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Von Kindern und jungen Hunden

Der Mann mit dem persönlichen Einfluß (continued 2)

Reading edition

„Ist da nun nicht ein trauriger Gedanke, einen Sohn zu haben und doch wieder keinen Sohn zu haben?“

„Gewiß, gewiß. Aber, was wollen Sie, sein Herz hing daran, nicht wahr? Er wäre mir verbummelt, verbittert zu Hause. Und so — ich denke, ich kann doch für ihn sorgen. Lächeln Sie nicht, das ist doch etwas, ist ganz viel. Ich kaufe ihm warme Unterwäsche, wenn er nach Spitzbergen fährt, und ich suche ihm leichte Sommersachen aus, wenn er nach dem Äquator steuert. Ich habe mir einen neuen großen Atlas gekauft — meinen schönen alten Kiepert hat Maruschka Anastasia irrtümlich unter ihren Sachen mitgenommen. Und so kleine Fähnchen hab’ ich in einem Papierladen erstanden, wissen Sie, so lustige bunte Wimpelchen an Stecknadeln, wie sie die großen Dampfschiffahrtsgesellschaften auf ihre Karten stecken. Genau solche. Das hab ich ihnen abgesehen. Und so mache ich auf der Karte alle Fahrten mit ihm; und abends lese ich die Berichte von den Seewarten. Und aus jedem Hafen — das hab ich schon ausgemacht mit meinem Schulfreund, dem Kapitän — bekomme ich ein ausführliches Telegramm. Sehn Sie, mich hat das Leben gelehrt, es ist gar nicht so wichtig, daß man immer körperlich bei den Menschen ist, die man liebt, die man halten und schützen und fördern möchte. Maruschka Anastasia zum Beispiel — ich habe sie nie wieder gesehn. Aber es freut mich doch an jedem Ersten im Monat, wenn ich, die Hand auf der Brusttasche, die Bückeburger Straße hinaufgehe und ihr das Geld auf ihr Konto bei der Deutschen Bank einzahle.“

„Was — Sie — Sie — unterstützen Ihre geschiedene Frau noch —?“

„Das muß ich doch. Ich bin ja der schuldige Teil, nicht wahr? Heißt das: vor der Welt. Wir haben das ganz hübsch so eingerichtet. — Und dann hat ihr Verleger Bankrott gemacht. Und der Rittmeister hat doch selbst nichts, nicht wahr? Er verkauft manchmal einen Wurf Foxterriers — aber mein Gott, jetzt sind wieder die schottischen Schäferhunde Mode. Er hat Unglück der Mann, wirklich, er tut mir leid.“

Wir waren am Lehrter Bahnhof und stiegen aus.

Der Zug stand schon bereit. Michael Monkebach eroberte für den Jungen einen Eckplatz, Rücksitz am Fenster. Er dachte an alles, brachte die Reisetasche im Gepäcknetz unter und erprobte umständlich auf mehrere sinnreiche Arten, ob sie nicht etwa dem Daruntersitzenden auf den Kopf fallen könnte. Er kaufte ihm noch ein paar Orangen und zwei fingerdick belegte Brote; er belehrte ihn noch über die wohlgesetzten Begrüßungsworte, die er dem Kapitän bei der Ankunft in Hamburg widmen sollte, ermahnte ihn dringend, auf die Reize der Aussicht ein Augenmerk zu haben und sich ja nicht aus dem Fenster zu beugen, weil einem da leicht kleine Kohlenstäubchen ins Auge fliegen könnten, was sehr fatal und schmerzhaft sei. Und mit einer unnachahmlich diskreten Handbewegung auf eine dunkle Verbindungstür nach einem kleinen Kabinett weisend, flüsterte er: „Und — du weißt, lieber Karl, für alle Fälle ... Genier’ dich nicht, Junge! Solche Dinge sind menschlich. Die vornehmste Dame ist nicht frei davon.“

Ich hielt mich bescheiden etwas zurück, den Abschied nicht zu stören.

