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Kulturhistorische Charakterbilder

Der Doktor Faust.

Reading edition

Wir sind im Zeitalter des Hans Sachs, und es ist Kirchweihwoche. Auf einer großen Wiese vor dem Städtchen haben fahrende Händler, Kesselflicker, Korbflechter, Bettelmusikanten und Tanzbärentreiber ihre Buden und Zelte aufgeschlagen. Allerhand Wunderdinge werden hier zur Schau gestellt. Betrunkene rohe Bauern mischen sich unter die Pandorenspieler und Dudelsackpfeifer; Akrobaten stehen auf dem Kopf, Kunststückmacher ziehen sich lebendige Schlangen aus den Nasenlöchern, Degenschlucker zeigen ihre blendenden Künste, Gaukler lasen ihrem Munde Fontänen entsteigen. Man sieht bärtige Weiber, Ichneumons, Nashörner, Dromedare. Die Kaufleute machen einen Höllenlärm und bieten ihre grellfarbigen Waren an; sie schreien wild und zwecklos durcheinander. Oder sie blasen mit vollen Backen auf der Querpfeife und schlagen die Pauke, oder sie tanzen auf einem dicken Seil, das höchstens zwei Meter über der Erde ausgespannt ist. Um den Bärentreiber schart sich die gaffende Menge. Plötzlich taucht der Hanswurst auf. Er schlägt den Leuten auf die Köpfe und treibt sie wie das liebe Vieh zu einer anderen Bude hin, zur Bude des Wundermannes.

Der hat ein feuerrotes Gesicht, das dick aufgedunsen ist, weißblondes Haar und eine kahle Platte — das Zeichen der großen Gelahrtheit. Er trägt einen sonderbaren Spitzenkragen und ungewöhnlich rote Pluderhosen; Bänder hängen daran herunter, wie an einem Erntekranz. Ein Dutzend Ehrenketten beschweren das schwarzsamtene Wams, das nach venetianischem Schnitt gearbeitet ist; seine Finger sind mit unzähligen Ringen bedeckt, und jeden Ring ziert eine besonders große Kamee, die von einem Grabstein geschnitten ist. Er trägt einen prachtvollen türkischen Dolch, und rings um seine Hüften baumelt, wie bei einem Wilden des Urwalds, ein Kranz mannigfacher zauberkräftiger Anhängsel.

So steht er da und schreit und haut in die Luft und wirft eine Menge lateinischer Brocken ins Volk. »Er kann reden wie ein Arzt«, heißt das Sprichwort jener Tage. Er spricht etwas von der Stellung der Gestirne, vom Pulsschlag und Perpendikel, von Blut und Hexen, von Zauberei und vom Satanas. Nach jedem Satze reißt sein Diener, der Hanswurst, schlechte Witze, um die Gaffer bei guter Laune zu erhalten. Und erst wenn genug Leute vor der Bude herumstehen, nimmt der Wundermann sein großes »Zeugenbuch« hervor: »Da leset, wie ich in Spanien, Frankreich, Rom und dahinten in der Türkei geehrt worden bin! Hier haben sie alle ihre Namen hingemalt, die Bischöfe und Fürsten und der Teufel weiß, wer noch. Hier seht ihr, wie sie vor ihrer Heilung ausgesehen haben; hier seht ihr die geschwollenen Wangen, bleichen Gesichter und verzerrten Stirnen leibhaftig abkonterfeit. Und ich, ich habe sie kuriert; ich allein; ich, der größte Zauberer der beiden Welten; ich, der größte Hexenmeister und Totenbeschwörer, der geschickteste Wetterbanner und gesuchteste Wunderdoktor, den die Erde je getragen hat! Ich, Doktor Faust, des Teufels Freund und der Meister der Hölle!«

Wenn er nur so spräche, würde man ihn noch bescheiden nennen müssen; aber er prahlt gewöhnlich das Blaue vom Himmel herunter. Und wenn er nur den tausendsten Teil von dem leistete, was er zu leisten verspricht, dann wäre der Teufel noch immer ein Stümper gegen ihn.

Woher sollte er auch seine Kenntnisse haben?

Der Arzt des Mittelalters studierte nicht Anatomie, sondern Alchimie: Die Kunst, Gold zu machen; nicht Physiologie, sondern Astrologie: Die Kunst, aus den Planeten wahrzusagen; anstatt Menschen gesund zu machen, machte er Kalender. Anstatt nach dem Wo und Wie der Krankheit zu sehen, sah er nach dem Mond und seinen Stellungen; bevor er seinen Rat erteilte, schaute er erst nach den Sternen und dann nach dem Urin.

Er beobachtete sorgfältig die Himmelskörper, ihre Bewegungen, ihren Stand und deutete diese Verhältnisse auf die Schicksale der unter diesen Gestirnen Geborenen. In der Tat geschieht auch kein bedeutendes Ereignis, das er nicht durch vorangehende Zeichen und Himmelswunder ankündigen zu können behauptet. Kometen gelten als Botschafter des erzürnten Gottes, die den Menschen allerhand Strafen und Plagen andeuten. Befinden sich die Kometen beispielsweise beim Saturn, dann erfolgt Pest, Unfruchtbarkeit und Verrat.

Diese Sterngucker, Geheimniskrämer und Wunderärzte kamen, wie die Heuschreckenplage, hauptsächlich von England in alle übrigen Länder. Der eine macht mit seinem Wunderstein großes Aufsehen, an dem er die Patienten lecken läßt, worauf sie angeblich sofort gesund werden. Der andere hext mit seiner wunderbringenden Salbe Blinde sehend und Lahme gehend und er gibt vor, einen Trank brauen zu können, der ein Fortleben in Ewigkeit sichert. Der Dritte berührt nur die Kranken und sofort verschwinden die Schmerzen, die Kröpfe schrumpfen zusammen und Skrofulöse sind gesundet. Er speit den Tauben in die Ohren und sofort hören sie; er gibt den Zahnleidenden eine Ohrfeige, daß die kranken Zähne nur so herausfliegen. Der Vierte macht aus dem Kot der verschiedensten Tiere Rezepte, mittels deren er alle und alles heilt. Der Fünfte verwandelt Metalle und glaubt an die mit Blut unterschriebenen Verträge zwischen Mensch und Satanas, zwischen Hexe und Teufel.

Kein Wunder, daß dieser Aberglaube so verbreitet war, nachdem die Kaiser und Könige selbst mit gutem Beispiel vorangingen. König Jakob von England, Maria Stuarts Sohn, schrieb ein Zauberbuch. Karl V., Maximilian II., Kurfürst Joachim I. gaben ihren Goldmachern reichliche Beschäftigung, denn ihre Verschwendungssucht erheischte immer neue Geldmittel. Heinrich VI. und Rudolf II. standen selbst in den Laboratorien ihrer Dunkelmänner, Gold machend und Lebenselixiere brauend. Man hatte an den Höfen seine Sterndeuter und Alchimisten, wie man seine Hofnarren hatte; nur daß die Narren meistens klüger waren als die Goldmacher.

