← Table of contents
Sünndagsklocken

2. Pingstpredigt von Pastor Ziercke-Dömitz.

Reading edition

Min leiw Gemein! Wat sall ick jug seggen an dissen hilligen Dag? Sall ick ’t maken as de annern all, de jug fragt hebben in de letzten Dag: Wo geihst du denn to Pingsten hen? Un denn tellten se de lange Reig von Pingstvergnäugungen up, de in de Tidingen stahn ded. Lud un lustig geiht dat dor her, äwer de Seel hett nix dorvon un dat Hart bliwwt dorbi untofreden. Ja dat kümmt woll vör, dat de Seel sick liesen wegslikt ut all den lustigen Larm un wannert dörch dat dütsche Land; un wenn se denn süht, dat an ’n dütschen Rhein de Franzosen un Swarten sick breit maken, un dat de dütschen Tirolers to uns willen un dörpen nich, un dat de Polacken äwer de dütsche Oder kamen as Deiw un Mürders, un wi dörpen uns nich wehren in uns’ eigen Land un för unse eigen Bröders, denn stiggt dat heit in ehr up. Un wenn se denn markt, dat dat vördem flietige dütsche Volk rümsteiht un schugt de Arbeit, dat dat true dütsche Volk sick ein den annern verklagen deiht, dat dat starke dütsche Volk sick un sine Kinner up Gnad un Ungnad den unbarmhartigen Fiend utliewern deiht un dat dat klauke dütsche Volk to all dissen Jammer noch juchen un lachen un springen kann, denn lopen ehr de Tranen dal, un se müggt an leiwsten dorhen gahn, wo dütsche Jungs un Mannslüd to Hunnertdusende an de Grenz unner den Rasen liggen. Je, wo geihst du to Pingsten hen? Dor is noch ein, de so fröggt, un de uns ok glik de richtige Antwurt gifft. Dat is uns Herrgott. Aewer sin Frag ward meist äwerhürt, un sin Antwurt noch mihr. Wi äwer willen dorup marken un willen hüren, wat hei uns seggen will dörch den Profeten Hesekiel, 3, 22-24: »Uns Herrgott nehm mi bi de Hand un säd to mi: Mak di trecht un gah herut upt Feld dor will ick mit di reden. Un ick mök mi trecht un güng herut upt Feld. Un süh, dor stünn de Herr in all sin Herrlichkeit, grad so as ick sei seihn hadd an ’t Water Kebar. Un ick föll dal up min Angesicht. Dor kem de Geist in mi, un ick kem wedder to stahn. Un hei sprök mit mi un säd to mi: Gah hen un slut di in in din Hus!«

Sowied uns Herrgott sin Wurd. Weest nu, wo du hengahn saßt to Pingsten? Ick willt noch eins tosamenfaten in einen Satz:

Uns Herrgott will wat von di, Buten upt Feld, dor will hei mit di reden, Binnen int Hus, dor saßt du mit em reden.

Toirst will hei mit uns reden. Ganz irnst. So irnst, as en Vadder mit sin Sähn sprekt, wenn de sick verbiestert hett; so as en Dokter mit ’n Kranken sprekt, wenn hei süht, dat dat slicht mit em steiht. Un dat’s nu ganz gewiß: wi hebben uns verbiestert, wi sünd krank. Dat wier bet 1914 as mit den groten Torn von Babel. De minschliche Kultur süll ok so ’n groten Torn warden; un all de Minschen von den ganzen Irdbodden bugten an dissen groten Torn, ümmer fixer und ümmer iwriger. Un jedesmal, wenn wedder en Johr üm wier, dann smeten se sick in de Bost, wo wied se dat doch all bröcht hadden, un dat de Spitz von den Torn nu doch ball bet an den Himmel recken müß. Se verstünnen ok all enerlei Sprak, disse upverklorten Minschen vont twintigste Johrhunnert. Dat Hauptwurd von disse Weltsprak wier dat Wurd: Geld. Geld kann allens, Geld regiert de Welt, dat wier de Losung. Dat Geld is gewen alle Gewalt in Himmel un up Irden. Den Heiland, de dit Wurd mal von sick seggt hadd, let man ’n goden Mann sin un hadd em an leiwsten in en Museum steken un sin Evangelium bi Sied leggt. Woto ok en Heiland un en Evangelium? Ne Seel gew ’t jo äwerhaupt nich, un Schuld ore Unschuld dat’s allens egal. Wenn de grote Torn man ierst farig wier. Wat süll ein denn noch an den Himmel glöwen? Denn künn ein jo in den Torn von de Ird glick in den Himmel rupstiegen. Äwerst, dor kem en Blitz ut den Himmel, un de ganze statsche Bu schöt in sick tosamen. Dat wier de Krieg un de Revolutschon. Un dat is keen Wunner, dat de Minschen nu heil un deil verbiestert un ganz krank worden sünd; dat se nu dor stahn as Kinner, de en Pott entwei smeten hebben un passen de Schören tosam: so hett ’t seten.