Daß der Jüngling von Sentimentalitäten überwältigt werden könne, schien er nicht zu befürchten. Er betastete neugierig den blanken Griff der Notbremse und prüfte die geheimnisvolle Plombe, was Michael Monkebach sehr in Verwirrung setzte. Er drehte die Heizungskurbel, las die ausführlichen Bestimmungen über „verlorene und gefundene Gegenstände“ mit lauter Stimme von einem angeschlagenen Blättchen ab und bat schließlich seinen Vater, dem Mathematiklehrer zu bestellen, daß er ihn nie habe ausstehen können und für einen ekelhaften Esel halte.

Das war der letzte Gruß des künftigen Seefahrers an die Heimat, an die Vergangenheit, an das Festland.

Der Zug setzte sich in Bewegung.

Michael Monkebach zog mit nervöser Hast ein sehr sauberes Taschentuch, reichlich so groß wie eine Kinderwindel; und er winkte mit der ganzen Kraft seines Armes, so lange der Zug in Sicht war, wobei er im Überschwang der Gefühle am äußersten Ende des Perrons herlief und beinahe den diensttuenden Stationsvorsteher auf die Schienen geworfen hätte.

Als wir langsam die Treppe herunterstiegen, blieb er plötzlich stehen, legte mir die Hand auf den Arm und sagte:

„Ist es nun nicht ein wunderbarer, ein, möchte ich sagen, erhebender Gedanke, daß der Junge vielleicht in drei Monaten in Kapstadt vor Anker geht, oder in sechs Monaten in den Hafen von Habana einläuft oder in Montevideo an Land klettert oder in Melbourne? Und ich in meinem stillen Landstädtchen, der ich nur noch seine ziemlich schlechten Bilder und sein zerbrochenes Kinderspielzeug und seine zerpflückten Schulbücher habe als Erinnerungen an so viele Sorgen und Hoffnungen und gern erfüllte Pflichten, ich weiß: daß er unter Kaffern und Indianern, unter Grönländern und Indiern und unter lauter seltsamen Menschen, die eine fremde Sprache reden und fremden Sitten gehorchen, plötzlich etwas sagen, etwas tun wird, daß er nur von mir hat, nur von mir haben kann. Er wird sich plötzlich auf eine Lehre besinnen, die ich ihm gab; wird ein Wort, eine Sentenz anwenden, die er mich oft gebrauchen hörte. Und bewußt oder instinktiv wird er ein winziges Spürchen Kultur, die Kultur von meiner Kultur ist, unter die Feuerländer und Kanibalen, unter die poesielose Hafenbevölkerung des schmutzigen Ostens, unter die armen Fischer im Eis des hohen Nordens tragen. Und so dünn und klein diese Fäden auch sein mögen, mein persönlicher Einfluß, den ich auf sein Kindergemüt übte, umspannt auf solche Weise in ein paar Jahren vielleicht die ganze Welt. Ein Späßchen, das ich einmal gemacht, erzählen sie sich vielleicht am lodernden Wachtfeuer am Amazonenstrom. Eine Handbewegung von mir, wenn ich abends den Tee bereitete, wird vielleicht in Lappland von einem schmierigen Eingeborenen als fremde Kulturblüte nachgeahmt. Ein gutes Wort, daß ich gelegentlich aus dem Gedächtnis nach einem deutschen Dichter falsch zitierte, klingt vielleicht in derselben irrigen Version in einem Tempel bei Nagasacki wieder. So hat alles Trübe sein Fröhliches, jeder Schmerz seine Heilung in sich selbst. Ich verliere, sehn Sie —“ Er stockte einen Augenblick, dann sprach er mit wehmütigem Lächeln weiter: „Ich verliere einen Jungen an die große Welt da draußen; und mein Haus wird still und einsam. Aber ein Stückchen, ein Spürchen, ein Gruß von mir passiert mit ihm den Äquator, fährt mit ihm durch die Wendekreise. Und auf all das Fremde, Große, Schöne da draußen, das ich mit eigenen Augen nie sehen werde, habe ich ganz heimlich und ganz bescheiden durch die Fahrten meines Adoptiv-Kindes einen gewissen persönlichen Einfluß.“

