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Gedichte

IX. Gott und Gedanke.

Reading edition

Gesegnete Wandrung.

In fernes Licht hinein Schreit’ ich schon lange, lange; Um graue Trümmer hängt’s An jenem Felsenhange. Um Sagentore blühn Die abendroten Ranken; Durch Fensterhöhlen schau’n Verschollene Gedanken. Und meine Seele schwebt Durch Tor- und Fensterbogen Ins Land des warmen Lichts, Allmächtig hingezogen. Ich weiß es nun gewiß: Es schwebt ein selig Leben Schon über dieser Welt Und ist uns schon gegeben. Ich weiß seit diesem Tag: Es klingt Gesang und Reigen Aus einer reinen Welt In jedes tiefe Schweigen.

Alles ist ewig.

In den morgenfrischen Bäumen Hing ein letzter Hauch der Nacht, Und die Blumen machten Augen Wie ein Kind, wenn es erwacht — Holder Schreck entriß mich plötzlich Lächelnder Versunkenheit —: Eine Rose hat geduftet Wie ein Lied aus Kinderzeit! — Aufgehoben bleibt im Ganzen Jedes Atems leises Wehn; Einst an einem großen Morgen Wirst du’s lächelnd wiedersehn. Eine Rose hat geduftet Wie ein Klang aus Kinderzeit; Duft und Klingen, Heut und Gestern Weben all an einem Kleid.

Hingebung.

Das All erstrahlt von Millionen Sternen. Die Erde blickt hinauf in stummer Ruh Und haucht in selbstvergessenem Entzücken Dem Himmel ihren warmen Odem zu. Im Unermessnen geht ihr Hauch verloren! Und doch gibt sie des Herzens Glut dahin Und sieht sich selbst in Schnee und Eis erstarren. Der ferne Glanz belohnt die Dulderin. Der Wahrheit Sternen opfert so der Denker Das Leben, das in seinen Adern glüht. Dem fernen Lichte gibt er sich zu eigen Und fragt nicht, ob ihm hier ein Frühling blüht.

Andacht im Gebirge.

Im Tal vernahm ich’s: „Zwischen Felsenmauern Wird dich die Macht des Ewigen durchschauern; Dein Ich zermalmen wird der tote Stein. Er wird zu dir mit Donnerworten sprechen; Dann wird dein Menschenstolz zusammenbrechen, Und wie ein Nichts wirst du dir selber sein.“ Und ich erhob den Stab mit frohem Wagen Dorthin, wo ich bis in die Wolken ragen Der Berge schneebekrönte Gipfel sah. Der Jugend raschen, kecken Mut zu kühlen, Schritt in des Felsendomes Chorgestühlen Ich fort und fort, dem Thron der Blitze nah. Verloren bald im öden Meer der Steine, Verirrt, verlassen von des Tages Scheine, Stand ich allein in nebelweißer Nacht. Dann sank der Mond hinab zu früher Stunde, Und fern erhob wie mit metallnem Munde Der Herrn des Sturms den ersten Ruf zur Jagd. Da fuhr’s auf wucht’gen Schwingen durch die Lüfte Und überschrie den Klang der Felsenklüfte, Wo lauter Donner aus den Schlünden brach. Aus dunkler Tiefe klommen ohn’ Ermatten Zu mir herauf des Abgrunds Riesenschatten, Bis sie ein jäh gezückter Blitz durchstach. Und jetzt — des Felsentempels Säulen zittern! Durchrast ein ganzer Aufruhr von Gewittern Die Täler rings zum Auferstehungstag? Erdröhnend schob sich’s an den Felsenwänden In Sturmeslauf hinab, um jäh zu enden Mit gellend wiederholtem Donnerschlag. Die Bäume reckten sich mit tiefem Stöhnen; Ihr Angstruf klang aus dem Gewirr von Tönen Wie aufgescheuchter Vögel Klageschrein. Ein blauer Strahl aus weitem Flammenrachen — Und mir zu Füßen schlug mit lautem Krachen Ein Föhrenstamm zerborsten auf den Stein. Da riß es sich in trotz’gem Überschwange Vom Munde mir: „Frohlockend deinem Klange Geb ich, Natur, mein klopfend Herz dahin: Euch übertönt des Herzens Schlag, ihr Stürme, Euch überragt, ihr grauen Felsentürme, Des Menschen hoher, lichtgeborner Sinn! Vor euch nicht sink ich in den Staub danieder; Nein, eure Donner sind mir Freudenlieder, Das Herz mir füllend mit erhabner Lust. Mag nur der Sturm in euren Klüften hausen! Fliegt er vorüber mir mit Zornesbrausen, Werd’ ich der stärkern Schwinge mir bewußt. In Nichts sollt ich vor euch zusammenschrumpfen? Hier sollte sich das Schwert des Geistes stumpfen? Dies Schwert, fürwahr, zerspringt auf keinem Stein! An seinem Stahl zerbrechen eure Blitze, Mit ihm bewaffnet, dringt zum Himmelssitze Der Wahrheit einst der Mensch, der Kämpfer, ein. Seid mir gegrüßt, erhabne Bergesriesen, Erhaben, weil ihr mir den Weg gewiesen Zu meines Menschentums Erhabenheit. Willkommner Schemel seid ihr meinen Füßen, Von eurem Rücken aus den Bau zu grüßen, Den unermeßlichen, der Ewigkeit.“ — Den Weg ins Tal fand ich am frühen Morgen; Die Berge hielt, den Himmel mir verborgen Ein Wolkenschleier. Aber klar und fern, An meines Geistes Himmel aufgegangen Mit überirdisch morgendlichem Prangen, Stand selig lockend des Gedankens Stern.

