Das brennende Meer
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»Wie denken Herr Kapitänleutnant über die Kanone? Wollen wir die nicht mitnehmen?« ruft der Offizier der Sprenggruppe vom Achterdeck des Leylanddampfers zum Kommandanten von »U 187«, das etwa dreißig Meter ab liegt, hinunter. Zu seinem Bedauern klingt es aber zurück: »Lassen Sie das Ding drüben, das Abbauen der alten Schmeißbüchse hält uns zu lange auf.« Der Offizier scheint sein Herz an das kleine Geschütz, auf dessen blankem Rohre sich die Sonne spiegelt, gehängt zu haben. Das Rohr läßt sich leicht lüften, nur das Losschrauben des Pivots würde zeitraubend sein. Sofort gibt er seine Entdeckung weiter, und diesmal hat er Glück. Das kleine Geschütz darf mitgenommen werden, doch fordert der Kommandant gleichzeitig auch einen geeigneten Unterbau. Das ist nicht einfach. Forschend streift der Offizier über das Oberdeck. In der Kombüse endlich findet sich ein Gegenstand, der mit Bordmitteln ohne weiteres zur Lafette umgebaut werden kann: Ein – leider leeres Weinfaß! »U 187« geht vorsichtig unter das Heck des Dampfers. Das Rohr wird herabgefiert, gleich darauf folgt die Lafette. Zwar macht der Kommandant zuerst über diese eigenartige artilleristische Verstärkung ein recht erstauntes Gesicht, er sagt aber nichts, weil er sich, innerlich schmunzelnd, im Geiste bereits ausmalt, auf welche Art die Besatzung den Einbau der Kanone bewerkstelligen wird. Jedenfalls ist die Geschichte ganz neuartig.
Während die Sprengpatronen den Dampfer in die Tiefe befördern, wird schleunigst eine Kommission von Sachverständigen zusammengerufen, die über den Einbau des neuen Geschützes beschließen soll. Bald ist die wichtige Frage, die mit bitterem Ernst behandelt wird, auch praktisch gelöst. Das Weinfaß wird vor allem mit mehreren Stahldrahttauen an Deck so festgezurrt, daß es sich nicht mehr bewegen kann. Ebenso wird das Rohr befestigt. Zwar kann das so entstandene Ding nicht gerade ein Modell für eine Mittelpivotlafette genannt werden, jedenfalls aber hat »U 187« ein Geschütz mit Munition mehr. Die Nummer Zwei des alten Schiffsgeschützes wird Nummer Eins. Nun fehlt nur noch die Gelegenheit, die neue Kanone auszuprobieren; aber auch die läßt nicht lange auf sich warten.
Am frühen Morgen war der englische Leylanddampfer, der eine Unmenge Gefrierfleisch von Argentinien für die englische Armee an Bord gehabt hatte, versenkt worden. Kurz nach Mittag schon taucht, aus dem Bristolkanal kommend, wieder ein Dampfer auf. Unglaublich dreckig sieht der Bursche aus, als er sich in langsamer Fahrt heranschiebt. Der kommt sicher mit Kohlen von Cardiff. Selbst der dicke Kohlenstaub aber kann den Schmutz nicht verdecken, der in breiter werdenden Streifen unter den Ausgüssen bis auf die Wasserlinie hinabführt, nicht den vielen Rost, der rötlich überall auf den einzelnen Platten zutage tritt. Die Decksaufbauten, die vor vielen Jahren vielleicht weiß waren, sind in ihrer Farbe, soweit überhaupt solche zu sehen ist, nicht näher zu bezeichnen. Ein schmutziges Grau, dem der Kohlenstaub ein »marmorartiges« Aussehen verleiht. Ein Engländer würde in solchem Zustande nicht zur See fahren. Selbst für einen Franzosen, der, was Reinlichkeit anbelangt, nicht so heikel ist, scheint der Bursche doch zu dreckig. Es kann sich nur um einen Portugiesen oder um einen Italiener handeln. Diese Herrschaften legen auf Äußeres ebenso wenig Wert, wie auf das eigene Innere. Gleichgültig freilich, welche Nation sich um die Ehre der Zugehörigkeit streiten mag, hier ist Sperrgebiet, es wird kein Federlesens gemacht. Noch ist die Granate des ersten Geschosses nicht drüben eingeschlagen, als auch schon die erbeutete Kanone ein ernstes Wörtchen spricht. Ihre Stimme ist zwar nicht eindringlich, der Geschützführer aber legt volle Ehre mit ihr ein. Seine Granate sitzt mittschiffs, eben über der Wasserlinie. Der Erfolg ist zauberhaft. Der Dampfer stoppt sofort. Das Geschoß muß einen Kessel getroffen haben. Weißer Dampf quillt unter dem Aufbau hoch. Ein Boot wird zu Wasser gefiert, kaum ein halbes Dutzend Männer hockt darin, die Mühe haben, das gebrechliche kleine Fahrzeug in der hohen Dünung vor dem gefährlichen Zusammenschlagen mit der Bordwand zu bewahren.
