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Geschichte von England seit der Thronbesteigung Jakob's des Zweiten. Dritter Band

Geschichte von England (continued 5)

Wilhelm Beseler translation

Sobald die Nachricht von ihrer Erhebung bekannt wurde, kam der ganze Palast in Aufruhr. Das heiße italienische Blut kochte in den Adern der Königin. Stolz auf ihre Jugend und ihre Reize, auf ihren hohen Rang und ihre makellose Tugend konnte sie sich nicht ohne tiefen Schmerz und Zorn um einer solchen Nebenbuhlerin willen verlassen und beleidigt sehen. Rochester, der sich vielleicht erinnerte, wie geduldig sich Katharine von Braganza nach kurzem Widerstreben darein gefügt hatte, die Maitresse Karl’s höflich zu behandeln, hatte erwartet, daß auch Marie von Modena nach ein wenig Murren und Schmollen so fügsam sein werde. Aber dem war nicht so. Sie versuchte es gar nicht, die Heftigkeit ihrer empörten Gefühle vor den Augen der Welt zu verbergen. Tag für Tag bemerkten die Höflinge, welche herbeikamen, um sie speisen zu sehen, daß die Schüsseln unberührt von ihrer Tafel wieder abgetragen wurden. Im Beisein sämmtlicher Minister und Gesandten ließ sie ihren Thränen freien Lauf, und zum Könige sprach sie mit wilder Heftigkeit. „Lassen Sie mich!“ rief sie aus, „Sie haben Ihre Dirne zur Gräfin gemacht, machen Sie sie auch zur Königin, setzen Sie ihr meine Krone aufs Haupt. Nur gestatten Sie mir, mich in einem Kloster zu verbergen, damit ich sie nicht mehr sehe.“ Dann fragte sie ihn ein wenig ruhiger, wie er sein Benehmen mit seinen religiösen Ansichten vereinigen könne. „Sie sind bereit“, sagte sie, „um Ihres Seelenheils willen Ihr Königreich aufs Spiel zu setzen, und doch werfen Sie Ihre Seele um eines solchen Geschöpfes willen weg.“ Pater Petre stimmte auf den Knieen liegend in diese Vorstellungen ein. Dies war seine Pflicht, und er erfüllte sie nur um so eifriger, da sie mit seinem Interesse zusammenfiel. Der König fuhr noch eine Zeit lang fort zu sündigen und zu bereuen. In seinen Stunden der Zerknirschung legte er sich strenge Bußübungen auf. Marie bewahrte die Geißel, mit der er das ihr zugefügte Leid an seinen eigenen Schultern schonungslos gerächt hatte, sorgfältig auf bis an ihr Ende und vermachte sie dem Kloster von Chaillot. Nur Katharinen’s Entfernung konnte diesem Kampfe zwischen schmachvoller Liebe und schmachvollem Aberglauben ein Ziel setzen. Jakob bat sie und befahl ihr schriftlich, abzureisen. Er leugnete es nicht, daß er ihr versprochen habe, persönlich Abschied von ihr zu nehmen. „Aber“, setzte er hinzu, „ich weiß nur zu gut, welche Gewalt sie über mich ausüben. Ich werde nicht Seelenstärke genug haben, um meinen Vorsatz auszuführen, wenn ich Sie sehe.“ Er bot ihr eine Yacht an, damit sie mit allen Ehren und Bequemlichkeiten nach Flandern gehen könne, und drohte ihr, daß er sie mit Gewalt entfernen lassen werde, wenn sie nicht gutwillig gehe. Einmal suchte sie ihn dadurch zu erweichen, daß sie sich krank stellte. Dann nahm sie die Miene einer Märtyrin an und nannte sich unverschämterweise eine Dulderin für die protestantische Religion. Dann sprach sie wieder in dem Style Johann Hampden’s. Sie forderte den König heraus, sie fortbringen zu lassen, sie werde den Rechtsweg gegen ihn einschlagen, so lange die Magna Charta und die Habeas-Corpus-Acte im Lande Gesetzeskraft hätten, werde sie leben, wo es ihr gefalle. „Und vollends nach Flandern!“ rief sie, „dahin gehe ich nimmermehr! Eines habe ich von meiner Freundin, der Herzogin von Mazarin gelernt, und das ist, mich nie einem Lande anzuvertrauen, wo es Klöster giebt.“ Endlich wählte sie Irland als Verbannungsort, wahrscheinlich, weil der Bruder ihres Gönners Rochester dort Vicekönig war. Nach langem Zögern reiste sie endlich ab und räumte so der Königin das Feld.68

Die Geschichte dieser merkwürdigen Intrigue würde unvollständig sein, wenn wir nicht hinzusetzten, daß noch eine religiöse Betrachtung existirt, die der Lordschatzmeister mit eigner Hand an dem Tage niederschrieb, an welchem sein Versuch, den König durch eine Concubine am Gängelbande zu führen, von Bonrepaux nach Versailles berichtet wurde. Kein Werk Ken’s oder Leighton’s athmet den Geist einer glühenderen und exaltirteren Frömmigkeit als diese Herzensergießung. Heuchelei kann man hier nicht vermuthen, denn der Aufsatz war offenbar nur für den Verfasser selbst bestimmt und wurde erst veröffentlicht, als dieser schon über hundert Jahre im Grabe lag. So viel wunderbarer als Dichtung ist oft die Geschichte, so wahr ist es, daß die Natur Launen hat, welche die Kunst nicht nachzuahmen wagt. Ein dramatischer Dichter würde es schwerlich wagen, einen am Abend seines Lebens stehenden ernsten Fürsten auf die Bühne zu bringen, der bereit wäre, seine Krone den Interessen seines Glaubens zu opfern, der unermüdlich dahin wirkte, Proselyten zu machen, und der bei alledem eine Gemahlin, mit Jugend und Schönheit begabt, um einer verworfenen Maitresse willen, die keines von beiden besitzt, verließe und beleidigte. Womöglich noch weniger würde ein dramatischer Dichter es wagen, einen Staatsmann auf der Bühne darzustellen, der sich zu dem gemeinen und entehrenden Amte eines Kupplers hergäbe, sich in diesem schmachvollen Geschäft durch seine Gattin unterstützen ließe und sich dabei doch in seinen Mußestunden in ein stilles Kämmerlein zurückzöge, um hier im Verborgenen sein Herz in reuigen Thränen und frommen Stoßseufzern gegen Gott auszuschütten.69

Sinken von Rochester’s Einfluß. Der Schatzmeister überzeugte sich bald, daß er durch Anwendung schimpflicher Mittel zur Erreichung eines lobenswerthen Zweckes nicht nur ein Verbrechen, sondern auch einen Fehler begangen hatte. Die Königin war jetzt seine Feindin. Sie stellte sich zwar als höre sie die Hyde, die ihr Benehmen so gut als möglich zu entschuldigen suchten, freundlich an und behauptete sogar, daß sie zu Gunsten derselben ihren Einfluß verwende; aber sie hätte mehr als ein Weib oder weniger sein müssen, um wirklich die Verschwörung verzeihen zu können, welche die Familie der ersten Gemahlin ihres Gatten gegen ihre Ehre und ihr häusliches Glück angestiftet hatte. Die Jesuiten stellten dem Könige auf das Eindringlichste vor, welcher Gefahr er mit genauer Noth entgangen war. Sie sagten, sein Ruf, sein Frieden, sein Seelenheil sei durch die Ränke seines Premierministers gefährdet worden. Der Nuntius, welcher gern dem Einflusse der heftigen Partei entgegengearbeitet und sich den gemäßigten Mitgliedern des Kabinets angeschlossen hätte, konnte sich ehrenhafter und schicklicher Weise bei dieser Gelegenheit nicht von Pater Petre trennen. Jakob selbst konnte, als das Meer zwischen ihm und den Reizen lag, die ihn so unwiderstehlich bezaubert hatten, nur mit Unwillen und Verachtung auf Diejenigen blicken, die ihn vermittelst seiner Laster hatten leiten wollen. Das Geschehene mußte nothwendig die Wirkung haben, seine eigne Kirche in seiner Achtung zu erhöhen, die englische Kirche dagegen zu erniedrigen. Die Jesuiten, die man als die unsichersten aller geistlichen Führer darzustellen gewohnt war, als Sophisten, welche das ganze System der evangelischen Moral hinweg philosophirten, als Speichellecker, die ihren Einfluß hauptsächlich der Nachsicht verdankten, mit der sie die Sünden der Großen behandelten, hatten ihn durch so scharfen und kühnen Tadel, wie ihn David von Nathan, und Herodes von dem Täufer hören mußte, von einem schuldvollen Leben zurückgebracht. Dagegen hatten eifrige Protestanten, deren Lieblingsthema die Lockerheit der papistischen Casuisten und die Verwerflichkeit des Grundsatzes war, Böses zu thun, damit Gutes daraus hervorgehe, es versucht, auf einem Wege, den alle Christen für höchst strafbar hielten, Vortheile für ihre Kirche zu erlangen. Der Sieg der Cabale und der bösen Rathgeber war daher vollkommen. Der König wurde kalt gegen Rochester; die Höflinge und die fremden Gesandten bemerkten bald, daß der Lordschatzmeister nur noch dem Namen nach Premierminister war. Er bot nach wie vor noch täglich seinen Rath an, und erfuhr die Kränkung, ihn täglich zurückgewiesen zu sehen. Dennoch konnte er sich nicht entschließen, den äußeren Schein von Macht und die Einkünfte, welche er unmittelbar und mittelbar aus seinem hohen Amte zog, aufzugeben. Er bemühte sich daher nach Kräften, seinen Verdruß vor den Blicken des Publikums zu verbergen. Aber seine heftigen Leidenschaften und seine Unmäßigkeit machten ihn für die Rolle eines Heuchlers untauglich. Sein finstres Gesicht, wenn er aus dem Geheimrathszimmer kam, verrieth deutlich seine Unzufriedenheit mit dem, was in der Sitzung vorgegangen war, und wenn die Flasche einigemale die Runde gemacht hatte, entschlüpften ihm Worte, aus denen man seinen Ärger leicht errathen konnte.70

Er hatte auch in der That Ursache, sich unbehaglich zu fühlen. Unbesonnene und unpopuläre Maßregeln folgten rasch auf einander, jeder Gedanke, zur Politik der Tripleallianz zurückzukehren, war aufgegeben. Der König erklärte den Gesandten der Continentalmächte, mit denen er sich noch kürzlich zu verbinden beabsichtigt hatte, ausdrücklich, daß alle seine Ansichten sich geändert hätten und daß England auch fernerhin, wie unter seinem Großvater, seinem Vater und seinem Bruder, von keiner Bedeutung für das übrige Europa sein solle. „Ich bin nicht in der Lage,“ sagte er zu dem spanischen Gesandten, „mich um das, was auswärts vorgeht, zu kümmern. Ich habe beschlossen, die fremden Angelegenheiten ihren eigenen Gang gehen zu lassen, meine Macht im Inlande zu befestigen und etwas für meine Religion zu thun.“ Einige Tage darauf kündigte er die nämlichen Entschließungen auch den Generalstaaten an.71 Von diesem Augenblicke an bis ans Ende seiner schmachvollen Regierung machte er keinen ernsten Versuch mehr, sich der Abhängigkeit zu entreißen, obgleich er bis zuletzt jedesmal in Wuth gerieth, wenn man ihn einen Vasallen nannte.

Die beiden Ereignisse, welche dem Publikum bewiesen, daß Sunderland und seine Partei gesiegt hatten, waren die Prorogation des Parlaments vom Februar bis zum Mai und die Abreise Castelmaine’s nach Rom mit dem Gehalte eines Gesandten ersten Ranges.72

Bisher waren alle Geschäfte der englischen Regierung am päpstlichen Hofe von Johann Caryl versehen worden. Dieser Gentleman war unter seinen Zeitgenossen als ein vermögender und fein gebildeter Mann, so wie als Verfasser zweier beifällig aufgenommenen Schauspiele bekannt, einer Tragödie in Versen, welche durch Betterton’s Spiel und Vortrag beliebt geworden war, und eines Lustspiels, das seinen ganzen Werth einigen von Molière entlehnten Scenen verdankt. Diese Stücke sind längst vergessen; aber was Caryl selbst nicht für sich thun konnte, das hat ein gewaltigeres Genie für ihn gethan. Eine halbe Zeile im „Lockenraub“ hat seinen Namen unsterblich gemacht.

Castelmaine wird nach Rom gesandt. Caryl, der wie alle übrigen achtbaren Katholiken, ein Feind aller Gewaltmaßregeln war, hatte seine schwierige Aufgabe in Rom mit großer Einsicht und richtigem Takt gelöst. Er besorgte die ihm übertragenen Geschäfte vortrefflich, bekleidete aber keine öffentliche Stellung und vermied sorgfältig allen Aufwand. Sein Posten bürdete daher der Regierung fast gar keine pekuniäre Last auf und erregte fast gar kein Murren. Jetzt wurde seine Stelle höchst unklugerweise durch eine kostspielige und glänzende Gesandtschaft ersetzt, die dem englischen Volke ein Dorn im Auge und dem römischen Hofe durchaus nicht willkommen war. Castelmaine hatte den Auftrag, für seinen Verbündeten Petre einen Cardinalshut zu verlangen.

Die Hugenotten werden von Jakob übel behandelt. Um die nämliche Zeit begann der König in unzweideutiger Weise seine wirklichen Gesinnungen gegen die verbannten Hugenotten zu zeigen. So lange er noch gehofft hatte, sein Parlament in Fügsamkeit hineinzuschmeicheln und das Oberhaupt einer europäischen Coalition gegen Frankreich zu werden, hatte er sich gestellt, als ob er die Widerrufung des Edicts von Nantes tadelte und er die Unglücklichen bemitleidete, welche durch Verfolgung aus ihrem Vaterlande vertrieben worden waren. Er hatte bekannt machen lassen, daß mit seiner Genehmigung in allen Kirchen des Reichs eine Collecte für sie veranstaltet werden solle. Die betreffende Ankündigung war in Ausdrücken abgefaßt, die den Stolz eines weniger empfindlichen und eitlen Fürsten als Ludwig verletzt haben würden. Aber jetzt war Alles anders. Die Grundsätze des Vertrags von Dover waren wieder die Grundsätze der auswärtigen Politik Englands. Man entschuldigte sich demüthig wegen der Unhöflichkeit, der sich die englische Regierung durch Begünstigung der verbannten Franzosen gegen Frankreich schuldig gemacht. Der Aufruf, welcher Ludwig mißfallen hatte, ward widerrufen73, und den hugenottischen Geistlichen eingeschärft, in ihren öffentlichen Vorträgen mit Ehrerbietung von ihrem Unterdrücker zu sprechen, indem man sie widrigenfalls zur Verantwortung ziehen werde. Jakob zeigte nicht nur keine Theilnahme mehr für die Dulder, sondern erklärte sogar, daß er ihnen die schlimmsten Pläne zutraue und gestand, daß er sich durch Unterstützung derselben eines Fehlers schuldig gemacht habe. Einer der ausgezeichnetsten unter den Flüchtlingen, Namens Johann Claude, hatte auf dem Festlande ein kleines Buch drucken lassen, in welchem er die Leiden seiner Glaubensbrüder mit ergreifender Beredtsamkeit schilderte. Barillon verlangte, daß diesem Buche irgend ein Schandmahl aufgedrückt werde. Jakob willigte ein und erklärte in voller Staatsrathssitzung, es sei sein Wille, daß Claude’s Libell vor der königlichen Börse durch Henkershand verbrannt werden solle. Darüber erschrak sogar Jeffreys und wagte es, dem Könige vorzustellen, daß ein solches Verfahren ohne Beispiel sei, daß das Buch in einer fremden Sprache geschrieben und auf einer fremden Presse gedruckt sei, daß es lediglich Vorgänge bespreche, die sich in einem fremden Lande zugetragen, und daß noch nie eine englische Regierung von derartigen Schriften Notiz genommen habe. Jakob wollte jedoch von einer weitläufigen Erörterung der Frage nichts wissen. „Mein Entschluß steht fest,“ sagte er. „Es ist Mode geworden, die Könige unehrerbietig zu behandeln, und sie müssen einander beistehen. Ein König sollte stets für den andren Partei nehmen, und ich habe besondere Gründe, dem Könige von Frankreich diesen Beweis von Achtung zu geben.“ Die Räthe schwiegen nun still. Der Befehl wurde unverzüglich erlassen und Claude’s Flugschrift nicht ohne lautes Murren Vieler, welche stets für unerschütterlich loyal gegolten hatten, den Flammen übergeben74.