Menschenlos.

Das ist ein Augenblick der Seligkeit, Wenn uns ein weltbeleuchtender Gedanke Das Hirn durchzuckt und so die Seele faßt, Daß sie durchbrochen wähnt des Denkens Schranke, Wenn unser Geist den Brand entzündet glaubt, Der in des Daseins Rätseltiefen leuchtet, Und sich im Rausche des begeisterten Entzückens unvermerkt die Wimper feuchtet. Da wähnt der Blick, er sähe groß und klar Den Geist des Alls durch Erd’ und Himmel wandeln; Aufatmend spricht das Herz: „Ich bin getrost: Fest ruht fortan mein Fühlen und mein Handeln.“ Gewißheit: — Schöner Wahn des Augenblicks! Bald wieder wird der alte Zweifel nagen; Der feste Boden weicht — dir schwindelt — weit Ins öde Meer hinaus wirst du verschlagen. Die kluge Antwort, die dein Hirn ersann Auf Fragen, die die Menschenbrust zerfleischen, Sie löste sich in tausend Rätsel auf, Die doppelt gierig neue Antwort heischen. Dem Schiffer gleich fährst du auf hohem Meer In Nacht und Sturm durch lange, düstre Jahre, Bis endlich deinem Fuß das Schicksal gönnt, Daß er der Heimat festen Grund gewahre. Doch kurz ist deine Rast! Von neuem bläht Der Wind am hohen Mast die weißen Linnen: Kaum hast du noch des Ufers Sand geküßt, So jagt des Zweifels Qual dich neu von hinnen. Zum Strande der Gewißheit lenkt dein Schiff Nur, um ins Unbestimmte neu zu fliehen, Bis einst auf hoher See in ihren Schoß Das sturmzerschlagne Wrack die Wellen ziehen.

Das Gesicht der Wahrheit.

