worts vergewisst und wissen, wie dasselbe auszulegen ist. Es ward für euch das höllische Feuer erschaffen, um eure Hartherzigkeit zu strafen.

Wann sich spaltet der Himmel, Wann die Sterne sich zerstreuen, Wann sich mischet der Meere Getümmel, Wann die Gräber ihre Todten ausspeien; Dann weiss die Seele, was war und kommen wird.[343]

Wunderbar, wunderbar! mit Schlägen zu dräuen den Leuen, reissenden Thieren mit Streichen von Rappieren und Recken mit Stöcken. Unsere Pferde sind blitzende, Unsere Bogen ägyptische, Unsere Schwerter jemenische, Unsere Schultern festsitzende; Wir sind bekannt zum Bessten in Osten und Westen; Unsere Pferde sind Löwen, wenn Wir sie besteigen, und Unsere Reiter erreichen den Feind, sobald sie sich zeigen; Unsere Schwerter schneiden, wann sie treffen, und Unsere Lanzen zermalmen, wann sie sich senken im Treffen; Unser Kürass ist Unsere Haut, Unser Panzer ist Unsere Brust; Unsere Herzen werden durch keinen Unfall erbittert und Unsere Versammlung keiner Drohung erzittert durch die Kraft des Allgeehrten und Alllobenswerthen! Durch Drohungen werden wir nicht erschreckt, durch Anrücken des Heeres nicht geschwächt; wenn wir als Empörer auftreten, so ist es des Gehorsames Pflicht, und wenn wir tödten, so ist diess ein Kapital von Gewicht. Zwischen Unserer Erdenrunde und dem Tode ist nur Eine Stunde[344]. Ihr sagt: „Unsere Herzen halten wie die Berge Stand, und Unsere Zahl ist unzählbar, wie Sand“. Den Fleischer die Menge der Schafe nicht erschreckt, und vieles Holz wird durch einen kleinen Funken in Brand gesteckt. Werden Wir denn vor dem Tode fliehen und die Schmach vorziehen? Ist es nicht gefehlt, was ihr befehlt? Wir fliehen vor der Schmach und laufen lieber dem Tode nach; der Tod in dieser Welt ist, was Uns am meisten gefällt; wenn wir leben, sind wir selig, und wenn wir sterben, als Martyrer glückselig: Wird nicht Gottes Verein der überwältigende sein?[345] Nach dem Fürsten der Rechtgläubigen, nach dem Nachfolger des Propheten Gottes, des Herrn der Welten, fordert ihr von Uns Gehorsam. Wir horchen euch nicht und gehorchen euch nicht. Die Sehnsucht, ihm (dem Propheten) nachzufolgen, genügt, um von Uns abzuwehren die Begierden, die schädlichen, und die Phantasien, die leeren. – Ihr begehrt von Uns, dass Wir Uns euch ergeben, ehe sich die Decke wird heben, und ehe Wir Uns in die Gefahr begeben. Das sind Worte, ungereimt, aus deren Reihung Zweifel keimt. Wenn die Decke aufgezogen würde und niedersänke des Looses Bürde, so würde sich's zeigen, was grössere Sünde sei, ob der Unglaube nach dem Glauben, ob der Bruch nach der Bewährung, ob die Lüge nach der Erklärung, oder Gehorsam geschworen den Idolen und die Vermessenheit, sich einen zweiten Gott zu holen: Ihr habt eine unaussprechliche Sache vorgezogen; wenig fehlte, dass die Himmel klafften und die Erden sich spalteten und einstürzte der Berge Bogen.[346] Sagt eurem Schreiber, der diese und diese Worte angefasst und dieses Schreiben verfasst: Wie kurzsichtig ist deine Kürze, wie öde die Uebertreibung deiner Rede; dein Schreiben wirkt auf Uns, wie des Thürangels Hummen und der Fliegen Summen; du hast des Islams Gnade zu leicht genommen, und es wird Gottes Pein über dich kommen; du erachtetest zu erweitern durch das Schreiben die Pein und betrachtetest den Briefwechsel und die lügnerischen Drohungen als Spielerei'n. Dein Zweck war, in Vorschein zu bringen deine Beredtsamkeit und zu zeigen deine Wohlredenheit. Du bist der, von dem der Sprechende spricht: Du hast Etwas im Gedächtnisse behalten, aber es fliehen dich der Dinge Gestalten. Du hast geschrieben den Text: Er wird die kennen, die Unrecht gethan, und die Umwälzenden werden umgewälzt werden.[347] Auf dieses Wort kommt die Antwort sofort: Gottes Geschäft ist gekommen, beschleunigt es nicht, der König Nassir und Jaghmur und Alaeddin Koscheimri und die übrigen Emire Syriens achten nicht das Feuerschlagen zwischen Kiesel und Stahl, sie erwarten das Wiehern der Rosse und das Zusammentreffen im Stosse; sie geloben, sich im heiligen Kampf zu erproben, euch den Höllen und dem Abgrund zuzugesellen, euch die Haare, welche über die Ohren niederstürzen, mit dem Stahle des Schwertes zu kürzen; sie sagen euch Alle: Seid ihr zum Kampf bereit, so sei das eure Beredtsamkeit; was braucht es, Verse zu citiren und Histörchen zu componiren und Lügen einzustudiren. Wir sind nun im letzten Ssafer und Unsere Verheissung kommt (als eine wahre) vom Morgen her. Gott beflügelt für den, wen er will, den Sieg. Wir haben diess nicht bloss prosaisch geschrieben und sind dabei im Orte der Schmach sitzen geblieben; Wir sagten, was zur Hand, und entschuldigen den, der zu schwach zum Widerstand. Heil!“

Marsch bis Haleb.

Nachdem Hulagu den Sommer in Mesopotamien verweilt, trat er erst im Herbste des Jahres zwölfhundert neun und fünfzig seinen Marsch nach Syrien an. Auf vier Punkten wurden Brücken über den Euphrat geschlagen; diese vier Orte sind noch heute die betretensten gewöhnlichen Uebergangspunkte, nämlich zu Malatia, Kalaatol Rum, Bire und Kirkesia, alle vier als Uebergänge des Euphrats schon aus der römischen und byzantinischen Kriegsgeschichte bekannt. Malatia, das alte Melitene, Kalaatol Rum, d. i. das Römerschloss, an der Stelle des alten Zeugma, d. i. der Brückenverband, Bire, das alte Birtha, und Kirkesia, ganz unverändert das alte Kirkesion. Das erste Blutbad hatte zu Menbedsch, dem alten Hierapolis, statt, dessen heutiger Name aus dem alten Bambyce verstümmelt; die beiden alten Namen enthalten schon statistische und historische Kunde der Stadt, die berühmt durch ihre Baumwollpflanzungen und ihre Tempel, besonders den der Astarte, der grossen syrischen Göttin, vor welchem sich vereinzelte Thürme erhoben, Thürme, die heute Minarete, d. i. Leuchtthürme, genannt, ursprünglich Phallische Sinnbilder der Zeugung. Von hier aus wurden die Castelle am Euphrat, deren Einwohner alle unter dem Schwerte fielen, mit Besatzungen versehen, nämlich: die Schlösser Nedschm, Rakka und Dschaaber. Nedschm heisst das Sternschloss; Rakka hat in der römischen und griechischen Kriegsgeschichte als Kalinike oder Nicephorium schönen Sieg verkündenden Namen, Dschaaber aber in der osmanischen die grösste Wichtigkeit, weil hier dreissig Jahre vor dem Uebergange Hulagu's über den Euphrat Suleiman, der Grossvater Osman's, des Gründers des osmanischen Reichs, als er von Chorasan, vor dem Heere Tschengischan's auswandernd, flüchtete, hier bei'm Uebergange über den Euphrat vom steilen Ufer in den Fluss stürzte und ertrank, wo seine Grabstätte noch heute unter dem Namen des Türkengrabs geehrt wird[348]. Noch im October[349] streiften ungeheuere Schaaren bis in die Nachbarschaft von Haleb, wo ihnen Moaasem, der Sohn Nassir's, der Urenkel[350] des grossen Ssalaheddin, entgegen kam, aber von ihnen geschlagen in die Stadt floh. Abtheilungen des Heeres rückten vor Maarretnaaman, Hama und Himss, welche sich ergaben; die Sultane der beiden letzten Städte waren nach Aegypten entflohen, so auch Melik Nassir, der Sultan von Haleb, welcher sich in das innerste Syrien, nach Schaubek und Kerek, gerettet. Damaskus ergab sich gutwillig, aber Haleb wurde von Hulagu belagert. Er selbst lagerte vor dem westlichen Thore, das nach Antiochien führt, Oroktu Nujan vor dem Thore der Juden, Keitbuka Nujan vor dem Thore der Griechen und Sundsche Nujan vor dem südlichen Thore von Damaskus. Vor dem Judenthore, das auch Thor der Freude heisst, ist ein grosser[351] alter Stein, bei welchem Juden und Christen schwören; ausser demselben wallfahrtet der Moslim zu Haleb noch zu zwei Stätten Chiser's, des Hüters des Lebensquells, dessen Legende in Syrien mit der des heil. Georg zusammengewachsen, und zu zwei Stätten Abraham's, dessen Heerden hier gemelket worden sein sollen[352], eine Legende entstanden aus der Verstümmelung des alten Namens Chalybon in Haleb, was auf arabisch Milch heisst. Haleb ist durch seine Früchte, sowie durch seinen Handel von jeher berühmt gewesen, durch seine Gurken, Wassermelonen, Feigen, Aprikosen, vorzüglich aber durch seine Pistazien, welche der Araber die Tochter des Gedächtnisses[353] nennt, weil sie gegessen das Gedächtniss stärken sollen; als Niederlage indischer Waaren wird Haleb auch das kleine Indien genannt.

Eroberung von Haleb und Harim.

Der Befehlshaber des Schlosses war Moaasem Turanschah, der Sohn Nassir's, an welchen die Aufforderung der Mongolen erging: Wir wollen euch Nichts Uebles, lautete die Botschaft, wir suchen nur den König Nassir auf, um uns zu schlagen; nehmt also zwei mongolische Vögte an, deren einer in der Stadt, der andere im Schlosse residire, so lange noch das Kriegsglück unentschieden; wenn wir das moslimische Heer geschlagen, seid ihr uns ohnedies als Sklaven verfallen; schmiegt euch daher lieber früher als später in's Joch; sollten wir besiegt werden, so steht es euch immer frei, unsere Vögte hinaus zu werfen, oder wenn ihr lieber wollt, sie zu tödten. Moaasem's Antwort war eines Ejubiden würdig: er habe für die Mongolen Nichts, als sein blankes Schwert. Auf diese Antwort umzingelten die Mongolen die Stadt, besetzten die Brücken, bei deren Vertheidigung Esededdin, der Sohn Soheir's, des Sohnes Nassireddin's, fiel. Das Schwert wüthete durch fünf Tage, von Sonntag bis Freitag, bis Hulagu's Befehl dem Morden Einhalt that; nur sechs Gebäude waren durch besondere Sicherheitsbriefe von der allgemeinen Plünderung ausgenommen[354], nämlich vier Häuser von Prälaten, das Kloster der Ssofi und die Synagoge der Juden, aber weder die griechische noch die syrische Kirche. Während Abulfaradsch, der Syrer, welcher die Geschichte dieses Feldzugs als Augenzeuge beschrieben, als Abgesandter der Christen an Hulagu im Sternschloss aufgehalten ward, drangen die Tataren in die Stadt ein und metzelten die Christen nieder, die sich in die griechische Kirche geflüchtet, bis auf wenige, welche der armenische Priester Toros rettete[355]. Das Blutbad war gross und grösser, als zu Bagdad[356]; die Zahl der in den verschonten Gebäuden Geretteten belief sich auf fünfzigtausend[357]; das Schloss ward mit Wurfmaschinen beschossen. Die Emire Kurchan, Adschu Sukurdschi und Ssadik Gurdschi wurden verwundet. Hulagu beschenkte sie und sagte: Wie die rothe Farbe die Schminke der Weiber, so ist die Schminke der Männer das Blut[358]. In dem Schlosse wurden Mehrere, als des Einverständnisses mit den Mongolen verdächtig, getödtet; über zwei Monate[359] hatte die Belagerung gedauert, als der Besatzung freier Abzug gestattet ward. 11. Rebiulachir 659/ 6. April 1261 Die Emire der ägyptischen Mamluken, welche sich unter der Besatzung befanden, wurden der Sorge eines Kipdschaken empfohlen, welcher vormals bei Nassir, dem Herrn Haleb's, Schutz gesucht, von demselben gütig aufgenommen, jedoch, weil es ihm in Syrien nicht gefiel, wieder zu den Mongolen übergegangen war. Ausrufer verkündeten, dass es den Moslimen erlaubt sei, in ihre Wohnungen zurückzukehren, und dass ihnen Niemand Etwas in den Weg legen solle. Hulagu ernannte zum Vogte Fachreddin, den Mundschenken, und Tokal Bachschi, liess den ersten in der Folge, als sich die Einwohner über seine Erpressungen beklagten, hinrichten, und gab die Stelle dem Seineddin Hafis[360]. Nun kam Melikol-Eschref Musa, der Herr von Himss, welchem Nassir, wie vordem gesagt worden, die väterliche Stadt weggenommen und ihm dafür Telbaschir gegeben hatte, und der mit Nassir und dessen Bruder bei Annäherung der Mongolen aus Haleb nach Aegypten geflohen, um sich dem Eroberer huldigend zu Füssen zu werfen. Hulagu empfing ihn gnädig und setzte ihn in das ihm entrissene Fürstenthum von Himss wieder ein; auch erschien Mohijeddin, der Sohn Seki's, der Richter von Damaskus, um ihm die Huldigung der Stadt darzubringen; Hulagu empfing ihn ehrenvoll und sandte ihn nach Damaskus mit goldenen Ehrenkleidern für die Gesetzgelehrten zurück. Er theilte dieselben dort in öffentlicher Versammlung aus und las das Jerligh vor, welches ihm die Stelle als Richter von Damaskus verlieh[361]. Nachdem Haleb's Einrichtung getroffen war, wandte sich Hulagu gegen Harun, welches unter dem Namen Harim aus der Geschichte der Kreuzzüge bisher besser als seine Lage bekannt, durch mehrere Schlachten berühmt; von den Christen eingenommen, von Nureddin belagert und erstürmt, fiel es wieder in der Kreuzfahrer Hände, denen es Ssalaheddin entriss[362]. Es liegt zwischen Haleb und Antiochien, zwei Tagreisen von jenem und eine von diesem entfernt, und ist besonders seiner herrlichen Granatäpfel willen berühmt, welche die saftigsten Syriens[363]. Die Besatzung erklärte, sie wolle sich an Niemanden als an Fachreddin, den Naib (Stellvertreter des Richters) von Haleb, ergeben, welcher, herbeigerufen, ihre Uebergabe im Namen Hulagu's empfing; diesen aber wurmte der ihm hierdurch zugefügte Schimpf so sehr, dass er trotz des zugesicherten Lebens alle Einwohner mit Weib und Kind erwürgen liess. Den Sultan von Himss, Melikol Eschref, sandte er nach Hama, dessen Emire, nachdem ihr Sultan Melik Manssur sich nach Damaskus geflüchtet hatte, dem Hulagu die Schlüssel der Stadt überbracht und um einen mongolischen Vogt gebeten. Er sandte ihnen den Wesir Chosrewschah, der seinen Stamm vom Schwerte des Islams von Chalid, dem Sohne Welid's, dem berühmten Feldherrn der beiden ersten Chalifen, dem Eroberer Syriens, herleitete[364]. Melik Eschref erhielt von Hulagu den Auftrag, die Mauern Hama's und die seiner eigenen Stadt Himss zu zerstören. Melikol Eschref verfuhr schonungslos zu Hama, wo er die Mauern des Schlosses schleifte, das Arsenal verbrannte, die schöne Bibliothek versteigerte und auch die Mauern der Stadt gebrochen haben würde, wenn nicht ein Franke dem mongolischen Zerstörer, dem Perser Chosrewschah, vorgestellt, dass die Nachbarschaft der Christen zu Hossnol Ekrad es nicht rathsam mache, die Stadt ihres Walles zu entmanteln. Nicht so genau vollzog Melikol Eschref die Befehle Hulagu's in seiner eigenen Stadt Himss, wo er nur Weniges zum Scheine abbrach, sein übriges Erbe verschonend[365].

