UNRUHE IN TIEFER NACHT
Reading edition
Oh, wohl sehnt ich in meinem schwanken Tritt aufbrausender Gestalten frohe Wiederkehr, oder sag, gehst auch Du suchend durch die weite Stadt, wenn Nacht ist? Glaubst Du, ich ahnt es nicht, daß Du zuweilen aufschrickst in Dunkelheiten vor bangem Ton, um Deine Lippen die stumme Frage: Warum quälst Du mich? Aber ich weiß, einmal noch wirst Du liebevoll zärtlich noch einmal Deine Hand auf meinen bebenden Scheitel legen oder mich suchen hinter dem Zittern der Fliedersträuche. Vielleicht, daß ich dann schon fortgezogen bin tief hinein, wo tausend Welten rollen, alles von mir werfend. Aber sollt ich wie ehmals unstet durch Gassen wandern und Dämmerungen, Oh daß Du, Grenzenlose, dann in meine Einsamkeiten glittest schwer und dunkel und mich umschlössest, so wie damals, da mir der Gott glühenden Fittichs ins Antlitz stürzte.