„Wenn Menschen schweigen, werden die Steine schreien.“

Seit wenig Tagen geh’ ich fromm und froh Durchs Treiben dieser Welt; denn eine Mär Kam mir von irgendwo und irgendwann, Die mir das Herz mit jungem Glauben füllt. — Gefangen hatten ihn die Häscher nun, Den Herben, Wilden, Stolzen, dem der Spott Wie ätzend Gift vom Munde floß — doch war’s Ein heilsam Gift — dem die Begeisterung, Wie Donnerflammen aus dem Krater, prasselnd Von heißer Lippe sprang. Doch ging er leicht Und stolz in seinen Fesseln; denn ihn trug Geheime göttliche Allgegenwart. Allgegenwärtig fühlt’ er seinen Gott, Wo er auch ging und stand, den neuen Gott! Und so vermaß er sich verwegner Hoffnung: Auch seine Richter müsse ja berühren Die Nähe dieses Gottes und die Kraft Und Reinheit seines Atems. Denn er war Ein Mann an Stolz und Trotz, ein Kind an Hoffnung. Die Richter aber thronten rings auf Stühlen Von Eisen, und die Stühle hießen Ordnung Und Religion und Sitte und Gewohnheit. In diesen Stühlen ruhten breit und fest Die Fundamente des gemeinen Wohles. Wenn aber vor der Glut der neuen Lehre Die wackern Stühle schmolzen, so gerieten Die Fundamente des gemeinen Wohles In glühende Bedrängnis. Und so bliesen Die Richter denn mit hoheitsvollen Backen Den Hauch der prallen Sonne sich vom Leibe Und saßen tot auf ihren toten Stühlen. Und sprachen dann: „Er soll am Pranger stehen Auf off’nem Markt, vor allem Volk, nachdem man Zuvor die Ohren ihm vom Kopf geschnitten.“ Auf den Tribünen hatte rings das Volk Gelauscht, und als der Richter Weisheit nun In jenem Spruch sich froh und stolz befestigt, Zerstreute schwatzend, lachend sich die Menge, In Ehr’ und Zucht des Gaudiums gewärtig, Das ihr der heil’ge Sonntag bringen werde. — Hoch aus dem surrenden und plappernden Und gurgelnden und schnatternden Gebrodel Der Menge, die den weiten Markt erfüllte, Stieg schwarz und grausenhaft der Prangerkasten, Der den Verdammten noch dem Blick verbarg, Und schwärzer gähnte drin das Loch, in dem Des armen Sünders Kopf erscheinen sollte. Mit faulen Äpfeln, Eiern und noch manchem In stiller Emsigkeit gehäuften Unrat Höchst sorgsam ausgerüstet, harrt die Menge, Harrt stundenlang. Denn neben ihrem Zorn, Dem Löwen, ruht das Eselein Geduld. Auf hoher Balustrade leuchten Rat Und Älteste der Stadt, des schönen Wetters Und der im tiefsten Herzen sanft empfund’nen Weltordnung froh — den armen Sünder packte Ein wilder Schauder vor dem nahen Greuel. An beide Ohren preßt er bang die Hände — Nah ist hier keiner, der ihn retten möchte. Denn jeder haßt ihn — könnte wohl ihn lieben, Doch haßt ihn. Und ihm ist, als trennt’ ihn doch Von diesen allen nur ein dünner Vorhang — Er klagt sich an, daß er das rechte Wort, Das eine, kurze, klare Wort nicht fand, Das alle, alle überzeugen mußte — Ja, wenn er jetzt —! Allein nun war’s zu spät. Und tief im Kopfe hub ein Singen an Von lauen Jugendtagen. Warum blieb er Nicht still am warmen Herde seiner Heimat? Und sanft und fest in seiner Mutter Schoß Fühlt’ er sein Haupt gedrückt — und auf der Wange Fühlt’ er die rauhe, warme, gute Hand: Mein Junge bist du — mein — mein guter Junge — — Der Henker winkt. — — — Die Augen fest geschlossen, Des Hagels von Geschossen schon gewärtig, Zwängt er den Kopf durchs enge Loch des Prangers; Im Hirne braust und wirbelt wilde Scham — — Da stößt ein süßer Schreck ihm tief ins Herz, Und seliges Erschauern rinnt ihm kalt Vom Wirbel bis zur Zeh’. Und fühlt sogleich, Daß alle, alle, die dort unten stehen, Derselbe große, stille Strom durchrinnt. Und schlägt die Augen auf — und sieht das Volk, Das hängt mit einem Blick an seinem Antlitz Und starrt hinauf und schweigt. Und starrt — und schweigt. Und sieht um seinen Mund, den Blut benetzt, Ein zuckend Lächeln, sieht die dunklen Haare In feuchten Strähnen an den Wangen kleben, Und aus den Haaren, an den Wangen nieder Rinnt Blut, rinnt Blut — so stumm und so geschäftig, Das warme Blut — und hilflos starrt der Kopf Hervor aus schwarzer Wand, und hilflos irren Die Blicke hin und her: Wo seid ihr, Hände? Was helft ihr nicht? O wischtet ihr mir nur Das Blut vom Mund! — Und klagend glänzt das Auge. Und vor dem hilflos armen Kopf erbleicht Der Rat der Stadt, und ganz geheim ins Ohr Schreit gellend, jauchzend ihm die Totenstille ... Da schwirrt vom Markt ein Lerchenstimmlein auf, Und sieh, ein Kind, ein Mägdlein, steigt behende Zum Schandgerüst empor und trägt ein Kränzlein Von Löwenzahn, den es am Rain gepflückt. Und streckt den Kranz empor und langt und langt Und kann es nicht erreichen. Und ein Greis Folgt ihm geschäftig, hebt das Kind empor, Und in die nassen, wirren Haare drückt es Mit leiser Hand den weichen, goldnen Kranz. — — Seit wenig Tagen geh ich fromm und froh Durchs Treiben dieser Welt; denn eine Mär Kam mir von irgendwo und irgendwann, Die mir das Herz mit jungem Glauben füllt. —

Das Dogma.

