VI. Pharmakognostische Systeme.
Reading edition
Bibliographie der Hand- und Lehrbücher der Pharmakognosie, sowie verwandter Zweige von Pomet an.
Die Frage, wie man den Stoff anzuordnen habe, ist vielfach ventiliert worden und es sind ziemlich verschiedene Systeme hierfür benutzt worden. Ich halte die Wahl des Systems für ziemlich gleichgültig. Ich bevorzuge jedoch, da eine in allen Punkten befriedigende chemische Einteilung zurzeit noch unmöglich ist (s. weiter hinten), die Anordnung nach den natürlichen Familien, da diese eine chemische Einteilung vorbereitet, die das letzte Ziel aller pharmakognostischen Einteilungen ist.
PEREIRA, der bekanntlich die Pharmakognosie noch nicht von der Pharmakologie trennt und auch noch die chemischen Arzneimittel einbezieht, zählt in seinen Elements of materia medica (2. Aufl. 1842–43, deutsch von BUCHHEIM) folgende Einteilungsmöglichkeiten auf, die ich, durch einige weitere vermehrt, hier zugrunde legen will.
Zunächst die alphabetische Anordnung, die in folgenden Werken benutzt wurde:
NIC. LÉMERY, Traité universel des drogues simples, mises en ordre alphabétique. Ou l’on trouve leurs differens noms, leur origine, leur choix, les principes qu’elles renferment, leurs qualitez, leur étimologie et tout ce qu’il y a de particulier dans les Animaux, dans les Végétaux et dans les Minéraux. Ouvrage dépendant de la Pharmacopée universelle Paris 1698 und 1714, Amst. 1716. Paris 1723 par B. DE JUSSIEU, 3 Edit. 1733. 4 Edit. 1782 avec 24 pl. (Die erste Auflage ohne Abbild.) Deutsch von CHR. FR. RICHTER, Vollst. Materiallexikon, Leipzig 1721.
Dann: Dictionnaire général des drogues simples et composées de LÉMERY. (zuerst Rotterdam 1727), revu par S. MORELOT, 2 Vol. Paris 1807, mit zahlreichen Tafeln. Holländisch: Woordenboek of algemeene verzameling der enkele droogeryen 1743.
JOS. MILLER, Botanicum officinale. London 1722. Das erste englische Lehrbuch der Pharmakognosie.
JOH. JAC. MANGET, Bibliotheca pharmaceutica s. thesaurus refertissimus materiae medicae. Genev. 1703.
M. DE LA BEYRIE et M. GOULIN, Dictionnaire raisonné-universel de matière médicale. 8 Vol. Paris 1773.
J. RUTTY, Materia medica antiqua et nova repurgata et illustrata. Rotterdam 1775.
KRUITMANN, Lexicon exoticorum oder Beschr. d. ostindisch. u. westind. Materialien. 1730.
W. LEWIS, An experimental history of materia medica 1761 und 1791 (by Aikin).
J. A. PARIS, Pharmakologie 1820, 1833, 1838, 1842.
W. T. BRANDE, Manual of pharmacy, London 1825 und a dictionnary of materia medica, London 1839. Deutsch (von FR. WOLFF), Handb. d. Materia medica und Pharmacie.
MART. NIC. BEETS: Woordenboek van Droogeryen. Amsterd. 1825.
CHEVALLER, RICHARD et GUILLEMIN, Dictionnaire des drogues simples et comp. Paris 1827/29.
L. MARTINET, Manuel de thérapeutique et de matière médicale. Paris 1828.
F. V. MÉRAT et A. J. DE LENS, Dictionnaire universel de matière médicale et de thérapeutique génér. 6 B. 1829–34.
F. P. DULK und SACHS, Handwörterbuch der prakt. Heilmittellehre. Königsberg 1832.
E. F. ANTHON, Handwörterbuch der chemisch-pharmazeutischen und pharmakognostischen Nomenklaturen. Nürnberg 1833 u. 1861.
W. L. BACHMANN, Handwörterbuch der prakt. Apothekerkunst. Nürnberg 1836–39.
RICHARD, Dictionnaire des drogues simples et composées. Paris 1827–29. 5 B.
E. WINKLER, Vollständiges Reallexikon der medizinisch-pharmazeut. Naturgesch. und Rohwaarenkunde. 2 B. Leipzig 1838–42.
ED. (Arzt) und JUL. (Apotheker) MARTINY, Enzyklopädie der medizin.-pharmazeut. Naturalien- und Rohwaarenkunde. 2 B. Quedlinburg 1843–1854.
G. C. WITTSTEIN, Handwörterbuch der Pharmakognosie des Pflanzenreiches. (II. Abt. 2 T. der Enzyklopädie der Naturwissenschaften.) Breslau 1883. Alphabetisch nach den deutschen Namen. Auch etymologisch, aber mit Vorsicht zu benutzen.
C. HARTWICH, Die neuen Arzneidrogen aus dem Pflanzenreiche. Berlin 1897.
Auch das vorzügliche Werk:
CASPAR NEUMANN, Chymiae medicae dogmatico-experimentalis, Tom. X oder der gründlichen und mit Experimenten erwiesenen medizinischen Chymie 10 B. ed. ZIMMERMANN, Schneeberg 1740 und ed. KESSEL, Züllichau 1749–55 (englisch [von LEWIS] London 1760 und 1773), wagt noch keine Einteilung auf chemischer Grundlage, sondern führt die Drogen alphabetisch auf. Es erstrebt keine Vollständigkeit, sondern enthält nur die Drogen und Pflanzen, die bereits chemisch — besondere von NEUMANN selbst — untersucht wurden.
Alphabetisch sind die Drogen auch abgehandelt in den Universalpharmakopöen, den Kommentaren, den Handbüchern der pharmazeutischen Praxis usw., z. B. in:
N. LÉMERY, Pharmacopée universelle. Paris 1697 und 1754.
PH. L. GEIGER, Pharmacopoea universalis. Heidelberg 1835.
H. HAGER, B. FISCHER und C. HARTWICH, Kommentar zum Arzneibuch für das Deutsche Reich. Berlin 1891. Die Drogen von C. HARTWICH.
B. FISCHER und HARTWICH, Hagers Handbuch der pharmazeut. Praxis. Berlin 1902. Die Drogen gut illustriert und vorzüglich bearbeitet von C. HARTWICH.
G. F. BERGH, TH. DELPHIN, A. BLOMQUIST und R. WESTLING, Kommentar till Svenska Farmakopén. Stockholm 1905–1908. Die Drogen gut illustriert.
Realenzyklopädie der gesamten Pharmazie. Herausg. v. GEISSLER und MOELLER, 1885–1891. 2. Aufl. herausg. von MOELLER und THOMS. Die Drogen, gut illustriert, von T. F. HANANSEK, HARTWICH, MOELLER, TSCHIRCH u. and. bearbeitet.
Der Realenzyklopädie entspricht das National standard dispensatory by HARE, CASPARI and RUSBY. Philadelphia 1907. Die Drogen von Rusby.
Kings American dispensatory by H. W. FELTER and JOHN URI LLOYD. 3 Revis. 2 Vol. Cincinnati 1898.
