ANZEIGER DES GERMANISCHEN NATIONALMUSEUMS. (continued 2)
Reading edition
Johannes Straußens »Bekerung Pauli« ist eingeteilt in fünf Akte, während welcher die eigentliche Handlung vor sich geht. Dazu kommen ein grösserer Prolog und Epilog, sowie ein kurzes argumentum, welches jedem Akt vorangestellt ist. Der Prolog erweist sich als poetische Wiedergabe des Bibeltextes, eingeleitet durch die Verse:
Ir Herrn, beyd hochs vnd nidrigs standts, Das euch auff’s kürtzste verd bekandt, Was dises Spil euch bringen thut, So mercket drauff, vnd habts in Hut.
Der erste Akt beginnt mit einer langen Anrede des Hohenpriesters. Der immer weiter um sich greifenden Ausbreitung der Lehre Christi müsse namentlich deswegen ernstlich entgegengetreten werden, da die Achtung von dem priesterlichen Stand überall völlig verloren zu gehen drohe:
Drumb acht man vnser jetzt nicht vil, Wir sein der Welt ein Kinderspil Der gmeyne Mann will klüger seyn Denn wir.
Doch sei die Hilfe nahe,
ein wol erfahrner Man, Mit Namen Saul, von Tharß geborn, Auch unsrer Regel, Sect vnd Ordn Ein trewer Freund vnd schützer
habe ihm angeboten, die Verfolgung jener doch nur vom Teufel eingegebenen Lehre auf das schärfste und strengste ins Werk zu setzen. Diese Versprechungen habe er erfüllt. Saul, der eben in eine Wohnung einzubrechen im Sinne habe, werde sogleich, von seinen Knechten umgeben, erscheinen. Der Hohenpriester geht ab, um von ferne zuzusehen. Nun betritt der Wüterich die Bühne, in heftiger Zornesrede den Untergang aller derjenigen verkündend, die sich ihm nicht unterwerfen wollen. Vergeblich sucht der Stockmeister ihn milder zu stimmen, er schwört:
Die newe Lehr muß abelan, Oder will nicht mein Leben han.
So stürmen sie das Haus. Der Hohenpriester kommt zurück, von Gamaliel, Moses, Annas und Caiphas umgeben, voll Lobes über Sauls Thaten, und begierig, auch den Erfolg dieser letzten zu sehen. Die Gefangenen werden herausgeführt, und Saul fragt, was man mit ihnen thun solle, da die Kerker alle gefüllt seien. Auf den Wunsch des Hohenpriesters werden alle diejenigen freigelassen, die den Glauben an Gottes Sohn abschwören, die anderen dem Henker überantwortet:
Sie sollen verreden, das sie wöllen, Sich nimmer an die Lehr gesellen, Ir lebenlang, so sind sie loß, Nicht mehr thun, sey ir höchste buß.
Bezeichnend für die naive Denkart der Zeit ist, daß die noch auf der Bühne befindlichen Personen nunmehr das Lied »Eine feste Burg ist unser Gott« anstimmen, bevor sie die Einladung des Hohenpriesters, ihm zu Tische zu folgen, nachkommen.
Zu Beginn des zweiten Aktes treten Petrus, Simeon, Samuel und Johannes auf. Die Furcht vor der Macht Sauls läßt sie zu dem Entschluß kommen, eiligst nach Damaskus zu entfliehen. Es folgt ein kurzes Gespräch Sauls mit zwei Knechten. Wir erfahren, daß die Christen sich lieber foltern lassen, als daß sie ihren Glauben an den Messias aufgeben. Saul gerät hierüber in großes Erstaunen:
Solte vnser Moses falsch seyn, Vnd auch die Schriftgelehrten fein? — — Ein Zimmergsell soll sein der Christ, Der vns von Gott versprochen ist — — — Wo wolt der Zimrgsell genommen haben Soll Herrligkeit vnd grosse gaben?
Das Ende des Aktes wird über Gebühr lang hinausgezögert. Drei Szenen werden mit einförmigen Beratungen zwischen Saul, dem Hohenpriester, und den Aeltesten ausgefüllt. Die neue Lehre hat auch hier schon Eingang gefunden. Gamaliel stimmt für Frieden und Duldung derselben, wird aber von den übrigen heftig angegriffen und überstimmt. Es wird beschlossen, daß Saul nach Damaskus sich begeben solle, um dort sein Zerstörungswerk fortzusetzen. Ein Brief soll ihm als Erkennungszeichen mitgegeben werden.
Der dritte Akt ist kurz und im Gegensatz zu den langweiligen Auseinandersetzungen vor dem hohen Rat voll dramatischen Lebens. Sauls Knabe tritt auf, um den erwähnten Brief abzuholen. Er ist ein Freund der Christen, und ergeht sich, nachdem ihm der Hohenpriester Brief und Geschenk übergeben, in Flüchen über das Pfaffentum:
Das euch der Teuffel sehend vnd blendt, Ihr schmerbäuch vnd ir Hellebrendt. Pfuy dich, du schnödes Pfaffengut, Du bringst manchen vmb Leib vnd gut. (pecuniam pedibus conculeat.)
In Eile richtet sich Saul mit den Seinigen zum Aufbruch. Die Daumenstöcke werden herbeigeschafft, der Stockmeister wappnet sich, ein Imbiß wird bereitet. Es folgt eine kurze Szene im hohen Rat, welcher beschliesst, dem Zuge einen Abschiedstrunk zu sckicken.
Vier grosse Kannen reinischen Wein Zum frewden Trunk, im vnd der Rott, Die er zu sich genommen hat.
Dieser rheinische Wein hat aber die Folge, daß die Knechte, vor allem aber Saul sich allzu gütlich thun, und der Abmarsch erst gegen Abend vor sich gehen kann. Dem Publikum des 16. Jahrhunderts gegenüber mußte diese einfache Begründung für die folgende Katastrophe — das Wandern in der Nacht und das Einschlagen des Blitzes — am wirksamsten erscheinen. Die nötige Unterbrechung wird durch ein kurzes Gespräch zwischen Samuel und Johannes, die ein übernatürliches Ereignis ahnen, herbeigeführt. Beide letzte Szenen haben uns schon zur Mitte des vierten Aktes gebracht. Die 3. Szene desselben bildet den Höhepunkt der Handlung. Saul ist mit den Seinigen auf dem Marsche. Es ist Nacht, ein gewaltiges Unwetter zieht herauf. Plötzlich umflammt sie der Blitz. Hiebei gibt Strauß die folgende szenische Bemerkung »Hic circumfulget eos lux. Man mag ein Hand vol gekloppfet Pech vnter sie lassen werffen, mit einem kertzlein auß der Hand angezündet, geschieht on Schaden«. Saul stürzt zu Boden und fängt laut zu klagen an. Da ertönt die Stimme des Herrn:
Saul, Saul, warum verfolgst du mich? Saul: O Herr, Wer bist du? Zeyg dich an. Christus: Ich bin Jesus, der Gottes Son, Den du verfolgest also hart, Nach jüdischer verkehrter art, Der Stachel hat ein scharpffes Sper, Dawider lecken wirt dir schwer. Saul: O Herr, zeyg an, was ich sol thun, Es soll geschehen, o Gottes Son. Christus: Steh auff, vnd mach dich in die Statt, Alldo so will ich finden raht. Das dir da werd gezeyget an Auffs trewlichst was du sollest than.
Durch den Lichtglanz ist Saul geblendet, der Stockmeister und einer von den Knechten müssen ihn nach Damaskus hineinführen, dort weist ihnen ein Bürger den Weg zum Hause des Judas, welcher ihnen allen Herberge gewährt.
Wie der dritte so beginnt auch der fünfte Akt mit einer Erzählung des Knaben. Der jammervolle Zustand seines Herrn gibt ihm Anlaß zu den schlimmsten Befürchtungen. Saul selbst hegt jedoch neue Hoffnung. Sein Sinn ist gewendet, er fleht in Demut zu dem Herrn:
O lieber Gott, wen du mich doch Mit gnaden wolst besuchen noch Das ich des ligens ledig würd, Vnd meinet Schwachheit harter bürd, Das ich auch blind daruber bin, Das krenckt mich hart in meinem Sinn. Ach Herr gedenck nicht an mein Sünd.
Im Traume hat er ein erfreuliches Gesicht gehabt. Ein Mann mit Namen Ananias ist zu ihm gekommen, hat ihm die Hände aufgelegt, und er ist wieder sehend geworden. Drum bittet er, daß ihm dieses Glück wirklich zu Teil werden möge. Der Herr erfüllt die Bitte. Er erscheint bei Ananias, und heißt ihn zu Saul hinzueilen:
Geh hin, er ist ein rüstzeug thewer, Mir außerwählt, sol stehn fürm Fewer Vnd meinen Namen tragen hin In alle Land nach meinem Sinn.
In der Versammlung der Jünger berichtet Ananias von dem an ihn gerichteten Befehl. Trotz der Furcht, den diese vor der Rache des hohen Rates haben, folgt er den Worten des Herrn und betritt das Haus des Judas, um Saul zu heilen. Während er dem Geblendeten die Hände auflegt, weiht er ihn in die Lehre des Christentums ein:
Den Christum solt du nemen an, Der dich so weidlich mustern kan, Bekennen in inn alle Landt, Sein Nam tragn vnd machen bekandt, On alle schew, ob schon darauß Dir leyd zu stünd fall drumb nicht auß, Das Creutz ist doch allzeit beym Wort, Diß merk, vnd lass es sein dein Hort.
Voll Dank und Ehrfurcht preist Saul die ihm zu teil gewordene Gnade:
Gotts Namen will ich rühm, ehrn Die ganze Welt sol mirs nicht wehrn. — — Ich bin gar anderst jetzt gesinnt Denn vor, mir brent das Hertz für lieb Zu Gott, ach das ichs täglich trieb.
Gegen unsere Erwartung schließt mit diesen schönen Versen das Spiel nicht. Es folgen noch zwei kurze Szenen. Der Stockmeister und die Knechte erfahren von der wunderbaren Heilung, und beschliessen den ihnen geworden Auftrag, dem hohen Rat Kunde zu bringen, nicht auszuführen, sondern gemeinsam mit ihrem Herrn und den Jüngern einen frohen Abend zu feiern. Der abschließende Epilog, in lehrhafte Form gekleidet, bildet zum Teil einen Vergleich zwischen Saul und den Feinden der Christenheit auf Erden, endlich eine Aufforderung zu unverbrüchlichem Gehorsam an Gottes Gebot.
Daß unser Stück auch deshalb Beachtung verdient, als es im Vorwort einige Angaben über die Thätigkeit des Verfassers bringt, wurde schon oben bemerkt. Johannes Strauß hat sein Spiel dem Grafen von Bünau gewidmet. Es ist dies die gleiche Familie, deren bekanntester Sproß, der erste Graf von Bünau, als Gönner Winkelmanns mit Ehren in der Geschichte der deutschen Kunst genannt wird. Von den Herren von Bünau war Strauß zum Diakon in Elsterberg ernannt worden. Dort hat er sein Spiel geschrieben, dort ist dasselbe in Anwesenheit seiner Herrn aufgeführt worden. Nach Neustadt am Schneeberg übersiedelt, nachdem er elf Jahre in Elsterberg geweilt hatte, will Strauß mit der Widmung seinen Dank für die ihm erwiesene Gnade aussprechen. Seine »Bekerung Pauli« ist nur ein ganz bescheidenes Glied in der langen und enggeschlossenen Kette der geistlichen Spiele, trotzdem wert, einmal wieder genannt zu werden. Echt protestantisch, echt deutsch, gehört es einer Zeit an, welche dem Aufblühen der neueren Dichtung zwar nicht unmittelbar vorausging, aber doch auf diese solchen Einfluß hatte, daß auch geringe Ergebnisse nicht übersehen werden dürfen.

LITERARISCHE BESPRECHUNGEN.
SAMMLUNGEN ZUR VOLKS- UND ALTERTUMSKUNDE POMMERNS.
VON DR. OTTO LAUFFER.
Im Jahre 1891 hat die Rubenow-Stiftung der Universität Greifswald die Preisaufgabe gestellt: »es sollen die Geschichtswerke des Thomas Kantzow kritisch untersucht und es soll auf Grund der Untersuchung eine kritische Textausgabe der beiden hochdeutschen Bearbeitungen der pommer’schen Chronik hergestellt werden.« Dadurch wurde die wissenschaftliche Forschung wieder energischer auf das Lebenswerk des Thomas Kantzow gelenkt, der in den ersten Jahren des 16. Jahrhunderts in Stralsund geboren ist, in Rostock studierte, seit 1528 Sekretär bei den Herzögen von Pommern war, später, um seine historischen Studien zu vertiefen, noch etwa vier Jahre in Wittenberg studierte und auf der Heimreise am 25. September 1542 zu Stettin im evangelischen Glauben gestorben ist.
Professor Georg Gaebel zu Stettin erhielt den ausgeschriebenen Preis und beförderte die erste und die letzte hochdeutsche Bearbeitung der Chronik nebst den kritischen Untersuchungen zum Druck[174]. Die Verdienste dieser Ausgabe um die Geschichtswissenschaft hervorzuheben, liegt an dieser Stelle kein Grund vor. Dagegen bietet sie uns eine willkommene Gelegenheit, auf das reiche Material hinzuweisen, welches Kantzow für deutsche Volks- und Altertumskunde liefert, Studien, denen er mit einer für seine Zeit merkwürdig klaren und sicheren Auffassung nachgegangen ist. Ihnen hat er ein ganzes, das 14. Buch seiner Chronik gewidmet, deren erster Satz sehr charakteristisch ist: »Nachdem wyr nhu von den Geschichten der Pommern gesagt, ists auch nicht undienstlich von itziger irer Gelegenheit, Sitten und Wesende etwas anzuzeigen, damit man die Historie desterbesser vernheme, und auch deshalben, nachdem sich offte der Volcker Art und Sitten verendern, das men zukumftig diesser itzigen Gelegenheit und Art eine Wissenschaft habe.«
Dieses vierzehnte Buch nun ist leider zum größten Teile verloren. Daß wenigstens sein Inhalt, zum Teile wohl mit reichlichen Ergänzungen und Erweiterungen, auf uns gekommen ist, verdanken wir einem nicht viel späteren ungenannten Geschichtsschreiber, der Kantzows Chronik überarbeitet und mannigfach erweitert hat, dem Verfasser der sogen. »Pommeriana«[175]. Dieses Verhältnis bietet den Grund dafür, daß ich im folgenden eine systematische Zusammenstellung der für die pommerische Volks- und Altertumskunde wichtigen Angaben Kantzows zusammen mit den ergänzenden Stellen der Pommeriana darbiete, denn es ist kein Zweifel und Gaebels Ausgabe verdient es, daß man künftig fast immer eben diese Ausgabe benutzen wird. Für die historische Volkskunde hat aber daneben auch die Pommeriana ihren selbständigen Wert, weil gerade dort sich viel wichtiges Material findet.
