← Table of contents
Etymologisches Wörterbuch der deutschen Seemannssprache

J.

Reading edition

ja! ja! Der Posten an Bord ruft nachts ein dem Schiff sich näherndes Boot an: „Boot ahoi!‟ Für die Antwort aus dem Boot kommt es darauf an, wer darin sitzt. Ist es der Kommandant so wird der Name des Schiffes gerufen, ist es ein Offizier oder im Offiziersrang stehender Beamter, so lautet die Antwort ja! ja! Ist niemand von diesem Range im Boot, so wird nein! nein! gerufen. — Es wird dabei an das, was an Bord zum Empfang des Bootes zu geschehen hat, gedacht worden sein, besonders auch um anzugeben, an welcher Seite des Schiffes das Boot anlegen wird, da nur die Offiziere etc. etc. an Steuerbord, alle andern an Backbord anlegen dürfen, bezw. müssen.

Jacht, die, eigentlich nur ein einmastiges aber schnellsegelndes kleines Schiff. Holländisch jagt: „een jagtschip voor den pronk en het gemak. Van jagen, omdat het snel zeilt, of schielyk voortgetrokken wordt; avysjagt, oorlogsjagt, speeljagt, trekjagt, Zeiljagt enz.‟ In Ostfriesland ist jachtje ein Fuhrwerk, Pferd und Wagen zusammen, so wie es sich auf der Landstraße zeigt. Auf Wangerooge jacht, mit einem Mast. Kilian: jaght = Liburnica, (Liburnen hießen die von den Illyriern erfundenen Schnellsegler) celox navis praedatoria piratica, myoparo, piraticus myoparo, navis triremis forma, incredibilis celeritatis. Die Seeräuber haben von jeher gehabt und mußten der Natur der Sache nach haben die schnellsten Schiffe. — Unter dem „Schiffzeug auff der Donauw‟ das 1565 Frohnsperger anführt, kommen unter anderm vor: „weiter über die hundert guter ziemlicher ander Schiff, auch groß klein und ander Nachen, Renn und Jagschiff, so gleicher gestalt mit aller notturfft zu der Wehr und Streit gegen den Erbfeind (Türken) verordnet.‟ Eine nordische Expedition die 1594 von Holland aus über „Nova Zembla‟ hinaus unternommen und von Johann Huygen, einem der Teilhaber, beschrieben worden ist, bestand aus drei Schiffen. „Auf dem Schiff von Amsterdam war Schiffer und Steuer Mann, Wilhelm Barentz von der Schelling, Bürger zu Amsterdam, ein erfahrener und wohl versuchter Seemann. Der hatte ein Schellinger Fischer-Jacht bey sich, ihn auf seiner fürgenommenen Reyse, wenn er etwa von den andern solte abkommen, Gesellschaft zu halten‟. Ob er diese Jacht an Deck genommen hatte? Jedenfalls führte das Admiralsschiff eine Jacht an Bord mit, die ausgesetzt werden konnte. „Mittlerweile daß sie also durch das Eiß hinfuhren, sahen sie etliche Morsen oder Meer-Pferde auf den Eißschollen liegen; Einer von deß Admirals Volck schoß einen davon mit einer Kugel, und weil sie vermeynten, daß er dasselbe genug getroffen, setzten sie die Jacht auss, und verfolgten es so nahe, daß sie ihm noch ein Harpun in den Leib wurfen, und also eine gute Weile mit genügsamer Leine nachschleppten; gleichwol konnten sie es dennoch nicht überwältigen, weil es sich so gewaltig wehrte, daß es allen, die in der Jacht waren zu thun genug machte, ja gegen sie anflohe, die Hacken samt den Rudern, damit sie wieder dasselbige sich widersetzten, mit seinen Pfoten ergriff, und die Eisen gantz krum biß, seine Zähne über den Bord hin schlug, die Schuyte umzureißen.‟ Es wird also hier Jacht und Schuyt (Schute) gleichbedeutend gebraucht. Doch waren unter Admiral Piet (Peter) Heyn Jachten ganz ansehnliche Kriegsschiffe. „Die Jacht der Windhund, fünffzig Last groß, mit zehn Stücken Geschütz und dreyssig Boots Gesellen. Die Jacht der Hase, von sechzig Lasten, zehn Stücken und vierzig Bootsgesellen führend.