Miafarakain.

Ehe wir die Erzählung des syrischen Feldzugs weiter verfolgen, wenden wir uns nach Mesopotamien zurück, wo Hulagu auf seinem Durchzuge seinen Sohn Jaschmut mit einer Heeresabtheilung belagernd vor der Stadt Miafarakain gelassen, welche nordöstlich von Diarbekr gelegen. Miafarakain, das südlich demselben gelegene Hossnkeif und das noch südlichere, am Berge Dschudi oder Masius gelegene Mardin, das alte Merde, drei der festesten Horte des arabischen Irak und Gränzfestungen des byzantinischen und persischen Reichs, wollen ihrer Wichtigkeit wegen vom Leser dieser Geschichte näher gekannt sein. Das erste, auf armenisch Nefrgerd, auf griechisch die Stadt der Martyrer geheissen, ist vielleicht das alte Carcatiocerta, welche die Hauptstadt Sophiene's, wie Miafarakain die Hauptstadt des Landes Bekr's war[366]; sie liegt am dritten Gränzflusse des byzantinischen und persischen Reichs, am Nymphius, der heute der Goldfluss heisst[367] und nördlich der Stadt aus einer Quelle entspringt, welche die Quelle Bekr's heisst[368]. Die orientalischen Geographen nennen nur ein einziges Denkmal der Stadt, aber dieses einzige macht viele andere zum Ruhme der Stadt überflüssig und leuchtet hell hervor aus dem Dunkel unbekannter Martyrer, von denen die Stadt den armenischen und griechischen Namen hat; es ist das Grabmal Seifeddewlet's, d. i. des Reichsschwerts, des grossen Fürsten der Beni Hamdan, dessen zahlreiche glückliche und unglückliche Kämpfe gegen das byzantinische Reich, dessen Kriegsthaten in Asien von Haleb bis an die Ufer des Bosporos die Geschichte erzählt und Motenebbi in unsterblichem Gedichte verherrlicht hat. Hier ist das eigentliche Land Bekr's, von welchem die spätere Hauptstadt desselben, Amid oder Diarbekr, den heutigen Namen trägt. Ursprünglich der Sitz des Stammes Bekr Ben Wail, dann der Könige von Kinde, aus welchen Amrolkai's, einer der sieben grössten Dichter vor Mohammed, um des von den Beni Esed erschlagenen Vaters Tod zu rächen, Bundesgenosse des griechischen Kaisers, zuletzt von seinen Feinden im Bade mittels vergifteten Kleides getödtet. Nach der Eroberung unter dem Chalifate Omar's herrschten hier die Dynastien der Beni Merwan und Beni Ortok, und als Hulagu's Heer vor Miafarakain belagernd erschien, war dasselbe seit siebzig Jahren in den Händen eines Zweiges der Beni Ejub, deren vierter Herrscher, Melikol Kjamil, durch die Hinrichtung des Gesandten und durch die Verweigerung der Unterwerfung unter die Macht des Kaan's und Ilchan's gesichert. Als Prinz Jaschmut mit den beiden ihm untergebenen Feldherren, Ilkai Nujan und Suntai, zur Uebergabe aufforderte, antwortete er: der Prinz möge nicht kaltes Eisen schmieden und Unmögliches nicht erwarten. Ist er nicht der Sohn des Vaters, der dem Chorschah (dem Fürsten der Assassinen), dem Chalifen von Bagdad, dem Hosameddin Aka (dem Befehlshaber von Deriteng) und dessen Sohne Tadscheddin (dem Befehlshaber von Irbil) das gegebene Wort gebrochen[369] und sie trotz des gewährten sicheren Geleites getödtet hat? Da mich gleiches Loos erwarten würde, wie sie, will ich mich bis auf den letzten Odemzug vertheidigen. Er öffnete seine Schätze und Magazine der Besatzung und sagte ihnen: Theilt euch darein, denn ich bin nicht, Gott sei Dank! der Chalife Moteaassim, dessen Geiz die Ursache von Bagdads Ruin. Wurfmaschinen wurden wider Wurfmaschinen aufgepflanzt und zwar mit so grosser Genauigkeit der Richtung der einen gegen die andere, dass die geschleuderten Felsenstücke mehrmals in der Luft zusammenstiessen und, durch den Zusammenstoss zerschmettert, als Kies und Sand herunterregneten. Endlich gelang es den Belagerten, die Wurfmaschinen der Belagerer mittels geschleuderten Naphtafeuers zu verbrennen.

Eroberung von Miafarakain und Hossnkeif.

Hulagu, von dem Widerstande Miafarakain's unterrichtet, sandte den Oroktu mit dem Befehle, dass der Prinz und das Heer so lange weile, bis die Stadt durch Hunger zur Uebergabe gezwungen seyn würde. Dieser Zeitpunkt trat ein; einen ganzen Monat lang schon ass die Besatzung nichts als Hunde, Katzen, Mäuse und Ratten, zuletzt Leichname der Erschlagenen. Da schrieben die wenigen, noch vom Tode Verschonten an Jaschmut: „Die Lebensmittel sind ausgegangen und die Stadt ist ihrer Vertheidiger entblösst; wenn jetzt die Reiter kommen, werden sie keinen Widerstand finden.“ Der Prinz sandte den Oroktu, und dieser fand nur siebzig halb verhungerte, halb durch Wunden verstümmelte Männer, die sich nicht mehr vertheidigen konnten; nur zwei Reiter, die während der ganzen Belagerung in wiederholten Ausfällen Wunder der Tapferkeit gethan, kämpften auch nun mit vorgehaltenen Schilden gegen der Feinde Uebermacht, bis sie derselben erlagen. Melik Kjamil wurde mit seinem Bruder an Hulagu gesandt, der damals zu Tellbaschir (das Turbeysel der Kreuzfahrer in der Nähe von Haleb); Hulagu überhäufte ihn mit Vorwürfen über seinen Undank und seine Treulosigkeit, dass er den Gesandten des Kaan's, der ihm Diplom und Löwenkopf gesandt, getödtet. Er befahl, ihm Riemen Fleisches aus dem Leib zu schneiden und in den Mund zu stecken; der abgeschnittene Kopf wurde als Trophäe in den syrischen Städten zu Haleb, Hama und Damaskus unter Musik herumgetragen und in der letzten Stadt an einem Fenster des Stadtthores, welches das Thor des Paradieses heisst, aufgehängt[370], erst nach Abzug der Mongolen in dem Grabmale Husein's beigesetzt. 7. Dschem. ewwel 658/ 21. April 1260 Der Scheich Schihabeddin, als Dichter unter dem Namen Abu Schama, d. i. Vater des Muttermaals, berühmt, beweinte dessen Tod in einer berühmten Kassidet, woraus die Verse:

Der Sohn des Kämpen kämpfte wider die Barbaren, Die in Irak aus rauhen Kehlen schnarren; Hellstrahlend und erhaben in Gefahren, Starb er den Martyrtod erst nach zwei Jahren. Entehrt ward nicht sein Haupt durch die Fanfaren, Womit auch das Husein's ward gefahren; Es ruht bei ihm nach Abzug der Tataren; Im Leben und im Tode gleich Verfahren.

Gleiches Schicksal mit dem Fürsten von Miafarakain hatte sein Vetter Mowwahid, der Sohn Turanschah's, des letzten Sultans der Beni Ejub in Aegypten, der Herr des festen Schlosses von Hossnkeif, welches zur selben Zeit wie Miafarakain fiel und dessen Fürst ebenfalls von den Mongolen getödtet ward. Hossnkeif oder Hissnkeifa, von den Byzantinern das Schloss des Kiphas genannt[371], liegt auf dem westlichen Ufer des Tigris, auf dem Wege von Miafarakain nach Mossul[372]. Die Stadt hängt mit dem auf einem hohen Berge gelegenen Schlosse mittels einer Brücke zusammen; bevor dasselbe der ejubidische Emir Merd Mahmare befestigte, hiess es bei den Arabern Rasol Ghul, d. i. das Dämonenhaupt, weil es, wie im Sternbild des Perseus das Haupt der Gorgone, welches der Araber ebenfalls Dämonenhaupt nennt, fürchterlich und hoch vom Himmel herunterdroht. Nach der arabischen Legende soll der Name Hossn oder Hissn Keifa ursprünglich Hasan Keifa gelautet haben, und zwar aus folgendem Anlasse: Ein Wackerer, Namens Hasan, im Schlosse gefangen gehalten, erbat sich beim Emire eines Tages die Erlaubniss, eine seiner Stuten auf dem Schlosshofe zu tummeln; die Erlaubniss wurde gewährt; Hasan tummelte und tummelte das Pferd und setzte damit zuletzt in toddrohendem Sprunge über die Mauer, mit dem Pferd hinunterstürzend in den Tigris, den er glücklich durchschwamm. Da erscholl der Zuruf der Bewunderung solcher Tollkühnheit: Hasan Keifa! d. i. Hasan Wohlauf! und der Name blieb dem Schloss. Vielleicht ist es dasselbe mit dem alten persischen Schlosse der Vergessenheit, worin Prinzen und andere Staatsgefangene zu ewiger Vergessenheit eingekerkert worden, und dessen die byzantinischen Geschichtschreiber mehrmals erwähnen[373]; da aber jenes auf persisch Gilgerd[374] genannt wird, so ist es weit wahrscheinlicher, dass dasselbe eins mit einem der festesten Schlösser der Assassinen, mit Girdkjuh, dem Tigado Hethum's[375], das länger als alle anderen aushielt[376].

Mardin's Belagerung.

