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Frühling

Im Omnibus

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Ein Omnibus knarrt in dem Schnee, Voll Menschen jeder Art, So wie der Zufall manchmal sie Zusammenpreßt und schart. Es bläst der Wind so grimmig kalt, Die Fenster schließen schlecht, Ein jeder ist verdrießlich drob Und keinem etwas recht. Dort in der Ecke hält ein Mann Ein Dütchen vor sich hin, So zärtlich und besorgt, als wär Ein Edelstein darin. Zu seinem Nachbar einer sagt: „Was doch in aller Welt Der Mann dort in der Düte hat, Die er so sorgsam hält?“ Der hört die Frage, lächelt fein Und zieht aus dem Papier Ein Veilchen, eben aufgeblüht, Und zeigt’s dem Passagier. Und wie es nun von Hand zu Hand, Ein Gruß des Frühlings, geht, So ist’s, als hätt der Freude Hauch Sie alle angeweht. Als ob in ein verödet Haus Gekommen wär ein Kind, Als ob von schuldbeladner Brust Genommen wär die Sünd. Es tauen schnell die Herzen auf, Und fröhlicher Gesang Mischt mit des Windes Orgel sich Den ganzen Weg entlang. Hätt jeder doch in böser Stund Ein Veilchen gleich zur Hand, Es gäb der Sünde weniger, Der Liebe mehr im Land. Hermann v. Gilm

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