Die verheißene Collecte wurde unter verschiedenen Vorwänden lange hinausgeschoben. Der König hätte gar zu gern sein Wort gebrochen, aber es war so feierlich gegeben, daß er sich doch schämte, es zurückzunehmen75. Es wurde indessen nichts versäumt, was den Eifer der Gemeinden abkühlen konnte. Man hatte erwartet, daß das Volk, wie es in solchen Fällen üblich ist, von den Kanzeln herab zur Mildthätigkeit aufgefordert werden würde; aber Jakob war entschlossen, keine Demonstrationen gegen seinen Glauben und gegen seinen Verbündeten zu dulden. Der Erzbischof von Canterbury erhielt daher Befehl, die Geistlichen in Kenntniß zu setzen, daß sie den Erlaß einfach vorzulesen und sich alles Predigens über die Leiden der französischen Protestanten zu enthalten hätten76. Dessenungeachtet gingen so reiche Beiträge ein, daß nach Abzug aller Kosten die Summe von vierzigtausend Pfund Sterling in die Londoner Kammer bezahlt wurde. Es hat vielleicht keine der großartigen Sammlungen unsrer Zeit in einem ähnlichen Verhältniß zu dem Nationalvermögen gestanden77.

Der König ärgerte sich heftig über das glänzende Ergebniß der Sammlung, die in Folge seines eignen Aufrufs veranstaltet worden war. Er sagte, er wisse wohl, was diese Freigebigkeit zu bedeuten habe, es sei nichts als whiggistischer Trotz gegen ihn und seine Religion78. Er hatte bereits beschlossen, daß das Geld Denen, welche die Geber unterstützen wollten, nicht zu Gute kommen solle. Schon seit mehreren Wochen verhandelte er über diesen Gegenstand mit der französischen Gesandtschaft und hatte sich unter Genehmigung des Hofes von Versailles zu einem Verfahren entschieden, welches mit den Grundsätzen der Toleranz, deren Freund er später zu sein behauptete, nicht wohl in Einklang zu bringen ist. Die Flüchtlinge waren eifrig der calvinistischen Kirchenzucht und Gottesverehrung zugethan. Jakob befahl daher, daß Keiner ein Stück Brod oder einen Korb Kohlen erhalten solle, der nicht zuvor das Abendmahl nach anglikanischem Ritus empfangen habe79. Es ist sonderbar, wie ein Fürst, welcher vorgab, daß er die Testacte als eine gewaltsame Verletzung der Gewissensfreiheit betrachte, eine so inhumane Verordnung ersinnen konnte; denn so wenig es zu rechtfertigen sein mag, das Sakrament zum Prüfstein der Tauglichkeit für Civil- und Militairämter zu machen, ist es doch jedenfalls noch viel weniger zu rechtfertigen, eine solche Bedingung vorzuschreiben, um danach zu bestimmen, wer in der äußersten Bedrängniß der Mildthätigkeit würdig ist. Auch konnte Jakob nicht den Grund für sich anführen, der zur theilweisen Entschuldigung fast aller anderen Verfolger geltend gemacht werden kann, denn der Glaube, dessen Bekenntniß er den Flüchtlingen bei Strafe des Verhungerns anbefahl, war nicht sein eigner Glaube. Sein Verfahren gegen sie war daher viel weniger zu rechtfertigen als das des Königs von Frankreich, denn dieser unterdrückte sie in der Hoffnung, sie von verdammenswerther Ketzerei zum wahren Glauben zurückzubringen, während Jakob sie nur in der Absicht unterdrückte, um sie zum Übertritt von einer verdammenswerthen Ketzerei zur andren zu zwingen.

Zur Vertheilung der eingegangenen Unter­stützungs­gelder wahren mehrere Commissare ernannt worden, unter denen sich auch der Kanzler befand. Als sie zum ersten Male zusammenkamen, kündigte ihnen Jeffreys den königlichen Entschluß an. Die Flüchtlinge, sagte er, seien in zu großer Mehrzahl Feinde der Monarchie und des Episcopats. Wenn sie Unterstützung wünschten, so müßten sie Mitglieder der englischen Kirche werden und das Abendmahl aus den Händen seines Kaplans empfangen. Viele Verbannte, welche mit Gefühlen des innigsten Dankes und der Hoffnung gekommen waren, um eine Unterstützung zu erbitten, vernahmen das harte Urtheil und gingen mit gebrochenem Herzen wieder von dannen80.

Das Dispensationsrecht. Jetzt rückte der Monat Mai heran, der zum Wiederzusammentritt der Kammern festgesetzt war; aber sie wurden aufs neue bis zum November prorogirt81. Es war kein Wunder, daß der König nicht wieder mit ihnen zu thun haben wollte, denn er hatte beschlossen, hinfüro eine Politik zu befolgen, von der er wohl wußte, daß sie ihnen im höchsten Grade zuwider war. Er hatte von seinen Vorgängern zwei Hoheitsrechte geerbt, deren Grenzen nie mit strenger Genauigkeit bestimmt worden waren und die, wenn sie unbeschränkt ausgeübt worden wären, schon an sich hingereicht haben würden, die ganze Verfassung des Staates und der Kirche umzustürzen. Dies waren das Dispensationsrecht und das kirchliche Supremat. Kraft des Dispensationsrechts beabsichtigte der König, römische Katholiken nicht allein zu bürgerlichen und militairischen, sondern auch zu kirchlichen Ämtern zuzulassen; vermöge des kirchlichen Supremats hoffte er die anglikanische Geistlichkeit zu Werkzeugen der Vernichtung ihrer eigenen Religion zu machen.

Dieser Plan entwickelte sich ganz allmälig. Es wurde nicht für rathsam gehalten, von allem Anfang an den Katholiken insgesammt eine Dispensation von allen den Gesetzen, welche Strafen und Eide auferlegten, zu gewähren, denn daß eine solche Dispensation gesetzwidrig war, stand zu fest. Die Cabale hatte 1672 eine allgemeine Indulgenzerklärung erlassen, gegen welche die Gemeinen bei ihrem Zusammentritt sofort protestirt hatten. Karl II. hatte sie in seiner Gegenwart kassiren lassen und die Häuser sowohl mündlich als durch eine schriftliche Botschaft versichert, daß der Schritt, der zu so vielen Klagen Anlaß gegeben habe, nie als geschehen betrachtet werden solle. Man würde schwerlich an irgend einem Gerichtshofe einen renommirten Anwalt gefunden haben, der die Vertheidigung eines Hoheitsrechtes übernommen hätte, auf welches der Souverain wenige Jahre zuvor im vollen Parlament auf seinem Throne feierlich verzichtet hatte. Weniger klar aber war es, daß der König nicht aus besonderen Gründen Einzelnen eine ausnahmsweise Dispensation bewilligen könne. Jakob strebte daher zunächst danach, von den Gerichtshöfen des gemeinen Rechts die Anerkennung zu erlangen, daß er wenigstens das Dispensationsrecht in diesem Umfange besitze.

Absetzung widerspenstiger Richter. Aber obwohl seine Forderungen im Vergleich zu denen, die er wenige Monate später stellte, mäßig waren, so sah er doch bald, daß er die Meinung von beinahe ganz Westminsterhall gegen sich hatte. Vier von den Richtern gaben ihm zu verstehen, sie könnten in diesem Falle seinen Wünschen nicht dienen, und es ist bemerkenswerth, daß alle vier heftige Tories waren und daß sich Männer unter ihnen befanden, welche Jeffreys auf seiner blutigen Rundreise begleitet und für die Hinrichtung Cornish’s und der Elisabeth Gaunt gestimmt hatten. Jones, der Oberrichter der Common Pleas, ein Mann, der noch nie vor irgend einer, wenn auch noch so grausamen und servilen Beihülfe zurückgeschreckt war, führte jetzt im königlichen Kabinet eine Sprache, deren sich die Lippen des makellosesten Magistratsbeamten unsrer Geschichte nicht hätten zu schämen brauchen. Es wurde ihm kurz und bündig erklärt, daß er entweder seine Ansicht oder seine Stelle aufgeben müsse. „An meiner Stelle“, antwortete er, „ist mir wenig gelegen. Ich bin im Dienste der Krone alt und schwach geworden, aber ich sehe zu meiner tiefen Betrübniß, daß Eure Majestät mich für fähig halten, ein Urtheil abzugeben, das nur ein unwissender oder ein ehrloser Mann abgeben könnte.“ — „Ich bin überzeugt“, sagte der König, „daß ich zwölf Richter finde, die in dieser Angelegenheit ganz meines Sinnes sind.“ — „Zwölf Richter Ihres Sinnes mögen Eure Majestät wohl finden“, erwiederte Jones, „schwerlich aber zwölf Rechtsgelehrte82.“ Er wurde nebst Montague, erstem Baron der Schatzkammer, und zwei jüngeren Richtern, Neville und Charlton, entlassen. Einer der neuen Richter war Christoph Milton, der jüngere Bruder des großen Dichters. Man weiß von diesem Christoph Milton wenig mehr, als daß er zur Zeit des Bürgerkrieges Royalist gewesen war und sich jetzt auf seine alten Tage zum Papismus hinneigte. Es ist nicht erwiesen, daß er sich je mit der römischen Kirche völlig aussöhnte; gewiß aber ist es, daß er Bedenken trug, sich der anglikanischen Kirche anzuschließen, weshalb er ein starkes Interesse an der Aufrechthaltung des Dispensationsrechts hatte83.

Der König fand seine Rechtsbeistände ebenso widerspenstig als seine Richter. Der erste Anwalt, welcher erfuhr, daß man von ihm die Vertheidigung des Dispensationsrechts erwarte, war der Staatsprokurator Heneage Finch. Er weigerte sich entschieden und wurde am folgenden Tage seines Amtes entsetzt84. Der Generalfiskal Sawyer erhielt Befehl, Vollmachten auszufertigen, kraft deren Mitglieder der römischen Kirche Pfründen inne haben durften, welche der englischen Kirche gehörten. Sawyer war bei einigen der härtesten und am wenigsten zu rechtfertigenden Verfolgungen der damaligen Zeit stark betheiligt gewesen, und die Whigs verabscheuten in ihm einen Mann, der sich mit dem Blute Russell’s und Sydney’s befleckt hatte; bei dieser Gelegenheit aber bewies er keinen Mangel an Ehrenhaftigkeit oder Characterstärke. „Sire“, sagte er, „dies heißt nicht blos von einem Gesetze dispensiren, sondern das ganze von der Thronbesteigung der Königin Elisabeth bis auf den heutigen Tag gültige Gesetzbuch umstoßen. Ich darf es nicht thun und bitte Eure Majestät zu erwägen, ob solch ein Angriff auf die Rechte der Kirche mit Ihren neulichen gnädigen Versprechungen im Einklange steht85.“ Sawyer würde so gut wie Finch augenblicklich entlassen worden sein, wenn die Regierung einen Nachfolger für ihn hätte finden können; allein dies war kein leichtes Ding. Es war für den Schutz der Rechte der Krone nöthig, daß wenigstens einer ihrer Anwälte ein gelehrter, fähiger und erfahrener Mann war; aber kein solcher ließ sich bereit finden, das Dispensationsrecht zu vertheidigen. Der Generalfiskal durfte daher seinen Posten noch einige Monate beibehalten. Thomas Powis, ein unbedeutender Mann, der sich nur durch seine Servilität zu einem so hohen Posten empfahl, wurde zum Staatsprokurator ernannt.

Prozeß Sir Eduard Hales’. Die einleitenden Anstalten waren nun alle getroffen. Man hatte einen Generalprokurator, der das Dispensationsrecht zu vertheidigen bereit war, und zwölf Richter, die sich zu Gunsten desselben aussprechen wollten. Die Frage wurde daher eiligst zur Verhandlung gebracht. Sir Eduard Hales, ein Gentlemen aus Kent, war zu einer Zeit, da es für einen nur einigermaßen bekannten Mann nicht gerathen war, sich offen für einen Papisten zu erklären, zum Papismus übergetreten. Er hatte die Sache geheim gehalten, und, wenn er gefragt wurde, stets mit einer Feierlichkeit, die seinem Character wenig Ehre machte, versichert, daß er Protestant sei. Nachdem Jakob den Thron bestiegen, war Verstellung nicht mehr nöthig. Sir Eduard Hales erklärte öffentlich seinen Übertritt und wurde mit dem Commando eines Infanterie­regiments belohnt. Diese Stelle bekleidete er bereits drei Monate, ohne den Eid geleistet zu haben, und er hatte dadurch eine Geldstrafe von fünfhundert Pfund verwirkt, die ein Kläger durch eine Schuldklage eintreiben konnte. Ein Bedienter wurde veranlaßt, eine Klage auf diese Summe beim Gerichtshofe der Kings Bench anhängig zu machen. Sir Eduard leugnete die ihm zur Last gelegten Facta nicht, berief sich aber darauf, daß er Patente habe, die ihn zur Bekleidung seines Postens trotz der Testacte ermächtigten. Der Kläger erhob dagegen einen Rechtseinwand, das heißt, er gab die factische Richtigkeit von Sir Eduard’s Vertheidigungsgrund zu, leugnete aber, daß dies eine genügende Antwort sei. So entstand eine einfache Rechtsfrage, welche der Gerichtshof zu entscheiden hatte. Ein Advokat, der anerkanntermaßen ein Werkzeug der Regierung war, trat für den Scheinkläger auf und erhob einige schwache Einwendungen gegen den Vertheidigungsgrund des Angeklagten. Der neue Generalprokurator replicirte. Der Generalfiskal nahm keinen Theil an der Verhandlung. Das Urteil wurde von dem Lordoberrichter, Sir Eduard Herbert, gefällt. Er erklärte, daß er die Frage allen zwölf Richtern vorgelegt habe und daß nach der Meinung von elfen der König in besonderen Fällen und aus besonderen hochwichtigen Gründen von Strafgesetzen dispensiren dürfe. Der Einzige, welcher nicht dieser Ansicht war, Baron Street, wurde seines Amtes nicht entsetzt. Er war ein Mann von so schlechten Sitten, daß seine eigenen Verwandten jeden Umgang mit ihm vermieden und daß dem Prinzen von Oranien zur Zeit der Revolution gerathen wurde, ihn nicht vor sich zu lassen. Nach Street’s Character kann man unmöglich glauben, daß er gewissenhafter gewesen sei als seine Collegen, und nach Jakob’s Character kann man unmöglich glauben, daß er einen widerspenstigen Baron der Schatzkammer auf seinem Posten gelassen haben würde. Es kann also kaum einem Zweifel unterliegen, daß der andersstimmende Richter ebenso wie der Kläger und dessen Rechtsbeistand im Einverständniß mit der Regierung handelte. Es war nöthig, ein großes Übergewicht an Autorität zu Gunsten des Dispensationsrechts zu erlangen; nicht minder wichtig aber war es auch, daß das für diesen Fall sorgfältig auserwählte Richtercollegium als unabhängig erschien. Einem Richter, den am wenigsten achtungswerthen von den zwölfen, gestattete man daher, oder befahl man wahrscheinlich, seine Stimme gegen das Hoheitsrecht abzugeben.86

Die auf solche Weise von den Gerichtshöfen anerkannte Befugniß der Krone durfte nun auch nicht müßig liegen. Innerhalb eines Monats nach erfolgter Entscheidung der Kings Bench wurden vier römisch-katholische Lords als Mitglieder des Geheimen Raths vereidigt. Zwei davon, Powis und Bellasyse, gehörten zur gemäßigten Partei und nahmen ihre Sitze wahrscheinlich mit Widerstreben und mit schlimmen Vorahnungen ein. Die anderen beiden, Arunell und Dover, hegten keine derartigen Besorgnisse.87

Römische Katholiken werden zum Besitz geistlicher Pfründen ermächtigt. Das Dispensationsrecht wurde zu gleicher Zeit auch zu dem Zwecke benutzt, um römische Katholiken zu kirchlichen Ämtern zuzulassen. Der neue Prokurator fertigte bereitwilligst die Vollmachten aus, von denen Sawyer nichts hatte wissen wollen. Eine dieser Vollmachten wurde zu Gunsten eines Elenden, Namens Eduard Sclater, ausgestellt, welcher zwei Pfründen hatte, die er um jeden Preis und unter allen Umständen behalten wollte. Am Palmsonntage des Jahres 1686 reichte er das Abendmahl seinen Pfarrkindern nach dem Ritus der anglikanischen Kirche, und am Ostersonntage, also nur sieben Tage später, war er in der Messe. Die königliche Dispensation ermächtigte ihn, die Einkünfte seiner Pfründen fortzubeziehen. Auf die Vorstellungen der Gönner, denen er seine Anstellung verdankte, antwortete er mit frechem Trotze, und während der Katholicismus noch die Oberhand hatte, ließ er eine abgeschmackte Schrift zur Rechtfertigung seines Abfalls erscheinen. Doch wenige Wochen nach der Revolution sah eine zahlreiche Versammlung in der Marienkirche im Savoy ihn wieder in den Schooß der verlassenen Kirche aufnehmen. Er las seinen Widerruf unter strömenden Thränen ab und hielt eine heftige Schmährede gegen die papistischen Priester, deren Kunstgriffe ihn verführt hätten.88