Eine Weile sieht der Kommandant von »U 187« ruhig zu, bis oben an Deck lebhaft gestikulierende Kerle herumtanzen und keine Anstalten machen, das Schiff zu verlassen. Endlich, nachdem seine Geduld erschöpft ist, gibt er Befehl, zwei weitere Granaten herüber zu schicken. Beide schlagen im Vorschiff ein. Ein wenig Erfolg ist bereits zu bemerken. Drei Kerle lassen sich an den Bootsläufern hinunter, und das Boot setzt ab. Immer noch aber ist mehr als die Hälfte der Besatzung an Bord. Bis zu dem in Lee stehenden Boot dringt ihr Gebrüll herüber.
»Herr Kapitänleitnant!« läßt sich plötzlich der Rudergänger, der kopfschüttelnd den Vorgang ansieht, vernehmen. »Ich glaube, die Laite sind wasserschai! Die hob'n Angst vorm Versaufen!«
Es scheint tatsächlich so. »U 187« kreist vorsichtig um den Dampfer herum, um festzustellen, ob kein verborgenes Geschütz an Deck steht. Dann, nachdem Name und Heimatshafen, »Nostra Signora di Torre Marino, Messina« erkannt sind, geht er längsseit.
In recht klarem Fortissimo wird die schlappe Bande aufgefordert, das zweite Boot zu Wasser zu lassen. Ein wüstes Durcheinanderschnattern folgt, aus dem auch nicht ein Wort zu verstehen ist. So viel nur wird klar, daß die Gesellschaft nicht etwa Widerspenstigkeit beabsichtigt; sie haben einfach Angst! Wer weiß, wo der italienische Kapitän diese Mannschaft shanghait hat. Erst als die Leute sehen, daß die Deutschen keinen Spaß verstehen, und die Geschütze abermals geladen werden, bequemen sie sich, das zweite Boot zu Wasser zu lassen. Freilich dauert es fast eine halbe Stunde, bis es so weit ist, und die Italiener, mehr oder weniger durchnäßt, von ihrem Schiffe abstoßen. Nach zehn Schüssen, die über der Wasserlinie aufschlagen, ist Italien um dreitausend Tonnen Kohle ärmer.
Die beiden nächsten Tage bringen nur einen dicken Dampfer, der aber eine für England gerade jetzt so wertvolle Ladung enthält: Schmalz, Salzfleisch und Cornedbeef von Armour aus Chicago. Ein Bedauern nur herrscht, als sich der Engländer mit der Nase voraus empfiehlt, daß das Schiff nicht als Prise eingebracht werden kann. –
Das Wetter ist ruhiger geworden. Der Nordwestwind, der die letzte Zeit wehte, ist bis auf Stärke zwei abgeflaut und schließlich gegen Abend ganz eingeschlafen. Blutrot setzt die Sonne im Westen auf, wie flüssiges Gold spiegeln sich ihre Strahlen auf der glatten See. Die Nacht bricht an. In voller Klarheit schimmern die Sterne, wie ein leichter bläulichheller Schein liegt es über dem Wasser.
