An das Meer.
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Gruß dir, frührotschimmerndes Meer! Gewaltig Haucht dein herber Odem mich an, und wieder Tragen aufwärts mich die des Fluges entwöhnten Schwingen der Seele. Dir im Schoß ruhn Tempel vergessner Götter, Ruhn versunkne Städte, es ruhen neben Völkerketten untergegangner Reiche Kronen im Schoße dir. Tyrus alten Glanz und den Stolz Karthagos, Romas Weltherrschaft und Venedigs Größe Deckst du zu mit deiner Gewässer dunkel rollendem Bahrtuch. Tiefgeheimnisvoll, wie des Weltenschicksals Stimme tönet dein Donnergebrüll ins Ohr mir Ehern, rauh, hohnlachend, so vieler Völker Wiegen- und Grablied. Oft wie Atemzüge des großen Weltgeists Weht’s aus deinen Tiefen; mir ist, als hört’ ich Heil’ge Laute, welche der Schöpfungssagen Rätsel mir lösen. Fritz Leuthold.