Nicht weniger schmachvoll war das Verfahren Obadja Walker’s. Er war ein bejahrter Priester der anglikanischen Kirche und an der Universität Oxford als gelehrter Mann bekannt. Unter der vorigen Regierung hatte man ihn in dem Verdachte gehabt, daß er sich zum Papismus hinneige, er hatte sich aber äußerlich der Staatsreligion gefügt und war daher endlich zum Rector des University­collegiums ernannt worden. Bald nach Jakob’s Thronbesteigung entschloß sich jedoch Walker, die bisher getragene Maske abzulegen. Er besuchte den öffentlichen anglikanischen Gottesdienst nicht mehr und hörte mit einigen Fellows und Untergraduirten, die er bekehrt hatte, täglich in seiner Privatwohnung die Messe. Eine der ersten Amtshandlungen des neuen Staatsprokurators war die Ausstellung einer Urkunde, welche Walker und seine Proselyten ermächtigte, ihre Pfründen trotz ihres Abfalles beizubehalten. Es wurden sogleich Bauhandwerker bestellt, um zwei Reihen Zimmer in eine Betkapelle umzuwandeln, und nach wenigen Wochen wurde am Universitycollegium öffentlich katholischer Gottesdienst gehalten. Ein Jesuit wurde als Kaplan angestellt und mit königlicher Genehmigung eine Druckerei zur Herausgabe katholischer Tractate errichtet. Zwei und ein halbes Jahr lang fuhr Walker fort, mit der ganzen Erbitterung eines Renegaten gegen den Protestantismus zu Felde zu ziehen; als sich aber das Glück wendete, bewies er, daß er nicht den Muth eines Märtyrers besaß. Er wurde vor die Schranken des Hauses der Gemeinen gestellt, um sich wegen seines Benehmens zu verantworten, und war schamlos genug zu erklären, daß er nie seinen Glauben gewechselt, daß er im Herzen die Glaubenslehren der römischen Kirche nie gebilligt und nie den Versuch gemacht habe, irgend einen Andren in den Schooß dieser Kirche zu ziehen. Es war gewiß nicht der Mühe werth, die heiligsten Verpflichtungen und Versprechungen mit Füßen zu treten, um solche Convertiten zu machen.89

Die Dechanei von Christchurch wird einem Katholiken verliehen. Bald ging der König noch einen Schritt weiter. Sclater und Walker war nur gestattet worden, die ihnen zu der Zeit, als sie noch für Protestanten galten, verliehenen Anstellungen beizubehalten, nachdem sie Papisten geworden waren. Aber ein hohes Amt der Staatskirche einem erklärten Feinde derselben zu verleihen, war eine noch viel frechere Verletzung der Gesetze und des königlichen Wortes. Jakob war aber nichts zu frech. Die Dechanei des Christ­church­collegiums war erledigt. Dieses Amt war in Rang und Einkünften eines der höchsten an der Universität Oxford. Der Dechant hatte unter seiner Leitung eine größere Anzahl junger Leute mit vornehmen Verbindungen und glänzenden Aussichten, als in irgend einem andren Collegium zu finden waren. Außerdem war er erster Geistlicher an einer Kathedrale. In beiden Eigenschaften hätte er nothwendig ein Mitglied der Staatskirche sein sollen. Trotzdem wurde kraft des Dispensationsrechts Johann Massey ernannt, der notorisch ein Mitglied der römischen Kirche war und der keine andre Empfehlung für sich hatte als eben diese. Bald war in den Räumen des Christ­church­collegiums ein Altar errichtet, an welchem täglich Messe gelesen wurde.90 Der König sagte dem Nuntius, was in Oxford geschehen sei, solle bald auch in Cambridge geschehen.91

Besetzung von Bisthümern. Doch selbst dies war nur ein kleines Übel im Vergleich zu dem, welches die Protestanten mit gutem Grunde befürchteten. Es war nur zu wahrscheinlich, daß die ganze Oberleitung der anglikanischen Kirche binnen Kurzem in die Hände ihrer Todfeinde übergehen werde. Drei wichtige Bischofssitze, der von York, der von Chester und der von Oxford, waren unlängst zur Erledigung gekommen. Das Bisthum von Oxford erhielt Samuel Parker, ein Schmarotzer, dessen Glaube, wenn er überhaupt einen hatte, der römische war und der sich nur deshalb einen Protestanten nannte, weil er eine Frau auf dem Halse hatte. „Ich möchte einen erklärten Katholiken ernennen“, sagte der König zu Adda; „aber es ist noch nicht die Zeit dazu. Parker ist uns zugethan, seiner Gesinnung nach ist er einer der Unsrigen, und nach und nach wird er seine Geistlichen herumbringen.“92 Das Bisthum von Chester, welches durch den Tod Johann Pearson’s, eines in der Philologie und in der Theologie berühmten Mannes, erledigt worden war, bekam Thomas Cartwright, ein noch viel niedrigerer Schmarotzer als Parker. Das Erzbisthum von York blieb mehrere Jahre unbesetzt. Da kein triftiger Grund zu finden war, warum ein so wichtiger Posten unbesetzt gelassen wurde, so argwöhnte man, daß der König die Ernennung nur bis zu einer Zeit verschieben wolle, wo er es wagen durfte, die Mitra einem erklärten Papisten aufs Haupt zu setzen. Es ist in der That sehr wahrscheinlich, daß die anglikanische Kirche nur durch die Einsicht und den richtigen Takt des Papstes vor dieser Schmach bewahrt wurde. Ohne besonderen Dispens von Rom konnte kein Jesuit Bischof werden und Innocenz war durch nichts zu bewegen, dem Pater Petre einen solchen Dispens zu ertheilen.

Entschluß Jakob’s, sein kirchliches Supremat gegen die Kirche zu gebrauchen. Jakob machte gar kein Geheimniß aus seiner Absicht, alte Befugnisse, die er als Oberhaupt der Staatskirche besaß, energisch und systematisch zur Vernichtung derselben anzuwenden. Er sprach es unverhohlen aus, daß nach einer weisen Fügung der Vorsehung die Suprematsacte das Mittel sein werde, um den Bruch, den sie herbeigeführt, wieder zu heilen. Heinrich und Elisabeth hätten sich eine Herrschaft angemaßt, welche von Rechtswegen dem heiligen Stuhle zukomme. Diese Herrschaft sei durch Erbfolge auf einen rechtgläubigen Fürsten gekommen und dieser werde sie als ein anvertrautes Gut dem heiligen Stuhle aufbewahren. Das Gesetz ermächtige ihn, kirchliche Mißbräuche zu beseitigen, und der erste kirchliche Mißbrauch, den er beseitigen wolle, sei die Freiheit, die sich die anglikanische Geistlichkeit anmaße, ihre eigne Religion zu vertheidigen und die römischen Glaubenslehren anzugreifen.93

Die ihm entgegenstehenden Schwierigkeiten. Dabei stieß er jedoch auf eine große Schwierigkeit. Die durch Erbschaft auf ihn gekommene kirchliche Oberhoheit war keineswegs die große und furchtbare Prärogative, welche Elisabeth, Jakob I. und Karl I. besessen hatten. Die Verordnung, welche der Krone ein fast unbeschränktes Oberaufsichtsrecht über die Kirche ertheilte, war zwar niemals förmlich aufgehoben worden, hatte aber doch einen großen Theil ihrer Kraft verloren. Das Gesetz selbst bestand noch, aber es war nicht mehr von einer achtunggebietenden Sanction oder von einem wirksamen Procedursystem begleitet, und daher war es wenig mehr als ein todter Buchstabe.

Das Gesetz, welches Elisabeth die geistliche Oberherrschaft wieder verlieh, die ihr Vater sich angemaßt und ihre Schwester niedergelegt hatte, enthielt eine Klausel, durch welche der Regent ermächtigt wurde, ein Tribunal einzusetzen, das alle kirchlichen Vergehen untersuchen, abstellen und bestrafen sollte. Kraft dieser Klausel war der Gerichtshof der Hohen Commission errichtet worden. Dieser Gerichtshof war viele Jahre lang der Schrecken der Nonconformisten und wurde unter Laud’s Verwaltung ein Gegenstand der Furcht und des Hasses selbst für Diejenigen, welche die Landeskirche am meisten liebten. Als das Lange Parlament zusammentrat, wurde die Hohe Commission allgemein als das drückendste der vielen Joche betrachtet, unter denen die Nation seufzte. Es wurde daher etwas hastig ein Gesetz erlassen, welches der Krone nicht allein die Befugniß entzog, Visitatoren zur Beaufsichtigung der Kirche zu ernennen, sondern auch alle geistlichen Gerichte ohne Unterschied abschaffte.

Nach der Restauration erinnerten sich die Kavaliere, welche das Unterhaus füllten, trotz ihrer Begeisterung für die Hoheitsrechte, doch mit Bitterkeit der Tyrannei der Hohen Commission und waren durchaus nicht geneigt, eine so verhaßte Einrichtung wieder ins Leben zu rufen. Zu gleicher Zeit aber waren sie nicht ohne Grund der Meinung, daß das Gesetz, das alle christlichen Gerichtshöfe beseitigt hatte, ohne etwas Andres an deren Stelle zu setzen, doch ernste Einwendungen zulasse. Sie hoben daher dieses Gesetz, mit Ausnahme des auf die Hohe Commission bezüglichen Theiles, wieder auf. So wurden die Archi­diakonal­gerichte, die Consistorial­gerichte, der erzbischöfliche Gerichtshof, der Gerichtshof der Privilegirten und der Gerichtshof der Delegirten wieder eingeführt; das Gesetz aber, welches Elisabeth und ihre Nachfolger ermächtigt hatte, Commissare mit visitatorischer Gewalt über die Kirche zu ernennen, wurde nicht allein nicht wieder hergestellt, sondern sogar in den bestimmtesten Ausdrücken für gänzlich abgeschafft erklärt. Es ist daher so klar, als nur irgend ein Punkt des Verfassungsrechts sein kann, daß Jakob II. nicht befugt war, eine Commission mit Visitations- und Regierungsgewalt über die Kirche Englands zu ernennen.94 Wenn dem aber so war, so half es ihm wenig, daß die Suprematsacte ihn in hochtrabenden Worten ermächtigte, vorhandene Mängel dieser Kirche zu verbessern. Nur eine so gewaltige Maschine, wie die vom Langen Parlamente zerstörte war, konnte die anglikanische Geistlichkeit zwingen, sein Werkzeug zur Vernichtung der anglikanischen Glaubenslehre und Kirchenzucht zu werden. Daher nahm er sich schon im April 1686 vor, einen neuen Gerichtshof der Hohen Commission zu errichten. Der Plan wurde jedoch nicht sogleich verwirklicht. Er stieß auf den Widerspruch jedes Ministers, der nicht Frankreich und den Jesuiten ergeben war. Die Rechtsgelehrten betrachteten ihn als eine rücksichtslose Verletzung des Gesetzes und die Theologen als einen offnen Angriff auf die Kirche. Der Streit würde vielleicht noch länger gedauert haben, wäre nicht ein Ereigniß eingetreten, das den Stolz des Königs kränkte und seinen Zorn entflammte. Er hatte als erster Bischof Verordnungen erlassen, die es den Geistlichen der Landeskirche zur Pflicht machten, sich in ihren Vorträgen jeder Berührung der streitigen Lehrpunkte zu enthalten. Also während an jedem Sonn- und Festtage in allen königlichen Palästen zur Vertheidigung des katholischen Glaubens gepredigt wurde, war es der Landeskirche, der Kirche der großen Mehrheit der Nation, verboten, ihre Grundsätze zu erörtern und zu vertheidigen. Der Geist des gesammten Klerus empörte sich gegen diese Ungerechtigkeit. Wilhelm Sherlock, ein ausgezeichneter Theolog, der mit scharfer Feder gegen die Whigs und Dissenters geschrieben hatte und dafür von der Regierung mit dem Vorsteheramte des Tempels und mit einem Jahrgehalte belohnt worden, war einer der Ersten, der sich das königliche Mißfallen zuzog. Sein Gehalt wurde ihm entzogen und er erhielt einen strengen Verweis.95 Johann Sharp, Dechant von Norwich und Rector von St. Giles in the Fields, erregte bald darauf noch größeres Ärgerniß. Er war ein gelehrter und wahrhaft gottesfürchtiger Mann, ein berühmter Kanzelredner und ein musterhafter Seelenhirt. Seiner politischen Meinung nach war er, wie die meisten seiner Amtsbrüder, ein Tory und war eben erst zum königlichen Kaplan ernannt worden. Er erhielt einen anonymen Brief, dessen Schreiber eines seiner Pfarrkinder zu sein vorgab und sagte, er sei durch die Beweisgründe der katholischen Theologen so schwankend geworden, daß er gern Gewißheit darüber erlangen möchte, ob die anglikanische Kirche wirklich ein Zweig der wahren Kirche Christi sei. Kein Geistlicher, in dem nicht jedes Gefühl für religiöse Pflicht und Amtsehre erstickt war, konnte eine solche Anfrage unbeantwortet lassen. Am nächstfolgenden Sonntage hielt Sharp eine lebendige Predigt gegen die hohen Prätensionen des römischen Stuhles. Einige seiner Äußerungen wurden übertrieben und verdreht von Ohrenbläsern nach Whitehall berichtet; es wurde fälschlich behauptet, er habe verächtlich von den theologischen Untersuchungen gesprochen, die in der Geldkasse des verstorbenen Königs gefunden und von dem gegenwärtigen Könige veröffentlicht worden waren. Compton, der Bischof von London, erhielt von Sunderland den Befehl, Sharp bis auf weitere königliche Entschließung zu suspendiren. Der Bischof war in der größten Verlegenheit. Sein kürzliches Auftreten im Hause der Lords hatte ihm das entschiedene Mißfallen des Hofes zugezogen; schon war sein Name aus der Liste der Geheimen Räthe gestrichen, schon war er seines Amtes an der königlichen Kapelle entsetzt. Er wollte nicht gern neuen Anstoß geben; aber der Act, der ihm anbefohlen wurde, war ein gerichtlicher Act. Er erkannte die Ungerechtigkeit desselben, und die besten Rathgeber versicherten ihm, daß es auch ungesetzlich sei, eine Strafe zu verhängen, ohne daß dem Betroffenen Gelegenheit zu seiner Vertheidigung gegeben worden war. Er stellte daher dem Könige diese Bedenken in den bescheidensten Ausdrücken vor und ersuchte Sharp privatim, vorläufig nicht zu predigen. So vernünftig jedoch Compton’s Bedenken und so demüthig seine Entschuldigungs­gründe gehalten waren, Jakob war höchlich entrüstet. Welche Unverschämtheit, die natürliche Gerechtigkeit und das positive Gesetz einem ausdrücklichen Befehle des Souverains gegenüberzustellen! Sharp wurde vergessen und die ganze Rache der Regierung fiel auf den Bischof.96