Diese alphabetische Einteilung ist nun aber gar keine Einteilung, sondern ein Notbehelf, zudem, wenn in Lehrbüchern angewendet, die Bankerotterklärung der Pharmakognosie als Wissenschaft, wie SCHLEIDEN bemerkt. PEREIRA führt als Grund für eine derartige Gruppierung an, daß man bei ihr jede Substanz leicht auffinden könne und Fehler in der Einteilung vermeide.
Von systematischen Einteilungen führt PEREIRA an:
1. Einteilung nach den sensiblen Eigenschaften.
Diese Klassifikation, die sich auf Farbe, Geschmack und Geruch der Drogen gründet, ist natürlich sehr unvollkommen, hat aber auch ihre Vertreter gefunden. FLÜCKIGER benutzte sie gern für die Unterabteilungen (S. 226).
JON. OSBORNE, On the indications afforded by the sensible qualities of plants with respect to their medical properties 1828.
A. F. A. GREEVES, An essay on the varieties and distinctions of tastes and smells and on the arrangement of the materia medica (in DUNCAN, Suppl. to the Edinb. new dispensatory 1829).
PEREIRA teilt GREEVES Einteilung mit.
2. Einteilung nach den naturhistorischen Eigenschaften.
(Systematisch-botanische Systeme.)
«Sie bezieht sich meist auf die äußere Form und Struktur, bei Pflanzen und Tieren auf die Organisation, bei den mineralischen Körpern auf die Kristallisation», d. h. mit anderen Worten: die pflanzlichen und tierischen Drogen werden nach den künstlichen oder natürlichen Familien angeordnet. Die ersten, die diese Anordnung, die man die systematisch-botanische nennen kann, wählten, waren DALE und MURRAY.
SAMUEL DALE, Pharmacologia. London 1693.
J. A. MURRAY, Apparatus medicaminum tam simplicium quam praeparatorum et compositorum. 5 Vol. Göttingen 1776–1789. Vol. 6, post mort. ed. ALTHOF. 1792, von diesem auch die Edit. altera in 6 B. 1793–94. Deutsche Übersetzung von SEEGER, MURRAYS Arzneivorrath. Braunschw. 1778–1791 (B. 6 1792 von ALTHOF). Der zweite Teil des Werkes: Regn. minerale von J. F. GMELIN, 1795–96.
Ihm folgten:
JO. DAV. SCHOEPF, Materia medica americana potissimum regni vegetabilis. Erlang. 1787. (Neudruck in Bulletin of the Lloyd Library in Cincinnati).
A. RICHARD, Botanique médicale. Paris 1823. (Übers. v. KUNZE und KUMMER, Berlin 1824–26), und Elemens d’histoire naturelle médicale. Bruxelles 1831.
P. I. SMYTTÈRE, Phytologie pharmaceutique et médicale. Paris 1829.
J. F. L. NEES VON ESENBECK und L. N. EBERMAIER, Handbuch der medizinisch-pharmazeut. Botanik. 3 T. Düsseldorf 1830–32.
N. J. B. G. GUIBOURT, Histoire abregée des drogues simples, später: Histoire naturelle des drogues simples. Paris 1820. (Deutsch v. BISCHOFF: Pharmazeut. Warenkunde 1823). 2. Ed. 1826. 3. Ed. 1836 (deutsch v. MARTIUS). 4. Ed. 1839. 5. Ed. 1849, mit 600 Figuren, 6. Ed. von G. PLANCHON: Histoire naturelle des drogues simples. 4 Vol. Paris 1869–70. 7 Ed. 1876. 4 Vol. mit 1077 vorwiegend morphologischen Figuren. Die wichtigste französische Pharmakognosie aus früherer Zeit.
Nachtrag zu GUIBOURTS Warenkunde: TH. W. C. MARTIUS, Das neueste aus dem Gebiete der Pharmakognosie. Nürnberg 1830.
V. FR. KOSTELETZKY, Allgem. mediz.-pharmazeut. Flora. 6. B. Prag und Mannheim 1831–36.
WIGGERS (und CARL MÜLLER), Grundriß der Pharmakognosie. Göttingen 1840. 5. Aufl.: Handbuch der Pharmakognosie 1864.
G. W. BISCHOFF, Medizin.-pharmazeut. Botanik. Erlangen 1843. 2. Ausg. 1847.
ENDLICHER, Die Medizinalpflanzen der österreichischen Pharmakopoee. Wien 1842.
K. F. PH. MARTIUS, Systema materiae medicae vegetabilis brasiliensis. Lips. 1842.
SCHROFF, Lehrbuch der Pharmakognosie. Wien 1853. 2. Aufl. 1869.
Sehr wichtig sind die beiden folgenden Werke:
JONATHAN PEREIRA, The elements of materia medica and Therapeutics. London, (1. Aufl. 1837 [unter anderem Titel], 2. Aufl. 1842, 3. Aufl. 1849–1853, 4. Aufl. 1854–1857). Neue Aufl. von BENTLEY AND REDWOOD. London 1874. Wichtigstes Werk der englischen Pharmakognosie aus früherer Zeit. Die erste Aufl. deutsch von BEHREND 1838, die zweite deutsch von BUCHHEIM unter dem Titel: Handbuch der Heilmittellehre. Leipzig 1842.
D. A. ROSENTHAL, Synopsis plantarum diaphoricarum. Systemat. Übersicht der Heil-, Nutz- und Giftpflanzen aller Länder. Erlangen 1861.
Dies System ist in späterer Zeit wohl hauptsächlich deshalb verlassen worden, weil es SCHLEIDEN 1857 schlecht machte. Er sagt in seinem Handbuch der botanischen Pharmakognosie: «Diese Systeme (d. h. die systematisch-botanischen), die auf den ersten Anblick den Schein großer Wissenschaftlichkeit haben, sind gleichwohl die allerunwissenschaftlichsten und unbrauchbarsten. Zunächst enthalten sie das stillschweigende Eingeständnis, daß es gar keine Pharmakognosie als selbständige wissenschaftliche Disziplin gebe und geben könne. Jede wissenschaftliche Disziplin muß die systematische Verteilung ihres Stoffes eben diesem Stoff und seiner Natur entlehnen, sonst ist sie entweder keine selbständige Wissenschaft oder ihr System ist ein falsches. Gegenstand der Pharmakognosie sind aber nicht die Pflanzen als solche, sondern die Droguen als solche. Von ihnen allein dürfen also die Grundsätze für ihre systematische Anordnung entlehnt werden.»
Das ist gewiß richtig. Aber die systematisch-botanische Einteilung gewinnt im Lichte der Ergebnisse der neueren Pharmakochemie doch an Bedeutung, wenn man berücksichtigt, daß die Pflanzen derselben Familie nicht nur, wie die besonders unter RADLKOFERS Einfluß entwickelte anatomisch-systematische Richtung (SOLEREDER u. a.) zeigte, durch ähnliche anatomische Verhältnisse, sondern, wie die vergleichende Pharmakochemie lehrt, auch durch ähnliche chemische Eigenschaften, durch gleiche oder verwandte Bestandteile miteinander verbunden sind.
