WEICHSELÜBERGANG
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Nicht ganz bis an das Ufer ging der Wald. Schwer wälzten sich die Räder tief im Kote, der nachgab, auffuhr, und die Deichsel überschwemmen, die Pferdehufe zerren wollte. Sie mußten von den Sitzen springen und keuchend in die Speichen ihre Fäuste stemmen: jeder hatte einen Hammer ums rechte Handgelenk geschnallt —
Im Wasser aber lagen schon die Boote! Mit halblaut unterdrücktem Fluch bedrohte ein Mann die großen überangestrengten Pferde, und kehrte sich: dies war kein Strom, dies war ein Meeresarm, vom Weltmeer breit her durch die ebene Erde geschlungen, Polen an die Welt zu schlingen.
Da stand der Mann und sah. Trotz dem Verbote entkam aus seiner Brust, ein Stöhnen fast, ein Singen wild abgerissner Polenlieder. Diese Nacht lag warm auf seiner Haut. Im Strom erschaute man Strömung nicht, nur runde Schollen Wassers, das sich schwarz aufstaute zu tintigem Spiegel, oder dunkel sank in seine eigne Lücke.
Weit drüben gab es wieder weites Land, aus dem die Kronen von geduckten Bäumen in Nacht hinauf schwarz, niedrig, rund aufschäumen. Die Pfeilertrümmer der gesprengten Brücke stehn eisig in den Strom hinausgesandt. Ein Wagen knirschte. Heiser wieherte ein Gaul. Am Himmel wohnt feucht ein bläulicher Mond.