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Der Graf von Saint-Germain

ZWEITER TEIL URKUNDEN ZUR LEBENSGESCHICHTE DES GRAFEN SAINT-GERMAIN (continued 4)

Reading edition

Herzog Karl von Kurland[472] an Prinz Friedrich August

Dresden, 22. April 1777.

Bruder B[ischoffwerder] ist diese Nacht nach Leipzig abgereist, wo er rechnet, die Bekanntschaft des seltsamen Mannes zu machen, der sich seit einigen Monaten in Leipzig aufhält und über dessen Kenntnisse wir noch im unklaren sind.

Bischoffwerder an Prinz Friedrich August

Dresden, 2. Mai 1777.

Eure Hoheit werden durch den Bruder Decker die Gründe erfahren haben, aus denen Graf Welldone Ihren Brief gezeigt hat[473].

Frölich an Prinz Friedrich August

Görlitz, 7. Mai 1777.

Saint-Germain befindet sich noch in Leipzig, und man ist immer weniger attent auf ihn, da alle Hoffnung wegfällt, daß er nur im geringsten in der Maurerei Kenntnis hat.

Saint-Germain an Prinz Friedrich August[474]

Leipzig, 8. Mai 1777.

Eure Hoheit wollen gestatten, daß ich Ihnen mein Herz öffne. Es blutet, seit der Herr Rat Dubosc mir in einer für mich peinlichen Form die Befehle zukommen ließ, mit denen Sie ihn seiner Angabe zufolge beehrt haben. Sie galten aber sicherlich nicht mir. Herr Baron von Wurmb[475] und Herr Baron von Bischoffwerder werden stets für mich rühmliches Zeugnis ablegen, daß mein Schritt voller Berechtigung und Redlichkeit war, daß meine Ehrerbietung und meine eifrige und treue Hingabe, die ich für alle Zeit Eurer Hoheit gelobt habe, ihn mir unumgänglich geboten, obwohl ich zunächst voll Zartgefühl meinen Beweggrund verschweigen wollte. Nach Möglichkeit will ich hier die Abwicklung meiner ebenso wichtigen wie unerläßlichen Geschäfte beschleunigen, um alsbald die unaussprechliche Freude zu haben, Ihnen meine Aufwartung zu machen. Unvergleichlicher Fürst, wenn ich erst die Ehre habe, Ihnen genau bekannt zu sein, verspreche ich mir von Ihrer Gerechtigkeit und Ihrem Scharfblick zuversichtlich alles, was mir zukommt und was mir, da von Ihnen kommend, lieb und wert sein wird. Ich bin aus Pflicht, Neigung und ehrerbietiger, treuer Hingebung Eurer Hoheit ehrerbietigster und gehorsamster Diener

Graf Welldone.

Illustration from Der Graf von Saint-Germain: Das Leben eines Alchimisten

Schreiben Saint-Germains an Prinz Friedrich August von Braunschweig

⇒ GRÖSSERES BILD

Illustration from Der Graf von Saint-Germain: Das Leben eines Alchimisten

Schreiben an Friedrich August von Braunschweig; linke Seite

Illustration from Der Graf von Saint-Germain: Das Leben eines Alchimisten

Schreiben an Friedrich August von Braunschweig; rechte Seite

Minister von Wurmb[476] an Prinz Friedrich August

Dresden, 19. Mai 1777.

Ich habe meinen vierzehntägigen Aufenthalt in Leipzig benutzt, um dem berühmten Saint-Germain, der sich jetzt Graf Welldone nennt, den Puls zu fühlen. Auf meine Bitte ist er sogar auf einige Zeit hergekommen. Da er, wie ich weiß, es einigen nachträgt, daß sie ihn durchaus zum Wundermann machen wollten, habe ich das Gegenteil getan und ihn als gewöhnlichen Menschen behandelt, dessen chemische und physikalische Kenntnisse meine Neugier erregt haben.

Ich fand einen Mann von 60 bis 70 Jahren, sehr lebhaft für sein Alter. Er spottet über die, welche ihm ein außerordentliches Alter zuschreiben. Er macht zwar keineswegs den Eindruck eines Neugeborenen, hat aber bei seiner geregelten Lebensweise und den guten Medizinen, die er angeblich besitzt, starken Anspruch darauf, noch lange zu leben. Trotz alledem sieht er äußerlich nicht so aus, als ob er es noch lange triebe. Man kann nicht leugnen, daß er schöne Kenntnisse besitzt. Ich werde mit ihm an einigen Artikeln der Färberei und der Verarbeitung von Wolle und Leinen arbeiten, um zu sehen, ob sich für unsere Manufakturen etwas herausschlagen läßt. Was mir mißfällt, ist, daß er oft von Millionen spricht, während er weit entfernt ist, darüber zu verfügen, und anscheinend nicht einmal Gold zu machen versteht.

Nachdem ich sein Vertrauen gewonnen hatte, brachte ich das Gespräch auf die Freimaurerei. Ohne Eifer noch selbst besondere Aufmerksamkeit für die Sache gestand er mir, er sei im vierten Grade, entsänne sich aber der Zeichen nicht mehr. Daher konnte ich nicht näher mit ihm darauf eingehen; denn er bewies durch nichts irgendwelche Kenntnisse des Systems der strikten Observanz. Schließlich bekundete er selbst Neugier über die Angelegenheit Schrepfers[477], und als ich ihm so viel davon sagte, als ich sagen konnte, tischte er mir eine Geschichte auf, die ihm in Paris begegnet war. Dort hatten eine Gesellschaft von etwa 200 Personen, an deren Spitze der blöde Herzog von Bouillon stand, und ein paar Damen, die für das System des Grafen Gabalis[478] schwärmten, seine Bekanntschaft zu machen gesucht, weil sie ihn für einen Oberen hielten. Aus alledem glaube ich zu schließen, daß er entweder sich sehr verstellt oder keiner der Unsrigen ist. Letzteres halte ich für wahrscheinlicher, zumal er in Dingen der Religion und der Philosophie ein nackter Materialist ist.

Bischoffwerder an Prinz Friedrich August

Elsterwerda, 9. Juli 1777.

Graf Welldone ist tatsächlich keiner der Unsrigen. Aber wenn er wirkliche Geheimnisse besitzt, so bin ich im Besitz des wichtigsten. Obgleich es gegen alle Regeln der Wahrscheinlichkeit ist:

1. daß die Sache überhaupt möglich ist,

2. daß ich zum Träger eines so reichen Arkanums bestimmt bin,

3. daß ich es als Novize empfangen habe, will ich doch mein Urteil von heute ab auf 14 Tage hinausschieben, wo kein Zweifel über die Sache mehr möglich sein wird. Nur Ihnen vertraue ich es an und werde ich sagen, was daran ist. Wäre es wohl eine Prüfung neuer Art? Denn es scheint mir bedenklich, daß ein so kostbares Arkanum mir durch die Hand eines Laien, eines Atheisten, angeboten wird.

Elsterwerda, 16. September 1777.

Die Versuche, die ich mit den mir von Saint-Germain mitgeteilten Geheimverfahren angestellt habe, sind von erstaunlicher Wirkung. Stets unter der mindesten Bedingung meines Ehrenwortes, zu schweigen; ich begreife bis heute nicht, warum ich ihr Träger geworden bin.

SAINT-GERMAIN IN BERLIN[479]

I Aus den „Erinnerungen“ Thiébaults[480]

Ein ungewöhnlicher Mann, in der Welt als Graf Saint-Germain bekannt, kam nach Berlin und blieb dort über ein Jahr. Der Abbé Pernety[481] besuchte ihn als Adept sofort und erzählte uns Wunderdinge von ihm.