Daß zwischen der systematischen Stellung einer Pflanze, oder wie man damals sagte, «der Form» oder «Fruktifikation» und ihren (natürlich auf den Bestandteilen fußenden) Heilwirkungen (vires) Beziehungen bestehen müssen, betonten schon der geistvolle RUD. JAC. CAMERARIUS (de convenientia plantarum in fructificatione et viribus, Tübing. 1699) und JAMES PETIVER (Philosoph. transact. 1699), der durch den Versuch beweisen wollte, «daß Pflanzen von demselben Bau oder derselben Klasse im allgemeinen die gleiche Kraft (vertue) besitzen» . «Denn da die Organe und der Bau aller Pflanzen von derselben Familie oder Klasse meist dieselben Gefäße und Gänge besitzen müssen, um die ihnen zukommende Bildung zu erreichen, können auch die darin enthaltenen und zirkulierenden Säfte nicht so sehr verschieden sein; und da meistens auch Geruch und Geschmack eine große Übereinstimmung zeigen, so können doch wohl auch die Kräfte nicht sehr heterogen sein.» Als Beispiele führt PETIVER bereits die Klassen an, die wir heute Labiaten und Umbelliferen nennen.
Auch LINNÉ bemerkt in den Amoenitates: «Plantae quae genere conveniunt, etiam virtute conveniunt; quae ordine naturali continentur, etiam virtute proprius accedunt; quae classe naturali congruunt, etiam viribus quodammodo congruunt.» Ähnlich äußert sich CAESALPINI: «Plantae quae generis societate junguntur, plerumque et similes possident facultates.»
Später haben dann ISENFLAMM (Methodus plantarum medicinae clinicae adminiculum, Erlang. 1764), WILKE (de usu systematis sexualis in medicina, Gryphiswald. 1764), GMELIN (Botanica et chemia ad medicam applicatae Tüb. 1755), WILLEMET (An vires plantarum ex characteribus botanicis sunt inferendae, Nancy 1782); JUSSIEU (Mém. d. l. Soc. de Méd. 1786), BARTON (Collection for an Essay towards a materia medica of the unit. stat. 1801), CASSEL (Versuch über die natürl. Familien der Pflanzen mit Rücksicht auf ihre Heilkraft. Köln 1810) u. and. den Gedanken weiter verfolgt, der sich zu einem System verdichtete in der interessanten Schrift von:
AUG. PYR. DE CANDOLLE, Essai sur les propriétes médicales des plantes comparées avec leurs formes extérieures et leur classification naturelle. Paris 1804 u. 1816. (Deutsch v. K. J. PERLEB. Aarau 1818.)
Widerspruch erfuhr die Theorie besonders von VOGEL (Mat. med.), PLAZ (de plantarum virtutibus ex ipsarum charactere botanico nunquam cognoscendis 1762) und GLEDITZSCH (de methodo botanica dubio et fallaci virtutum in plantis indice. 1742).
Später sind dann diese Gedanken vielfach weiter gesponnen worden in den Schriften:
MALY, De analogis plantarum affinium viribus. Prag 1823.
H. H. DIERBACH, Abhandl. über die Arzneikräfte der Pflanzen, verglichen mit ihrer Struktur und ihren chemischen Bestandteilen. Lemgo 1831.
CALVERT ET FERRAND, Mém. sur la végétation considerée sous le point de vue chimique 1844.
HERLANT, Etude sur les rapports entre les principes actifs et les caractères botan. des plantes officinales. Brux. 1878.
DRAGENDORFF, Über d. Bezieh. zwischen chem. Bestandt. u. botan. Eigentümlichk. d. Pflanz. Petersburg 1879.
GRESHOFF, Gedanken über Pflanzenkräfte und phytochemische Verwandtschaft. Ber. d. pharmazeut. Ges. 1893.
ROSENTHALER, Bezieh. zwischen Pflanzenchemie u. Systematik. Naturforschervers. Stuttgart 1906.
Durch eine systematisch-botanische Zusammenstellung treten die Ähnlichkeiten, die man sonst leicht übersehen hatte, oft geradezu erst hervor. So besitzt dies von SCHLEIDEN geschmähte System sogar heuristischen Wert. Es besitzt aber auch didaktischen, da es eine lebensvolle Verknüpfung zusammengehöriger Drogen in der Vorlesung ermöglicht, und deshalb hat sich seiner auch noch in neuerer Zeit FLÜCKIGER in seinem «Grundriß der Pharmakognosie» (Berlin 1883, 2. Aufl. 1894) bedient. Deshalb bediene ich mich seiner in der Vorlesung und deshalb habe ich dies System auch der Anordnung des Drogenmuseums des Berner pharmazeutischen Instituts zugrunde gelegt.
Bereits in den «Grundlagen der Pharmakognosie» reden FLÜCKIGER und ich der Anlehnung an die natürlichen Pflanzenfamilien das Wort. «Die Benutzung eines auf diese gegründeten Systems eignet sich schon deshalb, weil die Kenntnis der Pflanzenfamilien vorausgesetzt werden darf, kaum noch im Zweifel läßt über die jeder Droge gebührende Stelle und nicht die Trennung der Teile oder Produkte gestattet, welche eine und dieselbe Pflanze liefert. Diese Vorzüge sind größer als der Nachteil, welcher darin erblickt werden mag, daß sich bei dieser Anordnung Dinge nahe gerückt finden, welche weder morphologisch noch in betreff der Heilwirkung irgend zusammengehören.»
Für Pflanzen und Tiere ist es benutzt in:
J. J. VIREY, Histoire naturelle des médicaments des alimens et des poisons. Paris 1820. 2 ed. 1826.
A. L. A. FÉE, Cours d’histoire nat. pharmaceut. ou histoire des substances usitées dans la thérapeutique, les arts et l’économie domestique. Paris 1828.
A. RICHARD, Elemens d’histoire nat. med. Paris 1831–35.
J. JOHNSTONE, A therapeutic arrangement and syllabus of materia medica. London 1835.
E. SOUBEIRAN, Nouveau traité de pharmacie théoret. et prat. 1836. 2. Aufl. 1840.
Für Tiere in:
J. F. BRANDT und J. T. C. RATZEBURG, Medizin. Zoologie. Getreue Darst. u. Beschreib. d. Tiere, die in der Arzneimittellehre in Betracht kommen. 3 B. 1827–33, mit 60 vorzügl. Kupfertafeln.
P. L. GEIGER, Handb. d. Pharmazie. Heidelb. 1829.
JOHN STEPHENSON, Medical zoology and mineralogy. London 1832.
J. W. C. MARTIUS, Lehrb. d. pharmazeut. Zoologie 1838.
MARTINY, Naturgeschichte der für die Heilkunde wichtigen Tiere. Gießen 1854. m. 30 Taf.
MOQUIN-TANDON, Eléments de zoologie médicale. Paris 1860. 2 Edit. 1882 avec Fig.
Des künstlichen LINNÉschen Systems bedienen sich:
C. LINNÉ, Materia medica 1749, 4. Aufl. Erlang. 1782, 5. Aufl. 1785 (ED. SCHREBER).
SCHÖPF (s. oben).
P. J. BERGIUS. Materia medica e regno vegetabili, sistens simplicia officinalia pariter atque culinaria. 2 B. Stockholm 1778. 2. Aufl. Stockholm 1782.