Er errichtet einen neuen Gerichtshof der Hohen Commission. Der König vermißte schmerzlicher als je das gefürchtete Zwangsmittel, welches ehedem die widerspenstigen Geistlichen gebändigt hatte. Er wußte wahrscheinlich, daß der Bischof Williams wegen einiger Worte des Unwillens gegen die Regierung seines Vaters durch die Hohe Commission aller seiner kirchlichen Würden und Ämter enthoben worden war. Der Plan, dieses furchtbare Tribunal wieder ins Leben zu rufen, wurde eifriger als je betrieben. Im Juli wurde London plötzlich durch die Neuigkeit erschreckt, daß der König in offenem Widerspruch mit zwei in den bestimmtesten Ausdrücken abgefaßten Parlaments­verordnungen, das ganze Kirchen­regiment in die Hände von sieben Commissaren gelegt habe.97 Die Worte, in denen der Umfang der Gerichtsbarkeit dieser Beamten bezeichnet war, waren unbestimmt und ließen sich fast zu jeder beliebigen Tragweite ausdehnen. Alle Collegien und Bildungsanstalten, selbst die durch Privat­wohl­thätigkeit gegründeten, wurden unter die Oberaufsicht dieser neuen Behörde gestellt. Alle Diejenigen, deren Lebensunterhalt von Stellen bei der Kirche oder an akademischen Anstalten abhing, vom Erzbischof bis herab zum jüngsten Curaten, vom Vicekanzler von Oxford und Cambridge bis herab zum bescheidensten Lehrer, der den Corderius las, waren nun der königlichen Gnade preisgegeben. Stand einer von diesen vielen Tausenden in dem Verdacht irgend einer der Regierung mißfälligen Handlung oder Äußerung, so konnte die Commission ihn vor sich laden. Ihr Verfahren gegen ihn war durch keine Vorschriften geregelt, sie war zu gleicher Zeit Ankläger und Richter. Der Angeklagte erhielt keine Abschrift von der Anklage, er wurde nur verhört, und waren seine Antworten nicht befriedigend, so konnte er seines Amtes entsetzt, davon vertrieben und zu jeder ferneren Anstellung unfähig erklärt werden. Zeigte er sich widerspenstig, so konnte er excommunicirt, das heißt mit anderen Worten aller bürgerlichen Rechte beraubt und auf Lebenszeit eingesperrt werden. Auch konnte er nach Belieben des Gerichtshofes in alle Kosten des Prozesses verurtheilt werden, der ihn zum Bettler machte. Von einer Appellation war keine Rede. Die Commission hatte Befehl, sich bei der Ausübung ihrer Functionen durch kein Gesetz, das mit diesen Anordnungen unvereinbar war oder zu sein schien, irre machen zu lassen. Damit endlich Niemand zweifeln konnte, daß man beabsichtigte, den gefürchteten Gerichtshof wieder einzuführen, von dem das Lange Parlament die Nation befreit hatte, sollte das neue Tribunal sich eines Siegels bedienen, das genau die nämliche Devise und die nämliche Umschrift hatte wie das Siegel der ehemaligen Hohen Commission.98

Der oberste Commissar war der Kanzler. Seine Anwesenheit und seine Zustimmung waren zu jedem gerichtlichen Schritte erforderlich. Jedermann wußte, wie ungerecht, rücksichtslos und unmenschlich er sich bei Gerichtshöfen gezeigt hatte, wo er bis zu einem gewissen Grade durch die bekannten Gesetze Englands beschränkt worden war. Es war daher unschwer vorauszusehen, wie er sich in einer Stellung zeigen würde, in der es ihm völlig freistand, sich seine eigenen Procedurformen und Beweisregeln nach Belieben zu bilden.

Von den anderen sechs Commissaren waren drei Prälaten und drei Laien. Obenan stand der Name des Erzbischofs Sancroft. Dieser war jedoch der festen Überzeugung, daß das ganze Gericht ungesetzlich sei, daß alle Aussprüche desselben nichtig seien und daß er sich durch Theilnahme an demselben eine schwere Verantwortlichkeit aufbürden werde. Er beschloß daher, dem königlichen Rufe nicht Folge zu leisten. Allerdings handelte er bei dieser Gelegenheit nicht mit dem Muthe und der Aufrichtigkeit, die er zwei Jahre später bewies, als er aufs Äußerste getrieben wurde. Er entschuldigte sich mit Geschäften und angegriffener Gesundheit und setzte hinzu, die übrigen Mitglieder des Collegiums seien zu tüchtige Männer, als daß sie seines Beistandes bedürfen könnten. Diese leeren Ausflüchte ziemten sich in einer so hochwichtigen Angelegenheit nicht für den Primas von ganz England; auch schützten sie ihn nicht vor der königlichen Ungnade. Sancroft’s Name wurde zwar nicht aus der Liste der Geheimen Räthe gestrichen, aber zum großen Verdruß der Freunde der Kirche wurde er nicht mehr zur Teilnahme an den Staatsraths­sitzungen aufgefordert. „Wenn er zu kränklich oder zu beschäftigt ist, um in die Commission gehen zu können“, sagte der König, „so ist es nicht mehr als billig, ihn auch von dem Besuche des Geheimen Raths zu befreien.“99

Auf keine derartigen Schwierigkeiten stieß die Regierung bei Nathaniel Crewe, Bischof des großen und reichen Bisthums Durham, ein Mann von adeliger Abkunft, der in seinem Berufe so hoch gestiegen war, daß er kaum wünschen konnte, noch höher zu steigen, aber gemeinen Sinnes, eitel und feigherzig. Er war zum Dechant der königlichen Kapelle ernannt worden, als der Bischof von London aus dem Palaste verbannt wurde. Die Ehre, ein Mitglied der Hohen Commission zu werden, verrückte Crewe den Kopf. Umsonst machten ihn einige seiner Freunde darauf aufmerksam, welchen Gefahren er sich durch Betheiligung an einem gesetzwidrigen Gerichtshofe aussetzte. Er schämte sich nicht zu antworten, daß er ohne das königliche Lächeln nicht leben könne, und sprach frohlockend die Hoffnung aus, sein Name werde in der Geschichte fortleben, eine Hoffnung, die allerdings zum Theil in Erfüllung gegangen ist.100

Der dritte geistliche Commissar war Thomas Sprat, Bischof von Rochester. Er war ein Mann, dessen Talenten die Nachwelt kaum hat Gerechtigkeit widerfahren lassen. Zum Unglück für seinen Ruhm sind seine Verse gewöhnlich in die Sammlungen britischer Dichter aufgenommen worden, und wer ihn nach seinen Versen beurtheilt, muß ihn für einen sklavischen Nachbeter halten, der, ohne einen Funken von Cowley’s bewunderungs­würdigem Genie zu besitzen, gerade das in Cowley’s Manier am wenigsten Empfehlenswerthe nachahmte; wer aber Sprat’s prosaische Schriften kennt, wird eine ganz andre Meinung von seinem Talent haben. Er war in der That ein großer Meister unsrer Sprache und besaß zu gleicher Zeit die Beredtsamkeit des Redners, des Polemikers und des Historikers. Sein sittlicher Character würde wenig Tadel erfahren haben, hätte er einem weniger heiligen Stande angehört; aber das Schlimmste, was man ihm nachsagen kann, ist, daß er gleichgültig, genußsüchtig und weltlich war. Doch solche Fehler werden zwar bei Männern weltlichen Berufs gewöhnlich nicht für so schlimm gehalten, sind aber bei einem Prälaten sehr anstößig. Das Erzbisthum York war erledigt; Sprat hoffte es zu erhalten, und dies bewog ihn, einen Sitz bei der neuen geistlichen Behörde anzunehmen. Aber er war viel zu gutherzig, um Härte zu üben, und viel zu klug, um nicht einzusehen, daß ihn in Zukunft ein Parlament zur ernsten Rechenschaft ziehen konnte. Er nahm daher die Stelle an, bemühte sich aber, so mild als möglich aufzutreten und sich so wenig als möglich Feinde zu machen.101

Die anderen drei Commissare waren der Lordschatzmeister, der Lordpräsident und der Oberrichter der Kings Bench. Rochester mißbilligte die Sache und murrte dagegen, verstand sich aber dennoch zur Mitwirkung, so viel er auch am Hofe ertragen mußte, konnte er sich doch nicht entschließen, denselben zu verlassen. So sehr er der Kirche zugethan war, konnte er es doch nicht über sich gewinnen, ihr seinen weißen Stab, sein Patronat, seinen Gehalt von achttausend Pfund und die noch viel bedeutenderen Nebeneinkünfte seines Amtes aufzuopfern. Er entschuldigte sein Benehmen gegen Andere und vielleicht auch gegen sich selbst damit, daß er sagte, er könne als Mitglied der Hohen Commission viel Schlimmes verhüten und es werde sich, wenn er die Stelle ablehne, anstatt seiner leicht ein der protestantischen Kirche weniger ergebener Mann finden. Sunderland war der Repräsentant der jesuitischen Cabale. Herbert’s kürzlicher Ausspruch in der Frage des Dispensationsrechts ließ erwarten, daß er sich keiner Dienstleistung, die der König von ihm verlangen könnte, entziehen werde.

Verfahren gegen den Bischof von London. Sobald die Commission eröffnet war, wurde der Bischof von London vor das neue Tribunal geladen. Er erschien. „Ich bitte Sie“, sagte Jeffreys, „um eine directe und bestimmte Antwort: warum haben Sie Dr. Sharp nicht suspendirt?“

Der Bischof verlangte die schriftliche Vollmacht der Commission zu sehen, um zu erfahren, auf welche Autorität hin er so gefragt werde. „Wenn Sie unsre Autorität in Zweifel ziehen“, erwiederte Jeffreys, „so werde ich einen andren Weg mit Ihnen einschlagen. Was unsre Vollmacht betrifft, so bin ich überzeugt, daß Sie dieselbe bereits gesehen haben. Jedenfalls können Sie sie im ersten besten Kaffeehause für einen Penny lesen.“ Diese unverschämte Antwort des Kanzlers erregte den Unwillen der anderen Commissare und er war genöthigt, einige ungeschickte Entschuldigungen vorzubringen. Dann kehrte er zu dem Punkte zurück, von dem er ausgegangen war. „Dies“, sagte er, „ist kein Gerichtshof, bei dem schriftliche Anklagen niedergelegt werden. Unser Verfahren ist summarisch und mündlich. Die Frage ist einfach die: warum haben Sie dem Könige nicht gehorcht?“ Nicht ohne Schwierigkeit erlangte Compton einen kurzen Aufschub und die Gestattung eines Rechtsbeistandes. Nachdem der Fall vorgetragen war, sah Jedermann ein, daß der Bischof nur seine Pflicht gethan hatte. Der Schatzmeister, der Oberrichter und Sprat waren für die Freisprechung. Darüber gerieth der König in Zorn. Es schien, als ob die Hohe Commission ihn ebenso im Stiche lassen werde, wie ihn sein toryistisches Parlament im Stiche gelassen hatte. Er stellte daher Rochester die einfache Alternative, daß er entweder den Bischof für schuldig zu erklären oder das Schatzamt zu verlassen habe. Rochester war erbärmlich genug nachzugeben. Compton wurde aller seiner geistlichen Functionen entsetzt und die Verwaltung seines großen Sprengels seinen Richtern, Sprat und Crewe, übertragen. Er bewohnte jedoch nach wie vor seinen Palast und bezog seine Einkünfte fort, denn man wußte sehr wohl, daß, wenn man den Versuch gemacht hätte ihn seiner Emolumente zu berauben, er sich unter den Schutz des gemeinen Rechts begeben haben würde, und Herbert selbst erklärte, daß nach diesem Rechte das Urtheil gegen die Krone ausfallen müßte. Diese Erwägung bestimmte den König inne zu halten. Nur wenige Wochen waren verflossen, seitdem er die Gerichtshöfe von Westminsterhall neu zusammengesetzt hatte, um eine Entscheidung zu Gunsten seines Dispensationsrechts zu erlangen, und er überzeugte sich jetzt, daß er ohne eine nochmalige Sichtung nicht im Stande sein würde, einen Ausspruch zu Gunsten des Verfahrens seiner kirchlichen Commission zu erlangen. Er beschloß daher, die Einziehung der Revenuen widerspenstiger Geistlicher kurze Zeit aufzuschieben.102

Die öffentliche Schaustellung römisch-katholischer Gebräuche und Trachten erregt Unzufriedenheit. Die Stimmung der Nation war allerdings auch von der Art, daß sie ihn wohl zum Einhalten bestimmen konnte. Seit einigen Monaten war die Unzufriedenheit in fortwährendem und reißend schnellem Wachsen begriffen. Die Feier des katholischen Gottesdienstes war lange Zeit durch eine Parlamentsacte verboten gewesen. Seit mehreren Generationen hatte kein römisch-katholischer Geistlicher es wagen dürfen, sich mit den Zeichen seines Amtes öffentlich blicken zu lassen. Gegen die Ordensgeistlichen und insbesondere gegen die nie ruhenden und verschmitzten Jesuiten war eine Reihe strenger Verordnungen erlassen worden. Jeder Jesuit, der dieses Land betrat, setzte sich der Gefahr aus, gehängt, geschleift und geviertheilt zu werden. Auf seine Entdeckung war eine Belohnung ausgesetzt; auf ihn fand die allgemeine Regel, daß Niemand sein eigner Ankläger sein könne, keine Anwendung. Wer in dem Verdachte stand, ein Jesuit zu sein, konnte befragt, und wenn er sich zu antworten weigerte, auf Lebenszeit eingesperrt werden.103 Obgleich nun diese Gesetze nur in solchen Fällen, wo man eine besondere Gefahr vermuthete, streng gehandhabt worden waren und die Jesuiten keineswegs von England fern gehalten hatten, so hatten sie doch die größte Vorsicht nöthig gemacht. Jetzt aber wurde jede Verstellung bei Seite geworfen. Unverständige Mitglieder der Kirche des Königs suchten, durch ihn ermuthigt, etwas darin, Gesetzen, welche noch unbestreitbare Gültigkeit hatten, und Gefühlen, welche jetzt im Geiste der Nation tiefer wurzelten als je zuvor, Hohn zu sprechen. In allen Gegenden des Landes entstanden römisch-katholische Kapellen; Mönchskutten, Gürtelschnuren und Rosenkränze zeigten sich fortwährend auf den Straßen und setzten eine Bevölkerung in Erstaunen, deren älteste Leute noch nie eine Klostertracht, außer auf der Bühne, gesehen hatten. In Clerkenwall wurde auf der Stelle des ehemaligen Klosters St. Johann ein neues Kloster erbaut; die Franziskaner bezogen ein Haus in Lincoln’s Inn Fields, die Carmeliter eins in der City; eine Gesellschaft Benedictinermönche quartierte sich im St. Jamespalast ein und im Savoy wurde ein geräumiges Haus mit Kirche und Schule für die Jesuiten erbaut.104 Die Geschicklichkeit und Sorgfalt, mit der diese Väter seit mehreren Generationen die Erziehung, der Jugend geleitet, hatte selbst die weisesten Protestanten wider ihren Willen zu lobender Anerkennung genöthigt. Bacon hatte die in den Jesuitencollegien angewendete Unterrichtsmethode für die beste erklärt, die man bis jetzt kenne und sein lebhaftes Bedauern darüber ausgesprochen, daß ein so vorzügliches System geistiger und sittlicher Erziehung den Interessen einer verderbten Religion diene.105 Es war nicht unwahrscheinlich, daß die neue Akademie im Savoy unter königlichem Patronate eine gefährliche Nebenbuhlerin für die großen Anstalten von Eton, Westminster und Winchester wurde. In der That zählte die Schule kurz nach ihrer Eröffnung bereits vierhundert Knaben, von denen ungefähr die Hälfte Protestanten waren. Die protestantischen Zöglinge hatten nicht nöthig die Messe zu besuchen, aber es unterlag keinem Zweifel, daß der Einfluß tüchtiger, der römisch-katholischen Kirche ergebener und mit allen Künsten, welche das Vertrauen und die Zuneigung der Jugend gewinnen, vertrauter Lehrer viele Convertiten machen werde.