Der Graf war ein Greis, dessen Alter und Heimat unbekannt war. Er war indes noch sehr rüstig, obgleich etwas beleibt. Wie man sagte, besaß er das Geheimnis, Gold zu machen, ja sogar Diamanten. Er lebte — was weit wichtiger ist — seit ich weiß nicht wieviel hundert Jahren. Er war der ewige Jude, etwas ganz Wunderbares, zumal er alle europäischen Sprachen beherrschte. Saint-Germain nahm ein paar Zimmer in einem der ersten Gasthöfe Berlins. Er lebte dort sehr zurückgezogen, hatte zwei Diener und einen Mietswagen, der den ganzen Tag vor der Tür stand. Er bezahlte ihn gut, benutzte ihn aber nie.

Der alte Freiherr von Knyphausen[482] besuchte ihn sogleich als alten Bekannten und lud ihn dringend ein, bei ihm zu speisen. „Gern,“ sagte Saint-Germain, „aber nur, wenn Sie mir Ihren Wagen schicken. Ich kann keine Mietswagen brauchen; sie hängen zu schlecht in den Riemen.“ Bemerkenswert ist, daß der Unbekannte den Freiherrn immer nur „mein Sohn“ anredete.

Die Prinzessin Amalie[483] wollte ihn sehen, und er stellte sich pünktlich ein. Sie fragte ihn, aus welchem Lande er sei.

„Ich bin aus einem Lande,“ entgegnete er, „das nie Ausländer zu Herrschern gehabt hat.“

In dieser geschickten, rätselhaften Art beantwortete er alle Fragen Ihrer Königlichen Hoheit, die zuletzt ganz sprachlos war und ihn verabschiedete, ohne etwas von ihm erfahren zu haben.

Auch Frau du Troussel[484] wollte ihn sehen. Der Abbé Pernety spielte den Vermittler bei dieser Staatsaktion, und eines Abends kam der Graf zu ihr und speiste bei ihr. Man brachte das Gespräch auf den Stein der Weisen. Er bemerkte jedoch nur, die, welche sich damit beschäftigten, begingen zumeist eine wunderliche Torheit, indem sie nur das Feuer als Hauptelement in Anwendung brächten. Sie bedächten aber nicht, daß das Feuer auflöst und zerteilt und daß es somit widersinnig sei, mit Feuer zu arbeiten, wo es sich um eine neue Zusammensetzung handle. Hierüber redete er lang und breit und ging dann zu alltäglicheren Dingen über.

Er hatte feine, durchgeistigte Züge; man sah ihm den Mann aus guter Familie und von guter Erziehung an. Er soll der Lehrmeister des berüchtigten Cagliostro gewesen sein[485], der bekanntlich in Paris den Kardinal von Rohan[486] und so viele andere zum besten gehabt hat. Aber der Schüler konnte sich in keiner Weise mit dem Lehrer messen. Hat sich dieser doch bis zu seinem Tode ohne irgendein peinliches Abenteuer behauptet, wogegen der dreistere Cagliostro oft alles aufs Spiel gesetzt und seine Laufbahn in den Kerkern der römischen Inquisition beschlossen hat, ein trauriges, aber viel zu mildes Schicksal.

Die Geschichte des Grafen Saint-Germain zeigt einen klügeren und vorsichtigeren Abenteurer und nichts, was gegen die Ehre im eigentlichen Sinne verstößt. Nichts ist unredlich, alles wunderbar, nirgends Niedertracht und Ärgernis. Wenn es wahr ist, daß er Damen, die bei dem Trauerspiel „Mariamne“ weinten, gesagt hat: „Wie wäre es erst, meine Damen, hätten Sie sie wie ich gekannt, hätten Sie gesehen, wie liebenswürdig, reizvoll und schön sie war[487]!“ — wenn es wahr ist, daß er vom Leiden Jesu Christi gesagt hat: „Es war seine eigene Schuld; ich hatte es ihm vorhergesagt, daß er ein schlimmes Ende nehmen würde, wenn er seine Ziele nicht änderte“, — so sind das lächerliche Redensarten, aber im Sinne der Gesellschaftsordnung keine Verbrechen.

Als jener seltsame Mann in Berlin weilte, wagte ich eines Tages, mit dem französischen Gesandten, Herrn von Pons Saint-Maurice[488], über ihn zu reden. Insbesondere drückte ich mein Erstaunen über seine besonderen, nahen Beziehungen zu hochstehenden Personen aus, z. B. zum Kardinal de Bernis[489], von dem er vertrauliche Briefe aus der Zeit haben sollte, wo dieser Minister des Auswärtigen war. Der Gesandte ließ sich darüber nicht aus, brachte dann aber Mutmaßungen vor, die recht wahrscheinlich klangen.

„Ich nehme an,“ sagte er zu mir, „daß ein wirklich eigenartiger Mensch den Entschluß faßt, sich ein außerordentliches Schicksal zu zimmern und in der Welt eine Rolle zu spielen, die Erstaunen und allgemeines Aufsehen erregt. Ich nehme an, daß dieser Mann, einzig von dieser Vorstellung beherrscht und sich ihr ganz widmend, Geist besitzt, Kenntnisse erwirbt, auf alle Umstände ein scharfes Augenmerk hat und noch mehr Beharrlichkeit in der Ausführung seines Planes zeigt. Ich nehme besonders an, daß er seine Absichten in den Schleier tiefster Verschwiegenheit zu hüllen versteht und daß es ihm im Bedarfsfalle nie an Geistesgegenwart und Geschmeidigkeit fehlt. Ich nehme schließlich an, daß er ein beträchtliches Vermögen geerbt oder erworben hat, etwa 20000 Franken festes Einkommen. Wie wird ein solcher Mann sich nun benehmen? Er wird weder von seinem Alter noch von seiner Heimat, Familie und Person offen sprechen; er wird sich in den tiefsten Schleier des Geheimnisses hüllen, seine Einkünfte für ein paar Jahre zurücklegen und dadurch ein Kapital erübrigen, das er sicheren und bekannten Bankhäusern anvertraut. Wenn er nach Berlin kommt, wird er seine Gelder z. B. in Leipzig haben. Ein Berliner Bankhaus wird den Auftrag erhalten, ihm 20000 Franken oder mehr auszuzahlen. Er wird sie abheben und sie an ein Bankhaus in Hamburg senden, das sie ihm dann zurückschickt. Das gleiche Spiel wird er mit einigen Frankfurter Bankhäusern und in anderen Städten spielen; aber es wird stets das gleiche Kapital sein, bei dem er nur einige Prozente verliert, und er wird seinen Zweck erreichen; denn man erfährt, daß er allwöchentlich beträchtliche Summen von überall erhält, und wird nicht erfahren, was er damit macht, zumal wenn er wenig ausgibt und sich auf keinerlei Geschäfte einläßt. Alle anderen Wunderdinge, die man von solchen rätselhaften Unbekannten erzählt, lassen sich ebenso leicht natürlich erklären, wie die Gelder, die der Graf Saint-Germain so häufig erhält, obwohl er so wenig ausgibt.“

II Aus Zimmermanns „Fragmenten über Friedrich den Großen“[490]

Madame du Troussel[491] hatte Zufälle, die man in Berlin für unheilbar hielt; deswegen begab sie sich in die Kur des berühmten Grafen von Saint-Germain. Dieser heilte sie aus dem Grunde, und sie zeigte jedermann einen Stein von der Größe eines Hühnereies, der ihr von Saint-Germain abgetrieben sei. Dennoch war das Berlinische Publikum argwöhnisch genug, zu glauben, was auch höchstwahrscheinlich ist: Saint-Germain habe sie bloß von einem Nachlasse ihrer Liebe für den schändlichen Bischof von Breslau[492] geheilt. Zwei Jahre nachher starb diese nicht unberühmte Berlinische Dame an einem hitzigen Fieber.

