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Lichtbild- und Kino-Technik

Fehlerhafte Erscheinungen beim Arbeiten mit dem Kinematograph

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Blaue Flecken oder gelbrote Ränder im Bildfeld

entstehen, wenn die Lampe nicht richtig zentriert ist. Es sei dieserhalb auf Fig. 28 verwiesen. Gelingt es nicht, nach der dort gegebenen Anweisung ein gleichmäßig weißes Bildfeld zu erzielen, so ist die optische Anordnung nicht richtig. Der Kinematographmechanismus muß alsdann in einen nähern oder größern Abstand vom Kondensor gebracht werden, oder aber die Brennweite des Kondensors paßt nicht zu derjenigen des Objektivs, und es muß eine entsprechend andere Linsenzusammenstellung für den Kondensor genommen werden. Unter Umständen kann auch eine geeignete Hilfskondensierungslinse, die gegen die Türe des Apparats kommt, abhelfen.

Gelbrote Ecken oben oder unten im Bildfelde zeigen sich zuweilen bei Apparaten, die für das Filmband einen verstellbaren Rahmen besitzen, und zwar tritt der Fehler bei Verstellung des Rahmens dann auf, wenn dieser aus dem Beleuchtungsfeld gebracht wird. Man muß dann die Lichtquelle nachzentrieren. Um diese Erscheinung zu vermeiden, zentriere man von vornherein derart, daß das Bildfeld bei jeder Einstellung des Rahmens gleichmäßig weiß bleibt.

Verschwommene Lichtbilder.

Die Ursache mag darin zu suchen sein, daß der Abstand des Objektivs vom Film nicht richtig ist, ein Fehler, der namentlich bei Beschaffung eines neuen Objektivs häufig gemacht wird. Man prüfe die Brennweite des Objektivs und den bezeichneten Abstand nach.

Ziehen des Bildes.

Diese Erscheinung wird veranlaßt durch eine falsche Einstellung der Verschlußblende. Wenn diese nämlich falsch sitzt, so wird der Wechselvorgang ganz oder teilweise sichtbar gemacht. Es zeigt sich dies namentlich bei den Titeln, indem die auf schwarzem Grunde befindlichen Buchstaben nicht scharf umgrenzt, sondern nach oben oder unten um ein verschwommenes Stück ausgezogen erscheinen. Man muß in diesem Falle die Stellung der Blende kontrollieren, und zwar geschieht dies folgendermaßen. Nachdem ein Film eingespannt ist, dreht man das Werk ganz langsam, am besten am Schwungrad, und beobachtet den Augenblick, wo der Film in der Türe anfängt, sich zu bewegen. In diesem Moment muß die Blende das Objektiv gerade verschließen bzw. den darauf auftretenden Lichtkegel absperren. Alsdann dreht man weiter und beobachtet den Moment, in dem der Film wieder in Ruhe kommt, und kontrolliert, ob die Blende jetzt beginnt, das Objektiv zu öffnen. Hat die Verschlußblende zwei oder mehrere verschieden große Flügel, so dient zum Abdecken der größte.

Vibrieren oder Tanzen des Bildes.

Man muß da zweierlei unterscheiden: erstens ein Auf- und Abgehen des ganzen Bildes auf dem Projektionsschirm und zweitens ein Vibrieren der Bildkonturen allein, wobei die Umrandung fest stehen bleibt. Der erste Fall tritt ein, wenn es dem Apparat an einer genügend stabilen Aufstellung fehlt. Man muß dann für eine kräftigere Unterlage sorgen und eventuell noch nachprüfen, ob einzelne Teile des Apparates selbst, namentlich das Objektiv, beim Betriebe zittern. Ein Tanzen der Bildkonturen kann durch verschiedene Ursachen herbeigeführt werden, und zwar mag der Fehler einmal im Film selbst liegen, indem bei der Aufnahme die Kamera vibrierte oder aber indem die Perforation des Filmbandes durch häufige Benutzung »ausgeleiert« ist. Hat man mit einem einwandfreien Film zu tun, so gilt es den Apparat nachzuprüfen. Da wird man nachsehen, ob die Einklemmung des Bandes in der Türe eine genügende ist und fernerhin, ob der Bewegungsmechanismus »toten Gang« hat. Bei Schlägerapparaten wird, wenn man sie mit der Hand antreibt, ein Vibrieren des Bildes leicht dadurch hervorgerufen, daß man die Kurbel stoßweise dreht, indem dann der Film verschieden starken Schlägen ausgesetzt ist. Man drehe die Kurbel möglichst gleichmäßig »aus dem Handgelenk«.

Zerreißen des Filmbandes oder Ausreißen der Perforation.

Dieser Fall wird eintreten, wenn man vergessen hat, beim Einspannen den Film oberhalb und unterhalb der Türe einen Bausch bilden zu lassen, wie es in Fig. 42 angedeutet ist. Häufig sind eingerissene Stellen am Filmband oder besonders schlechte Klebstellen daran schuld, daß das Band irgendwo im Mechanismus stockt und zerrissen wird. Auch ein zu kräftiges Anziehen der Aufrollvorrichtung kann zum Zerreißen des Filmbandes führen; bei den Apparaten, welche eine Friktionsscheibe haben, darf man daher die Regulierungsschraube nicht zu fest anziehen.

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