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Sturz der Verdammten

LIED DES ENTSPRUNGENEN (Aus der symphonischen Dichtung „Die Straße“)

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Ein Irrer, langhaarig, schiefen Mundes, eine Geige in der Hand Will mich Hand des Wärters halten, werd’ ich mich zusammenfalten wie Papierchen, sanft umfassen, durch die Gitter wehen lassen. Wie das Kätzchen giebelschleichend, auf den Mauersimsen streichend, bin ich auf dem First geritten an der Ulme abgeglitten. Hab’ mir auf dem Fiedelbogen weiße Zwirne aufgezogen. Will mir keiner Saiten schenken, muß ich mir die Saiten denken. (Macht einige Striche durch die Luft) Herrlich klingt auf meinem Cello Arie von Paesiello. Wärtershand ist hinterm Hügel, faßt sie mich, so droht sie Prügel. Ehmals war doch alles helle, war nicht Riegel, war nicht Zelle, nun ist alles mir zersplittert, bin gefesselt, bin vergittert. Leib ist dunkel eingewunden, aufgeschwollen, unentbunden. Bin ich nicht als Lamentoso, Pizzikato, Furioso, halb gespielt und halb gesungen einer Partitur entsprungen? Ehmals war ich ein Andante, das auf einer Flöte brannte. Herrgott sprach zu mir sein Werde und ich ballte mich zur Erde. Nun seit fünfzighundert Jahren muß ich um die Sonne fahren, bis ich mich zu Nichts zertöne, irgendwo zu Ende stöhne. (Schlägt sich ins Gebüsch.)

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