Die folgende Zusammenstellung an sich zu rechtfertigen, dürfte wohl kaum ein Grund vorliegen, denn jeder, der sich mit altertumskundlichen Studien befaßt hat, weiß, wie wichtig oft solche einzelne Fundstücke sind, und wie schmerzlich man heute derartige Fundgruben, wie ich hier eine zu erschließen versuche, missen muß. Durch die Randbemerkungen und zahlreiche Überweisungen hoffe ich die schnelle Benützung zu ermöglichen.
Zugleich möchte ich durch diese Zusammenstellung nochmals ausdrücklich darauf aufmerksam machen, welch reiches Material für Volks- und Altertumskunde in den Schriften der Historiographien seit dem 16. Jahrhundert meist unbenutzt verborgen liegt. Nur durch solche Auszüge, die freilich das Resultat einer sehr entsagungsvollen Arbeit sind, kann es in absehbarer Zeit nutzbar gemacht werden. Daß ich nachher das Zurückgehen auf die Quellen selbst für überflüssig hielte, wird mir niemand zutrauen: jede Zeit wird, das weiß ich sehr wohl, bei dem steten Wechsel der wissenschaftlichen Anschauungen und Bestrebungen für ihre neuen Zwecke auch das neue Material aus den Quellen selbst zu nehmen haben. Wirklich erschöpfend können daher weder die folgenden noch alle ähnlichen Auszüge jemals genannt werden. Was mir aber für volks- und damit auch für altertumskundliche Zwecke wichtig erschien, stelle ich im folgenden zusammen, indem ich die Schreibweise meiner Quellen beibehalte, die ich mit K. = Kantzow und P. = Pommeriana nach den oben genannten Ausgaben von Gaebel (Bd. I. Letzte Bearbeitung) und Kosegarten zitiere.
Land und Leute.
1) K., 5. Polen..., das ist wendisch und heisset auff Teutzsch ein eben Land, gleich als wolt man sagen »auff der Ebene« in Ansehung des Lands Boemen, das im Gebirge leit. Und die Lande, so an der Sehe ligen, wurden Pomern genennet, das ist das Land, das am Mehre ligt. Dan pomorsi auff Wendisch heisset so viel als beym Mehre, wie man itzt die Stette, so an der Ostsehe ligen, Ansehe-Stette auff Teutzsch nennet, das ist: Stette, die an der Sehe ligen.
2) K., 3. Cassuben aber ist ein Teil von Pomern und seint die Wende gewest, die nicht gar am Mehre, sonder landwerts eingewohnet haben, welche widder gewonheit der anderen Wende weite gefaltzte Kleider trugen. Dan Cassubietz, heißt gefaltzte Kleider; und seint die gewest, dar itzt das Bischtumb zu Camin, der Heitort in Pomern und die Newemarcke ist; ire Sprach aber, die etwas Unterscheids mit dem andern Wendischen hat, ist nur allein in Pommern im Heitorte geplieben.
3) K., 3. Itzund noch ein gantzer Ort in Hinterpomern ist, da nur eitel Wende wohnen... Ytzund der Wenden Nhame und Geschlecht bey uns so verachtet ist, das man einen zum Schimpffe einen Wend oder Slafen (welchs ein Dinck ist) nennet.
4) K., 5. Keine Wende seint, die die Slafonier, so hinter Hungern sitzen, besser verstehen vnd mit inen reden khonnen, wan die pomerischen Wende, welchs noch hewtigs Tags glawbwirdige Leute bey uns Zewge seint.
5) P. II, 411. Die Pomern seint durchaus große wohlerwachßene, starcke lewte, vnd menlichs gemuts, doch seint sie traͤges zornes; darvmb treiben sie nicht leichtlich krieg vnd werden ehe bekrieget, den das sie es anfahen solten. Sie seint aber zu kriege beide zun waßer vnd lande geruͤstet vnd geschickt, vnd wen es jnen vonnoͤtten thut, sich der feinde zu erweren, seint sie vnerschrocken vnd hefftig; aber so balde der erste grim vber ist, seint sie wol widder zu stillen.
6) K., 415. Es ist das Folck mer guthertzigk wan freuntlich, mehe simpel dan klug, nicht sonders wacker oder frolich, sonder etwes ernst und schwermutig. Sunst aber ists ein auffgericht, trewe verschwigen Folck, das die Lugen und Schmeichelwort hasset; pittet sich untereinander gern zu Gaste und gehet widderum zu Gaste und thut eim nach seiner Art und Vermügen gern gutlich.
7) P. II, 433/5. Es seint die einwoner dieses landes [Rügen] sehr ein zenckisch vnd mortisch folck, das es eben an jnen schyr wahr ist, wie das latinische spruͤchwort lawtet: omnes insulares mali. Den im gantzen lande zu Pomern werden kein jahr so viel vom adel vnd andern erslagen, als allein in dieser kleinen jnsul. Es gibt auch dies folck so viel rechtgans als das halbe land zu Pomern. Den alle Sonnabend helt der landvoigt sampt den eltisten vom adel des gantzen landes zu Bergen gericht; da hat er von fruͤe morgens bis schyr an den abent genug zu thunde, vnd er hoͤret auch nicht gerne vmb des mittagmahls willen auff, den so er sie wegkgehen leßt, vnd nach eßens widder bescheidet, so trinken sie sich etwan ful, oder richten ein new allerm an, oder wen sie widderkhomen, treiben sie solch vngestuͤmigkeit vor gericht, das der her landvoigt nyrgentz mit jnen aus khan. Darvmb sytzt er gern das gericht gar aus, das er sie auff den andern gerichtstag verweise. Es ist kein edelman oder pawer im lande so slecht, das er sein wort nicht selbst redete, vnd das er nicht jr gewoͤhnlich landtrecht wißen solte. Vnd aus solcher vermeßenheit wil einer dem andern in nichts weichen, vnd khumpt daraus viel haders vnd morts; sonderlich gerhaten sie in den kruͤgen oder wirtshewßern leichtlich an einander, vnd wan einer von jnen saget: dat walde got, vn een kolt isen, so mag man jme wol auff die fewste sehen, vnd nicht auffs Mawl, den er ist balde an einen. Vnd geschieht in den kruͤgen so viel slagens vnd andre injurien, das offte ein edelman, der einen krug hat, so viel von buße vnd straffgelt ein jar daraus gewinnet, als sunst von einem halben oder gantzen dorffe. Vnd wor die Rhuͤgianer gehen oder reißen, haben sie einen schweinspies vnd einen rewtlingk an der seiten; wen sie zur kirchen gehen, setzen sie die spieße vor die kirchenthuͤr, einstheils nhemen sie die in die kirchen mit, vnd sol sich bisweilen, wen sie aus der kirchen gehen, offt ein lermen erheben. Gehen sie zur kirchen so seint sie gewapnet, gehen sie zur hochzeit, so seint sie gewapnet, bringen sie einen totten zu grabe, so seint sie gewappnet, vnd in summa man findt sie nyrgentz, sie haben jre were bey sich. Daraus khan man erachten, wen sie die wredigkeit, so sie vnter jnen treiben, in kriegen vnd gegen feinde geprawchen, das es ein tapffer kriegsfolck were. [Vergl. Nr. 91.]
8) K., 419/420. Das sie Slafi heissen, ist die Ursach, das die beiden Worter slaff und slafa in yrer Sprach sehr gemeine seint, sonderlich in Zusammensetzung yrer Tauffnhamen, und darum von den Andern, die yrer Sprache nicht gewest, Slafen seint genennet worden. Oder wie die polnische Chronika sagt, so seint sie davon Slafi und Slafones genennet, das sie schwetzig und vuller Wort seint. Dan Slafonos nennen sie verbosos, und slafa heisset ein Wort.
Die Familie.
9) K., 393. Sein [des Herzogs Bugslaff von Pommern. († 1523.)] Reim ist gewest D. U. J. W., das ist: »Der Uren ich warte«, domit er stets eine Gedächtnus des Tods gehapt.
10) K., 402. Er [Herzog Georg von Pommern († 1531)] war sunst frolich und hurtig in allen Sachen. Darum was sein Reim: H. M. F., das ist: Herdurch mit Freuden. [Vergl. Nr. 68.]
Hochzeit.
11) Die Größe fürstlicher Mitgiften werden von K. angegeben: S. 204 aus dem Jahre 1343; S. 218 a. d. J. 1363; S. 242 a. d. J. 1412; S. 281. Anm. 2, a. d. J. 1453; S. 342 Anm. 1, a. d. J. 1491; S. 378 a. d. J. 1515; S. 379 a. d. J. 1518; S. 397 a. d. J. 1525. [Vergl. Nr. 87.]
12) P. II, 439. Sie [die Bürger von Stralsund] haben vber die gewohnheit der andern Pommerschen stette den großen vnkosten der hochzeiten eine maße gesetzt, also das die buͤrger ein jglicher seinem stande nach wißen, wie hoch sie muͤßen hochzeit halten oder nicht; vnd wer darvber thun wil, mus es mit willen des rhats thun, vnd gelt dafuͤr geben. Solch gesetz zu machen, hat vervrsachet die beschwerlichkeit der hochzeiten; den hie vnd sunst in ganz Pommern ist eine gewohnheit, das man nichts zu den hochzeiten schencket, vnd man pittet alle bekhante vnd nachparen dartzue, vnd weret an etzlichen ortten wol vier oder fuͤnff tage, vnd wirt offt mehr verzeret, wan aller prawtschatz wert ist.
13) P. II, 447. Sonders ist nichts von jnen [den Bürgern von Anklam] zu schreiben, wan das sie in kurtzen jaren ein maße in den großen hochzeiten gemacht. [Vergl. Nr. 7; 74; 127.]
[Geburt vergl. Nr. 74; Taufe Nr. 66; 74; 127; Einsegnung der Wöchnerin Nr. 7; 74; 127; Sittlichkeit Nr. 135.]
Eheleben.
14) K., 340. Diesse Hertzogin Catharina [von Braunschweig, geb. Prinzessin von Pommern] ist so groß gewest, das Hertzog Heinrich [ihr Gemahl] jr kawm an die Axeln gereicht, und wie es ein zorniger Furst war, wan er bisweilen auff sie bewogen was und sie villeicht schlagen wolte, hat sie ine in die Arme gefangen und so lange gehalten, das er müste Fried zusagen; sunst ist eine verstendige Furstin gewest. [c. 1485.] [Vergl. Nr. 110.]
Namengebung.
15) K., 402. [Herzog Georg von Pommern stirbt 1531.] Sein Gemahel aber, die Marggrafin, was schwanger; die gepur darnach aufn Winter eine Tochter, die wurt Georgia geheissen nach der Art der Pommern, die die Tochter, so nach dem Vater geporn werden, nach dem Vater nennen pflegen.
Leiche.
16) K., 229. Anm. 2. Umb diesse Zeit [1388] haben die Sundischen den Rat ausgetrieben, darum das sie der Gemein zu viel auffgelegt und nicht haben ringern wollen, seint aber mit Eren widdereingesetzt; und einen Burgermeister, der im Elend gestorben, hat seine Freuntschafft tot in seine Stette gesetzt, anzuzeigen, daß er unschuldig vertrieben.
17) K., 246/7. So gewunnen die Sundischen und Gripswaldischen das Schloß [zu Usedom] und fingen sehzehen von den, die da hetten bey dem Totslag gewest, und fischeten den Marschalk, [der ertrunken war] widder auff und fhureten sie gein Sunde und bunden inen Pferde an die Fusse und slepften sie in der Stat ummeher, darnach haben sie alle gerichtet. Den Marschalk haben sie auch also tot noch aufs Rat gelegt. [Vergl. Nr. 141.]
Begräbnis.
18) K., 301. Als Hertzog Otto [von Stettin, der Letzte seines Stammes] begraben wurt, warff er [Albrecht Glinden, Bürgermeister von Stettin] ime Schilt und Helm hinnach in das Grab und sagte: »da leit unser Herschafft« und wolte also das Land auff den Marggrafen [von Brandenburg] fhüren. Aber ein Edelman, Hans Eickstette, spranck in das Grab und holete Schilt und Helm widder heraus und sagte: »Nein, nicht also! wyr haben noch erbliche, geborne Herschafft, die Hertzogen von Pomern und Wolgast. Denselben gehört der Schilt und Helm zu!« Und hat sich mit den andern Edellewten vereinet, das sie Hertzog Erichen und Hertzog Wartislafen von Pomern und Wolgast den Schilt und Helm prachten mit Erpietung ires Gehorsams. [i. J. 1464.]
19) K., 414. In den Stetten und Dorffer, wan sie einen zu Grab beleiten, so suchen sie keine schwartze Kleider darzu, sonder je besser und bunter sie sie haben, sonderlich die Frawen, je lieber sie sie anthun. [Vergl. Nr. 7; 74; 127.]
Die Wohnung.
Wand.
20) K., 369. [Die Herzogin von Pommern wird i. J. 1503 krank.] Etlich sagen, das sie zu Ukermunde solle in ein Gemach gekhomen sein, das newlich gekalket war, darvon ir der Dampff umbs Hertze geslagen. Und ist die Lenge darvon gestorben. [Vergl. Nr. 25 ff.]
Turmzier.
