Nacht
Reading edition
Erhabene, glühst du mir wieder, Dunkelumfangende du! Schwankend auf deinen Säulen und doch voller Ruhe! O, du überschüttest mich nicht und wirst mich nicht stürzen. Weit hast du dich gespannt und du versagst dich nicht meinem Aufruhr! Hintaumeln darf er unter deinen Gewölben und sich vergeuden. Ah, kein aufdrohendes Notgebild zückt ihm die Zeit. Sterne schüttest du, unzählige Geschwister den Bränden meiner Brust, und wo du die Säume faltest deines Mantels, da wartet mein Träumen. O, daß du wartest, Geduldige, o nimmer mich zwingst auszubrechen in die berstenden Schollen, in saugende Klüfte vor solchem Gefühl! Ruhe spülst du in meine Adern und kosendes Dunkel hast du zu einer mildladenden Pforte gestellt, — o nächtiges Tor! — ohn’ Ende zu schreiten, zu atmen und hinzubreiten wie Wellengeriesel die dunkelgeballte Inbrunst den sonnigen Spielen meines ewigen Tags!