Handhabung des Kinematographen
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Nachdem der Apparat aufgestellt ist, setzt man die Lichtquelle in Betrieb und zentriert sie so ein, daß auf dem Projektionsschirm ein gleichmäßig beleuchtetes Bildfeld erscheint. Man klemmt ein abgeschnittenes Filmbildchen in die Türe und stellt das Objektiv möglichst scharf darauf ein. Wenn der Apparat keinen automatischen Feuerschutz besitzt, so muß man beim Einspannen des Filmbandes vorsichtig sein, damit die heißen Lichtstrahlen nicht das leicht entzündliche Zelluloidmaterial in Brand setzen. Man kann sich in der Weise helfen, daß man in die Bildbühne der Laterne den Bildhalter einschiebt und in diesen eine Gitterscheibe oder auch eine Mattglasscheibe einsetzt. Die zweite Öffnung des Doppelbildhalters bleibt frei, und diese wird vorgeschoben, sobald man den Apparat in Betrieb nimmt.
Beim Einspannen des Bandes ist folgendes zu beachten. Zunächst müssen die Bilder auf dem Kopf stehen, und die Schichtseite des Films soll dem Kondensor zugekehrt sein; nur beim Durchprojizieren (wobei der Apparat hinter dem Schirm steht) muß die Schichtseite nach dem Objektiv hin zeigen. Die Filmspulen sind vielfach zweiteilig und lassen sich auseinandernehmen, so daß man die aus der Bühne entnommene Rolle bequem darauf stecken kann. Die Spule wird oben auf den Halter gebracht und mit der dazu vorgesehenen Vorrichtung befestigt. Man zieht nun das Filmband durch das Werk hindurch und achtet vor allem darauf, daß die Zähne der Transporttrommeln allenthalben genau in die Perforation des Filmbandes eingreifen. Ferner darf man nicht vergessen, den Film zwischen der Türe und der obern Vorschubtrommel einen Bausch bilden zu lassen, da sonst der Film an dieser Stelle kein Spiel hat und durchgerissen wird; gleichfalls muß ein Bausch vor der untern Trommel gemacht werden, welche den Film der Aufwickelvorrichtung zuführt. Die Einrichtung, welche zur Nachstellung des Filmbildchens im Fensterrahmen dient, stellt man am besten auf die Mitte, so daß sie nach beiden Seiten ungefähr gleichviel Raum zum Nachregulieren hat. Die auf der Aufwickelvorrichtung sitzende Filmspule ist zum Festklemmen des Bandes mit einem federnden Blechstück versehen. Man steckt das Filmende aber nicht einfach dahinter, sondern biegt es zurück und klemmt das zurückgebogene Ende unter das Blech; andernfalls kann sich der Film leicht lösen.
Nachdem das Band so eingespannt ist, gebe man der Kurbel ein paar langsame Umdrehungen und beobachte dabei, ob der Film glatt durch das Werk läuft, und ob er sich ordnungsgemäß aufwickelt. Ist alles in Ordnung, so kann die Vorführung beginnen. Man gibt also der Kurbel jetzt eine größere Geschwindigkeit, wobei der automatische Feuerschutz hochgeht, in dessen Ermangelung der Bildhalter herüber geschoben werden muß, damit die freie Öffnung vor den Kondensor kommt. Der Vorführer halte das Lichtbild im Auge und drehe so rasch, bzw. lasse den Motor mit solcher Geschwindigkeit laufen, daß die Bewegungen in der Szene natürlich erscheinen; in der Regel geben zwei Umdrehungen in der Sekunde die richtige Geschwindigkeit. Zeigt es sich, daß die Filmbilder nicht genau im Fensterrahmen sitzen, so korrigiere man mit der betreffenden Vorrichtung. Nötigenfalls muß man auch die Einstellung des Objektivs nachregulieren.
Bei Schlägerapparaten empfiehlt es sich, wenn man keinen Motor zum Antrieb benutzt, die Kurbel möglichst gleichmäßig »aus dem Handgelenk« zu drehen; bei stoßweisem Drehen überträgt sich nämlich der jeweilige Ruck auf das Filmband, und das Lichtbild wogt im gleichen Tempo auf und ab. Man kontrolliert das Drehen leicht an der Klappe des automatischen Feuerschutzes: diese wird bei gleichmäßigem Drehen ruhig in derselben Stellung erhalten, während sie bei ungleichmäßigem Antrieb auf- und abschwankt.