21) K., 272. So stund auf dem Torm, der auffm Sloß ist eine Gans von eitelm Golde, dieselbige lies der Khonig [Erich von Dänemark] in der Nacht abnehmen. [Es handelt sich um ein ungenanntes Schloß in Schweden i. J. 1434.]
Turmnamen.
22) K., 278. [i. J. 1442.] Davon ist noch gebawt der Torrn »kike in die Marke«, davon man sagt: »kyck in die Marke, trawre nicht! Marggraff Fridrich der thut dir nicht.« [Vergl. Nr. 24.]
Burgbau.
23) K., 291. Das Schloß Marienburgk... sol so herlich ein groß, wolgebawet und veste Schloß sein, das es in gantz teutzschen Landen und allen umbliegenden Khonigreichen kein gleichen hat, und ist des gantzen Ordens in Preussen Hertze und Krafft gewest.
[Feste Kirche vergl. Nr. 116.]
Städtebau.
24) K., 103. [Arcona i. J. 1168.] Dieselbig Stat was gelegen auff der Insel Wittow, (dan das Land zu Rhugen ist noch in andere Inseln geteilt) auff einem hohen Berge am Meer und war vom Norden, Osten und Süden von Natur vhest, dan der Bergk war steyer herab und so hoch, daß man kawm mit einem Pfeilschuß die Hohe der Mawren erreichen mochte; vom Nidergange aber was sie mit einem Walle von funfzigk Ellebogen hoch befestet, welchs Walles unterste Helffte von Erde und Leime was, und die andere Helffte oben was von Plancken und Bretern, dar Erde zwuschen geschuttet was und dar auch etliche Plochheuser eingemacht weren. Vom Nortnortwesten war ein hupscher Brunnensprinck, da die Burger ir Wasser aus holeten, und daselbst was nhur ein Thor, da man durch den Wahl an die Stat khomen mochte, und sunst kein Thor mehr. Und das Thor hetten sie itzund gar mit dem Walle uberschuttet, das die Feinde nirgentz khonten daran khomen, allein durch das einige Thor.... [Die Feinde zünden dieses an, und] nham das Fewr uberhand und hette das Thor und den holzin Thorn, so darauff stund,... all verprant und grasete je lenger je weiter an den Blochheusern.
25) P. II, 458. Pasewalk. Es ist auff die Merkische arth gepawet mit weiten gaßen, großen gekleimeten hewßern, hat gar keine oder gar weinig gemawerte hewßer.
26) P. II, 459. [Piritz] ist nicht viel beßer gepawet [als Pasewalk].
27) P. II, 441. Stettin hat mehr vnd beßer gemecher in den hewsern wan zum Sunde [= Stralsund.]
28) P. II, 445/46. [Stolp.] Es sein aber weinig hewser mit ziegel gedecket, der vrsach, das die stat jm jar 1476 auff Tiburtij von eigenem fewr gantz vnd gar ausgeprant, also das allein ein haws stehen geplieben, vnd darnach ehe die hewser widder gebawet vnd die giebel bevhestet worden, ein starcker windt entstanden, der die giebel vnd mawren eingeworffen, vnd die bürger des brandschadens halber vnvermugener worden, vnd sich bishero nicht erholen mugen, auch der kauffmanshandel so da gewest gein Dantzig verrücket, vnd fürnhemblich auch vmb mangels willen der zigelerde.
29) K., 141/2. Im Jahr 1209 hat Jaromar, der Furt von Rhugen, im Land zu Bart begünt die herrliche Stat Stral-Sund gegen dem Land zu Rhügen uber, welche man auch slechts den Sund nennet. Und meinen etliche, weil die Denen zu dem mal des Orts viel Handlung gehapt, es sol ein denisch Nhamen sein von der Insel Strela, welche man doch itzt nicht weis, wor sie gelegen ist, und dem Nhamen Sund, das auff denisch bedewtet einen Strom oder Hafenung. Etliche meinen, die Stat sey von einem Fischer, der Stral geheissen und an der Stette, do man die Stat daselbst auffgelegt, gewonet hat, genennet worden; und dasselbig glawb ich lieber; auch giebt mir das desselbigen so viel Glawbens mehr, das die Denen je so oft diesse Stadt Stralbuhe, das ist Strals Stat, wan Stral-Sund nennen.
30) P. II, 162/3. [Die Lübecker zerstören i. J. 1273 Stralsund.] Hiernach baweten die uberblieben Burger und die Rhüyaner die Stat widder, das Mererteil in Holtz wie zuuor. So brante sie nicht lange darnach noch einmal von irem eigenen Fewr gar aus. Darumb vereinigten sich die Burger samptlich das keiner widderbawen solte anders, wan von lawtern Steinen. Und haben Vertrag gemacht mit den Hollendern und andern Nidderlendischen, das sie in irer Stat solten alle Freyheit und Handlung haben, und haben von inen Gelt genhomen und sich auff genugsam Kalck und Steine und andern Vorrhat versorgt und die Stat aus lawterm gebranten Steine auffgebawet und die Gassen so hupsch gerade aus und das eine Haus wie das ander, das einer meinen moge, die Stat sey uberal in einer Stunde gebawet, und ist auch keine Sehstadt an dieser Ostsehe, die durchaus so einlich gebawet were als sie. Lubeck ist wohl grosser und hat an etlichen Ortern statlicher Hewser, aber so eintrechtig und gerade nicht durchaus wie der Sund. Und von diesser Zeit an ist der Sund so gestalt wie man ine noch sicht.
31) P. II, 437/8. [Stralsund] ist eine sehr wolerpawete stat von eitel zigelsteinen, vnd die hewser eins dem andern fast auch einlich, vnd die gaßen so ordentlich oder schnurgleich, als man keine jres gleichen an der gantzen ostsehe findet. Ist sehr stark und vheste, hat zehen thore, sechs zu wasser vnd vier zu lande. An der einen seiten leit es an der sehe, gegen dem lande zů Rhügen, auff der andern seiten hat es vmb vnd vmb große tieffe teiche vber armbrustschoß langk, dazwischen demme gehen, dadurch man zur stat khumpt, welche mit zwingern verwaret sein. Aber die stat hat gar keine welle, sondern zwüschen den teichen vnd der stat ist noch an etzlichen ortten ein kleiner graben. In der stat sein die gaßen sehr enge, vnd an allen ecken große ketten, die man vor die feinde vberhenget, vnd ist die stat dadurch so vheste, wo die bürger nhur menner wollen sein, das sie den feind mochten in die stat laßen, vnd auff jren hewßern stehen, vnd den feind in den gaßen mit steinen tot werffen[176].
32) P. II, 440. [Stralsund.] Der weinigste teil [der Lastträger etc.] wonet in den hewßern oder buden, sonder allein vnter der erden in den kellern; den es wonen hie etzliche tawsent in den kellern.
33) K., 34–36. Weil wyr itzt so auff Wineta khomen, wollen wir anzeigen, was Helmoldus darvon schreibt, welchs also lawtet: »Wineta ist gewest eine gewaltige Stat, welche hatte eine gutte Hafen vor alle umbliegende Volcker, und nachdem viel von der Stat gesagt wird und das auch schyr ungleublich ist, so wil ich des wes erzellen. Es solle gewest sein so gros eine Stat, als zu der Zeit Europa eine haben mochte, welche bewhonet haben durcheinander Greken, Slauen, Wende und ander Volcker. Es haben auch die Sachssen Macht gehapt da zu wohnen, doch das von denselben Volckern keiner den Christentumb habe berhomen und bekhennen müssen. Dan alle Burger seint abgottlich geplieben bis zu entlicher Zerstorung und Unterganck der Stat. Sunst aber von Zucht, Sitten und Herbergen solt man kawm irgentz fromer Volck noch ires gleichen spüren. Die Stat ist von allerley Kauffwahr aus allen Landen erfüllt gewest, hat alles gehapt, was nhur seltzam, lustig und nottig gewest ist. Dieselbe Stat solle ein Khonig aus Denemarcken durch eine große Schiffung und Krieg erobert und zerstoret haben. Es seint noch verbanden Beweisung und Gedechtnus der Stat, und die Insel, daran sie gelegen, wirt mit drey Stromen[177] durchflossen, davon einer sol sein grüner Farb, der ander grawlecht, und der dritte solle stets prallen und rawschen von Storm und Winde.« So weit Helmoldus, der geschrieben hat ungefer vor IIIIC Jar.
Und ist war, das man die Nachweisung noch diessen Tag sihet. Dan wan einer von Wolgast über die Pene in das Land zu Usedhom zihen wil und gegen ein Dorff, Damerow geheissen, khumpt, welchs bey zwu Meilen von Wolgast ist, so sihet man noch ungeferlich ein gros viertel Wegs in der Sehe grosse Steine und Fundament; dan das Meer hats so weit eingewaschen. So byn ich auch sampt andern hinzugefharen und hab es eigentlich besehen, aber kein Mawerwerk ist mehr da; dan es seint so viel hundert Jar sidder der Zerstorung, das es nicht müglich, das es vor dem ungestewmen Meer so lange bleiben mochte. Allein seint die grossen Fudamentstein noch vorhanden und liegen noch so an der Rhege, wie sie unter eim Hawse ligen pflegen, eins neben dem andern, und an etlichen Orten andere noch droben. Darunter seint so grosse Steine an vielen Orten, das sie wol ellenhoch uber Wasser scheinen, als das man achtet, sie werden ire Kirchen und Ratshewser daselbst gehapt haben. Die andern Steine aber liegen feyne noch in der Ordnung und zeigen sichtlich an, wie die Gassen seint in die Lenge und Qwere gegangen. Und die Fischer des Orts sagten uns, das noch gantze Steinpflaster der Gassen da weren und weren ubermoset, auch mit Sande bedeckt, das man sie nicht sehen konte. Sunst wan man einen spitzen Stangen hinein stiesse, so khonte mans wol fülen, und die Steine ligen ungeferlich so:

Und wie wyr hin und widder über die Fundamente fhureten und die Gelegenheit der Gassen anmerckten, sahen wyr, das die Stat in die Lenge ist gebawet gewest und hat sich mit der Lenge erstreckt von Osten ins Westen. Nhun tieffet sich aber die Sehe, wan man bas hinein khumpt, je lenger je mehr; darum khan man die ubrige Grosse der Stat nicht alle sehen. Aber was wyr sahen, deuchte uns, das es wol so groß war als Lubeck. Dan die Lenge macht wol ein klein virteil Wegs, und die Breite was grosser wan die Breite der Stat Lubeck. Daraus mag man gissen, was villeicht die ander Grosse, die wyr nicht sehen khonnten, sein moge. Und ich achts dafur, do diesse Stat zerstoret sey, das do Wisbu in Gotland widder auffgekhomen sey.
34) K., 36. [Wisby] Das ist auch eine gewaltige Stat gewest von eitel gehawenen Steinen und die Hewser alle oben gewelbt on Techer, darauff viele Vischteiche haben gehapt. Doselbst haben alle diesse Sehestette bisher ire Wasserrecht geholet. Itzund aber in kurtzen Jaren hat sie durch Mewterey und andern Unfall so abgenhomen, das man sie kawm mehr nennet und das uns die Steine von iren verfallen Hewsern hergepracht werden, da wyr Steinkalck von brennen.
35) K., 74. Wollyn... zu unsern Zeiten kawm ein Stetlin von drey oder vierhundert Burgern ist.
Feuerung.
36) P. II, 435. Es hat weinig holtzes auff dem lande [Rügen], darvmb müßen sie an vielen ortern auffgetrögete rasen, welches sie törff heißen, vor holtz verbrennen. Es hat nhur ein holtz, das etwas ist, das heißet die Stubbenitz, daraus nhemen die beiliegenden flecke vnd dörffer fewerunge.
Städtenamen.
37) K., 210. [Alle Städte der Mark fallen zu dem falschen Waldemar] und pleib nichts under Marggraff Ludwige wan Franckfhort an der Oder und Trewen Brietzen, davon die Stat noch den Zunhamen hat, das sie trew genant wirt.
38) K., 262. Es khemen aber die Hussiten in die Marke bis an die Uker, und nachdem es Hertzog Casemyr [von Stettin] hart vor der Thür war, zog er dem Marggrafen zu Hulffe, und haben die Hussiten im Widderkeren bey Angermund geslagen, und davon heist die Stat Ketzer-Angermund zu Unterscheide des Angermünde, so an der Elbe ligt. Sunst heissts Newen Angermund. [Vergl. Nr. 135.]
Landbau und Nahrung.
Ackerbau.
39) P. II, 421/2. Daßelbige land treget vberflüßig getreidig, roggen, weitzen, gersten, habern, erbsen, heidekorn vnd hopfen, also das man nicht das zweintzigste teil im lande bedarff. Darvmb verfhüret man viele roggen vnd maltz westwertz in Schotland, Holland, Seheland vnd Braband, vnd hopffen vnd maltz in Schweden vnd Norwegen; vnd sol wol ein einig bürger befunden werden, der im jar wol vierhundert last korns, das seint vngefherlich zehen tawsent scheffel, verschifft. Item man erzewcht im lande gute pferde, große vnd kleine, viele ochsen, schweine, schaffe vnd bienen, welche man in viele lande verkawffet; den das land ist vuller wiesen vnd weiden. Vnd von demselbigen viehe hat man auch andre mehr war, die auch weit verfhüret wirt, als honig, speck, butter, wulle, hewte vnd vnslet, das wol einen geringen namen hat, aber doch gut gelt ins lant bringt. [Vergl. Nr. 96; Weinbau Nr. 42.]
40) K., 101. Man treibt die Pflug so lange, bis das das Rad zerbricht.
Bernstein.