Dat heit: ein Godes is dorbi. Verbiestert un krank wieren se jo all vörher, äwer se höllen sick bet dorhen för sihr klok un gesund. Nu äwer is de Biesternis un Krankheit apenbor worden. Un wenn so’n Jung insüht, dat hei sick alleen nich mihr trechtfinnt, denn hürt hei all wedder ihrer up den Vadder. Wenn en Minsch sick dat irst ingestahn deiht, dat hei krank is, denn schickt hei na den Dokter. So geiht dat ok uns, wenn wi nu mang de Schören von uns’ tosamenschaten Glück ümhergahn. Vördem bildten wi uns in, wi hürten to dat Volk von de Dichters un Denkers; nu weeten wi, dat uns’ Volk dat Gripen un Grapsen beter versteiht, as dat Begriepen un Glöben. Wi seihn in, dat wi krank sünd an Hart un Seel. Pingsten seggt uns äwer, dat dat noch ’n Dokter giwwt, de uns helpen kann; dat wi noch ’n Vadder hebben, de uns trechtbringen kann. Hei nimmt uns hüt bi de Hand un seggt: Mak di trecht un gah herut upt Feld, dor will ick mit di reden. Na trecht is nu woll jedermann bi desen schönen Sünnenschien. De mihrsten von uns sünd gistern buten west un gahn ok hüt wedder rut upt Feld. Äwer woveel von all de Lüd, de ehren Pingstutflug maken, seihn denn wat von de Herrlichkeit dor buten? Wenn ein dor wat seihn will, denn dörft ein nich as dat Veih blot up sin eigen Trad un Fautspur dalkieken. Denn möt ein sin Ogen upmaken, so as dat de Dichter von dat olle plattdütsch Volksbook ut dat 15. Johrhunnert »Reinke Voß« makt hett, wenn hei sin Leid anfangen deiht:

Dat was up enen Pingstedag, Dat en de Wold un Felder sach Gröne stahn mit Loof un Gras, Un mannig Vagel fröhlich was Mit Sange in Hagen un up Bomen, De Krüder spröten un de Blomen, De wol röken hier un dor, De Dag was schön, dat Weder klor.

Wenn wi so de Ogen upmaken, denn seihn wi all en beten von de Herrlichkeit upt Feld. De Blomen, de Böm, dat Krut, dat Holt mit sin Loof, de Wischen mit ehr Gras, de Vagels un de Sünnenschien — dat allens is jo uns’ Heimat: Un wenn uns dat ierst recht to Klorheit kümmt, denn denken wi gar nich mihr an allens, wat wi utricht hebben mit uns eigen Kraft un uns eigen Kunst; denken ok nich mihr an allens, wat wi utricht hebben mit uns eigen Schuld un Versümnis. Ne, uns leiw Moder steiht denn wedder vör uns un de truge Vadder, dei wi dat Best verdanken int Leben, un uns’ Lihrers, de uns to’n Goden anhollen hebben, un ’n goden Fründ, mit den’ wi oft uns utspraken hebben, un dat ganze Volk, to dat wi hüren, mit sin grote Geschicht, un dat uns dragen hett mit sin faste Ort. Un denn vergeten wi de grote gemeinsame Weltsprak, mit de wi den Torn bugen wullen, bet an den Himmel in Eigensük un Äwermod, un besinnen uns up de olle gottesfürchtig Red von unse Vöröllern. In uns leiw Modersprak giwwt dat äwerhaupt gor keen Würd för allens, wat uns krank makt hett: Geld, Geschäft Materialismus, Atheismus, dor giwwt dat blot Würd för allens, wat uns wedder gesund maken kann: Hus, Heimat, Häben, Herrgott.