P. L. GEIGER, Handb. d. Pharmazie. 3. Aufl. 1830, 5. Aufl. 1837/39. Bearb. von N. V. ESENBECK, DIERBACH und CL. MARQUART.
Auch der pharmakognostische Teil von C. G. HAGEN, Lehrbuch der Apothekerkunst, Königsberg 1778–82 (bis 1821 8. Aufl.), ordnet die Drogen nach dem Linnéschen System.
In neuerer Zeit bedienten sich des systematisch-botanischen Systems:
C. A. J. A. OUDEMANS, Aanteekeningen op het systematisch- en pharmacognostisch-botanische gedeelte der Pharmacopoea Neerlandica. Rotterdam 1854–56.
W. DYMOCK, The vegetable Materia medica of Western India. Bombay s. a. (1884).
F. A. FLÜCKIGER and DAN. HANBURY, Pharmacographia a history of the principal drugs of vegetable origin, met with in great britain and british India. London 1874. 2. Ed. (by FLÜCKIGER) 1879. Das wichtigste Werk der englischen Pharmakognosie, leider ohne Abbildungen. Französische Übersetzung (nach der 1. Aufl.) von J. L. DE LANESSAN, Histoire des drogues d’origine végétale. 2 Vol. Paris 1878. avec 320 Fig. (par HUGON).
Als Ergänzung dazu: DAN. HANBURY, Science papers, chiefly pharmacological and botanical. London 1876 (Edit. J. JUCE), mit Abbild.
G. PLANCHON, Traité pratique de la détermination des drogues simples d’origine végétale. 2 Vol. Paris 1875, mit Abbild.
W. DYMOCK, C. J. H. WARDEN und D. HOOPER, Pharmacographia indica, a history of the principal drugs of vegetable origin met with in British India. 3 Vol. London, Bombay, Calcutta 1890–1892, ohne Abbildungen.
GEORGE WATT, Dictionary of the economic products of India. 6 Vol. Calcutta 1889–1893, ohne Abbildungen.
LUCIUS E. SAYRE, A manual of organic materia medica and pharmacognosy. Philadelphia 1895, with 543 Illustr.
G. PLANCHON et E. COLLIN, Les drogues simples d’origine végétale. 2 Vol. Paris 1896, mit 1379 Fig. (von COLLIN), die anatomischen etwas schematisiert. Das Hauptwerk der französischen Pharmakognosie.
G. DRAGENDORFF, Die Heilpflanzen der verschiedenen Völker und Zeiten. Stuttgart 1898. Vollständiges Verzeichnis der ungefähr 12700 Heilpflanzen.
Ähnliche Ziele wie DRAGENDORFFS Heilpflanzen verfolgt:
CH. PICKERING, Chronological history of plants, man’s record of his own existence illustrated through their names uses and companionship. Boston 1879 (enthält 15000 Nummern der menschl. Nutzpflanzen, nach FLÜCKIGER [Botan. Zeit] eine kritiklose Zusammenhäufung).
H. V. ROSENDAHL, Lärobok i Farmakognosi med 347 Fig. Upsala 1897 (schwedisch). Berücksichtigt alle drei Reiche.
B. A. TICHOMIROFF, Utschebnik Farmakognozii. Moskau 1900, mit 157 Abbild. (Russisch).
LOUIS PLANCHON, Précis de matière médicale. 2 Vol. Tom. I avec 170 Fig. 1904, Tom. II avec 314 Fig. 1906. Recht gut für Studierende brauchbar, berücksichtigt auch die Bestandteile ausreichend. PLANCHON legt das System von BENTHAM und HOOKER und DURANDS Index generum phanerogamarum zugrunde.
W. MITLACHER, Toxikologisch und forensisch wichtige Pflanzen und vegetabilische Drogen. Wien 1904.
E. GILG, Lehrbuch der Pharmakognosie. Berlin 1905.
Die Lehrbücher, welche nur den botanischen Teil der Pharmakognosie behandeln und den chemischen Teil entweder ganz unterdrücken oder nach anderen Lehrbüchern und nicht auf Grund eigener Erfahrung oder nach den Quellen behandeln, sind keine Lehrbücher der Pharmakognosie, sondern Lehrbücher der Pharmakobotanik oder botanischen Pharmakognosie, wie sie schon SCHLEIDEN richtig benennt.
3. Einteilung nach den in der Medizin gebräuchlichen Teilen.
(Morphologische Systeme.)
Dieser Einteilung wurden die äußeren morphologischen Charaktere der Drogen zugrunde gelegt, d. h. die Samen, Rinden, Wurzeln, Blätter usw. zusammengestellt, das morphologisch-gleichartige miteinander vereinigt.
Dies System benutzte zuerst, aber in sehr unvollkommener Weise:
POMET, Histoire générale des drogues simples et comporés. Renfermant dans les trois classes des Végétaux, des Animaux et des Mineraux, tout ce qui est l’objet de la Physique, de la Chimie, de la Pharmacie et des Arts les plus utiles à la société des hommes. 2 Vol. Paris, mit Abbild. im Text. 1694. 2 Edit. (par POMET fils) mit zahlreichen Tafeln. 1735. Die erste Pharmakognosie in unserem Sinne (vgl. Geschichte).
Auch noch sehr unvollkommen ist das System in dem nur ausländische Drogen usw. behandelnden Werke:
MICH. BERNH. VALENTINI, Museum museorum oder vollständige Schaubühne aller Materialien und Spezereyen nebst deren natürlichen Beschreibung, Election, Nutzen und Gebrauch, aus anderen Material-, Kunst- und Naturalien-Kammern, Oost- und West-Indischen Reiß-Beschreibungen, curiosen Zeit- und Tag-Registern etc. 2 B. Frankfurt 1704–1714. Mit historisch interessanten «etlich hundert sauberen Kupfferstöcken» (und derselbe: Historia simplicium reformata sub Musei Museorum titulo antehac in vernacula edita p. C. BECKER, 1716 und 1723). Das Werk ist wissenschaftlich unbedeutend, die Abbildungen schlecht und zum Teil anderen Werken (POMET) entnommen.
STEPH. FRANC. GEOFFROY, Tractatus de materia medica sive de medicamentorum simplicium historia, virtute, delectu et usu. 3 Vol. Paris 1741. 1 B. de fossilibus, 2 B. de vegetabilibus exoticis, 3 B. de vegetabilibus indigenis. Franz.: Traité de la matière médicale ou de l’histoire, des vertus, du choix, et de l’usage des rémedes simples Paris 1757 (dazu: Les figures des plantes d’usage en médecine, décrits dans le matière médicale de GEOFFROY, dessinés par de GARSAULT, 643 Tafeln); deutsch: 1760–1766. Der zweite Band ist nach den Pflanzenteilen geordnet und enthält die 9 Kapitel: de radicibus, de corticibus, de lignis, de plantis quibusdam maritimis, de surculis quibusdam, foliis et floribus, de fructibus et seminibus, de plantarum succis liquidis et concretis (de resinis liquidis, d. r. solidis, de succis gummosis, de gummi-resinis), de succis arte quadam e plantis extractis, de tuberibus, fungis et adnatis quibusdam vegetabilibus. Innerhalb dieser Kapitel sind die Drogen alphabetisch geordnet. Der dritte Band ist alphabetisch nach den Stammpflanzennamen geordnet.
