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Romantische Lieder

Sommerruhe.

Reading edition

Der Wind ruht in den Ästen Und schaukelt sich müde nur, Es klingt wie von fernen Festen Eines Liedes schwindende Spur.

Mein Glück ist schlafen gangen Und lachet nur halb im Traum Mit schönen, schmalen Wangen Und schönen Lippen kaum.

Meine Liebe legt sich nieder In meines Liedes Schoß Und dehnt ihre feinen Glieder Und machet die Augen groß.

Der Verse leichte Zügel Fallen mir aus der Hand, Mein Lied lenkt seine Flügel In ein grünes Schlummerland.

Eine rote Sonne liegt In des Teiches tiefen Fluten, Ein verirrter Falter fliegt Über Schilf und Weidenruten.

Alles, was mein Herz verlor, Jugendmut und Kinderfrieden, Schlummert hier im gelben Rohr Einsam, stumm, weltabgeschieden.

Wie ein breites Abendrot Liegt mein Leben und mein Leiden, Ruhig wie ein dunkles Boot Meine Träume drüber gleiten.

Über meinen wilden Sinn Ist ein Frieden ausgegossen; Was ich war und was ich bin, Ist in einen Traum zerflossen.

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