Tumulte. Diese Dinge riefen eine große Aufregung unter dem niederen Volke hervor, auf welches sinnliche Wahrnehmungen stets einen größeren Eindruck machen als Einwirkungen auf den Verstand. Tausende von einfachen und unwissenden Leuten, für welche die Dispensationsgewalt und die kirchliche Commission Worte ohne Bedeutung waren, sahen mit Besorgniß und Unwillen an den Ufern der Themse ein Jesuitencollegium sich erheben, Mönche in Kutte und Kaputze am Strande umhergehen und Schaaren von Andächtigen nach den Tempeln strömen, in denen geschnitzte Bilder angebetet wurden. Es brachen in verschiedenen Gegenden des Landes Aufstände aus. In Coventry und Worcester wurde der katholische Gottesdienst gewaltsam unterbrochen.106 In Bristol führte der angeblich von der Behörde unterstützte Pöbel ein gottloses und unschickliches Schauspiel auf, in welchem die Jungfrau Maria durch einen Hanswurst dargestellt und eine karrikirte Hostie in Prozession umhergetragen wurde. Die Garnison mußte ausrücken, um den Pöbel zu zerstreuen. Dieser aber, schon damals, wie noch heute einer der wildesten des ganzen Reichs, leistete Widerstand, so daß es zu Thätlichkeiten kam und schwere Verletzungen vorfielen.107 In der Hauptstadt war die Aufregung groß, und in der eigentlichen City größer als in Westminster, denn die Bewohner von Westminster waren an den Anblick der Privatkapellen der römisch-katholischen Gesandten gewöhnt, die City aber war seit Menschengedenken durch keine götzendienerische Schaugebung befleckt worden. Jetzt aber errichtete der Gesandte des Kurfürsten von der Pfalz auf Anregung des Königs in Lime Street eine Kapelle. Die Oberhäupter der Korporation, obgleich Männer, die wegen ihres bekannten Toryismus zu ihren Ämtern erwählt waren, protestirten gegen dieses Verfahren, das, wie sie sagten, von den gelehrtesten Herren von der langen Robe für ungesetzlich erklärt würde. Der Lordmayor wurde vor den Geheimen Rath gefordert. „Bedenkt wohl was Ihr thut“, sagte der König zu ihm: „gehorcht mir und kümmert Euch weder um die Herren von der langen Robe noch um die Herren von der kurzen Robe.“ Hierauf nahm der Kanzler das Wort und gab dem unglücklichen Mayor mit der ächten Beredtsamkeit der Old-Bailey-Barre einen Verweis. Die Kapelle wurde geöffnet, und bald gerieth die ganze Nachbarschaft in Aufruhr. Große Volkshaufen rotteten sich in Cheapside zusammen, um das neue Meßhaus anzugreifen. Die Priester wurden insultirt, ein Kruzifix wurde aus der Kapelle geholt und auf den Gemeindebrunnen gepflanzt. Der Lordmayor kam herbei, um den Aufstand zu dämpfen, wurde aber mit dem Geschrei: „Keine hölzernen Götter!“ empfangen. Jetzt wurde die Miliz aufgeboten, um den Haufen zu zerstreuen, aber sie theilte die Ansichten des Volks und man hörte in ihren Reihen Äußerungen wie diese: „Wir können mit gutem Gewissen nicht für den Papismus kämpfen.“108

Der Kurfürst von der Pfalz war, wie Jakob, ein eifriger Katholik und, ebenfalls wie Jakob, Beherrscher eines protestantischen Volks; aber in Character und Verstand glichen sie einander nur wenig. Der Kurfürst hatte versprochen, die in seinen Besitzungen anerkannte Landeskirche zu achten. Er hatte gewissenhaft Wort gehalten und sich durch die übereilten Reden von Predigern, welche in ihrem Haß gegen seinen Glauben gelegentlich die seiner Person schuldige Achtung aus den Augen setzten, nie zu irgend einer Gewaltthätigkeit hinreißen lassen.109 Er vernahm mit Bedauern, daß die unverständige Handlungsweise seines Vertreters die Londoner heftig verdrossen hatte, und erklärte, was ihm sehr zur Ehre gereichte, daß er lieber dem ihm als souverainen Fürst zustehenden Vorrechte entsagen, als den Frieden einer großen Stadt gefährden wolle. „Auch ich“, schrieb er an Jakob, „habe protestantische Unterthanen, und ich weiß, wie vorsichtig und rücksichtsvoll ein katholischer Fürst in solcher Stellung handeln muß.“ Anstatt dieses menschenfreundliche und besonnene Benehmen lobend anzuerkennen, spöttelte Jakob in Anwesenheit des Gesandten über den Brief. Es wurde beschlossen, daß der Kurfürst in der City eine Kapelle haben solle, mochte er wollen oder nicht, und daß, wenn die Milizen sich weigerten ihre Pflicht zu thun, sie durch die Garden ersetzt werden sollten.110

Diese Ruhestörungen übten einen ernsten Einfluß auf den Handel aus. Der holländische Gesandte schrieb an die Generalstaaten, daß die Börsengeschäfte stockten. Die Zollcommissare berichteten dem Könige, daß in dem auf die Eröffnung der Kapelle in Lime Street folgenden Monate die Einnahme im Themsehafen sich um einige tausend Pfund verringert habe.111 Mehrere Aldermen, welche zwar entschiedene Royalisten und unter der neuen Gemeindeverfassung angestellt, aber an der commerciellen Wohlfahrt ihrer Vaterstadt ein starkes Interesse hatten und weder den Papismus noch das Kriegsgesetz liebten, reichten ihre Entlassung ein. Aber der König war entschlossen nicht nachzugeben.

Es wird bei Hounslow ein Lager gebildet. Er bildete auf der Haide von Hounslow ein Lager und zog daselbst auf einem Umkreis von ungefähr dritthalb Meilen vierzehn Infanterie­bataillone und zweiunddreißig Reiterschwadronen, in Summa etwa dreizehntausend Mann, zusammen. Sechsundzwanzig Geschütze und eine Menge mit Waffen und Munition beladene Wagen fuhren vom Tower durch die City nach Hounslow.112 Die Londoner betrachteten diese in ihrer Nähe versammelte große Truppenmacht anfangs mit Entsetzen, das sich jedoch bei genauerem Bekanntwerden mit derselben bald verminderte. Ein Ausflug nach Hounslow wurde ihr Lieblingsvergnügen an Sonn- und Feiertagen. Das Lager gewährte den Anblick eines großen Jahrmarkts. In buntem Gemisch mit den Musketieren und Dragonern wogten eine Menge eleganter Herren und Damen von Soho Square, Gauner und geschminkte Dirnen von Whitefriars, Kranke in Sänften, Mönche in Kutte und Kaputze, Lakaien in glänzenden Livreen, Hausirer, Apfelsinenmädchen, muthwillige Lehrbuben und gaffende Bauern beständig in den langen Zeltgassen auf und ab. In einigen Zelten hörte man den Lärm wüster Trinkgelage, in anderen die Flüche von Spielern. Der Platz war eigentlich nur eine heitere Vorstadt von London. Der König hatte sich, wie es sich zwei Jahre später genugsam zeigte, vollständig verrechnet. Er hatte vergessen, daß die Nachbarschaft verschiedene Wirkungen ausübt. Er hatte gehofft, seine Armee werde London Schrecken einjagen, und das wirkliche Resultat seiner Maßregel war, daß die Gefühle und Ansichten der Londoner sich vollständig auch seiner Armee bemächtigten.113

Das Lager war in der That kaum gebildet, so hörte man auch schon von Schlägereien zwischen den protestantischen und papistischen Soldaten.114 Eine kleine Schrift, betitelt: „Ergebene und herzliche Ansprache an alle englischen Protestanten in der Armee“, war eifrig in den Reihen verbreitet worden. Der Verfasser ermahnte die Truppen auf das Nachdrücklichste, daß sie ihre Waffen nicht zur Vertheidigung des Meßbuches, sondern der Bibel, der Magna Charta und der Bitte um Recht gebrauchen sollten. Er war ein Mann, der schon dem Zorne der Gewalt anheim gefallen war. Sein Character war interessant und seine Geschichte ziemlich lehrreich.

Samuel Johnson. Er hieß Samuel Johnson, war Priester der anglikanischen Kirche und Kaplan bei Lord Russell gewesen. Johnson gehörte zu den Leuten, die von ihren Gegnern tödtlich gehaßt und von ihren Verbündeten mehr geachtet als geliebt werden. Seine Sitten waren tadellos, seine Religiosität tief und glühend, seine Gelehrsamkeit und seine Talente nicht zu verachten, sein Urtheil schwach und sein Character gallig, unruhig und unbeugsam starrsinnig. Er war den eifrigen Anhängern der Monarchie besonders seines Standes wegen verhaßt, denn ein republikanischer Geistlicher war ein seltsames, fast unnatürliches Wesen. Unter der vorigen Regierung hatte Johnson ein Werk herausgegeben, betitelt: Julian the Apostate. Der Zweck dieses Buches war zu beweisen, daß die Christen des vierzehnten Jahrhunderts den Grundsatz der Verwerflichkeit des Widerstandes nicht befolgten. Es ließen sich leicht aus Chrysostomus und Hieronymus Stellen anführen, die in einem von dem Geiste der gegen die Ausschließungsbill predigenden anglikanischen Theologen völlig verschiedenen Sinne geschrieben waren. Johnson ging indessen noch weiter. Er suchte die gehässige Beschuldigung wieder hervor, welche Libanius aus leicht erklärlichen Gründen gegen die Soldaten Julian’s erhoben hatte, und gab zu verstehen, daß der Wurfspieß, der den kaiserlichen Renegaten tödtete, nicht von einem Feinde, sondern von einem Rumbold oder Ferguson aus den eigenen Reihen der Römer geschleudert worden sei. Dies führte eine heftige Polemik herbei. Whiggistische und toryistische Disputanten stritten sich heftig über eine dunkle Stelle, in der Gregor von Nazianz einen frommen Bischof lobt, der im Begriff stand, Jemanden zu prügeln. Die Whigs behaupteten, der heilige Mann habe den Kaiser schlagen wollen, die Tories meinten, er habe es höchstens auf einen Hauptmann der Garde abgesehen gehabt. Johnson schrieb nun eine Replik gegen seine Angreifer, worin er eine sehr geistreich durchgeführte Parallele zwischen Julian und Jakob, welcher damals Herzog von York war, zog. Julian hatte sich mehrere Jahre gestellt als ob er den Götzendienst verabscheute, während er im Herzen selbst ein Götzendiener war. Julian hatte, wenn es seinem Interesse entsprach, gelegentlich Achtung vor den Rechten der Überzeugung geheuchelt. Julian hatte Städte, welche der wahren Religion aufrichtig zugethan waren, durch Entziehung ihrer Municipalfreiheiten bestraft. Und Julian war von seinen Schmeichlern der Gerechte genannt worden. Jakob fühlte sich schwer beleidigt. Johnson wurde als Pasquillant verfolgt, schuldig befunden und zu einer Geldbuße verurtheilt, die er nicht bezahlen konnte. Er wurde daher eingesperrt und es hatte ganz den Anschein, als ob seine Haft nur mit seinem Leben enden werde.115

Hugo Speke. Über der Zelle, die er im Kingsbench­gefängnisse bewohnte, saß ein andrer Verbrecher, dessen Character wohl verdient studirt zu werden. Dies war Hugo Speke, ein junger Mann aus guter Familie, aber von merkwürdig verderbten und gemeinem Character. Seine Neigung zu Unfug und zu dunklen, krummen Wegen war fast eine krankhafte Manie. Unheil zu stiften, ohne entdeckt zu werden, war sein Geschäft und sein Vergnügen, und er besaß ein seltenes Geschick darin, ehrliche Fanatiker zu Werkzeugen seiner kaltblütigen Bosheit zu benutzen. So hatte er vermittelst einer seiner Strohmänner den Versuch gemacht, Karl und Jakob des Verbrechens zu beschuldigen, Essex im Tower ermordet zu haben. Bei dieser Gelegenheit war man dem Treiben Speke’s auf die Spur gekommen, und obgleich es ihm gelang, den größten Theil der Schuld auf den von ihm Bethörten zu wälzen, kam er doch nicht ungestraft davon. Er saß jetzt im Gefängniß, aber sein Vermögen erlaubte ihm anständig zu leben und seine Haft war so mild, daß er mit einem seiner Genossen, der eine geheime Druckerei betrieb, einen regelmäßigen Verkehr unterhalten konnte.

Johnson war ganz der Mann, wie Speke ihn für seine Zwecke brauchen konnte: eifrig und furchtlos, ein gelehrter und gewandter Polemiker, und dabei einfältig wie ein Kind. Es bildete sich ein intimes Freund­schafts­verhältniß zwischen den beiden Gefangenen. Johnson schrieb eine Reihe bitterer und heftiger Artikel, welche Speke zum Druck beförderte. Als das Lager von Hounslow gebildet war, drang Speke in Johnson, eine Ansprache zu schreiben, welche die Truppen zur Meuterei reizen könne. Die Schrift wurde sogleich verfaßt und in vielen tausend Exemplaren gedruckt, welche in Speke’s Zelle gebracht wurden, der sie von hier aus durch das ganze Land und namentlich unter die Soldaten verbreitete. Eine solche Herausforderung würde selbst eine mildere Regierung als die damals in England herrschende war, zu heftigem Zorne gereizt haben. Es wurde eine strenge Untersuchung eingeleitet und ein untergeordneter Agent, der zur Verbreitung der Ansprache verwendet worden war, rettete sich dadurch, daß er Johnson denuncirte, der aber nicht der Mann war, sich durch Denuncirung Speke’s zu retten.

Prozeß gegen Johnson. Man machte Johnson den Prozeß und erlangte ohne Schwierigkeit seine Schuldigerklärung. Julian Johnson, wie er gewöhnlich genannt wurde, ward verurtheilt, dreimal am Pranger ausgestellt und von Newgate nach Tyburn gepeitscht zu werden. Der Richter, Sir Franz Withins, sagte dem Verurtheilten, er solle dem Generalfiskal für seine große Nachsicht danken, denn er habe das Vergehen als einen Hochverrath behandeln können. „Ich bin ihm keinen Dank schuldig“, erwiederte Johnson furchtlos. „Soll ich, dessen einziges Verbrechen darin besteht, die Kirche und die Gesetze vertheidigt zu haben, mich noch dafür bedanken, daß ich wie ein Hund gepeitscht werden soll, während papistische Scribenten täglich ungestraft die Kirche beleidigen und die Gesetze übertreten dürfen?“ Er sprach mit einer solchen Energie, daß die Richter sowohl als die Kronanwälte es für nöthig hielten, sich zu vertheidigen, indem sie versicherten, sie wüßten von keinen solchen papistischen Schriften, deren der Gefangene erwähnt habe. Augenblicklich brachte er einige römisch-katholische Bücher und Zierrathen zum Vorschein, welche damals mit königlicher Bewilligung überall frei verkauft wurden, las die Titel der Bücher laut vor und warf dem Kronanwalt einen Rosenkranz über den Tisch zu. „Und jetzt“, rief er dann mit lauter Stimme, „erhebe ich diese Anklage vor Gott, vor diesem Gerichtshofe und vor dem englischen Volke. Wir werden bald sehen, ob der Herr Generalfiskal seine Pflicht thut.“

Es wurde beschlossen, daß Johnson vor der Vollziehung der Strafe seiner Priesterwürde entkleidet werden sollte. Die Prälaten, denen die Verwaltung der Londoner Diöcese von der hohen Commission übertragen war, forderten ihn vor sich in das Kapitelhaus der St. Paulskathedrale. Sein Benehmen während der Ceremonie machte einen tiefen Eindruck auf alle Anwesenden. Als ihm sein heiliges Gewand ausgezogen wurde, rief er aus: „Ihr nehmt mir meinen Rock, weil ich mich bemüht habe, Euch den Eurigen zu erhalten.“ Das Einzige was ihn bei der ganzen Ceremonie wirklich zu betrüben schien, war der Augenblick als man ihm die Bibel aus der Hand riß. Er sträubte sich schwach das heilige Buch herzugeben, küßte es und brach in Thränen aus. „Die Hoffnungen, die ich ihm verdanke“, sagte er, „könnt Ihr mir nicht rauben.“ Es wurden einige Versuche gemacht, um den Erlaß der Peitschenstrafe für ihn zu erwirken. Ein römisch-katholischer Priester bot für die Summe von zweihundert Pfund seine Fürsprache an. Das Geld würde aufgebracht und der Priester that sein Möglichstes, aber vergebens. „Mr. Johnson“, sagte der König, „hat den Muth eines Märtyrers, und er soll deshalb auch einer werden.“ Wilhelm III. sagte einige Jahre später von einem der giftigsten und unerschrockensten Jakobiten: „Er hat sich vorgenommen ein Märtyrer zu werden, und ich habe mir vorgenommen, seine Hoffnung zu vereiteln.“ Diese beiden Äußerungen würden allein hinreichen, um den großen Unterschied in dem Geschick der beiden Fürsten zu erklären.

Der für die Auspeitschung festgesetzte Tag erschien. Man bediente sich einer neunschwänzigen Katze und der Verurtheilte erhielt mit derselben dreihundertsiebzehn Hiebe, ohne eine Miene zu verziehen. Er sagte nachher, der Schmerz sei fürchterlich gewesen, aber er habe sich, während er von dem Karren fortgezogen wurde, der Geduld erinnert, mit der das Kreuz einst den Calvarienberg hinauf getragen ward, und dieser Gedanke habe ihn so gestärkt, daß er, wenn er nicht befürchtet hätte, sein Benehmen könnte als eitle Prahlerei ausgelegt werden, mit eben so fester und freudiger Stimme als ob er sich im Kreise seiner Gemeinde befände, einen Psalm gesungen haben würde. Man kann sich des Wunsches nicht enthalten, daß ein solcher Heldenmuth weniger mit Leiden­schaft­lichkeit und Unduldsamkeit hätte gepaart sein sollen.116

Eifer der anglikanischen Geistlichkeit gegen den Papismus. Unter den anglikanischen Geistlichen fand Johnson keine Theilnahme. Er hatte den Aufruhr zu rechtfertigen versucht, er hatte sogar eine Billigung des Königsmordes angedeutet, und so viel sie auch beleidigt und gereizt wurden, hielten sie doch noch immer fest an der Lehre vom Nichtwiderstande. Aber sie sahen mit Schmerz und Besorgniß die Fortschritte der Religion, die sie als einen schädlichen Aberglauben betrachteten, und während sie jeden Gedanken an eine Vertheidigung ihres Glaubens durch das Schwert aufgaben, griffen sie mannhaft zu Waffen andrer Art.