GEOFFROY benutzt also ein gemischtes System. Das Werk, dessen lateinische Ausgabe nur die anorganischen und vegetabilischen Drogen behandelt, enthält auch Arzneivorschriften bei den einzelnen Drogen, wendet sich also wohl vornehmlich an Ärzte. Es ist von wissenschaftlichem Werte (siehe Geschichte).
R. A. VOGEL, Historia materiae medicae. Lugd. Bat. 1758, 1764, 1768.
C. ALSTON, Lectures on materia medica. 2 Vol. London 1770.
J. L. EBERMAIER, Taschenbuch der Pharmazie 1809.
J. B. TROMMSDORFF, Handbuch der pharmazeutischen Waarenkunde. Erfurt 1799. 2. Aufl. 1806. 3. Aufl. 1822. Die erste Pharmakognosie in deutscher Sprache.
TROMMSDORFF, der die Pharmakognosie als einen Teil der gesamten Warenkunde vortrug, und alle drei Reiche behandelt, ordnete die Drogen nach organographischen Prinzipien. Er begann mit den Cryptogamen, behandelte dann die Wurzeln, Stengel, Hölzer, Rinden usw.
F. GOEBEL und G. KUNZE, Pharmazeutische Waarenkunde. Eisenach 1827–1834. 2 B. mit zahlr. Taf.
J. W. C. MARTIUS, Grundriß der Pharmakognosie d. Pflanzenreiches. Erlangen 1832. Der Grundriß von MARTIUS ist nicht viel anderes als die Neubearbeitung des zweiten Teiles des Werkes von TROMMSDORFF (s. oben). MARTIUS beschränkt sich auf das Pflanzenreich.
J. W. und FR. DÖBEREINER, Deutsches Apothekerbuch, Abteilung: Pharmazeutische Technologie und Warenkunde. Stuttgart 1842.
Innerhalb der einzelnen Gruppen erfolgte dann die Anordnung meist nach dem Alphabet, so z. B. bei MARTIUS, GEOFFROY; was SCHLEIDEN das «unrein pharmakognostische oder pharmakognostisch-alphabetische System» nennt, später dann auch nach dem natürlichen Pflanzensystem.
Das «vollständig pharmakognostische System» wurde zuerst von BERG 1851 aufgestellt und besonders von SCHLEIDEN (1857) verteidigt. Es ist, wie SCHLEIDEN sagt, «durchweg den Drogen als solchen und ihrer eigentümlichen Natur entlehnt». SCHLEIDEN unterscheidet zunächst als erste Abteilung: Ganze Pflanzen oder Pflanzenteile mit den Strukturverhältnissen organischer Gewebe versehen. Die erste Unterabteilung umfaßt: Vollständige Pflanzen oder Drogen, die wenigstens alle diejenigen Organteile besitzen, welche zu einer vollständigen botanisch-systematischen Bestimmung der Pflanzen nötig sind. Diese Abteilung, die die Kräuter umfaßt, gliedert er nach dem natürlichen Pflanzensystem, «da wir die hierher gehörigen Pflanzen ganz wie Pflanzen behandeln dürfen». Die zweite Unterabteilung umfaßt: Teile der Pflanzen, welche zur vollständigen botanisch-systematischen Bestimmung der Pflanzen nicht hinreichend sind. Diese Unterabteilung enthält das Gros der Pflanzendrogen: die kryptogamischen Drogen, die Wurzeln, Stämme, Hölzer, Rinden, Blätter, Knospen, Blüten, Früchte, Samen, Teile von Früchten und Samen und Drogen mit organischer Gewebestruktur, die nicht als bestimmte Pflanzenteile erscheinen. Die weitere Einteilung dieser großen Klassen basiert SCHLEIDEN auf leicht erkennbare äußere Merkmale sowohl «empirische oder sinnliche» oder «wissenschaftliche», wie z. B. Farbe, Querbruch, Größe und Verteilung der Gefäße, Vorhandensein oder Fehlen von Korkwärzchen usw. Bei den Früchten, Blättern und Blüten legt er die botanisch-morphologische Einteilung derselben zugrunde, bei den Samen die Beschaffenheit des Keims, Vorhandensein und Fehlen von Endosperm u. a. m. Auch hier wird wieder die weitere Gliederung nach Pflanzenfamilien gemacht. Bei den Rinden dagegen benutzt er den Geschmack als Einteilungsprinzip.
Die zweite große Abteilung umfaßt die Stoffe, welche aus den Pflanzen abgeschieden sind und keine organisch-zellige Struktur zeigen. Und zwar zunächst die Stoffe, welche in bestimmt geformten Körnern vorkommen (Stärke), dann Stoffe, welche als Gemenge verschiedener formloser oder körniger Substanzen unter dem Mikroskop erkannt werden können (Traganth) und endlich Stoffe, welche unter dem Mikroskop homogen erscheinen (Harze, Öle).
Daß dies System noch manche Mängel besitzt, ist klar und es wurde daher in der Folgezeit mannigfaltig, besonders im einzelnen modifiziert. Aber die allgemeinen Grundsätze desselben wurden doch ziemlich allgemein akzeptiert.
SCHLEIDEN verfolgte mit seinem Systeme einen praktischen Zweck. Es sollte zugleich ein Schlüssel sein für die Diagnose. Es sollte ermöglichen, eine unbekannte Droge aufzufinden, zu erkennen.
Auf pharmakognostisch-morphologischer, d. h. organographischer Grundlage bauten ihre Systeme auf:
OTTO BERG, Pharmazeutische Waarenkunde. Pharmakognosie des Pflanzen- und Tierreiches. Berlin 1851 (als zweiter Band der 2. Aufl. der pharmazeut. Botanik). 2. Aufl. 1858. 3. Aufl. 1863. 4. Aufl. 1869. 5. Aufl. 1879 (von der 4. Aufl. an herausg. von A. GARCKE). Ohne Abbildungen (der anatomische Atlas bildet die Ergänzung).
BERG bemerkt in der ersten Auflage (1851): «Um eine natürliche Methode der Klassifikation für die pharmazeutische Warenkunde zu erreichen, habe ich die Rohwaren nach ihrer organischen Bedeutung, wenn sie eine Struktur besitzen und nach ihrer chemischen Beziehung, wenn sie strukturlos sind, in Klassen gebracht, diese nach den wesentlichen Bestandteilen in Ordnungen geteilt und die einzelnen Arten jeder Ordnung nach ihrer Verwandschaft zusammengestellt.»
«Die Beschreibung des inneren Baues gehört bei den mit einer Struktur versehenen Droguen gleichfalls zur Naturgeschichte derselben, und um so mehr, als die äußere Beschaffenheit, Textur und durch diese der Bruch, von der Anordnung der Elementarorgane abhängen. Häufig läßt sich auch mit dem Mikroskop entweder unmittelbar oder auf mikrochemischem Wege der Sitz der wesentlichen Bestandteile entdecken, so daß dadurch ein Kriterium für die Güte der Handelssorten einer Drogue gewonnen werden kann.»