Im Südwesten schiebt sich kurz nach Mitternacht ein dunkler Schatten heran. Ein Schiff! Es fährt abgeblendet, so daß die Umrisse nur eben noch zu erkennen sind. Ein Tankdampfer von mindestens achttausend Tonnen, ein stattlicher Bursche, der mindestens zwölftausend Tonnen Heizöl schleppt. Er ist anscheinend völlig ahnungslos, kann von dem kaum über das Wasser tauchenden kleinen U-Boote in der tiefen Dunkelheit nichts sehen. Er ist sicherlich bewaffnet, bis die Kanoniere aber das kleine Ziel finden, hat das Schiff mindestens schon zehn Granaten im Leibe.
Zwei grelle Blitze zerreißen die tiefe Dunkelheit, weitere folgen Schlag auf Schlag. An der hohen Bordwand leuchtet Feuerschein auf, dann fegen ein paar Granaten in das Achterdeck, wo das Geschütz stehen muß.
Mitten aus dem Schiff heraus dringt gelblichroter Flammenschein, längs der Bordwand schießt ein Feuerstrom herab, breitet sich aus, fließt achteraus von dem noch in Fahrt befindlichen Dampfer. Mit unheimlicher Schnelligkeit wächst er, wird zum See, zu einem wogenden, rauschenden Flammenmeer. Um das Achterschiff züngelt es, leckt gierig längs des gestoppten Schiffes, nach vorn .... dann steht der ganze Dampfer in flammender Lohe. Das Meer brennt ... Es zischt und saust, das Deck birst in der furchtbaren Glut auseinander, eine schwere, schwarze Wolke treibt nach der französischen Küste zu ....
Fast vier Wochen schon ist »U 187« in See. Alle Torpedos bis auf einen sind verschossen, der Vorrat an Heizöl und Proviant geht zur Neige. Es wird Zeit, an die Heimkehr zu denken. Der Weg um Schottland ist noch weit und nicht ganz einfach. Wenn hier auch weder Netze noch Minen drohen, so sind doch zahlreiche Kriegsschiffe und Bewachungsfahrzeuge auf der Streife, die allerlei unliebsame Zwischenfälle herbeiführen können. Der Morgen graut. Stundenlang noch leuchtete achteraus der Feuerschein des brennenden Tankdampfers, bis er allmählich unter der Kimm verschwand. Mit nördlichem Kurs holt »U 187« um die Südwestecke Irlands herum; wie greifende Finger tauchen die in die See vorspringenden Halbinseln des Landes auf, kleine Inseln, zum Teil mit Leuchttürmen, liegen vor ihnen. In weiter Ferne kommt ein mit hoher Fahrt nach Süden laufender Panzerkreuzer der »Cressy«-Klasse in Sicht. Verlockend leuchten seine vier Schornsteine zwischen den Pfahlmasten herüber. Es ist ganz ausgeschlossen, an ihn heranzukommen. Der eine noch übrige Torpedo muß auf günstigere Gelegenheit warten. An Steuerbord taucht nachts noch eben über der Kimm ein Feuer an der Nordwestecke Irlands auf, dann heißt es die Anmarschstraße zum Nordkanal zwischen Irland und Schottland zu durchqueren. So scharf und aufmerksam die Augen auch das Dunkel zu durchdringen suchen, nichts zeigt sich. Weit in der Ferne nur leuchtet es mehreremal in kurzen fahlen Blitzen herüber. Es ist nicht zu erkennen, ob dort ein Kreuzer mit seinen Scheinwerfern die See absucht, oder ob es sich um Wetterleuchten handelt.
Am Mittag des nächsten Tages tauchen voraus die dunklen Felsen von St. Kilda auf. In blendender Weiße schimmert zuhöchst der Leuchtturm herunter, dessen Feuer nachts weit in die See hinausstrahlt. Etwa fünfundzwanzig Seemeilen östlich der Insel stehen drei Fischdampfer ziemlich dicht beieinander. Mit langsamer Fahrt ziehen sie ihre Netze hinter sich her. Ab und zu stößt eine dicke Rauchwolke aus Schornsteinen, Mannschaften eilen über Deck, straffgespannt stehen die Stahlleinen der Schleppnetze seitwärts achteraus ....