‟ „Die Jacht Armuyden, von neunzig Lasten, mit zehen Stücken und vier und fünfzig Matrosen‟. „Die Jacht der David von sechzig Last, mit vierzehn Stücken, sechs Steinstücken, und zweiundvierzig Bootsgesellen.‟ Die große Jacht der Holländischen Ostindischen Kompagnie vom Jahre 1671 avoit 66 piés de long, 19 piés de large, et 6 piés de creux sous les goutieres.‟ „L'étrave avoit 9 pouces d'épais endedans, 6 pouces en-dehors, 2 piés 3 quarts de large par le bas, 2 piés et un quart par le haut, 12 piés de hauteur, 10 piés de quete; la quille 12 pouces de large et 10 pouces d'épais u. s. w. Siehe Aubin, wo auch alle übrigen Maße ausführlich angegeben sind. Die „Heere Jacht‟ die er abbildet ist ein ganz ansehnliches Schiff mit hohem stark vornüber neigendem Mast. Bemerkenswert ist, daß schon vor zweihundert Jahren das Wort französisch Yacht geschrieben wurde und daß auch damals in Holland neben Jacht, Jagt, die Form Yacht gebräuchlich war. Diese ist also nicht etwa englisch, sondern die Engländer haben den Namen mitsamt der Sache aus Holland bekommen. Daß sie sowohl, wie die Franzosen, Yacht und nicht Jacht wählten, geschah aus Gründen der Aussprache, wie hätten die Engländer, wie vollends die Franzosen Jacht aussprechen sollen? — In unserem gegenwärtigen neuhochdeutsch-seemännischen Sprachgebrauch wird das Wort — Jacht geschrieben und leider noch immer oft Jot gesprochen — kaum anders als in diesem Sinne gebraucht: „a light and elegantly fitted up vessel, used either for pleasure trips or racing, or as a vessel of state to convey kings, princes etc. etc. from one place to another by sea. There are two distinct species of yacht: the mere racer with enormous spars and sails and deeply-ballasted hull, with fine lines, but sacrificing everything to speed; and the elegant, commodious, well-proportioned travelling-yacht, often with steam propelling machinery, fit for a voyage round the world.‟ — Daß aber diese Art Schiffe und ihr Name aus den Niederlanden nach England kamen, beweist eine Stelle aus dem berühmten Diary des Evelyn, der unter König Karl II. von England lebte und schrieb: „I sail'd this morning with his majesty in one of his yachts, (or pleasure-boats), vessels not known us till the Dutch E. India Company presented that curious piece to the king‟, dessen Nichte Maria mit Wilhelm III. von Oranien sich verheiratete und mit ihrem Gemahl später (1689) den englischen Thron bestieg. Roeding (1794) beschreibt Bauart und Takelage der Jachten und fügt dann hinzu: „Man gebraucht die Jachten, die sehr schnell segeln, auch Nachrichten, Paquete und Briefe von einem Ort zum andern zu bringen, und solche nennt man Advisjachten und Postjachten. Etliche Städte und große Herren unterhalten auch Jachten zu ihrer Belustigung, die man Herrenjachten oder Spieljachten nennt.‟ — Es ist bei der Erklärung festzuhalten, daß jagen zunächst nicht „auf die Jagd gehen‟ bedeutete, sondern sich schnell vorwärts bewegen, eilen, rasch laufen, wie es ja auch heute noch gebraucht wird; daher jach, jäh, jählings. Graff vermutet, das althochdeutsche jagon könne eine aspirirte Form von agan sein, was dann mit dem gotischen ogan, timere, und agian, terrere, verwandt wäre, sowie mit dem althochdeutschen egi, timor. Dann wäre Aegir (Oegir), der Meergott, ein Jäger, einer der die Elemente Wasser und Luft im Sturm vor sich herjagt. — Früher gab es im Niederdeutschen auch die Form jageschip für schnelles Seeräuberschiff; „seerovers mit klenen jageschepen.‟

