DRITTE SZENE
Dorothea Tieck translation · Edition 4
(Daselbst, ein Park oder Rasen mit einem Tor, das zum [beim] Schloß führt)
(Drei Mörder treten auf.)
ERSTER MÖRDER Wer aber hieß dich zu uns stoßen?
DRITTER MÖRDER Macbeth.
ZWEITER MÖRDER Man braucht ihm nicht zu mißtraun; denn er kennt Unser Geschäft, das man uns aufgetragen, Und weiß genau Bescheid.
ERSTER MÖRDER So bleib bei uns. Der West glimmt noch von schwachen Tagesstreifen, Der Reiter spornt nun eilger durch die Dämmrung, Zur Schenke noch zu kommen, und schon naht Der, den wir hier erwarten.
DRITTER MÖRDER Pferde!—Horcht!
BANQUO (hinter der Szene.) Heda, bringt Licht!
ZWEITER MÖRDER Er muß es sein; die andern, Die noch erwartet wurden, sind schon alle Im Schloß.
ERSTER MÖRDER Die Pferde machen einen Umweg.
DRITTER MÖRDER Fast eine Meile; und er geht gewöhnlich, Wie jeder tut, von hier bis an das Schloßtor Zu Fuß.
([Banquo und Fleance treten auf, ein Diener mit einer Fackel voran.])
ZWEITER MÖRDER Ein Licht!
DRITTER MÖRDER Er ist es.
ERSTER MÖRDER Macht euch dran!
(Banquo und Fleance treten mit einer Fackel auf.)
BANQUO 's kommt Regen noch zu Nacht.
ERSTER MÖRDER So mag er fallen!
(Ersticht Banquo.)
BANQUO Weh mir! Verrat! Flieh, guter Fleance, flieh, flieh! Du kannst mein Rächer sein.—O Schurke!
(Banquo stirbt. Fleance entkommt [und der Diener fliehn].)
DRITTER MÖRDER Wer schlug das Licht aus?
ERSTER MÖRDER Wars nicht wohl getan?
DRITTER MÖRDER Nur einer liegt; der Sohn entfloh.
ZWEITER MÖRDER So ist Die beste Hälfte unsrer Müh verloren.
ERSTER MÖRDER Gut, gehn wir denn und melden, was getan.
(Sie gehn ab.)