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Urwald

VI. Der Amazonaswald

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Der südamerikanische Urwald ist anders als alle Tropenwälder der ganzen Erde. Sind die indischen Regenwälder durch das Gigantische der Laubmassen, die Raumerfüllung und durch Blattgrün ausgezeichnet, der australische Trockenwald durch die Einförmigkeit, die Fremdartigkeit seiner Pflanzenwelt und die alle Vorstellungen übersteigenden Riesenmaße seiner Bäume, der Urwald der Südsee durch die Anmut und gleichsam Harmlosigkeit seiner Natur, so ist Tropenamerika von Mexiko bis tief nach Brasilien hinein das Land des schrecklichen Urwaldes. Ich möchte sagen, er ist der tierischste von allen, während der südasiatische der giftige, der australische der menschenfeindliche und der Südseewald der unschuldige ist.

Ameisen, Termiten, Schlangen, Alligatoren, Katzen, Kolibris, Papageien, Affen, Lianen, Orchideen, Palmen, Überpflanzen, überhaupt Blumen und dazwischen Riesenbäume, das ist der Wald von Tropenamerika.

Ein Wald, der unausrottbar ist. Während man ihn niederbrennt, sprießt er schon auf. Ich glaube, er wird nie gezähmt und ausgerottet werden. Er ist so groß wie ganz Europa. In dem riesigen Talbecken, das der Amazonenstrom mit seinen großen Nebenflüssen, dem Rio Negro, dem Madeira, dem Purus, dem Rio Branco in ein wasserdurchflutetes, neun Monate im Jahr überschwemmtes Sumpfland umgewandelt hat, umfaßt dieser Urwald allein fünfzehnmal so viel Raum als Deutschland. Österreich kann man hundertzwanzigmal in ihn hineinstellen. Er und der australische Scrub, der auch mehrere Millionen Quadratkilometer in einem bedeckt, sind die zwei größten Wälder des Erdballs.

Ich weiß nicht allzuviel von ihm, denn ich habe den Eindruck gewonnen, man müsse jahrelang in ihm leben und forschen, bevor man sagen kann, ich kenne seine Lebensgemeinschaft wirklich. Es ist auch unmöglich, ein umfassendes Gemälde von ihm zu geben, so mannigfaltig ist er. Auch Humboldt ist das nicht geglückt, trotzdem er einige Jahre lang mit ihm kämpfte. Er fuhr noch in einer Piroge von einigen Kariben begleitet an den Waldrändern entlang auf der einzigen Straße, die durch die Wildnis führt, nämlich auf den tausendfach verzweigten Gewässern dieses Sumpfwirrsals. Heute gibt es zwei Großstädte im Amazonasurwald: Pará und Manáos, zu denen man auf eleganten Salondampfern gelangt, und in englischen Zeitungen wird von Touristenagenturen geworben: „Come and see the Amazonas. A very nice trip.“ Wenn man aber in Manáos aussteigt und an den paar Großstadtstraßen und dem prächtigen Opernhaus, in dem nie gespielt wurde, vorbeigeht, endet schon die Stadt selbst vor einer grünen Mauer. Brennend rote Lianenblüten gleißen herab, Brüllaffen kreischen, Orchideen stehen im Dunkel, die Papageien schreien ohrenbetäubend, Züge von Blattschneiderameisen wandern, und der alte geheimnisvolle unbetretbare Urwald Humboldts steht immer noch vor den Toren dieser merkwürdigen Gummigroßstadt, die jetzt wieder allmählich vom Wald aufgezehrt wird. Man kann nicht hinein, muß ein Piroge nehmen mit zwei Indianern, die das Irrsal der Wasser kennen. Und dann fährt man wieder an den Waldrändern wie Bates, der große Naturerforscher dieser Welt vor siebzig Jahren, und Humboldt vor hundertdreißig und Orellana vor vierhundert. Und nichts ist anders, als sie es gesehen haben. Der ungeheure Wald verschlingt mit seiner unüberwindlichen Größe alles Menschentum (Anmerk. 18).