Jackstag, das, besteht (Dick u. Kretschmer II 126) aus zwei mit eingesplißten Augen auf den Rahenocken aufgestreiften Drahtenden, welche durch die an der Oberkante der Verstärkungsringe der Rahe angeschweißten Augen nach der Rahemitte fahren und hier, nachdem in jedes derselben eine Kausch eingebunden, an der Achterkante der Rahtakelblöcke durch einen Taljereep miteinander verbunden werden. Das Jackstag dient zum Annähen des oberen Segellieks. — Obgleich oder vielmehr gerade weil jack als Abkürzung von Jakob im Englischen in so unzähligen Zusammensetzungen vorkommt, gewährt es für die Erklärung keinen Anhaltspunkt. Es bedarf dessen aber auch nicht, das Wort läßt sich aus dem Deutschen erklären. Es ist davon auszugehen, daß das Jagstack aus zwei Stücken besteht, die sich von zwei Seiten einander nähern da, wo sie sich am nächsten kommen, miteinander verbunden sind, wie zwei in einem Joche gehende Ochsen. Und an ein Joch, niederdeutsch juk (vergl. Juchart), denken wir, dem die Wurzel yug, fesseln, binden, verbinden, zusammenbinden zu Grunde liegt. Eben durch solches Zusammenbinden der beiden — an Backbord, an Steuerbord befindlichen — Teile entsteht ein Jackstag. Das müßte also eigentlich Jukstag heißen und hat wohl auch ursprünglich so geheißen, namentlich im Niederländischen; von daher haben es die Engländer übernommen und, wie sie denn auf Verbindungen aus jack geradezu versessen sind, so haben sie jackstag daraus gemacht. Wir aber haben es in dieser Form wieder zurückempfangen, sodaß dieses Wort dieselbe Geschichte hat wie das vorhergehende.

Jager, der, das allervorderste Segel des „Vorgeschirrs‟, am verlängerten Bugspriet, dem Jagerbaum. Früher hießen auf Kriegsschiffen die beiden Kanonen, die zuvorderst am Vorsteven standen, Jager, weil sie bei der Jagd auf ein feindliches Schiff besonders gebraucht wurden. Daß gerade das vorderste Segel jetzt Jager heißt, ist sinnreich und bedeutungsvoll dem Namen der beiden Kanonen nachgebildet. Daß dabei wirklich an Jagd im Sinne von „ein Wild jagen‟ gedacht ist und nicht bloß an „schnell fahren‟, beweist ein doppelter Umstand. Einmal der, daß im Niederländischen der Junge, der beim Treideln der Treckschuit das Pferd antreibt, jager heißt, gewöhnlich, weil er noch ein Piccolo ist, „het jagertje‟. Vgl. die Nota beim Teuthonista: „dyt Jagen mach men oick op drijven duytschen.‟ Zum andern aber steckt in dem englischen Wort für Jager, jib, dieselbe Gedankenverbindung. Altfranzösisch heißt aler gibier, aler en gibier, être en gibier jagen, Vögel jagen; daher das neufranzösische gibier, Wildbret. Gibet, Galgen, soll eigentlich „Strick um den Hals‟ bedeuten, sodaß der Gedanke an eine Vogelschlinge nahe liegt. — Wie ein Jäger in manchen oberdeutschen Dialekten ein „Jächter‟ heißt, so heißt unser Jager auf Wangerooge (die Schreibart mit e am Schlusse ist entgegen der preußischen von Langeoog und Spickeroog die offizielle oldenburgische) jageder.

Jakobsleiter, die, eine Strickleiter hoch oben an der Bramstenge, auf der die Oberbramsegelsgäste zu ihrer Oberbramrahe aufentern. Die Benennung dürfte, wie auch Jakobsstab, von den sehr bibelfesten reformierten Niederländern aufgebracht worden sein. Sie bezieht sich auf die von Jakob im Traum gesehene Himmelsleiter, Genesis 28, 12.

Jakobsstab, der. Das Werkzeug, dessen sich die Astronomie vor Zeiten bediente, um die Sonnenhöhe zu beobachten. Auf dem Titelbild des Dictionaire de Marine von Aubin, Amsterdam 1702 ist eine Amsterdamer Werft abgebildet, auf der man unter allerlei sonstigen seemännischen Gerätschaften einen Jakobsstab liegen sieht; und rechts, auf dem Wappen von Amsterdam sitzt einer, der gerade im Begriff ist, mit einem solchen die Sonne zu messen; demgemäß hält er den dreifach gekreuzten Stab so in die Höhe, daß er sinnreich und bedeutungsvoll den Mittelpunkt des ganzen Bildes bildet. Der Name stammt, wie Jakobsleiter, aus der Bibel, Genesis 32, 11: „ich hatte nicht mehr als diesen Stab, da ich über diesen Jordan ging.‟ Auch auf dem Titelbild der Seekarten Waghenaer's Amsterdam 1588 steht am Heck eines alle Leinwand zeigenden Schiffes ein Mann im Begriff, mit dem Jakobsstab zu beobachten.