Nach Miafarakain's und Hossnkeif's Eroberung befehligte Hulagu seinen Sohn Jaschmut und die ihm beigegebenen Emire wider Mardin, die Residenz Melik Said's, des Fürsten der Familie Ortok, von denen die ältere Linie zu Amid und auch zu Hossnkeif geherrscht, ehe das letzte in den Besitz der Ejubiden kam. Mardin ist das alte Marde, der Sitz des kriegerischen, störrigen Stammes der Marden, welche der persische König Arsaces theils hierher, theils nach dem Libanon verpflanzte, deren Wohnsitze sich später bis nach Satalia an der cilicischen Küste ausdehnten[377] und deren Nachkommen, im Peloponnesos angesiedelt, noch heute in dem tapfersten Stamme der Schipetar oder Albanesen in den Mirdaiten fortleben. Der Berg Masius, sogenannt von seinen Eichenwäldern [auf persisch Masu[378]], ehemals Izale, dann von den Arabern Dschudi genannt, ist eine Raubhöhle der verschiedenartigsten Stämme und Secten, welche zu verschiedenen Zeiten die Freiheit ihres verfolgten Cultus in die Eichenwälder und Schluchten dieses Berges gerettet, an dessen steilstem Ende nach der moslimischen Ueberlieferung die Arche Noah's sitzen geblieben und von wo aus er mit seinen Söhnen in die Ebene Mesopotamiens heruntergestiegen sein soll. Sunni und Schii, katholische und schismatische Armenier, Jacobiten, Nestorianer, Chaldäer und Juden, Sonne-, Feuer-, Kalbs- und Teufelsverehrer wohnen hier einander über den Köpfen; denn die Stadt steigt in Terrassen auf und die Häuser stehen alle eines ober dem anderen, so dass Dächer und Thore in einer senkrechten Linie sich übereinander erheben; die zahlreichste Bevölkerung Kurden, Jesidi, welche dem Teufel göttliche Ehre erweisen, wahrscheinlich Nachkommen der Marden, welche vermuthlich zur altpersischen Secte gehörten, die das böse Princip anbetete. Wenn irgendwo in Asien noch Spuren der Ungarn anzutreffen sein sollen, so dürften dieselben ausser Sibirien noch in den Eichenwäldern des Masius in dem Volksgemische der Umgegend zu suchen sein, denn hierherum kennt Theophylaktus das Schloss der Magyaren und den Pass der Sabiren, welche die Namen der Ungarn, die bei dem Auszuge aus dem Lande zwischen der Wolga und dem Dniepr sich südlich nach Persien wandten[379]. Melik Said, Fürst der Familie Ortok, beantwortete mit gleichem Muthe und in gleichem Sinne, wie die Herren von Miafarakain und Hossnkeif, die Aufforderung Jaschmut's: „Ich hatte den Sinn, mich euch zu unterwerfen, aber die Art, wie ihr die, so sich euch ergaben, behandelt, hat meinen Sinn geändert; an lobenswerthen, an tapferen Kurden und Türken fehlt es mir, Gott sei Dank! nicht.“ Oroktu pflanzte also die Wurfmaschinen auf, welche acht Monate fruchtlos die steile Bergfeste beschossen. Die Mongolen rächten sich für den tapferen Widerstand des Schlosses durch die Plünderung der Stadt und der nächstgelegenen Städte Ersen und Dinsar. Der ältere der beiden Söhne Said's, Mosafereddin, hatte zu wiederholtenmalen dem Vater fruchtlose Vorstellungen wider die längere Vertheidigung gemacht; endlich räumte er dessen längeren Widerstand durch Gift aus dem Wege und begab sich in's Lager, sich selbst als Vatermörder aus Menschenliebe angebend, weil er überzeugt, dass das Schloss doch endlich der Uebermacht der Eroberer weichen müsse, durch den Tod des Einen das Leben von Tausend habe bewirken wollen. Der Vatermörder fand Gnade vor Hulagu, der ihm des Vaters Herrschaft verlieh; seine Nachkommen erhielten dieselbe als zahme Vasallen der Ilchane. Hundert dreissig Jahre nach dieser Unterwerfung trotzte Sultan Isa, der letzte des grossen Herrschergeschlechtes der Beni Ortok, noch den welterobernden Waffen Timur's, der von den fruchtlos Belagerten die gewöhnliche Neunzahl der Geschenke und das Versprechen jährlichen Tributs annahm[380]. Die Dynastie der Beni Ortok erlosch fast gleichzeitig mit der der Beni Ejub zu Hossnkeif, wo nach Mowwahid's Hinrichtung dessen Nachkommen das Schloss ebenfalls als Vasallen der Mongolen besassen, bis der achte derselben der aufsteigenden Dynastie der Bajandere, d. i. des weissen Hammels, erlag, deren Gründer Kara Juluk, d. i. der schwarze Blutegel, von Timur mit der Herrschaft von Amid und Mardin belehnt ward[381]. Zwei der Zweige der Beni Ejub wurden also als Vasallen der Mongolen zu Hossnkeif und Himss geduldet, während die Dynastien der beiden anderen von Miafarakain und Haleb mit ihren Hauptstädten zu Grunde gingen. Ehe wir das Ende des mächtigsten dieser Fürsten, nämlich Nassir's von Haleb, als Folge der Niederlage von Aindschalut erzählen, erwähnen wir noch einmal des Fürsten von Mossul.

Ssalih's, des Sohnes Bedreddin Lulu's, Empfang und Ende.

Bedreddin Lulu, der sechs und neunzigjährige[382] Greis, der vierzigjährige Herrscher von Mossul, welchen Hulagu in Anbetracht seines hohen Alters der Pflicht, im letzten Feldzuge persönlich zu erscheinen, enthoben und seiner statt seinem ältesten Sohn Ssalih der Belagerung Miafarakain's beizuwohnen, aufgetragen hatte, war während derselben gestorben. Bedreddin Lulu, d. i. Vollmond-Perle, erst Sklave des sechzehnten Atabegen von Mossul, dann Obersthofmeister von dessen beiden Söhnen Mesud und Mahmud, eignete sich, nachdem sie bald auf einander gestorben, den Thron selbst an und mass seine Macht mit der der Fürsten aus dem Hause Ejub; zuerst mit Ssalih Nedschmeddin, dem Sohne Kjamil's, dem Herrn von Sindschar, das er zweimal belagerte; das erstemal war er durch das dem Sultan zu Hilfe eilende Heer Chuaresmschah's die Belagerung aufzuheben gezwungen; das zweitemal aber entriss er die Stadt dem Enkel Melikol aadil's, Dschewad; hierauf die festen Städte Nissibin und Dara den Händen der Chuaresmier, den Sohn Melik Ssalih's, den nachmaligen letzten Herrscher der Beni Ejub in Aegypten, aus der Gefangenschaft der Chuaresmier befreiend. 637/ 1239 Zehn Jahre hernach wurden ihm diese Städte von dem wider ihn gesandten Heere Nassir's von Haleb wieder abgenommen[383]. Seiner Unterwürfigkeit und Huldigung gegen Hulagu ist schon oben Erwähnung geschehen. Nach seinem Tode wurden seine drei Söhne, Ssalih, Mosaffer Ali und Melik Modschahid, von Bondokdar, dem Sultane Aegyptens, mit den Fürstenthümern von Mossul, Sindschar und Dschesiret Ben Omar belehnt. Ssalih wurde in's Lager gefordert und die Tochter Dschelaleddin Chuaresmschah's, welche ihm Hulagu früher vermählt, wurde zur Huldigung nach Syrien gefordert; dort nahm sich seiner Rokneddin Beidak an; aber Hulagu sandte den Senedarghun Nujan mit einem Tomane mongolischen Heeres, um Mossul zu besetzen und die Schätze auszuliefern. Als Ssalih in seine Stadt zurückeilte, fand er alle Wege von Mongolen besetzt; er verweilte zu Dschewsak, wo ihn die mongolische Schlachttrompete aus weichlichem Wohlleben aufschreckte; da eilte er nach Mossul und rüstete die Stadt zur Verteidigung wider die Mongolen, die Einwohner mit der Hoffnung tröstend, dass sein Beschützer, Beidak der Syrer[384], bald zum Entsatze erscheinen werde. Von beiden Seiten flogen Felsenstücke und feuerbeschwingte Pfeile; mehrere wackere Mongolen, welche bereits die Mauern erstiegen hatten, wurden getödtet und ihre Köpfe in's mongolische Lager gepfeilt. Melik Ssalih, von einem Pfeile verwundet, eilte in's Lager zu Hulagu, um ihm von dieser halsstarrigen Empörung Ssalih's Kunde zu geben. Beidak, von der üblen Lage seines Schützlings unterrichtet, sandte ihm Truppen zu Hilfe, die von Sindschar aus durch Taubenpost von ihrer nächsten Ankunft Wort sandten. Die Taube ward von einem Mongolen geschossen, der Brief dem Senedarghun Nujan gebracht. Er legte sich in Hinterhalt, schlug die von Beidak zu Hilfe gesandten syrischen Truppen und steckte die Mongolen in ihre erbeuteten Kleider; unter dieser Verlarvung erschienen sie vor den Mauern Mossul's, dessen Einwohner, sie für den syrischen Entsatz haltend, ihnen entgegen gingen, aber alle niedergemacht wurden; dennoch hielt sich die Stadt noch sechs Monate, bis die Sonne in ihrer höchsten Hitze, im Löwen, und die Hungersnoth in der Stadt aufs Höchste gestiegen. Da verliessen die Vertheidiger Mossul's, durch Hunger gezwungen, die Stadt und wurden vom Schwerte der Mongolen gefressen. Ssalih unterhandelte nun die Uebergabe um Schonung des Lebens und sicheres Geleite an Hulagu. Senedarghun[385] verhiess und gewährte beides, aber nur der Person Ssalih's, denn die Besatzung wurde bis auf Wenige zusammengehauen. Neun Tage dauerte das Morden, die Stadt ward entvölkert, nur nach Abzug der Mongolen kamen etwa Tausend, die sich in's Gebirg gerettet hatten, wieder in die Stadt zurück. 5. Schaaban 660/ 27. Januar 1262 Hulagu war über Ssalih's Empörung so ergrimmt, dass er an demselben ein Beispiel mehr als gewöhnlicher, ekelhafter, unmenschlicher Grausamkeit aufstellte; er wurde, das Gesicht auf die Schaam gebunden, in einen Filz gewickelt und in die Sonne geworfen; so musste er elend verschmachten; sein dreijähriger Sohn wurde nach Mossul gesendet, am Ufer des Tigris entzweigehauen und die zwei Hälften auf den beiden Seiten des Flusses aufgehangen, bis sie verfault, abfielen. Solche echt mongolische Grausamkeit schändet den Ruhm Hulagu's, welchem sein Volk den Ehrennamen Ssain Adschu, d. i. der Schwierigkeitenlöser, beilegte, welcher mit seinen Söhnen für das Hemd[386] des mongolischen Reichs galt, während alle anderen Prinzen nur als Oberkleider[387] angesehen wurden.

Hulagu's Aufbruch von Haleb, Keitbuka zu Damaskus.

Hulagu befand sich nach der Eroberung von Damaskus, mit den Plänen weiterer ägyptischer Eroberung beschäftigt, zu Haleb, als er die Nachricht von dem Tode seines Bruders, des grossen Kaan's Mengku, erhielt. Er brach sogleich auf, wie es scheint in der Absicht, die oberste Herrschaft des Reichs im Kurultai zu Karakorum für sich selbst anzusprechen, erfuhr aber schon zu Tebris, dass sein Bruder Kubilai zum Kaan und Moilchan ausgerufen worden, und kehrte in der Folge wieder nach Haleb zurück. Ehe er Haleb verlassen, befahl er die Schleifung der Mauern und des Schlosses von Haleb, was vollzogen ward; den Oberbefehl über das Heer liess er in den Händen Keitbuka's, des bisherigen Befehlshabers des Vortrabs. Dieser war im zauberischen Thale von Ghuta gelagert, welches durch die üppige Fülle seines Grüns und Baumwuchses eines der vier Paradiese des Ostens (die drei anderen sind die Auen von Obolla an der Mündung des Euphrats, das Zauberthal Schaab Bewwan in Fars und die Ebene von Soghd im Lande jenseits des Oxus). Wiewohl diese vier vorzugsweise die Paradiese des Ostens heissen, so zählen doch genauere Geographen und eifrige Moslimen deren acht, indem nach der Lehre des Koran's die Zahl der Höllen sieben, die der Paradiese aber acht, indem Gottes Grimm minder als seine Huld und jenseits wie diesseits verdiente Strafe von unverdienter Gnade überwogen wird. Diese vier anderen Paradiese sind das Thal von Tebris[388], das von Mamschanrud zu Hamadan, der Sommeraufenthalt der Bewohner Malatia's zu Sebusi[389], dem vom Flusse des Messias bewässerten Thale, und endlich das des Bosporos, dessen Schönheiten nach dem bekannten Distichon des türkischen Dichters Melhemi die Schönheiten der vier ersten Paradiese weichen müssen[390]. Im schönen Thale von Ghuta gelagert, empfing Keitbuka Gesandte der Franken, welche ihm den Prinzen Sahir, den Bruder Jusuf Nassir's, des ehemaligen Sultans von Haleb, zuführten. Keitbuka bestätigte ihn im Besitze seines Leibgedinges, nämlich der Herrschaft von Ssarchad[391]; eine Heeresabtheilung wurde unter Kuschluchan's Befehl gegen Nablus (Neapolis) gesandt, das alte, zwischen den Bergen Garazin und Tobal, welche die Kibla der Samaritaner, gelegene Sichem[392], und die Besatzung, welche ausfiel, zusammengehauen. Die Mongolen kehrten das grosse syrische Gestade bis hinunter nach Ghasa sengend und brennend aus. Panias[393], die anderthalb Tagreise nordöstlich von Damaskus gelegene kleine Stadt, wurde verheert. Während dieser Begebenheiten ward Keitbuka Herr von Nassir's, des flüchtigen Sultan's von Haleb, Person. Nur von seinem Bruder Sahir, dem Melik Ssalih Nureddin, dem Sohne des Herrn von Himss, und drei kaimarischen (richtiger kimerischen) Emiren (gebornen Chuaresmiern) begleitet, war er bis nach Kathije an Aegyptens Gränze gekommen, von wo, sich nicht weiter in's Land wagend, er nach Schaubek und, alles seines Gepäckes und Gefolges verlustig, sich nach Kerek und von da nach Belka begab. Durch zwei kurdische Hellebardiere an Keitbuka verrathen, wurde er am See von Sisa ergriffen und vor Keitbuka geführt, der belagernd vor Adschalun's Mauern stand. Keitbuka zwang ihn, den Belagerten den Befehl der Uebergabe zuzurufen; die Stadt ergab sich und die Mauern derselben, welche Iseddin, einer der Emire Ssalaheddin's, erbaut[394], wurden geschleift. Keitbuka sandte den Sultan Nassir mit seinem Bruder Sahir, mit Ssalih, dem Sohne des Sultans von Himss, und mit Asis, dem minderjährigen Sohne von Moghis, dem Sultan von Kerek, nach Tebris in die Gegenwart Hulagu's. Dieser empfing die vier Prinzen des Hauses Ejub gnädig und versprach dem Sultan von Haleb, ihm sein väterliches Erbe zurückzustellen, sobald Aegypten im Besitze des mongolischen Heeres.

Keitbuka's Stellung gegen die Kreuzfahrer in Aegypten.