Viele dieser Ärzte zogen aber auch von Ort zu Ort, von Markt zu Markt. Und diese Gestalt des herumziehenden Wunderdoktors hat sich noch mehrere Jahrhunderte hindurch erhalten; denn Abraham a Santa Clara, der große satirische Prediger, der am Ende des siebzehnten Jahrhunderts gelebt hat, kennt diese Wundermänner ebenfalls noch aus eigener Anschauung. Er gibt folgende Schilderung von ihnen: »Man findet unter diesen Leuten sehr liederliche und nichtsnutzige Gesellen, die sich auf das Lügen und Betrügen stattlich verstehen, absonderlich viel aus denselbigen, die auf allen Märkten und Kirchweihen ihre Stände aufschlagen und ihrem Sinne nach mit etlichen Brettern eine Universität aufrichten, wo sie den Bauern und dem gewöhnlichen Volk mit ihren grundlosen Predigten das Geld aus dem Beutel locken, da kann man zuweilen hören, mit welch gewichtigen Lügen sie ihre Wahrheit hervorstreichen; einer zieht etliche Zahnwurzeln heraus und beteuert es hoch, daß er diese selbst an dem Meeresgestade dreizehn Meilen hinter Syrakus ausgegraben und diese seien gut für ein verfallenes Gehör, wobei sie sehr oft auch vorgeben, wie solche auch die Könige von Paphlagonien an den Ohren zu tragen pflegten und ein so scharfes Gehör bekamen, daß sie ein altes Weib über dreißig Meilen husten hören, ei so lüg! Ein anderer zeigt ein Pulver — es ist nichts anderes als ein geriebener Weinstein! — und schwört, daß er solches aus der Neuen Welt durch die spartische Flotte habe bringen lassen und es sei nichts anderes als pure Asche von dem verbrannten Vogel Phönix und eine Messerspitze voll von diesem Pulver vertreibe allen Schwindel, so daß sogar einer über einen Steg gehen könne, der nicht breiter sei als ein Fiedelbogen, ei so lüg! Mit dergleichen wurmstichigen Predigten betrügen sie sehr viel einfältige Leute, es sollen aber dieses Gelichters Ärzte — nicht alle Ärzte sind so beschaffen — gleichwohl bedenken, daß das Heulen und Zähneklappern ihnen nicht wird ausbleiben nach Aussage des Psalmisten David. Einen Stand oder Profession ohne böse Leute und ohne tadelhafte und gewissenlose Gesellen gibt es überhaupt selten, ebensowenig wie einen Sommer ohne Mücken, ein Buch ohne Eselsohr, einen Apfelbaum ohne Wurmstich, eine Schule ohne Eselsbank, einen Wald ohne Gimpel, eine Kirchweih ohne Rauferei und eine Schreiberei ohne Kleckserei.«

Hat unser Doktor Faust lange genug geschrien und geprahlt, dann holt er mit sicherem Blick irgendeinen Tölpel aus der Menge heraus, zieht ihn herauf auf seine Meßbude und schlägt ihm vor aller Augen mit einem gewöhnlichen eisernen Schlüssel in einer halben Minute fünf Zähne aus. Der arme Kerl stutzt wortlos, aber die Menge schreit bravo, klatscht Beifall, und jubelt dem Wundermanne zu. Und man stürmt seine Bude, um sich die gesunden Zähne ausschlagen zu lassen.

Aber es sind nicht nur Zähne, die unser Doktorsmann in seiner Meßbude zieht; er barbiert, schert, ätzt, schneidet und brennt, setzt Schröpfköpfe und macht Aderlässe und Klistiere — ein vielseitiger Mann. Vor allem aber: er zaubert. Wir werden nachher von seinen Kunststücken hören.

Drinnen in der Wunderbude sieht es etwa aus wie in einer modernen Bauernschenke, die ein Museum vorstellen soll. Menschen- und Pferdeschädel liegen herum, getrocknete Pflanzen- und Blumenbündel hängen an den Wänden; schlecht ausgestopfte Tiere baumeln von der niedrigen Decke herab: Fledermäuse, Raben, Igel, Iltisse, Eichhörnchen, ein Bussard. Mörser und Klöpfel, Kolben, Flaschen und Kruken mit großen Aufschriften stehen umher. Auf einem Tische liegen Feilen und kleine Sägen, Messer, Zangen, Geißfüße und seltsam geformte Schlüssel. In kleinen zahlreichen Näpfen liegen Menschenzähne und Zähne von Säugetieren und Fischen. Das Ganze macht den Eindruck einer herumziehenden Apotheke.

Aber die Apotheke des sechzehnten Jahrhunderts sieht naturgemäß wesentlich anders aus, als die der Gegenwart. Denn auch der Apotheker ist ein Mann, der viel Geld verdienen will, und der infolgedessen nicht das führt, was die klugen und vorgeschrittenen Ärzte anraten — denn sie sind in der Minderheit und haben nur eine kleine Anzahl von Patienten —, sondern das, was die abergläubische Menge verlangt, die vom Kurpfuscher geschickt wird und die lieber an törichten Hokuspokus glaubt, als an vernünftige Heilmittel. Zum Apothekeninventar gehören gepulverte Edelsteine, gestoßener Bernstein, Meerschaum, Erde vom Kalvarienberge. Man findet gebrannte Maulwürfe, Elenhörner, Wolfsgalle und Wolfsleber, Hirsch- und Bockblut, Hühnermagen, Hechtzähne, gedörrte Kröten (die werden noch 1815 als Mittel gegen Epilepsie empfohlen!), Krebsaugen, Schlangenfett, Bärenschmalz, Mückenfett, Gemszähne, Hasentalg, Schafsgalle, die Haut der Pfauenfüße, Fuchslunge, Elsternaugen, Eichhornhirn, Auerhahnzunge, Krähenzunge, Pferdehaare, Menschenhaare, Rabenkot und zugleich den Kot so ziemlich aller Tiere, Schwalbensteine, Federn vom Kreuzschnabel, Schildkrötenblut, Froschlaich, Igelkrallen, Fledermausflügel, Eingeweide des Chamäleon, geraspelte Menschenschädel, menschliche Leichenteile von Erhängten und Geköpften, ägyptische Mumien, Blut der Hingerichteten usw. Auch Käfer wurden zu Heilzwecken verwendet; z. B. der siebenpunktierte Sonnenkäfer, das Bluthähnchen, der schwarze, rotgeränderte Blattkäfer, die Rüsselkäferarten, die auf den Artischocken leben und die spanische Fliege.

Natürlich ging man um jene Zeit nicht sehr milde mit all dem Getier um, das man für die Apotheke nötig hatte, denn oft mußte es bei lebendigem Leibe gesotten, verbrannt oder zerstoßen werden, wenn es — nach der Meinung der Kurpfuscher — dem Kranken helfen sollte. Da war die schrecklichste Tierquälerei an der Tagesordnung.