„Wenn aller Welten Ende nun erscheint, Dann wird ein Hirt und eine Herde werden, Und Millionen Augen werden selig Sich baden in dem einen Strom des Lichtes, Der von dem Throne des Allweisen rinnt. Dann wird kein Streiten sein und kein Entzweien; Sie glauben all an einen Gott und folgen Dem guten Hirten auf die ewige Weide.“ — Also verheißen wird’s von Priestermund. Wer aber will die Weitverstreuten sammeln, Die hier in Wüsten wandeln, dort auf Meeren In schwankem Fahrzeug treiben — hier auf Bergen Fernblickend schreiten, dort in tiefen Tälern Nichtsahnend schlummern in des Stumpfsinns Träumen, Und zwischen ihnen Felsen, Wüsten, Meere!? Ha, wie ihr selbstbewußt die Lippen aufwerft Zu salbungsvoller Straf- und Donnerrede, Ihr Weihrauch-, doch nicht Himmelshauchumwehten, Die ihr statt Gottes nur das Dogma kennt! Euch dünkt, gelingen müss’ es, alle Wesen Zum ewigen Lobe Gottes zu vereinen, Wenn in des Dogmenzwanges enge Hürde Die Willigen und Trotzigen, die Toren Und die Vernünft’gen ihr zusammenpfercht! Und wenn ihr frisch die Geißel schwingt, vermeint Ihr gar, der Liebe Hirtendienst zu tun! Ihr kennt der Menschheit Pilgerstraße nicht. Den ihr gefunden und uns aufgedrungen, Der ist nicht Gott; doch den wir rastlos suchen Mit ewig nie ermattendem Verlangen Und den wir jubelnd ahnen: der ist Gott! Kennt ihr die Schranke, die den Nachbarn scheidet Vom Nachbarn, ob auch ihre Hütten traulich Im gleichen Tal am gleichen Abhang lehnen? Kennt ihr die Schranke zwischen Ich und Ich, Die selbst nicht sinkt, wenn Mann und Weib ihr Lieben In süß erschauernder Umarmung tauschen? Ein dichtumwachsnes, engummauertes Geheimnis ist die scheue Menschenseele. Selbst nicht der Liebe Wort vermag die Fülle Des Herzens bis zum Grunde auszuschöpfen, Und nie vermählt ein Ich sich ganz dem andern. Nein, es bewahrt in frommer Keuschheit sich Für jene einzige Braut, die kommen wird, Daß wir sie ganz besitzen, wie sie uns. Einsam harrt jede Menschenbrust der Wahrheit. — Einsam? Und ewig abgeschlossen läge Der Garten einer Menschenseele da, Nur sich erblühend und dem fernen Himmel? O nein! Prangt auch die Rose dunkelglühend Auf diesem Grund, auf jenem schimmernd weiß; Singt auch die Nachtigall in bangen Seufzern Aus diesem Strauch und schmetternd hell aus jenem, Hoch in die Luft erhebt sich Duft und Sang, Und über Hecken, über Mauern fließen In eins zusammen Klang und Blumendüfte. Kein Menschengeist umschließt die Wahrheit ganz; Doch flammt ein Teil von jenem Lichte, das Die Welt durchrinnt, in jedem Erdendasein. Ja, selbst des Tieres Dämmerleben bebt In froher Ahnung auf zum Sonnenlicht. Und lebte wo ein Wesen, das die Gottheit Einsam im ewig Dunkeln ließe tasten, Das nimmer Teil gewänne an der Wahrheit, So wär die Wahrheit aller Lügen größte Und unerhörteste und grausenvollste. Die Wahrheit ist — und ist darum in allen. Aus allen Kehlen wird mit siegender Begeisterung der Ruf erschallen: „Land“, Wenn einst an einem großen „Allerseelen“ Wir ans Gestade der Erlösung stoßen. Dann wird des Jünglings trotzig kühnes Wort Sich mit des Greises mild bedachter Rede, Der kaum erwachten Kindesseele Stammeln Sich mit dem Hauch aus Gräbern des Vergangnen, Der Glanz im Tau, im schimmernden Gestein Sich mit dem Licht im Blick des Adlers einen, Und jeder Strom des Daseins wird erbrausen Im endlichen Triumphgesang der Wahrheit.

Ein Besuch.