Der nächststehende Dampfer stoppt. Der Kapitän steigt aus dem Ruderhaus an Deck. In der klaren sichtigen Luft ist deutlich zu erkennen, wie ein Mann die Dampfwinde anläßt. Das Netz wird längsseit geholt, die Scherbretter an Deck genommen, der Beutel hochgeheißt, bis er mitten über dem Verdeck steht. Dann entleert sich mit einem Schlage der in der Sonne silbernblinkende Fang. Die beiden anderen Fischer ziehen inzwischen gleichmäßig weiter vor ihren Netzen her.
Fünfhundert Meter von dem gestoppt liegenden Fahrzeug taucht »U 187« auf, unverzüglich fährt der erste Schuß hinüber. Die Fischer wissen sofort Bescheid. Kaum zehn Minuten später sitzen sie im Boot und rudern ab. Auch die beiden anderen Schiffe haben sofort gehorsam gestoppt. Sie liegen etwa tausend Meter ab, und anscheinend werden auch dort bereits die Boote zu Wasser gelassen. In den ersten verlassenen Dampfer fegen die Granaten hinein. Nach drei Schüssen sackt er tiefer und beginnt zu sinken. Da ... mit äußerster Fahrt prescht der in der Mitte stehende Fischer plötzlich heran. Die Kerle müssen das hindernde Netz gekappt haben .... auf siebenhundert Meter ist er heran .... die Reeling unter der Back schlägt herunter ... ein Feuerstrahl spritzt hervor .... wieder und wieder, in schneller Folge .... schmetternd kracht es auf den Turm, reißt den Rudergänger über Bord und wirft Kommandant und Wachoffizier zu Boden.
»Rein ins Boot! Schnelltauchen!« Voran läßt sich der Kommandant in den Turm gleiten, an ihm vorbei stürzen die Leute in die Zentrale hinunter .... Die Hälfte des Turms noch ragt aus dem Wasser ... wenige Sekunden nur, und die See nimmt »U 187« schützend auf .... ein harter Schlag auf den Turm, der das ganze Boot erzittern macht .... eine grelle Flamme leuchtet auf .... beißender Pulverqualm dringt heran, legt sich schwer auf Auge und Lunge ... Das Licht erlischt. Durch die Seitenfenster nur noch dringt grünlichfahler Schein .... Wasser rieselt in die Zentrale hinab ... in hellem Strahl schießt es nach ... immer mehr ....
»Turm abschließen!« Die Reservebeleuchtung flammt auf. In der Zentrale sieht es wüst aus. Sprengstücke der im Turm platzenden Granaten haben ihren Weg nach unten gefunden. Ruderleitungen, Kommando-Elemente sind zerrissen, das Heckruder klemmt, der Kreiselkompaß steht. Nach Steuerbord überliegend, sackt das Boot unheimlich schnell, zwanzig Meter ... dreißig ... fünfundvierzig ... und fünfzig Meter überschreitet eben der Tiefenmesser, als es endlich gelingt, das Boot aufzufangen. Die Tiefenruder und die Motoren sind intakt geblieben.
Drei Minuten sind verstrichen, seit »U 187« getaucht ist. Der Turm steht voll Wasser. In ihm ist der Kommandant geblieben. Die Hoffnung, ihn noch lebend bergen zu können, ist verschwindend gering, versucht aber muß es werden. Oben lauert der Feind. Es heißt ihn durch plötzliches Auftauchen zu überraschen und sogleich unter Feuer zu nehmen.
Die Geschützmannschaften halten sich klar, um sofort an Deck springen zu können ....