BERG, der also schon vor 58 Jahren die Bedeutung der Anatomie und Mikrochemie für die Pharmakognosie erkannte, zieht zur Einteilung mancherlei spezielle Merkmale herbei, bei den Wurzeln und Rhizomen z. B. Fehlen, Vorkommen und Verteilung der Balsambehälter und Milchgefäße, bei den Hölzern die Gefäße und Farbstoffe, bei den Rinden den Bruch und die Zeichnung des Querschnittbildes, bei den Blättern außer dem Umriß auch die Balsambehälter und Öldrüsen. Bei den Blüten und Früchten hält er sich an die botanisch-morphologische Einteilung. Auch ob ein Pflanzenteil frisch oder getrocknet verwendet wird, wird von ihm berücksichtigt.
M. J. SCHLEIDEN, Handbuch d. botanischen Pharmakognosie für Ärzte, Apotheker und Botaniker. Leipzig 1857. Mit 82 Holzschn. SCHLEIDEN behandelt nur die Pflanzendrogen, gibt aber schon einige anatomische Abbildungen.
ALBERT WIGAND, Lehrbuch der Pharmakognosie. Berlin 1863. 2. Aufl. 1874. 3. Aufl. 1879. 4. Aufl. 1887. Mit 188 Holzschn. WIGAND behandelt alle drei Reiche. Er bevorzugt bei der Diagnose der Pflanzendrogen das Lupenbild.
F. A. FLÜCKIGER, Lehrbuch der Pharmakognosie des Pflanzenreiches. 1. Aufl. 1867. 2. Aufl. 1883. 3. Aufl. 1891. Mehr Handbuch wie Lehrbuch, daher schon auf dem Titelblatte der II. Auflage als Pharmakognosie des Pflanzenreiches bezeichnet. Keine Abbildungen.
FLÜCKIGERS Pharmakognosie ist epochal für die Entwicklung der Drogenkunde. Die moderne wissenschaftliche Pharmakognosie datiert vom Erscheinen dieses Buches (vgl. S. 12 und den Abschnitt Geschichte).
FLÜCKIGER gibt in der ersten Auflage seines Lehrbuches (1867) eine «Übersicht nach praktischen Merkmalen», die auch das Mikroskop berücksichtigt, sonst aber besonders auf Geruch, Geschmack, Farbe, Form, Dicke, Bruch der nach organographischen Grundsätzen angeordneten Drogen abstellt. Er benutzt jedoch diese Einteilung selbst nicht, sondern macht sich ein einfacheres System zurecht, bei dem allerdings auch wieder Geruch und Geschmack neben morphologischen Merkmalen die Hauptrolle spielen. FLÜCKIGER teilt z. B. folgendermaßen ein:
Halb oder ganz unterirdische Organe.
I. Rhizome und Wurzeln der Monocotylen: a) nicht aromatische, b) aromatische.
II. Rhizome und Wurzeln der Dicotylen: a) Wurzeln und Ausläufer von schleimigem und süßem Geschmacke, b) adstringierende Wurzeln, c) bitterliche oder bittere Rhizome, Wurzeln und Knollen: 1. nicht mit besonderen Saftschläuchen versehen, 2. von besonderen Schläuchen durchzogen; d) Wurzeln von kratzendem Geschmacke, e) aromatische Wurzeln und Rhizome: 1. amylumhaltige, 2. amylumfreie; f) Knollen von scharf brennendem Geschmacke.
Daß diese eines klaren einheitlichen Prinzipes entbehrende Einteilung besonders glücklich wäre, könnte man nicht behaupten. Sie ist wohl aus praktischen Bedürfnissen entsprungen.
FLÜCKIGER beschränkt sich nicht nur auf die Pharmakognosie des Pflanzenreiches, sondern behandelt auch nur eine relativ kleine Zahl von Drogen, diese aber nach allen Richtungen, besonders auch chemisch und historisch und nach den Handelsverhältnissen, alles auf Grund von Quellenstudium und eigener Anschauung.
FLÜCKIGER bemerkt (1867): «Die Pharmakognosie kann nicht anders gefaßt werden denn als eine gleichzeitige Anwendung verschiedener wissenschaftlicher Disziplinen zum Zwecke einer allseitigen Kenntnis der Arzneistoffe. Welche Zweige der Naturgeschichte zunächst herbeizuziehen sind, springt in die Augen; zur Vervollständigung des Bildes einer Droge gehören aber auch noch die hervorragendsten Züge der Geschichte und der Handelsverhältnisse.»
«Mit nicht geringerem und nicht größerem Rechte beansprucht die Pharmakognosie eine Selbständigkeit als z. B. die Geographie, welche zu ihren Zwecken und auf ihre Weise in noch weit ausgedehnterem Maße sammelt, bearbeitet und erweitert, was andere Wissenszweige ihr zuführen. Die Pharmakognosie findet leicht ihre Grenzen da gesteckt, wo eine einzelne andere Disziplin ebensogut und besser eintreten kann.»
HENKEL, Handbuch der Pharmakognosie. Tübingen 1867 (vom gleichen Autor: Merkmale der Echtheit und Güte der Arzneistoffe, Tübingen 1864).
A. VOGL, Arzneikörper aus den drei Naturreichen. Pharmakognostischer Teil des Kommentars zur österreich. Pharmakopoee. Wien 1869. 3. Aufl. 1879. 4. Aufl. 1892 mit 215 Abbild. VOGL behandelt die Dogen aus allen drei Reichen.
VOGL bemerkt: «Überall dort, wo es mir passend schien, habe ich die besonders charakteristischen Gewebselemente hervorgehoben und die Resultate der mikrochemischen Untersuchung mitgeteilt. Auf diesem Wege ist es möglich, manche wertvolle Anhaltspunkte zu gewinnen zur Beurteilung der betreffenden Arzneikörper im zerkleinerten Zustande, abgesehen davon, daß durch den mikrochemischen Befund die Ergebnisse der makrochemischen Untersuchung vervollständigt und kontrolliert werden. Das ist auch der Grund, weshalb die histologischen Verhältnisse auch bei solchen Arzneikörpern erörtert wurden, die wie z. B. offizinelle Blätter auch auf einem einfacheren Wege hinreichend leicht erkannt und unterschieden werden können, wenn sie uns in toto oder in größeren Bruchstücken vorliegen. So lassen sich selbst gepulverte Belladonna-, Hyoscyamus-, Digitalis-, Thea-, Senna- usw. Blätter mikroskopisch sicher erkennen. Gerade in diesem Punkte, in der Auffindung charakteristischer Gewebselemente und eines bezeichnenden mikrochemischen Verhaltens, bewährt sich der praktische Wert der mikroskopischen Untersuchungsmethode ganz besonders, und es ist vorauszusehen, daß die ausgedehntere Benutzung des Mikroskops in nächster Zukunft auch diese noch wenig betretene Richtung des pharmakognostischen Studiums mächtig fördern werde.»
OUDEMANS, Handleiting tot de Pharmacognosie van het Planten- en Dierenrijk. Haarlem 1865. 2. Aufl. Amsterd. 1880; mit Karten. Das wichtigste Werk der holländischen Pharmakognosie. Von demselben Verfasser auch: Aanteekeningen op het systematisch- en pharmacognostisch-botanische gedeelte der Pharmacopoea Neerlandica. Rotterdam 1854–56; mit 37 Taf.