III Graf Saint-Germain[493]

Dieser vor zwei Jahren im Dänisch-Holsteinischen verstorbene Abenteurer war ein würdiges Gegenstück des verstorbenen Grafen Cagliostro[494]. Auch er fand Bewunderer und Anhänger in Menge, und in welchem Tone ward er bewundert! Eben itzt bekomme ich einen großen Kupferstich[495] zu Gesichte, worin er mit einer unbedeutenden vornehmen Hofmannsmiene in einem prachtvollen Pelzkleide zu sehen ist, und worunter höchst merkwürdige Verse stehen, die mir eine Anzeige zu verdienen scheinen, um die Denkungsart solcher Menschen bekannt zu machen, die sich nicht schämen, von Zeit zu Zeit dergleichen Dinge in die Welt zu streuen.

Ich habe sehr wohl gewußt, daß viele Hohe und Niedere sich von diesem Menschen betören ließen, der weder öffentliche noch geheime wahre Künste und Wissenschaften besaß, obgleich er das Geheimnis verstand, viele glaubend zu machen, daß er ein Wundertäter sei; ein Geheimnis, das itzt so öffentlich, und man kann hinzusetzen, so plump getrieben wird, daß man nachgerade einsieht, wie leicht es ist, sobald nämlich nur jemand mit seinem Gewissen fertig wird, um alle Mittel zu seinem Zwecke anzuwenden.

Dieser Mensch, der mancherlei, aber nicht das geringste gründlich verstand, den in Dresden und Berlin kein gescheiter Mann achtete, der nicht die gemeinste Kenntnis von dem, was große Gelehrte in den wichtigsten Fächern geleistet haben, besaß, der nie etwas wirklich Gutes oder Schönes zustande gebracht hat, der nichts ordentlich gelernt hatte, sondern statt des schweren Studierens die leichtere Mühe magischer Zauberworte anwenden wollte: dieser Mensch war dreist genug, zu verstehn zu geben, daß er alles wisse und alles könne. Und er fand, leider! selbst unter den deutschen Fürsten manche, die ihm glaubten. Er sollte nicht bloß ein großer Tonkünstler sein, sondern die Geige so spielen, als wenn man drei Geigen zugleich hörte[496], und er spielte seine eine höchst mittelmäßig. Er sollte nicht bloß Leder und Wolle verbessern, sondern auch Diamanten von ihren Flecken reinigen und sogar mehrere zusammenschmelzen können, obgleich alle, die ihm in den erstern leichtern Künsten trauten, mit ihrem Schaden seine eitlen Versprechungen erfahren haben und die letztern schwerern Stücke niemals ein Mensch gesehen hat. Er sollte Gold machen können; doch wer kann das anitzt nicht? Er verstand, verjüngende oder gar unsterblich machende Arzeneien, namentlich ein gewisses Salz, zu verfertigen, so daß erdigte Teile dem aus Erde gebaueten Menschen ein überirdisches Los zusicherten. Er kaufte Häuser und Landgüter, ohne sie zu bezahlen, und man bewunderte, wo er das Geld dazu herbekäme usw.

Alles dies weiß ich sehr wohl. Auch weiß ich, daß er sogar dann noch Glauben fand, wenn er teils durch andere sagen ließ, teils wie aus Übereilung selbst zu verstehen gab, teils geradezu erklärte: er sei ganz ungemein alt; welches aber, nach Beschaffenheit der Umstände, sehr verschieden angegeben ward. Bald hatte er nur mit Kaiser Leopold[497] noch Briefe gewechselt, bald schon mit dem Adepten aus der Gold- und Rosenkreuzergesellschaft, Federico Gualdo[498][*], von dessen Kindheit an in Freundschaft gelebt, bald gar unserem Herrn Christus allerlei Rat in Absicht seines Verhaltens gegeben[**]. Ich weiß sogar, daß manche itzt noch, da er gestorben ist, glauben: er lebe und werde bald lebendig hervorgehn! Da er doch wirklich mausetot ist und wahrscheinlich itzt schon fault und stinkt, wie ein ganz gemeiner Mensch, der keine Wunder verrichten kann, und den nie ein Prinz begrüßt hat, auch tun würde.

Obgleich ich alles dies wußte, so hatte ich doch nie glauben können, daß man die unsinnige Verehrung eines solchen Menschen so weit treiben könnte, als ich es auf dem erwähnten Kupferstiche fand. Hier ist die ganze lobpreisende Unterschrift desselben:

Graf Saint-Germain, berühmter Alchimist. Prometheus gleich raubt’ er vom Himmelszelt Die Lebensflamme, die das All erhält; Natur folgt seinem Wort, von ihm gemeistert; Ist er nicht Gott, hat ihn ein Gott begeistert[499].

Wer hätte glauben sollen, daß in unseren Tagen der Name Alchimist ein im Ernst gegebener Ehrenname sein könnte! Übrigens verdient der freilich ein berühmter Alchimist zu heißen, dessen Stimme die Natur gehorcht und auf dessen Ruf sie sich bewegt. Die Natur! Weiß man, was man sagt, wenn man solche Worte gebraucht? Aber die letzte Zeile, die letzte Zeile!

„Ist er nicht Gott, hat ihn ein Gott begeistert!“

Der bedingende Ausdruck des Gedankens im Vordersatze nimmt denselben offenbar als vielleicht wirklich und als zuverlässig möglich an. Und welchen Gedanken!

Ich bin gewiß weder intolerant noch verketzernd, ich brauche nicht gern harte Worte und starke Beschuldigungen, wo noch lachender Spott hingehören kann; aber ich würde fürchten, mich des Namens eines Gottesverehrers unwürdig zu machen, wenn ich hier nicht ernsthaft und anklagend sagte: daß dieser schändliche Ausdruck eine der rasendsten Blasphemien enthält, deren sich je der verirrte menschliche Verstand schuldig gemacht hat. Gesetzt auch, dieser Mensch wäre so weise und einsichtsvoll gewesen, als er töricht und unwissend war, so edel, groß und bescheiden, als er kindisch, eitel und prahlerisch, so erhaben gesinnt, als er eigennützig, so offen und wahrhaft, als er ränkevoll und betrügerisch war usw. — so müßte doch jeder Mensch davor zurückbeben, diese Worte, die ich mich schäme, noch einmal hinzuschreiben, von ihm zu gebrauchen. Klarer, plumper Atheismus, der itzt wieder laut zu werden anfängt, ist minder schädlich und gefährlich als solch eine Menschenvergötterung. Traurig genug, wenn ich unter Mitbürgern leben sollte, die den erhabensten Gedanken nie gedacht hätten, die keinen Begriff von dem allgemeinen Vater der Natur und aller Menschen hätten, bei deren Moralität ich mich bloß auf ihr Gefühl oder die Furcht vor Strafen verlassen müßte! Aber tausendmal willkommen sei mir ihre Gesellschaft gegen solche Leute, die es für möglich, für denkbar halten können: daß ein schwacher Mensch, wie ich und sie, die ganze Natur regiere, daß ein beschränktes Wesen die Kraft in Händen habe, wodurch alles lebt und wodurch die Welt existiert, und daß dieser Mensch folglich den uneingeschränktesten Gehorsam, die unwiderstehlichste Befolgung in allen seinen Befehlen und wahre göttliche Verehrung verdiene! Ich schaudere, wenn ich mir vorstelle, wohin dies in Absicht der gesunden Vernunft, des Gewissens und der Regeln menschlicher Handlungen führen müßte.