41) K., 409. Ich weis nichts Sonders, das dis Meer [die Ostsee] Seltzams tragt, allein Bernstein, den die Hochteutzschen weissen Agtstein nennen. Das ist etwar Hartz oder Glar aus feisten Bewmen, villeicht aus Keinen- oder Fichten-Bewmen, welchs bey Somerzeiten ausfleust und ins Mehr fehlt und alda wie ein Stein gehertet wirt und darnach, wan das Mehr durch Storm geruret wird, an Land khumpt. Das es aber Hartz oder Glar sey, khan man daraus haben, das es prent und reucht wie Hartz, und das man offt inwendig Mücken und ander Dinck darinne find, welchs do der Hartz weich geweist, darin gefallen und darnach darin gehertet ist worden. Wiewol Valerius Cordus meinet, der Barnstein khome her von einer sonderlichen Ader oder Flusse aus der Erden, wie Petrolium, und darnach von der Lufft oder der Sehe also wie ein Stein gehartet wirt. Diesserselbe Bernstein wirt nirgentz anders gefunden, wan in Pomern und in Preussen, und slecht zu Lande, wan der Norden-Wynt hart stormet. In Pomern ist er itzund weiniger acht, und mag ine ein iglicher suchen und lesen, wer nur wil, on alle Ungelt und Hindernus; aber zu der Zeit, do man Paternosterstein daraus pflag machen, was er in hoher Acht, und müste ine damals nicht ein iglicher lesen, sonder die Amptleute nhamen ine von wegen der Herrschafft zu sich. Wan er gefunden wirt, ist er gar ungeschaffen wie ein Rust; darnach poliret man ine, und er ist zweyerley, weis und gelb. Der weisse ist nicht so durchscheinig wie der gelb, doch haltet man mehe davon wan von dem gelben. Dan man meint, er sey zum Steine und zu der Frawen gepurt gut. Den gelben gepraucht man nicht so sehr.
Bergbau.
42) K., 407. Das Land [Pommern] hat gar keine Ertze wan Eisen und Saltz, auch keine Weinberge sonder allein umb Gartz und Stettin. Es wuchsse aber wol an vielen Orten Wein und wer auch wol die Gelegenheit darnach, aber das Volck ist so unachtsam, das es sich nicht darzu bemuhet, und lassen sich benügen mit irem Bier.
Tierzucht.
43) K. 362. [Der Leibhengst des Herzog Bugslaff i. J. 1496:] Darin hielt er den Unterscheid, wan der Knecht darauff saß, das er slecht und alber hereinher trat und gar keinen Pranck treib; aber wan man ime die Sammytdecke und Hinterzeugk aufflegte, das er merckte, das Hertzog Bugslaff selbst reiten wolte, so reckte er das Haupt und den Mot auff, trampfete und kratzte mit den Füssen etc... [Vergl. Nr. 39; 76; 105.]
44) P. II, 463. Das land [Ruͤgen] hat sunst nichts nhamhaftiges, allein das es große und viele gense hat. Alles was die einwoner zu kawffe haben, das müßen sie zum Sunde vnd nyrgentz anders zu markte bringen. Darvmb saget man auff schertz, wen die Rhügianischen gense aus dem thore gehen, so recken sie den hals auff nach dem Sunde, das sie dahin zu markte wollen.
45) K., 280. Hertzog Barnym der alte hat nhur al sein Thun auff Jagent gelegt und hat die Hunde so lieb gehapt, das er einmal gesagt, do man ine gepeten, das man zu Gutzkow ein Haus vor die Armen pawen wolte, so er wes ubrigs hette, wolte er ein Hospital vor alte kranke Hunde auffrichten. [c. 1450.]
46) P. II, 435. [Zu Ruͤgen] leget der adel vnd auch die pawren viel fleißes daran, das sie schöne windhunde erziehen, die sie den außer landes verschencken, vnd pflegen gern sonderlich gut sein...
47) P. II, 435. Auf Wittow aber haben die fürsten ein hasengehege, da seint vberaus viel hasen, vnd muß kein pawer daselbst einen hund haben, er habe den nhur drey bein, oder sey sunst gelehmet. [Vergl. Nr. 79; 80.]
48) K., 225. Anm. Eodem anno [1372] gibt Wartislaff der elter der Kirche zu Camin ein Wesant-Horn, das er selbst geslagen und mit Silber belegen und vergulten lassen, das [man] Heiligtumb darin tette... Von diessem Thyr weis man itzund nicht mehr wider in Preussen oder Polen.
Speise.
49) K., 304. Anm. Ao. 1465. Torgelow [est]... captum et destructum. Capti 14 viri cum tribus juvenibus et aliquot feminis. Reperta multa vasa cereviciae, medonis, multae lastae frumenti, 300 latera lardi et multae carnes fumigatae et sale alias conditae.
50) K., 365. Anm. [c. 1498]. Spottvers des Mariotto (diesser ist bei Bischoff Benedictus gwest): Ali mali, pulli nulli, pisciculi parui, flackfischi, heringi, dorski sunt pomerische richtki. [Vergl. Nr. 51; 76; 82; Krankenspeise 145; Fastenspeise 82; Gewürz 88.]
Trank.
51) K. 415. Man hat lange Zeit nicht abzuwol im Lande gekocht, auch sehr grob Bier gebrawet, aber nhu mit der Zeit beginnen sie es besser zu lernen und leren itzund von den Hochteutzschen, so viel darin handlen oder sich setzen, auch leckerich zu leben. Süße Weine bringt man zu Lande von Leiptzk oder zu Wasser aus Niderland. So khan man an etlichen Orten auch wol gut Eimbecks Bier und Mumme haben. Reinischen Wein bringt man auch zu Wasser, desgleichen viele frantzosische Weine. Lantweine khomen aus der Slesie und Lawsitz die Oder herab, hungerischen, behmischen und Francken-Wein bringt man vor Fisch und Heringk zu Wagen ins Land. Das Bier im Lande ist an vielen Ortern auch nicht bose. Sunst was Essen betrifft, gibt das Land an Wiltpret, Weidewerck, Fischen und anderm uberflussig.
52) P. II, 459. [Pasewalk]. Man brawet allhyr starck bier, das pasenel heiszet, das man verfhüret.
53) P. II, 461. [Barde]. Es brawet hier gut bier, das man hin und widder verfhüret. [Vergl. Nr. 42; 49.]
54) K., 236. Ao. 1405. Barnim ist ein sehr messiger Fürst gewest von Essen und Trincken, sonderlich von Trincken; dan man hat ine ny ein Halbs oder Gantz trincken sehen, viel weiniger ine ful gesehn; hat selten Bier getruncken, und Wein hat er nymmer getruncken on an seinem Ostertag; sunst ist sein Getrencke Couent gewest oder, wo er den nicht gehapt, gut frisch Wasser.
Handel und Gewerbe.
Eigentum.
55) K., 274. [Ao. 1435.] Weil wir aber von dem Schatz gesagt, den Khonig Erich mit sich prachte, wollen wyr auch anzeigen, was die Alten darvon sagen, das er gewest sey. Es sol erstlich ein Jesusbild wie ein Knab von XV Jaren groß gewest sein von lawterm Golde, zwolff Apostel wie Kinder groß von eitelm Silber, ein gantz Einhorn, eine Monstrantz von eitelm arabischen Golde, ein gulden Pfenningk uber hunderttausent Gulden wert, den er mit seiner Khoniginnen krech, die gulden gans vom Sloßtorm zu N. und al sein Silbergeschyr und Cleinodia. Davon hat er die Monstrantz in die Capelle auff das Schloß zu Rugenwalde gegeben und das Sacrament darin thun lassen und darvor das Einhorn zu einem Leuchter gesatzt, welche beiderley ich gesehn hab, desgleichen noch etliche statliche Credentz und silbern verguldete Schusseln, die warlich prechtig und groß seint. Wie es aber umb die andern Schetze ist, weis man nicht, etliche meinen, sie seint noch gantz vorhanden, etliche meinen nein, aber die Fursten lassen ire Heimlichkeit nicht gern wissen. [Vergl. Nr. 88.]
56) K., 182. So rechern [rachsüchtig] als das Gold von Tolose, da die Latini ein Sprichwort von haben, das alle diejennigen, so davon gekriegt, jemerlich seint ummegekhomen oder geplagt worden.
Münze.
57) K., 266. [Ao. 1431.] Um dieselbig Zeit ist auch zum Sunde ein Muntzmeister gewest, Ladewich geheißen; derselbe hat die Müntz geringer geslagen, als das gemeine Korn was. Dasselbig ist man balde innen worden und hat ine der Rat in Oele sieden lassen. Wan die Straffe zu unsern Zeiten gehen solte, wurden viel Fürsten und Hern, ja auch der Rat in vielen Stetten selbst müssen gesoten werden.
58) K., 344/5. [c. 1490.] In dießen Jaren begunte sich allenthalben die Muntze sehr zu slimmern. Dan der Marggraff [= von Brandenburg] und andere umbliegende Fursten und Stette fillen ummerzu an dem alten Grad und erfulleten die Lande mit boser Muntz. Dem Exempel folgten auch die von Stettin und slugen gar geringe Pfenninge, die sie von irer Kleine wegen Vinckenawgen hießen; der gingen zwolffe auff einen markischen Groschen, und weren nhur am Merernteil eitel Kupffer... Hirnach enderte Hertzog Bugslaff aus beweglichen Ursachen die Muntz in dem Lande. Dan ob sie wol nach irer Würde sehr gut was, so was sie doch alzu klein. Und was man keuffte, da gab man der kleinen Müntz viel umb, und was doch in der Wyrde weinig und kham also, das auch die Pawren geringe Zinse und Pacht geben und das Land nach seiner Grosse und Gutte nichts Sonders trug. Und allen Genies und Frucht des Landes hetten die Frembden. Dan dieselben keufften alle Dingk wolfeel im Lande und gabens anderswor zwey oder dreimal so tewr widder. Derhalben lies er slahen newe Schillinge, der achtundviertzigk auff einen reinischen Gulden gingen, und setzte, das derselbigen sechzehen solten eine Marck gelten, das seint drey Marck einen reinischen Gulden; und slug auch Vierrichen, derselbigen gingen vier auff einen Schilling. Und tette alle Vinckenawgen und andere alte Müntz ab und gepot allen Stetten, das sie auff denselbigen Slag auch müntzen müsten, und legte den Underthanen auff, das sie nach den Marcken bezalen solten, und steyerte also die Zinse des Lands den Viertenteil hoher, als es zuuor gewest; dan wer zuuor drei alte Marck zu geben schuldig was [das seint III Ort], der hat sidder drei der newen Marck geben müssen, das seint vier Ort, und das hat groß im Lande aufgetragen und beid des Fursten und aller Underthanen Vermogen und Einkommen gebessert. Die alte Marck heist man eine stettinische oder eine Marck Finckenaugen, die newe Marck heißet man eine sundische Marck, von den Ortern da sie zum meiste gebrauchlich seint gewest. Er hat auch gantze und halbe Marckstucke von eitelm Silber geschlagen. Dieselben seint aber so sehr aus dem Land gekhomen und verruckt worden, das man in kurtzer Zeit keine mehr gesehen. Darum moste er auffhoren dieselben zu muntzen. Wie gut aber dieselbigen Schilling gewest, die er gemüntzet, sicht man itzund aus dem wol, das die Rostker auff einen Gulden der Muntz vier Schilling Auffgelt geben und ander Schilling nach derselbigen Wyrde widder daraus slagen.
59) K., 361. [Ao. 1496.] Er vergunte ime [der Kaiser dem Herzog Bugslaff]... das er und seine Erben auch mochten gulden Muntz slagen, welches sein Geslecht zuuorn nicht gethan... [366.] So hat er auch fhort goltgulden slagen lassen.
60) K., 373. [Ao. 1503.] Item von wegen der Muntz sollen sie [die Bürger von Stralsund] auff den Grad muntzen, da die Fursten auff müntzen, und wan die Fursten aus Ursachen den Hamer legen, sollen die vom Sunde auch keine grobe Müntze slagen, allein Witten und Pfenninge.
61) K., 319. 500 Marck Vinkenawgen das seint 125 fl. reinisch... Tawsent Marck sundisch, das seint 324 fl. ungeferlich. [Vgl. Nr. 127.]
Handel.
62) K., 163. Ist alhie [Stralsund] von den Hollendern und andern nidderlendischen Kawflewten der großiste Handel gewest. Aber nachdem die Nidderlender nur tewrpar Ware fhüreten, domit sie ire großen Schiffe nicht beladen khonten und deshalben Steine und Sand vor Ballast haben eingenhomen, welchs sie, wan sie vor den Sund khemen in die Hafenung, die izt der Gellen heißet, ausgeworffen und die Hafenung so verschuttet haben, das man kawm drei Ellen hoch dadurch schiffen khan, welches ein unuerwintlicher Schaden ist, seint die Burger gegen die Niderlender unwillig geworden. [Vergl. Nr. 28; 30; 39; 44; 51; 58; 64; 69; 81; 88.]
Schiffahrt.
63) K., 397. Hiernach [am Rand: quo tempore incertum] zogen die Fursten sampt etlichen Reten und Dienern in einem Zesekhane von Wolgast uber das frische Hafft nach Stettin und hetten umb des Traurens willen, das Hertzog Georgen sein Gemahel abgestorben was [Amelia † 1525] alle Schwartz an. So treib ein ander Zesener auff dem Hafe; als derselbig der schwartzen Kleider gewart wurt, meinte er nicht anders, es weren schwartze Munniche. Und die Zesener seint mit den Zesekanen so behend und rüsch, das sie auch gegen den Wynt mit khonen lauffen und, wan sie wollen, sie so hurtig wenden, wie einer ein Pferd thut. So wolte der Zesener den Munnichen einen Pussen erzeigen und leufft gerade mit seinem Zesekhan auff die Fursten, als wolte er sie in Grund lauffen, und kham hart daran. Do schregen sie alle auff und stachen mit den Spießen nach ime und meinten nicht anders, er wurde sie in Grunt lauffen. Aber alsbald er hart an sie kham, wendete er im Huy den Khan und lieff domit darvon, und man wuste nicht, was es vor einer gewest was. Dan der Zeskane seint mehe dan hundert auff dem Hafe. So hette aber der Zesener noch nicht anders gemeint, sonder es weren Monniche gewest, und hette sich berhomet, wie er sie geschreckt. Und dasselbig erfhuren die Fürsten und ließen ine greiffen und (zu Ukermund) in den Torm setzen, aber er wart noch erpetten, das er das Lebend behielt. [Vergl. Nr. 62; 89; 90.]