Die Zahl der Pflanzen, die so eine Apotheke führte, ist sehr groß. Hier sind einige der am meisten gebrauchten: Bibernell, Fenchel, Majoran, Safran, Kreuzkraut, Wetterkerze, Sauerampfer, Fünffingerkraut, die Wetterglocke, die Herrgottskrone, Wermut, Mariendistel, Habichtskraut, Natternkopf, der spitze und breite Wegerich, das Dreifaltigkeitskraut, der Tag- und Nachtschatten, Löwenzahnblätter, Fieberklee, Himmelsbrot, Frauenmantel, die Kamille, das Wildfräuleinkraut, der Johannisgürtel, Tausendgüldenkraut, die Pfefferminze, Hundszunge, Lavendelkraut, Muskatnuß, Igelkraut, die Feige, Senf, Knoblauch, Tabak, Fallkraut, Beschreikraut, Schwindelbeere, Warzenkraut, Pestwurz, Schinderrose, Totenbeere, Totennessel, Lauskraut, Lungenkraut, Leberbalsam, Blutwurz, Zahnwurz, Augentrost, Wehedistel, Wildmutterkraut, Teufelsabbiß, Teufelsbart, Teufelswurz, Teufelchen, Teufelspeitsche, Teufelskralle, Teufelsauge, Hexenklee, Hexenohr, Hexenlauch, Hexenkohl, Hexenkraut, Hexenmehl, Schlehenhexe und Wetterhexe.

Alle diese Kräuter sind aber nur dann heilsam, wenn sie im Frauendreißiger, das ist vom 15. August bis 14. September, schweigsam gesammelt worden sind, oder auch in der Osternacht, der Johannisnacht und Christnacht.

Um jene Zeit des Mittelalters war das Kräutersammeln ein mühseliges, undankbares und wenig einbringliches Geschäft; überdies zeitraubend und gefahrvoll, weil man dadurch leicht in den Verruf der Hexerei kam. Es konnten sich ihm nur gründlich studierte Männer widmen, deren Gelahrtheit freilich kein Hindernis war, ebenso abergläubisch zu sein, wie Zigeuner und Verbrecher. Diese Kräutersammler mußten mit der Natur vertraut sein wie die Tiere des Feldes und Waldes; ja, ihre astronomische, zoologische, botanische, geologische, physikalische und chemische Kenntnis mußte mindestens den Anstrich allumfassenden Wissens haben. Es war nötig, daß sie die Gesetze der Sterndeutung und Goldmacherkunst beherrschten; daß sie sich auf die Kunst verstanden, Träume zu deuten, alle Knochenbrüche und inneren Krankheiten aus dem Urin zu lesen und womöglich die Pest in Abwesenheit zu heilen. Es ist selbstverständlich, daß man von ihnen die vollständige Beherrschung der damaligen medizinischen Kenntnisse forderte. Anatomie, Physiologie und Pathologie — die damals allerdings noch in den ersten Anfängen staken — waren Wissenschaften, von denen sie natürlich auch läuten gehört hatten.

Aber diese »Halbärzte«, die man als »Naturkundige« bezeichnete, obwohl sie nur ein oberflächliches und verworrenes Wissen von der Natur hatten, waren auch meistens ihre eigenen Destillatoren, und da niemand sonst die Natur so gut kannte wie sie, waren sie auch ihre eigenen Kräutersammler. Allein, das Wort »Kräutersammler« ist durch die Jahrhunderte schon zu verblaßt und gibt ganz und gar keinen Begriff von dem, was man darunter zu verstehen hat und überdies verrät es auch nicht, daß der Kräutersammler, von dem ich hier spreche, den berufsmäßigen Kräuterhändler aus tiefstem Herzensgrunde als einen unwissenden, bloß geldgierigen Kurpfuscher verachtete. Und außerdem ist der Destillator nicht nur Kräutersammler im engen Sinne des Wortes. Unseren Kräutersammler, der nichts aus Habgier und alles aus Freude am Kurieren tut, findet man um Mitternacht auf Kirchhöfen herumlungern, wo er nach alten Sargnägeln gräbt, welche Gicht, Zahnweh und Cholera heilen; in feuchten Schluchten sucht er um die Geisterstunde bei umwölktem Nachthimmel nach dem Feuersalamander und der gefleckten Eidechse. Auf dem Hügel vor dem Tore, wo man die Diebe und Mörder hängt, schneidet er Holzsplitter vom Galgen ab; denn wenn man sich mit diesen die Zähne stochert, bekommt man sein Lebtag kein Zahnweh mehr. In jedem Mauseloch gräbt er herum; er hebt große Steine hoch, um feiste Ohrwürmer, Blindschleichen, den Tausendfuß und anderes Gewürm zu fangen; er stampft in eigenartiger Weise auf den Fuchsbau, um die Jungen herauszulocken, deren Kot er braucht, um Krämpfe und schmerzende Ohren zu beruhigen. Er stapft in den Moorwiesen umher, wo die Kröten dicht beieinanderhocken; denn die Kröte spielt in der mittelalterlichen Heilkunde eine sehr große Rolle. Man sieht ihn in der Leichenhalle, im sogenannten »Beinhause«, über den Toten gebeugt, den man gestern hierhergebracht hat, wie er ihm Haare und Fußnägel abschneidet, die gegen Bräune nicht minder wirksam sein sollen als gegen andere Krankheiten. Die Tierquälerei steht bei ihm in hoher Blüte. Er sucht das Nest der Schwarzdrossel, des Kuckucks und der Elster, die er alle ausraubt, weil er die Herzen, die Augen und die Leberchen der jungen Brut in seiner Apotheke braucht, in der fast alles abergläubischen Zwecken dient. In seinem riesenhaften Pflanzenkasten ist ein Tohuwabohu von allen möglichen Tieren, Pflanzen und Gesteinsarten. Kein Tierchen läuft ihm über den Weg, das dem großen Bedarf unseres Sammlers nicht seinen Tribut zollen müßte; keine Pflanze blüht im verborgenen, von der er nicht für seine Apotheke, in der alles aufgespeichert liegt, was die Natur nur hergibt, ein Steuerteil erheben würde. Alles was das Auge erspäht, alles was in der Natur greifbar ist, alles was die Hand nur erreichen kann, wird zu irgendeinem Heilzwecke ausgebeutet. Freilich sind es meistens Kräuter, die unser Destillator verwendet; aber er geht nicht hin und pflückt zu jeder beliebigen Stunde, zu jeder beliebigen Jahreszeit gerade das, was da grünt und blüht; er hat seine abergläubischen Vorschriften innezuhalten wie der Teufel selbst, an den er glaubt, und er spricht lang und breit von der rechten und besten Zeit, zu der die vorhin genannten Kräuter einzusammeln sind. Unser geplagter Kräutermann muß nämlich auf die Sonne, den Mond und die Sterne achten; ob Halbmond oder Vollmond ist; ob erste Mitternachtshälfte, ob zweite; ob die Venus grün schillert oder blau; ob die Sonne Wasser zieht oder nicht; ob sie sengt oder strahlt usw.