Und wer braucht diesen Ausdruck? Nicht etwa barbarische Kamtschadalen, deren roher Verstand sich einen Gott gebildet hat, den der schmutzigste Erdensohn übertrifft, und die folglich einen Taschenspieler leicht vergöttern könnten. Nein, kultivierte Europäer tun es, deren Begriffe reiner sein müssen, und die wissen, daß der angestrengteste Verstand sich umsonst bemüht, einen Schatten von den großen Eigenschaften der Gottheit sich lebhaft zu denken, wenn er auch das Erhabenste, was seit Jahrtausenden die Welt kannte, in seiner Vorstellungskraft zusammensetzt. Noch mehr, die einzig fromm und rechtgläubig sein wollenden Christen tun es! Denn dieselben Menschen, die der Geisterseherei, der Goldmacherei und allen verworfenen Träumereien von geheimen Kräften der Natur und von itzigen Wundern anhängen, die den Vorspiegelungen eines Cagliostro, eines Saint-Germain, eines Schrepfer[500], eines Güldenfalk[501], eines Plumenoek[502] usw. Glauben beimessen, die im „Mystère de la Croix“ und im Buche „De l’erreur et de la vérité“[503] menschenbeglückende Weisheit suchen: eben diese sind es ja, die sich der höchsten Reinheit der Glaubenslehre rühmen und immer Frömmigkeit und echtes Christentum im Munde führen. Sie wissen ja so höhnend von Theologen nach der neuen Art, von Spöttern der Religion usw. zu reden, wenn denkende Köpfe die Kraft ihres Verstandes und ihren Untersuchungsgeist auch auf wahrhaft wichtige Dinge anwenden und dadurch zu Begriffen gelangen, die freilich von dem gerade itzt im Schwange gehenden System abweichen, die aber näher zur Sache zu treffen scheinen und schon von tausend frommen und rechtschaffenen Christen in mehreren Jahrhunderten auch gedacht wurden, wovon freilich diese Menschen von gestern her nichts wissen, deren Mangel an Sach- und Sprachkenntnis, Unwissenheit in der Geschichte, Bequemlichkeit im Nachbeten, Unvermögen im Selbstdenken und Aberglauben in williger Annehmung der abgeschmacktesten Behauptungen nur noch von ihrer hartherzigen Verdammungslust übertroffen wird. Diese sich selbst so nennende wahre reine Christen machen sich dann solcher Blasphemien schuldig, die den Grund aller Religion, aller Moralität und Tugend, alles Menschenverstandes und gesunder Vernunft untergraben! Dahin, dahin führt endlich der Weg dieser betrügerischen Heuchler, denen kein Deckmantel, auch der der christlichen Religion nicht, zu heilig ist!

** *

Der bekannte Berliner Schriftsteller und Verleger Friedrich Nicolai (1732-1811) schreibt ähnlich[504]:

„Saint-Germain ward für einen Gott ausgegeben und erregte die Aufmerksamkeit vieler Fürsten und anderer gar nicht geistloser Köpfe.“

SAINT-GERMAIN IN HAMBURG (1778)

Dresser an Baron Uffel[505]

Hamburg, 23. Oktober 1778.

Jetzt muß ich Ew. Hochwürden von einem besonderen Phänomen Nachricht geben. Ein sich nennender Graf Saint-Germain, der seine Abkunft nicht bekannt machen will, logiert hier in dem Wirtshause: Kaiserhof. Er führt großen Staat; es fehlt ihm nicht an Geld; er bezahlt alles comptant, erhält gleichwohl keine Rimessen[506]. Er schreibt Nacht und Tag, hat Correspondance mit den größesten gekrönten Häuptern, frequentiert außer der Gräfin Bentinck[507] und dem französischen Herrn Minister[508] nicht gern Gesellschaft. Seine Connaissance zu erlangen hält schwer. Er ist ein Liebhaber der Naturgeschichte, hat die Natur studiert und den dadurch erlangten Kenntnissen es zu verdanken, daß er jetzt 182 Jahr alt ist und so jung aussieht, wie ein Mann von 40 Jahr. Im engsten Vertrauen hat er einem Freunde von mir gesagt, daß er gewisse Tropfen besäße, wodurch er das alles, auch transmutationem metallorum[509] pp. bewirkte. In seiner Gegenwart hat er einen kupferreichen Gulden durch einige Tropfen in das feinste Silber, schlechtes Leder in das beste englische Leder und böhmische Steine in Diamanten verwandelt. Dabei ist er beständig vor sich, communiciert sich nicht leicht jemand, hat Überfluß an allen Sorten Gold und silbernen Münzen, die aussehen, als wenn sie erst aus der Münze kamen. Hat sich neulich ein ganz komplettes, silbernes, modernes Tafel-Service nach dem Modell, welches die Frau Gräfin Bentinck hat, machen lassen und sogleich baar in neuen vollwichtigen Dukaten bezahlt. Und doch erhält er von niemand Rimessen und ist auch an keinen Kaufmann adressiert. Wie geht das zu? Sollte der Mann wohl einer von denen sein, die wir bisher suchen?

Ich gebe mir alle Mühe, mit ihm auf eine gute Art bekannt zu werden; denn Zudringlichkeit würde schaden. Ein hier durchgereister dänischer Legationsrat hat den Mann in Paris, London und Haag gekannt und mir versichert, daß er daselbst ebenso, wie hier, sich verhalten hätte; daß er allenthalben bei Hofe gewesen und besondere Distinctions genossen hätte; daß man demohngeachtet nie seine wahre Abkunft habe erfahren können. Von der russischen Kaiserin[510], von der Prinzessin Amalia in Berlin[511] empfängt er fast posttäglich Briefe. Unsere Herren Ministers hier machen ihm die Cour, aber er familiarisiert sich nicht mit ihnen, sondern schreibt beständig und noch dazu im Dunkeln. Seine Bediente wissen nichts von ihm; er schafft sie ab, sowie er einen Ort verläßt. Nur einen Kammerdiener hat er bei sich, den der Legationsrat, mein Freund, schon in Paris, London und Haag bei ihm gesehen. Sollten Ew. Hochwürden mir etwas davon zur Aufklärung mitteilen können, so werde ich alles wagen, um den Mann näher zu entdecken.