64) P. II, 437–464 ist über den Handel in Pommern zu vergleichen.
Handwerk.
65) P. II, 439. [Stralsund] In dieser stat ist one den rhat vnd kawffleuten nichts, das nicht in ein gilde oder werck geteilet were, vnd ein jglich handtwerck hat gemeinlich sein eigen gaßen ein, da sie zusammen wonen, damit ein handtwerck das ander nicht hindre. Man sagt, das hier allein viertzehn hundert treger seint, die nichts anders thun als das sie die waren aus den schiffen leuchten vnd in die stat tragen. [Vergl. Nr. 74; 82; 88.]
Die Kleidung und Körperpflege.
66) K., 69. Anm. 1. Der Frawen [des Dobislaff in Stettin] schenckte Sanct Otto [Ao. 1124] ein feine latzken Cortze, und nach den achte Tagen der Tauffe gab er den Knaben hüpsche weisse Zindel Westerhembde mit gulden Leisten und zwey gülden Gürtel und bunte Schuch und lies sie wider zu Haws gehen[178].
67) K., 264. Anm. 1. [Ao. 1426.] Hie sagt man, weil so verdriesliche Handlunge war und die Stette den Vertrag nicht wolten annhemen und ine doch nicht zufriden lassen, das der Khonig [Erich von Dänemark] die Lenge hat die Stette in einen Hoff zu sich khomen lassen, dar man ubel rein und trucken hinein khonte khomen zu Fusse. So haben die Stette lange Kleider mit statlichem Mardern und anderm Futter angehapt und hat sich ein iglicher geschewet, durch den Kot zu gehen. Die Lenge ist der Burgermeister vom Sund N. herfurgetretten und hat gesagt: »Ey, was stehen wyr hyr? Mein Hern vom Sunde seint wol so reich, das sie myr einen newen Rock khonnen widdergeben.« Und ist demnach mit Fleis durch den Kot gleich zu, da der Khonig was, gegangen und hat den Rock nichts auffgehoben.
68) K., 349. [Bugslaff X hat Ao. 1496 zur Jerusalemfahrt] sich und die Seinen auff dreyhundert Pferde gerustet und in rot Lundisch gekleidet und ist also im Jar 1496 am Tag Lucie ausgezogen... Und hat... alle seine Diener zu Nurembergk von newen angekleidet und gab den Knechten diessen Reim M. M. D. M. M. von gulden Flittern auff die Ermel, aber den Junckern gab ern von eitel Perlen. Den Knechten lies er die Kappen umb den Rand von eiteln silbern Flittern besticken und den Junckhern von Perlen.
69) K., 414. [Die Pommern] ubernhemen sich auch sehr mit Kleidung und Geschmuck, also das nhu unter dem Adel bey den Mennern samit und seiden Gewand und bey den Weibern gulden und silbern Stucke, Perlen und grosse guldene Keten gar gemeine ist. So setzen inen die Burger auch frisch nach und heben gleich auch an, Sampt, Perlen und Golt zu tragen. Und den wollen die Pauren nichts nachgeben und tragen nhu engelisch und ander gut gewant je so schon, als ehemals der Adel oder Burger gethan haben, und ubersteigen sich so hoch domit, das sie es von dem Iren ubel khonnen ausrichten. Darum steyern sie alle Wahre so hoch, das nhu allerley viel tewrer ist, als es pflag zu sein, und die gutte Zeit gar untergehet. Ach wo ist die Zeit geplieben, do die Fursten zu iren hohisten Ehren nhur einen scharlachen Rock und etwar ein samit Wambs und ein par leidischer Hosen hette, wie ich noch aus einem alten Register gesehen, das Hertzogk Wartislaff nhur gehapt. Doselbst ist man auch boser Tag bewohnen gewest, und seint erfharne, weidliche Kriegslewte gewest, die das Ire vor ire Feinde haben verteidigen khonnen und es auch meren. Aber itzt ist zu besorgen, das die Pracht der Kleider und der Ubermot und das leckerige weichliche Lebend wird leider die alte pomerische Art beid an Starcke und Sitten sehr verarten, dan kein farlicher Dinck ist zur Tugent, Manheit und Kraft des Menschen wan lecker Wolltage und Pracht. [Vergl. Nr. 2; 110; Pelzwerk 82; 90; Trauerkleidung 19; 63; Mönchstracht 132; Ring 76; — Bad 74; 132.]
Gesellschaftliches Leben.
70) K., 299. Ist das Sprichwort wahr, das die Hoffart allein verterbe alle andere Tugend eins Menschen. [Scheltname vergl. Nr. 3.]
71) Über historische Volkslieder vergl. K. 195/6; 208/9; 251; 304; 343. Anm. 3. [Vergl. Nr. 110.]
72) K., 357/8 wird die Aufführung einer Comödie i. J. 1496 beschrieben, die dem zuschauenden Fürsten seine eigenen Heldenthaten vorführt.
Gastfreundschaft.
73) K., 415. Furder ist dis gemeine Folck [in Pommern] sehr abstorrig kegen Frombde sonderlich auff dem Lande und herbergt nicht gern, und wens einen schone herbergt, lests eim ungern, was man dorffet, wan man gleich duppelt geben wolte; und wans eim wes zustellt, wil mans inen bezalen, gut, wil mans auch nicht, so lassen sie es auch leicht geschehn; also wissen sie es nicht zu rechten Statten jemands zu reichen, und wan es wes gereicht, nicht bezallt zu nhemen; wiewol man in etlichen Ortern auch wol verschemte Lewte find, die nichts gern oder Guts langen und es darnach nicht hoch genug achten khonnen. In den Stetten aber, da die Herstrassen auffgehen und da Handel ist, da gehets besser zu, da kreigt man wol Herberge und Ausrichtung vor sein Gelt. [Vergl. Nr. 6; 127.]
Gastmahl.
74) K., 413/4. Das Folck aber ist durchaus sehr fressig und zerisch und mag inen eine leichte Ursach furfallen, das sie grosse Unkosten thun. Dan wirt ein Kint geporn, so haben die Weiber iren Prasz; wirts getaufft, so pittet man die Geuattern und nehisten Freund darzu. Gehet die Fraw wider zur Kirchen, thut man gleicher gstalt. Wan ein Hochzeit wirt, da pittet man Freund und Frombd zu, prasset drey, vier, funff und bisweilen mehr Tag aus und aus und schenckt dem Preutigam und Praut nichts; schenckt jemands etwas, mag die Freuntschafft thun, und das ist etwar ein zinnen Schüssel oder Khanne oder ein Tunne Bier, und wirt offter der gantze Brautschatz verprasset, wan etwas darvon erobert. Stirbt einer, so ist an etlichen Ortern gewonlich, das man die jennen, so bey der Begrebnus gewest, zu Gaste ledt und inen fluks aufschuppet. Ist der Totte etwas gewest, so lest man ime ein Seelbat nachthun, da sich die armen Leute baden und man inen Bier und Brot gibt. Darnach bestellt man vor sich und die Freuntschafft auch ein Bat, und baden auch und halten einen gutten Pras. Item es ist kein hoch Fest im Jar, als Ostern, Pfingsten, Weynachten, Fasnacht, man holt in den Stetten und Dorfern Bruderschaffte und Gilde bey acht und mehr Tagen, welchs alles mit Fressen und Sauffen ausgerichtet wirt. Also es khom einer zur Welt und wan er in der Welt ist und widder von der Welt scheidet, so mus geslemmet und gedemmet sein. [Vergl. Nr. 125.]
Trinksitten.
75) K., 304/5. Es ist von je her aus eine schentliche gewonheit im Land zu Pomern gewest mit dem Vullentrincken, und je mehr einer des hat pflegen khonen, je besser er bey den Lewten ist angenhem gewest; daher mannigerley Art und grobe Pussen des Vullentrinckens seint hergekhomen als: ein Klebletlein, das seint drey Gleser, ein iglichs im Truncke; wil einer dan ein Stenglyn darzu thun, das ist das virte glas; item den Fuchs sleffen, das ist, das man eine grosse Kanne nympt und umbher trincket. So mus der letzst, wan auch weinig daraus getruncken, das ander gar austrincken und dan ein frisch wider anheben. So kricht dan sein Nehister wider das letzste und so vortdhan die gantze Rege durch, weil sie trincken khonen. Item die Parlencke trincken, das ist einem eine grosse Schale zuzutrincken, und wans schyr aus ist, das Ubrige in die Awgen und die Schale auff den Kopff geslagen, und darum muß keiner nicht zornen. Item einen zu Wasser reiten, das ist: man setzt einem fern eine Schale mit Trincken, so muß sich derjenig, der trincken sol, auff Hende und Kny niderlegen, und einer, der ime zugetruncken hat, sytzt ime aufm Ruggen, den muß er tragen und so hinkrichen, bis das er zur Schale khumpt, und muß so niddergekniet die Schale austrincken und der ander sytzt oben ime, als der ein Pferd zu Wasser reitet. Item zutrincken Kurlemurlepuff, eine blancke Hase, eine Stenglin und der Unart so viel, das es Schande ist... Ob nhu wol, Got sey Danck, solche schentliche grobe Weisen des Vullentrinckens zu unsern Zeiten abgekhomen seint und aber dennoch sunst das Vullentrincken noch in grossem Schwange bey uns gehet... [Vergl. Nr. 7.]
Jagd.
76) P. II, 422/4. Es hat etliche große heyden im lande [Pommern] darvmb hats vberal gute jagt, an hirschen, rehen, wilden schweinen vnd behren. Hirsch vnd schweinejagt heget man nicht, sondern rehe vnd Hasen heget man an etzlichen ortern, also wan man wil, das man jrer in kurtzen tagen so viel slagen mag, als man vmmer haben wil. — In der Vkermündischen heyde hats wilde pferde, die gehen bey gantzen hoden, dieselbigen haben allerley farbe wie andere pferde, alleine das sie einen gelben striemen vber den rüggen haben, seint nicht vbrig groß, aber sehr feste vnd arbeitsam. Man fenget sie im hagen, vnd sleget jnen ein strick vber den hals, vnd zewcht das zu, bis das sie schyr würgen. Darnach verhembt man sie mit stricken, das man sie handlen vnd vortbringen khan, vnd spent sie etzliche tage nacheinander für den pflugk, vnd treibet sie so lange, bis das jnen die wildheit vnd krafft gar gebrochen wirt. So leret man sie dan den zawm leiden, vnd werden darnach sehr gute pferde daraus, die viele arbeitens vnd böses erstehen mügen. — In Pomern hats auch große heyden, die bis in Polen gehen, daselbst slegt man elende. Das thier hat von seiner vnmacht den namen bekhomen, den es hat gar nichts damit es sich weren khan; es hat wol breite hörner, aber es weiß sich nicht mit zu behelffen, sondern es verbirget sich in die unwegsamsten vnd tieffsten sümpffe vnd welde, das es sicher sey. Es khan aber einen minschen oder hundt weit erwittern, dasselbige ist jme offte zu heyl, sobald aber die hunde zu jme khomen, ists gefangen. Es ist von leibe wie ein großer ochse, aber die beine seint jme viele höher, vnd hat nhur kurtze weißliche gelbe haare, vnd gut fleisch zu essen. Die klawen helt man für die fallende sucht gut, darvmb macht man ringe daraus vnd treget sie vber den fingern. Etzliche haben gemeint, es habe keine kne oder gelencke, aber das ist falsch. — Sunst fenget man auch durch das gantze lant viele merdern, jleß, wilde katzen, wülffe, füchse, otter vnd biber, deren felle man zu futter vnd bremen geprawchet. Otter synt thiere wie ein hundt, aber nicht so hoch, sondern viel lenger, haben kurtze, dicke brawne hare vnd einen kleinen rawgen schwantz, wonen in den waßern, vnd leben von den fischen. Dieselben fenget man in wehren, oder sunst mit hunden. Ein biber aber ist ein otter am leibe schyr ehnlich, aber an haren vnd schwantze treget er nicht mit ihm vberein. Den ein biber ist schwartzlechter, vnd hat lange hare, vnd hat einen kahlen breiten schwantz on alle hare, wont in vnd bei den vließenden waßern, vnd lebet auch von den fischen. Wen er bei dem waßer sytzt, hat er stets den schwantz ins waßer, man meint, das die fische gern darnach sleichen, vnd das er sie also erhaschen khöne. Er hat seltzam arth an sich, er bawet ein nest von holtz vnd sprecklen; so er sich versieht, das das waßer dis jar nicht vberlawffen werde, bawet ers nicht hoch, wo er aber meint, das es sich ergießen werde, bawet ers höher. Item er hat scharffe zehne, damit er große bewme khan darnidderlegen, vnd khan nicht wol leiden, das die bewme an dem ort am vfer, da er seine wonunge helt, sein; darvmb hewt er sie ab, vnd wen er den ersten haw thut, so lawffet er zurügge, vnd siehet ob auch der bawm fallen werde, vnd so offt als er hawet thut er das, bis er den bawm fellet. Er hat die kugeln, welche man in der artzeney werdt helt; so schreibet man davon, wo man nach jme stellet, vnd er nicht entkhomen khan, so sol er sie selbst abbeißen vnd hinwerffen, damit der jeger wen er sie siehet, auffgehalten werde, jme so hefftig zu folgen, dan er weiß wol, das jme derhalben am meisten nachgestellet wirt. Vnd sunst ist auch der schwantz vnd die füße ein fürstenessen, darvmb verlest jne der jeger nicht bis das er jne bekhumpt. [Vergl. 45; 47; 48; 102.]
77) P. II, 435. In demselben holtz [der Stubbenitz auf Rügen] hats einige jagt, als kleine spitzhirsche vnd rehe, sunst ist die jagt nicht gemein da. Auff Wittow aber haben die fürsten ein hasengehege, da seint vberaus viel hasen, vnd muß kein pawer daselbst einen hund haben, er habe den nhur drey bein oder sey sunst gelehmet. Vnd wen die fürsten wollen, khönen sie da so viel hasen schlagen lassen als sie wollen. Sunst hat das lant keine jagt.