Während er mehr zu sich selbst, als zu mir sprach, hatte er den schwarzen Schäfermantel auseinandergeschlagen und wischte sich mit dem riesigen Zipfel des Taschentuches verstohlen das Auge. Als er aber meinen freundlich verstehenden Blick auf sein gerötetes Antlitz gerichtet sah, steckte er das Tuch sofort weg, zwinkerte noch ein paar Mal wie prüfend mit dem Augendeckel und erklärte dann ein wenig unsicher im Ton:

„Es muß mir ein Kohlenstäubchen ins Auge gekommen sein.“

Dann schritt er im Gewühl der Passagiere eines eben angekommenen Zuges zwischen einem höheren Offizier und einer Eierfrau durch die Perronsperre ins Freie ...

Illustration from Von Kindern und jungen Hunden
Druck von E. Schultze & Co., G. m. b. H., Gräfenhainichen
Druck von E. Schultze & Co., G. m. b. H., Gräfenhainichen

Druck von C. Schulze & Co., G. m. b. H. Gräfenhainichen

Bücher aus dem Verlage ○ ○ Concordia Deutsche Verlags-Anstalt ○ Hermann Ehbock Berlin W. 50 ○ ○ Geisbergstraße 29

Concordia Deutsche Verlags-Anstalt, Hermann Ehbock Berlin W. 50.

Illustration from Von Kindern und jungen Hunden

Rudolf Presber:

Von Leutchen, die ich lieb gewann

15 Auflagen in kurzer Zeit Preis geheftet Mk. 3.50, gbden. Mk. 4.50.

Berliner Tageblatt. Welch ein Buch! Welch ein lustiges Buch durch und durch! Der ernsteste, bis aufs äußerste überlastete Minister, ja alle überlasteten Menschen (und wer wäre es nicht?) hätten freudige, fröhliche Stunden, wo sie ab und zu aufsehen müßten vom Lesen, um sich vom Lachen auszuruhen und minutenlang zu stoppen, um sich zu erholen. Ja, welch ein wundervolles köstliches Buch ist es! Voller (wenn erlaubt ist, so zu sagen) durchdringenden Humors. Wie scharf hat der Dichter uns Menschen gesehen, „in diesem Fall“ wie scharf unsere großen und kleinen Eigenheiten gekannt! Wie vielen wird dies Buch ein erfrischendes Buch sein, wo sie mal beim Lesen alle und alle Sorgen an den Laternenpfahl hängen können! Und die Kranken, die darin lesen, müssen gesund werden (Detlev von Liliencron).

Leipziger Tageblatt. Dieses Buch stelle ich an einen ganz besonderen Platz in meiner Bibliothek. Ich stelle es dahin, wo die Sorgenbrecher des Lebens stehen, dahin, wo all das traulich zusammensteht, was pessimistische Gedanken und Gefühle verscheucht, was mir die Schatten des Lebens bannt und die Sonne goldiger macht. Ganz in die Nähe der ernsten Philosophen stelle ich es, nicht zu weit weg von Shakespeare, dem genialen Witzbold, und nicht zu weit auch vom (nicht zeitlich, aber wesentlich) älteren Jean Paul ... Der Wert der Presberschen humoristischen Erzählungen, ihr ganz einzigartiger und außerordentlicher künstlerischer Wert, besteht in der Fähigkeit des Dichters, sich in die Lebensgewohnheiten und Lebensauffassungen der Personen völlig hineinzudenken, die er uns schildert. Nur der wirkliche Dichter vermag seine Figuren lediglich durch sich selbst humoristisch wirken zu lassen. Da ist nichts gesucht und an den Haaren herbeigezogen, all diese Personen leben, leben, so wie sie der Dichter schildert.

