Verbrüderung
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Wie geschah, daß nicht zusammenfanden Du und du. Daß wir uns einsam-wund Hah! verzweifelt an Nacht-Häuser banden, Kaum erkennend —: Flügel eines Munds. Von erhellten Räumen ausgeschlossen Wir Verdammte zu der Straßen Flur. Lüster (Kelche) Licht aus Fenstern gossen, Uns Glanzschleier, lockend Tränen nur.
O —: wer hat zuerst dich angesprochen Göttlich Du!? Ein Bruderfirmament Wer erbaute es?! Zerstochener Leib des Freunds, da er sich von uns trennt?! Spieen es die Mäuler der Haubitzen Jenes Urwort belfernden Geschreis?! Scheinwerfer mit schrägem Strahle blitzend?! Rollt es mit den Zügen stets vorbei —?!
Brüder! Brüder! Kann es längst vergessen Ein sich spinnen in entfernter Bucht?! Dostojewskis Feueraugen fressen. Rasend Tolstoi in der Weite sucht. Haben Mütter euch zum Mord geboren?! Euer Schicksal —: schwank und qualgehetzt, öffnet, öffnet euerer Brust die Tore, Drein Azursee stürzt!!!
Wallen mögen hier die breiten Scharen Jener Toten. Düsterer Trommelzug. Wald erglänzt von aufgelösten Haaren. Münder strecken sich zu Siegfanfaren, Langsam steuert schimmernder Brüste Bug. Rings die Mädchen flattern gleich Libellen. Droschkengäule tönend eingereiht. Wir Zentrale. Städte, Länder schellen. Welt gerinnt. Harmonisches Geläut.
Und so wird die blanke Zukunft tagen: Heiliger Staat, der quillt aus unserem Blut. Keine Frauen an den Männern nagen. Freunde schreiten groß und hochgemut. Noch wir durch der Nacht Gewimmel jagen, Auch bespült von stinkichtem Ekelsud. Denn —! die Menschheit ist verrückt, Längs und quer zerstückt: Räuber-, Mörderbrut.
Trotzdem — überherrlich aufgelassen Wälzt durch Münder Schleusen — gleit o Hass! — Der Gesänge Strom. Bajonette schwank wie Halmzeug knicken. Schwarze Vöglein hüpfen Brownings nickend. Fetzen Wolken knittert der Pogrom. O —: anhebt ein Zueinandereilen. Nichtmehr Schründe klaffen tödlich-tief. Harfen wiegen. Zwitschern. Gestern Henkerbeile. Kleine Sonne platzend letzte Bombe stiebt.
Weiße Dome schweben auch Fabriken. Frühling in ovaler Fensterbogen Lücken. Flöte dehnt der einst so schrille Pfiff. Liebende auf weichen Dachgeländen Sich dem Hostienmond entgegenwenden, Immer höher steigt ihr Schiff. Spät —: sie werden sich noch dumpf erinnern Der Gezeit aus Tod und Rauch und Pfuhl, . . . Dörfer knistern. Angeschossene wimmern. Marterkinder starben an der Schul.
Ja —: sie müssen sich zusammenfalten In die Lüfte ragend silberner Strauß. Auf und ab als Schaukler Balsamwinde gehen. Monument —: nach Jahren zu bestehen, Wieder wenn aus wütig eingekrallten Menschenknäueln zuckt Gebiß und Faust. Splitternd tanzen um die vielen Plätze Mit der Bürger lautestem Märkteschwall. Brüder! Unser Odem —: Leid zu letzen Streich zurück den noch gewordenen Knall!!
Hört ihr nicht heraus der Tausend Warten?! Wer ist jener, den die Schuld betrifft, Daß das Reich nicht zu uns kommt?! Aber Lanzen stochern, Hellebarden Pflügen auf phantastischer Wolken Trift. Pferde klappern — — Brüder! Reisst die Helligkeit hinunter In der Städte ödes Schlachtgefild! Zerrt die Straßen hoch und schmückt sie bunter!! Tausend warten wild — — —
Gott du Zünder, so uns geistwärts führst: Gott aus spitzigstem Gehirn geschöpft. Leuchtturmfeuer innigste Eintracht schürend. Zwiespalt Tücke donnernd abgeschröpft! Morgenküsten nähern sich Spelunken, Schmelzend ein Asyl. Ihr —: Gefängnisse von Abends schattener Gnade trunken Müden Engels sanfter Wiegenpfühl.
Wo sich Sonne beißt in Wüstenorte Stellt sich Zephir, milderen Hauchs, bereit. Körper im Aussatz verdorrte Gehen auf Landschaften Edens weit. (. . . Körper von der Väter Hieb zerfleischt . . .) Von der Störche dunklen Herdenschwärmen, Der Balkone Rechteck überdacht. Wunder —: finsterer Klumpen der Gedärme Ward zu knospener Schlingung aufgefacht.
Brüder! Nicht vom Zauberwort Berauschte Weih ein jeder sich der ewigen Tat! Nicht von Orgeln glühend aufgebauscht . . . Unser Psalm befiehlt euch —: heiß und grad. Tretet an den Marsch! Freiheit auf die Fahnen!! Dich antike Welt zertrümmere solcher Schwung! Ein Gestirn enttaucht. Kreuzt ob unserem Plan: Himmel der Verbrüderung.