In jenem Hause war ich, wo man Tiere Bewacht und füttert, welche Menschen heißen, Wo dem gebornen Wahnsinn ein Asyl Man bietet und den Stumpfsinn zärtlich pflegt, Daß dem Gesunden sich bei seinem Anblick Vor starrem Schreck das Hirn im Kopfe löst Und einen eigensinnigen Wirbel tanzt. — In jenem Hause war ich, wo der Mensch Am Boden hockt wie ein verschüchtert Tier. Die Augen rot und stumpf, die Haare gelb Wie trocknes Stroh und schwammig aufgedunsen Die grauen Wangen —: so, sich selbst begeifernd, Die Zähne fletschend oder äffisch grinsend, Dann plötzlich wild die ungeschlachten Glieder Wie Mühlenflügel drehend, sah ich sie, Aus deren Lallen Gott kein Lob erschallt. — Sieh diesen da, wie er die Nägel gräbt In die Matratze, wie er kratzt und kratzt, Aufwühlend seines Lagers Eingeweide: Er sucht, so scheint mir, seines Daseins „Zweck“. Und jener Greis, der uns entgegengrinst, Der närrisch tanzend unsre Hände faßt Und uns sein Spielwerk zeigt: ein blökend Schäflein, Das ihm auf Rollen durch die Stube folgt — Mich packt und schüttelt Frost — hinweg! — er wird Sogleich uns gellend in die Ohren schreien: „Verfluchte Welt, wo ist mein Menschentum?“ Auf der Materie weißes Blatt gedrückt Hat hier der Geist ein schief-verschwomm’nes Bild. Stoff ohne Geist erblick ich schaudernd hier, Und tiefer schaudernd noch empfind ich Geist, Der der Materie Grenzen überschritten Und heimatlos in öder Leere schwärmt. — In jenem Hause war ich — wenn du dort Gewesen, mundet dir die Welt nicht mehr Für lange Zeit, und erst mit vielen Monden Rollt auch der Vorhang des Vergessens nieder. Was du gesehen, legt so schwer und dumpf Sich hinter deine Stirn, daß du nur leis Des Geistes Auge aufzuschlagen brauchst, Um stets das gleiche Grauenbild zu sehn. Und immer fragst du dich: Wozu die Sonne Am Himmel noch? Wozu noch wandeln Sterne? Warum entströmt der nimmermüden Erde Mit jedem Lenz der Auferstehung Duft? Wozu ihr blüh’nder Leib, wenn er, befruchtet, Ein Menschenkind als eklen Wurm gebiert? Ist nicht das Streben unsres Geistes, ist Nicht sein Besitz ein großer, hohler Bettel? Denn — fanden wir das Glück — wo bleiben diese? In jenem Hause war ich; fortgeschleudert Von diesem Erdball schien ich mir; ich sah Wie eine taube Schnuppe ihn den Weltraum Durchirren, und von diesen Tollen einer Schlug mit der Hand danach: Ein Wölkchen Staub! Herbei, ihr glaubensvoll beglückten Brüder, Die mitten ihr ins All den Gott uns setztet, Euch selbst zur tröstlichen Beruhigung, Herbei und wandelt mit durch diese Hallen! Das Übel dieses Daseins ist entweder Von Gott gesandte Strafe oder Prüfung. Nicht wahr, so lehrt ihr doch? Und werft dabei Des läst’gen Zweifels brennende Gedanken Aus einer Hand behutsam in die andre, Bis sie sich abgekühlt. Warum nun wird Allhier gestraft und wozu wird geprüft? Ein artiges Problem für euren Witz! Wir Gottes Ebenbilder? Und was sind Nun diese? Gottes Ebenbilder auch? Wollt’ er in genialer Schöpferlaune Sich selbst verhöhnen, als er diese schuf? Das konnt’ er nicht! Denn Gott ist ja die Liebe, Und Liebe weint, die solchen Jammer sieht. Wie, oder büßen sie der Väter Sünden? Ich bitt’ euch, sagt das nicht, auch denkt es nicht! Denn wer es nur in meiner Nähe denkt, Dem Pharisäer fahr’ ich an die Kehle! — Kommt mit, wir wollen lieber beten gehn. Ich bete mit, wenn mir’s schon nicht behagt, Auf eure Art zu beten. Habt ihr dort Den mißgebornen Seelen eine Kirche Nicht jüngst erbaut? Wir weihen sie nicht besser, Als wenn wir Gott in ihren Hallen suchen Und also betend vor ihm niedersinken: „Allmächtiger, gerechter Gott der Liebe! Du träufelst Tod auf die erblüh’nden Lippen Des holden Säuglings, den in Schlummer wiegt Die frohe Mutter; Sterben träufelst du Dem Mann ins heitre Aug’, das hoffend blickt Ins weite Feld der goldnen Zukunftssaaten; Zum letzten Schlaf berauschest du die Braut, Wenn schon ihr Geist im Myrtenzauber träumt — So laß mit ernstem Ringen dich erbitten: Auf diese Stätte einen Tropfen Tod! Des Todes Wolke laß auf diesen Greuel Herniederfallen, den du nicht gewollt!“ Denn, meine Brüder im Gebet, gewiß: Jehovah reut es, daß er diese schuf. Die Bibel lehrt uns ja, daß er bereut. Er will sich nur von diesem Irrtum nicht So wohlfeil lösen wie durch jene Flut, In der er alles Lebende ersäufte. Wenn aber wir ihn bitten mit der Kraft Inbrünstigen Gebets, wenn in die Hand Wir ihm mit allem Schmerz des Mitleids fallen, So muß sich ja sein göttlich Herz erweichen, Und segnen muß er unsre Hände, wenn Sie töten, was dem Tod geboren ward. O seid versichert: Dankend und frohlockend, Mit heißen Tränen himmlischen Erbarmens Empfängt er den verlornen Staub zurück. Fortströmen läßt er ihn von neuem dann Ins All und — um unsäglich Leid zu lohnen — Läßt er auf bess’rem Stern zu Tage keimen, Was hier erlöst in Todesnacht versank, Läßt er, was hier verdorrt am Zweige hing, Den Morgentau des Paradieses trinken! —

Pestalozzi.

(1896.)