Die Literatur (Hamburger Nachrichten). In diesen Skizzen zeigt sich der Verfasser, den wir als einen unserer innerlich reichsten und feinsten Lyriker bereits kennen, als treffsicherer Spötter und Satiriker. „Der Mäcen“, „Liardot II.“, „Mein Porträt“ usw. sind Kabinettstücke humoristischer Lebensepisoden.

Dresdener Nachrichten. Ein Zug von, ich möchte fast sagen überwältigendem Optimismus geht durch jede einzelne dieser feinen Skizzen, aus denen der Humor als der „verschönte Ernst“ zu uns spricht, jene Liebe zu den Menschen, die stets in dem großen Verstehen ihrer Schwächen und Fehler, ihrer Leiden und Freuden ausklingt. Man fühlt es, Rudolf Presber ist das Leben nicht stumm geblieben, er hat es sich selbst gedichtet, zur Poesie umgestaltet in den Sorgen des Alltags, in den Freuden der Feierstunden, in Jahren des Ringens und Leidens, in Augenblicken der Freude und des Glücks. Nur ein solcher Mensch, den das eben zum Dichter gemacht hat, kann Leben so sehen, wie es Presber sieht ... Nur wenige Dichter, die heute mit uns und hinter uns leben, verstehen es, mit solcher Herzlichkeit zu schreiben, mit so viel echtem Gemüt zu erzählen, wie dieser Poet, um dessen Lippen immer ein Lächeln zu schweben scheint, aus dessen leuchtenden Augen stets ein warmes Leuchten bricht, mag er auch nicht immer von lachendem Frohsinn sprechen.

Breslauer Zeitung: „Ich habe lange nicht so gelacht“, sind die Worte, die jeder ausrufen dürfte, der das entzückende humorvolle Buch „Von Leutchen, die ich lieb gewann“, von Rudolf Presber aus der Hand legt. Es ist reiner, klarer, echter Humor.

Concordia Deutsche Verlags-Anstalt, Hermann Ehbock Berlin W. 50.

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Die Diva und Andere

von Rudolf Presber

Sechste Auflage

Preis: Geheftet Mk. 3.—, gebunden Mk. 4.—

Münchener Neueste Nachrichten: Einen hohen und seltenen Genuß verschafft die Lektüre dieser von sonnigem Humor und sprudelnder Heiterkeit erfüllten Skizzen. Presber, der feinsinnige Lyriker und geistreiche Spötter, ist unstreitig auch einer unserer besten Humoristen. Das neueste Buch ist ein schlagender Beweis dafür. Wie prächtig bearbeitet ist die kleine Skizze „Die Diva“, mit welch bitterer Ironie deckt der Verfasser mit wenigen genial hingeworfenen Strichen die ganze Falschheit und Niederträchtigkeit dieser drei sich gegenseitig umschmeichelnden Gestalten, der Diva, des Kritikers und des Dichters, auf. Nichts darin erscheint übertrieben, sondern alles atmet natürliche Frische. Eine ebenso große Rolle spielt das komische Element in der künstlerisch fein gearbeiteten und ergötzlich geschilderten Skizze „Der rätselhafte Findling“, der durch das Erscheinen Sherlock Holmes als Sohn des Dalai Lama erkannt wird. Der überaus ansprechende Stil, der das ganze Buch durchweht, übt einen unwiderstehlichen Zauber aus. Warmherzig und voll Empfindung ist das Buch so recht dazu geeignet, jedermann von krankhaften Seelenzuständen zu befreien und allen Pessimismus zu verscheuchen. Presber ist ein ganzer Künstler, dessen Phantasie einen Zündstoff bildet, dessen Wirkung niemand sich entziehen kann.