Illustration from Der Graf von Saint-Germain: Das Leben eines Alchimisten

Karl Prinz von Hessen

Stich von Jos. Esaja Nilson

SAINT-GERMAIN IN SCHLESWIG UND ECKERNFÖRDE (1779-1784)

I Aus den „Denkwürdigkeiten“ des Prinzen Karl von Hessen-Kassel[512]

Bei meiner Rückkehr aus Berlin und Hanau sah ich in Altona[513] den berüchtigten Grafen Saint-Germain, welcher mir seine Freundschaft zuzuwenden schien, besonders als er hörte, daß ich kein Jäger sei und auch keine anderen Liebhabereien habe, welche dem Studium der höheren Naturwissenschaften hinderlich sind. Er sagte mir damals: „Ich werde Sie in Schleswig besuchen, und Sie sollen sehen, was wir zusammen für große Dinge ausrichten werden.“ Ich gab ihm zu verstehen, daß ich viele Gründe hätte, die Gunst, die er mir erweisen wolle, für den Augenblick nicht anzunehmen. Er entgegnete: „Ich weiß, daß ich zu Ihnen kommen muß, und ich muß Sie sprechen.“ Ich wußte kein anderes Mittel, um den Erörterungen auszuweichen, als ihm zu sagen, der Oberst Koeppern[514], welcher krank zurückgeblieben war, würde mir in einigen Tagen folgen und er möchte mit diesem darüber reden. Dann schrieb ich an Koeppern einen Brief, um ihm zu sagen, er möchte sein Möglichstes tun, um dem Grafen Saint-Germain zuvorzukommen und ihm, soviel als möglich, abzuraten, hierher zu kommen. Koeppern kam nach Altona und sprach mit ihm, aber der Graf antwortete ihm: „Sie können sagen, was Sie wollen, ich muß nach Schleswig gehen und werde nicht davon abstehen. Das Übrige wird sich finden. Sie werden Sorge tragen, mir dort eine Wohnung bereit zu halten usw.“ Koeppern teilte mir dies Ergebnis ihrer Unterhaltung mit, welches ich nicht billigen konnte.

Ich hatte übrigens bei der preußischen Armee[515] viele Erkundigungen über diesen ungewöhnlichen Mann eingezogen und hatte besonders mit meinem Freund, dem Obersten Frankenberg, über ihn gesprochen. Dieser sagte mir: „Sie können überzeugt sein, daß er kein Betrüger ist, und daß er große Kenntnisse besitzt. Er war in Dresden, als ich mit meiner Frau dort war. Er wollte uns Beiden wohl. Meine Frau wollte ein Paar Ohrgehänge verkaufen; ein Juwelier bot ihr eine Kleinigkeit dafür. Sie sprach in Gegenwart des Grafen davon, welcher zu ihr sagte: ‚Wollen Sie sie mir zeigen?’ Was sie auch tat. Dann sagte er: ‚Wollen Sie mir dieselben für einige Tage anvertrauen?’ Er gab sie ihr zurück, nachdem er sie verschönert hatte. Der Juwelier, welchem sie meine Frau darauf zeigte, sagte: ‚Das sind schöne Steine; die sind ganz anders als die, welche Sie mir früher zeigten!’ und er bezahlte mehr als das Doppelte dafür.“

Saint-Germain kam bald darauf nach Schleswig. Er sprach mit mir von großen Dingen, welche er zum Besten der Menschheit tun wolle usw. Ich hatte keine Lust dazu, aber zuletzt machte ich mir ein Gewissen daraus, Kenntnisse, die in jeder Hinsicht wichtig waren, auf Grund einer vermeintlichen Weisheit oder aus Geiz zurückzuweisen, und ich wurde sein Schüler.

Er sprach viel von der Verschönerung der Farben, welche fast nichts kostete, von der Verbesserung der Metalle, indem er hinzufügte, daß man durchaus kein Gold machen müsse, selbst wenn man es verstände, und diesem Grundsatz blieb er unbedingt treu. Die Edelsteine kosten den Einkaufspreis; aber wenn man ihre Verbesserung versteht, so wird ihr Wert unendlich gesteigert. Es gibt fast nichts in der Natur, was er nicht zu verbessern und nützlich zu machen verstand. Er vertraute mir fast alle seine Kenntnisse von der Natur der Dinge an, aber nur die Anfangsgründe, und ließ mich dann durch Versuche die Mittel zu Erreichung des Zwecks selbst suchen und freute sich ungemein über meine Fortschritte. So machte er es in Bezug auf die Metalle und die Steine; aber die Farben teilte er mir wirklich mit, sowie einige andere sehr wichtige Kenntnisse.

Man wird vielleicht neugierig sein, seine Geschichte kennen zu lernen, und ich will sie durchaus wahrheitsgetreu mit seinen eigenen Worten wiedergeben und nur die nötigen Erklärungen hinzufügen.

Wie er mir erzählte, war er 88 Jahre alt, als er hierher kam, und er starb in einem Alter von 92 oder 93. Er sagte mir, er sei der Sohn des Fürsten Rakoczy von Siebenbürgen und dessen erster Gattin, einer Tököly[516]. Er wurde unter den Schutz des letzten Medici[517] gestellt, der ihn als Kind in seinem eigenen Zimmer schlafen ließ. Als er hörte, daß seine beiden Brüder, Söhne der Prinzessin von Hessen-Rheinfels oder Rotenburg, wenn ich mich nicht irre, sich dem Kaiser Karl VI. unterworfen und nach dem Kaiser und der Kaiserin[518] die Namen San Carlo und Santa Elisabetta erhalten hätten, sagte er zu sich selbst: „Gut, dann will ich mich Sanctus Germanus, den heiligen Bruder, nennen[519].“

Ich kann allerdings seine Herkunft nicht verbürgen; aber daß er von dem letzten Medici außerordentlich begünstigt wurde, das habe ich auch von anderer Seite gehört. Dieses Haus war, wie bekannt, in den höchsten Wissenschaften bewandert, und es ist nicht zu verwundern, daß er dort seine ersten Kenntnisse schöpfte. Aber er behauptete, die Kräfte der Natur durch seinen eigenen Fleiß und seine Untersuchungen erforscht zu haben. Er kannte die Kräuter und Pflanzen aus dem Grunde und hatte Arzneien erfunden, deren er sich ständig bediente, und welche sein Leben und seine Gesundheit verlängerten. Ich habe noch alle seine Rezepte, aber nach seinem Tode eiferten die Ärzte sehr heftig gegen seine Wissenschaft. Wir hatten einen Arzt Lossau, welcher Apotheker gewesen war, und dem ich jährlich 1200 Taler gab, um die Arzneien zuzubereiten, welche der Graf Saint-Germain ihm vorschrieb, unter anderen und vorzugsweise seinen Tee, den die Reichen gegen Bezahlung und die Armen umsonst erhielten. Letztere genossen auch die Pflege dieses Arztes, welcher eine Menge Leute heilte und welchem meines Wissens niemand starb. Aber nach dem Tode desselben ward ich der Äußerungen müde, die ich von allen Seiten zu hören bekam, nahm alle meine Rezepte zurück und ersetzte Lossau nicht wieder.

Die Farbenfabrik wollte Saint-Germain hier im Lande gründen. Die des verstorbenen Otte[520] in Eckernförde stand leer und verlassen. Ich hatte somit Gelegenheit, diese Gebäude vor der Stadt billig zu kaufen, und setzte den Grafen Saint-Germain dorthin. Auch kaufte ich Seidenzeuge, Leinen usw. Außerdem waren vielerlei Gerätschaften zu einer solchen Fabrik erforderlich. Ich sah dort nach der Art, wie ich es gelernt und in einer Tasse selbst versucht hatte, 15 Pfund Seide in einem großen Kessel färben. Das gelang vollkommen. Man kann also nicht sagen, daß es im Großen nicht gehe.

Das Unglück wollte, daß der Graf Saint-Germain, als er nach Eckernförde kam, unten in einem feuchten Zimmer wohnte, wo er einen sehr starken Rheumatismus bekam, von welchem er sich trotz aller seiner Heilmittel nie wieder ganz erholte.

