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Das Proletariat und die Waldungen, mit besonderer Berücksichtigung der bayerischen Rhein-Pfalz

Vorwort.⁠[1]

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Vorwort.⁠[1]

Illustration from Das Proletariat und die Waldungen, mit besonderer Berücksichtigung der bayerischen Rhein-Pfalz.

Sr. Excellenz, dem Herrn Regierungs-Präsidenten von Zenetti in der Pfalz, wurde bei Inspicirung der Gefängnisse daselbst auch allenthalben eine große Masse von Forstfrevlern vorgestellt, welche auf Befragen erklärten, daß sie gezwungen seyen, zu freveln, und daß sie nach ihrer Entlassung, bei ihrer Unvermögenheit, sich das nöthige Brennholz zu kaufen, nothwendigerweise auf’s neue dieselben nach dem Gesetze strafbaren Handlungen begehen müßten.

Die von Seiner Excellenz nun hierüber bei einer Gelegenheit aufgeworfene Frage, wie dem Uebelstande der so bedenklich zunehmenden und auf die Sittlichkeit so verderblich einwirkenden Forstfrevel gründlich abzuhelfen sey einestheils, wie auch die erkannte dringende Nothwendigkeit einer Abhülfe anderntheils, gab dem Verfasser die Veranlassung, während der langen Winterabende des Jahres 1850 über diesen Gegenstand die nachfolgende kleine Abhandlung niederzuschreiben.

Derselbe ist hiebei von der Ansicht ausgegangen, auch andere, außer dem engern Bereiche des Forstmannes gelegene, mit der eigentlichen Sache dieser Abhandlung gleichwohl aber unzertrennliche Gegenstände, vor Allem aber unsere sittlichen, religiösen und socialen Verhältnisse, welche im innigsten Zusammenhange mit den zerstörenden, unerlaubten Eingriffen auf das bedrohte Waldeigenthum stehen, einer kurzen Erwägung unterziehen, und, dem sich anreihend, weiter entwickeln zu sollen, wie sich diese Zustände auf unsere Waldungen geäußert haben, und wie endlich der drohenden Gefahr der allmähligen gänzlichen Devastation unserer Wälder mit Hoffnung auf Erfolg zu begegnen sein dürfte.

Der Verfasser mußte es sich, da er die Sache weniger vom finanziellen, als vielmehr vom rein forstlichen und praktischen Standpunkte aus bearbeiten wollte, vor Allem aber zur Aufgabe machen, ohne Hehl und besonders mit strenger Wahrheitsliebe und in offener jedoch unverletzender Sprache, ohne welche der Zweck nicht erreicht werden könnte, seine Wahrnehmungen hier niederzuschreiben.

Keine andere Gründe, als einzig und allein der Wunsch, einer guten Sache zu nützen, und einen so wichtigen Gegenstand, die eigentliche Existenz- und Lebensfrage für unsere Waldungen, öffentlich zu besprechen, konnte den Verfasser zu dieser Arbeit veranlassen.

Von einer Opposition, oder beabsichtigten Kritik der Regierungs-Maßregeln, kann sonach keine Rede sein. Der Verfasser, der noch täglich lernen will, und mit dem größten Danke Belehrungen über allenfalls irrige Ansichten entgegenzunehmen gerne bereit ist, glaubt deßhalb auch von der Loyalität seiner hohen Vorgesetzten mit Zuversicht erwarten zu dürfen, daß seine guten Absichten nicht verkannt und mißdeutet werden.

Nur durch eine bescheidene aber freimüthige, offene Besprechung unserer forstlichen Zustände kann der Wissenschaft, dem öffentlichen Dienste und dem Lande genützt werden; im andern Falle würden wir nicht nur eines Stillstandes, sondern auch eines Rückschrittes im Gebiete des Forstwesens gewiß sein.

Wäre die Durchführung in den vorbestimmten engen Grenzen aber nicht gelungen, ober sollten die Absichten des Verfassers verkannt werden, so müßte sich derselbe mit dem Bewußtsein trösten, daß er nur das Gute für das Land und insbesondere für unsere Wälder gewollt habe.

Geschrieben im Februar 1850.

Der Verfasser.

Nachschrift.

Nur auf das Zureden einiger befreundeten Forstmänner, die mit Leib und Seele auch ihre ganze Thätigkeit dem Walde widmen, und bezüglich dieses Gegenstandes mit gerechter gleicher Sorge in die Zukunft blicken, hat sich der Verfasser, nachdem sich die Frevel seit diesem verflossenen Jahre in seinem Reviere fast um’s Doppelte vermehrt haben, und überhaupt jene Gründe, die gegenwärtige Abhandlung veranlaßten, immer mehr und dringender hervortreten, entschließen können, dieselbe nun jetzt erst dem Drucke und hiemit der Oeffentlichkeit zu übergeben.

Geschrieben im März 1851.

Der Obige.

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