Die Kunst, die vermeintlich besten Säfte aus Tier und Pflanze herauszukochen, stand unleugbar hoch im Kurse. Es war dazu nichts Geringeres als eine für die damaligen Begriffe vollkommene Kenntnis des Planetensystems vonnöten; insbesondere wurden die Kräfte der Sonne studiert — was man so studieren nennt — und man gab sich Mühe, ihre ewigen Gesetze, nach denen sie arbeitete und denen sie unterworfen war, zu ergründen. Natürlich wurden viele »Weisheiten« darüber zum besten gegeben, die wir längst ins Fabelbuch geschrieben haben. Überdies verfiel man auch noch auf den absonderlichen Gedanken, daß man mittels der Hitze, natürlicher oder künstlicher, aus Tier und Pflanze alle »Feuchtigkeit« herausziehen müsse, wie die Sonne alle Feuchtigkeit aus der Erde ziehe. Und ebenso wie diese von der Sonne aufgesogene Feuchtigkeit wieder als Regen, Schnee und Hagel herabfalle und die Felder fruchtbar mache oder auch verwüste, ebenso könne und müsse die aus Tier und Pflanze gewonnene Feuchtigkeit Menschen heilen können und gewiß auch töten, wenn sie falsch angewendet würde.

Man sieht, mit der mühsamen Auffindung der Pflanzen und Materien, die der Kräutermann benötigte, war seine Arbeit noch nicht zu Ende. Wenn er schon alle Tiere und Pflanzen am richtigen Orte, zur vorgeschriebenen Stunde, bei richtiger Beleuchtung und entsprechender Jahreszeit gesammelt hatte, und wenn er — immer nach dem Vorbilde der Sonne — aus Strauch und Getier bereits alle irgendwie verwendbaren Materien und Kräfte ausgezogen hatte, war er gerade am Anfang seines Geschäftes. Denn das Zubereiten der Säfte selbst erforderte die größte Umsicht und Geduld, Ausdauer und Fleiß, Kenntnisse der abergläubischen Geheimlehre, in der von überirdischen Kräften die Rede war, und Kenntnis vor allem der künstlichen und natürlichen Wärmeentwicklung und des Einflusses dieser entwickelten Wärme auf die ausgezogenen Säfte. Wie lange mußten Violen und Lilien, Hexenbart und Drudenfuß zusammengekocht werden, bis der Sud auch wirksam wurde? Wie viel Wärme hatte der Saft der Dachsleber oder der der Krähenaugen nötig, um zur Verwendung als Mittel gegen die Gelbsucht brauchbar zu werden? Und welche Wärme? Die des Ofens oder der Sonne? Welcher Sonne? Der direkten Sonnenstrahlen oder der durch einen Spiegel aufgefangenen Reflexstrahlen? Oder der in einem Brennglase in einem Punkte gesammelten Strahlen? Oder vielleicht noch andere Wärme? Die des ungelöschten Kalks oder der Erde? Die Wärme des faulenden Laubes oder Mistes? Welchen Mistes? Der Kuh oder des Pferdes?

Das waren wichtige Fragen, solange man keine Öfen hatte, die eine beliebige Wärmeregulierung ermöglichten. Denn von der richtigen Lösung dieser gewiß verzwickten Aufgaben, die desto krauser und sinnloser waren, je größer der Aberglaube war, hing ja das Gelingen oder Mißlingen eines solchen Gebräus nicht minder ab.

Und man kann sich ferner denken, daß die Frage, in was für einem Gefäß das schreckliche Gemisch gebraut werden sollte, von nicht geringerer Bedeutung war. Man muß einmal ein solch mittelalterliches Destillierbuch in der Hand gehabt, all die tausend Formen der Glaskolben, Trichter, Behälter, Flaschen usw. gesehen haben, um den großen törichten Ernst zu begreifen, mit dem man über die Gefäßfrage spricht. Es ist, als ob man sich plötzlich in die Zauberwelt des Doktor Faust versetzt fühlte und man versteht, wie leicht ein solcher Kräutersammler in jenen Tagen in den gefährlichen Ruf kommen konnte, er pflege Umgang mit den Hexen, und der Teufel sei allabendlich bei ihm zu Gaste, um in seltsam geformten Gläsern Höllengetränke zu brauen. Es soll indessen nicht geleugnet werden, daß ein solcher Ruf dem Destillator beim abergläubischen, Heilung suchenden Volk nur — nützte. Je größer der zauberische Glorienschein war, den eine abergläubische Menge um sein Haupt wob, je mehr Zulauf hatte er. Man hoffte zwar auf Gott, aber man glaubte an den Teufel.

Dies ist das Bild des sagenhaften Faust inmitten seiner Tätigkeit, desselben Doktor Faust, über den ungefähr dreitausend Bücher geschrieben worden sind und dem Goethe durch seine herrliche Dichtung die Unsterblichkeit gesichert hat.

Seit Jahrhunderten hat diese Figur die Dichter und Historiker in gleich starker Weise angezogen und die Sage, die sich schon früh um Doktor Faust gebildet hat, ist eine der tiefsten und großartigsten aller deutschen Sagen, die uns den Glauben an ein Bündnis zwischen Mensch und Teufel lebendig veranschaulicht.

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Mit zwei Wurzeln hat sich die Sage gleichsam in das Herz des Volkes gegraben. Es waren erstens die Reste der ältesten Mythologien, die im Faust verewigt waren; denn die meisten Erzählungen von Fausts Taten und Erlebnissen, wie sie das Volksbuch uns erhalten hat, sind nur umgestaltete Götter- und Elfensagen. Aber es war nicht nur dieser mythologische Gehalt, der das Volk an der Faustsage anzog, sondern zweitens der philosophische und theologische Inhalt. Die Frage nach der Existenz Gottes, der Unsterblichkeit der Seele, der Weltschöpfung usw. beschäftigte die Gemüter damals weit mehr und tiefer als heute. Im Doktor Faust war nun eine Figur gebildet, in der alles das zum Ausdruck kam, was damals das Volk bewegte. Faust lehnt sich gegen Gott auf; er verbindet sich mit der Hölle, um durch sie zu erlangen, was der Himmel ihm versagt hat. Denn damals glaubte man ja noch, daß der Teufel sein Unwesen persönlich auf Erden treibe. Doktor Faust übergibt sich dem Teufel, weil er an der ewigen Seligkeit zweifelt; er streitet mit Mephistopheles über Weltentstehung und Weltuntergang, über den Bau des Himmels, den Lauf der Gestirne, die Beschaffenheit der Hölle, den Zweck und Sinn des menschlichen Lebens. Kurz, im Volksbuch der Faustsage wird alles das ausgesprochen, was sonst der mittelalterliche Mann aus dem Volke kaum zu denken wagte, und gerade deshalb haben die Dichter immer wieder diese Sage bearbeitet, weil sie in ihr alles niederlegen konnten, was sie selber im tiefsten Innern bewegte.