78) K., 337/8. Hirnach [c. 1485] jagte Hertzog Bugslaff in der ukermundischen Heide. So kham ime ein grosser Hirsch vor, derselbig wolte nicht zu Netze. So rennete er ime nach und drengte inen so hart, das er vor ime zu Lipegur in das Dorff auff den Kirchhoff lieff. Daselbst beringten ine die Hunde, das er nyrgentz vor inen genesen mochte. Und Hertzog Bugslaff steig vom Klopffer und wolte ine stechen. Do der Hirsch dasselbig sahe, setzte er zu Hertzog Bugslaff ein und lieff ime selbst ins Spiesz. Aber er wurt nicht totlich verwundt. Darum eilte er auf Hertzog Bugslaffen und sties ine mit den Hornern umb und umb und sties ime in die lincker Seite eine grosse Wunde, das ime die Lunge heraus her hinck und hette ine auch gar erwurgt, wo die Diener den Hirschen nicht daruber erstochen hetten. Do lag Herzog Bugslaff vor tot und seine Diener brachten ine auff einen Wagen und fhureten ine eilends nach Ukermund und liessen ine da widder auffkülen und verbinden.
79) K., 16. Anm. 4. Die unbenossen Schweinehunde, welche, so balde sie das Schwein ersehen, gerate nhur zu yme anlauffen und menlich darein beissen und keine Wunden oder Streiche achten, bis das sie es etwar fellen oder es sunst gestochen wirt.
80) P. II, 424/7. Von weidewerk. Es [Pommern] hat vrhanen, barkhüner, haszelhüner, velthüner, kraniche, schwane, trappen, wilde gense vnd enten vberflüszig; aber man thuet keinen vleisz dazu das man sie fenget. Allein findet man bisweilen, das nach den velthünern und wilden gensen vnd enten gestellet wirt, doch ists nicht gar gemeine, one was die fürsten durch jre weidelewt laßen thun. Das ander geuögel schewszt einer wer da wil vnd khan. Es hat aber jn einer jnsuls, der Ruden geheißen, welche in der sehe liget, ein seltzam weidewerck mit den wilden gensen. Den vmb pfingsten, wen die gense beginnen zu mawsen vnd die federn auszuwerffen das sie nicht wol fliegen khönen, so ist jnen leide vor den ganszarnt, falcken oder habicht; deshalben fliegen sie gegen die zeit ins meer. Da seint sie al die zeit vber weil jnen die feddern nicht widderwachsen, den gantzen tagk im waszer, vnd wen die ganszarnt oder ein ander rawbvogel khumpt, so duken sie vor jnen vnters waßer, das sie sicher seint, vnd auff die nacht so gehen sie den auff die jnsul zu lande, das sie eßen suchen wollen. Daßelbige nhemen etzliche wahr, vnd legen an dem orte da sie herkhomen, netze, vnd bedecken sie mit sand, bis die gense darvber seint; so rücken sie die netze auff, das sie gerate vber ende stehen, vnd jagen den die gense nach dem netz, so khönen die gense weil jnen die federn ausgefallen, nicht darvber fliegen, darvmb sleget man sie den mit knütteln zu totte, vnd sollen bisweilen wen das glück gut ist, dreitzigk, viertzigk oder funfzigk gense auff einmal geslagen werden. Es sollen auch offt die fischer zu dieser zeit mit zwey oder drey khanen in die sehe fharen, vnd einen hawffen gense zwüschen sich behalten, vnd mit langen Stangen darvnter slagen, da sie den offte viel von treffen vnd bekhomen. Vnd weil die Pomern mawsen auff jre sprache ruden heißen, haben sie diesem werder den nhamen davon gegeben, das es der Ruden heißet.
Man fenget auch schöne falcken im lande, aus der vrsachen, wen die falcken in den nortlanden vber meer jre jungen ausgeheckt vnd erzogen haben, vnd es auff den herbst khumpt, das sie widder wegk wandern wollen, so müßen sie vber die ostsehe, vnd weil dieselbige lang vnd breit ist, also das sich die falcken nicht setzen vnd ruhen khönen, werden sie von fliegen vnd langen reise mat vnd hungrig. Darvmb seint zu derselben zeit etzliche falckenfenger aus Niederland hie, die deshalben alle jar herein khomen; dieselben stellen an bequemen orttern eine gans oder henne, vnd binden das, das es auff und nidder flewcht. Alsbalt ein falcke khumpt, schewßt er darnach, das ers erhasche, deßelben nhimt der falckenfenger wahr, vnd ist so behende mit dem netze, daß er den falcken im niederschießen beslecht vnd fenget. Der sollen sie also bisweilen hundert vnd mehr fahen, vnd in Frankreich bringen, da sie jnen groß gelt gelten. Wen sie sie aber tragen, so hat ein ichlicher zwey lange ricke auff beiden achßeln, darauff haben sie die falcken nach einander gebunden, vnd zihen so mit jnen bei hawffen herein. Es khan aber einer gedencken das die falcken viel freßen, vnd würden den falckenfengern viel kosten, so sie jnen stets speise kawffen solteri. Darvmb pitten sie den von den pawren die alten hunde, die nichts mehr dugen; die fhüren sie mit, vnd wen sie die falcken speisen wollen, so slagen sie einen hund vnd geben jne den falcken zu eßen. Also sollen die falcken zun ichlichen mahl wol einen gantzen großen hundt auffreßen.
Fischerei.
81) K., 411. Des Somers gehen über hundert Zesekhan darauff [auf dem frischen Haff], das seint kleine Schiffe, die khonnen gegen und mit dem Wynde segeln; da hengen die Zesener ein Netze an, welchs ein Zese heisset, und segeln domit das Haff auff und nider und fischen so; was sie grosses fahen, saltzen sie ein oder bringens in die umbliegende Stette frisch zu Marckte; was sie Kleins fahen, das ist umb Schnellickheit willen des Khans in dem Netze alles erstickt. Das schutten sie widder ins Wasser, und man mag Jamer sehen, was kleines Fisches also vertorben wirt. Diesse Zesekhane mussen ein jeder dem Fursten des Jares funff gulden und ein Virteil all geben; und wan sie des Orts zu Notdurfft ires Hofes oder Gepewes von den umbliegenden Ortern etwes von der einen Stat zur andern wollen gefhuret haben, dasselbig mussen die Zesekhane auch thun, welchs den Fursten ein nütze Dinck ist. Auff dem Winter, wen das Haff mit starckem Eise belegt ist, so haben die umgesessen Fischer grosse Netze, darzu eins Teils 20, dreitzigk und mehe Lewte sein müssen, die es zihen; die hawen Locher ins Eis und beslagen einen grossen Rawm domit und zihens mit langen Stangen. Also sollen sie offt auff einen Zug vor hundert, 2 oder dreihundert Gulden Fische fahen, bisweilen auch wol mehr und weiniger. Derselbigen Netze khomen viel darauff, und ehe sie ein Netze einwerffen, müssen sie den Fursten von iglichem Netze funff Gulden geben. Darnach, wan sie was gefangen, müssen sie den Fursten den grossisten Fisch, der im gantzen Hauffen ist, geben, desgleichen allen Lachs und Stoer, den sie fahen. Darnach seint dar aus allen Landen Kaufflewte; dieselben keuffen die andern Fische und saltzen sie ein und verfhuren sie in alle Lande. Von dem Gelde aber, das vor die Fische khumpt, nhemen die Fursten auff dem lassanischen Wasser den dritten und auff dem frischen Hafe den sechsten Pfenningk. Und hat inen, wie myr gesagt ist worden, der dritte und sechste Pfenningk bisweilen in die dreytawsent Gulden ein Jar getragen, daraus man achten khan, was eine grosse Gewalt Fische dar mus gefangen werden. Dan so sich der Dritte und Sechste so hoch erlauffen, khan man wol rechnen, das sich die gantze Summa des Gelts uber die 12000 Gulden erstreckt hat. Und ob wol solliche ungleubliche Mennige der Fische daraus gefangen wirt, so wirt doch das Haff domit an Fischen nichts nicht verwustet. Dan auff das Vorjar, wan die Fische leichen, so tretten sie aus dem Mehr in das Haff, als in ein frisch Wasser, und leichen darin umb Werme willen; dan das Haff liegt inwendig Lands, das es nicht so kalt, gestrenge und ungesteum ist als das Mehr. Und gehen die Fische bisweilen so dicke die Zweine hinauff, das die Fischer sagen, man mochte einen Stangen zwuschen sie stossen, das er nicht ummefille; und also wirt ummerzu das Haff widdererfullt. Es khomen aber auch wol etliche Jar, darin es nicht so viele Fische hat als auff andere Jare; die Ursachen seint ununbewust, und dan fehet man zum meisten Lachs; und wan die Fischer Lachs spuren, so halten sie es vor ein Zeichen, das nicht viel Fischs vorhanden ist, und sehen dasselbig ungern; dan allen Lachs und Stör, so sie im Hafe fahen, mussen sie der Herschafft geben. Sunst aber fengt man in dem Mehre den meisten Lachs und Stoer; den dorffen sie der Herschafft nicht geben.
82) P. II., 427–431. Von fischereye. Fischerey hat das land vbertrefflich... In der saltzen sehe werden allerley fische gefangen, fuͤrnehmlich werden schoͤne stoͤre darin gefangen, item sehehunde, welche die Pommern salhunde nennen. Die seint recht wie hunde, vnd haben weißfahle haar, vnd forne fuͤße wie ein hundt, aber hinten haben sie breite fuͤße wie eine gans, damit sie sich im wasser behelffen khoͤnen. Sie werffen ire jungen wie andre thier, das mehrenteil seint sie im waßer, aber wen es gut wetter ist, so liegen sie auff den großen steinen im waßer, oder auf dem strande vnd verwettern sich. Man sol bisweilen an den orten da sie gute dege haben, vber etzliche hundert stuͤck sehen, wen man aber mit schiffen bei jnen hinfharet, so schießen sie ins waßer vnd ducken sich vnter, bald khomen sie vmbs schiff wieder auff, vnd spilen, vnd lassen sich sehen, und hoͤren gerne wan einer mit dem mawle pfeiffet. Dieselben salhunde schewßt man mit der buͤchßen, vnd sobald sie geschoßen seint, khoͤnen sie nicht vnters waßer pleiben, den die sehe leidet kein verwundt, auch kein ahs. Darvmb haben diejenen, die sie schießen, hunde, welche darauff zugericht seint, dieselben holen sie zu lande. Man fenget sie auch in den netzen, wen sie nach den fischen sleichen; sie seint viel feister den ein schwein, darvmb ißet man nhur das mager fleisch darvon, das kochet man wie wildbret; von dem feisten machet man salspeck, das ißet man in der fasten, vnd den trahn, so die bewtler vnd andre handwerker geprawchen. Von den fellen machen die fischer bisweilen jekichen, auch bezewcht man viel taschen damit, vnd ist sehr dicht vor regen; es hat die natur, wenn es regnen will, das sich die haare auffstruͤben.
Man fenget in der sehe auch meerschweine, die haben keine fuͤße, keine haar, kein mawl, sondern vnder am halse wie ein schlunt, auch keine zene, sondern eine dicke schwartze haut; synt wie andre fische, aber haben jre kunde, dabei man siehet, welche menlyn oder weiblyn seint, vnd werffen auch jre jungen wie andre thiere. Dieselben seint auch sehr feist, darvmb kochet vnd ißet man von jnen das mager, wie vom salhunde, vnd machet vom feisten thran. Man fenget in der fasten auch einen fisch, der heisset hornfisch, hat gruͤnweiß fleisch vnd gruͤne graten, vnd einen schnabel wie ein storch, ist einem ahl nicht vngleich, allein das er dicker ist. Den eßen die armen lewte, den er ist nicht sonders geschmacks. Item man fenget auch einen fisch, den nennet man doͤrsch, der ist von der arth da der stockfisch aus wirt, ist gut zu essen, vnd hat eine große leber, die man vor leckrig achtet.
Auff den sommer fenget man auch eine art von krebsen, die man krabben heißet, welche Plinius carabas nennet; seint nicht gar krebse, den sie haben keine große scheren forne, sonder nhur kleine ermen wie der krebs kleine schopen. Und seint die krabben nicht viel groͤßer vnd lenger den eines kleinen kindes kleinster finger, schießen zuruͤgge wie krebse, vnd wen man sie sewt, werden sie auch so roth. Vnter diesen krabben fenget man bisweilen eine andre arth der krebse, die heißet man mehrspinnen, die jßet man bey vns nicht, den sie seint klein vnd werden nicht bei hawffen gefangen. Die seint breit und schyr rund, vnd haben keinen schwantz, sondern es scheinet, als wen jnen der schwantz vnten in den bawch gewachsen, haben hohe beine, und wan sie gehen oder schießen, so thun sie es nicht hinter sich wie die krebse, auch nicht vor sich, sondern vber die seite. So fenget man auch einen andern fisch von groͤße eines kulbarses, aber auff vnd auff gleich dicke, ist gruͤn, gleibfrig von fleisch, hat vier reigen als kleine stacheln, als were er vierecket, den nennet man einen sehehanen. Derselbige pfleget, wie die schiffer sagen, wan ein vngewitter wil ersteigen, wie ein hane kreigen, den jßet man nicht, den man helt jne vergifft. Item durch den gantzen Pomerschen strand fenget man hering; man hat auch ehemals wahlfisch gefangen, item schwertfisch, davon noch ribben vnd beine viel bei vns sein. Der schwertfisch hat ein schwert von graten forn am kopffe, je so scharff und huͤpsch gereifft, wie man sunst ein schwert macht. Den sagt man, das er des wahlfisches feind sey, vnd wen er vnter jme khomen khan, so sucht er jme das weiche am bawch, vnd ersticht jne. Das sey von den meerfischen gesagt, nhun wollen wyr von den andern auch was sagen.