Ich besuchte ihn oft in Eckernförde und kehrte nie ohne neue höchst interessante Belehrungen zurück, da ich mir häufig die Fragen aufschrieb, welche ich ihm vorlegen wollte. In seiner letzten Lebenszeit fand ich ihn eines Tages sehr krank und, wie er glaubte, auf dem Punkte zu sterben. Er schwand zusehends dahin. Nachdem ich in seinem Schlafzimmer das Mittagessen eingenommen hatte, mußte ich mich allein vor sein Bett setzen, und er sprach dann viel rückhaltsloser über viele Dinge, sagte mir vieles voraus und ersuchte mich, so bald wie möglich wiederzukommen, was ich auch tat. Indes fand ich ihn bei meiner Rückkehr weniger krank, dafür aber desto schweigsamer. Als ich 1783 nach Kassel ging, sagte er mir, daß ich, im Fall er während meiner Abwesenheit sterben sollte, ein versiegeltes Billet von seiner Hand finden würde, welches mir genügen werde. Aber dieses Billet fand sich nicht; vielleicht hatte er es ungetreuen Händen anvertraut. Oftmals bin ich in ihn gedrungen, mir noch während seines Lebens das mitzuteilen, was er mir in diesem Billet hinterlassen wollte. Dann ward er traurig und rief: „Ach, wie unglücklich würde ich sein, mein lieber Prinz, wenn ich zu sprechen wagte!“

Er war vielleicht einer der größten Weltweisen, welche je gelebt haben. Er liebte die Menschheit; Geld verlangte er nur, um es den Armen zu geben. Er liebte selbst die Tiere, und sein Herz beschäftigte sich nur mit dem Glück anderer. Er glaubte, die Welt dadurch zu beglücken, daß er ihr zu billigeren Preisen neue Vergnügungen, schönere Stoffe und schönere Farben verschaffte; denn seine herrlichen Farben kosteten fast nichts. Ich habe nie einen Mann von klarerem Geiste gesehen, und dabei besaß er eine Gelehrsamkeit, besonders in der Geschichte, wie ich selten gefunden habe.

Er war in allen Ländern Europas gewesen, und ich kenne fast keines, wo er sich nicht längere Zeit aufgehalten hätte. Er kannte sie alle von Grund aus. In Konstantinopel und in der Türkei war er oft gewesen. Frankreich schien jedoch das Land zu sein, welches er am meisten liebte. Er wurde Ludwig XV. bei der Frau von Pompadour vorgestellt und nahm auch an den kleinen Soupers des Königs teil. Ludwig XV. hatte viel Vertrauen zu ihm. Er benutzte ihn unter der Hand, um einen Frieden mit England zu unterhandeln, und schickte ihn nach dem Haag[521]. Es war die Gewohnheit Ludwigs XV., ohne Vorwissen seiner Minister Emissäre zu benutzen, die er jedoch im Stiche ließ, sobald sie entdeckt wurden. Der Herzog von Choiseul hatte von seinen Umtrieben Kunde erhalten und wollte ihn festnehmen lassen. Er flüchtete aber noch bei Zeiten. Er vertauschte nun den Namen Saint-Germain mit dem eines Grafen Welldone.

Seine philosophischen Grundsätze über Religion waren der reine Materialismus, den er aber so scharfsinnig vorzutragen wußte, daß es schwer war, ihm siegreiche Beweise entgegenzustellen; aber ich hatte öfters das Glück, die Mängel der seinigen darzutun. Er war nichts weniger als ein Verehrer Christi, und da er sich in Bezug auf diesen Äußerungen erlaubte, die mir unangenehm waren, so sagte ich zu ihm: „Mein lieber Graf, es hängt von Ihnen ab, ob Sie an Jesus Christus glauben wollen oder nicht; aber ich gestehe Ihnen offen, daß Sie mir vielen Kummer verursachen, wenn Sie bei mir gegen Den sprechen, welchem ich so gänzlich ergeben bin.“ Er blieb einen Augenblick nachdenklich und antwortete: „Jesus Christus ist Nichts; aber Ihnen Kummer verursachen, das ist Etwas. Also verspreche ich Ihnen, nie wieder darüber mit Ihnen zu reden.“ Auf seinem Sterbebette, während meiner Abwesenheit, trug er eines Tages Lossau auf, mir, wenn ich von Kassel zurückkäme, zu sagen, daß Gott ihm die Gnade erwiesen habe, ihn seine Ansicht noch vor seinem Tode ändern zu lassen, und fügte hinzu, er wisse, wieviel Freude mir das machen und daß ich noch viel für sein Glück in einer anderen Welt tun werde.

II Prinz Karl von Hessen an Prinz Christian von Hessen-Darmstadt[522]

17. April 1825.

Was Saint-Germain betrifft, so bin ich der einzige, dem er sich anvertraut hat. Er war der größte Geist, den ich kannte. Er starb bei vollem Verstande in Eckernförde. Ich war damals in Kassel. Er ließ mir durch seinen Arzt[523], der ein eingeweihter Bruder war, sagen, er stürbe im Glauben an Jesus Christus; das würde mich freuen. Wir haben viel zusammen über Religion gesprochen, aber er war nichts weniger als ängstlich.

III Prinz Ferdinand von Braunschweig an Prinz Friedrich August von Braunschweig[524]

Middelfort, jenseit des Kleinen Beltes, 2. November 1779.

Ich habe die Bekanntschaft des Grafen Saint-Germain gemacht und bin davon sehr befriedigt. Dreimal war ich bei ihm. Er hat große Kenntnisse in der Erforschung der Natur erworben ... Seine Kenntnisse sind sehr ausgedehnt, und seine Unterhaltung ist denkbar lehrreich.

Illustration from Der Graf von Saint-Germain: Das Leben eines Alchimisten

Christianspflegehaus in Eckernförde

IV Aus Briefen des Grafen Warnstedt[525]

Schleswig, 24. November 1779.

Wir haben hier auch den berüchtigten Abenteurer Saint-Germain. Er ist der kompletteste Charlatan, Narr, Schwätzer, Windbeutel und in gewisser Hinsicht Gauner, der seit lange gelebt hat. Unser Prinz[526] schätzt und ehrt ihn nach besten Kräften und ganzem Herzen. Er folgt darin seiner angeborenen Neigung für Leute dieses Schlages. Er nimmt täglich drei Stunden Unterricht bei ihm. Hoffentlich wird sein Leibarzt sich mit guten Mitteln versehen, um all die Winde zu vertreiben, mit denen Seine Hoheit sich zur Zeit so zuversichtlich vollpumpt. Dieser Saint-Germain mag trotz seiner allgemeinen Menschenliebe die Stadt Kopenhagen nicht leiden und wird sie nicht besuchen. Der Schlüssel des Rätsels liegt darin, daß Graf Bernstorff ihn vor langen Jahren in Paris als das erkannt hat, was er ist[527].

Schleswig, 11. Dezember 1779.

Ich verbrachte zwei Abende bei dem berüchtigten Saint-Germain. Ich bin so sicher wie von meinem Dasein überzeugt, daß er ein Abenteurer und ein Charlatan in jedem Belange ist. Zudem besitzt er eine glühende Einbildungskraft und betrügt sich daher vielleicht manchmal selbst, wie er andere betrügt. Er ist voller Geist und Kenntnisse — wahrer und falscher —, aber noch weit mehr erfüllt von Dünkel, Hochmut und maßloser, seltener Eigenliebe. Eine Religion hat er wohl nicht; er ist ein Materialist, ein zweiter La Mettrie[528]. Ich halte ihn, nach seinem Aussehen und seiner unsicheren Sprechweise zu schließen, unbedingt für einen portugiesischen oder spanischen Juden. Der Prinz macht sich mit diesem Manne unglaublich lächerlich. Er behauptet, nur 86 Jahre alt zu sein. Übrigens ist es unrecht von mir, schlecht von ihm zu reden; denn er liebt mich sehr.