Wiewohl Keitbuka wie Hulagu die Christen als die Feinde seiner Feinde, der Moslimen, begünstigte, so ergrimmte er doch wider die Franken von Sidon und Beaufort, welche einige den Mongolen zinsbare, im Gebiete von Beaufort gelegene saracenische Ortschaften geplündert, mehrere der Bewohner getödtet, andere in Gefangenschaft geschleppt, einen Neffen Keitbuka's, welcher an sie gesendet worden, um die gemachte Beute zurückzubegehren, erschlagen hatten und dem Keitbuka Zurückstellung der Beute und Genugthuung verweigerten. Keitbuka züchtigte sie dafür durch die Eroberung von Sidon und die Schleifung eines Theiles der Stadtmauer. Die Einwohner flüchteten in die nächst der Stadt auf einer Insel gelegene Burg. Durch diese Feindseligkeit wurde das bisherige Zutrauen der syrischen Christen und Mongolen für immer zerstört[395]. Die politische Zuneigung Hulagu's für die Christen ward hauptsächlich durch die Frauen, durch die Frau Tokus, die erste Gemahlin und grosse Frau Hulagu's, seine Begleiterin auf diesem Feldzuge, und durch Hethum, den König Kleinarmeniens, bestärkt. Diesem dankte sein Eidam, der Prinz von Antiochien, einzig seine Rettung, indem sonst nach Haleb's Ruin der Antiochien's wohl unvermeidlich gewesen wäre. Hulagu sandte ihm aber Geschenke und Diplom, wodurch der Fürst von Antiochien wieder in den Besitz aller, zu seinem Fürstenthume gehörigen, ihm von den Saracenen entrissenen Ortschaften eingesetzt ward[396]. Der grössere Theil des mongolischen Heeres war theils in Mesopotamien, mit der Belagerung oder Huth der dortigen Städte beschäftigt, theils in Syrien zu Grunde gegangen, theils dem Hulagu bei seinem Aufbruche von Haleb gefolgt; Keitbuka blieb mit nicht mehr als zehntausend Mongolen zur Eroberung Aegyptens oder doch wenigstens zur Huth Syriens wider Aegypten zurück[397]. Keitbuka war zu Damaskus auf die Vertheidigung und den Schutz Syriens bedacht, als er die Nachricht von dem Anmarsche des Sultans von Aegypten, Mois Seifeddin Kotos, erhielt, in dessen Gefolge sich Melik el Manssur, der Sultan von Hama, mit seinem Enkel Efdhal, dem Vater Abulfeda's, des grossen Geographen, Geschichtschreibers, und andere moslimische Fürsten befanden, welche sich bei der Annäherung der Mongolen nach Aegypten geflüchtet und bei dem Sultane der Mamluken vom Nile den Schutz gesucht, den ihnen ihre Uneinigkeit wider die Mongolen nicht gewährte. Kotos, der erst seit einem halben Jahre auf dem Throne sass, war der dritte der Sultane Mamluken, welche denselben seit dem, der Gefangenschaft des heiligen Ludwig gleichzeitigen, Ruine des Hauses Ejub gefüllt; denn nachdem Melikolmoaasem Turanschah in dem Aufruhre der Mamluken zwischen Gluth und Fluth, halb versengt und halb ertränkt[398], endlich von den Pfeilen der Rebellen ereilt, geendet hatte, war die Herrschaft Aegyptens erst in den Händen der Frau Schedschreteddurr, d. i. Perlenbaum, der Gemahlin Ssalih's, des vorletzten Sultans der Beni Ejub, und ihres Gemahls, des Turkmanen Iseddin Aibek Dschaschnegir, d. i. Glaubensehre, Mondfürst, Truchsess, den sie aber selbst durch ihre Sklavinnen im Bade ersticken liess, als sie vernommen, dass er die Tochter Bedreddin Lulu's von Mossul zur Gemahlin nehmen wolle. Seine Mamluken setzten dessen fünfzehnjährigen Sohn auf den Thron und rächten des Vaters Mord durch den der Frau Perlenbaum, deren Leichnam aus der rothen Burg[399], in der sie unumschränkt befahl, hervorgezogen, nackt in den Graben geworfen ward. An der Spitze der Bluträcher stand der Emir Atabeg, Oberbefehlshaber des Heeres Seifeddin Kotos, welcher unter dem scheinbaren Grunde, dass der Mongolen drohende Gefahr statt des unerfahrenen Jünglings einen kräftigen Mann zum Herrscher Aegyptens dringend fordere, den Sohn Aibek's schon nach dritthalb Jahren des Thrones, worauf er ihn gesetzt, entsetzte und diesen selbst als Sultan Aegyptens einnahm.

Begebenheiten zu Damaskus; Mord der mongolischen Botschafter zu Kairo.

Am dritten Sonntage des Monats Ssafer waren die Abgeordneten Hulagu's, vom Richter Muhijeddin Ben Seki begleitet, angekommen, welcher sich nach Haleb begeben hatte und dort von Hulagu zum Oberrichter ganz Syriens ernannt worden war. 19. Ssafer 658 Am folgenden Morgen versammelten sich die Bewohner ohne Furcht in der grossen Moschee; Ibn Seki, mit dem Ehrenkleide Hulagu's angethan, las den versammelten Rechtsgelehrten das Diplom der Investitur (Taklid) des mongolischen Herrschers und die Fermane, wodurch den Bewohnern von Damaskus Sicherheit ihres Lebens und Gutes versprochen ward. 16. Reb. ewwel 658/ 3. März 1260 In der Hälfte des folgenden Monates waren die Generale Hulagu's an der Spitze einer zahlreichen Truppenabtheilung von Tataren im Geleite Keitbugha Nujan's erschienen und bald darauf wurde durch ein Diplom der Richter Kemaleddin Omer von Tiflis zum Stellvertreter der richterlichen Gewalt (Naibol-hukm) ernannt, so dass er als Richter der Richter in den Städten Syriens zu Mossul, Mardin und Miafarakain Recht sprach. Dasselbe Diplom verlieh ihm die Aufsicht der Moscheen und der frommen Stiftungen. Die Tataren hatten indessen ganz Syrien überschwemmt; sie waren bis Ghasa, Beit, Dschibrail, Hebron und Ssalt vorgedrungen, hatten überall geplündert und Sklaven gemacht und verkauften die Beute auf den Märkten von Damaskus[400]. Die Christen von Damaskus, welche einen besonderen Schutzbefehl Hulagu's zu Gunsten freier Religionsübung erhalten hatten, übernahmen sich in der ihnen zugestandenen Freiheit gegen die Moslimen, indem sie im Ramasan öffentlich auf den Gassen Wein tranken und denselben vor den Moscheen ausschütteten; sie zogen mit dem Kreuze durch die Strassen und zwangen die Kaufleute, demselben aufzustehen, die sich dessen Weigernden misshandelnd; Prozessionen zogen mit dem Kreuze nach der Kirche der heiligen Jungfrau, von deren Kanzel der Triumph des Christenthums über den Islam verkündet ward. Die gekränkten und misshandelten Moslimen beschwerten sich darüber beim mongolischen Statthalter, von dem sie, statt Ausrichtung zu erhalten, mit Schlägen abgefertigt wurden; er überhäufte die christlichen Priester mit Ehren, besuchte ihre Kirchen und begünstigte offenbar das Christenthum. Eine merkwürdige Epoche für die Geschichte christlicher Kirchen in Syrien während der mongolischen Herrschaft unter der Statthalterschaft Keitbugha's; aber diese dauerte nicht lange, denn Melik Eschref, der ejubidische Fürst von Himss, erschien mit einem Diplome Hulagu's, welches ihn zum Statthalter über ganz Syrien bestellte. Indessen hatte der Emir Bedreddin Mohammed Ben Kermdsche, der Festungsbefehlshaber der Citadelle von Damaskus, und der Emir Dschelaleddin Ben Seirafi den Entschluss gefasst, die Thore der Citadelle zu schliessen und sich darin wider die Mongolen zu vertheidigen. Keitbugha begann die Belagerung des Schlosses. 6. Rebiulachir 658/ 10. März 1260 Dieselbe dauerte fünf und vierzig Tage mitten unter fürchterlichen Ungewittern, die mit Erdbeben begleitet waren; mehr als zwanzig Wurfmaschinen schleuderten Felsenstücke wider die Mauern, um sie zu erschüttern, während eine Menge anderer Häuser durch das Erdbeben einstürzten, und mit den Blitzen kreuzten sich die Flammengeschosse des Naphta. 22. Dschem. ewwel/ 7. Mai 1260 Nachdem die Belagerten endlich zu kapituliren begehrt, plünderten die Tataren das Schloss, zündeten dasselbe an mehreren Ecken an, schleiften mehrere Thürme und zerstörten alle Kriegsmaschinen; von hier zogen sie nach Baalbek, wo die Citadelle ebenfalls zerstört ward; eine andere Heeresabtheilung verheerte Bamias und die Umgegend. Hulagu, nachdem er von Haleb abgezogen, liess dort den Keitbugha und zu Damaskus den Baidera als Statthalter zurück und führte sieben Emire der Mamluken Bahri, d. i. derer vom Nile, mit sich. Bald darauf erschienen Botschafter Hulagu's mit einem Schreiben[401] an Kotos voll Drohungen, dessen Inhalt in den folgenden Schlussworten desselben zusammengedrängt ist: „Sag' dem Lande Aegypten, Hulagu kommt, begleitet von entblössten Degen und schneidenden Schwertern; er wird die Mächtigen demüthigen, die Grossen zurechtweisen und die Kinder nachsenden den Greisen.“ Im gehaltenen Kriegsrathe der Emire wurde beschlossen, die Botschafter Hulagu's, es waren deren vier an der Zahl, zu vernichten; vor der Hand wurden sie aber nur in den Kerker geworfen[401]. 15. Schaaban 658/ Juli 1260 Hälfte Schaaban's zog Sultan Kotos, von seinen Truppen begleitet, aus dem Schlosse Kairo's gegen Ssalihije aus. Unmittelbar vor seinem Auszuge wurden die vier mongolischen Botschafter an vier der volkreichsten Plätzen der Stadt, nämlich am Fusse des Schlosses, ausser dem Thore Soweila[402], dem Thore Nassr und zu Ridhania entzweigehauen, ihre Köpfe an dem Thore Soweila aufgehangen; vier bedeutungsvolle Stätten, mehr als einmal in der späteren mamlukischen und osmanischen Geschichte und bis in unsere Tage herunter durch die Schlachten von Heeren und das Schlachten von Menschenopfern blutig befleckt; durch das Thor Nassr's, d. i. des Sieges, zogen die jeweiligen Eroberer Kairo's triumphirend ein, am Fusse des Bergschlosses rann das Blut der letzten, von Mohammed Ali veranstalteten Mamlukenvesper; in der Schlacht von Ridhania zwischen Sultan Selim, dem Eroberer Aegyptens, und Sultan Tumanbai, dem letzten Sultan der Mamluken, wurde das tragische Schicksal des letzten entschieden, und am Thore Soweila, wo jetzt die Köpfe der vier entzweigehauenen mongolischen Botschafter hingen, baumelte dritthalbhundert Jahre später der Kopf Tumanbai's, des letzten Sultan's der Mamluken Tscherkessen. Im Gefolge der mongolischen Gesandten befand sich ein Kind, welches der Sultan begnadigte und unter die Zahl seiner Mamluken aufnahm. Wassaf erzählt diese Botschaft und das Sendschreiben derselben auf eine im Wesentlichen zwar übereinstimmende, in den Nebenumständen aber abweichende Weise. Nach ihm waren nicht vier Botschafter, sondern nur Einer, von vierzig Dienern begleitet, und die Botschaft lautete: „Gott hat dem Hause Tschengischan's die Weltherrschaft zuerkannt; der sich Uns unterwirft, hat sich und seiner Familie Leben und Gut gerettet. Der Ruf Unseres unzählbaren Heeres geht demselben wie die Heldensage Rustem's und Isfendiar's voraus; sende unterwürfige Botschaft und komme selbst, um einen Vogt in Aegypten zu bitten; wenn nicht, so sei gerüstet zum Kriege.“ Sultan Kotos berief bei Ankunft der mongolischen Botschaft seine sechs chuaresmischen Emire[403], welche nach der Zerstörung der chuaresmischen Länder sich von Achlath nach Aegypten geflüchtet und hier besonders zur Erhebung Sultans Kotos auf den Thron beigetragen hatten. „Hulagu“, sagte er ihnen, „wäre schon in Aegypten eingefallen, wenn ihn nicht die Nachricht von des Bruders Tod aus Syrien abgerufen hätte; er hat aber den Keitbuka an der Gränze zurückgelassen, der das Land wie ein grimmiger Löwe und wüthiger Drache zu verheeren droht und dem Niemand zu widerstehen im Stande; was denket ihr hierüber!“ Der sechste Emir, Nassireddin Kimeri[404], von welchem die kimrischen oder cimerischen Mamluken ihren Namen haben, sprach: „Es wäre keine Schande für uns, dem Hulagu, als dem Sohne Tului's, dem Enkel Tschengischan's, entgegen zu gehen; welcher Vernünftige wird sich aber selbst vergiften und muthwillig dem Tode entgegen gehen? Die Beweise seiner Treulosigkeit liegen in dem Schicksale der Herren von Alamut, Deriteng, Irbil, Miafarakain und des Chalifen offen.“ Kotos sprach im selben Sinne und endete so: „Mir bleibt nur eines von dreien zu wählen übrig: Freundschaft, Feindschaft oder Auswanderung.“ Alle stimmten für den Krieg. Kotos berieth sich noch insbesondere mit Bondokdar, dem Emirol umera, dem ersten der ägyptischen Mamluken, welcher sich schon seit zehn Jahren dadurch, dass er der erste den Todesstreich wider Melik Moaasem, den letzten Herrscher Aegyptens aus dem Hause Ejub, führte, Namen und Ansehen erworben und seitdem als Fürst der Fürsten behauptet hatte. Bondokdar, d. i. der Bogenhalter, der Kipdschake, dessen ursprünglich türkischer Name Beibars, d. i. Beg Panther, und der später als Sultan Aegyptens der Schrecken der Franken in Syrien wie der Mongolen, rieth zum Morde des Gesandten; noch in derselben Nacht blutete der Gesandte und seine vierzig Begleiter bis auf einen als Martyrer mamlukischen diplomatischen Verkehrs; ihre Köpfe wurden am Thore Soweila aufgesteckt, und am Morgen brach Kotos mit zwölftausend Reitern gegen Syrien auf.

