WORTE ZU EINEM POLNISCHEN TANZ
Reading edition
Da sitzt das Quartett und ist schon müde. Nur einer schwenkt das Kinn und stemmt die Fiedel, und streicht den Bogen zu einer Etüde, streicht, als wollte er ihn zerbrechen, streicht immer die eine, immer die, immer dieselbe Melodie, verdreht zu einem kleinen Liedel — hört auf, wir wollen nicht dazu sprechen!
Einer legt einem Mädchen die Hand an den Hals und biegt sie. Wie zärtlich! Vor zwei Jahren, als wir nach Jasnagora kamen, erblaßten wir, weil zwei von unsern Damen sich zum Tanzen eng um die Hüften faßten! Hör doch auf. Wir vergaßen alles, als wir tranken und saßen.
Adam aber wollte reiten. Janina sollte ihn begleiten, er hielt ihr ehrerbietig den Bügel, als sie aber ein Stück weiter waren, zitterte er bis unter die Haut, atmete schwer, ließ den Gaul ansprengen, packte ihren Zügel und riß sie zurück — Nie vergesse ich seine Augen.
Hör auf, sprich nicht, Du lenkst mit Worten, die Worte aus allen Weiten saugen, mich nicht von dem, woran Du denkst. Daß Du Dich so in die Welt verschenkst! Du hörst nur eines aus den vielen Gängen der einen Melodie, die sie wieder zum Tanze spielen. Fluch Deiner heiligen Melancholie!
Du sollst keine Worte zum Tanze sprechen, am Ende müssen wir alles blechen. Starr’ nicht so widerlich in den Wind! Greif nicht mit so harter Faust in die rankenden Pflanzen. O wie unglücklich wir Menschen sind — was bleibt uns denn übrig, als zu tanzen!