Ein fremder Klang fürwahr in unsrer Zeit: Der Name Pestalozzi! Zwar gehört Hat man ihn oft genug in diesen Tagen; Herab von tausend Rednerbühnen klang er Und hallte nach von Millionen Lippen; Doch der herabbeschworne Genius findet Ein anderes Geschlecht, als er ersehnt. War er nicht schwach im Kleinen, stark im Großen? Und also ganz ein Gegenteil von uns? War er nicht ungeschickt und unbeholfen? So ratlos und so hilflos wie ein Kind? Besaß er Biegsamkeit und Witz genug Für jene vielgewandte Kunst des Rechts? Verstand er Zeit und Menschen zu gebrauchen? Verstand er zu regieren und zu herrschen? Ach, nicht einmal den eignen Vorteil kannt’ er; Den andern konnt’ er helfen, aber nicht Sich selber. Hat er jemals wohl verstanden, Zu einer „immer gleich gestellten Uhr“ Die Schule aufzubaun, zum Mechanismus, Erstaunlich, wunderbar, von einem Punkt aus Geregelt und bewegt und täglich, stündlich Abschnurrend in vortrefflich ödem Tiktak? In diesen Walzen, diesen Rädern freilich Bewegung gibt es viel und viel Geschnarre; Doch ist das Kunstwerk leider, leider tot. Was Pestalozzi schuf, war nur ein Garten, Von einem ewig frischen Quell genährt. Aus seinem Herzen stark und eben floß Der immer gleiche, reine Strom der Liebe, Und hundert welke Blumen hoben rings Die müden Köpfchen, von verschmachtetem Gezweig erglänzte junges Frühlingslächeln; Durch halb erstorbne Wesen ließ er strömen Des Lebens Atem und des Morgens Kraft — Und diese Kunst verstehn wir leider nicht. Er, dessen Bild euch grüßt, war ein Genie, Das heißt, er ward verachtet und gemieden, Das heißt, er ward verspottet und gehaßt. Doch solcher Geister köstlichster Besitz Ist ein geheimes, felsenfestes Wissen. Und tief gelassen zog er sich zurück In seines Ringens still beglückten Frieden. Er brauchte Kinder nur zu seinem Werk; Denn alles andere besaß er selbst. Und alle sollten klug und glücklich werden, Die ärmsten und die schmutzigsten und kränksten — Und solcher Kinder fand er bald und viel. Sie zog er sanft in seinen Zauberkreis. Und herrlich klingt sein Wort: „Sie waren außer Der Welt; sie waren außer Stanz; sie waren Bei mir und ich bei Ihnen.“ Bebt darin nicht Der stille Jubel eines Siegergeistes? — Die Neider kamen und verklagten ihn: Er weicht von den gewohnten Wegen ab! Er treibt es anders, als wir’s Tag für Tag Und Jahr um Jahr zu treiben längst gewohnt; Er will ein Andrer, Bessrer sein als wir. Es kann nicht gut und echt sein, was er tut; Denn wir durchschauen’s, wir begreifen’s nicht! Und als das Werk des Sonderlings man prüfte: Sieh, da durch Wolken drang zum erstenmal Die Sonne Pestalozzis klar und groß, Da ward des Ruhmes grünster Lorbeer ihm, Als man gestand: Er weiß die Kraft zu wecken. Kein höherer Ruhm ist ihm zuteil geworden; Denn höheren gewährt die Erde nicht. Der Großen edles Vorrecht war’s von je, Im Morgensonnenlicht das Ziel zu zeigen Und neue Wanderfreude zu erwecken In müden selbst und staubbedeckten Seelen. Und ob er tausendfältig auch geirrt: Am fernen Morgenhimmel sah er deutlich Die lichten Berge unsrer Hoffnung glänzen; Mit einem Wink wies er die rechte Bahn, Und heut noch weckt in uns geheime Kraft Sein großer Blick aus großen Liebesaugen. Oh, wär er ganz lebendig noch in uns, Oh, trüg er uns aus aller dumpfen Kleinheit Zur Freiheit seiner Größe mit empor! Nun, da er längst gestorben, längst gekrönt, Nun ist es kein Verdienst, zu tausend Kränzen Noch einen neuen Lorbeer aufzuhängen. Doch bleibt uns andres, edleres Verdienst: Das Große zu erkennen und zu lieben Und aufzunehmen in das eigne Herz. Wohlan denn, Freunde, weitet euer Herz, Im Innersten den Helden zu empfangen. Groß sei euch groß, und klein sei wieder klein, Weckt aus geheimstem Seelengrund die Kraft. Wo Kraft ist, da ist Tat, und nur wo Tat ist, Ist Freiheit.

Comenius.

(1892.)