Jan Maat ist eine scherzhafte, volkstümliche Bezeichnung für Matrose im niederdeutsch-niederländischen Sprachgebiet. Hier bedeutet Jan eine Abkürzung des ungemein beliebten und häufigen Namens Johannes, die aber kaum als eine solche empfunden wird, sondern als ganz selbständiger Name auftritt. Maat aber heißt Geselle, Genosse. Ein berühmter Sänger unserer Tage singt ein reizendes kleines Lied von einem Mädchen, das von verschiedenen „Fahrenden‟ gefragt wird, ob es mitfahren wolle. Jan Maat fragt auch; da aber der Sänger „Jean‟ Maat ausspricht, als ob es französisch wäre, geht ein gut Teil der Wirkung des Liedes verloren.

Jiggermast, der, ist etwas Neumodisches, nämlich der zweithinterste Mast eines Fünfmastschiffes. Im Englischen heißt das, was wir Treiber nennen, nämlich ein (Mast mit) Segel ganz hinten am Heck, jigger, von to jig = rütteln, schütteln oder vielmehr wackeln. Die Bewegungen des Schiffes (ganz vorn und) ganz hinten werden am meisten empfunden und fallen am sichtbarsten in die Augen. Offenbar heißt darum der so weit hinten stehende Treiber jigger; Jiggermast würde also der gerüttelte, geschüttelte, wackelnde Mast sein.

Jnglefieldanker s. Anker.

Jnhölzer, die. Der gemeinschaftliche Name für alle einzelnen Stücke, aus denen ein Spant besteht, nämlich die Bauchstücke und Piekstücke mit ihren Sitzern und Auflangern.

Joch, das. Wie alles im Schiffbau, so hat auch die Ruderpinne in unserer Zeit gewaltige Veränderungen erfahren, so daß von der ursprünglichen Pinne auf vielen Schiffen gar nichts mehr übrig geblieben ist. Man hat an ihre Stelle einen Kreissektor, einen ganzen Kreis, ein Parallelogramm gesetzt, und die einfachste Verbesserung ist noch die, daß man anstatt der Pinne zwei Jocharme auf die Ruderspindel gesetzt hat, an denen das Ruderreep befestigt ist. Dieses Joch bedeutet grosse Kraftersparnis und Sicherheit. Früher nannte man Ruderjoche zwei Taljen, die die Ruderpinne bei schwerem Wetter halten halfen.

Jolle, die, heißt jetzt ein kleines Schiffsbeiboot das gewöhnlich gerudert wird, aber auch segeln kann und besonders als Kochboot für Köche und Stewards dient, auch gebraucht wird um Beurlaubte in geringerer Zahl an Land zu bringen oder wieder abzuholen, überhaupt ein Arbeitsboot, kurz aber ziemlich breit. Zu dem angegebenen Zwecke dient die Jolle schon seit Jahrhunderten. „Aldus was gemelte H. K. szulffander mith eynere jollen ilendes in de hauene nha zodaneme schepken gefaren‟ (aus Wismar 1520). Ostfriesisch jul, jülle, niederländisch jol, wangerländisch jel, auf der Spree gelle, sonst niederdeutsch auch golle und jölle, (g und j läßt sich oft nicht auseinanderhalten); dänisch jolle, englisch yawl, schwedisch jelle, julle, französisch jelle, jol. Wegen der Formen mit g im Anlaut ist Herkunft vom griechischen gaulos nicht unwahrscheinlich. Und zwar würde sogar die Form heute noch stimmen, da gaulos ein ovales phönizisches Lastschiff war. Ob nun die Friesen und Sachsen, die frühe schon die französischen Küsten mit ihren Schiffen befuhren, das inzwischen durchs Lateinische und Provençalische ins Französische gedrungene Wort mit heimgeführt haben, ob vielleicht in uralten Tagen schon die Phönizier selbst es an den Küsten der Nordsee zurückgelassen haben, das wird sich schwer entscheiden lassen. Jedenfalls hat es schon früh einen Zeitpunkt gegeben, wo die Jolle im Gedankengang deutscher Seeleute eine bedeutende Rolle spielte, da sie den einfachsten Flaschenzug nach ihr Jolltau, Jollentau auch kurzweg Jolle nannten.

