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Empfindungen aus meinem Leben

Kampf einer Leidenschaft.

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O Liebe! stürme nicht so sehr in meiner Brust, höre auf diese Adern zu durchwühlen, mächtigste der Leidenschaften! Verschone, o verschone dieses Herz! Hier, ja, hier fühle ich die wüthende Aufruhr: wie pocht es!

Ihr Elemente, zur Bereinigung geschaffen, warum empöret ihr euch in mir? Ist dieß die harmonische Oekonomie, welche die Seele mit dem Körper führen sollte? Soll eine Hand die andere verletzen? Sollen gemeinschaftliche Theile sich von ihrer Bestimmung, von dem ganzen entfernen? Uebermüthige Knochen selbsten einander aufreiben, und durch die Raserey überflüssiger Gesundheit ihren eigenen Körper untergraben? Wenn kein schwarzer Trübsinn die Säfte stocket, sollen sie von jugendlichen Unsinn aufschwellen, und die Däme der Natur zerreißen? Soll ich ein kranker Philosoph, oder ein gesunder Thor seyn? Wer zeiget mir den Mittelweg? — Du o Tugend! mitten in seinem Kampfe wirft mein Geist noch einen schmachtenden Blick nach dir: rette, o rette ihn!

Besänftige dich, tobendes Gemüth! Warum willst du mich, lieblose Leidenschaft, aus dem Geleise der Natur hinaus reißen? Vereinige dich mit der Tugend; wo nicht, so flieh, so flieh mich auf ewig.

Illustration from Empfindungen aus meinem Leben
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