Man kann nur Einzelbilder aus seinem Riesenerlebnis ausschneiden und versuchen, aus ihrem Mosaik etwas von dem Eindruck des Ganzen nachempfinden zu lassen.

Da sind die südamerikanischen Palmen. Sie durchsticken den Wald viel häufiger als sonst irgendwo. Sie sind jedenfalls seine hervorstechendsten Pflanzen. Trotzdem gibt es keinen eigentlichen Palmenwald. Sie sind nur eingesprengt, wie etwa die Linden bei uns. Trotzdem manchmal die Palmyrapalme, in Busch und Wüstungen strauchartig wachsend, ganze Gestrüppe bildet. Auch die kleine Nipapalme bildet einen Saum um die hier ebenso unvermeidliche und in breitestem Maße ausgebildete und von Tausenden von Alligatoren belebte Mangrovenzone. Überall aber bricht aus der Baumwirrnis die Sabalpalme stachelig hervor, die Mauritia, die Piassave, die Carnauba, natürlich die unvermeidliche von den Antillen stammende stolze Königspalme, ohne deren Allee heute kein Südamerikabild denkbar ist, trifft man überall.

Das nächste, was man nicht übersehen kann, ist der Reichtum an Überpflanzen, überhaupt an Blumen. Besonders rote Blumen vom Typus der Fuchsie und Kapuzinerkresse erfüllen die ganze Welt von Tropenamerika. Eigentlich ist das verwunderlich, da im Sumpfwald fast nie die Sonne scheint. Nur in den Gegenden, wo es roten Lateritboden gibt, diesen ziegelroten Lehm, den man sich nicht anders deuten kann, als daß er unter dem Sonneneinfluß durch überrasche Verwitterung zustande kommt, dort ist auch viel Tropensonne. An den Flüssen aber wogt tagaus, tagein ein weißlicher Nebel, aus dem ohne Wolken Regen sprüht, ein Dampf, der die Sonne am Himmel verdeckt, die nur durch grelles Licht wie von Jupiterlampen, ohne Schatten blendend, merkbar wird. Diesem düsterverhangenen Himmel schreibt man es zu, daß an den großen Strömen der Sonnenstich unbekannt ist, während er am Roten Meer und in Indien manchmal durch den Tropenhelm hindurch droht. Vierzig und sechzig Meter hoch aufgerichtet steht die Waldwand, und von oben bis zum Boden wallt fast senkrecht ein Vorhang von Lianen über die Bäume herab, seiner ganzen Länge nach bestickt von rosapurpurnen Fuchsienblüten, derselben Fuchsie, die bei uns als winziges Bäumchen mit ihren lieben Glöckchen erfreut. Oder ein gewaltiger Baum steht tot, verdorrt und einsam und auf ihm sitzt ein Blütenzelt, lilarot brennend, tausende Blüten neben- und übereinander. Die Bougainvillea-Liane ist es, die den Baum getötet hat, allmählich mit sanfter Blumenschönheit erdrückt und erwürgt. Man hat diese Bougainvillea in alle warmen Länder verpflanzt, und ein Abglanz ihrer Blütenschönheit ist auch schon an die Riviera, sogar an die südalpinen Orte vorgedrungen. Aber nur in ihrer Heimat ist sie so überwältigend schön.

Illustration from Urwald

Lianen (Baumwürger) im Urwald der Südsee. Zeichnung nach der Natur von R. H. Francé

