Nacht im Februar 1917
Reading edition
So ritt ich durch die armen Fetzen Ewigkeit. In stummem Zwange lag die Nacht geknebelt und lohte hungernd, wie ein ausgeweintes Leben nach einem Schmerzensschrei, der sie erlöste. Erbarmungsloses Mondlicht drängte alle Sterne in freudenlose Firmamente roh hinauf, mit kalten Hieben warf es unsre Erde — das weiße Schneeland, das um Sonne trauert — wie einen Toten in den fahlen Grund. Gespenstisch fror das kalte Dämmern auf dem Leichnam, den ich mit grauem Schauder überritt. Aus ihrer Schattenbläue sprangen dunkle Bäume wie rasende Fontänen schwarzen Blutes auf, im lodernden Geäste sich verspritzend. Rauchende Dolden tobten wild ins Graun. Und harter Mondschein starrte alle Brunnen Blutes, und fror gespenstisch auf der Leiche Welt, in die mein Pferd die scharfen Hufe bohrte. Solang ich ritt, umgraute mich der Leichnam und Wunden sprangen blutend, wo ich ritt. Da half mir niemand solche Wehschau zu ertragen. Du arme Welt, wer hat dich so geschlagen? O Menschenerde, wie du dich verklagst! Ich schrei den Bußeruf, den du nicht wagst.