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Spitzen und ihre Charakteristik

Blonden.

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Man kann spanische und französische Blonden unterscheiden, die zwei sehr verschiedene Gattungen unter diesem Namen vereinen; die ersten gehören zur spanischen Nationaltracht.

Sehr liebenswürdige und anmutige Spitzen ohne höheren künstlerischen Wert sind die Blonden, ihre glänzend weißen Seidenflecken geben ihnen einen weichen Schimmer, der sie ganz unähnlich den anderen Spitzengattungen aus Zwirn macht, sie sind sehr auffallend und doch nicht so kostbar, daß sie von jeher der Modelaune unterworfen waren. Maria Antoinette liebte sie sehr und sie waren bis zum Sturze des Königtums beliebt, dann verschwanden sie und tauchten mehrmals wieder im XIX. Jahrhundert auf. Kaiserin Eugenie als Spanierin bevorzugte sie auch eine Zeitlang und sie wurden in den sechziger Jahren in ganz Europa sehr viel getragen.

Sie bieten in ihrer Ausführungsart vielerlei Abwechslung, große Blumen mit zarten chantillyartigem réseau lassen den Seidenglanz sehr zur Geltung kommen. Die feinen, schleierartigen, deren Dessin nur mit feinen Faden wie hineingestickt ist, können kaum als ihre Schwester erkannt werden. Sehr hübsch sind auch die mit silbernen oder goldenen Fäden durchzogenen. Der réseau ist meistens wie das der Lille, manchmal aus fond chant gebildet.

Die Blonden waren von jeher in Spanien sehr geschätzt, jede Spanierin besaß wenigstens eine Mantille aus Blonden und dort in ihrer Heimat waren sie nicht den Moden unterworfen.

Man erzählt sich von ihrem Ursprung, – fast jede Spitzengattung hat ihre Legende, – daß sie von einer trauernden Mutter, von den blonden Haaren ihres geliebten Kindes, das sechzehnjährig gestorben war, verfertigt worden waren. Dieser Schleier sah so reizend aus, daß bald andere Frauen versuchten, dieses Gewebe in feinen Seidenfäden nachzuahmen.

In Spanien werden sie in Barcelona zwar erzeugt, doch decken sie keineswegs den Bedarf Spaniens und dessen Kolonien und sind nicht so schön und gediegen, wie die in Caen, Bayeux, und Chantilly verfertigten. In Belgien werden sie in Grammont und Turnhout fabriziert. Im allgemeinen nimmt die Fabrikation mit dem allmählichen Verschwinden der spanischen Nationaltracht ab. Die Kolonien halten in der Beziehung mit dem Mutterlande Schritt. Im XVII. Jahrhundert hießen sie bisette, beide Namen blonde und bisette erinnern daran, daß man sie anfangs aus ungebleichtem Seidengespinst klöppelte, aber sie wurden sehr häufig auch schwarz verfertigt und sind sehr hübsch und wirkungsvoll. Die Blonden mit breiten Seidenflecken, die spanischen, sind cremeweiß, während die sogenannten französischen blauweiß sind und dadurch leicht einen grauen und verstaubten Eindruck machen.

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