All de, de so buten de Heimat finnen, un to de de Heimat reden deiht upt Feld warm, hartlich, leiw un gaud, de warden ok ball wedder kamen, un den Herrgott sülwst finnen. Denn dat is ierst de ganze Herrlichkeit, de wi dor buten upt Feld seihn möten, wenn de Herrgott sülwst dor vör uns steiht un mit uns reden will. To keen Johrstid hett he uns mihr to seggen, as in de Vörjohrstid. Hest em noch nich eins dor hürt? Du leiwes Kind, seggt hei, wat billst du di in, wißt, wer weet wat, vörstellen, un kannst doch nich en Grasspierken ut de Ird rutdriewen mit all din Kunst? Du leiwes Kind, seggt hei, wat dreggst du den Kopp so hoch, liehrst mit veel Koppterbreken de Spraken von frömde Minschen, un dat schönste Leid, dat de Nachtigal hier singt, kannst du doch nich verstahn? Du leiwes Kind, seggt hei, wat makst du di för Sorgen? Kiek hier buten is ’t grad so: dor möt de Segen ok von baben kamen, wenn wat Rechts dorut warden sall. Jedes Johr lat ick nah den düstern, harten, kollen Winter de Natur wedder uperstahn to Licht un Leben un leiwliches Wesen, un du meenst, du saßt ümkamen in Nod un Dod? Büst du nich veel mihr as de Blomen un de Vägel, büst du nich min eigen Ebenbild? Süll ick di denn nich vel schönere un betere Saken geben in min Paradies? — Gewiß is dat wohr, ahn Storm un Weder geiht ’t nich af in’t Vörjohr. Dorüm, wenn in din Leben Stormwind un Weder di angst un bang maken will, denn grad kann di dat en Trost sin, dat du singen kannst:

Bald vergeiht de Nacht, God höllt sülwst de Wacht, Un en niges Vörjohr Folgt den Winter sacht. In all din Sorgen, In all din Nod Höllt hei fast di borgen De true God.

Du leiwes Kind, mak dat man as de Blomen, de dor an den Weg stahn. De sünd dor henstellt von den Herrgott un sälen bläuh’n. Un dat is se genoog, dat se bläuh’n solang se känen, un dat de Herrgott se dor süht. So saßt du ok an dinen Platz stahn in de Welt un din Ding doon: Denn de Herrgott hett di dor henstellt, un dat is genoog, dat hei di dor süht. Din Hart sall en Blom warden, Minschenkind, en Blom, de nix brukt as Sünnenschien, un nix will as Bläuh’n, Gott to Ihr, de Minschen to Deinst, sick sülwst to Lust. Süh so redt dor buten allens mit uns; un wi möten blot de Uhren upmaken un de Ogen apenhollen: denn steiht de Herrgott dor in all sin Herrlichkeit vör uns. Un dat geiht uns as den ollen Profeten: wi fallen up uns Angesicht, un en nigen Geist kümmt äwer uns, en Pingstgeist ut de Höögde, un wi kamen wedder up de Been to stahn, un warden gesund un kriegen nige Kraft un nige Toversicht un nigen Globen.