Ebenso überschäumend sind hier alle „Affentreppen“ und Lianen, die rote, gelbe Garben über die Wipfel schütten und mit Tauwerk, Schlangennestern, Verhauen, Gittern das Waldesinnere versperren. Sie selbst wieder sind besetzt mit Überpflanzen, Nest an Nest. Orchideen, Bromeliazeen und Tillandsien drängen sich, wachsen aufeinander. Hier hängt das „pflanzliche Roßhaar“ in dichten Fransen herab, dort wieder strahlen Blumenrispen in niegesehener Schönheit. Tropenamerika ist das Land der Orchideen. In diesen Ländern ist es Beruf, die Berg-Wälder der Kordillere zu durchstreifen auf der Jagd nach Orchideen, denen zuliebe Bäume gefällt werden, wenn die Wunderblumen zu hoch sitzen, als daß man sie erreichen könnte. Wie lila Flammen glühen die Cattleyablüten, Odontoglossum brennt gelb und rot über unserem Kopf, Epidendrum, Masdevallia, Laélia, Catasetum, Stanhopea, alle diese in Europa mit Gold aufgewogenen kostbaren Dinge sind gemeine Dinge des Alltags. Wirklich häufig, an einem Baum manchmal zu Dutzenden und mit Tausenden von Blüten geschmückt. Man begreift, wenn man diesen überwältigenden Reichtum erst einmal gesehen hat, daß von Zentralamerika besondere Orchideenschiffe diese kostbare Fracht nach Europa bringen.

Alle Orchideennester aber sind bewacht von wie Feuer brennenden Ameisen und alle sind umschwirrt von Kolibris. Lange hatte ich sie schon gesehen und, verwirrt von so viel unerhörten Dingen, es zunächst ganz gedankenlos hingenommen, daß eben grün und rubinglänzende schwärmerartige Schmetterlinge all diese Blumen besuchen, bis mir plötzlich aufging, diese hurtigen, so zart schwebenden Falter sind ja Vögel! Kolibris, so groß wie ein Insekt, zierlichste, in eitel Smaragd und Amethyste gekleidete Blumenfreunde, so zahm und zutraulich, daß sie selbst in die Städte hereinkommen und auf den Märkten aus- und einfliegen.

Blüten, Kolibris, Ameisen bilden überhaupt eine Dreiheit von besonderer Bedeutung in dieser Welt. Die Mehrzahl der Blumen im heißen Amerika sind Vogelblumen, aber gerade die Kolibris befruchten sie nicht. Sie sind überhaupt keine Blumenbestäuber, sondern halten sich an den Blüten nur der vielen Insekten halber auf (Anmerk. 19). Blütenbesucher sind vielmehr die Honigvögel und man schreibt die Röhrengestalt der Blüten, die in der südamerikanischen Flora so häufig ist, ebenso das Überwiegen der grellroten und gelben Blumenfarbe dem Umstand zu, daß in diesem Erdteil die Vögel eine größere Rolle als Blumenbefruchter spielen, denn anderswo. Kapuzinerkresse und Fuchsie, diese zwei Sendlinge aus der „Hylaea“, wie man wissenschaftlich dieses Lebensgebiet genannt hat, sind echte und richtige Vogelblumen (Anmerk. 20).

Sonst fehlt es natürlich an Faltern, Käfern und Ameisen nicht als Blumenbestäubern und alle drei Gruppen haben gerade im „Etéwald“, dieser höchsten Form des äquatorialen Urwaldes, auch das Maximum ihrer Ausbildung in jeder Hinsicht erreicht. Sowohl was die Zahl der Arten wie der Einzeltiere, wie die Größe und Schönheit der Insekten betrifft. Die Waldlichtungen sind die Heimat der Riesenkäfer, hier hausen die farbensprühenden Prachtkäfer, die unvergleichlich schönen Feuerfliegen und Cucujos, die die südamerikanische Nacht erhellen; unerschöpflich ist die Zahl der Tropenfalter in der Neuen Welt, und was nur an Ameisenwundern überhaupt bekannt geworden ist, das spielt sich alles zwischen den in Waldesnacht begrabenen Mayatempeln der Yukatanhalbinsel und dem großen Urwald ab, der auf der Landkarte heute noch als ein weißer Fleck sich tief nach Brasilien hineinzieht. Die Blattschneider und Sonnenschirmträger unter den Ameisen, die Wachen, welche die durch zauberhafte rosa und zartgelbe Farben geschmückte „Laubausschüttung“, nämlich die Entfaltung des jungen Laubes, behüten, die in der Tropennatur allgemein üblich ist, die Ackerbauameisen mit ihren „Ameisenreis“, die Pilzzüchter, kurz alles, was aus dem Fabelbuch der Ameisenkultur bislang bekannt geworden ist, das hat seine Heimat in Tropenamerika. Auch die Wunderdinge der Nachäffung unter Faltern, Käfern, Geradflüglern, Wanzen können nirgends besser studiert werden. Denn hier fliegt Kallima, der Schmetterling, der ein vergilbtes Blatt auf seinen Flügeln so übervollkommen nachahmt, daß nicht nur Farbe, Form, Blattadern zur Täuschung verführen, sondern (gleich gewissen Heuschrecken) auch Regentropfen, Pilzflecken und Fraßstellen darauf wiedergegeben sind, an einzelnen Stellen sogar wuchernde Schimmelpilze, was doch gewiß nicht nötig wäre, wenn es bei dieser Erscheinung nur auf Irreführung der Vögel berechnet wäre, die nach der Kallima schnappen. Sie unterließen dies auch ohne diese feinen und feinsten Einzelheiten und würden das Beutetier nicht schonen, wenn sie nicht schon durch die Tarnkappe der groben äußeren Nachahmung getäuscht wären.