Schlacht von Aindschalut. 25. Ramasan 658/ 3. Sept. 1260

Zu Ssalihije, dem Vereinigungspunkte des ägyptischen Heeres, fand Kotos Widerwillen bei seinen Emiren, wider den Feind zu ziehen; mit den Worten: „Ich werde allein wider die Tataren ziehen“, schloss er den Kriegsrath, indem er bei einbrechender Nacht die Trommeln zum Aufbruche zu rühren befahl. Der Emir Beibars Bondokdari (der nachmalige Sultan der Mamluken) erhielt den Befehl, mit einer Truppenabtheilung vorauszueilen, um Erkundigung vom Feinde einzuziehen. Alsbald er vor den Mauern Ghasa's erschienen, wurde die Stadt geräumt. Kotos folgte ihm auf dem Fusse nach; aus Aka kamen ihm die Franken mit Anerbietung von Hilfe und Begleitung entgegen. Er lehnte den Antrag ab und forderte nur das Versprechen der strengsten Neutralität, deren Verletzung er zu züchtigen drohte[405]. Zu Aindschalut, d. i. am Quelle Goliath's, zwischen Beisan und Nablus, kam es zur entscheidenden Schlacht. Keitbugha und Baidera, die beiden Feldherren, Statthalter Hulagu's zu Damaskus und Haleb, hatten alle in Syrien befindlichen tatarischen Streitkräfte versammelt. Am ersten Freitag des Septembers brauste alsbald nach Sonnenaufgang das ganze weite Thal vom Pferdegewieher und Waffengetöse; das Geschrei der Dorfbewohner tönte in den unaufhörlich fortrollenden Trommelwirbel der Capelle des Sultans und der Heermusik seiner Emire[406]. Die Aegypter gebrauchten die Kriegslist, sich dem mongolischen Heere in weissen Burken, d. i. mongolischen Pelzen, zu nahen, so dass sie von den Mongolen für Schaaren Ihriger gehalten wurden[407]. Einer der Flügel des ägyptischen Heeres war bereits in Unordnung und gebrochen; Sultan Kotos warf seinen Helm zur Erde und schrie aus allen Kräften: „o Islam!“ Er stürzte sich mit allen, die um ihn waren, auf den Feind und kämpfte mit äusserster Unerschrockenheit. Die Mongolen flüchteten in's Geröhricht des sumpfigen Thales; Kotos befahl, das Geröhricht anzuzünden, und sie gingen zwischen Feuer und Schwert elend zu Grunde. Der Emir Beibars that Wunder der Tapferkeit vor den Augen des Sultans. Als dieser mitten im Gemenge der Schlacht, spannte der mongolische Knabe, welchem Kotos aus Mitleiden mit seiner Jugend beim Gesandtenmorde das Leben gerettet hatte, seinen Bogen von rückwärts auf den Sultan, um durch dessen Tod das vergossene Blut der Brüder zu rächen; nach Einigen wurde er auf der Stelle von den ihn Umgebenden, welche seines Vorhabens gewahr, zusammengehauen, noch ehe der Pfeil abgeflogen; nach Anderen, erst nachdem er denselben abgeschossen und damit das Pferd des Sultans verwundet hatte, welches denselben abwarf. Die Mongolen wurden von den Tataren bis in die Nähe von Beisan verfolgt, wo sie sich umwandten und noch einmal Stand machten zum hartnäckigsten Gefechte. Die Moslimen wankten, da schrie Sultan Kotos dreimal mit lauter Stimme: „o Islam! o Gott, schütze deinen Diener Kotos und verleihe mir Sieg über die Tataren!“ Als diese zum zweitenmale besiegt, stieg der Sultan vom Pferde, warf seine Stirne in Staub und verrichtete ein Dankgebet von zwei Verbeugungen. Nach Makrisi ward Keitbugha in der Schlacht getödtet, nach Wassaf gefangen vor Kotos geführt. „Sei nicht stolz“, sagte der mongolische Feldherr dem Sultan der Mamluken, „auf deinen Sieg, dem die Rache auf dem Fusse folgen wird. Von Aserbeidschan nach Aegypten wird die Erde vom Hufe mongolischer Pferde gestampft, welche den Sand Aegyptens in Säcken davon tragen werden. Hulagu hat dreimalhunderttausend tapfere Reiter, von denen ich nur Einer.“ – „Prahle nicht“, sagte Kotos, „mit eueren Heeren, die nur durch Treulosigkeit siegen.“ – „Ich bin“, entgegnete Keitbugha, „meinem Herrn nur treu gewesen, nicht, wie du, ein Verräther am selben; mach' es kurz mit mir!“ Er wurde enthauptet. Das ganze mongolische Heer fiel in die Hände der Sieger, die nun ganz Syrien verheerend durchstreiften. Die Vögte wurden getödtet, die Weiber und Kinder in Gefangenschaft geschleppt, der Kopf Keitbugha's nach Kairo gesandt und auf dem Thore Soweila aufgesteckt. Hulagu ward von der Kunde der verlorenen Schlacht und des getödteten Feldherrn tief betrübt; es war die erste Niederlage, welche seine Heere erlitten hatten; er brach noch am selben Tage mit seinem Lager auf. Melik Nassir Jusuf, der Sohn von Melik Asis, der ehemalige Fürst von Damaskus, war kurz vorher zu Hulagu gekommen, von ihm mit Ehren überhäuft, seiner innersten Gesellschaft beigezogen und neben ihm auf einen Thron gesetzt worden; mit einem Diplome zum Fürsten Syriens und Aegyptens eingesetzt, mit Ehrenkleidern und Geschenken überhäuft, hatte er die Strasse Syriens eingeschlagen; aber nachdem die Nachricht der Niederlage von Aindschalut eingetroffen, liess ihn Hulagu einholen und im Gebirge von Selmas hinrichten; 12. Schewwal/ 22. Sept. dasselbe Schicksal theilte Melik Sahir Ghasi, Bruder Nassir's, Melik Ssalik, Sohn Schirkjuh's, und andere Prinzen des Hauses Ejub; Tokus Chatun, die Gemahlin Hulagu's, hatte für Melik Asis, den Sohn Nassir's, fürgebeten, und er wurde, der Einzige aus den bei Hulagu befindlichen Prinzen des Hauses Ejub, gerettet, wie diess sogleich unter den Folgen, welche die Schlacht von Aindschalut für die Christen und das Haus Ejub's hatte, umständlicher erzählt werden soll. Sie erhielten den verdienten Lohn dafür, dass sie, statt mit anderen Fürsten, ihren Stamm- und Glaubensgenossen, sich wider den hereinbrechenden Feind des Islams zu verbünden, demselben gehuldigt hatten; eine oft wiederholte und dennoch nur selten fruchtende blutige Lehre der Geschichte.

Folgen der Schlacht von Aindschalut für die Christen und das Haus Ejub's.

Schrecklich waren die Folgen der mongolischen Niederlage, sowohl für die syrischen Christen, als für das Haus Ejub's. Während der Gegenwart der Mongolen zu Damaskus hatten die Christen die ihnen gewährte grössere Freiheit ihres Cultus gegen die Moslimen missbraucht; von allen Kirchen übertönte das Glockengeläute den Ruf der Muesine, und sie trieben den Uebermuth so weit, dass sie Wein in die grosse Moschee trugen. Schon am vierten Tage nach der Niederlage der Mongolen überfielen die Moslimen die grosse, der heiligen Jungfrau geweihte Kirche zu Damaskus und schleiften dieselbe. 27. Ramasan/ 7. September Dies war die Kirche, welche der Chalife Omar II. Ben Asis den Christen eingeräumt hatte, um sie für den Verlust der Kirche des heiligen Joannes zu entschädigen, welche ihnen laut der unter Omar I. (Ben Chattab) abgeschlossenen Kapitulation der Stadt für immer hätte zu eigen bleiben sollen, ihnen aber von Welid, dem Sohne Abdolmelik's, weggenommen und in die grosse Moschee, das Meisterstück saracenischer Baukunst, verwandelt worden war. Kotos hatte bei seinem Auszuge die beiden Fürsten des Hauses Ejub, den von Himss, Sultan Eschref, und Said, einen Enkel Melikolaadil's von seinem Sohne Asis[408], welcher von Hulagu mit dem Besitze von Sobeibe und Banias belehnt worden war, zur Hilfe wider die Mongolen auffordern lassen. Der Herr von Himss empfing den Gesandten des Sultans unterwürfig und trug ihm auf, in seinem Namen die Erde vor den Füssen des Sultans zu küssen, in dem er den Retter des Islams verehre. Said hingegen entliess den Gesandten mit Schimpfreden auf Sultan Kotos[409]; er focht in den Reihen der Mongolen. Nach der Niederlage derselben nahte er sich huldigend dem Pferde des Sultans, um demselben die Hand zu küssen. Kotos, statt ihm die Hand zum Kusse zu gewähren, stiess ihm die Ferse in's Maul, dass das Blut herausschoss; er liess ihn dann enthaupten. Eben so tragisch war das Schicksal Melik Nassir's, des letzten Sultans von Haleb, der mit seinem Bruder sich in seiner alten Residenz befand, wo Hulagu die Nachricht von der Niederlage Keitbuka's[410] erhalten hatte. 20. Silkide 658/ 29. Oct. 1260 Hulagu überhäufte den vorigen Herrscher Haleb's mit Vorwürfen, dass die syrischen Truppen, für deren Unterwürfigkeit Nassir gut gestanden, sich auf die Seite der Aegypter gewendet. Nassir antwortete, dass, wenn es ihm erlaubt gewesen wäre, in Syrien zu weilen, kein syrischer Soldat es gewagt haben würde, wider einen Mongolen das Schwert zu ziehen; wie könne aber Syrien von Tebris aus beherrscht werden? – Hulagu, statt hierdurch besänftigt zu werden, nur noch mehr ergrimmt, schoss einen Pfeil nach ihm, der ihn verwundete. Schone meiner! rief ihm der unglückliche Nassir zu; aber sein Bruder Sahir ermahnte ihn, nicht auf unwürdige Art zu sterben; und er erlag dem zweiten, von Hulagu auf ihn geschossenen Pfeile[411]. Die anderen Prinzen und das Gefolge derselben, in Allem dreihundert Reiter, wurden von dreihundert mongolischen Reitern getödtet, bis auf Einen, den Astronomen Mohijeddin El Mahghribi[412], welchem das Ansehen, worin die Astronomie bei den Mongolen stand, das Leben rettete, und aus dessen Munde der syrische Geschichtschreiber die Umstände dieses Gemetzels erzählt[413]. Mit Melik Nassir und seinem Bruder Sahir fiel hier unter dem mongolischen Schwerte Melik Ssalih, der Sohn Melikol Eschref's, des Herrn von Himss, welcher die von seinem Vater dem Gesandten des Sultans gegebene unterwürfige Antwort jetzt mit dem Leben büsste[414]. Nur das Leben Melikolasis, des unmündigen Sohnes Melikonnassir Jusuf's, wurde verschont. Sein Vater, Nassir Jusuf Ssalaheddin, gleichnamig mit seinem grossen Urgrossvater, hatte nicht nur über ganz Syrien, sondern auch über einen grossen Theil Mesopotamiens, über Haran, Roha, Rakka, Reis Ain, später über Damaskus und bis an Aegyptens Gränze geherrscht, wo er schon zum Sultan ausgerufen, als solcher wieder den Thron dem Hause Ssalaheddin's erworben hätte, wenn ihn nicht in der Schlacht zu Abbasa[415] der erste Sultan der Mamluken, der Turkmane Aibek, und die von seinem Vater, Asis, ererbten Mamluken verlassen hätten. 10. Silkide 649/ 24. Jan. 1252 Er liebte den Aufwand, besonders den der Küche, in welcher täglich vierhundert Hämmel geschlachtet wurden; übrigens viel zu nachsichtig für Diebe und Räuber, die unter seiner Regierung durch ganz Syrien grassirten. Zu Damaskus hatte er die nach ihm genannte Moschee, zu Ssalihije sein Grabmal erbaut, in welches aber nicht er, sondern der mongolische Emir Kormun begraben werden sollte[416]; der Dichtkunst nicht fremd, Verfasser mehrerer türkischer Gedichte, aus denen Abulfeda das folgende erhalten:

Bei Gott! wenn du mein Herz in Gram versenktest Und statt der Thränen mich mit Blut nur tränktest, So würdest du nur mehren meine Liebe, Und meinem Geist nicht and're Freundin bliebe.

Einrichtungen Syriens; Schlacht bei Himss.