MARMÉ, Lehrbuch der Pharmakognosie des Pflanzen- und Tierreiches. Leipzig 1886.
OUDEMANS und MARMÉ beschränken sich auf das Pflanzen- und Tierreich.
JOHN M. MAICH, A manual of organic Materia medica. Philadelphia 1882. 4 Edit. 1890; mit 259 Abbild. (for the use of students).
JOS. MOELLER, Lehrbuch der Pharmakognosie. Wien 1888. 2. Aufl. 1906 mit 373 recht guten Abbild. Behandelt Pflanzen- und Tierdrogen nur botanisch (und zoologisch), die chemischen Bestandteile werden nur gestreift oder ganz übergangen.
ARTHUR MEYER, Wissenschaftliche Drogenkunde. Ein illustriertes Lehrbuch der Pharmakognosie und eine wissenschaftliche Anleitung zur eingehenden botanischen Untersuchung pflanzlicher Drogen für Apotheker. Berlin. 1. T. 1891, mit 269 Abbild. 2. T. 1892, mit 387 Abbild. Vorwiegend botanisch. Die Zahl der behandelten Drogen, die ausschließlich dem Pflanzenreich angehören, beschränkt, aber die Beschreibung sehr eingehend, auch die Entwicklungsgeschichte und die (moderne) Morphologie, sowie auch die Biologie werden berücksichtigt. Die Abbildungen werden auch allen botanischen Ansprüchen gerecht. «Die Form der botanischen Beschreibung der Droge ist so gewählt, daß sie voraussetzt, der Leser habe während des Studiums dieser Beschreibung die betreffende Droge bei der Hand und betrachte sie, je nach Erfordernis mit dem bloßen Auge, der Lupe oder dem Mikroskope.»
MEYER unterscheidet in seinem streng wissenschaftlichen Werke Wurzeldrogen, Achsendrogen, Blattdrogen, Blütendrogen, Fruchtdrogen, Samendrogen, Ausdrücke, die sich überall jetzt eingebürgert haben. Die Unterabteilungen sind ziemlich willkürlich gemacht.
A. MEYER sagt in seiner Drogenkunde, die Pharmakognosie solle lehren: «1. wie man eine Droge in ganzem, zerschnittenem und pulverisiertem Zustande von allen anderen Körpern unterscheiden kann und 2. welche Eigenschaften die Droge besitzen muß, damit ihre Qualität als gut bezeichnet werden darf.»
Das sind nach meiner Auffassung Aufgaben der angewandten Pharmakognosie.
H. KRAEMER, A course in botany and pharmacognosy. Philadelphia 1902. 2. Edit. als Text book of botany and pharmacognosy 1907. Mit 321 Fig.
G. KARSTEN, Lehrbuch der Pharmakognosie des Pflanzenreiches. Jena 1903. Mit 528 Abbild., zum Teil nach Photographien. Nur botanisch, aber zuverlässig, auch in den Abbildungen.
RABOW, WILCZEK und REISS, Die offizinellen Drogen und ihre Präparate. Straßburg 1903. Mit 43 schwarz. Lichtdrucktafeln nach Photogr. Text deutsch und französ., auch die Drogen selbst sind zum Teil abgebildet.
Neuerdings hat LINDE (Apothek.-Zeit. 1906, S. 186 u. 1907, S. 699) den Versuch gemacht, das morphologische System weiter auszubilden. Die Gruppen sind zwar dieselben wie bei FLÜCKIGER, BERG, MOELLER, VOGL u. a., er vereinigt jedoch die pflanzlichen und tierischen Drogen und macht zwei große Abteilungen: Drogen mit organischer Struktur und Drogen ohne solche, und verwendet innerhalb der Gruppen den didaktischen Grundsatz vom Einfachen zum Verwickelten vorzuschreiten: Er benutzt zunächst morphologische, dann erst, wenn diese nicht ausreichen, anatomische Eigentümlichkeiten zur weiteren Einteilung. Jeder Drogengruppe sind allgemeine Bemerkungen vorausgeschickt.
Alle drei Reiche schlossen ein: HAGEN, TROMMSDORFF, GUIBOURT, WIGGERS, SCHROFF, WIGAND und VOGL, während BERG, HENKEL, OUDEMANS und MARMÉ die Pharmakognosie auf die der Pflanzen und Tiere, SCHLEIDEN, FLÜCKIGER und HANBURY, A. MEYER, PLANCHON und COLLIN auf die der Pflanzen allein einschränkten.
Der Canon Medicinae LINNÉS lautet: Regnum vegetabile praestantissima, lapideum durissima, animale paucissima producit medicamina.
4. Einteilung nach den chemischen Bestandteilen.
(Chemische Systeme.)
Die Einteilung nach den Bestandteilen würde, wie aus den Ausführungen auf S. 6 und aus denen im Abschnitt Pharmakochemie hervorgeht, dem mir vorschwebenden Ziele der wissenschaftlichen Pharmakognosie am nächsten kommen. Denn wegen ihrer Bestandteile benutzen wir die Drogen in der Heilkunde und das Ziel der wissenschaftlichen Pharmakognosie ist die Verknüpfung der Drogen auf Grund ihrer Bestandteile. Die Versuche, die Drogen nach ihren Bestandteilen zu gruppieren, gehen denn auch weit zurück. Der erste derartige Versuch war:
JOH. FRID. CARTHEUSER, Fundamenta materiae medicae tam generalis quam specialis. Francf. 1767.
CARTHEUSER unterscheidet folgende Sectiones: de insipidis terreis et terreo gelatinosis, de insipidis et subdulcibus Mucilagineis et Gelatinosis, de dulcibus subdulcibus, leniter amaricantibus, austeriusculis atque balsamicis Unguinoso-oleosis et Pinguibus, de Acidis et Acidulo-dulcibus, — de austeris stypticis, de dulcibus, de Acribus alterantibus, de amaris et amaricantibus, de acribis et amaris Purgantibus, tam Emeticis quam Catharticis, de Vaporosis, Inebriantibus et Narcoticis, de Balsamicis et Aromaticis, de Amaricantibus, Austeriusculis, blandis Balsamicis, Acriusculis, Subdulcibus, Terreo- aut mucilagineo-subadstringentibus, aliisque sapore mixto donatis — die übrigen sind rein mineralisch — (von CARTHEUSER auch: Pharmacologia theoretica-practica 1745, 1763 und 1770).
Dies gemischt-chemisch-pharmakologische System ist natürlich eine sehr rohe Einteilung, aber historisch interessant. Dann folgten:
DONALD MONROE, A treatise of medical and pharmaceutical chymistry and the materia medica. 3 Vol. London 1788, ein Werk, das HAHNEMANN 1791 (und 1794) ins Deutsche übersetzte.
BATSCH, Versuch einer Arzneimittellehre nach den Verwandtschaften der wirkenden Bestandteile, Jena 1790. In ihm werden Säuren, Schärfen, zusammenziehende Mittel, Süßigkeiten, Schleime, Fettigkeiten und geistige Mittel unterschieden.