Hier ballen sich alle Wunder der Natur und man kann Jahre als Naturforscher in dieser Welt zubringen und doch wieder Neues, Niegedachtes finden. Humboldt hat fünf Jahre lang mit unvergleichlichem Eifer und Glück die Amazonaswälder durchzogen und nicht eine der Victoria regia-Blumen, das größte Blumenwunder dieses Waldes, gesehen. Hunderte von Forschungen und Beschreibungen sind vorübergegangen an der entzückend-schrecklichen „Dame mit dem Schleier“ in Brasilien, dieser wahren Pilzblume, welche ein in der Nacht weißleuchtendes Reifröckchen trägt und dadurch wohl die reizendste aller Waldschwämme ist, aber zugleich so schrecklich stinkt, daß ihr Entdecker bei der Beobachtung fast ohnmächtig wurde (Anmerk. 21).

Die gigantische königliche Wasserrose ist an den Nebenflüssen und stillen Teichen des Amazonas so häufig, daß man heute die Touristen mit besonderen Motorbooten zu ihrer Besichtigung führt. Ein derartiger Sumpfwald ist so ziemlich der Höhepunkt dessen, was man an überwältigendem Pflanzenleben auf Erden sehen kann.

Ringsum steht die kolossalische Baumwelt des Igapó-Waldes, wie die Spanier den Überschwemmungswald, das eigentliche Auengebiet des Amazonas nennen. Zahllose Palmwipfel schaukeln, die ungeheuren Plankenwurzeln der Sterculiabäume bilden wahre Horste, da und dort erhebt sich blattlos einer der Riesenwollbäume, wie ein Turm über der Waldstadt. Bunt, geradezu scheckig, ist dieser südamerikanische Wald. Neben dem frischesten und dem dunkelsten Grün ist Grau, Gelb, Herbstbraun, Rosa, Weißgrau, grelles Rot vertreten. Eigentlich ist es das Bild eines ewigen Herbstes. Immer gibt es Bäume darunter, die jetzt Herbstlaubfall haben, um in zwei Wochen wieder zu grünen, immer blühen andere über und über oder entfalten das junge, schlaff herabhängende Laub in den buntesten Farben. Ohrenbetäubendes Geschrei erfüllt hier die Lüfte. Eine Wolke von Vögeln, besonders Urubus, jagt umher. Sie merken die Anwesenheit von Menschen und sind beunruhigt. Darum haben sich auch alle Alligatoren zurückgezogen, als jetzt das Schiff zwischen das Inselgewirr stiller Buchten einbiegt. Uralte Bäume, besetzt mit weißen Reihern, sind gefallen und treiben mit weißem Geäst im Fluß, in malerischsten Laubengängen überwuchern Lianen, ganze Baumgruppen; Orchideen leuchten, rot blüht es und da ist jeder Weg im Wasser versperrt. Eine grüne, gleißende Blattwiese breitet sich mit runden Sumpfblättern. Die lila blühende Wasserhyazinthe ist es, die von der Igapó ausging, um die ganze Tropenwelt als schiffahrthinderndes Wasserunkraut zu erobern. Auch hier stemmt sich ihr dichter Teppich gegen das Weiterdringen. Aber man wagt nicht ins Wasser zu steigen; es könnte doch der furchtbare Piranha-Fisch hier hausen, der einem das Fleisch in Fetzen aus dem Leibe reißt und in einigen Minuten ein unglückliches Opfer in ein Gerippe verwandelt. Das Vordringen würde auch nichts nützen, denn ein haushohes Dickicht von Orchideen versperrt jede Aussicht. Urwald riesiger grüner Pfeilblätter an schenkeldicken Stengeln, lebende vorsintflutliche Schöpferkraft der Natur, nie gesehen, die Luft von einem intensiven Blattgrüngeruch erfüllt. Und dahinter die große Seerose, die violettschimmernden Blattränder hoch aufgesetzt und mit Stacheln bewehrt. Blätter, mehrere Meter groß, die rosa Blütenköpfe wie ein Kohlkopf mächtig. Sie wird erst in der Nacht aufblühen, um die Stunde, da die Anakondaschlangen auf die Affenjagd gehen, die Pumas brüllen, der Gesang der Moskitos wie ein wütender Chor das dumpfe Bellen der Riesenfrösche begleitet, der Tanz der Feuerfliegen über all dem Treiben leuchtet und das gelbe Fieber in bleiche Nebelschwaden gehüllt durch den Wald schreiten wird.

