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Kobolz

DAS ALTER

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Personen: Der gutgelaunte Vorgesetzte Der wie auf den Kopf gefallene Bewerber

DER Vorgesetzte läßt den Bewerber eintreten und ersucht ihn, Platz zu greifen. Es entspinnt sich eine Unterredung, die auf einem gewissen halbtoten Punkt stehen bleibt: Der Vorgesetzte möchte Einzelheiten aus dem Privatleben des Bewerbers wissen. Er fragt zuvörderst nach dem Alter. «Wie alt sind Sie denn?»

«Ich werde 32.»

«Wie alt Sie sind?»

«Ich werde 32.»

«Ich will nicht wissen, wie alt Sie werden; ich will wissen, wie alt Sie sind.»

Der Bewerber schweigt kopfscheu.

«Na wie alt sind Sie denn?»

«Ich bin 31 gewesen.»

«Guter Mann, hm, wenn Sie 31 gewesen sind, so sind Sie zur Zeit 32. Soeben behaupten Sie jedoch, Sie würden erst 32.»

«Ja, das stimmt.»

«Nee, das stimmt nicht. Wenn Sie 32 werden, können Sie nicht 32 sein.»

«Nein, so nicht, — ich bin nicht 32. Ich werde 32.»

«Schön. Demnach dürften Sie 31 sein.»

«Ja natürlich. Ich bin 31!»

«Also Sie sind 31. — Wann ist Ihr Geburtstag?»

«Am 5. April.»

«Das wäre heute in 6 Wochen?»

«Zu dienen.»

«Wie alt werden Sie heute in 6 Wochen?»

Der Bewerber, zaghaft und scheu: «32 . .»

«Richtig.»

«Ihr wievielter Geburtstag ist das?»

«Mein 32. selbstredend.»

«Durchaus nicht! — Ihr 33.!»

«Das verstehe ich nicht.»

«Nein? — Merken Sie auf: Als Sie zur Welt kamen, begingen Sie Ihren ersten Geburtstag. An jenem ersten Geburtstage waren Sie null Jahre alt. — Als Sie Ihren zweiten Geburtstag feierten, vollendeten Sie das erste Jahr, d. h. Sie wurden am zweiten Geburtstag ein Jahr alt. — Sehen Sie das ein?»

Der Bewerber, gänzlich verwirrt: «Oh ja!»

«Nun also. — Sie sind 30 gewesen, sind 31, werden 32 und feiern in Kürze den 33. Geburtstag.»

Der Bewerber bricht ohnmächtig zusammen.

Die Unterredung ist beendet.

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