Historisch ist an Faust das Folgende:

Er lebte etwa von 1480 bis ungefähr 1545. Sein Vorname war weder Heinrich, wie Goethe ihn nennt, noch Johann, wie er gewöhnlich in der Sage genannt wird, sondern Georg. Viele Forscher nehmen an, daß er aus Knittlingen im Württembergischen stammte und daß er sich in Ingolstadt eine gediegene Bildung erwarb. Er befand sich ums Jahr 1507 in Ingolstadt, dann in Gelnhausen, Würzburg und zuletzt in Kreuznach, wo ihm Franz von Sickingen — der in Goethes »Götz von Berlichingen« verewigt ist — eine Schulmeisterstelle anvertraute. Faust erwies sich aber der Stelle als unwürdig. 1513 war er in Erfurt, wo er nach einigen Jahren ausgewiesen wurde. 1520 war er in Bamberg, wo er gegen ein Geldgeschenk dem Bischof Georg III. sein Schicksal aus den Sternen prophezeite. Dann zog er nach Heidelberg, wo er sich bis etwa 1525 aufhielt. Später begegnen wir ihm in Wittenberg, von wo er hinausgetrieben wird, endlich wieder in Ingolstadt als Zahnbrecher, wo ihm das gleiche Schicksal widerfährt. Besser ging es ihm beim Erzbischof von Köln: Hermann von Wied. Doktor Faust soll endlich zu Staufen im Breisgau als Sechziger eines plötzlichen, gewaltsamen Todes gestorben sein.

Er war als ein gewaltiger Prahler verschrien und zog als Hokuspokusmacher und Arzt, in der Weise, wie wir ihn bereits geschildert haben, von Stadt zu Stadt. Denn allzulange duldeten ihn die wohlweisen Magistratspersonen nie in ihren Mauern. Er nannte sich den Philosoph aller Philosophen, rühmte sich in Würzburg, daß er alle Wunder Christi vollbringen könne, so oft es verlangt werde; in Wittenberg, daß er in den Himmel fliegen könne und daß er in Krakau alle Künste der Magie erlernt habe. Die Schlacht bei Pavia und die Eroberung Roms seien den Italienern nur geglückt, weil er ihnen durch seine Zaubermacht geholfen habe.

Leichtgläubig wie das Volk war, wurden viele seiner Aufschneidereien für bare Münze genommen und als vollbrachte Tatsachen weitererzählt. Alle Zaubergeschichten, die damals reichlich im Umlauf waren, wurden auf seine Person übertragen und viele andere wurden ihm noch angedichtet. Sie machten ihn berühmt und zugleich berüchtigt. Da aber solche Zaubereien, wie Faust sie vollbracht haben wollte, nach Annahme des abergläubischen Volkes nur mit Hilfe des Satans auszuführen waren, so erzählte man sich, Faust habe ein Bündnis mit dem Teufel geschlossen, der ihn in Gestalt eines Pudels — daß Faust einen Pudel hatte, wird historisch verbürgt — begleitet und schließlich auf schreckliche Weise ums Leben gebracht und seinen Leichnam auf den Mist geworfen habe. Auf diese Weise hat die Phantasie des Volkes Fausts im Dunkel liegendes Leben ausgeschmückt und es entstand die Faustsage, die bereits fünfzig Jahre nach Fausts Tod in voller Blüte steht. In ihr ist Faust bereits zum Vertreter der mittelalterlichen Zauberer erhoben und durch seinen Namen werden die verschiedensten Sagen und Märchen wie durch ein Band zusammengehalten.

Faust, so erzählt das älteste Volksbuch, das uns schon ganz ins Sagenhafte führt, war gebürtig aus Roda bei Weimar. Seine Eltern waren arme, fromme Bauersleute; aber sein Onkel zu Wittenberg war reich, und da er keine Kinder besaß, nahm er Faust an Sohnes Statt an. Da geriet er aber in schlechte Gesellschaft und begann Zauberschriften zu studieren, die lauter Beschwörungsformeln und magische Figuren enthielten: »Buch Mosis und dreifacher Höllenzwang«, »Mächtige Beschwörung der höllischen Geister«, »Hauptzwang der Geister zu menschlichen Diensten«, »Das Geheimnis der heiligen Gertrudis zur Erlangung zeitlicher Schätze und Güter« und viele andere. Er ward Kräutermann, Goldmacher, Destillator, Sterndeuter und Arzt. Nun lernte er Zaubern und Geisterbeschwören und als er es gut verstand, begab er sich eines Abends in den Spessart, um — wie er behauptete — den Teufel anzurufen. Auf einem Kreuzwege zog er Zauberkreise um sich her und begann die fürchterliche Beschwörung. Da erhob sich ein mächtiges Getöse, die Bäume bogen sich bis zur Erde, und der Mond verbarg sich hinter vorbeieilenden Wolkenfetzen. Es donnerte gewaltig, während die wilde Jagd vorüberzog. Pfeile wurden von unsichtbarer Hand auf Faust abgeschossen, und es erklang eine liebliche Musik. Gesang ertönte, und als Faust aufblickte, gewahrte er eine Menge tanzender Teufel, die mit ihren höllischen Schwertern klirrten und mit Spießen um sich warfen.

Als dieser Höllenlärm vorüber war, beschwor Faust den Teufel zum zweitenmal und nun erschien über Fausts Haupt ein giftspeiender Drache. Vom Himmel fiel ein Stern herab, der sich in eine feurige Kugel verwandelte und nachdem Faust diese dreimal beschworen hatte, nahm sie die Gestalt eines feurigen Mannes an; der ging eine Viertelstunde stumm um Fausts Zauberkreis herum, verwandelte sich endlich in einen grauen Mönch und fragte nach Fausts Begehr. Faust bestellte ihn für die folgende Nacht um zwölf Uhr zu sich, doch forderte ihn der Teufel aufs neue auf, zu schwören, daß er dem Fürsten der Hölle ergeben sein wolle.

Um Mitternacht fordert Faust vom Teufel, daß er ihm bis an seinen Tod diene, alle seine Wünsche erfülle, unsichtbar in seinem Hause walte und wenn er erscheine, daß er dann die Gestalt und Kleidung eines Franziskanermönches annehme. Dagegen verlangt Mephostophiles, Faust solle sich ihm mit seinem Blute verschreiben, den christlichen Glauben ableugnen, aller Christen Feind sein, sich nie bekehren und nie heiraten. Faust stellt diese gotteslästerliche Verschreibung aus, fordert darin aber ausdrücklich, daß der Teufel vor allem seinen Wissensdurst befriedigen müsse, den Gott nicht gestillt habe. Mephostophiles (oder Mephistophiles, auch Mephistopheles) bringt Speisen, Wein und Kleider für Faust und dessen Famulus Wagner; außerdem erhält Faust vom Teufel wöchentlich fünfundzwanzig Kronen Taschengeld.

Wie widersinnig dieser ganze Teufelsglaube war und was es mit der Zauberei auf sich hatte, ersieht man schon aus diesem kärglich bemessenen Taschengeld. Denn wenn Faust hätte zaubern können, hätte er auch nicht diese jämmerlichen fünfundzwanzig Kronen des Satans nötig gehabt. Was konnten wohl für so einen mächtigen Zauberer fünfundzwanzig Kronen in der Woche bedeuten? Und daß anderseits Faust für Speise, Trank und Kleidung allein seine Seligkeit verkauft hätte — abgesehen davon, daß auch dies ein abergläubischer Unsinn ist —, dazu wird Faust als ein viel zu weiser und wissensdurstiger Mann geschildert.