Internationale Literatur- und Musikberichte: Ein echter Sorgenbrecher! Man kennt Presbers Humor schon von seinem Buche her: „Von Leutchen, die ich lieb gewann“. Hier ist derselbe Humor, derselbe geistreiche Witz, die gleiche Kunst der kurzen, scharf pointierten Erzählung. Die vierzehn kleinen Erzählungen sind Meisterstücke ihrer Art und werden mit Recht dazu beitragen, Presbers Namen in die Reihe der ersten Humoristen zu stellen. Schon die Tatsache der 5. Auflage ist der beste Beweis für die Güte des Buches. Ich empfehle es auf das allerwärmste.

Breslauer Zeitung: Zwanglos intensiv teilt sich wieder die Grundstimmung der Presberschen Prosasatiren mit: Klar erkennt man in der Karikatur den fein durchschauten, festgeformten Typ, im scharfen Angriff die verstehende Entschuldigung, im brillierenden Wortwitz die Treffsicherheit der inneren Pointe, in der schneidigen Ironie noch die warme Herzlichkeit des Optimisten von Geburt. Nicht viele sehen jetzt so wie Rudolf Presber. Am meisten Otto Ernst (der Erzähler natürlich!), wo ihm das Leben ein frohes Farbenspiel ist. Aus einiger Entfernung schon grüßen die Menschen Heinrich Seidels und die Querköpfe Hans Hoffmanns sich mit Presbers Leuten. Und ganz aus der Weite reckten sich dann die Charakterfiguren noch weit Größerer auf. Die Form — sie ist bei Presber mit dem Geschick des Routiniers dem allerjüngsten Geschmack angepaßt — wird nicht über den soliden Dauerwert dieser Art Humor hinwegtäuschen, der nicht Presbers persönliches Eigen allein ist, sondern künstlerische Daseinsäußerung eines typischen Temperaments, das zum Glück jeder Epoche immer wieder neu ersteht, nie unverstanden bleiben darf und von seiner Zeit immer nur die Aeußerlichkeiten leiht.

Der „Rheinische Kurier“: Presber ist nicht nur in seiner engeren Heimat, sondern im ganzen deutschen Vaterland als einer der geistvollsten Plauderer und Feuilletonisten bekannt, der es versteht, auf der Grundlage einer scharfen Beobachtung und einer feinen psychologischen Zergliederung Grazie und Anmut mit ästhetisch-philosophischem Ernst zu verbinden. Wie immer, so bekundet auch Presber in der vorliegenden Sammlung geistvoll-humoristischer Silhouetten seine großen Vorzüge. Mit kecken Strichen versteht er seine „Helden“ und „Heldinnen“ uns vorzuführen, ihre Tugenden zu preisen und ihre Schwächen unbarmherzig zu geißeln und doch so liebenswürdig dabei zu bleiben, daß keine Bitternis in der Seele des Lesers aufsteigt.

Deutsche Tageszeitung: Von Rudolf Presber, dessen bereits in vierzehnter Auflage erschienenes Buch von „Leutchen, die ich lieb gewann“ nach dem Ausweis des Buchhandels zu den meistverlangten Neuerscheinungen dieses Jahres gehört, ist soeben das amüsante Geschichtenbuch „Die Diva und Andere“ in sechster, vermehrter Auflage mit neuem, charakteristischem Buchschmuck von Hanns Anker erschienen. Alle Vorzüge einer humor- und gemütvollen Erzählungskunst, die dem Verfasser des „Von Leutchen, die ich lieb gewann“ nach dem einstimmigen Urteil der Kritik unter die ersten Humoristen einreiht, findet sich in diesem Buche in bunter Fülle wieder.

Berliner Tageblatt: Rudolf Presber hat viel Begabungen: er kann sehr schöne zartflimmernde Verse machen; er kann mit ganz aktuellem Witz sich zum Herrn einer momentan interessanten Situation machen; er kann sich träumend über die platte Wirklichkeit erheben und kann auch als rechtes Weltkind harmlos fröhlich irgendeine Schnurre erzählen. Von alldem findet sich etwas in diesem Satirenband.