V Friedrich der Große an die Königin-Witwe Juliane von Dänemark[529]

Potsdam, 16. Oktober 1784.

Der Prinz von Hessen wird nach Kopenhagen reisen, um seine Tochter[530] mit dem Kronprinzen zu vermählen und, wenn er kann, Dänemark zu beherrschen. Er hat den Schwindler Saint-Germain verloren, und zum Trost dafür wird man ihn allmählich in die Staatsgeschäfte einführen.

SAINT-GERMAINS TOD IN ECKERNFÖRDE

I Aus dem „Totenregister“ der St. Nikolaikirche in Eckernförde[531]

„Gestorben am 27. Februar 1784. Am 2. März der sich so nennende Graf von St. Germain und Welldone — weitere Nachrichten sind nicht bekannt worden — in hiesiger Kirche still[532] beigesetzt.“

II Aus den „Einnahmen an Begräbnißöffnung und Vestegeldern“[533]

„1783[534], 1. März, den allhie verstorbenen Grafen von St. Germain eine Begräbniß-Stelle in der hiesigen St. Nikolai-Kirche in das Begräbniß sub Nr. 1 auf 30 Jahr Verwesungs-Zeit: 10 Rthlr., und für Eröffnung desselben: 2 Rthlr. — zus[ammen]: 12 Rthlr.“

III Aus dem Verzeichnis der „Glockengelder“[535]

„Der Herr Graf von St. Germain d[en] 2. März in der Kirche beigesetzt morgens ... 12 Mark.“

IV Aufruf von Bürgermeister und Rat der Stadt Eckernförde[536]

Wir, Bürgermeister und Rat der Stadt Eckernförde, fügen allen, so daran gelegen, hiedurch zu wissen:

Demnach der auswärts sowohl als hieselbst unter dem Namen Comte de Saint-Germain und Welldone bekannte und sich in den letzten 4 Jahren in hiesigen Landen aufgehaltene Herr Graf von Saint-Germain ohnlängst hieselbst zu Eckernförde Todes verfahren, dessen Nachlaß unter gerichtlicher Versiegelung genommen und es nötig gefunden worden, sowohl an seine etwanige Intestaterben, inmaßen von einem nachgelassenen Testamente bis hiezu nichts constiret[537], als an dessen etwanige Gläubiger ein öffentliches Proclama, diese Erbrechte und Forderungen gehörig anzugeben und zugleich in einem gewissen Termin zu rechtfertigen, ergehen zu lassen, —

als befehlen wir hiedurch allen und jeden, welche an den Nachlaß des obgedachten, hieselbst verstorbenen, sich genannten Grafen von Saint-Germain und Welldone einige, zu Recht bestehende Praetensiones[538] und Ansprüche, dieselben rühren her vel ex capite hereditatis, vel debiti, vel alio quocungue capite vel causa[539] sie immer wollen, zu haben vermeinen, hiemit ein für allemal und sub poena praeclusi[540], daß sie solche samt und sonders, und zwar die Einheimischen innerhalb 6, die Auswärtigen aber innerhalb 12 Wochen a die publicationis[541], im hiesigen Stadt-Secretariat rechtsbehörig angeben, die in Händen habende Documenta und Beweistümer in originali produciren, beglaubte Abschriften davon beim Protocollo zurücklassen, auch die unter hiesigem Foro[542] nicht Angesessenen Procuratores[543] ad Acta bestellen, mit der ausdrücklichen Commination[544] und Verwarnung, daß diejenigen, welche solches in den praefigirten[545] 6 und 12 Wochen zu thun verabsäumen, nach deren Ablauf nicht weiter gehöret, vielmehr praecludiret[546] und ihnen dann als itzt, und itzt als dann, perpetuum silentium[547] imponiret sein solle. Inmaßen dann auch zu Justificirung dieser Angaben sämtliche Profitentes[548] hiedurch ein für allemal und also peremtorie[549] citiret und verobladet werden, am 14. October dieses Jahres coram Magistratu[550] zu erscheinen, ihre Angaben gehörig zu justificiren und nach vorkommenden Umständen und Beschaffenheit des Nachlasses rechtliche Verfügung und Erkenntnis, eventualiter der Erstigkeit halber, zu gewärtigen. Wornach sich ein jeder, dem daran gelegen, zu achten und für Schaden zu hüten hat.

Signatum Eckernförde, den 3. April 1784.

L.S.
L.S.

Bürgermeister und Rat hieselbst.

V Nachruf des Professors Remer in den „Neuen Braunschweigischen Nachrichten“

In dem 56. Stück der „Nachrichten“ vom 6. April 1784 heißt es: „Der große Chemiker Macquer[551] ist in Paris im vorigen Monate gestorben, wie auch in demselben der bekannte marktschreierische Herumstreicher der Graf von Saint-Germain.“

In dem 59. Stück vom 12. April steht der folgende Widerruf[552]:

Niederelbe, den 9. April 1784.

„Der Graf von Saint-Germain, dessen Tod in diesen Blättern erwähnt ist, verdient die beleidigenden Beiwörter keinesweges, deren man sich dabei von ihm bediente. Er hatte Eigenheiten, die aber bei einem Genie fast jedes Mal gefunden werden. Personen, die ihn genau gekannt haben, und deren Urteil nicht zweifelhaft ist, geben ihm das Zeugnis, daß er ein Mann von tiefen Einsichten in die Geheimnisse der Natur war, der das, was er wußte, bis ans Ende seines Lebens mit großer Tätigkeit zum Wohl der Menschheit anwandte. Große und einsichtsvolle Prinzen haben ihn ihrer Gewogenheit und ihres Schutzes gewürdigt. Als er schon vom Schlage gerührt war, so blieb er sich noch stets selbst bewußt und ertrug die Führung des großen Urhebers des Ganzen mit einer besonders hervorleuchtenden und Beispiel gebenden Unterwürfigkeit. Er starb den 24.[553] Februar.“