Das erste ist, berichtet die Sage, daß Faust dem bösen Geiste eine Reihe theologischer, philosophischer und naturwissenschaftlicher Fragen vorlegt, Fragen über die Beschaffenheit der Hölle, über die Macht des Satans, über Luzifers Verstoßung aus dem Himmel, über die Weltschöpfung, den Bau des Himmels und der Gestirne, über den Wechsel der Jahreszeiten, die Mephostophiles dem Vertrage gemäß beantwortet. Um sich weiter zu unterrichten, unternimmt Faust drei Reisen, eine in die Hölle, die zweite durch den Wolken- und Sternenhimmel, die dritte durch die meisten Reiche der Erde; die Hölle selbst sieht Faust freilich nicht; er lernt sie nur in einem Traumgesicht kennen, das der Teufel ihm vorgaukelt.

Nun beginnt Faust seine Zauberkunststücke, die aber allesamt ebenfalls wieder im Widerspruch stehen mit dem Faust, der das höchste Wissen der Menschheit zu umfassen sucht. Seine Zaubereien sind — wie man gleich sehen wird — weiter nichts, als zeitvertreibende Taschenspielerkunststückchen, ganz unwürdig dieses groß angelegten Faust. Man sieht nur, daß das Volk, das Faust diese Zaubersagen angedichtet, gar nicht darüber nachgedacht hat, daß ein solcher Mensch sein Seelenheil nicht preisgegeben hätte, nur um das Volk zu unterhalten und durch Schelmereien zu belustigen.

Zu Innsbruck beschwor Faust Alexander den Großen und dessen Gemahlin aus der Unterwelt herauf und führte sie Karl dem Fünften vor. Diese Geistererscheinungen, wie alle anderen Zaubereien Fausts, die nur auf einer geschickten Täuschung beruhen, werden ja noch heute einem gutgläubigen Publikum gezeigt. Dort zauberte Faust auch einem Ritter, der aus dem Fenster schaute, ein Hirschgeweih an, so daß der seinen Kopf weder vorwärts noch rückwärts bewegen konnte. Erst als der ganze Hof den Ritter verlacht hatte, löste Faust den Zauber. Wie Faust später den kaiserlichen Hof verließ, zog ihm der Ritter mit sechs Reitern nach, um Rache an ihm zu nehmen; da eilte Faust in ein Gehölz am Wege, und als er wieder heraustrat, schien seinen Verfolgern das ganze Gehölz voll geharnischter Ritter; sie flohen, aber sie wurden umringt und ergaben sich. Faust ließ sie aber frei; doch zauberte er den Menschen Ziegenhörner und den Pferden Kuhhörner an, die sie einen Monat lang tragen mußten.

Vor Gotha verschlang Faust einst einem Bauer ein Fuder Heu nebst dem Wagen und den Pferden; doch als der zu Tode geängstigte Bauer beim Bürgermeister Klage führte und zum selben Platz zurückkam, standen Wagen und Pferde unversehrt da. Ebenso machte es Faust einmal bei Zwickau.

Drei Grafen, die in Wittenberg studierten, führte Faust mit Hilfe seines Zaubermantels in einer Nacht nach München und wieder zurück. Sie schauten dort der Hochzeit zu, welche der Sohn des Fürsten hielt, doch Faust hatte ihnen verboten, ein Wort zu sprechen. Als nun der eine sprach, wurde er gefangen genommen und eingekerkert, während Faust mit den andern davonflog.

Von einem Wechsler lieh Faust einst sechzig Taler auf einen Monat. Als die Frist vorüber war, bot er, da er noch nicht zahlen konnte, dem Wechsler zur größeren Sicherheit sein Bein zum Pfande. Der Wechsler nahm das Bein, das Faust sich abgesägt hatte, und warf es, weil ihm das Tragen lästig wurde und weil er einen Prozeß fürchtete, in einen Fluß. Nach drei Tagen wollte Faust das Pfand einlösen; da der Wechsler den Fuß aber nicht mehr beschaffen konnte, ging er seiner Forderung verlustig und mußte noch sechzig Taler dazu bezahlen. Faust hatte natürlich nach wie vor seinen Fuß; alles war nur augenverblendende Schwarzkunst.

Auf einem Jahrmarkte verkaufte Faust einem Roßtäuscher ein Pferd für vierzig Gulden; doch als dieser es in die Schwemme ritt, verwandelte es sich unter ihm in ein Bündel Stroh. Er eilte zu Faust zurück, der scheinbar schlafend auf seinem Bette lag, zog ihn am Bein, aber kaum hatte er ein wenig daran gezerrt, so hatte er es auch schon ausgerissen. Erschrocken entfloh der Roßtäuscher, doch Faust, der ihn nur verblendet hatte, lachte sich krumm und schief. Ebenso verkaufte Faust ein andermal fünf Schweine für dreißig Gulden; aber als sie der Käufer, trotz der Warnung Fausts, ins Wasser getrieben hatte, schwammen nur fünf Strohbündel darin herum.

Das Geld, mit dem Faust seine wüsten Zechereien bezahlte, pflegte sich einige Tage später stets in Kot oder in Hornspäne zu verwandeln.

Zu Wittenberg sah unser Schwarzkünstler einst, wie sich zwölf Studenten vor seinem Hause miteinander stritten. Er verblendete ihnen die Augen und sie schlugen nun, ohne sich gegenseitig zu erkennen, wütend aufeinander los.

Bei einem tollen Zechgelage zauberte Faust einst im Winter einen Rebstock auf den Tisch, der voll reifer Trauben hing. Niemand sollte die Trauben abschneiden, ehe Faust das Zeichen gegeben hätte. Begierig faßte jeder mit der einen Hand eine Traube und mit der anderen ein Messer; da entzauberte Faust ihre Augen und sie erkannten, daß jeder nahe daran war, die Nase seines Nachbars abzuschneiden.

Als Faust einst in einer Schenke das Singen und Schreien der Bauern verdroß, machte er, daß ihnen plötzlich der Mund weit aufstand und sie kein Wort zu sprechen vermochten, bis er sie wieder entzauberte. — Zu Heilbronn bezauberte er die Kühe auf gleiche Weise, deren Muhen ihn verdroß.

Beim Grafen von Anhalt ließ Faust einst im Januar durch seinen Geist auf Wunsch der Gräfin Obst herbeischaffen, das er innerhalb einer halben Stunde aus den fernsten Ländern herbeiholte. Auch baute er dort über Nacht ein Zauberschloß, in welchem er den Grafen und noch viele Gäste herrlich bewirtete. Doch als sie aufbrachen, ging das Schloß in Flammen auf und sie hatten allesamt Hunger, als ob sie nichts gegessen hätten.

An Fastnacht fuhr Faust mit Studenten einmal auf einer Leiter in den Keller des Salzburger Bischofs, wo sie allerlei Weine tranken.

Am weißen Sonntage führte Faust den Studenten die griechische Helena vor, deren Schönheit sie dermaßen entzückte, daß beschlossen ward, sie tags darauf malen zu lassen. Zu Erfurt, wo Faust Vorlesungen hielt über Homer, beschwor er einst die Helden der Ilias und der Odyssee und führte sie den Studenten vor. Als diese aber den schrecklichen Riesen Polyphem herkommen sahen, der nur mitten in der Stirn ein Auge hatte, das er furchtbar rollte, bekamen die Studenten eine Heidenangst; Faust lachte sich aber halbtot.

