Abschied von den Frauen
Reading edition
I
Melodische Gärten taucht ihr langsam unter. Tag dreht herauf, von Blitz und Blitz bestellt. Fortläuten Trams sich durch die Straßen munter. Haar der Alleeen, grünster Flor, sich wellt. Melodische Gärten taucht ihr langsam unter.
Verlerntet ihr es —: bogenes Streicheln kühl?! Auch tobt die Flur, von Explosion durchmessen. Geliebter weit, der euerer Locken Harfe spielt. Pulver Gebraus wird Mond der Lippen fressen. Die ihr verlernt es —: bogenes Streicheln kühl.
Da lösen Promenaden hoch ab sich vom Schmetterlingenhang der Schultern. Haubitzenloch der Sintflut Arie blies. Zu Gräben Gräben! aber wandelten sich um die Pulte. Die Toten sprechen manchmal im Verließ. Ja —: Promenaden lösten hoch sich ab vom Schmetterlingenhang der Schultern. Faust krallt der Männer. Schwimmet zueinander! Zerschmeißet des Geschlechtes Sklaverei! Die rasend unerhörte Höllenpein! Zu neuen Küsten —: Aufbruch! Zug und Landung! Es müssen Brüder sein!!! Vom Chor der Freiheit aufgezückt. Entbrannte. Wo Regenbogen springen kreuzweis mittendurch —: Es schmilzt der Gletscherbrust Gestein.
II
Namenlose alle! Nicht Gesagte! Wo, wo trifft man euer Angesicht?! Euch zu sammeln ist es längst zu spät?! Klafft es heulend —: jenes Angesicht —
Von der Häuser Löcher übersät. Von Kanälen kreuz und quer gekerbt. Von dem Plätze-Pickel bös zernagt. Übergleist vom Mörtel wallenden Laternenlichts.
Langsam muß der Dichter euch entgleiten, Viel zu lange schon bei euch verweilt. Donner rast. Ein endlos Messer flicht Sich dem Körper ein. Granate bricht. Hoch den Dolomiten die sich seilen. Euch umrankend hat er übersehn Den Komet, der schweflicht sich am Himmel wand. Was uns bleibt?! Auf Flur der Leichen gehen. Ach, nicht trocknet mehr vom Blut die Hand.
Fahnen schwebet nach ihm euer Winken. Welche Stunde bringt uns einst zurück?! Auf die Wangen zackichte Sonnen schminkend Bröckelt ihr an Toren: zu gebückt. Ach, wir waren nur uns Opfer beide: Ausgeplündert oder überzückt. Laßt allein uns tilgen aus von jedem Leid. Ohne Schmerzen kehren wir zurück.
Einst gleich Fächern auseinanderstrahlet Unserer Körper eingefallener Bau. Auf den Plätzen stehn wir: Kathedralen! Ein Gestirn kreist wild ob unserem Haupt. Regenbogen in die Landschaft malend Sich das Aug, ein Periskop, rundschraubt. Unsere Stirnen aller Armen Schild. . . . Wanderung im Seligen-Gefild . . .