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Lehrbuch der Histologie und der mikroskopischen Anatomie des Menschen, mit Einschluss der mikroskopischen Technik

Note 90 — II. Abschnitt. Mikroskopische Anatomie und spezielle Technik. (continued 3)

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τὸ στρῶμα = Unterlage, das Grundgewebe.

91 Die Bezeichnung Parenchym (von παρεγχέω = neben hineingießen) stammt aus der Vorstellung (Erasistratos, 280 v. Chr.), daß die feineren Bestandteile der Organe durch Austritt aus der Gefäßbahn entstanden seien. Trotz dieser heute längst widerlegten Anschauung hat sich der Begriff Parenchym als der außerhalb des Blutgefäßbindegewebsapparates liegenden Bestandteile eines Organes eingebürgert.

92 Die Amöben sind einzellige Organismen, welche die oben beschriebene Bewegung in ausgezeichneter Weise erkennen lassen, daher der Name „amöboide Bewegung“.

93 Die Bezeichnungen azidophil, neutrophil, basophil beziehen sich auf Granula des Zelleibes, die sich bei der Anwendung gewisser Farbgemische (s. Technik Nr. 64, S. 95) vorzugsweise mit sauren oder basischen Farben beladen; neutrophil sind die feinen Granula der häufigsten Leukozytenformen, die weder zu sauren noch zu basischen Farben eine ausgesprochene „Verwandtschaft“ besitzen. Die azidophilen Granulationen nennt man oft eosinophil, weil Eosin ein zu ihrer Darstellung viel gebrauchter, saurer Farbstoff ist.

94 Von Mark = Knochenmark.

95 Als klein werden nur solche Arterien bezeichnet, die kurz vor der Einmündung in das Kapillarensystem stehen, als mittel sämtliche übrigen mit Ausnahme der großen (Aorta, Art. pulmonalis).

96 Mikronen sind mikroskopisch unterscheidbare Teilchen (mit einem Durchmesser bis herab zu 0,1 µ; zu ihnen würden der Größenordnung nach etwa die meisten Bakterien zu rechnen sein. Ultramikronen sind Teilchen, die mit dem Mikroskop nicht mehr, wohl aber mit dem Ultramikroskop erkannt werden können. Hierher gehören die Teilchen in den kolloidalen Lösungen; man rechnet sie vom Durchmesser von 0,1 µ bis herab zum Durchmesser von 1 µµ. Auch ultramikroskopisch unsichtbare Teilchen heißen Amikronen.

97 Viel besser ist die von Weidenreich nach Deetjen angegebene Methode (Arch. f. mikr. Anatomie, Bd. LXXII. S. 213. 1908), die nur zu kompliziert ist, um auch noch hier angegeben zu werden.

98 Färbt man länger, so werden die Erythrozyten ziegelrot, die Balken dunkelrot, wodurch die leichte Unterscheidbarkeit verloren geht.

99 Bezüglich des genaueren Verlaufs dieser Partie sei auf die speziellen Lehrbücher verwiesen.

100 Siehe darüber Genaueres bei K. Brodmann in Lewandowsky, Handbuch der Neurologie, Teil I, 1. Auf die ebenfalls erheblichen Verschiedenheiten, die sich bei Berücksichtigung des Faserverlaufes in dem Aufbau der Areae ergeben (Myeloarchitektonik) kann hier nicht eingegangen werden.

101 pius, fromm, hier dünn; mater = Mutter, hier das Ernährende; durus = hart, also dünne und harte Ernährungshaut.

102 Von λεπτός = dünn, ἱ μῆνιγξ = die Haut.

103 Von ί ἀράχη = die Spinne: Spinngewebe.

104 παχὑς = dick.

105 Die „Henlesche Scheide“ entspricht nicht der Endoneuralscheide, sondern der Perineuralscheide, und zwar nur jener der feinsten peripherischen Nervenäste. Der Name ist überflüssig.

106 Über Nervenendigungen an Sinneszellen siehe bei den Sinnesorganen.

107 Von φαιὸς = grau, bräunlich und τὸ χρῶμα = die Farbe.

108 Als Muzin bezeichnet man bestimmte, eiweißartige Stoffe, deren Lösungen eine gewisse Klebrigkeit eignet.

109 Vgl. Technik Nr. 130, S. 361.

110 ἁτρητος = undurchbohrt, weil diese Follikel sich nicht durch Platzen entleeren.

111 Von ἡ μήτηρ = die Mutter (Gebärmutter).

112 τὸ χόριον = die Haut; hier die Ernährungshaut der Keimblase.

113 Von τρέφειν = ernähren; hier die Epithelschicht des Chorions.

114 deciduus = hinfällig; also membrana decidua = die hinfällige Haut.

115 Von ἀμνὸς, Lamm; diese Haut wurde beim opfern trächtiger Schafe schon im Altertum beobachtet.

116 Von τὸ χόριον latinisiert: die Lederhaut.

117 Das Pareleidin schwärzt sich wie das Fett, aber erst nach längerer Einwirkung von Osmiumsäure; es ist also die Schwarzfärbung der Hornzellen dicker Epidermis nicht etwa auf eine Fettdurchtränkung der Hornschicht von außen her durch das Sekret der Talg- bzw. Knäueldrüsen zurückzuführen.

118 Von rete, das Netz.

119 Von τὸ χόριον, die äußere (sehr gefäßreiche) Eihaut: „chorionähnlich“.

120 Von cilium, die Wimper, wegen der verdickten Fortsätze dieser Region so genannt.

121 Nach Ἱρις, der Göttin des Regenbogens, genannt.

122 Von σκληρός, hart.

123 Von μακρός, groß, lang, ἰνος, Faser: ohne lange Fasern.

124 Von οὖς, ὀτὀς, Ohr und λίθος, Stein; Hörsteine; besser würden sie als Statolithen bezeichnet, weil sie mit der Hörempfindung nichts zu tun haben.

125 Von κόνις, Staub: Gehörstaub.

126 Diese Namen stammen noch aus der Zeit, in welcher man den Limbus spiralis zur Lamina spiralis ossea rechnete.

127 Von den durchschimmernden Streifen der Membr. basilaris so genannt (Pecten, der Kamm).

128 Von tierischen Schnecken sind die des Meerschweinchens und der Fledermaus deswegen zu empfehlen, weil solche Schnecken nicht in schwammige Knochensubstanz eingebettet sind und ohne weiteres Abmeißeln und Öffnen sofort eingelegt werden können. Auch Schnecken junger Katzen sind zu empfehlen. Auch mit Chromosmium-Essigsäure (S. 17) fixierte und nach §6 (S. 18) entkalkte Schnecken geben gute Bilder.

129 Von gemma, die Knospe.

130 Statt der in den speziellen Angaben empfohlenen Zenkerschen Flüssigkeit kann auch Müllersche Flüssigkeit (Behandlung S. 15) verwendet werden.

131 Die beiden Nummern 92 und 94 müssen später noch entkalkt werden.

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