Frieden.
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Hoch am Himmel stand die Sonne, Von weißen Wolken umringt; Das Meer war still, — Und sinnend lag ich am Steuer des Schiffes, Träumerisch sinnend, — und halb im Wachen Und halb im Schlummer, schaute ich Christus, Den Heiland der Welt. In wallend weißem Gewande Wandelte riesengroß Er über Land und Meer; Es ragte sein Haupt in den Himmel, Die Hände breitete segnend Er über Land und Meer; Und als ein Herz in der Brust Trug er die Sonne, Die rote, flammende Sonne; Und das rote, flammende Sonnenherz Goß seine Gnadenstrahlen Und sein holdes, liebseliges Licht, Erleuchtend und wärmend, Weit über Land und Meer. Glockenklänge zogen feierlich Hin und her, zogen wie Schwäne Am Rosenbande das gleitende Schiff, Und zogen es spielend ans grüne Ufer, Wo Menschen wohnen in hochgetürmter, Ragender Stadt. O Friedenswunder! Wie still die Stadt! Es ruhte das dumpfe Geräusch Der schwatzenden, schwülen Gewerbe; Und durch die reinen, hallenden Straßen Zogen Menschen, weißgekleidete, Palmzweigtragende; Und wo sich zwei begegneten, Sahn sie sich an, verständnisinnig; Und schauernd in Lieb’ und süßer Entsagung, Küßten sie sich auf die Stirne Und schauten hinauf Nach des Heilands Sonnenherzen, Das freudig versöhnend sein rotes Blut Hinunterstrahlte; Und dreimal selig sprachen sie: Gelobt sei, Jesu Christ! Heinr. Heine.