Illustration from Der Graf von Saint-Germain: Das Leben eines Alchimisten

Kirchenbuch von Eckernförde. Saint-Germains Tod

Notes in this chapter

Note 1 · Karl (1733-1796), Sohn König Augusts III. von Polen, von 1758-1763 Herzog von Kurland, lebte seitdem in Dresden und Elsterwerda. Er stand deNote 2 · Vgl. S. 330 f. Deckers Bericht liegt nicht vor.Note 3 · Vgl. das Faksimile.Note 4 · Vgl. S. 335, Anm. 1.Note 5 · Friedrich Ludwig von Wurmb, kursächsischer Konferenzminister und Rosenkreuzer.Note 6 · Johann Georg Schrepfer, Kaffeewirt in Leipzig, hatte als Rosenkreuzer durch seine Geisterbeschwörungen eine große Rolle gespielt. Er hatte 1Note 7 · „Le comte de Gabalis“ war der Titel eines 1670 in Paris erschienenen Buches, in welchem sich sein Verfasser, der französische SchriftstellerNote 8 · Der Aufenthalt Saint-Germains in Berlin ist durch die drei folgenden Aufzeichnungen beglaubigt. Für die Zeitbestimmung ist die Erwähnung desNote 9 · Dieudonné Thiébault (1733-1807), französischer Gelehrter, 1765-1784 als Lehrer an der „Académie des Nobles“ in Berlin, einer Art RitterakadeNote 10 · Anton Joseph de Pernety (1716-1801), Benediktinermönch, 1767-1783 Zweiter Bibliothekar an der Königlichen Bibliothek in Berlin. Er war FreimNote 11 · Vgl. S. 189.Note 12 · Die jüngste unvermählte Schwester König Friedrichs, Äbtissin von Quedlinburg.Note 13 · Vgl. unten S. 342, Anm. 2.Note 14 · Vgl. S. 100 ff.Note 15 · Anspielung auf die berüchtigte Halsbandgeschichte.Note 16 · Vgl. S. 86 und 306.Note 17 · Louis Marie de Pons, Marquis de Saint-Maurice.Note 18 · Vgl. S. 130.Note 19 · Johann Georg Ritter von Zimmermann (1728-1795), Leibarzt und Hofrat in Hannover, war im Sommer 1786 an das Krankenlager Friedrichs des GroßeNote 20 · Luise Juliane Dorothea von Schwerin (1736-1779), früher Hofdame der Königin-Mutter Sophie Dorothea, war in erster Ehe mit dem Domherrn FriedNote 21 · Graf Philipp Gotthard Schaffgotsch (1716-1795). Fürstbischof von Breslau. Er ist durch seinen lockeren Lebenswandel berüchtigt und wurde wegNote 22 · Nach dem Aufsatz des ungenannten Verfassers in der „Berlinischen Monatsschrift“, hrsg. von Gedicke und Biester, Bd. 5, S. 8 ff. (Berlin 1785Note 23 · Cagliostro starb erst 1795.Note 24 · „Le comte de Saint-Germain. Gravé en 1783 par N. Thomas ... Tiré du cabinet de feue madame la marquise d’Urfé. A Paris.“ Vgl. das Titelbild Note 25 · Vgl. S. 61.Note 26 · Kaiser Leopold I. (1658-1705).Note 27 · Federico Gualdo, angeblich ein Deutscher namens Friedrich Walter, lebte um 1680 in Venedig als Rosenkreuzer (vgl. S. 91).Note 28 · Anmerkung des Verfassers: Von welchem „Der zuverlässige Kompaß der Weisen“ (Vorrede, S. 43) berichtet: „Daß er noch gegenwärtig lebe und itzNote 29 · Anmerkung des Verfassers: „Natürlich mußte ein Mann, der so vielen Zeiten und so vielen Völkern angehörte, mehrere Namen führen. Auch hatte Note 30 · Le comte de Saint-Germain célèbre alchimiste. Ainsi que Prométhée il déroba le feu, Par qui le monde existe, et par qui tout respire; LNote 31 · Vgl. S. 336.Note 32 · Näheres über Güldenfalk ist nicht zu ermitteln.Note 33 · Anspielung auf die rosenkreuzerische Schrift: „C[arl] H[ubert] L[obreich] von Plumenoeks geoffenbarter Einfluß in das allgemeine Wohl der StNote 34 · Freimaurerische Schriften.Note 35 · „Beschreibung einer Reise durch Deutschland und die Schweiz im Jahre 1781“, Bd. 7, Anhang S. 109 (Berlin und Stettin 1786).Note 36 · Joseph Philipp Dresser (1734-1783), Advokat in Hamburg und Freimaurer, 1773-1777 Meister vom Stuhl der Loge Georg. Baron Uffel war OberappelNote 37 · Wechsel.Note 38 · Gräfin Charlotte Sophie, Gemahlin des Grafen Willem Bentinck (vgl. S. 146), seit 1740 von ihm geschieden, geb. Gräfin Aldenburg.Note 39 · Baron Mathias de la Houze.Note 40 · Verwandlung der Metalle.Note 41 · Katharina II.Note 42 · Vgl. S. 339.Note 43 · Prinz Karl (1744-1836), Sohn des regierenden Landgrafen Friedrich II., dänischer General und Statthalter der Herzogtümer Schleswig und HolstNote 44 · Prinz Karl war vom 24.-26. August 1779 in Altona.Note 45 · Karl Friedrich von Koeppern, Oberst und Hofmarschall des Prinzen.Note 46 · Prinz Karl hatte den Bayrischen Erbfolgekrieg im Gefolge König Friedrichs mitgemacht.Note 47 · Helene Zriny, Tochter des Banus von Kroatien, in erster Ehe mit Fürst Franz I. Rakoczy (1645-1676) und nach seinem Tode mit dem Magnaten EmeNote 48 · Giovanni Gasto (1671-1737), Großherzog von Toskana.Note 49 · Karl VI. (1685-1740) und seine Gemahlin Elisabeth, geborene Prinzessin von Braunschweig († 1750).Note 50 · Vgl. S. 312.Note 51 · Friedrich Wilhelm Otte († 1766), Besitzer einer Fayencefabrik. Das Gebäude ist das heutige Christianspflegehaus.Note 52 · Vgl. S. 144 ff.Note 53 · Nach dem Abdruck in der Zeitschrift „De Vrijmetselaar“ vom Mai 1911.Note 54 · Lossau.Note 55 · Prinz Ferdinand von Braunschweig (1721-1792), ehemaliger preußischer Feldmarschall, seit 1772 Großprior aller deutscher Logen „strikter ObseNote 56 · Graf Friedrich Karl von Warnstedt (1750-1811), dänischer Staatsmann. Nach dem Abdruck in den von Bobé herausgegebenen „Efterladte Papirer frNote 57 · Prinz Karl von Hessen.Note 58 · Vgl. S. 143.Note 59 · Julien Offraye de La Mettrie (1709-1751), französischer Arzt und Philosoph, Verfasser der Schrift: „L’homme-machine“. Von Kirche und WissensNote 60 · Juliane Marie (1729-1796), Witwe des 1766 gestorbenen Königs Friedrich V., geborene Prinzessin von Braunschweig. Der Brief nach der UrschrifNote 61 · Prinzessin Sophie (vgl. S. 75, Anm. 1).Note 62 · Vgl. das Faksimile.Note 63 · Ohne Rede des Geistlichen.Note 64 · Nach Bobé, „Johan Caspar Lavaters Reyse til Danmark i Sommeren 1793“, S. 157 f. (Kopenhagen 1898).Note 65 · Das Rechnungsjahr 1783 schloß mit Ostern 1784.Note 66 · Vgl. „Die Heimat“, Jahrg. 17, S. 44 (Kiel 1907).Note 67 · Aus den „Schleswig-Holsteinischen Anzeigen auf das Jahr 1784“, S. 404 f., 426 f. u. 451 f. (Glückstadt 1784).Note 68 · bekannt ist.Note 69 · Forderungen.Note 70 · aus Erb-, Schuld- oder irgend welchen anderen Ansprüchen.Note 71 · unter Strafe des Verlustes.Note 72 · vom Tage der Veröffentlichung an.Note 73 · Gerichtshof.Note 74 · Anwälte.Note 75 · Androhung.Note 76 · oberwähnten.Note 77 · ihres Anspruchs verlustig gehen.Note 78 · ewiges Stillschweigen.Note 79 · die Ansprüche erheben.Note 80 · endgültig.Note 81 · vor dem Rate.Note 82 · Der französische Chemiker Pierre Joseph Macquer (1718 bis 1784) war am 15. Februar gestorben.Note 83 · Nach der Mitteilung von Mauvillon im 2. Bande seiner „Geschichte Ferdinands, Herzogs von Braunschweig-Lüneburg“, S. 481 f. (Leipzig 1794) erNote 84 · Vielmehr am 27. Februar.
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