»Ausblasen!« Kaum dreihundert Meter hinter dem Heck der Falle schießt »U 187« an die Oberfläche ... die Luks schlagen auf, hageldicht sausen die Granaten in den überraschten Engländer hinein, der sein Opfer an anderer Stelle sucht .... Krachend geht das Ruderhaus in Trümmer .... mitten in die Geschützmannschaft unter der Back fegen die deutschen Geschosse .... reißen das Geschützrohr aus seiner Wiege, schmettern die zerfetzte Bedienung über Bord .... Dann schließen sich die Wellen des Atlantik über der Falle. Die wird nie wieder deutsche Seeleute meucheln ....
In wenigen Sekunden ist der Turm entwässert. Hier hat die englische Granate weit mehr Schaden angerichtet als unten. Rohrleitungen, Kommando-Elemente und sonstige Einrichtungen hängen verbogen und zerrissen an den Wänden, die dicken Glasscheiben sind zertrümmert. An Deck des Turms liegt der Kommandant. Ein gnädiges Geschick hat ihn vor dem qualvollen Tode des Ertrinkens bewahrt, das Ende muß durch eine schwere Brustverletzung eingetreten sein, bevor das Boot tauchte.
Noch fehlt der Rudergänger, der vom ersten Treffer über Bord gerissen wurde. Während im Boot hilfreiche Hände um den verletzten Wachoffizier bemüht sind, wird die See nach dem Vermißten abgesucht. Umsonst. Nur Schiffstrümmer und Rettungsringe der beiden versenkten Engländer treiben herum, in weiter Ferne verschwindet eben der dritte Fischdampfer. Eine Stunde spähen besorgte Augen umsonst nach dem Kameraden aus. Nichts .... Deutscher Seemannstod .....
Alles, was nicht an Maschinen und Rudern zu tun hat, wird angestellt, die Störungen zu beseitigen. Hoffentlich gelingt es, das Boot wenigstens einigermaßen tauchklar zu machen und Rudereinrichtung und Kreiselkompaß wiederherzustellen. Bis nach Hause muß es langen. Noch mehrere Sperren sind zu durchbrechen, ohne Glück ist der Versuch, mit dem beschädigten Boot in den Hafen zu kommen, ausgeschlossen.
Am späten Abend sind die gröbsten Störungen notdürftig beseitigt, und mit nordöstlichem Kurs steuert »U 187« auf Fair Island zwischen Shetland- und Orkneyinseln zu.
Die Maschinen stehen, das Geräusch der Dieselmotoren verstummt. Die Besatzung tritt auf dem Achterdeck an. Eine kurze Ansprache des ältesten Wachoffiziers, der die Führung übernommen hat. Wenige Worte nur, schlicht, aber tief empfunden, dem Kameraden vom Kameraden nachgerufen, dem Kommandanten, dessen Leiche soeben in die Tiefe gleitet, und dem Rudergänger, der ihm im Tode voranging. »Vater unser, der du bist« ....
Kaum ist das Amen verklungen, als alles auf Station eilt. Zur Trauer und zum Gedenken der Toten ist später Zeit. Die Waffe fordert ihre Rechte. Sie muß dem Vaterlande erhalten bleiben. Und wieder rattern die Motoren, rauscht das Wasser an den Bordwänden längs.
Drei Tage und zwei Nächte voll gespannter Aufmerksamkeit, voll aufregender Augenblicke mit dem nur bedingt manövrierfähigen Boote folgen, Stunden, in denen kein Auge sich schließen darf, in denen nur der bis zum äußersten angespannte eiserne Wille, das Boot nach Hause zu bringen, den völlig erschöpften Körper aufrecht erhält. Dann tauchen voraus die roten Felsen Helgolands auf.
Eine halbe Stunde später, Meldung von »U 187« an Flotte:
»Habe fünfundvierzigtausend Tonnen versenkt. Kommandant und ein Mann im Gefecht mit U-Bootsfalle getötet, ein Offizier, ein Mann verletzt.«
Abends in der Messe des U-Boot-Wohnschiffes. Harte, energische Züge scheinen für einen Augenblick noch entschlossener, schärfer zu werden. Ein kurzes Gedenken der gefallenen Kameraden, die geblieben sind. Und gleichzeitig ein stilles Gelöbnis: Den Kampf durchzukämpfen bis zum Siege.