Der Graf von Gleichen
Reading edition
Moderner Roman aus der Berliner Gesellschaft
von
Rudolf Herzog
Geheftet 4 Mark. In Leinenband 5 Mark

Dieses neueste Werk des jungen, vielversprechenden Verfassers ist ein gutes Buch voll ernsten Wollens und tüchtigen Könnens. Die Schilderung der Charaktere bis in die feinsten Seelenschwingungen, bis in die geheimsten Herzensregungen ist dem Verfasser überraschend gut gelungen. Ich habe diese Menschen lieb gewonnen in ihrer gesunden, bewußten, tatfrohen Eigenart. Die gesunde Sprache, die furchtlose Tendenz des Buches deckt manchen veralteten Schaden der heutigen Gesellschaft auf.
Norddeutsche Allgemeine Zeitung, Berlin
Unsere Literatur ist nicht reich an Büchern, die mit so ehrlicher Schlichtheit, so ohne jedes Posieren, ohne alle Effekthascherei geschrieben sind, wie der Roman Herzogs.
Hamburger Fremdenblatt
Rudolf Herzog hat sich in verhaltnismäßig kurzer Zeit einen achtungsvollen Namen unter den deutschen Romanciers erworben. Die Erhebung des Imposanten und Kraftvollen zum Träger der Geschicke gibt sein neuester Roman »Der Graf von Gleichen«. Der Stil des Romans ist außerordentlich elegant und fesselnd. Er wird sich einen Platz in unsrer neueren Literatur erringen.
Die Post, Berlin
Das Buch ist außerordentlich gut geschrieben, flüssig, mit Kraft und liebevoller Verve, es pulsiert in ihm ein leidenschaftlicher, tiefer Ton, es ist die Bekenntnisschrift zweier starker, vornehmer Seelen, die sich finden, weil es für sie kein Hindernis gibt. Das Buch will gelesen und — empfunden werden, und wird seinen Weg machen, da es ein so ernstliches Interesse erregt, daß es auch zum zweiten und dritten Male gelesen werden kann, was man heuer nicht von allen Romanen sagen darf.
Münchener Neueste Nachrichten
Das Buch nimmt gefangen, so stark, so persönlich ist es. Aber es ist eine Gefangenschaft zur Freiheit, es entbindet zum freien starken Menschentum, das sich dem Zwang der Konvention entwindet, weil es sich selbst das Gesetz des Lebens geworden. Es ist Nietzsches hohe Moral, in einer dichterischen Gestalt von gesättigter Kraft verkörpert mit hinreißender Anschaulichkeit! Das willkommene Seitenstück zu Wilbrandts fein und vorsichtig abgestimmter »Osterinsel«, die den Himmelsstürmer mit der milden Weisheit des überlegenen Alters ad absurdum führt.
Berliner Tageblatt
Dieser neue Roman des geschätzten Berliner Erzählers nimmt eine eigenartige Stellung in unserer modernen realistischen Epik ein. Der Verfasser beherrscht spielend die naturalistische Technik, die Milieuentwicklung, die impressionistische Aufnahme der Stimmung. Aber vor allem ist Herzog ein Selbständiger und Eigener. Das Buch sei allen, die an der Entwicklung unsrer modernen Literatur teilnehmen, bestens empfohlen.
Bohemia, Prag
