Die Schwägerinnen. (continued 4)
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Und Fabia erwiederte: »still davon, Therese! auch ich habe gefehlt. Wir scheiden in Frieden, und der Herr geleite Dich!«
Nun kam die Reihe an Josephine, an Sylvius, an den alten Feldmeister und die Uebrigen. Dem Major reichte Therese die Hand, und drückte die seine inniglich und noch einmal, als wisse der Alte schon für Wen? – Ihrem Gemahl dauerte dies Valet zu lange. Er hatte das seine in summarischer Kürze abgegeben, den Bruder ausgenommen. Seine Meinung war: man müsse den Schmerz solcher Scenen verkürzen, ja vermeiden, wo möglich; aber die Weiber ließen sich keine einzige Thräne unterschlagen, die sie mit Fug und Recht vergießen durften. Sprach's, und schob seine Frau mit einem schmerzverachtenden Lächeln in den Wagen. Noch einmal strahlte Theresens Blick durch einen doppelten Schleier das ganze Commitat an; die Offiziere verbeugten sich unwillkürlich dienstmäßig, die Nonne schrieb ein Kreuz in die blaue Luft, Constanz winkte herzlich – und der Postillon stieß in das Horn, daß der schmetternde Hall von den Wölbungen des Klosters wiedertönte. Dieser Ton fand ein geheimnißvolles Echo in der tiefsten Seele des Administrators und ein Grauen strich über seine Nerven. Es erschütterte ihn dieser Klang, wie jener, als er am Sterbebette des Vaters den Bruder die kleine Trompete blasen hörte. – Und als der Wagen nun pfeilschnell entrollte, das gastfreundliche Stift weit und weiter zurückwich, die Gehöfte von Sanct Capella verschwanden, nun auch das letzte Häuschen vorbeigeflogen war, und jetzt der Horizont über der erwachenden Landschaft sich so klar vor ihnen aufthat, da gedachte Constanz an die Worte der Gesandtinn: er würde einst mit Extrapost in den Himmel fahren.
Ende des ersten Theils.