Ein Licht aus Finsternissen stieg empor: Der Frühling kam mit seinem Morgenglanze. Das Leben bricht, ein frischer Quell, hervor Und spielt mit seiner Hoffnung Blumenkranze; Was in beschränkte Sorgen sich verlor, Taucht freudedürstend wieder in das Ganze, Und alles jauchzt, vom Taumel fortgerissen: „Willkommen, holdes Licht aus Finsternissen!“ Wie fügt sich’s gut, in solcher Werdezeit Sich dankbar eines großen Manns zu freuen, Der wie ein Sämann, stets zum Wurf bereit, Durchs Leben ging, der Liebe Saat zu streuen, Der durch die Nacht geleuchtet klar und weit Mit Lichtgedanken, ungeahnten, neuen Und früh der Menschenbildung Ackerfeld Mit Sonnenschein und lindem Tau bestellt. Aus Finsternissen stieg empor ein Licht, Als jene Furie schnob durch Deutschlands Gauen, Die, Wahn und Gier im grassen Angesicht, Das Land beschattete mit blut’gem Grauen. Recht, Ordnung, Sitte, Treu und Nächstenpflicht Vom Riesenschwert der Barbarei zerhauen — Und unersättlich schüren neues Hassen Der Großen Laune und der Wahn der Massen. Von Gott erwählt zu sein zum Kampf für ihn: Der Wahn läßt Deutschlands Völker sich zermalmen; Die Schwerter wüten, Völkerstämme fliehn; Das Feld steht öd; die Frucht stirbt auf den Halmen; Die Pest, den Hunger im Gefolge, ziehn Die Horden durch das Land, die Dörfer qualmen — Haß, Wut und Mord der Scharen Religion, Ihr Götzenbild — die heil’ge Konfession! Von diesem Haß auch er verfolgt, gehetzt, Der edle Weise heimatlos, vertrieben, Dem Elend und der Sorge ausgesetzt! Sein Hab und Gut, was er erdacht, geschrieben, Ein Raub der Kriegesfackel noch zuletzt — Er aber hegte treu sein großes Lieben; Und als man endlich Duldung fand und Frieden, War seinem Glauben Duldung nicht beschieden. Und blieb im Kampfe doch ein Friedensheld! Rings blutete die Welt aus tausend Wunden, Da hat sein Geist, von heiligem Strahl erhellt, Ein tief versöhnend Ideal gefunden: Nicht mehr nach Gütern, Rang und Stand zerspellt, Nein, innig-fest nach Menschenrecht verbunden, Soll sich versammeln vor der Weisheit Stuhle Des ganzen Volkes allgemeine Schule! Fürwahr ein Genius, der in weite Ferne Der Zukunft seines Geistes Blitze sendet! Noch heute locken uns dieselben Sterne, Zu denen er den Seherblick gewendet; Noch ladet uns die Frucht, in deren Kerne Er Nahrung für Jahrhunderte gespendet, Noch steht’s der Nachwelt staunenswürdig da, Sein stolzes Werk: Magna Didactica! „Er wußte nur die Geister zu vergnügen, Drum ließen ihn die Körper ohne Brot.“ So auch mit unerbittlich harten Zügen Trat ihm vor Augen oft die bleiche Not; Er aber sah mit seligem Genügen In eines Jenseits Duft und Morgenrot; Ein Vaterland dem müden Pilgrim wies Weltferner Schimmer: Lux in tenebris! Auf seines Lebens wechselvoller Reise Erhob ihn oft Prophetenvision. Nicht war’s ein Mann nach unsrer Zeiten Weise, Doch ein Genie und aller Zeiten Sohn. Die Sonnen ziehn in eigenem Geleise — Was Dogma, Glaube, Sekte, Konfession! Was ihm die Nachwelt dankt mit höchstem Ruhm, War kraft- und liebereiches Menschentum. O helft, ihr reinen Geister, die in Treuen Um unser Liebstes weit die Flügel breiten Und die, wie schwer ihm Lug und Narrheit dräuen, Den Geist des Werdenden zur Klarheit leiten! O hilf uns du, des wir uns heute freuen, Dem wir erhobnen Sinns ein Fest bereiten: Wenn wir zur Kriegesfahrt die Segel hissen, Strahl’ uns voran, ein Licht in Finsternissen!

Chidhr.

(Ein Epilog.)

