VIII. LETZTE TAGE
Emil Bernhard translation
IN ÄGYPTEN
Die Städte sieh und sieh den Strand, Wo einst ihr heimisch wart: So ehre auch das fremde Land Und tritt es nicht zu hart. Mach deine Sohle sanft und weich, Die durch die Straßen geht, Denn einst durch dieser Straßen Reich Schritt Gottes Majestät. Er neigte sich an Tür und Tor Nach deinem Bundesblut, Und jeder sah’s: Er schritt euch vor In Wolke und in Glut. Aus dieses Landes Felsen kam Dein Bundeshort heraus, Und deine Quadern, alter Stamm, Die waren hier zu Haus!
Hat die Zeit das Kleid des Leides Ausgezogen und das Kleid des Lachens endlich angelegt? Sieh die Welt im Byssuskleide Hingelehnt in Gold und Seide, Wie sie ihre Glieder regt! Sieh am Strome das Gefilde, Das mit Gozens schönem Schilde Seine bunten Ufer hüllt; Und der Steppe Blumenbeete Und die alten Trümmerstädte, Die ein goldnes Leuchten füllt; Und am Strand die süßen Frauen, Gleich Gazellen anzuschauen, Nur nicht so geschwind zu Fuß: Denn an ihren Armen hängen Spangen, und den Schritt beengen Güldner Ketten Klingegruß. Ach, schon ist das Herz gefangen, Und des Alters bleiche Wangen Sind vergessen auf der Flur: In Aegyptens Paradiese, An dem Strome, auf der Wiese, Denk ich meiner Jugend nur!
TODESAHNEN
Wollt ihr Liebes mir vergelten, Sendet meinem Herrn mich zu! Eh’ ich unter seinem Zelte Glücklich nicht das meine stellte, Find’ ich Armer keine Ruh’. Haltet mich nicht auf zu eilen, Da mich schon die Angst erfaßt: Unter seinem Flügel weilen Und der Väter Ruhe teilen Bleibt doch meine einz’ge Rast.
Dein Wunder geht durch alle Zeit Und kündet uns, was Väter sahn: Des Stromes Wasser wurde Blut, Da war kein Spruch, kein Zauber gut, Dein Name hat’s getan! Dein Name und der Wunderstab, Den legtest du in Moses Hand: O führ’ auch meinen frommen Mut, – Das geht so schnell, das geht so gut – In deiner Wunder Land.