Streitschriften. Gegen die Irrthümer des Papstthums zu predigen, betrachteten sie jetzt als eine Pflicht und eine Ehrensache. Die Londoner Geistlichkeit, welche damals in Hinsicht des Talents und des Einflusses obenan stand, gab ein Beispiel, das von ihren weniger gebildeten Amtsbrüdern im ganzen Lande wacker nachgeahmt wurde. Hätten nur einzelne kühne Männer sich diese Freiheit herausgenommen, so würden sie wahrscheinlich sofort vor die kirchliche Commission citirt worden sein; aber es war kaum möglich ein Vergehen zu bestrafen, das jeden Sonntag von Tausenden von Geistlichen, von Barwick bis Penzance, begangen wurde. Die Pressen von London, Oxford und Cambridge ruhten keinen Augenblick. Das Gesetz, welches die literarischen Erscheinungen einer Censur unterwarf, war kein ernstes Hinderniß für die Anstrengungen der protestantischen Polemiker, denn es enthielt eine Ausnahmsbestimmung zu Gunsten der beiden Universitäten und gestattete die Veröffentlichung aller theologischen Werke, die der Erzbischof von Canterbury genehmigt hatte. Es stand daher nicht in der Macht der Regierung, den Vertheidigern der Staatskirche Schweigen zu gebieten. Sie bildeten eine zahlreiche, unerschrockene und wohlgeordnete Schaar von Streitern und es befanden sich unter ihnen ausgezeichnete Redner, erfahrene Dialectiker und in den Schriften der Kirchenväter wie in allen Theilen der Kirchengeschichte gründlich bewanderte Gelehrte. Einige von ihnen kehrten später die furchtbaren Waffen, die sie gegen den gemeinsamen Feind geschwungen hatten, gegen einander und brachten durch ihr heftiges Streiten und ihr übermüthiges Triumphiren Schmach über die Kirche, die sie gerettet hatten. Gegenwärtig aber bildeten sie eine fest zusammenhaltende Phalanx. In erster Linie erblickte man eine Reihe standhafter und geschickter Veteranen: Tillotson, Stillingfleet, Sherlock, Prideaux, Whitby, Patrick, Tenison und Wake. Die ausgezeichnetsten Baccalaureen der Philosophie, deren Studienziel die Diakonatsweihe war, bildeten die Nachhut. Unter den Kämpfern, welche Cambridge ins Feld stellte, ragte einer der vorzüglichsten Schüler des großen Newton hervor, Heinrich Wharton, der einige Monate früher der beste Disputant seines Jahrescursus gewesen war und dessen bald darauf erfolgender frühzeitiger Tod von allen Parteien als ein unersetzlicher Verlust für die Wissenschaft beklagt wurde.117 Oxford war nicht minder stolz auf einen jungen Mann, der sein großes Talent in diesem Streite zum ersten Male versuchte und der nachher vierzig ereignisvolle Jahre hindurch Kirche und Staat beunruhigte: Franz Atterbury. Von solchen Männern wurde jede Streitfrage zwischen den Papisten und den Protestanten bald in einem populären Style, den jeder Knabe und jede Frau verstehen konnte, bald mit der scharfsinnigsten Logik, bald mit einem ungeheuren Aufwand von Gelehrsamkeit erörtert. Die Anmaßungen des heiligen Stuhles, die Autorität der Überlieferungen, das Fegefeuer, die Transsubstantiation, das Meßopfer, die Anbetung der Hostie, die Verweigerung des Kelches an Laien, die Beichte, die Buße, der Ablaß, die letzte Ölung, die Anrufung der Heiligen, die Anbetung von Bildern, der Cölibat der Geistlichen, die Klostergelübde, die Anwendung einer dem Volke nicht verständlichen Sprache beim öffentlichen Gottesdienste, die Verderbtheit des römischen Hofes, die Geschichte der Reformation, der Character der wichtigsten Reformatoren: dies Alles wurde ausführlich erörtert. Eine große Anzahl abgeschmackter Sagen von Wundern, welche Heilige und Reliquien bewirkt, wurden aus dem Italienischen übersetzt und als Belege für den Pfaffentrug, der den größten Theil der Christenheit genarrt, veröffentlicht. Von den Schriften, welche von anglikanischen Geistlichen während der kurzen Regierung Jakob’s II. erschienen, sind wahrscheinlich viele verloren gegangen. Diejenigen, von denen sich in unseren großen Bibliotheken noch Exemplare befinden, bilden eine Masse von nahe an zwanzigtausend Seiten.118

Die römisch-katholischen Theologen besiegt. Die römischen Katholiken ließen sich nicht ohne Widerstand besiegen. Einer von ihnen, Namens Heinrich Hill, war zum Buchdrucker des königlichen Hauses und der Hofkapelle ernannt und vom Könige an die Spitze einer großen Officin in London gestellt worden, aus der Hunderte von theologischen Abhandlungen hervorgingen. Obadja Walker’s Presse in Oxford war nicht weniger thätig. Aus diesen Anstalten ging jedoch außer einigen schlechten Übersetzungen der herrlichen Werke Bossuet’s nichts hervor, was nur den geringsten Werth gehabt hätte. Kein verständiger und wahrheits­liebender Katholik konnte in der That leugnen, daß die Vorkämpfer seiner Kirche in jedem Talent und Wissen vollständig besiegt waren. Den fähigsten von ihnen würde von der andren Seite kaum der dritte Rang eingeräumt worden sein. Viele von ihnen wußten das was sie sagen wollten, nicht auf die rechte Weise zu sagen. Sie waren wegen ihres Glaubens von den englischen Schulen und Universitäten ausgeschlossen gewesen und hatten bis zur Thronbesteigung Jakob’s England nie als einen angenehmen oder auch nur sicheren Aufenthalt betrachtet. Daher hatten sie den größten Theil ihres Lebens auf dem Continente zugebracht und ihre Muttersprache fast völlig verlernt. Wenn sie predigten, erregte ihr ausländischer Accent das spöttische Lächeln der Zuhörer und ihre Orthographie glich der der Waschweiber. Ihre Sprache war durch ausländische Redensarten entstellt und wollten sie einmal recht beredtsam sein, so ahmten sie so gut sie konnten den Styl nach, der auf den italienischen Akademien, deren Rhetorik den höchsten Grad der Verderbtheit erreicht hatte, für schön galt. Disputanten, welche mit solchen Nachtheilen zu kämpfen hatten, würden selbst wenn sie die Wahrheit auf ihrer Seite gehabt hätten, kaum im Stande gewesen sein, Männern die Spitze zu bieten, deren Styl sich durch einfache Reinheit und Eleganz in hohem Grade auszeichnete.119

Die Lage Englands im Jahre 1686 kann nicht besser geschildert werden, als mit den Worten des französischen Gesandten. „Die Unzufriedenheit,“ schrieb er, „ist groß und allgemein, aber die Furcht vor noch schlimmeren Übeln hält Jeden zurück, der etwas zu verlieren hat. Der König äußert unverhohlen seine Freude darüber, daß er sich in der Lage befindet, kühne Streiche führen zu können. Er hört es gern, wenn man ihm dazu gratulirt. Er hat mit mir darüber gesprochen und mir versichert, daß er nicht nachgeben wird.“120

Zustand Schottlands. Mittlerweile waren in anderen Theilen des Reichs Ereignisse von ernster Wichtigkeit eingetreten. Die Lage der bischöflichen Protestanten Schottlands war von der ihrer englischen Glaubensbrüder weit verschieden. Im Süden der Insel war die Staatsreligion auch die Volksreligion und besaß eine von der Unterstützung der Regierung völlig unabhängige Kraft. Die aufrichtigen Conformisten waren viel zahlreicher als die Papisten und die protestantischen Dissenters zusammengenommen. Die Landeskirche Schottlands war die Kirche einer kleinen Minorität. Die Bevölkerung des Niederlandes hielt zum größten Theil fest an der presbyterianischen Kirchenverfassung. Die große Masse der schottischen Protestanten verabscheute das Prälatenthum als eine schriftwidrige und zugleich ausländische Einrichtung. Die Schüler Knox’ betrachteten es als ein Überbleibsel von den Gräueln des großen Babylon. Es erinnerte ein auf das Andenken Wallace’s und Bruce’s stolzes Volk schmerzlich daran, daß Schottland, seitdem seinen Herrschern ein schöneres Erbtheil zugefallen, nur noch dem Namen nach unabhängig sei. Auch stand die bischöfliche Verfassung in den Augen des Volks mit allen den Übeln, welche eine fünfund­zwanzig­jährige schlechte und grausame Verwaltung heraufbeschworen hatte, in der engsten Verbindung. Dennoch erhielt sich diese Verfassung, wenn auch auf einer schmalen Grundlage und unter furchtbaren Stürmen, noch immer aufrecht; sie schwankte zwar zuweilen, wurde aber durch die weltliche Obrigkeit gestützt und verließ sich bei eintretender ernster Gefahr auf die Macht Englands. Die Archive des schottischen Parlaments wimmeln von Gesetzen, welche Denen mit Strafe drohen, die in irgend einer Richtung die vorgezeichnete Grenze überschritten. Nach einem zu Knox’ Zeiten erlassenen Gesetze, das ganz seinen Geist athmete, war es ein schweres Vergehen, die Messe zu hören und im zweiten Wiederholungsfalle war es ein Kapitalverbrechen.121 Eine neuerdings auf Andringen Jakob’s erlassene Verordnung setzte die Todesstrafe auf das Predigen in irgend einem presbyterianischen Conventikel und sogar auf den bloßen Versuch eines solchen unter freiem Himmel abgehaltenen Conventikels.122 Das heilige Abendmahl war zwar nicht, wie in England, zu einem bürgerlichen Prüfstein herabgewürdigt worden; aber es konnte Niemand ein Amt bekleiden, im Parlament sitzen, oder nur an der Wahl eines Mitgliedes theilnehmen, ohne an Eidesstatt eine Erklärung zu unterschreiben, welche in den stärksten Ausdrücken die Grundsätze der Papisten wie der Covenanters verdammte.123

Queensberry. Im schottischen Geheimen Rathe gab es zwei Parteien, welche Denen entsprachen, die in Whitehall einander kämpfend gegenüberstanden. Wilhelm Douglas, Herzog von Queensberry, war Lordschatzmeister und wurde seit einigen Jahren als erster Minister betrachtet. Er war durch Verwandtschaft, durch Ähnlichkeit der Meinungen und durch Ähnlichkeit des Characters mit dem Schatzmeister Englands eng verbunden. Beide waren Tories; Beide hatten ein heißblütiges Temperament und starke Vorurtheile; Beide waren bereit, ihren Gebieter bei jedem Angriff auf die bürgerlichen Freiheiten seines Volks zu unterstützen; Beide waren aufrichtige Anhänger der Staatskirche. Queensberry hatte dem Hofe in Zeiten angekündigt, daß er sich an keiner Neuerung betheiligen könne, die etwa in Betreff dieser Kirche beabsichtigt werden dürfte. Dagegen befanden sich unter seinen Collegen einige ebenso grundsatzlose Männer als Sunderland. Der Geheime Rath von Edinburg war in der That ein Vierteljahrhundert lang eine Pflanzschule aller öffentlichen und Privatlaster und einige von den Staatsmännern, deren Character dort gebildet war, besaßen eine Hartherzigkeit und einen Starrsinn, von denen Westminster selbst in jener schlimmen Zeit kaum ähnliche Beispiele aufweisen konnte.

Abfall Perth’s und Melfort’s. Der Kanzler, Jakob Drummond, Earl von Perth, und sein Bruder, der Staatssekretär Johann Lord Melfort, suchten Queensberry zu verdrängen. Der Kanzler hatte bereits ein unbestreitbares Recht auf die königliche Gunst. Er hatte eine kleine stählerne Daumenschraube eingeführt, welche so fürchterliche Schmerzen verursachte, daß sie schon Männern, bei denen Seiner Majestät Lieblingsinstrument, der spanische Stiefel, vergebens angewendet worden war, Geständnisse abgepreßt hatte.124 Aber es war wohl bekannt, daß selbst die Grausamkeit kein so sicherer Weg zu Jakob’s Herzen war als Abfall vom Glauben. Zu diesem nahmen daher Perth und Melfort mit einer frechen Gemeinheit, der kein englischer Staatsmann gleichzukommen hoffen durfte, ihre Zuflucht. Sie erklärten, daß die in der Cassette Karl’s II. gefundenen Papiere sie Beide zum wahren Glauben bekehrt hätten und sie begannen zu beichten und die Messe zu hören.125 Wie wenig die Überzeugung mit Perth’s Religionswechsel zu thun hatte, bewies er deutlich, indem er wenige Wochen später in directem Widerspruch mit den Vorschriften der Kirche, in deren Schooß er eben erst übergetreten war, seine leibliche Cousine zur Gattin nahm, ohne eine Dispensation abzuwarten. Als der gute Papst dies erfuhr, sagte er mit wohlbegründeter Verachtung und Entrüstung, dies sei eine sonderbare Bekehrung.126 Jakob aber war leichter zufrieden zu stellen. Die beiden Renegaten stellten sich ihm in Whitehall vor und empfingen so warme Versicherungen seiner Gunst, daß sie es wagten, directe Beschuldigungen gegen den Schatzmeister zu erheben. Die Grundlosigkeit dieser Beschuldigungen war jedoch so in die Augen springend, daß Jakob sich genöthigt sah, den verklagten Minister freizusprechen, und Viele waren der Meinung, daß der Kanzler durch seinen boshaften Eifer, seinen Nebenbuhler zu stürzen, sich selbst gestürzt habe. Einige Andere urtheilten richtiger. Halifax, gegen den Perth einige Besorgniß äußerte, antwortete spöttisch lächelnd, es habe keine Gefahr. „Sei guten Muths, Mylord,“ setzte er hinzu; „Dein Glaube hat Dir geholfen.“ Die Prophezeiung bestätigte sich, Perth und Melfort kehrten als die wahren Oberhäupter der Regierung ihres Vaterlandes nach Edinburg zurück.127 Noch ein andres Mitglied des schottischen Geheimen Rathes, Alexander Stuart, Earl von Murray, Nachkomme und Erbe des Regenten, schwor ebenfalls den Glauben ab, dessen erster Vorkämpfer sein erlauchter Ahnherr gewesen war, und erklärte sich zum Mitgliede der römischen Kirche. So ergeben Queensberry von jeher der Sache der Hoheitsrechte gewesen war, gegen Nebenbuhler, welche bereit waren, die Gunst des Hofes um solchen Preis zu verkaufen, konnte er sich nicht behaupten. Er mußte eine Reihe von Kränkungen und Demüthigungen ertragen, ähnlich denen, welche um die nämliche Zeit seinem Freunde Rochester das Leben zu verbittern begannen.