Die Raddenye bey Colbitz ist ein vberaus tieffer sehe, das man meint, man khoͤne jnen kawm mit 300 klafftern gruͤnden. Darin ist sehr feister braßen vnd ander fisch, sonderlich sein so große marenen darin, wie man sunst an keinen andern ort findet. Derselben khan man keine das gantze jar vber fahen, vmb tieffe willen des sehes, sondern vmb catarina so leicht er, alsden khumpt er in die hoͤhe. So fenget man jne bei vier wochen lanck, seint einsteils vier oder fuͤnf spannen lanck, schyr von gestalt einer karpffen aber viel feister vnd neeßlicher. Man troͤget sie auff, aber sie khoͤnen feistigkeit halber nicht lenger den auff den meyen wahren. In Hinterpomern hats schoͤne lachsfenge, die seint so gestalt. Der lachs wil vmmerzu aus dem saltzen waßer in das frische, vnd trit so hoch hinauff als er vmmer khomen khan. So hat man die fließe mit schlewßen gefaßet, das das waßer mehr den zween menner hoch hervberschewßet. Wen nhun der lachs dafuͤr khumpt, vnd das frische waßer von oben herab kostet, so wil er stracks darein, darvmb schwengkt er sich so lange bis er hinauff springet; wen er hinauff khumpt so lewfft der strom so gestrenge, das er nicht khan vortkhomen, sondern drenget jne an den kasten vnd an die leiter. Vnd wen den zeit ist, das man meint, das man was gefangen hat, so hat man ein schutzbrett, das leßt man nieder, so stehet das fließ, vnd der kasten wird zwuͤschen dem schutzbrette vnd der leiter droͤge; so siehet man den, was man gefangen hat, vnd slagt die lechse mit knuͤtteln zu totte. Es seint also zu Ruͤgenwalde wol ehemals auff eine nacht vber 300 stuͤck gefangen, aber das khumpt nicht offte.
Sunst aber fenget man durchaus im gantzen lande, beide im saltzen vnd frischen waßer allerley gemeinen fisch, hechte, braßen, raben, zannat, aland, bleye, schwepen, barße, butten, schullen, ele, newnogen, kulbarse, goldfische, zarten, gruͤndelen; etzlicher ortten hats auch forellen vnd schmerlen, auch karpffen vnd krebs, aber nicht gemeine. Es werden aber viel krebs aus der Marke, vnd den anderen vmbliegenden landen gepracht.
Staats- und Gemeinde-Altertümer.
Frieden.
83) K., 92. [Ao. c. 1160.] Fried und Vertrag volzihen nach alter gewonheit der Rhugianer. Das war also, das der jennig, der den Fried machete oder annham, pflag einen stein ins Meer werffen mit der Wunschung, welches Teil ersten den Fried brechen wurde, das der so solte vergehen wie der Stein im Meer.
84) K., 313. [Ao. 1472.] Was gewunnen was [im Kriege an Land und Städten] bleibt, wie es pflegt, gewunnen, und die Gefangen seint gegeneinander losgegeben.
Fürsten.
85) K., 379. Also haben die Khonige und Fursten dem Sprichwort nach lange Armen, das sie auch die Weitgesessen [= die fern Sitzenden] straffen khonnen.
86) K., 386 Anm. 1. [Ao. 1520.] 20 in der Fasten ist Hertzog Barnim von Wittenberg mit 50 Pferden widderholet, zum Berlyn ime der alte Marggraff entgegen geritten, der junge seiner im Sloß mit dem Frawenzimmer gewartet und ine lateinisch empfangen. [Vergl. Nr. 18; 41; 94.]
Abgaben.
87) P., II., 414/5. Auch seint sie [die Fürsten von Pommern] den vnterthanen gar nicht lestig gewest, denn sie leben nhur von jren eigenen emptern vnd zollen, vnd legen dem folk kein vnpflicht auff. Die stette geben jren jerlichen tribut, der heißet orbar, die pawren geben auch jren bescheiden zinsen an getreidig vnd gelt, darnach sie viele landes bawen, vnd geben darvber nichts, es sey zehend aller jrer guͤter, hernschoß, bawgelt, zinse, veheschoß, fewerschoß, hewerschoß, hawptschoß oder was die beschwerunge vnd auslage mehr ist, so in andern fuͤrstenthumben ist. Wen es aber groß vonnoͤten thut, das man sol keyserdienst thun oder ein frewlyn ausrichten, welches den vmb die zehn jar, bisweilen ehr vnd lenger khumpt, oder den fuͤrsten awgenscheinliche not anligt, so geben sie einen gemeinen landschatz, die buͤrger vom hawße etwan einen halben guͤlden, oder zum hoͤchsten einen oder zwu guͤlden, die pawren auch soviel von ichlicher hofe landes, das sie bawen. Vnd gibt keiner nach wardirung seiner guͤtter, vnd daßelbe haben sie fuͤr eine alte gewohnheit, wiewol es sich ansehen leßt, das es sehr vngleich ist; den ein buͤrger der etwan zweintzig, dreitzig, viertzig oder mehr tawsent guͤlden reich ist, gibt nicht mehr den ein ander armer buͤrger, der vellichte mehr schuldig ist, welches doch gleicher zuginge, wen nach der werde eines jchlichen guͤter geschetzet wuͤrde, den so gebe der da viele hette viele, vnd der da weinig hette, weinig. Aber solche gleichheit nhemen die reichen nicht an. — Der adel vnd die priesterschafft seint vor jre person gemeiniglich gerne frey geplieben. [Vergl. Nr. 81.]
88) K., 343/4. [Ao c. 1490.] In diesser zeit fhuren etliche Kawffleute von Dantzig und anders wo durch das Land zu Pomern und hetten grosse Secke an Pfeffer und ander Specerey. Dasselbig verzolleten sie zu Stettin, Dham und Golnow. So kham aber ein getawffter Jüde Farentzholtz von Colberg. Der sagte Hertzog Bugslafe, die Kawfflewte hetten al was mehr in den Secken wan Gewurtz und reitzete inen so viel, das er den Kawfflewten nachschickte und sie besuchen lies. So loiketen sie es. Darumb müsten sie die Secke umbschutten. So fand man darunter viel zehe Golts und Silberkuchen; auch hetten sie sunst schone flamische Teppich, die sie nicht verzollet hetten. Derhalben fhurete man sie widder gein Stettin. Und wie Hertzog Bugslaff den Betrug gesehen, domit es nicht ein Exempel were andern, das sie auch den Zollen unterslugen, so gab er inen alles widder, was sie verzollet hetten und lies sie zihen, das ander aber behielt er, das war aber zehentawsent Gulden wert, und dasselbig hetten sie villeicht mit weinigk Gulden Zollen behalten khonen.
89) K., 355. [Ao. 1496.] Nachdem im Land zu Pommern wie in andern umbliegenden Landen eine unmensliche und barbarische Weise gewest, wan einer schiffbruchig geworden und das Schiff und Gutter gestrandet seint, das die Herschafft dasselbig Schiff und Gutter pflag wegkzunhemen, unangesehen, ob der Schiffer und die Kawftleute, den die Gutter gehoreten, noch lebten oder ire Erben darnach khemen, so hat Hertzog Bugslaff dasselbig bis an diessen Tag auch so gehalten. [Nach seiner Jerusalemfahrt aber hat er nur noch herrenloses Gut genommen.]
90) K., 366. [c. 1499.] Es hette auch Hertzog Bugslaff erfharen, wie sein Amptman zu Rugenwalde hette von den Strantgutern etliche Zabelen, Mardern, Loschen und ander Felwerck unterslagen, und wolte ine darum absetzen. Das erpat der Pawr [Hans Lange] und sagte, diesser hette sich itzt begraset; wenn er einen newen darhin setzete, der wurde sich auch settigen wollen und darum die Lewte von newen anschinden und schatzen. Darum pleib der alte Amptman.
Stände.
91) P. II, 432/3. Die geistlichen sein hie im lande [zu Rügen] wol versorget, den es hat reiche pfarren, mit liegenden gruͤnden wol fuͤrgesehen, vnd haben zudem den zehenden von vieh vnd korn. Es hat viel adel im lande, reich vnd arm durch einander, der dennoch weinig auskhumpt, studiret oder in krieg zewcht. Den das ist eine sonderliche arth dieses volks, auch aller andern so auff diszeit der Oder im gantzen Wolgastischen ort sytzen. Etzliche dewtens dahyn, daß sie beszer versorget sein wan etzlicher pomerischer adel, vnd darvmb nicht vonnoͤten haben zu dienen. Aber es sey wie es wolle, es ist nicht allein vnterm adel dieses orts, sondern auch vntern buͤrgern, darvmb muß es ein ander vrsach haben. Und wil sich dies folk nicht so gedulden, oder leiden wie andre lewte, vnd so es je nhur was hat, meints es hat ein khoͤnigreich, vnd wil darvmb nymands dienen. Die pawren stehen in diesem lande wol vnd seint reich, den sie haben jre bescheidene zinse vnd dienst, vnd darvber thun sie nichts; vnd die meisten thun gar keine dienste sondern geben gelt dafuͤr, daher es khumpt, das die pawren sich als frey achten, vnd dem gemeinen adel nicht nachgeben wollen. Darin sie von deswegen so viel mehr gemutet werden, das offte ein armer edelmann einem reichen pawren seine tochter gibt, vnd die kinder sich darnach halb edel achten; dieselbigen kinder werden dan die knesen im lande genennet. [Vergl. Nr. 69; 87; 96; 135.]
Öffentliche Sicherheit.
92) K., 384. [c. 1510.] In obgenanten... Absagungen und Rawbereyen seint die furnhemisten Schnaphanichen gewest zween Putkhummer von den sich einer Hertzog Lolle, der ander Hertzog Barnim nennete, und ein Priester, Tomas Briesen geheißen, auch ein Edelman, der sich den Pabst nennete, und ein Podewils, der sich Priester Johan hies... [Weiteres über die pommerschen Raubritter vergl. Ibid. 404,5.] [Vergl. Nr. 99.]
93) K., 368. [Ao. 1503.] So zuchte Ramelow seine Wehre und lieff ime nach, und er entkham vor ime aus dem Hawse und schrey, wie bey den Pommern eine gewonheit ist: »Jodute, jodute!« [Vergl. Nr. 7.]
Fahrende Leute.
94) P. II, 279. [c. 1500.] Es ist zu dißer zeit ein edelman Jürgen Krokow geheißen bei Hertzog Bugslaffen im hoffe gewest. Derselbig ist so starck gewesen, das er hat ein huffeisen mitten khonen entzwei reißen; vnd hat zugleich khoͤnen drei tunnen bier aus einem tieffen keller tragen, zwei gantze tunnen hat er in beide hende bei den spunden gefaßet, vnd zwei halbe vnter die arme genhomen, vnd ist also damit vongegangen. Solches hat er offte geubet, dan er hat es zu Stettin, zu Wolgast, zu Schwerin, vnd in anderer fuͤrsten hoͤffen gethan. Vnd zu den zeiten ist zu Stettin ein sehr berhomter ringer gekhomen, der hat sich ausgepeten mit einem zu ringen vmb ein kleinodt. Do hat sich Krokow erbotten mit jme zu ringen, doch das es one betrug zuginge; vnd haben demnach auff dem hoffe zu Stettin, da hertzog Bugslaff sampt dem frawenzimmer vnd dem gantzen hoffgesynde zusahen, gerungen. Nun furchte sich der ringer sehr fuͤr Krokowen Sterke, darvmb gedachte er vnangesehen der abrede, ein stuͤck zu geprawchen, vne sties jne da er nicht solte, vnd fellete jne, dovon Krokow sehr krank wurt. So baten die andern edellewte, weil der ringer widder die abrede gethan, das hertzog Bugslaff jne nicht wolte entkhomen laßen, bis das man sege, wie es Krokow gehen wuͤrde. So lies jne hertzog Bugslaff bestricken; darnach wie Krokow widder gesunt wurt, bat er hertzog Bugslaffen das er den ringer loß gebe auff den bescheidt, das er noch mit jme ringen mochte on betrug. Das tette hertzog Bugslaff, vnd rungen demnach die beiden noch einmal mit einander, vnd Krokow sach jme auff die schantze, das er keine tuͤcke mehr gegen jne geprawchen muste, vnd faßte den ringer, vnd hub jne auff, vnd sties jne nidder vnd zerknirschte jne, vnd wurff jne zuletzt zu gottes erdboden, das er fuͤr tot liegen pleib, vnd darnach in sechs wochen nicht widder gesunt wurt.... Dieser Krokow hette keine vnterscheidene zehne, sonder die vntern vnd obern zehne waren izlich nhur ein gantzer knoche, wie auch sunst solcher geslechte der edellewte bei vns mehr sein als die Ramel, Brockhusen, Bulgrine vnd andere mehr, die auch nicht vnterscheidene zehne haben vnd darvmb etwas lispeln wan sie reden.
95) K., 374. Anm. 1 [c. 1503.] Umb dieße Zeit der frassiger Wend bey Werner und Jacob von der Schulenburgk, der in II Tagen gantze Ochssen und Pferd khonte auffressen, item gantz Milen ful roher Fisch. Sunst aß aber weinig wie ein ander Mensch; wurt Hertzog Friedrich von Sachssen, darnach Keiser Maximilian geschenckt. [Henker vergl. Nr. 132.]
Bauern.