Äwer wenn wi denn dor buten den Herrgott in all sin Herrlichkeit seihn hebben, denn dörben wi ok nich wedder vergeten, wat hei dor mit uns redt hett. Denn kümmt nu de Reig an uns; denn möt wi sinnig nah Hus gahn un dor mit den Herrgott reden. Den Profeten kümmt gliek de Erinnerung an de annere grote Stunn in sin Leben, wo hei ant Water Kebar in sin Profet namt insett ’t is. Un woveel Stunnen hebben wi nich all in unsen Leben hatt, wo de Herrgott sinen hellen Schien äwer uns hett uplüchten laten. As uns Mudder uns toirst von den Heiland vertellt hett; as wi an den Konfirmatschonsaltor säden: ich will din Kind blieben, as wi hier in de Heimat en grotes Glück erlewen deden, ore as wi buten stünnen int Feld in Nod un Gefohr. Un denn so mennig Mal, wo en Gottswurd uns in ’t Inwennigste drapen hett. Jeden Sünndagmorgen steiht de Herrgott jo an den Altor un will wat von di. Dor will de Orgel di losrieten von de Ird, un de Gesang sall di dat Stiegen lichter maken, bet du toletzt baben up den Barg ankamen büst, un de Predigt anfangt. Denn jede Predigt in’t Gotteshus sall ne Bargpredigt von den Heiland sin, un bi jedes Heilandwurt sall de Herrlichkeit von unsen Herrgott dörch de Kirch gahn: du fäuhlst, wat halw un holl an di is, un in Demot un Gottsfurcht treckt di dat hen na ’t Altorkrüz. Dat sünd ümmer Kebarstunnen för uns, wo dat Wurd vun’t Krüz in uns Hart kümmt. En Murer, de en grade Wand upsetten will, brukt ne Waterwag. Wenn de Waterblas ünner dat rode Fadenkrüz to stahn kümmt, denn hett hei richtig arbeit ’t. En Christenminsch brukt sonne Lebenswag, üm ümmer wedder nahtoseihn, dat hei sinen Lebensbu richtig upführt. Disse Lebenswag is dat Evangelium, un wenn du an Sünndagmorgen markst, dat din Leben sick ünner dat Krüz von Golgatha instellt hett, denn so is dat richtig. Wi hebben dat heil nödig, dat Krüz ümmer wedder an uns Leben to hollen; dat gifft uns Richtung un gifft uns Trost un Kraft, un lett uns ierst de ganze Herrlichkeit von unsen Herrgott seihn. Un wenn du disse Herrlichkeit seihn hest, denn seggt hei to di: nu gah hen un slut di in din Hus! In din Hus möst du den Anfang maken mit den nigen Pingstgeist, wenn’t anners warden sall in de Welt. Meenst du, dat kümmt up enen nich an? Kiek mal, wenn du in de Nacht verbiestert büst in düstern Wold, un dor schient man blot en lütt Licht in de Fiern ut en lütt Finster, wat makt dat ut, un woveel Minschen känen dordörch den rechten Weg wedderfinnen! Un nu nimm irst mal en Lüchttorn. Hunnerte wiest hei in de Nacht den Weg dörch Storm un Wellen. Wenn ok man en Minsch gegen all de Blindheit un Verlagenheit, gegen all den Schandkram un de Gottlosigkeit angeiht, wenn ok man en christlich Hus en hillig Licht upstecken deiht in de unhillige Welt, dat makt woll wat ut. Sei hebben lang drömt von dütsche Macht un Herrlichkeit, hebben drömt, bet dat Weder all äwer uns stünn. Un denn kem Slag üm Slag, bet up den letzten in de letzte Woch. Blot dat nakte Lewen willen se uns laten, un dat günnen se uns ok noch nich mal. Aewer dat is seker: ok in dat Unweder, wat nu äwer uns kamen is, steiht de Herrgott in sin Herrlichkeit vör uns un will uns seggen: gah hen un slut di in din Hus! Von binnen möt dat dütsche Hus wedder upbugt warden. Mak de Dör to, dat du dat Fiedeln un Fleuten nich hürst, un denn mak Gebruk von din Husrecht un smiet all de unhilligen Geister ton Finster rut: den Klaggeist un den Sorgengeist, de Eigensük un de Aewerbostigkeit, un pack di mal allens vör di up den Disch, wat du noch hest ore doch hebben kannst: din Arbeid un Sweet, din Mood un Glowen, din Leiw un Gottvertrugen. Un paß up, dat in din Hus ok de Seel to Wurd kamen deiht un dat de Herrgott ok mal ahn Inladung in din Stuw herinnekamen kann. Nimm din Kinner an de Hand un folg mit ehr de Hänn un red mit din Herrgott ut deipsten Hartensgrunn. Denn bliwwt den Herrgott sin Herrlichkeit bi di, buten un binnen is Maiendag, sin helle Sünnenschien geiht mit di, ok wenn mal Wulken äwer Hus un Heimat trecken.

So, nu bün ick farig hier up de Kanzel; nu kümmt de Reig an di; wenn du nahst ut de Kirchdör geihst; un ümmer, ümmer saßt du denken: din Herrgott will wat von di, buten upt Feld, dor will hei mit di reden, binnen int Hus, dor saßt du mit em reden, uns Herrgott will von di din ganzes Hart un Leben. Wenn du dat von nu an nich wedder vergeten wist, denn ward di dit en gesegnetes Pingstfest.

Amen!

Explore with AITake your curiosity a little further.

Reading settings