Begünstigung der katholischen Religion in Schottland. Es erschienen königliche Erlasse, welche die Papisten ermächtigten, Ämter zu bekleiden, ohne den Testeid zu leisten, und die Geistlichkeit erhielt strengen Befehl, sich in ihren Predigten aller Reflexionen über den römisch-katholischen Glauben zu enthalten. Der Kanzler nahm es auf sich, zu den wenigen Buchdruckern und Buchhändlern, die sich damals in Edinburg befanden, die Diener des Geheimen Raths mit dem Befehle zu senden, kein Werk ohne seine Genehmigung zu veröffentlichen. Man wußte sehr wohl, daß dieser Befehl bezweckte, die Verbreitung protestantischer Schriften zu verhindern. Ein achtbarer Buchhändler sagte den Boten, daß er in seinem Laden ein Buch habe, das sich in sehr harten Worten über den Papismus äußere, und fragte, ob er es verkaufen dürfe. Sie verlangten es zu sehen, und er zeigte ihnen eine Bibel.128 Eine ganze Schiffsladung Heiligenbilder, Rosenkränze, Kreuze und Rauchfässer langten unter der Adresse des Lord Perth in Leith an. Die Einfuhr solcher Artikel war seit geraumer Zeit verboten gewesen; jetzt aber ließen die Zollbeamten diese Zierrathen und Geschirre des Aberglaubens passiren.129

Aufstände in Edinburg. Bald darauf erfuhr man, daß im Hause des Kanzlers eine papistische Kapelle eingerichtet worden war und daß regelmäßig Messe darin gelesen wurde. Der Pöbel stand auf und griff das Gebäude an, in welchem der Götzendienst gefeiert ward. Die eisernen Fenstergitter wurden herausgerissen und Lady Perth nebst einigen Freundinnen wurden mit Koth beworfen. Einer der Ruhestörer wurde ergriffen und der Geheime Rath befahl, ihn auspeitschen zu lassen. Seine Kameraden aber befreiten ihn und prügelten den Henker. Die Stadt war die ganze Nacht in Aufruhr. Die Studenten der Universität mischten sich unter den Haufen und reizten ihn zum Tumult auf. Eifrige Bürger tranken auf die Gesundheit der studirenden Jugend und auf den Untergang der Papisten und ermuthigten einander zum Widerstand gegen die Truppen. Diese standen bereits unter den Waffen. Unter ihnen zeichnete sich besonders aus das Dragoner­regiment Claverhouse’s, der Schrecken und Abscheu von ganz Schottland. Sie wurden mit einem Steinhagel empfangen, der einen Offizier verwundete. Alsbald erfolgte der Befehl zum Feuern, und es fielen mehrere Bürger. Der Aufruhr war ernst; aber die von Rachsucht und Ehrgeiz entflammten Gebrüder Drummond schilderten ihn maßlos übertrieben. Queensberry bemerkte, daß ihre Berichte einen Jeden, der nicht Augenzeuge gewesen war, zu dem Glauben bringen mußten, es habe in Edinburg ein eben so furchtbarer Aufstand wie der des Masaniello gewüthet. Sie dagegen beschuldigten ihn nicht nur, daß er das Verbrechen der Aufrührer zu gering anschlage, sondern sogar, daß er es gefördert habe, und boten Alles auf, um einen Beweis für seine Schuld zu erlangen. Einem der verhafteten Rädelsführer wurde seine Begnadigung angeboten, wenn er gestehen wolle, daß Queensberry ihn aufgehetzt habe; aber die nämliche religiöse Begeisterung, welche den unglücklichen Gefangenen zu verbrecherischer Gewaltthat getrieben, hielt ihn ab, sein Leben durch eine Verleumdung zu erkaufen. Er und mehrere seiner Mitschuldigen wurden gehängt. Ein Soldat, der während des Kampfes ausgerufen haben sollte, er möchte sein Schwert lieber einem Papisten durch den Leib stoßen, wurde erschossen. So war die Ruhe in Edinburg wieder hergestellt, aber die Verurtheilten wurden als Märtyrer betrachtet und der papistische Kanzler wurde der Gegenstand eines tödtlichen Hasses, der in nicht langer Zeit reichliche Befriedigung finden sollte.130

Zorn des Königs. Der König war höchlich entrüstet. Er erhielt die Nachricht von dem Aufstande in dem Augenblicke, als es der Königin mit Hülfe der Jesuiten eben gelungen war, über Lady Dorchester und ihre protestantischen Verbündeten zu triumphiren. Er sagte, die Unzufriedenen sollten erfahren, daß die Auflehnung gegen seinen Willen keine andre Wirkung habe, als ihn noch entschlossener zu machen.131 Er sandte an den schottischen Geheimen Rath den Befehl, die Schuldigen mit der äußersten Strenge zu bestrafen und mit der Anwendung des spanischen Stiefels nicht sparsam zu sein.132 Er stellte sich als ob er von der Unschuld des Schatzmeisters vollkommen überzeugt sei und schrieb einen sehr freundlichen Brief an ihn; aber die freundlichen Worte waren von unfreundlichen Handlungen begleitet. Die Verwaltung des schottischen Schatzamts wurde trotz der ernsten Gegenvorstellungen Rochester’s, der das Schicksal seines Verwandten wahrscheinlich für einen Vorläufer seines eignen hielt, einer Commission übertragen.133 Allerdings wurde Queensberry zum ersten Commissar und zum Präsidenten des Geheimen Raths ernannt, aber sein Fall blieb trotz dieses lindernden Balsams immer ein Fall. Auch wurde er seines Postens als Commandant des Schlosses von Edinburg enthoben und sein Nachfolger in diesem Vertrauensposten war der Herzog von Gordon, ein römischer Katholik.134

Seine Pläne in Betreff Schottlands. Jetzt kam ein Schreiben aus London, welches dem schottischen Geheimen Rathe die Absichten des Königs klar vor Augen legte. Es war sein Wille, daß alle römischen Katholiken von der Wirkung der Gesetze, welche wegen Nichtconformität Strafen und Ausschließungen verhängten, befreit sein und daß dagegen die Verfolgungen gegen die Covenanters ohne Milderung fortgesetzt werden sollten.135 Dieser Plan stieß im Geheimen Rathe auf kräftigen Widerstand. Einige Mitglieder wollten von einer Lockerung der bestehenden Gesetze nichts wissen. Andere waren zwar einer solchen Lockerung nicht abgeneigt, aber sie sahen doch ein, daß es unerhört sein würde, römische Katholiken zu den höchsten Ehrenämtern zuzulassen und dabei das Gesetz aufrecht zu erhalten, welches den Besuch presbyterianischer Conventikel mit dem Tode bestrafte. Die Antwort des Raths lautete daher nicht so unterwürfig als gewöhnlich. Der König gab in seiner Rückäußerung seinen pflichtvergessenen Räthen einen scharfen Verweis und entbot drei von ihnen, den Herzog von Hamilton, Sir Georg Lockhardt und General Drummond, zu sich nach Westminster.

Eine Deputation schottischer Geheimräthe begiebt sich nach London. Hamilton’s Talente und Kenntnisse waren zwar keineswegs so bedeutend, daß sie einem Unbekannten genügt haben würden, um sich zu einer hohen Stellung emporzuschwingen, erschienen aber immerhin bei einem Manne, der erster Peer von Schottland war, sehr achtungswerth. Lockhardt hatte lange für einen der ersten Juristen, Logiker und Redner gegolten, die sein Vaterland hervorgebracht, und genoß dabei das Ansehen, welches große Besitzungen verleihen, denn er hatte ein so bedeutendes Vermögen, wie es damals nur sehr wenige schottische Edelleute besaßen.136 Er war unlängst zum Präsidenten des Sessions­gerichts­hofes137 ernannt worden. Drummond, ein jüngerer Bruder Perth’s und Melfort’s, war Commandant der in Schottland stehenden Truppen. Er war ein leichtfertiger und weltlich gesinnter Mann, aber ein gewisses Ehrgefühl, das seinen beiden Brüdern fehlte, hielt ihn vom öffentlichen Glaubensabfall zurück. Er lebte und starb — wie einer seiner Landsleute sich sehr bezeichnend ausdrückt — als ein schlechter Christ, aber als guter Protestant.138

Jakob gefiel die ehrerbietige Sprache der drei Räthe, als sie zuerst vor ihm erschienen. Er äußerte sich gegen Barillon sehr günstig über sie und rühmte besonders Lockhardt als den talentvollsten und beredtesten aller lebenden Schotten. Doch bald zeigten sie sich minder gefügig, als man von ihnen erwartet hatte, und es hieß bei Hofe, daß sie durch die Gesellschaft, mit der sie in London verkehrt hatten, verdorben worden seien. Hamilton ging viel mit eifrigen Anhängern der Staatskirche um, und es stand zu befürchten, daß Lockhardt in Folge seiner Verwandtschaft mit der Familie Wharton in noch schlimmere Gesellschaft gerathen sei. Es war in der That wohl natürlich, daß die ernste und beharrliche, aber dabei Maß haltende Unzufriedenheit, welche England durchdrang, auf Staatsmänner, welche eben aus einem Lande kamen, wo die Opposition in andrer Form als in der des Aufruhrs seit langer Zeit fast unbekannt und wo Alles entweder gesetzlose Wuth oder kriechende Unterwürfigkeit war, einen tiefen Eindruck machte und daß sie ermuthigt werden mußten, es mit dem verfassungsmäßigen Widerstande gegen den königlichen Willen zu versuchen. Zwar erklärten sie sich bereit, den römischen Katholiken große Erleichterungen zu gewähren, aber nur unter zwei Bedingungen: erstens daß eine ähnliche Nachsicht auch auf die calvinistischen Sectirer ausgedehnt werde, und zweitens daß sich der König durch ein feierliches Versprechen verpflichte, nichts zum Nachtheile der protestantischen Religion zu unternehmen.

Ihre Unterhandlungen mit dem Könige. Beide Bedingungen waren durchaus nicht nach Jakob’s Sinne. Nach einem mehrtägigen Streite verstand er sich indessen mit Widerstreben dazu, den Presbyterianern einige Duldung zu gewährleisten; die volle Freiheit aber, die er für Mitglieder seiner Kirche beanspruchte, wollte er ihnen unter keinen Umständen bewilligen.139 Auf die zweite Bedingung, welche die schottischen Räthe stellten, weigerte er sich entschieden einzugehen. Er sagte, die protestantische Religion sei eine falsche und er könne durchaus nicht versprechen, daß er seine Macht nicht zum Nachtheile einer falschen Religion anwenden werde. Die Unterhandlungen über diesen Punkt dauerten lange und führten zu keinem für irgend eine der beiden Parteien befriedigenden Ergebnisse.140

Zusammentritt der schottischen Stände. Inzwischen rückte die zum Zusammentritt der schottischen Stände festgesetzte Zeit heran, und die drei Räthe mußten daher London verlassen, um ihren parlamentarischen Pflichten in Edinburg nachzukommen. Bei dieser Gelegenheit erfuhr Queensberry eine neue Kränkung. In der letzten Session hatte er als Lordobercommissar fungirt und als solcher die Majestät des abwesenden Königs vertreten. Diese Würde, die höchste, nach der ein schottischer Edelmann streben konnte, wurde jetzt dem Renegaten Murray übertragen.

Sie zeigen sich widerspenstig. Am 29. April eröffnete das Parlament in Edinburg seine Sitzungen. Es wurde ein Schreiben des Königs verlesen, worin er die Stände ermahnte, seinen römisch-katholischen Unterthanen Erleichterungen zu verschaffen, und ihnen dafür freien Handel mit England und eine Amnestie für politische Vergehen anbot. Es wurde ein Ausschuß ernannt, um die Antwort zu entwerfen. Dieser Ausschuß, obgleich von Murray selbst ernannt und aus Geheimen Räthen und Höflingen zusammengesetzt, entwarf eine Erwiederung, die zwar voll Versicherungen der Pflichttreue und Ehrerbietung war, aber bei alledem unverkennbar den Entschluß verrieth, dem Verlangen des Königs nicht zu entsprechen. Die Stände, hieß es darin, würden, so weit als ihr Gewissen es ihnen gestatte, den Wünschen Seiner Majestät in Betreff seiner römisch-katholischen Unterthanen entgegenkommen. Diese Ausdrücke befriedigten den Kanzler durchaus nicht, aber er mußte sich damit begnügen und es kostete ihm sogar einige Mühe, das Parlament zur Annahme derselben zu überreden. Einige eifrige Protestanten erhoben Einwürfe gegen die Erwähnung des römisch-katholischen Glaubens. Es gebe gar keine solche Religion, meinten sie, sondern es gebe nur einen götzendienerischen Abfall, den die Gesetze mit dem Stricke bestraften und dem christliche Männer keinen beschönigenden Namen geben dürften. Einen solchen Afterglauben Katholicismus nennen, hieße die ganze Frage, welche zwischen Rom und der reformirten Kirche schwebe, aufgeben. Das Anerbieten des freien Handelsverkehrs mit England wurde als eine schimpfliche Beleidigung angesehen. „Unsere Väter,“ sagte einer der Redner, „verkauften ihren König für sündliches Gold und die Schmach jenes abscheulichen Handels ist noch nicht verwischt. Man soll nicht von uns sagen, daß wir unsren Gott verschachert haben!“ Sir Johann Lauder von Fountainhall, einer der Senatoren des Justizcollegiums, schlug die Worte vor: „die Personen, welche gewöhnlich römische Katholiken genannt werden.“ — „Wollen Sie Seiner Majestät einen Spottnamen geben?“ rief der Kanzler. Die vom Ausschuß entworfene Antwort wurde angenommen, aber eine bedeutende und achtbare Minorität stimmte gegen die vorgeschlagenen Worte als zu höfisch.141 Es wurde bemerkt, daß die Abgeordneten der Städte fast einhellig gegen die Regierung waren. Bisher waren, diese Mitglieder im Parlament von geringer Bedeutung gewesen und nur als der Schweif mächtiger Edelleute betrachtet worden. Jetzt zeigten sie zum ersten Male eine Unabhängigkeit, eine Entschiedenheit und einen Gemeingeist, welche den Hof beunruhigten.142

Die Antwort mißfiel Jakob dermaßen, daß er den Abdruck derselben in der Gazette nicht gestattete. Er sollte bald erfahren, daß ein Gesetz, wie er es angenommen zu sehen wünschte, nicht einmal vorgeschlagen werden würde. Die Artikel-Lords, denen es oblag, die Gesetze zu entwerfen, über welche die Stände nachher zu berathen hatten, waren thatsächlich von ihm selbst ernannt, aber sogar sie zeigten sich widerspenstig. Als sie sich versammelten, traten die kürzlich von London zurückgekommenen drei Räthe an die Spitze der Opposition gegen den königlichen Willen. Hamilton erklärte geradezu, er könne nicht thun, was verlangt werde; er sei ein treuer und loyaler Unterthan, aber das Gewissen ziehe eine Grenze. „Gewissen?“ rief der Kanzler; „Gewissen ist ein unbestimmtes Wort, das Alles und auch Nichts bedeutet.“ — „Wenn das Gewissen,“ fiel Lockhardt ein, der als Abgeordneter der großen Grafschaft Lanark im Parlamente saß, „ein leeres Wort ist, so wollen wir es mit einem andren Ausdruck vertauschen, der hoffentlich etwas bedeutet. Lassen Sie uns dafür sagen; Die Grundgesetze Schottlands.“ Diese Worte veranlaßten eine heftige Debatte. General Drummond, welcher Perthshire vertrat, erklärte sich mit Hamilton und Lockhardt einverstanden, und die meisten der anwesenden Bischöfe traten auf die nämliche Seite.143

Es war klar, daß Jakob selbst im Artikel-Ausschuß über keine Majorität zu gebieten hatte. Die Nachricht verdroß und reizte ihn. Er führte eine heftige und drohende Sprache und bestrafte einige seiner widerspenstigen Diener in der Hoffnung, daß die übrigen es sich würden zur Warnung dienen lassen. Mehrere Mitglieder des Raths wurden entlassen und mehreren wurden Gehalte entzogen, welche einen großen Theil ihres Einkommens bildeten. Das ausgezeichnetste Opfer war Sir Mackenzie von Rosehaugh. Er hatte lange das Amt des Lordadvokaten bekleidet und an den Verfolgungen der Covenanters einen solchen Antheil genommen, daß er noch heutigen Tages in den Augen des ernsten und gottesfürchtigen schottischen Landvolks eine Stelle einnimmt, welche von der nicht beneidenswerthen Höhe Claverhouse’s nicht weit entfernt ist. Mackenzie’s juristische Kenntnisse waren nicht die glänzendsten, aber als Gelehrter, als Schöngeist und als Redner stand er bei seinen Landsleuten in hohem Ansehen, und sein Ruf hatte sich in die Londoner Kaffeehäuser und in die Oxforder Kreuzgänge verbreitet. Die noch vorhandenen gerichtlichen Vorträge von ihm beweisen, daß er ein talentvoller Mann war; nur werden sie durch etwas beeinträchtigt, was er wahrscheinlich für ciceronischen Schwung hielt, durch Interjectionen, welche mehr Kunst als Leidenschaft verrathen, und durch weitschweifige Umschreibungen, in denen sich Epipheta über Epipheta zu einem ermüdenden Klimax aufeinanderhäufen. Jetzt hatte er sich zum ersten Male bedenklich gezeigt und wurde deshalb trotz seiner Ansprüche auf den Dank der Regierung seines Amtes entsetzt. Er zog sich aufs Land zurück und ging bald darauf nach London, um sich zu rechtfertigen, wurde aber vom Könige nicht vorgelassen144. Während der König es auf diese Weise versuchte, die Artikel-Lords durch Einschüchterung zum Gehorsam zu zwingen, ermuthigte sie die öffentliche Meinung zur Beharrlichkeit. Die äußersten Anstrengungen des Kanzlers konnten es nicht verhindern, daß das Nationalgefühl sich auf der Kanzel und durch die Presse äußerte. Eine Abhandlung, die in so kühnem und scharfem Tone gehalten war, daß kein Buchdrucker den Druck derselben zu übernehmen wagte, wurde im Manuscript weitverbreitet. Die auf der entgegengesetzten Seite erscheinenden Schriften hatten bei weitem geringere Wirkung, obgleich sie auf Staatskosten verbreitet wurden und obgleich den schottischen Vertheidigern der Regierung ein sehr einflußreicher englischer Bundesgenosse zur Seite stand: Lestrange, der nach Edinburg geschickt worden war und Gemächer in Holyrood House bewohnte.145

Nach einer dreiwöchentlichen Debatte kamen die Lords der Artikel endlich zu einem Entschlusse. Sie schlugen vor, daß es den römischen Katholiken erlaubt sein sollte, ihren Gottesdienst in Privathäusern abzuhalten; aber es zeigte sich bald, daß selbst diese Maßregel, soweit sie auch hinter den Forderungen und Erwartungen des Königs zurückblieb, von den Ständen entweder gar nicht oder doch nur mit starken Beschränkungen und Modificationen angenommen werden würde.