Sultan Kotos ordnete nach dem Siege von Aindschalut die Verwaltung des nun von der Herrschaft der Mongolen der der Mamluken anheim gefallenen Syriens. Dem Ejubiden Melik Manssur wurde das väterliche Erbe von Hama zurückgestellt, nachdem der mongolische Vogt Chosrewschah daraus abgezogen; auch erhielt er Barin und Mearret, welche Melik Nassir, der Sultan von Haleb, schon vor fünf und zwanzig Jahren vom Fürstenthume Hama abgerissen; nur mit Selimije wurde ein arabischer Emir belehnt. Dann zog Kotos, vom Fürsten Hama's begleitet, nach Damaskus, wo er im Triumphe als der Hort des Islams empfangen ward. Viele Tataren wurden hingerichtet, darunter Husein der Kurde, der Beilträger[417] Melik Nassir's; dreissig Christen wurden gehenkt und der christlichen Bevölkerung von Damaskus eine Steuer von hundert fünfzigtausend Dirhem auferlegt. Manssur, der Fürst Hama's, wurde von hier nach Hause entlassen, und von den Dichtern seiner Stadt als Sieger über die Tataren und Wiedereroberer Maarra's bewillkommt[418]. Kotos setzte über die südliche Küste Syriens als Statthalter den Emir Schemseddin von Berlas[419], einer der asisischen Mamluken, welcher in der Schlacht Nassirolmelik's von Haleb wider Aibek, den Mamluken, zu diesem verrätherisch übergegangen, für ihn die Herrschaft Aegyptens entschieden, dann aber, wider ihn Ränke schmiedend, wieder nach Syrien entflohen war, von ihm in Adschlun festgesetzt worden; dann, als Melikonnassir bei Annäherung der Mongolen gegen Aegypten flüchtete, wieder freigelassen, folgte er seinem natürlichen Herrn eine Zeit lang, verliess ihn aber zum zweitenmale und ging zu Kotos über, der ihn nun dafür mit der Statthalterschaft von Ghasa belehnte; die von Damaskus übertrug er dem Emir Alemeddin[420] Senschar von Haleb, dem vorigen Atabeg des Sohnes Aibek's, des ersten Sultans der Mamluken, und die von Haleb, welche der Emirol umera Bondokdar für sich gewünscht hatte, dem Melikes-Said, dem Sohne Bedreddin Lulu's, dem Bruder Ssalih's, dessen schmähliches Ende bereits oben erzählt worden. Er selbst brach von Syrien nach Aegypten auf. 26. Schewwal 658/ 5. October Bondokdar, der Fürst der Fürsten, welchem er die Statthalterschaft Haleb's versagt hatte, verschwor sich wider den Sultan, und dieser wurde schon am zwanzigsten Tage nach seinem Aufbruche aus Syrien zu Kossair, eine Tagreise von Ssalihije, auf der Jagd von den Verschworenen ermordet. 17. Silkide/ 25. October Die Emire Kairo's waren dem als Sieger über die Tataren im Triumphe zurückkehrenden Sultan zum Bewillkomm bis nach Ssalihije entgegen gegangen, wo sie den Mord desselben vernahmen; der Emir Ogotai, welchen Kotos bei seiner Abreise als seinen Stellvertreter an der Spitze der Verwaltung Aegyptens zurückgelassen, fragte, als es sich um die Wahl des Sultans handelte, wer den Kotos getödtet, weil es der Türken Brauch, dass der Tödter die Stelle des Getödteten einnehme. Sie zeigten auf Beibars Bondokdar. So besteige du den Thron, sagte Ogotai, indem er ihn bei der Hand nahm und auf den Thron setzte. Ich setze mich darauf, antwortete Beibars, im Namen Gottes; leistet den Eid! An dir ist's, sagte Ogotai, der erste zu schwören, dass du die Emire als deines Gleichen gütig behandeln, dass du ihnen Befehlshaberschaften verleihen, ihre Grade vermehren wirst[421]. Beibars nahm den Titel Melikol kahir, d. i. des rächenden Königs, an, den er aber später mit dem von Melikol-dahir, d. i. des Offenbaren, vertauschte, und zog zu Kairo unter den Triumphfesten ein, welche für seinen Vorfahrer bereitet worden waren. In Syrien begann unterdessen Aalemeddin, der Statthalter von Damaskus, die geschleiften Mauern wieder aufzubauen, und erklärte sich bald hernach selbst zum Sultan, die Macht des Sultans des Rächenden, des Offenbaren verhöhnend. Zu Haleb hatte Said, der Sohn Bedreddin Lulu's, durch Kopflosigkeit und die unbedeutsame Absendung einer zu schwachen Truppenabtheilung, welche zu Bire am Euphrat von den Mongolen geschlagen wurden, den Hass der Einwohner auf sich geladen. Er ward vor den Thoren der Stadt ergriffen und gezwungen, seine Schätze zu entdecken, welche die Emire unter sich theilten, ihn selbst gefesselt nach Schoghr sandten und seiner statt Hosameddin, den Mailleschläger, zum Statthalter einsetzten; bald darnach erschienen die Mongolen vor Haleb, und Hosameddin flüchtete mit den Emiren nach Hama, die Stadt Haleb der Wuth der Mongolen überlassend. Silhidsche 658/ Nov. 1260 Von Hama zogen sie mit dem Fürsten Hama's und seinem Bruder Efdhal gegen Himss, ihre Streitkräfte mit denen des Fürsten dieser Stadt vereinigend, und lieferten vor Himss den Tataren eine Schlacht, in welcher diese geschlagen abzogen, auf ihrem Rückzuge von dem Befehlshaber Apamia's geharket. 5. Moharrem 659/ 10. Dec. 1260 Auch der Statthalter von Ghasa, Abusch von Burlas, empörte sich, wie der von Damaskus, wider Beibars Bondokdar, den neuen Sultan, und dieser und jener wollten die Prinzen von Hama und Himss für sich gewinnen; aber diese gaben ihnen kein Gehör, und nachdem die beiden Thronnebenbuhler Bondokdar's, Senshar und Abusch, geschlagen worden, ward Bondokdar, der Sultan Aegyptens, auch als solcher in Syrien, zu Haleb und Damaskus, zu Hama und Himss anerkannt.

Das Chalifat der Beni Abbas zu Kairo.

Beibars Bondokdar, der sich den Weg zum Throne durch doppelten Mord gebahnt, erst durch den Moaasem Turanschah's, des letzten Fürsten der Beni Ejub, und dann durch den des dritten Sultans der Mamluken, Kotos, war vor Allem bedacht, seiner Usurpation des Thrones den Mantel der Legitimität umzuhängen. Zu diesem Ende stellte er zu Kairo einen angeblichen Abkömmling des Hauses Abbas, Abulkasim Ahmed, welcher für einen Sohn Dahir's, des vorvorletzten Chalifen, ausgegeben ward, als Phantom eines Chalifen auf, der nur dazu diente, kraft seines angestammten Rechts als Chalife durch Verleihung von Titeln die Herrschaft desselben als legitim zu rechtfertigen. Zu Kairo ward feierlicher Einzug desselben veranstaltet, bei welchem die Ulema von Missr und Kahir den Koran, die Rabbinen die Bibel, die Christen das Evangelium voraustrugen. 5. Redscheb 659/ 9. Juni 1261 Vier Tage hernach ward in feierlicher Versammlung aller Ulema und Emire das Schauspiel des Beweises der vorgegebenen Abstammung aufgeführt, der angebliche Sohn Dahir's von Beibars als Chalife ausgerufen, und dieser hierauf von ihm, dem rechtmässigen Chalifen, als Sultan Aegyptens und Syriens belehnt. Der Chalife, mit dem schwarzen Mantel des Hauses Abbas angethan, bekleidete den Sultan mit eigener Hand, indem er ihm den Kaftan anzog und goldene Kette um den Hals gab. Beibars ritt auf einem Schimmel durch die Stadt und der Wesir und der Hofmarschall trugen abwechselnd das Diplom des Chalifen, auf ihren Händen über den Kopf emporgehalten, vor. Am nächsten Freitage predigte der Chalife in der Moschee, und als dem Sultan die Predigt zu lange währte, indem er fürchtete, dass der Chalife das Volk und das Heer sich selbst zuwenden könnte, liess er ihm Gold- und Silbermünzen über den Kopf schauern, womit die Predigt zu Ende. Nachdem Beibars durch die Investitur seinen Zweck erreicht, war ihm die Gegenwart des Chalifen überflüssig und konnte ihm sogar gefährlich werden; er setzte also das Schauspiel in noch grösserem Maasstabe fort, indem er ihm einen Hofstaat mit allen Titeln des alten Chalifenhofes beilegte und zweitausend Reiter mit einer Truppe Beduinen beigab, mit denen er zur Wiedereroberung Bagdad's, seiner Hauptstadt, ausziehen sollte. Ihn begleiteten die von Beibars mit den Fürstenthümern von Mossul, Sindschar und Dschesiret belehnten drei Söhne Bedreddin Lulu's. Am Ufer des Euphrats trat Elhakim, ein anderer Imam aus dem Hause Abbas, als Nebenbuhler um die Chalifenherrschaft auf. Bondokdar's Schützling zog mit Hilfe der ihm von diesem beigegebenen Truppen zu Aana und Hadise ein, welche ihm Anfangs ihre Thore gesperrt hatten; Hadise, das sich widersetzte, wurde mit Gewalt genommen, die Christen und Juden geplündert. Unterdessen zogen die mongolischen Befehlshaber Karabuga mit fünftausend Reitern gegen Enbar und Behadir Ali, der mongolische Statthalter von Bagdad, wider den Abenteurer heran, der als der wahre Chalife seine alte Residenz einzunehmen kam. 4. Moharrem 660/ 1. Dec. 1261 Vor Enbar kam es zur Schlacht; der Chalife ordnete die Turkmanen auf dem rechten Flügel, die Araber auf dem linken, er selbst in der Mitte. Behadir's Truppen ergriffen Anfangs die Flucht und stürzten sich die meisten in den Euphrat; als aber eine Truppe Mongolen aus einem Hinterhalte herbeiflog, wichen die Turkmanen und Araber, und der Chalife verschwand. Wie der letzte der Chalifen des Hauses Abbas zu Bagdad, war nun der erste der Schatten-Chalifen aus demselben Hause zu Kairo unter dem Schwerte der Mongolen gefallen. Der Nebenbuhler um diese Schattenherrschaft, der Imam Hakim, welcher sein Geschlecht im fünften Grade von Mosterschid, dem neun und zwanzigsten Chalifen des Hauses Abbas, ableitete[422], flüchtete nach dieser Schlacht nach Aegypten, wo ihn Beibars, dem es bequem und angenehm, einen solchen Münzwardein der Legitimität unter seinen Händen zu haben, die Abstammung desselben aus dem Blute der Beni Abbas gerne anerkannte, ihn aber, den Geflüchteten, im Palaste Menasirolkebesch, d. i. Belvedere des Widders, als einen Staatsgefangenen ehrenvoll unterhielt. Sein Geschäft war blos die Ertheilung der Investitur und der Diplome als Titel der Rechtmässigkeit der Herrschaft; er empfing von dem damit Belehnten Geschenke, und schattete so durch vierzig Jahre unter dem Titel von Schatten Gottes auf Erden, Herrscher durch Gottes Befehl[423], während er als Titular-Chalife nur ein Schatten des ehemaligen Chalifen unter des Sklaven-Sultans Befehl. Er selbst, nur ein Titelträger der Herrschaft, stempelte durch die von ihm ausgehenden Diplome die Herrschaft moslimischer Usurpatoren zur rechtmässigen; hierdurch gewann Beibars im Angesicht der moslimischen Welt einen ungeheueren Vortheil über Hulagu, dessen Herrschaftstitel auch nur das Schwert, wie der des Sultans Aegyptens, weil er, nicht Moslim, nie vom Chalifen als rechtmässig legitimirt werden konnte. Hakim war der Stammvater der übrigen ägyptischen Chalifen aus dem Hause Abbas, aus welchem mit ihm zwanzig durch dritthalbhundert Jahre zu Kairo als Drahtpuppen der Sultane figurirten, bis nach dem letzten derselben Selim der Erste, der Erbe Aegyptens, ohne Recht der Geburt, nur als Eroberer Aegyptens, den Chalifentitel annahm, der seitdem dem Titel der osmanischen Sultane beigefügt, wie aus dem Gesagten erhellet, nur der eines Schattens vom Schatten.

Anlass des Kriegs mit Berke.

Hulagu war im Begriffe, ein neues Heer nach Syrien zu senden und dasselbe dem Besitze des Sultans der Mamluken zu entreissen, als ihn die bis zum offenen Kriege gereifte Misshelligkeit mit Berke, dem Herrscher der Mongolen in Kipdschak, dorthin sich zu wenden und seine Waffen von den Ufern des mittelländischen Meeres an die des kaspischen zu übertragen zwang. Die Ursachen dieses, trotz des nachdruckvollsten Vermächtnisses Tschengischan's und der Jasa, welche die Einigkeit zwischen den Gliedern der Familie als die Grundmaxime der Politik des tschengischanischen Hauses einschärft, aufflammenden Familienkriegs waren mehrere, und das Feuer glimmte schon seit längerer Zeit unter der Asche; auch hier sind, wie fast bei allen Kriegen und Feindschaften (von Staaten, wie von Einzelnen), der wirkliche und scheinbare Grund, die Masse, welche schon längst das Gefäss füllt, von dem Tropfen, der es erst überfliessen macht, wohl von einander zu unterscheiden. Die wahre und eigentliche politische Ursache dieses Krieges war der streitige Besitz der Landschaften Arran und Aserbeidschan, welche, als ausser dem eisernen Thore von Derbend gelegen, vermöge der Ländertheilung Tschengischan's unter seine vier Söhne nicht zum Jurte des Uluses Dschudschi's gehörig, von diesem jetzt angesprochen ward[424]. Nach dieser Ländertheilung erstreckte sich der Jurt Dschaghatai's von den mittägigen Pässen bis nach Samarkand und Bochara, der Ogotai's lag im Mittelpunkte des Reichs zu Imil und Kobak; Tuli besass die angränzenden Länder von Kialik und Chuaresm bis an die äusserste Gränze Kipdschak's und die Länder der Ssaksinen; Dschudschi endlich die nördlichen Jurte innerhalb der kaukasischen Pässe. Hulagu, Herr der westlichen Hälfte der Jurte, als Ilchan des durch ihn gegründeten mongolischen Reichs in Persien, konnte unmöglich die Ansprüche des Chanes der goldenen Horde von Kipdschak auf den Besitz der nördlichsten Gränzlandschaften seines Reichs gelten lassen. Dieser politische Grund ward durch persönliche Empfindlichkeiten Hulagu's noch eindringlicher gemacht. Berke's Einfluss hatte auf dem Kurultai nach Mengku's Tode die Wahl der Prinzen für Kubilai wider seinen Bruder Hulagu und Arik Bugha, welche ebenfalls Ansprüche auf die Kaanschaft machten, entschieden. Als der Aeltere der Familie hatte Berke dem Hulagu zu wiederholtenmalen Lehren und Ermahnungen zugesandt, als neubekehrter Moslim hatte Berke besonders das treulose Benehmen Hulagu's gegen moslimische Fürsten, die Verwüstung so vieler Städte, das Blutbad so vieler Menschen und den Ruin des Chalifats hart getadelt. Wiewohl er mein Aelterer, sagte Hulagu, so kann ich sein Hofmeistern doch nicht weiter ertragen; endlich war der Tropfe, welcher das längst gefüllte Gefäss des Grolles überfliessend machte, der folgende. Auf dem Zuge nach Syrien war Bulghai, der Enkel Dschudschi's, aus seinem fünften Sohne Scheiban, gäh nach einem Gastmahle gestorben, und sein Vetter Kutar[425] wurde angeklagt, durch Zauberei den Tod desselben bewirkt zu haben. Hulagu, der es nicht auf sich nehmen wollte, ihn zu richten, hatte ihn in Begleitung Sundschak Nujan's nach Kipdschak geschickt, um dort vor dem Throne Berke's, seinem natürlichen Richter, Rede zu stehen. Berke sandte denselben wieder zurück und Hulagu liess an ihm das Todesurtheil vollstrecken; zugleich mit ihm ward auch Ssadreddin Sawedschi als der Zauberei schuldig angeklagt und hingerichtet; 17. Ssafer 658/ 2. Febr. 1260 da auch bald darauf Kuli, der dritte Prinz des Uluses Dschudschi, welcher diesen Feldzug mitmachte, gestorben, und ihre Angehörigen sich nach Kipdschak geflüchtet hatten, brach die politische Feindseligkeit und persönliche Empfindlichkeit in die offenen Flammen des Familienkriegs aus. Ein Heer von dreissigtausend Kipdschaken, welches Nokai, der Vetter des hingerichteten Kutar, befehligte, war von Derbend aufgebrochen und vor Schamachi, der Hauptstadt Schirwan's, gelagert.