Ein wunderbarer Traum hat mich besucht. Ich saß an eines Berges Hang und schaute, In einer flüchtigen Minute Raum Gedrängt, den Daseinswechsel langer Zeiten. Im Tal zu meinen Füßen sah ich Blumen Auf Blumen sich erschließen und vergehn, Sah Bäum’ und Sträucher keimen ich und sprossen Und wachsen, blühen, welken und vermodern, Und sah ich Menschen von der Wiege bis Zum Sarg des Lebens kurzen Tag durchwandeln. Ich sah sie lachen, weinen — weinen, lachen, Sah sie verzweifeln, hoffen und — verzweifeln, Sah, wie das Glück dem Unglück reicht die Rechte, Wie Unglück seine Rechte reicht dem Glück In ewiger Kette. Namenlose Trauer Sank mir mit schweren Schatten in die Seele. „Wann endlich,“ dacht’ ich, „sinnlos-blödes Spiel, Wirst du dich enden? Auf und ab und auf Wiegt seit Äonen sich die Lebensschaukel — Auf einer Seite staunend sitzt das Leben, Und auf der andern grinsend wippt der Tod — Und auf und ab, stumpfsinnig, wird die Wippe Durch Ewigkeiten gehn. Wo lebt der Gott, Den dieses grause Einerlei vergnügt? Der ärmste Menschengeist, er hätte längst Voll Überdruß und Ekel dieses Spielzeug Zertrümmert —!“ Wie ich also bei mir dachte, Sah ich am Boden plötzlich einen Schatten — Ich hob den Blick, und einen Jüngling sah ich Mit himmelsheit’rer Stirn, wie junge Rosen Der frohe Mund, das Auge sonnentief. Er hob den Arm und winkte freundlich „Komm!“ „Wer bist du?“ rief ich. Er drauf: „Chidhr bin ich, Der Grüne, Ewig-junge, der im Lande Der Finsternis des Lebens Quellen hütet. Komm, folge mir.“ Und Falterflug des Traumes Entführte mich auf lautlos dunklen Schwingen In eine schreckendüst’re Felsenwelt. — Doch sieh, aus tiefem Spalt granit’ner Berge Sprang bläulich-silbern einer Quelle Strahl, Der wie ein ewig junges Lachen klang. Und Chidhr sprach: „In hundert Jahren furcht Der ruhlos rege Quell sein hartes Bette Um eines Fingers Breite. Alexander, Den bis nach Indien trug der Siegeswagen, Stand einst wie du an diesem Lebensquell. Seit jenem Tage grub der Silberstrang Um einen Fuß sich tiefer ins Gestein. Und einst wird diese Quelle im Verein Mit ihren Schwestern diese Felsen wandeln In ein begrüntes Tal, wie du’s verlassen. Hier maß der göttergleiche Alexander Sein Werk und seinen Ruhm am Maß der Welt Und ging von diesem Ort zerstörten Herzens. Und du, der schwach und klein ist bei den Menschen, Kannst, wenn du willst, ein Gott von hinnen gehn. Wohl ihm, dem Freude sprüht aus dieser Quelle, Wohl ihm, der ihr geheimes Lied versteht. Wohl bleichen ihm die Lichtlein, die den Pfad Ihm durch ein enges Leben schwach erhellten, Die Lichtlein Ruhm, Unsterblichkeit und Macht. Doch hinter weltenweiten Finsternissen Geht eine Sonn’ ihm auf, die alle Sonnen Und Sonnenchöre selig überstrahlt. Er fühlt, wie klein der Mensch, und fühlt, wie groß, Wie unbegreiflich schön, wie über alles Verdienst und Ahnen göttlich sein Beruf, Und aus dem Klang der Quelle trinkt sein Herz Zwei Kräfte wundersam: Geduld und Sehnsucht, Geduld, die heiß und tief verlangt, und Sehnsucht, Die sich am Glanz des Zieles still getröstet. O Menschen, habt Geduld, und tut es nicht Den Kindlein gleich, die in den Boden kaum Den Samen senkten und nach Blumen schon Und reifen Früchten spähn! Taucht die Gedanken Ins märchengraue Alter dieser Welt Und steigt empor dann und erkennt, daß gestern Der Mörder Kain seinen Bruder schlug. Du dachtest recht, mein Freund: wär’ diese Welt Ein Einerlei, die Macht, die sie erschaffen, Sie hätte längst zerstört ihr blödes Spiel. Doch sieh, soweit in diesem Reich des Lebens Die Wasser wandern, hat noch nie ein Quell, Noch nie ein Strom den Weg zurück genommen — So glaube: auch der Strom des Lebens nicht. „Vorwärts, zum Licht!“ das ist der Sinn der Quellen, „Vorwärts, zum Licht!“ das ist der Ströme Sinn, Die deine Seele, deinen Leib durchrinnen. Er, der die Welt gewollt, und dessen Namen Kein endlich Wesen nennen darf noch kann, Er gab, daß eures Wesens tiefste Quellen Zum Lichte gehn — und gab euch, daß ihr’s wißt.“ So sprach der Ewig-junge. Oder sprach’s Der Quell? Im Silberklange rann zusammen, Was Chidhr sprach und was die Quelle sang. Und Falterflug des Traumes hob mich lautlos Von dannen, und vom Tageslicht geblendet, Erwacht’ ich jäh. Am Waldesrand erwacht’ ich, Wo singend aus dem Fels die Quelle springt, Wo Morgenlicht von tausend Himmeln floß.

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