Bei Braunschweig begegnete Faust einst einem Bauern, der einen leeren Wagen mit vier Pferden führte. Faust bat ihn, sich aufsetzen zu dürfen und da der Bauer ihm dies verweigerte, ließ er die vier Räder des Wagens an die Stadttore Braunschweigs fliegen und die Pferde wie tot niederstürzen. Als der Bauer jedoch auf den Knien um Verzeihung bat, hieß ihn Faust Erde auf die toten Pferde werfen; alsbald erhoben sie sich wieder unverletzt und auch die Räder saßen wieder an den Achsen.

Zu Neu-Ruppin pflegte Faust abends mit den Bürgern, die ins Wirtshaus kamen, Karten zu spielen und zu würfeln. Er hatte Pferdefüße und gewann sehr viel.

Als Faust in Leipzig mit mehreren Studenten an einem Weinkeller vorüberging und die Küfer verhöhnte, welche sich vergeblich mühten, ein Faß von achtzehn Eimern Inhalt heraufzuwinden, versprach der Besitzer demjenigen das Faß Wein als Eigentum, welcher es allein heraufschaffen könne. Da setzte sich Faust auf das Faß, als sei es ein Pferd und ritt damit zum Keller hinaus. Es gibt einen Vers auf dieses Zauberstück, der lautet:

»Der Doktor Faust zu dieser Frist >Aus Auerbachs Keller geritten ist Auf einem Faß mit Wein geschwind, Welches gesehn viel Mutter — Kind; Hat's durch sein subtil Kunst getan, Des Teufels Lohn empfangen davon.«

In Erfurt wohnte ein Junker, der mit Faust befreundet war. Als dieser Junker bei einem Gelage mit mehreren Freunden Fausts zusammensaß, rief einer im Scherz Faust herbei, der sich gerade am kaiserlichen Hof in Prag aufhielt. Alsbald erschien Faust, von Mephostophiles begleitet, der sich in ein geflügeltes Roß verwandelt hatte. Während des Zechens fragte er jeden Anwesenden, was für Wein er trinken wolle, darauf bohrte er vier Löcher in den Tisch und es flossen daraus die verschiedensten Weinarten. Gegen Morgen eilte er wieder durch die Lüfte nach Prag. Noch bis vor kurzem wurde in Erfurt das Haus gezeigt, wo der mit Faust befreundete Stadtjunker wohnte.

Später einmal lud Faust dieselben Freunde in Erfurt zu einem Gastmahle zu sich. Als sie angekommen waren, sahen sie noch keine Vorbereitungen zur Bewirtung. Da schlug Faust mit einem Messer auf den Tisch und es trat ein Diener herein, welchen Faust fragte, wie schnell er sei. Der antwortete: Wie ein Pfeil. Das schien Faust zu langsam und er entließ ihn darum; es kam ein zweiter, schnell wie der Wind, der auch entlassen wurde; erst der dritte, welcher so schnell war, wie der Gedanke des Menschen, schaffte bald die herrlichsten Speisen und Getränke in Hülle und Fülle herbei.

Ein andermal soll er vierzigtausend Höllengeister zu seiner Bedienung beschworen haben, fand aber keinen flink genug.

In Frankfurt traf Faust während der Messe einst mit vier Gauklern zusammen, welche einander die Köpfe abschlugen und wieder aufsetzten. Sobald ein Kopf vom Körper getrennt war, wuchs aus einem dabeistehenden Gefäß voll gereinigten Wassers eine Lilie, welche die Wurzel des Lebens hieß. Faust bemerkte das und durchschlitzte die Lilie, welche eben wieder emporschoß, heimlich mit einem Messer; da versuchten die drei Zauberer vergeblich, ihrem vierten Gesellen den Kopf wieder aufzusetzen.

Zu Straßburg bewährte sich Faust als vortrefflicher Schütze; selbst nach dem Teufel schoß er, der oft laut aufschrie.

Wenn Faust reiste, mußten ihm die Geister vorn, hinten und zu beiden Seiten den Weg pflastern. Zu Regensburg war es seine größte Freude, auf der Donau Kegel zu schieben und Fische zu fangen.

Als er einst am Karfreitag in Jerusalem war, befahl er dem Teufel, drei Ellen Leinwand zu bringen und ganz Portugal darauf zu malen, so daß man jedes Haus sehen könne. Dies hatte Mephostophiles in wenigen Augenblicken getan, und nun befahl ihm Faust, Christus am Kreuz abzumalen, aber nichts daran zu vergessen, besonders nicht den heiligen Namen. Das konnte Mephostophiles nicht; darum verblendete er die Sinne Fausts und malte statt Jesum eine Venus, auf die Faust zustürzte, wodurch er denn endgültig der Hölle verfallen war.

Im siebzehnten Jahre seines Bundes mit dem Teufel mußte sich ihm Faust aufs neue verschreiben, weil er sich von einem frommen Manne fast hätte bekehren lassen.

Im neunzehnten Jahre lud Faust einst um die Weihnachtszeit eine Gesellschaft fröhlicher junger Menschen in seinen Garten zu Wittenberg und zur Verwunderung der Gäste grünte und blühte alles und nirgends war zu erkennen, daß es Winter war.

Neben Mephostophiles hatte Faust noch einen dienstbaren Geist namens Prästigiar, der die Gestalt eines schwarzzottigen Hundes hatte. Diesen lieh er einst einem Abt in Halberstadt auf drei Jahre; doch schon nach dem ersten Jahre starb der Abt im Wahnsinn.

Auf einem Bergschloß in der Nähe von Heilbronn (Boxberg) streckte Faust einst seine Hand nach dem Regenbogen aus, der am Himmel stand. Da senkte sich der Regenbogen immer tiefer und tiefer herab, bis ihn Faust ergriff und festhielt. Er erbot sich, auf ihm zum Himmel zu reiten, doch als die Anwesenden sich's verbaten, ließ Faust den Regenbogen los, der wieder an seinen Platz zurückschnellte.

Auf einer Reise nach Wittenberg verschlang Faust in einem Wirtshause den Aufwarteburschen, der ihn nicht rasch genug bediente, und trank darauf einen großen Kessel voll Wasser. Nachher fand man den Burschen tropfnaß hinter dem Ofen im Schwenknapf liegen, wo er zum Gaudium der Gäste am Kragen herausgezogen wurde.

Bei einem Bankett, das Kaiser Maximilian einmal gab, verwandelte Faust, um seine Dankbarkeit zu bezeigen, das Schlafzimmer des Kaisers eines Morgens in einen Zaubergarten. Man hörte Nachtigallen singen, die Amsel und die Wachtel schlugen fröhlich, Papageien schwatzten durcheinander. Indische Hähne und Hennen liefen herum, Rebhühner, Haselhühner, Kraniche, Reiher, Schwäne und Störche. Man sah Laub und Gras und die seltensten Blumen; Narzissen und Rosen prangten ringsum. Der Garten war bestanden mit Granaten-, Pomeranzen-, Limonien-, Zitronen- und Feigenbäumen; Kirsch-, Birn- und Äpfelbäume wuchsen bunt durcheinander. Orangenbäume trugen Datteln, Tannenbäume trugen Aprikosen, Kastanienbäume trugen Pfirsiche. Schmucke Tauben flogen gurrend hin und her und belebten das zauberschöne Bild. Allein nach etwa einer Stunde, ehe man sich's versah, fingen die Blätter an den Bäumen an zu welken, die strotzenden Früchte fielen herab und verdorrten, Blumen schrumpften zusammen und bald kam ein Windstoß zum Gemach herein, der wehte alles herab, so daß der köstliche Zauber in einem Augenblick verschwunden war und alle Gäste nun vermeinten, sie hätten bloß geträumt.

