Behandlung und Pflege des Filmbandes
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Da das Zelluloid bei Aufbewahrung an einem warmen und trocknen Platz seine Geschmeidigkeit verliert und auf die Dauer spröde und brüchig wird, so hebe man die Filme an einem kühlen Ort auf. Man bedient sich vorteilhaft zur Unterbringung der Rollen eines gutschließenden Zinkkastens, der in einem untern Abteil ein angefeuchtetes Stück Filz oder einen feuchten Schwamm enthält.
Für eine schonende Behandlung der Filme im Apparat ist es von größter Wichtigkeit, daß alle Teile, mit denen das Band in Berührung kommt, sauber gehalten werden. Das Zelluloid setzt (namentlich bei neuen Filmen) infolge der Reibung bei der großen Geschwindigkeit einen Staub ab, der sehr hart ist und sich zu einer Kruste verfestigt. Diese Kruste aber bildet ein ganz ausgezeichnetes Schleifmittel, das nicht nur den Film verarbeitet, sondern auch die betreffenden Apparatteile angreift. Darum ist es dringend notwendig, die Auflageflächen in der Türe und auf den Trommeln und Rollen hinreichend oft sorgfältig zu reinigen; wenn möglich geht man jedesmal, nachdem ein Film durchgelaufen ist, mit einer Bürste darüber.
Sehr viel leiden die Filme in der Praxis durch zu starkes Ölen des Apparates, indem sich das Öl über die Trommeln und die Türe verbreitet und den Film mit einem klebrigen Schmierüberzug versieht. Staub und Schmutz, der darauf liegt, bleibt haften und wird dann in der Aufrollvorrichtung wie in einer Kopierpresse fest darauf gepreßt. Besonders schädlich ist es dabei, wenn an dem Film körnige Schmutzteilchen sitzen, da diese zum Kratzen Anlaß geben. Am stärksten leiden erfahrungsgemäß Anfang und Ende des Filmbandes; bei häufig benutzten Filmen kündigt sich der Schluß meistens durch ein häßliches »Regnen« an. Dieser Übelstand läßt sich in der Weise vermeiden, daß man vorn und hinten einige Meter Blankfilm — am besten schwarzen Film — anklebt; dann bleibt der eigentliche Bildfilm geschont.
Schadhafte Stellen, wie Einrisse und schlechte Klebstellen, müssen rechtzeitig repariert werden. Als Klebstoff benutzt man ein Lösemittel für Zelluloid, und zwar bewährt sich sehr gut Amylazetat, dem man etwas Zelluloid zuzusetzen pflegt; auch lassen sich Azeton und Eisessig verwenden. Übrigens werden jetzt geeignete Klebmittel im Handel vielfach angeboten. Um einen stark eingerissenen Film zu reparieren, verfährt man folgendermaßen. Man schneidet den Film genau auf der Linie, welche das nächste Bild von dieser Stelle trennt, mit einer scharfen Schere oder mit einem Messer und Lineal durch und schneidet von dem einen Rande den beschädigten Teil in der Nähe des daranstoßenden Bildes ab, derart, daß ein Streifen von etwa 3 mm Breite übrigbleibt, der zum Ankleben an das andere Filmende dient. Von diesem Klebstreifen schabt man mit einem scharfen Messer die Gelatineschicht sorgfältig ab, was besser vor sich geht, wenn man die Gelatine zuvor mit etwas Wasser aufweicht. Man überzeugt sich, daß man beim Aufeinanderlegen den richtigen Lochabstand erhält und bringt mittels eines feinen Pinsels eine dünne Lage des Klebstoffes darauf; desgleichen bestreicht man die betreffende Stelle auf der Rückseite des andern Filmendes mit der Klebmasse. Wenn man nun die beiden Teile mit Ruhe und Vorsicht aufeinanderlegt und recht fest zusammendrückt, so hat man in ganz kurzer Zeit eine tadellose Verbindung. Erleichtert wird die Arbeit durch eine Klemmvorrichtung (Fig. 49), in welche die Filmstücke beim Kleben eingepreßt werden. Zähne, die daran angebracht sind, wahren gleichzeitig den genauen Abstand der Löcher und verhindern ein Verrutschen der Filmenden. Es wird vielfach der Fehler gemacht, daß man die Klebstücke zu breit nimmt. An solchen ungeeigneten Klebstellen reißt der Film leicht durch; denn das Band ist hier dicker und steifer und findet somit im Apparat an dieser Stelle größern Widerstand.
Fig. 49. Filmklemme und Klebmasse.

Stellen im Filmbande, die stark verkratzt sind und sich bei der Projektion unangenehm bemerkbar machen, schneidet man am besten heraus, und zwar verfährt man dazu genau so, wie eben beschrieben wurde. Wenn der Film am Rande einen kleinen Einriß hat, so genügt es, ein entsprechend großes, blankes Filmstück dagegen zu kleben, nachdem man, wenn nötig, die Einrißstelle zuvor ausgeschnitten hat. Diese kleinen Einrisse zeigen sich meist an den Löchern; das aufzuklebende Stück muß daher mit einem Loch versehen sein, und die Löcher müssen genau zur Deckung gebracht werden. Damit die Teile gut aufeinander haften, darf man nicht versäumen, sie nach Anstreichen des Klebstoffes kurze Zeit fest aufeinander zu pressen. Ein eventuell überstehendes Stückchen an der Klebstelle schneide man ab. Auch hier beachte man, daß beim Kleben stets Zelluloid auf Zelluloid liegen muß.