Verkehr zwischen Kipdschak und Aegypten.

Der Umschwung der Verhältnisse zwischen Berke und Hulagu hatte natürlicherweise die Politik des ersten gegen den Sultan der Mamluken, als Beherrscher Syriens und Aegyptens, wesentlich umgestimmt und die feindlichen Gesinnungen wider denselben in freundliche verwandelt. Gewiss hatte die äussere Politik wenigstens eben so grossen Einfluss als die innere auf die Bekehrung Berke's vom mongolischen Heidenthume zum Islam. Im Sommer desselben Jahres, mit dessen Beginn der Feldzug nach Persien beschlossen ward, begab sich eine Gesandtschaft Berke's auf den Weg nach Aegypten, um die Mitwirkung des Sultans in Anspruch zu nehmen; Botschafter waren Emir Dschelaleddin, Sohn des Richters, und der Scheich Nureddin Ali, von grossem Gefolge begleitet; 1. Redscheb 661/ 11. Mai 1262 sie waren Ueberbringer eines am ersten Redscheb des laufenden Jahres datirten Beglaubigungsschreibens, in welchem Berke seine Annahme des Islams kündete. Zu gleicher Zeit war zu Kairo eine Botschaft des byzantinischen Kaisers Lascaris erschienen; sie wurden gemeinschaftlich mit einem Gastmahle bewirthet, und jeden Mittwoch und Sonnabend, wo der Sultan sich in die Maillebahn begab, wurden zahlreiche Geschenke unter sie vertheilt. 28. Schaab. 661/ 5. Aug. 1262 Am letzten Freitage des Monats Schaaban, welcher der erste des August, verrichtete der Schattenchalife des Hauses Abbas, Hakimbiemrillah, das Kanzelgebet sowohl auf den Namen des Sultans Beibars, Herrschers von Syrien und Aegypten, als auf den Berke's, des Herrschers Kipdschak's[426]. Vier Tage hernach hatte die Ceremonie der Investitur des Ritterthums für den Chalifen Hakimbiemrillah statt. Futuwwet[427] bedeutet nicht sowohl den Adel, welcher auf arabisch Scherf heisst, als das Heldenthum oder eigentlich Ritterthum, als den Inbegriff grossmüthiger, edelmüthiger, starkmüthiger Gesinnungen und Handlungen. Das bekannte Wort La Feta illa Ali kann nur mit den Worten: Es gibt keinen Helden oder keinen Ritter als Ali, übersetzt werden, und nicht als: Es ist kein Adeliger als Ali. Das Symbol des Heldenthums oder vielmehr ritterlicher Gesinnungen bestand aber nicht in Schild und Schwert, Panzer oder Helm, welche im Abendlande die Insignien des Ritterthums, sondern in einem Paar von – Beinkleidern. Tags darauf, nach der Ceremonie der ritterlichen Beinkleiderinvestitur, wurden die Botschafter Berke's im Bergschlosse durch den Atabeg (Obersthofmeister) mit Ehrenkleidern ausgezeichnet. Das Antwortschreiben war so weitläufig gewortet und geschrieben, dass es nicht weniger als siebzig Bogen mittleren Formates aus den Fabriken von Bagdad. Der Schreiber desselben, Mohijeddin Abdes-sahir, las dasselbe dem Sultan in der Gegenwart der Emire vor, und es ward mit einem herrlichen Geschenke den zwei ägyptischen Botschaftern, dem Emir Fariseddin Akusch Mesudi und dem Scherif Imadeddin Haschimi, übergeben. Auch zu Mekka und Medina wurde das Chutbe auf den Namen Berke's verrichtet. Um den Faden der Erzählung ägyptischer und mongolischer Verhältnisse nicht durch den Bericht des nordischen Feldzuges, welchem der nächste Abschnitt gewidmet ist, zu unterbrechen, reihen sich hier noch die folgenden Begebenheiten ein, welche das unmittelbare Verhältniss der Aegypter und Mongolen betreffen. Es waren noch nicht zwei Monate nach dem Abgange der Botschaft an Berke verflossen, als eine grosse Anzahl mongolischer Emire[428] ankamen, um dem Sultane ihre Unterwürfigkeit zu bezeigen. Er ritt ihnen zum Empfange entgegen; alsbald sie ihn erblickten, stiegen sie vom Pferde und küssten die Erde vor dem Sultane, der im Sattel sitzen blieb. Nachdem er sie mit Ehren überhäuft, kehrte er in's Schloss zurück. Hosameddin, der Sohn Berke's, welcher als ein Beweis der Freundschaft seines Vaters für den Sultan nach Kairo gekommen, starb allda; 5. Silhidsche 661/ 9. Nov. 1262 drei Tage hernach wurden die Botschafter mit Ehrenkleidern angethan und der Sultan besuchte das Grabmal des Sohnes Berke's. Bald darauf kam eine zweite Schaar und endlich eine dritte tatarischer Edelen; der Sultan verlieh den Vornehmsten derselben den Rang eines Emirs und sie bekehrten sich auf seine Einladung zum Islam[429]. Kairo war damals von den Tataren beider Parteien, nämlich sowohl von der Berke's als Hulagu's, besucht; nur erschienen jene öffentlich als Freunde, die sich meistens zum Islam bekehrten, diese aber nur heimlich als Kundschafter, die, wenn entdeckt, ergriffen wurden. Unter die Emire der bekehrten Tataren sowohl, als die Franken, welche sich zum Islam bekehret hatten, wurden an Einem Tage vom Schatzmeister Bedreddin hundert achtzig Pferde vertheilt. Dieser Verkehr Berke's mit Beibars durch gegenseitige Botschaften erklärt die Verpflanzung mongolischer Hofwürden nach Aegypten, wo sich dieselben mit ihren ursprünglichen türkischen Namen erhielten, und erklärt die bei Makrisi erhaltene Kenntniss von der tatarischen Jasa. Bei der Betrachtung des feindlichen Verhältnisses der Oberhäupter der beiden Uluse Berke's und Hulagu's und ihrer gegenseitigen Verhältnisse mit Aegypten erhellet auch, dass die Kreuzfahrer damals nicht gegen alle Tataren gleiche Gesinnungen hegen und dieselben insgesammt als Feinde des Sultans von Aegypten und also als natürliche Freunde und Verbündete betrachten konnten. Dieses waren für die Kreuzfahrer nur die Mongolen Persiens, während die Mongolen Kipdschak's als die Freunde und Verbündete von Beibars auch die Feinde der Christen im gelobten Lande. Da der Krieg zwischen Berke und Hulagu dem Sultan in Aegypten und Syrien so freiere Hand liess, so konnte derselbe den Kreuzfahrern nur höchst unerwünscht sein.

Feldzug gegen Kipdschak.

Hulagu bot das ganze Heer Persiens zum Zuge wider Kipdschak auf, setzte sich mit demselben Hälfte Mai's des Jahres zwölfhundert zwei und sechzig von Alatagh aus in Bewegung. 2. Schewwal 660/ 14. Mai 1262 Schiramun, der Sohn Dschurmaghun's, der vormalige Statthalter Persiens, befehligte den Vortrab. Die Nujanen Basmaghan und Abatai standen Anfangs Novembers vor Schamachi. 26. Silkide 660/ 11. Nov. 1262 Schiramun war von dem Heere Berke's überfallen und geschlagen worden, aber vier Tage vor Ende des moslimischen Jahres schlug Abatai bei Schaburan den Nokai in die Flucht. 6. Moharrem 661/ 20. Nov. 1262 Hulagu brach hierauf von Schamachi gegen Derbend auf. Hier wurden der Kanzler Seifeddin, der Chodscha Asis der Georgier und Chodscha Medschdeddin von Tebris ergriffen, nach Schaburan gebracht und dort sammt dem Astronomen Hosameddin hingerichtet. Melik Ssadreddin von Tebris und Ali Melik, die Befehlshaber von Irak, schlugen sich in theilweisen Gefechten durch; 21. Moharr. 661/ 7. Dec. 1262 am siebenten December stand das Heer Hulagu's vor den Mauern Derbend's. Nach dreitägigem Kampfe wurde die Feste erobert und acht Tage hernach Nokai geschlagen. Die Nujanen Schiramun und Abatai wollten den Prinzen Abaka, den ältesten Sohn Hulagu's, den er ihnen zur Hilfe gesendet, zur Rückkehr bewegen; aber dieser trotzte männlich den Beschwerden des Feldzugs inmitten des Winters. Hulagu ertheilte sieben anderen Nujanen[430] den Befehl, sich des Lagers der Kipdschaken zu bemächtigen. Sie gingen über den Terek und schleppten Zelte und Herden von allen Seiten zusammen, sich Ausschweifungen überlassend. Berke, hiervon in Kenntniss gesetzt, brach auf einmal mit mächtigem Heere aus den Schneegefilden der Steppe auf sie los; 7. Rebiulewwel 661/ 16. Jan. 1263 einen ganzen Tag ward an den Ufern des Terek gekämpft; als die persischen Truppen sich über den Fluss zurückzogen, brach das Eis ein und eine grosse Anzahl derselben ging zu Grunde; Abaka kam heil nach Schaburan; Berke hielt sich inner Derbend und Hulagu kam im Frühjahre nach Tebris zurück[431]. 11. Dschemasiulachir/ 9. Mai 1263 Hulagu rächte sich für die Unfälle des Feldzugs, wie nach dem syrischen, durch den Mord von Unschuldigen. Er liess alle Kaufleute Kipdschak's, die sich zu Tebris befanden, hinrichten und ihre Güter einziehen[432]. Berke, um Gleiches mit Gleichem zu vergelten, liess alle persischen Kaufleute, die in Kipdschak, morden; und Hulagu vergalt dieses Blutbad mit dem eines Theiles der Bewohner Bochara's, welches sich aus seinem Schutte hervorzuheben begann. Von sechzehn Hesaren, d. i. Regimentern, welche zu Bochara lagen, gehörten fünf dem Batu, drei der Frau Sijurkukteni, der Mutter Hulagu's, die übrigen acht dem grossen Eidam Tschengischan's. Die fünf Regimenter Batu's liess Hulagu ausrücken und niederhauen[433]. Im folgenden Jahre erscholl abermal das Gerücht, dass ein Heer aus Kipdschak im Anzuge. Hulagu sandte den Scheich Scherif Tebrisi auf die Strasse von Lesgistan nach Kipdschak, um Erkundigung einzuziehen. Er ward ergriffen und vor Nokai gebracht. Was macht Hulagu? fragte ihn Nokai, fährt er noch fort, aus Grimm unsere Krieger und Edele, unsere Kaufleute und Derwische zu morden? – Der Scheich entgegnete: Unser Padischah war vormals erzürnt ob der Misshelligkeit mit seinen Brüdern (Kubilai und Arigh) und das Feuer seines Grimms verbrannte, was trocken und feucht; allein seitdem der Bürgerkrieg um den Thron beendigt ist, übt er die strengste Gerechtigkeit. Es waren nämlich Gesandte mit der Nachricht angekommen, dass Aiktokt, welcher dem Bruder Kubilai den Thron streitig machen wollte, sich unterworfen; dass Alghui, der Enkel Dschafer's, aus seinem Sohne Paidar, welcher ein anderer Thronprätendent, gestorben, dass Kubilai dem Bruder Hulagu das Diplom der Herrschaft von den Ufern des Oxus bis an die äussersten Gränzen Syriens als Ilchan und Padischah und obendrein dreissigtausend auserlesene mongolische Jünglinge zur Hilfe gesendet. Diese Nachricht lähmte die Kriegslust Nokai's, und der Scheich kehrte mit der Nachricht, dass, wiewohl kein Friede, die Feindseligkeiten aufgehört, zu Hulagu zurück. Das Interesse Hulagu's ist in die Streitigkeiten der Prinzen um die oberste Macht des Kaan's so enge verflochten und er hat an denselben durch seinen Gesandten so einwirkenden Antheil genommen, dass eine kurze Erzählung jener Begebenheiten als unmittelbar in dessen Geschichte gehörig hier unabweislich.

Arikbugha.