Bei einem anderen Zechgelage mit Studenten ließ Faust einmal neben vielen Braten auch einen schönen, großen, gebratenen Kalbskopf auftragen. Er bat einen der Studenten, den Kopf zu zerlegen. Als dieser nun das Messer ansetzte, fing der Kalbskopf mit lauter Stimme an zu sprechen: »Mordio! Helfio! Auweh! Was hab' ich dir getan, du elender Rotzlöffel!«

Ein andermal ließ Faust während einer Tafel Wolken heraufziehen, und als sie sich teilten, leuchteten die Sterne hindurch; nach einer Weile türmte sich neues Gewölk auf, die Sonne begann heftig zu blenden, so daß alle Anwesenden sich bekreuzten; ein Regenbogen wölbte sich vor der Tafel des Kaisers; bald verschwand er wieder und es folgten Blitz, Donner, Hagel und strömender Regen. Die Gäste flohen entsetzt, obwohl keiner Schaden gelitten hatte.

Einem Freiherrn, der bei Eisleben wohnte, schuf Faust einen Lustwald voll Nachtigallen, Drosseln, Fasanen und Papageien; einige von den Vögeln verkündeten die Zukunft; als Faust aber gestorben war, flogen sie alle wieder davon.

Als nun die vierundzwanzig Jahre, welche Faust sich von der Hölle ausbedungen hatte, verflossen waren, wurde er vom Teufel geholt, erzählt die Sage. Er setzte seinen Famulus Christoph Wagner zum Erben ein und trug ihm auf, alle seine Kunststücke, Zauberpossen und wunderlichen Abenteuer, die er getrieben, getreu aufzuzeichnen und sie in eine Historie zu bringen.

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Am Morgen seines letzten Tages zog Faust mit vielen Freunden in das Dorf Rimlich bei Wittenberg und erzählte ihnen voller Reue, wie er sein Leben verspielt habe und was ihm nun bevorstehe. »Wisset« — sagte er — »daß ich von Jugend an, während mich Gott mit einem guten Verstand begabt hat, mit solcher Gabe nie zufrieden war, sondern viel höher hinaus und über andere emporkommen wollte. Darum habe ich mich mit Ernst und Fleiß auf die Schwarzkunst gelegt. Jedoch meine Vermessenheit geriet mir bald zum Bösen. Ich mußte mich dem höllischen Luzifer mit Leib und Seele verschreiben, Gott lästern, die heilige Dreifaltigkeit höhnen und der Kirche absagen. Dafür habe ich gutes Essen und Trinken eingetauscht und die Erfüllung aller Begierden. Fressen, Saufen und Spielen waren meine Vergnügungen, für die ich nun meine ewige Seligkeit verloren habe. Ich habe Gott den Herrn verlassen und nun gehöre ich dem Satanas.«

In der Nacht zwischen zwölf und eins, als Fausts Stundenglas abgelaufen war, erhob sich ein mächtiger Wirbelsturm. In Fausts Zimmer hörte man ein grauenerregendes Pfeifen und Zischen, als ob das ganze Haus von Nattern und Schlangen erfüllt wäre. Fausts Tür ging auf; mit schwacher Stimme hörte man ihn noch um Hilfe rufen, dann war alles still und stumm. Am nächsten Morgen fand man Fausts ganzes Zimmer mit Blut bespritzt; sein Körper lag auf einem Misthaufen.

Noch nach dem Tode erschien Faust seinem Famulus und offenbarte ihm vieles Geheime. Auch sahen ihn viele, die bei Nacht an seinem Hause in Wittenberg vorübergingen, zum Fenster herausschauen. Und in dem Hause ward es seit seinem Tode so unheimlich, daß kein Mensch sich mehr getraute, darin zu wohnen. Noch lange, lange nachher blieb es verrufen. Im Dreißigjährigen Kriege rettete sich der Dorfschulze zu Brade bei Wittenberg dadurch das Leben, daß er dem Soldaten, der auf ihn eingedrungen war, sagte, dies sei das Haus, in welchem Doktor Faust, der Schwarzkünstler, vom Teufel geholt worden sei. Zum Beweise zeigte er sogar an der Wand eine blutbefleckte Stelle, und der Soldat entfloh mit Schrecken.

Faust soll auch Zauberbücher geschrieben haben. Das berühmteste trug den Titel: »Doktor Fausts großer und gewaltiger Höllenzwang, mächtige Beschwörungen der höllischen Geister, besonders des Aziels, daß dieser Schätze und Güter von allerhand Arten gehorsamvoll, ohne allen Aufruhr, Schreckenssetzung und Schaden vor den gestellten Kreis seiner Beschwörer bringen und zurücklassen müsse«.

Nach Zwickau kamen noch im Jahre 1700 Schatzgräber und forderten unter schweren Drohungen Fausts Bücher, die sich auf der Zwickauer Bibliothek befinden sollten. Die Zwickauer Schüler lernten aus Fausts Schriften angeblich das Mantelfahren und flogen — so redeten sie der Menge ein — auf ihren Schulmänteln über die Stadtmauern und um die Teiche herum. Wer Fausts »Höllenzwang« vorwärts las, dem erschien der Teufel; las man ihn rückwärts, so entfloh er wieder; wer ihn aber nicht rückwärts lesen konnte, der wurde vom Satan umgebracht. —

So hieß es jahrhundertelang.

Noch heute gibt es Betrüger genug, die sich als Hexenmeister aufspielen und dem abergläubischen Volk unter Berufung auf Fausts »Höllenzwang« die Sparpfennige aus den Taschen locken. Auch diese Gaukler verstehen es, gebratene Kalbsköpfe mittels der Bauchredekunst sprechen, mit Hilfe von versteckten Schattenbilderlampen Gestalten aus der Unterwelt erscheinen zu lassen und einen Regen blanker Goldstücke aus dem Ärmel zu schütteln, einem Menschen den Kopf abzuschlagen und wieder aufzusetzen usw. Insbesondere haben die auch in Deutschland herumziehenden indischen Fakire diese Taschenspielerkünste auf eine ganz erstaunliche Höhe gebracht. Und wenn man sieht, daß sich selbst die kühlsten Beobachter durch diese Kunststücke oft blenden lassen, kann man es gut verstehen, daß das unwissende Volk Zauberei und Spuk in den Kunststücken erblickte, die durch einfache Fingerfertigkeit zu erklären waren. Aber immerhin beweisen diese modernen Schwarzkünstler, daß Faust und seine Taten in der Seele des Volkes noch immer lebendig sind.

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