1916
Reading edition
Zersprengte Jugend! Uns die Zeit Zerbiß die Stirn, Es schreit, schreit, Kann nicht ruhn, Lauert bereit Ohne zu tun.
Abendgang, Nacht in Straßen, Zwang zu hassen Hilflos, krank, — Verflucht solche Jugend, O Alter und Ende, Pack fort das Grauen, Zerhauen Sind unsere Hände, Die schaffen sollen!
Durchlöchert, zerfressen Rinnen wir aus, Wir wollen Hinaus!
Sonst Mord! Sonst Mord! Raserei Laßt uns frei! Laßt uns fort!
Totes Europa Ist ohne Jugend, Ach erschlagen Ist die Jugend.
Offnes Grab, Kalt und hart, Narren, Helden, Entflammte Juden, Überreste Erreichen die Wüste!
Im dritten Jahr ist der Gruß Geschrei, Mattes Ächzen, gestöhnte Qual Hebt an, stimmt ein! Im Genick die modernde Faust verhöhnt.
Meiner Freunde zerfressene Augen, Die zerbrachen im ersten Sturm, Sind gewandert in jedes Gesicht. Beinhaus Erde! Es wandeln die Toten.
Du bist mir fremd, da Du noch bist, Es quillt noch Blut, wenn man Dich sticht, Wer lebt, ist Mörder, Euch liebe ich nicht.
Du warst mein Freund? So stürze ein, Geschleift, gestoßen vor ein Gericht Wollen wir Feindschaft in uns schrein!
Haß, den vereint wir schufen Als letzten Feind, Aus Nacht, aus Bett gerufen Krumm und verweint.
Fremder, mit dem ich ging, Soll ich Dich schlagen, Qual, die Dich rings umhing, Muß ich nun tragen.
Alles liegt da zerdrückt Kraft, Weichheit, Wut, Haß, auf den Sinn gezückt, Haß, Du bist gut.