Nach dem Tode Mengkukaan's, dessen Todeskunde seinen Bruder Hulagu zur Rückkehr aus Syrien, wie vor vierzig Jahren die Nachricht von dem Tode Ogotai's dessen Vetter Batu zum Abzuge aus Ungarn veranlasst, hatten die im Kurultai versammelten Prinzen, welche den Kubilai zum Kaan und Moilchan ausgerufen, hundert Gesandte an Arikbugha, dessen Bruder und Nebenbuhler um den Thron, abgeordnet, um ihm die Nachricht zu überbringen, dass durch einstimmigen Beschluss der Prinzen Kubilai den Thron als grosser Chan bestiegen und Apuschkan, der Urenkel Dschagatai's[434], dem Uluse seines Grossvaters vorgesetzt, mit seinem jüngeren Bruder Kasar dorthin abgesendet worden sei. Die hundert Gesandten trafen an der Gränze Tangkut's Arikbugha, der sie einkerkern liess und ein von dem zweitgebornen Sohne Hulagu's, dem Prinzen Dschumkur, und Karatschar, dem Sohne Orda's, befehligtes Heer gegen Kubilai sandte; sie wurden geschlagen und gefangen; Arikbugha liess die hundert Gesandten hinrichten und zog sich in's Land der Kirgisen zurück. Er wandte sich an Alghui, den Sohn Paidar's (des vor Olmütz gefallenen Peta), mit der Bitte, für ihn als Gränzhüter am Oxus die Truppen Hulagu's und Berke's abzuwehren. Indess sammelte sich für ihn ein Heer zu Kaschghar, das bald über hundert fünfzigtausend stark, in vollem Aufruhre wider Kubilai. Dieser sandte wider die Rebellen ein von dem Jeke Kadak und Karadschu, dem Sohne Dschudschi Kasar's (des Bruders Tschengischan's), befehligtes Heer, das geschlagen und zerstreut ward. Die Prinzen Anführer flüchteten zu Arikbugha, der flüchtig und halb verhungert (denn Kubilai hatte ihm die Zufuhr der Lebensmittel abgeschnitten) im Lager der Kirgisen und Kemdschiuten weilte. Kubilai hatte zu Karakorum die vier Lager Arikbugha's und das des mit ihm verbündeten Gulgan's (des fünften Sohnes Tschengischan's) aufgehoben. Arikbugha sandte Botschaft mit dem Bekenntniss seiner Schuld und Bitte um Verzeihung; er erwarte nur, dass seine Pferde fett und dass Hulagu, Berke und Alghui kämen, um sich mit ihnen dem Kaan huldigend zu Füssen zu werfen. Kubilai sandte Antwort: dass, wenn er, ohne die Ankunft der Prinzen abzuwarten, erscheinen wolle, seine Ankunft um so willkommener sein würde, und zog sich nach Karawin Dschidun, wo er die zu Karakorum aufgehobenen Lager Arikbugha's und Gulgan's freigab. Zu dieser Zeit war häufiger Gesandtenwechsel zwischen Kubilai mit seinem Bruder Hulagu und seinem Vetter Berke, dem Herrn des Uluses Dschudschi, und Alghui, dem Haupte des Uluses Dschaghatai, die sich nun dem Kaan näherten. Er gab ihnen kund, dass Alghui das Land vom Altai bis zum Oxus, Hulagu vom Oxus bis nach Aegypten besetzen möge, während er selbst die Länder vom Altai bis an's chinesische Meer hüten wolle. Arikbugha brach, sobald seine Pferde sich wieder erholt hatten, wieder als Rebelle gegen die Macht Kubilai's auf, überfiel den Prinzen Jesunke, den Neffen Kubilai's, welcher die Vorhut desselben befehligte, und schlug ihn. Das Heer Arikbugha's und das Kubilai's[435] schlugen sich zu Indschije Kutku am Hügel Chodscha Buldak. Das Heer der Rebellen wurde geschlagen und viele Uiraten getödtet. Suntai, der Sohn des letzten Kaan Mengku's, berieth sich mit Arikbugha, und sie beschlossen, eine zweite Schlacht zu liefern, am Rande der Sandwüste, in der Olt genannten Gegend, zu Schirghan Taghun am Hügel Schilklik. Der rechte Flügel Arikbugha's war geschlagen, aber der linke hielt tapfer bis in die sinkende Nacht aus, welche die beiden Heere trennte, die sich in die Winterquartiere begaben. Arikbugha, durch diesen wiederholten Versuch, seine Streitkräfte mit denen Kubilai's zu messen, ermuthigt, sandte im nächsten Jahre seine Waffen wider Alghui, welchen er als Herrn des Uluses Dschaghatai eingesetzt und von welchem er zu wiederholtenmalen Hilfe begehrt hatte, ohne dieselbe zu erhalten[436].

Notes in this chapter

Note 1 · Dschihannuma S. 382 und Hamdallah.Note 2 · Dschihannuma S. 426 und 425.Note 3 · Lobasanagut oder Libasanagut oder Lebasanagut, nur der erste Vocal ist zweifelhaft.Note 4 · Constantin Porphyrogenita.Note 5 · Dschihannuma S. 419.Note 6 · Reschideddin.Note 7 · Beim Bar Hebr. Maiphercata.Note 8 · Bar Hebr. nennt ihn Aschraph fil. Malic Ghazi; er hiess aber Kjamil Ben Melik Mosaffer Ghasi. Nochbet.Note 9 · Beim Bar Hebr. Aischmut, bei Abulfeda IV. 573. Samud.Note 10 · Bar Hebräus ch. 28.Note 11 · Aus dem 94. Vers der VI. Sura.Note 12 · Aus dem 226. Vers der XXVI. Sura.Note 13 · Aus dem 97. Vers der XIX. Sura.Note 14 · Die 16. Sure, die Biene; sie beginnt mit dem Verse: Gekommen ist Gottes Befehl; beschleuniget nicht sein Gericht.Note 15 · Das Ende der Sura Ssad, d. i. der 38., ist der Vers: Und ihr werdet wissen, dass die Kunde wahr, nach einiger Zeit.Note 16 · Ummi.Note 17 · Die ersten 4 Verse der LXXXII. Sura.Note 18 · Anspielung auf den Ueberlieferungs-Spruch, der auf den Zifferblättern morgenländischer Uhren zu sehen: Eddunja saatun fe edschaalha taaten, Note 19 · Der 65. Vers der V. Sura.Note 20 · Der 88. und 89. Vers der XIX. Sura.Note 21 · Der 226. Vers der XXVI. Sura.Note 22 · Gesch. des osm. Reichs I., nach Neschri, Seadeddin, Dschenabi.Note 23 · Primo mense, d. i. des syrischen Jahres, welches Ende September begann. Bar Hebr.Note 24 · Moazem filius Saladini magni beim Bar Hebr. p. 255 ist unrichtig, denn Ssalaheddin hatte keinen Sohn, der so hiess; es ist hier die Rede vonNote 25 · Reschideddin.Note 26 · Dschihannuma S. 593. Histoire des Sultans Mamlouks de l'Égypte par Makrizi, traduite par Quatremère I. 19.Note 27 · Bintol-Hafisa.Note 28 · Schehabeddin Ben Amru's, das Nedschmeddin's, des Bruders Marsdekin's, das Basdedde's, das Alemeddin Kaissar's. Abulfeda IV. 579.Note 29 · Bar Hebr. 556.Note 30 · Bar Hebr.Note 31 · Abulfeda IV. p. 579.Note 32 · Reschideddin.Note 33 · nicht vierzig Tage, wie Reschideddin sagt; Abulfeda gibt die Daten genau.Note 34 · Reschideddin, Abulfeda IV. nennt den Naib Amadeddin von Kaswin.Note 35 · Abulfeda IV. 585.Note 36 · Wilkens Geschichte der Kreuzzüge I. 180. II. 516. 633. III. 52. 82. 90. 92. 219. Abulfeda III. 511. 583. 593. 755. IV. 35. 59.Note 37 · Dschihannuma S. 597; der Richter von Harim zu Selkin, auf der Karte Serkin.Note 38 · Abulfeda IV. 581.Note 39 · Abulfeda IV. 587.Note 40 · S. Martin Mem. II. 97. Dschihannuma S. 437.Note 41 · Aini Hausile musemma bu ainden, d. i. aus einer Quelle, welche Beckenquelle heisst; es ist also unrichtig, wenn S. Martin p. 97 sagt: le NymNote 42 · Macdonald Kinneir.Note 43 · Reschideddin setzt noch den Nassir von Haleb hinzu, was aber ein Anachronismus, indem dessen Hinrichtung erst nach der Niederlage von AindscNote 44 · Da Abulfeda IV. 509 das Datum gibt, so bleibt kein Zweifel übrig über die Epoche des Falles von Miafarakain, wiewohl Reschideddin denselben Note 45 · S. Martin Mem. I. p. 174.Note 46 · Dschihan. S. 437.Note 47 · Procop. de bello persico I. 5.Note 48 · Γιλιγερδον. Theophanes IV. 1.Note 49 · Haitho Histor. 24.Note 50 · Hiernach wäre die Stelle in der Gesch. des osm. Reichs II. 448 bei einer neuen Ausgabe zu berichtigen.Note 51 · Theophanes, Cedinus, Justinus und nach denselben Geschichte des osm. Reichs II. 443.Note 52 · Dschihann. S. 441.Note 53 · Theophylaktus III. 5. S. Gesch. des osm. Reichs II. 448 und 648. Matha ist vermuthlich das Schloss der Magyaren und Beiramkai (Macdonald KinNote 54 · Cherefeddin bei La Croix ch. 37. p. 275.Note 55 · Dschihannuma S. 443.Note 56 · Muwad und Schesch 96, Reschideddin; also nicht 80jährig, wie d'Ohsson sagt.Note 57 · Nochbet.Note 58 · Bei d'Ohsson III. 322. Alakuh, der Statthalter Bondokdar's zu Haleb.Note 59 · Bei d'Ohsson III. 373, nach Bar Heb. Samdaghun.Note 60 · Dschemdschadar.Note 61 · Durghan, Wassaf im V. Bande, Eingangs der Erwähnung des Zuges Hulagu's nach Westen.Note 62 · Chuthai Tebris, Dschihannuma S. 381.Note 63 · Ewlia in der Beschreibung Malatia's und Dschih. S. 600.Note 64 · Wie Schaab, Ghuta, Obolla, Soghd auf Erden berühmt sind, So ist des Bosporos Gestad' im Paradiese berühmt. Geschichte des osm. Reichs V. S.Note 65 · d'Ohsson III. 329. nach Noweiri.Note 66 · Dschihannuma S. 570.Note 67 · Banias, wie bei d'Ohsson, nicht zu vermengen mit dem Balanias Abulfeda's, welches auf den Karten auch als Banias steht.Note 68 · Haitho c. 29.Note 69 · Haitho.Note 70 · Gurboga, bei Haithon 29.Note 71 · Haithon 50; bei Wilken VII. 416.Note 72 · hem harik hem gharik. Nochbet und Abulfeda IV. p. 511.Note 73 · Burdschi ahmer.Note 74 · Histoire des Sultans Mamlouks de l'Égypte par Makrizi, traduite par Quatremère. I. p. 98.Note 75 · Ebenda p. 103.Note 76 · Soweila, nicht Zwilah, wie in der Uebersetzung Makrisi's von Quatremère I. p. 103 dieser Name irrig geschrieben wird; bei demselben findet sNote 77 · 1. Emir Melik Husein Chan; 2. Melik Ichtiareddin Chan; 3. Melik Seifeddin Ssadik Chan; 4. Melik Nassireddin Gülschu Chan; 5. Atlas Chan; 6. Note 78 · Kaimeri statt Kimeri ist Reiskische Leseart.Note 79 · Makrizi, trad. par Quatremère I. p. 104.Note 80 · Ebenda.Note 81 · Burke, noch heute der tscherkessische Wettermantel.Note 82 · Abulfeda IV. 595, fehlt in der Stammtafel bei Rehm, so auch sein Vater Asis.Note 83 · d'Ohsson III. 335, nach Noweiri und Reschideddin.Note 84 · Nach Abulfeda V. 621 auch die Nachricht der Schlacht bei Himss, was aber ein Widerspruch mit Bar Hebr., welcher als den Tag der Hinrichtung Note 85 · Abulfeda IV. p. 621.Note 86 · Reschideddin bei Bar Hebr. Mowahid.Note 87 · Bar Hebr. p. 559 aber abweichend von Reschideddin.Note 88 · am 29. October 1260, nicht 1261, wie in Rehm's Stammtafel; denn Bar Hebr. gibt den Tag an.Note 89 · Abulfeda IV. p. 523.Note 90 · Abulfeda IV. p. 625.Note 91 · Tebrdar, nicht Taudar, wie bei Reiske IV. 599; aber auch nicht hellebardier, wie bei d'Ohsson p. 345, in welchem Falle es Harbedar heissen mNote 92 · Proben dieser Siegesgedichte bei Abulfeda IV. p. 601.Note 93 · nicht Elbarli, wie bei Abulfeda IV. 603.Note 94 · Abulfeda IV. 344.Note 95 · d'Ohsson III. 346. nach dem Leben Beibars.Note 96 · El Hakimbiemrillah Ahmed Ben Hasan Ben Ali B. Ebibekr B. Mosterschid.Note 97 · Hakimbiemrillah.Note 98 · Ueber Dschudschi und seinen Ulus siehe die Beilagen I. u. II. aus den Geschichten Haider's und Wassaf's.Note 99 · Bei Bar. Hebräus Kotar, d'Ohsson Tumor ist Schreibfehler des Manuscripts.Note 100 · Histoire des Sultans Mamlouks par Makrizi, traduite par Quatremère I. p. 212.Note 101 · Quatremère übersetzt durchaus: Signe de la Noblesse, was nicht richtig.Note 102 · Makrisi nennt die vorzüglichsten: Keramun, Amtagjah, Noghai, Dscherek, Kajan, Nasagjah, Taischur, Bentu, Sobhi, Dschaudschelan, Adschkarka, Note 103 · Ebenda u. S. 235.Note 104 · 1. Ilkai, 2. Turan Behadir, 3. Batu, 4. Saldschedai, 5. Tschaghan, 6. Belarghu, 7. Doghus.Note 105 · Ueber den Feldzug wider Berke siehe die Beilage III. aus Wassaf.Note 106 · Wassaf.Note 107 · Derselbe.Note 108 · Apuschka, Sohn Buri's, des Sohnes Muwatukjan's, des Sohnes Dschaghatai's.Note 109 · In demselben waren Taghadschar, Hulagu, der Sohn Ildschitai's, Nadin Kadan.Note 110 · Reschideddin.
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