Während der Dauer dieses Kampfes herrschte in London eine ängstliche Spannung. Jeder Bericht, jede Zeile von Edinburg wurde begierig gelesen. Einmal ging das Gerücht, Hamilton habe nachgegeben und die Regierung werde jeden Punkt durchsetzen. Dann kam wieder die Nachricht, daß die Opposition sich aufs neue gesammelt habe und hartnäckiger sei als je. In dem kritischesten Augenblicke erhielt das Postamt den Befehl, alle Briefbeutel aus Schottland nach Whitehall zu senden, und eine ganze Woche lang wurde nicht ein einziger Privatbrief, der von jenseit des Tweed kam, in London ausgegeben. In unsrer Zeit würde eine solche Unterbrechung des schriftlichen Verkehrs die ganze Insel in Verwirrung bringen; damals aber war der Handel und die Correspondenz zwischen England und Schottland so gering, daß die Nachtheile wahrscheinlich viel unbedeutender waren als die, welche gegenwärtig durch eine kurze Verzögerung in der Ankunft der indischen Post entstehen. Während so die gewöhnlichen Wege, auf denen man Nachrichten erhalten konnte, verschlossen waren, beobachtete die Menge in den Galerien von Whitehall mit gespannter Aufmerksamkeit die Mienen des Königs und seiner Minister, und man bemerkte mit großer Befriedigung, daß nach jedem aus dem Norden kommenden Expressen die Feinde des protestantischen Glaubens immer finsterer aussahen.

Sie werden vertagt. Endlich kam zur allgemeinen Freude die Nachricht, daß der Kampf zu Ende sei, daß die Regierung mit ihren Maßregeln nicht habe durchdringen können und daß der Lordobercommissar das Parlament vertagt habe.146

Willkürherrschaft in Schottland. Wäre Jakob nicht gegen alle Warnungen taub gewesen, so würden diese Ereignisse genügt haben, ihn zu warnen. Wenige Monate früher hatte das fügsamste aller englischen Parlamente sich geweigert, seinem Willen zu gehorchen. Aber das willfährigste englische Parlament konnte im Vergleich mit jedem schottischen Parlamente aus irgend einer Zeit eine unabhängige und muthige Versammlung genannt werden, und der knechtische Sinn der schottischen Parlamente war stets in höchster Potenz bei den Lords der Artikel zu finden. Doch selbst die Artikel-Lords zeigten sich widerspenstig. Es war klar, daß alle diejenigen Klassen, alle diejenigen Institutionen, welche bis dahin für die kräftigsten Stützen der monarchischen Gewalt gegolten hatten, als Elemente der Opposition betrachtet werden mußten, wenn der König auf seiner wahnsinnigen Politik beharrte. Aber alle diese Warnungszeichen gingen spurlos an ihm vorüber; auf jede Beschwerde hatte er nur die eine Antwort: er werde niemals nachgeben, denn Zugeständnisse hätten seinen Vater ins Verderben gestürzt, und sein unbeugsamer Starrsinn wurde von der französischen Gesandtschaft und der jesuitischen Cabale laut gepriesen.

Er erklärte jetzt, daß er schon zu genädig gewesen sei, indem er sich herabgelassen habe, die Zustimmung der schottischen Stände zu seinen Wünschen zu verlangen. Sein Hoheitsrecht werde ihn nicht nur in den Stand setzen, Diejenigen zu beschützen, denen er gewogen sei, sondern auch Die zu bestrafen, die sich gegen ihn aufgelehnt hätten. Er war fest überzeugt, daß seine Dispensationsgewalt von keinem schottischen Gerichtshofe in Zweifel gezogen werden würde. Es gab damals eine schottische Suprematsacte, welche dem Souverain eine Gewalt über die Kirche verlieh, welche selbst Heinrich VIII. befriedigt haben würde. In Folge dessen wurden Papisten in Menge zu Ämtern und Ehrenstellen zugelassen. Der Bischof von Dunkeld, der als Lord des Parlaments der Regierung opponirt hatte, wurde willkürlich von seinem Sitze vertrieben und ein Nachfolger für ihn ernannt. Queensberry wurde aller seiner Ämter entsetzt und ihm befohlen, daß er so lange in Edinburg bleiben müsse, bis die Rechnungen des Schatzamts aus der Zeit seiner Verwaltung geprüft und richtig befunden worden seien.147 Da die Abgeordneten der Städte als der unlenkbarste Theil des Parlaments erkannt worden waren, beschloß man, in jedem Wahlorte des ganzen Landes eine völlige Umgestaltung vorzunehmen. Eine ähnliche Veränderung war erst kürzlich in England durch richterliche Erkenntnisse bewirkt worden; in Schottland aber wurde ein bloßer Befehl des Fürsten für genügend erachtet. Alle Wahlen der Magistratsbeamten und der Stadträthe wurden untersagt und der König maßte sich das Recht an, die wichtigsten Municipalbehörden selbst zu ernennen.148 In einem formellen Schreiben an den Geheimen Rath kündigte er seine Absicht an, in seinem Holyroodpalaste eine römisch-katholische Kapelle einzurichten, und er gab Befehl, daß die Richter angewiesen werden sollten, alle gegen die Papisten gerichteten Gesetze, bei Strafe seines allerhöchsten Mißfallens, für null und nichtig zu erklären. Indessen beruhigte er die protestantischen Episcopalen durch die Zusicherung, daß er zwar entschlossen sei, die römisch-katholische Kirche gegen sie in Schutz zu nehmen, sich aber ebenso auch vorgenommen habe, sie gegen jeden Übergriff seitens der Fanatiker zu beschützen. Perth schlug eine in den kriechendsten Ausdrücken abgefaßte Antwort auf diese Mittheilung vor. Der Geheime Rath enthielt jetzt viele Papisten; die noch darin sitzenden protestantischen Mitglieder waren durch des Königs Hartnäckigkeit und Strenge eingeschüchtert worden, und nur ein schwaches Murren ließ sich dann und wann noch vernehmen. Hamilton ließ sich einige Andeutungen gegen die Dispensationsgewalt entschlüpfen, die er aber schleunigst wieder wegerklärte. Lockhardt sagte, er wolle eher seinen Kopf verlieren, als einen Brief wie der vom Kanzler entworfene unterschreiben, aber er sagte dies wohlweislich so leise, daß es nur von Freunden gehört wurde. Perth’s Worte wurden mit unbedeutenden Abänderungen angenommen und den königlichen Befehlen Folge geleistet; aber eine dumpfe Unzufriedenheit verbreitete sich unter jener Minorität der schottischen Nation, mit deren Hülfe die Regierung bisher die Majorität niedergehalten hatte.149

Irland. Wenn der Geschichtsschreiber dieser unruhigen Regierung den Blick nach Irland wendet, wird seine Aufgabe ganz besonders schwierig und kitzlig. Er schreitet — um mich des schönen Bildes zu bedienen, das ein römischer Dichter in ähnlichem Falle gebraucht hat — auf einer dünnen Schicht Asche dahin, unter der die Lava noch glüht. Das siebzehnte Jahrhundert hat in jenem unglücklichen Lande dem neunzehnten ein verhängnißvolles Erbtheil schlimmer Leidenschaften hinterlassen. Das Unrecht, das die sächsischen Vertheidiger von Londonderry und die celtischen Vertheidiger von Limerick einander angethan, hat keiner der beiden genannten Stämme dem andren jemals aufrichtig verziehen. Bis auf den heutigen Tag sind die vielen edlen Eigenschaften, welche die Kinder der Sieger auszeichnen, mit einem mehr als spartanischen Trotze vermischt, während bei den Kindern der Besiegten nur zu oft ein als Furcht und Haß zusammengesetztes Zelotengefühl zu erkennen ist. Keiner der beiden feindlichen Stämme kann von jedem Tadel freigesprochen werden; der Hauptvorwurf aber trifft den kurzsichtigen und starrköpfigen Fürsten, der in einer Lage, wo er sie hätte versöhnen können, seine ganze Macht aufbot, ihren gegenseitigen Haß noch mehr zu schüren, bis er sie endlich zu einem Kampf auf Leben und Tod zwang.

Zustand des irischen Rechts in Glaubenssachen. Die Mißstände, unter denen die Mitglieder seiner Kirche in Irland litten, waren von denen, welche er in England und Schottland abzustellen versuchte, weit verschieden. Das irische Gesetzbuch, welches später durch eine ebenso barbarische Unduldsamkeit wie die der grauesten Vorzeit befleckt wurde, enthielt damals kaum eine einzige Bestimmung und nicht eine einzige bindende Bestimmung, welche über die Papisten als solche irgend eine Strafe verhängt hätte. Auf unsrer Seite des St. Georgskanals drohte jedem Priester, der einen Neubekehrten in den Schooß der römischen Kirche aufnahm, die Strafe, gehängt, geschleift und geviertheilt zu werden. Jenseit des Kanals war er keiner solchen Gefahr ausgesetzt. Ein Jesuit, der in Dover landete, setzte sein Leben aufs Spiel; in Dublin ging er vollkommen sicher einher. Bei uns konnte Niemand ein Amt bekleiden, oder sich nur als Advokat oder als Schullehrer seinen Unterhalt erwerben, wenn er nicht zuvor den Suprematseid leistete; in Irland war kein öffentlicher Beamter verbunden, diesen Eid zu leisten, wenn derselbe nicht ausdrücklich von ihm verlangt wurde.150 Es war daher Niemand, den die Regierung anstellen wollte, dieses Grundes wegen von irgend einem Amte ausgeschlossen. Die Abendmahlsprobe und die Erklärung gegen die Transsubstantiation waren unbekannt und das Parlament keiner Religionssecte verschlossen.

Notes in this chapter

Note 1 · Die Hauptquellen für die Geschichte dieser Intrigue sind die Depeschen von Barillon und Bonrepaux vom Anfang des Jahres 1686. Siehe BarillonNote 2 · »Je vis Milord Rochester comme il sortoit du conseil fort chagrin; et, sur la fin du souper, il lui en échappe quelque chose.« Bonrepaux, 18Note 3 · Leeuwen, 23. Febr. (5. März) 1686. 74. Barillon, 26. April (6. Mai) u. 3.(13.) Mai 1686; Citters, 7.(17.) Mai; Evelyn’s Diary, May 5; LuttreNote 4 · London Gazette, May 13. 1685.Note 5 · Reresby’s Memoirs; Eachard, III. 797; Kennet, III. 451. 83. London Gazette, Apr. 22. & 29. 1686; Barillon, 19.(29.); Evelyn’s Diary, June 2.Note 6 · Siehe die Erzählung des Falles in der Collection of State Trials; Citters, 4.(14.) Mai und 22. Juni (2. Juli) 1686; Evelyn’s Diary, June 27.Note 7 · Siehe die offenen Briefe in Gurch’s Collectanea Curiosa. Das Datum ist der 3. Mai 1686. Sclater’s Consensus Veterum; Gee’s Erwiederung, betiNote 8 · Gutch’s Collectanea Curiosa; Wood’s Athenae Oxonienses; Dialogue between a Churchman and a Dissenter, 1689. 91. Adda, 9.(19.) Juli 1686.Note 9 · Adda, 30. Juli (9. Aug.) 1686.Note 10 · „Ce prince m’a dit que Dieu avoit permis que toutes les loir qui ont été faites pour établir la réligion Protestante, et détruire la réligioNote 11 · Diese ganze Frage ist ausgezeichnet klar und unwiderlegbar in einer damals unter dem Titel: „The King’s Power in Matters Ecclesiastical fairNote 12 · Barillon, 21. Juli (1. Aug.) 1686; Citters, 16.(26.) Juli; Privy Council Book, July 17.; Ellis Correspondence, July 17.; Evelyn’s Diary, JulNote 13 · Burnet I. 677.; Barillon, Sept. 6.(16.) 1686. Der öffentliche Prozeß befindet sich in der Collection of State Trials.Note 14 · 27 Eliz. c. 2.; 2 Jac. 1. c. 4.; 3 Jac. 1. c. 5. 104. Clarke’s Life of James the Second, II. 79, 80. Orig. Mem. 105. De Augmentis, I. VI. 4.Note 15 · Citters, 14.(24.) Mai 1686. 107. Citters, 18.(28.) Mai 1686; Adda, 19.(29.) Mai. 108. Ellis Correspondence, April 27. 1686; Barillon, 19.(29Note 16 · Ellis Correspondence, June 26. 1686; Citters, 2.(12.) Juli; Luttrell’s Diary, July 19. 113. Siehe die damals erschienenen Gedichte: HounslowNote 17 · Siehe Johnson’s Denkwürdigkeiten als Einleitung zu der Folioausgabe seiner Lebensbeschreibung, seinen „Julian“ und seine Antworten an seine Note 18 · Johnson’s Lebensbeschreibung als Einleitung zu seinen Werken; Secret History of the happy Revolution, von Hugo Speke; Collection of State TrNote 19 · Siehe die Vorrede zu Heinrich Wharton’s hinterlassenen Predigten. 118. Dies kann ich aus meinen eigenen Nachforschungen bestätigen. Im BritiNote 20 · Kardinal Howard sprach sich in Rom gegen Burnet sehr streng über diesen Gegenstand aus. (Burnet I. 662.) Eine interessante Stelle ähnlichen Note 21 · Parlamentsacten vom 24. Aug. 1560 u. 15. Dec. 1567. 122. Desgl. vom 8. Mai 1685. 123. Desgl. vom 31. Aug. 1681.Note 22 · Burnet, I. 584. 125. Ibid. I. 652, 653. 126. Ibid. I. 678. 127. Burnet, I. 653.Note 23 · Fountainhall, 28. Jan. 1685/86. 129. Ibid. 11. Jan. 1685/86.Note 24 · Fountainhall, 31. Jan. u. 1. Feb. 1685/86; Burnet, I. 678; Prozesse David Mowbray’s und Alexander Keith’s in der Collection of State Trials;Note 25 · Ludwig an Barillon, 18.(28.) Febr. 1686. 132. Fountainhall, 16. Feb.; Wodrow, III. X. 3. „Wir verlangen,“ geruhten Seine Majestät zu schreibNote 26 · Dieser Brief ist vom 4. März 1686.Note 27 · Barillon, 19.(29.) April 1686; Burnet, I. 370. 137. Court of session, der höchste schottische Civilgerichtshof, dem englischen Court of ChanNote 28 · Einige Worte von Barillon verdienen angeführt zu werden. Sie würden allein schon genügen, um eine Frage zu entscheiden, zu deren Verwirrung Note 29 · Fountainhall, 6. Mai 1686. 142. Ibid. 15. Juni 1686. 143. Citters, 11.(21.) Mai 1686. Citters versicherte die Generalstaaten, daß er seine MNote 30 · Citters, 28. Mai (7. Juni), 1.(11.) u. 4.(14.) Juni 1686; Fountainhall, 15. Juni; Luttrell’s Diary, June 2. 16.Note 31 · Fountainhall, 12. Juni 1686 148. Ibid. 16. Sept. 1686. 149. Fountainhall, 16. Sept.; Wodrow, III. X. 3.Note 32 · Die Bestimmungen der irischen Suprematsacte, 2. Elis. Kap. 1. sind im wesentlichen dieselben wie die der englischen Suprematsacte, 1. Elis.
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