Die Post: Presber liebt es, Satire und Humor und Grazie ineinander zu flechten. Seine Satire wird nie bösartig und gallig, der wundervolle süddeutsche Humor streicht mit einer weichen, warmen Hand über die Spitzen und Widerhaken der Satire und kulminiert zumeist die temperamentvoll losfahrende Vehemenz der Satire in einem befreienden und herzerquickenden Gelächter. So etwas bringt ein Norddeutscher nicht gut zuwege, dazu muß man schon Süddeutscher sein von dem leichten und doch empfindungsvollen fränkischen Geblüt.

Concordia Deutsche Verlags-Anstalt, Hermann Ehbock Berlin W. 50.

Illustration from Von Kindern und jungen Hunden

Die Bilder-Stürmer

Eine Tragödie in fünf Akten

von Cléon Rangabé

Übersetzt und für die Deutsche Bühne bearbeitet von

Rudolf Presber

Mit Buchschmuck von Hanns Anker

Ihrer Kgl. Hoheit der Kronprinzessin von Griechenland gewidmet

Geheftet Mk. 4.—, gebunden Mk. 5.— Numerierte Luxus-Ausgabe Mk. 25.—.

„Nord und Süd.“ Nicht nur der Diplomat, auch der Dichter Cléon Rangabé ist in Deutschland wohlbekannt und geschätzt. Das vorliegende Buch, das Drama „Die Bilderstürmer“, ist geeignet, den Namen des Dichters noch weiter hinauszutragen. Das behandelte Thema steht an und für sich uns Deutschen recht fern und abseits; jedoch ist Rangabé vollkommen gelungen, unser Interesse wachzurufen und wach zu halten, uns zu erwärmen und tiefinnerlich zu erschüttern! Gleich am Anfang empfinden wir bewundernd, mit wie kurzer kraftvoll gestalteter Exposition uns der Dichter in die das Stück bedingenden Verhältnisse hineinversetzt, daß die Zeit, die Umgebung mit all ihren Kämpfen und Gegensätzen sofort klar vor uns liegt. Es ist die Zeit der dogmatischen Kirchenkämpfe, die Zeit der „Bilderstürmer“; es ist die Umgebung des byzantinischen Kaiserhofes, wo eben jene Frage des Bilderdienstes die Kaiserin Irene, Leos IV. Witwe, zu ihrem Sohne und Mitregenten Konstantin VI. in schärfsten Konflikt brachte.

Im Theater zu Athen haben die „Bilderstürmer“ großen Erfolg erzielt, und wir sind überzeugt, daß auch ihre Aufführung in deutscher Sprache auf deutschen Bühnen bei angemessener Inszenierung und guter Besetzung der Hauptrollen reichen Beifall finden und Zugkraft ausüben wird.

Und zum Schluß die höchst vornehme Ausstattung des Buches, die nicht nur prächtig ist — das kann auch von manchen anderen Erzeugnissen des modernen Buchschmuckes gesagt werden — sondern, was weit schwerer wiegt und größere Anerkennung verdient, in ihrem Stile bis ins Detail hinein einheitlich und dem Inhalte des Buches angepaßt ist. So ist ein Kunstwerk entstanden, das in jeder Beziehung zu erfreuen und befriedigen vermag.

Concordia Deutsche Verlags-Anstalt, Hermann Ehbock Berlin W. 50.

Illustration from Von Kindern und jungen Hunden

Im Lande der Jugend

Roman von Traugott Tamm

6. Auflage. Geheftet Mk. 4.—, geb. Mk. 5.—.

Die „Preußischen Jahrbücher“: Traugott Tamm ist einer der Auserwählten, dem das Können gegeben ist. Er ist eine starke, dichterische Persönlichkeit mit so viel Eignem, daß er sich an kein berühmtes Muster anlehnt, sondern ganz selbständig dasteht ... Der Abschied der Eingezogenen des Kirchspiels im Jahre 1870 und die Ansprache ihres hochbetagten Geistlichen ist eine der vielen meisterhaften Szenen, die das Buch enthält und der nur wenige in den Romanen der letzten Jahrzehnte an die Seite zu stellen sind. Dieser Roman kann zu einem wesentlichen sozialen Faktor werden, wenn er so viel gelesen wird wie er gelesen zu werden verdient!

