Fragmente
Ullrich Steindorf translation
Gedichte und poetische Versuche
Sturm
„Warum so trüb?“ — „Einst war ich heiter,“ Sag’ ich zu meiner Lust Genossen. „Ich hab’ mein Herz dem Schmerz erschlossen; Die Freude starb: ich lebe weiter. Jung war ich, und mein heller Blick hat Trauer nicht und Mißgeschick Gekannt; jetzt welkt die Jugend hin, Stirbt wie der Herbst, und ich verblute Gleich ihm. Nie wird mir froh zumute. Die Freude lockt nicht meinen Sinn.“ Die Freunde lachen: „Was du nur Zu weinen hast! Das Wetter ist So heiter klar, und die Natur Nicht halb so trüb, wie du es bist.“ Und ich: „Mir gilt das alles nichts. Ob Tag zu Tag und Jahr sich türmt, Ob’s hell, ob’s dunkel ist, was ficht’s Mich an, wenn mir’s im Herzen stürmt.“ —
Albumblatt
Das Licht verliert im Auge des Träumers schnell seine Wärme. Er findet die Hoffnungen, die ihn belebten, unerfüllt, seine Erwartungen unbefriedigt, und die Glut des Genießens verraucht in seinem Herzen ... Er befindet sich in einem Zustande der Starrheit und Leblosigkeit. Wie glücklich ist er, wenn er den Wert der Erinnerungen vergangener Tage erkennt: der Tage einer glücklichen Kindheit, da er die keimenden Zukunftsträume von sich warf und seine Freunde verließ, die ihm von ganzem Herzen ergeben waren.