96) P. II, 418/420. Der pawren wesend ist nicht durchaus gleich. Etzliche haben jre erbe an den hoͤfen darauff sie wonen. Dieselben geben jre bescheidene zinse vnd haben auch bestimmten dienst. Dieselben stehen wol vnd seint reich, vnd wan einem nicht geliebet auff dem hofe lenger zu wonen, oder seine kinder darauff wonen zu laßen, so verkawffet ers mit seiner herschafft willen, vnd gibt der herschafft den zehenden vom kawffgelde. Vnd der widder auff den hoff zewcht, gibt der herschafft auch gelt, vnd also zewcht der ander mit seinen kindern vnd guͤtern frey wegk dahin er wil. — Aber mit den andern ists nicht so; die haben an den hoͤfen kein erbe, vnd muͤßen der herschafft so viel dienen, als sie vmmer von jnen haben wollen, vnd khoͤnen offt vber solchen dienst jr eigen werk nicht thun, vnd muͤßen derohalben verarmen vnd entlawffen. Vnd ist von denselben pawren ein spruͤchwort, das sie nhur sechs tage in der wochen dienen, den siebenden muͤßen sie brieffe tragen. Demnach seint dieselben pawren nicht viel anders als leibeigen, dan die herschafft verjaget sie wan sie wollen, wan aber die pawren anders wollen wohin zihen, oder jre kinder an andre orte begeben, vnd es nicht mit willen der herschafft thun, obgleich jre hoͤfe zu guter wehre gepracht, so holet sie doch die herschafft widder als jre eigen lewte. Vnd muͤßen derselben pawren kinder, es sey sohn oder tochter, nicht aus jrer herschafft guͤtter ziehen, er gebe es den sonderlich nach; den es ist nicht genug, das jres vaters hoff besetzet ist, sondern sie muͤßen auch andere wuͤste hoͤfe, wo die herschafft wil, annehmen vnd bawen. Doch entlawffen jrer viele, oder entzihen heimlich, das offte die hoͤffe wuͤste werden. Alsdan mus die herschafft sehen, das er einen andern pawren darauff kriege; hat den der ablewffige nichts beim hofe gelaßen, damit er moͤge erhalten werden, so muß die herschafft demjenen der widder darauff zihet, pferde, kuͤhe, schweine, pflug, wagen, samen vnd anders dazu geben, damit er den acker vnd hoff begaten khan, vnd bisweilen noch etzliche jar wol zinsfrei dazu. Vnd derselbige wirt den sampt seinen kindern so eigen als die andern pawren. Wen er aber oder seine kinder mit willen der herschafft widder davon zihen, so laßen sie daßelbige was sie im hofe empfangen oder anders so gut dabey. Vnd dieße laßen sich aus leichten vrsachen vertreiben, vnd entlawffen sunst. Aber die andern pawren, die jre erbe an dem hofe haben, wen man sie gerne bisweilen wegktriebe, so wollen sie nicht wegk, vnd die seint so eigen nicht, sondern zihen wohin sie wollen. [Vergl. Nr. 87; 91.] [Armenpflege vergl. Nr. 45.]
Rechtsaltertümer.
97) P. II, 420/1. Von recht vnd gewonheit des lands. Man geprawcht mancherlei recht im lande; die fuͤrsten vnd lehnlewte geprawchen keyserrecht, die stette haben an etzlichen ortten luͤbisch, an etlichen sechsisch oder weichbildenrecht, auff den toͤrffern geprawcht man schwerinisch recht; so hats auch im lande zu Rhuͤgen noch landtrecht, welches wendisch recht ist. One das hat in iglichen stetten sondere satz vnd beliebungen, das also die manchfaltigkeit des rechten offte viel wunders vnd beswerunge gepere. Es beghunte aber das schwerinsche vnd wendische recht umb seiner vnpilligkeit willen sehr abzunhemen. Vnd damit man etwas davon wiße, so mus sich im schwerinischen selbst nymands verantworten, sondern durch einen fuͤrsprecher, vnd wo er ein wort redete on fuͤrgebetene erlawbnuß, so hat er den hals verbrochen, den er mit gelde loͤßen muß; vnd der vnpilligkeit viele. Im wendischen landtrecht ists, wan einer erslagen, vnd viele frome lewte in derselbigen staube vnd zeche weren, die doch nichts darzu tetten, vnd der tetter entkhumpt, so gibt des totten freuntschafft denselben den totten als hetten sie jne erslagen, vnd das heißen sie die vnreine gunst. So ist auch im luͤbischen das ein vnnatuͤrlich recht, das sie sagen, wuͤrde einer zur notwehr gedrungen, vnd whiche fuͤr bis gein Rhom, das er denjenen der jne noͤttiget nicht sluͤge, vnd sich darnach wenden wuͤrde, vnd ersluͤge jne, so sol jme die nottorfft nicht helffen, sondern er sol widder sterben, vnd solche vngepuͤrlichkeit in andern fellen mehr. Welche vngepuͤrlichkeit sich daraus so viel mehr mehret, das die gemelte recht nicht beschrieben seint, sondern aus alten geprawchen gehalten werden, vnd ein jeder darnach richtet, wie es ime duͤncket. Darvmb achte ich, die lantschafft vnd sonderlich die stette werden einmal solche vnordenlichkeit vnd vnfuge derselben rechte mercken, vnd mit den fuͤrsten andre maße darin treffen, die billicher vnd leidlicher seint. [Vgl. Nr. 7; 34; 83; 84.]
98) K., 299. [Ao. 1460.] Gericht über Tote. [Vgl. Nr. 16; 17.]
99) K., 232/3. [Ao. 1393.] In diessen Zeiten hette Margareta, die Khonigin von Denemarcken mit Hertzog Albrechte von Mekelburgk, der Khonig zu Schweden was, Krieg. Deshalben weren viel Auslieger und Rewber in der Sehe. Dieselbigen benhamen viel burger vom Sunde, die doch mit der Vehd nicht zu thun hetten. Darum rusteten sie ein gross Schiff und schicktens widder die Ausleger. So betruffen sie die Ausleger und fillen sie an und schlugen sie und fingen ein gross Schiff vul der Ausleger und fhureten sie in die Stat. Und weren der Gefangen so viel, das man nicht gefencknus genug darzu hette. So lereten sie von den Gefangen selbst, wie man im thun solte, als das man eine Tunne nheme und einen Boddem ausschluge und durch den andern Boddem ein Loch machete, so groß, das ein Mensch den Kopff dadurch bringen mochte. Dieselbige Tunne stulpet man dem Gefangen uber den Kopff und macht unter durch die Tunnenstebe zwe Loecher, dadurch steckt man ein Holtz, das es dem Gefangen zwuschen die Beine durchgehet und schleusset aussenwendig durch das Holtz ein Sloß. Also mus einer in der Tunnen zusamen gedruckt und gezwungen sitzen, das er den Kopff oben aus halte, und khan sich gar nichts darin berüren; so er auch mit der Tunnen umbfolt, khan er sich nicht widder auffhelfen, sonder wo er lange so lege, so solte ime der Hals wol am scherffen Boddem abreiben. In solliche Gefencknus setzten die Sundischen die Serawber und liessen sie darnach alle kopffen.
100) K., 330. [Ao. 1479.] Darauff hat Hertzog Wartislaff... ime das Seel umbn Hals gethan und ine auff einen Klopper gesatzt und das Seel lassen an einen Bawm khnüpffen und den Klepper anhawen, das er unter ime wegkgelauffen ist.
101) K., 337. [c. 1480.] Herzog Bugslaff von Pommern läßt einen Arzt, der mit seiner Gemahlin »in Khuntschafft gekommen, greiffen und in einen Sack stechen und in die Oder werffen.« [Im Ms. ist die Strafangabe dann korrigiert in: »Zue Ukermunde auff dem Schloß im Gefengnus Hungers sterben.«] [Vergl. Nr. 17; 57; 63; 111; 115.]
Kriegsaltertümer.
102) K., 138. Kriegk und Jagt, welche dan, wie man sagt, Schwester-Kinder seint.
103) K., 113. Ein schoner Rawm und Platz, da man wol Herschawung thun khonte. Da sie nun daran khemen, do stunden die Karentzer und der Adel gerustet da, bey den sieben tawsent Mennern, und hetten ire Spiesse in die Erden vor sich niddergesteckt. [Vergl. Nr. 5; 7; 18; 132; 134.]
104) K., 227. Anm. 2. Eodem anno [1380] sollen die Buchssen erfunden sein.
105) P. II., 411/2. In vorzeiten haben sie [die Pommern] nur leichte pferde vnd rüstung geprawcht wie die Francken; jtzt aber haben sie schwere frische geule vnd gantze kuͤritzer, mehr zum standt wan auff die flucht geruͤstet, fhuͤren reimspieße, kurtze breite Schwerter vnd stridthammer. Das fusvolck hat nhur einen pantzer, oder ruggen vnd krebs, vnd eine packenetlein, fhuͤren zum merenteil rewtling, helparten, vnd schweinspieße, ist auffm wasser zum besten gevbet.
106) K., 310. In disser Belagerung [Ao. 1468] war zu Ukermund auffm Schloß ein schwartz Augustiner Münnich, der tette viel Schadens mit Schiessen. Dan er khonte schwartze Kunst, das er gemeinlich das treffete, was er wolte, wiewol es ime in allen nicht gluckte. Deshalben do er auch ein mall auff des Marggrafen [von Brandenburg] Gezelt zilete und der Marggraf aß, schoß er ime den Tisch und die Schusseln vorm Mawl wegk, welchs dan den Marggrafen nicht weinig erschreckte.
107) K., 106. [Ao. 1168.] Die Lenge liessen sie viel Holtzes zu Leytern, Schantzen und anderm Zewge, das man in der Belagerung und zum Storm bedorffet, zusamen bringen. Und als die Zimerlewt daruber arbeiteten und sich die zeit etwes verzog, ehe es alles fertig wurt.... [Vergl. Nr. 24; 31; 49.]
Christliche Altertümer.
Heilige.
108) K., 81. Anm. 1. St. Otto..., den die Pommern vor iren Apostel halten und ehren.
109) K. 73. Sanct Adelbert... und Sankt Steinslaf.... Die [Polen] halten die beiden Heiligen vor ire sondere Patronen.
110) K., 168. Hertzog Przemislaff von Posen hat zur Ehe genhomen Heinrichs, des Fursten von Mekelburgk Tochter Lutgarten, welche im Hertzog Barnim als der Grosvater verheirate und furstlich ausrichtete. So hette Przemislaff keine Erben mit ir, darum wurt er ir gram und verhengte, das ire eigene Hofmeisterin und Camerjunckfraw sie heimlich mit einem Stricke wurgten und sagten, sie wer sunst gestorben. So singen die Polen noch ein kleglich Lied von ir, wie sie so jemerlich gepeten hab, das man ir nur das Leben liesse und sie slechts in einem blossem Hembd widder in ires Vaters Land ziehen liesse. Aber es halff nicht. Und die Polen halten sie vor heilig.
Kreuz.
111) K., 288. [Ao. 1456.] Einem unschuldig Gerichteten wird »ein steinen Creutz, an der Stell, da sie inen gerichtet, zur Gedechtnus« gesetzt. [Vergl. Nr. 112.]
Klerus.
112) K. 373/4. [Ao. c. 1503.] Es ist eine arme Frawe zum Sunde gewest, dieselbe hette einen Sohn, der was Priester geworden und hette keine gewisse Zinse, da er sich von halten mochte, und würt auch nirgentz zugestattet, allein das er, wie es zu der Zeit was, offte Messe hielt und Presentz darvon kreig. So hette ime die Mutter gern geholffen sehen und nham ein alt, wormlocherig Crucifix, das oben auff dem Heupt einen Pfropff hette, und zog den Pfluggen aus und goß warm Hüner-Blut darein und machte den Pfluggen widder ein, das mans nicht mercken khonte, und hinges widder an seinen Ort in Marien Kirche und ginck darvon in Hoffnung, es solte ein grosser Zulauff und Gotsdienst darzu werden; und alsdan wolte sie sagen, es were ir eine Offenbarung darvon geschehen, und so iren Sohn darzu bringen, das er einer wurde, der darzu dienete. So dringte das Blut balde durch, und das Volck wurt es enwahr und erschrocken hart und machten ein groß Geschrey von dem Mirakel, das das Creutz Blut schwitzete, und man meinte, es were ein groß Wunder und Drowzeichen Gots, das die Stat solte vergehen. Und lieff jedermann zu, das ers sahe, und opfferten dem Crucifix und in einer kurtzen Weile sahe man etliche hundert brennende Lichter und Kertzlin darvor stehen. Die schwartzen Munniche als die es horeten, wolten auch des Ablasses teilhafftig sein und gingen mit statlicher Procession hyn und druckten ein weis, reine Leinentuch umb das Crucifix, und entpfingen da des Bluts auff und gedechten auch noch, eine Jarmarckt damit anzurichten. Aber dem Kirchhern misdeuchte darbei.... [Der Betrug wird erkannt und vernichtet, der Thäter gebannt.]
113) K., 360. [Ao. 1496.] Wile nach Vermoge der Concordaten Principum Germaniae der Papst alle Prelaturen in Teutzschenlanden, so im Bapst-Monat oder zu Rhom lossturben, zu verlehenen hette. [Vergl. Nr. 87; 91; 92; 125; 126; 132; 137.]
114) K., 340. [Herzog Bugslaff thut c. 1485 zwei Schwestern ins Kloster.] Sie sollen offt mit Hertzog Bugslaff darum gezornet haben und gesagt, er hette sie so mehr einem Grafen oder Edelman mogen geben, alse das er sie in das Leichhaws gesteckt hette. [Vergl. Nr. 63; 132.]
Passionsspiel.
115) P. II., 463. Vmb des alten spruͤchworts willen, das man saget vom spyl zu Banen [i. Pommern], welches alle man nicht versteht, muß ich jrer gedencken. Do dieße stat in gutten flor gewest, da hat man alle jar die paszion daselbst gespylet, vnd ist derohalben viel folcks frembd vnd inlendisch dahin khomen. Wie man es aber einmal spylen wollen, begab sichs das derjeniche der Jesus solte sein, vnd der so Longinus solte sein, totfeinde weren. Vnd wie Longinus Jesum solte mit dem speer auff die blase vul bluts, so nach arth des spyls bei jme zugerichtet was, solte stechen, stach er Jesum das speer durchwegk ins hertze hinein, das er von stund an tot pleib, vnd herab stuͤrtzet, vnd Marien die vnter dem creutze stund, vort auch tot fil; das den Johannes, der Jesu vnd Marien freunt was, sahe vnd von stund an Longinum widder erwuͤrgte. Vnd do man Johannem wolte ergreiffen, entfloch er, vnd spranck von einer mawer, vnd fil einen schenckel entzwey, da man jne den erhaschete, vnd als einen moͤrder auffs rad stieß. Vnd nach dem tage wurt keine paszion mehr zu Banen gespylet. Darvmb wen man von einem froͤlichen dinge, das ein jemerlich ende hat, wil sagen, spricht man: es gehet zu wie das spyl zu Banen.
Kultstätte.
116) P., II., 464. [Camin] hat hart an der stat einen tumb, der sonderlich bemawret vnd bevhestet ist.