Jollentau, Jolltau, Jolle, die, ein Tau über eine Scheibe laufend. Schon mit einem solchen kann sich ein Mann selbst in die Höhe winden. Zunächst wird man nach dem (Schiffs)boot, das den Namen Jolle führt ein Haupttau desselben Jollen-oder Jolltau genannt haben, und erst hieraus ist der Kürze wegen Jolle entstanden, dessen Bedeutung zunächst allgemein Bootstau war, aber nach und nach auf ein besonderes Tau eingeschränkt wurde, wie Hochzeit ursprünglich jede Freudenzeit hieß und hernach auf eine große Freudenzeit des Lebens beschränkt wurde.

Junge, der. Ein Schiffsjunge ist heutzutage etwas anderes als vor hundert Jahren ein Junge auf dem Schiffe war. Von diesem schreibt Roeding, daß solcher ein Knabe von 7-9 Jahren sei, der dem Kapitän und den übrigen Schiffsoffizieren zur Aufwartung diene. „Auf Kauffahrern trifft man gewöhnlich nur einen Kajütsjungen oder Kajütswächter an, für den Kapitän. Auf großen Schiffen aber befindet sich außer dem Kajütswächter noch ein Hofmeister, auch halten sich mehrere Schiffsoffiziere einen eigenen Jungen, so giebt es z. B. Bootsmannsjungen, Kochs-Jungen etc. etc. Bey jeder Back ist ebenfalls ein Junge, welcher der Backsjunge genannt wird.‟ — Jetzt ist ein Schiffsjunge ein der Schule entwachsener junger Mensch, der zur See fährt, wohl auch einmal zu allerlei Dienstleistungen genötigt wird, aber dessen Hauptbeschäftigung doch die Erlernung der Seemannschaft und dessen Ziel die Heranbildung zum Matrosen, wo möglich zum Steuermann und Kapitän ist. — Die Schiffsjungen der Kaiserlichen Marine sind junge, konfirmierte Burschen, die im Schiffsjungen-Institut, 24. April 1850 gegründet, auf Staatskosten so im Seemännischen und Militärischen ausgebildet werden, daß sie einmal brauchbare Unteroffiziere, und, wenn sie sich dazu eignen, Deckoffiziere werden können.

Jungfer, die, ein Block ohne Scheibe, rund, breit, wie eine abgeplattete Kugel, mit drei Löchern in Gestalt eines Dreiecks; dient hauptsächlich dazu die Hofttaue der Wanten anzusetzen. Mit einigem guten Willen kann man in dem Block das rundliche Gesicht einer Jungfrau sich vorstellen. Andere Nationen haben ihrer Einbildungskraft eine andere Richtung gegeben; die Franzosen sagen, was vielleicht noch treffender ist, cap de mouton, Schafskopf, auch, weil der Block schwarz ist, cap de more, Mohrenkopf; die Holländer sagen neben juffer = Jungfer, dood-mans-oog, eines toten Mannes Auge; die romanischen Sprachen sagen bigota, wohl mit bigote = Knebelbart eins, haben also auch an das Gesicht eines Mannes, aber eines lebendigen, gedacht. Die entsprechenden drei Löcher einer Kokosnuß nennen die Engländer sehr bezeichnend monkey.

Jungmann, der, ist ein eigentümlicher Mensch, kein Junge mehr und noch kein Mann, noch kein seebefahrener Vollmatrose, aber auch kein Schiffsjunge mehr = ein Jungmatrose. Seit die Marine die Ausbildung im Schiffsjungeninstitut abgekürzt hat, gibt es auch hier Jungmatrosen, die aber den Namen Leichtmatrosen führen, weil sie noch nicht ganz für voll, eigentlich schwer genug befunden werden.

Jütte, taube s. Davit.

Explore with AITake your curiosity a little further.

Reading settings