Turmwächterlied.
Reading edition
Am gewaltigen Meer, In der Mitternacht, Wo der Wogen Heer An die Felsen kracht, Da schau’ ich vom Turm hinaus. Ich erheb’ einen Sang Aus starker Brust Und mische den Klang In die wilde Luft, In die Nacht, in den Sturm, in den Graus.

Dringe durch, dringe durch Recht freudenvoll, Mein Lied von der Burg In das Sturmgeroll! Verkünd’ es weit durch die Nacht, Wo schwanket ein Schiff Durch die Flut entlang, Wo schwindelt am Riff Des Wanderers Gang, Daß oben ein Mensch hier wacht! Ein kräftiger Mann, Recht frisch bereit, Wo er helfen kann, Zu wenden das Leid, Mit Ruf, mit Leuchte, mit Hand. Ist zu schwarz die Nacht, Ist zu fern der Ort, Da schickt er mit Macht Seine Stimme fort Mit Trost über See und Land. Wer auf Wogen schwebt — Sehr leck sein Kahn — Wer im Walde bebt, Wo sich Räuber nahn, Der denke: Gott hilft wohl gleich! Wen das wilde Meer Schon hinunterschlingt, Wem des Räubers Speer In die Hüfte dringt, Der denk’ an das Himmelreich! Friedr. de la Motte Fouqué.