Wir warten diese todbringende Stunde nicht ab. Auch nicht eine Begegnung mit Indianern, den ebenso todbringenden Ureinwohnern dieses verlorensten Landes, die mit Blasrohr und Giftpfeil die Mangrove und Igapó durchklettern, mit bunten Papageienfedern geschmückt, oder auch völlig nackt wie am Madeira oder Rio Tapajoz. Nur die Weiber tragen ein farbiges Federgewand, einen mit Käferflügeln verzierten Rohrschmuck in den Ohren und eine Halskette aus Samenkörnern, während die Männer diese echte „Waldtracht“ mit Armringen aus Eidechsenhaut ergänzen. Diese vielen unabhängigen Indianerstämme, die es im verlorenen Urwaldland noch gibt, sind die echtesten Waldmenschen der Erde. Schon ihre Namen: die Ameisen (Tucunderas), die Fische (Piriacurus), die Tukans (Tucanos), die Menschenfresser (Banhunas) deuten darauf (Anmerk. 22). So könnten sich ja auch Leoparde oder sonstige Waldtiere nennen, wenn sie sich durch Namen ihre Sippen unterscheiden wollten. Sie bemalen sich sogar wie Leoparden buntscheckig mit Pflanzenfarben, um bei ihren Kopfjägereien und Menschenfressereien unsichtbar anschleichen zu können. Sie sind die wildesten der wilden und schreckenerregenden Tiere im Amazonasland, die noch jeden, der diesen verzauberten Boden einer Urwelt, wie sie die Erde nicht wieder trägt, betreten hat, mit dem Gefühl entließ, er sei in einem verfluchten Land gewandert. Wie ein einziges schreckliches Tier stürzt sich diese Urwaldnatur auf den Eindringling. So wie ein Wort dieses Landes sagt: „Hinter jedem Blatt ein Insekt, hinter jeder Blume wenigstens eine Ameise.“ Armeen von beißenden Ameisen drohen, Zecken befallen den zu Hunderten, der das Dickicht durchdringen will. Die Sandflöhe bohren sich unter die Nägel der Füße, gräßliche giftige Spinnen liefern wahre Kämpfe. Es ist das größte Schlangenland der Erde. Und selbst der Mensch ist ein raubendes, giftiges, gefräßiges, ewig hungriges Wesen geblieben in einer solchen wilden und unmenschlichen Natur, in der es für den, der sie besucht, nur zwei glückliche Tage gibt: den ersten, da er kam und hingerissen von ihrer überwältigenden Kraft und bezaubernden Schönheit in Tränen der Freude ausbricht und den letzten, den er in ihr verbringt und sagen kann, morgen bin ich all diesen Schrecken endlich entronnen .....

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