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Frühling

Der Wind

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Wind, Wind, Wo kommst du her? „Weit übers Meer Fuhr ich geschwind! Habe die Wellen Gepeitscht und geschlagen, Machte zerschellen Die Schiffe Am Riffe — Keinen Mast mehr sieht man dort ragen!“ Wind, Wind, Wo kommst du her? „Übers Gebirge Saust ich mit Macht, Hab die Lawine ins Rollen gebracht. Wald und Saaten Hat sie geknickt, Hirt und Herden Zermalmt und zerdrückt. Des Älplers Dorf Liegt tief unterm Schnee, Kein Dach, kein Türmchen Ragt mehr zur Höh! — Dann hab ich sacht In selbiger Nacht Ein glimmendes Fünkchen Zum Lodern gebracht, Ein Flammenmeer Durch die Gassen gefegt, Eine halbe Stadt in Asche gelegt!“ Wind, Wind, Was tatest du dann? „Habe über den grünen Rasen Einer lachenden Wiese geblasen; Habe lind die Blüten gewiegt, Die der gaukelnde Falter umfliegt; Habe dem Bächlein sanft gesäuselt, Habe den Birken die Kronen gekräuselt. Hab um ein Kind, Das drunter schlief, Leis und lind Die Flügel geschwungen Und es gesungen In Schlummer tief.“ Wind, Wind, Was tatest du dann? „Hab die Wolken am Himmel gejagt, Bis die Sonne golden getagt; Hab der ganzen Welt gelacht Und mit Brausen den Frühling gebracht!“ Wind, Wind, Wohin nun geschwind? „Schwing mich nun auf zu des Himmels Bezirken, Neue Arbeit mir auszuwirken! Ich kann brausen Der Welt zum Grausen, Und kann weich wie ein Atem wehn! Aber nun frag nicht mehr, Denn ich sag nicht mehr — Schweig und laß mich gehn!“ Wind, Wind, Gottes und Dämons Kind, Wenn deine Hand Fluch und Segen umspannt: Gnädig, nur mit sanftem Gebrause, Geh vorüber meinem Hause! Richard Zoozmann

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