Das Blaubuch: „Ein wunderbares Buch, wie es selten auf den Markt kommt.“

Altonaer Tageblatt: Das Thema dieses großangelegten Romans erinnert an das in Freytags „Soll und Haben“, ist aber durchaus selbständig verarbeitet und übertrifft Freytag an Vertiefung und Charaktere bei weitem. Man hat das Bedürfnis, dieses Buch zweimal zu lesen.

Königsberger Neueste Nachrichten: Dieser Roman ist wie eine schöne reife Frucht, von sorgsamer Hand gepflückt. Seltene Schönheit und Tiefe der Empfindung und Sprache hebt dieses Buch weit über derartige Erscheinungen heraus.

Rinnender Sand

Ostseegeschichten von Karl Rosner.

Geheftet Mk. 2.—, gebunden Mk. 3.—.

Das kleine Journal: ... Ein Werk voll wunderbarer stiller Schönheit, die eindringlich und tief ergreift und lange nachklingt und ein Bleibendes im Leser hinterläßt.

Neues Wiener Tageblatt: Ein prächtiges Buch! Voll schöner, stimmungsreicher Naturschilderungen, voll Wärme und Empfindung bei Beurteilung der Menschen, liebenswürdig im Detail und großzügig im Ganzen.

Concordia Deutsche Verlags-Anstalt, Hermann Ehbock Berlin W. 50.

Illustration from Von Kindern und jungen Hunden

Was ihm das Leben gab

Roman von Rudolf Pinner.

Geheftet Mk. 3.—, gebunden Mk. 4.—.

Wiesbadener Generalanzeiger: Einer von denen, die es fertig brachten, wirkliche, echte Menschen zu schildern, wie sie uns das Leben wahrhaft zeigt, einer von diesen wenigen, die zugleich feine Beobachter und echte Dichter sind, ist Rudolf Pinner. Viel von dem, was dem „Helden“ seiner Dichtung, dem Hans Erik Wendlandt das Leben gab, hat sicherlich auch der junge Autor aus der Heimat Gerhart Hauptmanns wirklich erlebt, vieles auch mag der feinsinnige Dichter an anderen Menschen erschaut und dann in sich aufgenommen haben. R. Pinner geht seine eigenen Wege. Einzelne besonders schöne Stellen dieses Romanes hervorzuheben, wäre nicht recht. Man darf nichts herausreißen und absondern von dem, was ein festes, harmonisches Ganzes ist. Dies ist ein Buch vom Leben und fürs Leben, das wirklich verdient, gelesen zu werden.

Die Invasion von 1910

Der Einfall der Deutschen in England

von William Le Queux

Die Seeschlachtkapitel von Admiral H. W. Wilson

Übersetzt von Traugott Tamm

Preis: Geheftet Mk. 3.—, gebunden Mk. 4.—.

Breslauer Zeitung: Was den literarischen Wert des Buches angeht, so ist er nicht gering. Es ist geschickt geschrieben, erregt durch die Natürlichkeit des Tones die Illusion des wirklichen Geschehens und hält sich sorgfältig von krassen Effekten fern. Nur ein Beispiel, das zeigen wird, wie der Stil nach frappierender Treue ringt: „Die Zahl der elektrischen Scheinwerfer war bis auf sechs gestiegen; einige steckten lange, steife Finger in die leeren Räume der Nacht aus, andere wanderten rastlos auf und ab, hierhin und dorthin.“ Das könnte ebensogut bei Maupassant, wie bei Le Queux stehen. — Das Buch wirkt vornehm durch die maßvolle Behandlung des Stoffes.

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