F. A. C. GREN, System (Handbuch) der Pharmakologie oder der Lehre von den Arzneimitteln. Halle 1790–1792. 2. Aufl. 1798–99. 3. Aufl. (von BERNHARDI und BUCHOLZ) 1813.
GREN unterschied in diesem wertvollen Buche: die schleimigen, die mehligen und stärkeartigen, die gallertartigen, die eiweißartigen, die zuckerartigen, die fettigen, die ätherischöligten, die bitteren, die adstringierenden, die harzigen, die scharfen, die narkotischen, die campherartigen Arzneidrogen und die mit vegetabilischen Säuren. BUCHOLZ vermehrte dann die Klassen.
Bedeutung gewannen solche Einteilungsversuche aber erst, als die Chemie weiter vorgeschritten war, d. h. im XIX. Jahrh. PFAFF war der erste, der hier Bahn brach in dem Werke:
C. H. PFAFF, System der Materia medica nach chemischen Prinzipien mit Rücksicht auf die sinnlichen Merkmale und die Heilverhältnisse der Arzneimittel. 7. B. Leipzig 1808–1824.
PFAFF bemerkt: «Die chemische Arzneimittellehre erhält nur dadurch eine wissenschaftliche Form, daß sie die Arzneimittel nach ihren wesentlichen Ähnlichkeiten und Verschiedenheiten in ihrer Grundmischung und davon abhängigen Qualitäten in ein so viel mögliches natürliches System ordnet.»
«Es kommt nämlich bei der systematischen Anordnung der Arzneimittel nach chemischen Prinzipien vorzüglich darauf an, die Arzneimittel nach denjenigen chemischen Verhältnissen und Beschaffenheiten zusammenzustellen, welche in der nächsten und unmittelbarsten Beziehung mit ihrem Heilverhältnisse stehen. Es entsteht dadurch die Aufgabe, in den Arzneimitteln die wirklichen Heilstoffe oder Heilgrundlagen chemisch auszumitteln, um dieselben zum Einteilungsgrunde bei der Klassifikation zu gebrauchen.»
PFAFF unterscheidet: Schleimige Arzneimittel, — Stärkeartige A., — Gallertartige A., — Zuckerartige A., — A. mit süßem Extraktivstoff, — Fettige A., — A. mit bitterem Extraktivstoff, — A. mit kratzendem Extraktivstoff, — A. mit starkfärbendem Extraktivstoff, — A. mit vorwaltendem zusammenziehendem Grundstoffe, sog. Gerbestoffe, — A. mit Chinastoff und Gerbestoff in inniger Verbindung, — Kaffeestoffhaltige A., — Rhabarberstoffhaltige A., — Aloëstoffhaltige A., — Pikromelhaltige A., — Harze und harzstoffhaltige A., — Gummiharze, — Natürliche Balsame, — Ätherische Öle und ätherisches Öl als vorzüglich wirksamen Bestandteil enthaltende A., — Campherhaltige A., — A. mit Anemonenstoffen, — A. mit narkotischem Stoffe, — Blausäurehaltige A., — A. mit flüchtiger Schärfe, die nicht als ätherisches Öl darstellbar ist.
Dies System enthält schon fast alles Wesentliche und kann mit geringen Modifikationen und unter Modernisierung der Nomenklatur beinahe auch heute noch als Grundlage dienen.
Eines chemischen Systems bediente sich auch:
J. F. JOHN, Chem. Tabellen der Pflanzenanalysen oder Versuch eines systematischen Verzeichnisses der bis jetzt zerlegten Vegetabilien nach den vorwaltenden näheren Bestandteilen geordnet. Nürnberg 1814.
J. C. EBERMAIER, Tabellarische Übersicht der Kennzeichen der Ächtheit und Güte sämtlicher bisher gebräuchlicher Arzneymittel 1802. 2. Aufl. 1810. 3. Aufl. 1815. 4. Aufl. 1819 (mit wechselndem Titel). 5. Aufl. Pharmakognostische Tabellen 1827 (von G. W. SCHWARTZE) und:
G. W. SCHWARTZE, Pharmakologische Tabellen oder systematische Arzneimittellehre in tabellarischer Form. Leipzig 1819–25. 2. Aufl. 1833.
Ferner:
F. G. VOIGTEL, Vollständiges System der Arzneimittellehre, herausg. v. Kühn, 4 B. Leipzig 1816–17.
C. W. HUFELAND, Conspectus materiae medicae. Berol. 1816. 2. Aufl. 1820. 3. Aufl. 1828. 4. Aufl. 1835.
G. A. RICHTER, Ausführliche Arzneimittellehre. 5 B. 1826–32.
L. A. KRAUS, Wissenschaftliche Übersicht der gesamten Heilmittellehre. Göttingen 1831.
Das System von FERD. AUG. FALCK, welches derselbe in dem Heftchen: Übersicht der speziellen Drogenkunde, Berlin 1883 (1. Aufl. 1877) mitteilt, und das einen weiteren Fortschritt bedeutet, enthält folgende Abteilungen:
I. Alkaloide: 1. Sauerstofffreie Alkaloide. 2. Sauerstoffhaltige Alkaloide: A. nicht spaltbar; B. spaltbar, als Produkte liefernd: α) Glykokoll, Base und Säure. β) Base und Säure. γ) Base und Zucker = N-haltige alkalische Glukoside.
II. Glukoside: 1. N-haltige Glukoside. A. neutrale; B. saure. 2. N- und S-haltige Glukoside: A. neutrale; B. saure. 3. N-freie Glukoside: A. neutrale; B. saure.
III. Säuren und Anhydride: 1. Pflanzensäuren: A. allgemeiner verbreitete; B. vereinzelt vorkommende. 2. Säureanhydride.
IV. Gerbstoffe: 1. Brenzcatechin liefernd. 2. Pyrogallol liefernd.
V. Indifferente Stoffe: 1. Bitterstoffe. 2. Scharfe Stoffe. 3. Farbstoffe.
VI. Kohlenhydrate: 1. Amylum. 2. Inulin. 3. Triticin. 4. Schleim. 5. Arabinsäure. 6. Zuckerarten: A. Milchzucker; B. Rohrzucker; C. Invertzucker. 7. Mannit.
VII. Ester: 1. des Glyzerins: Fette. A. Fette Öle. α) trocknende Öle; β) nichttrocknende Öle. B. Butter und Talgarten. 2. einwertiger Alkohole: Wachsarten.
VIII. Ätherische Öle: 1. Sauerstofffreie; Kohlenwasserstoffe. 2. Sauerstoffhaltige; Kohlenwasserstoffe und: A. Hydrate derselben; B. Campher und Campher ähnliche; C. Phenole. D. Aldehyde; E. Ester. 3. Schwefelhaltige äther. Öle. 4. Ungenügend untersuchte äther. Öle.
IX. Harze. X. Mechanica. XI. Anorganica.
BUCHHEIM hat alsdann 1879 in dem Aufsatze: Über pharmakognostische Systeme (Arch. d. Pharm. 1876, S. 481) ein anderes chemisches System aufgestellt. Er unterscheidet:
Gruppe der Kohlehydrate — Stärkemehl — Zucker — Gummi und Pflanzenschleim.
Gruppe des Eiweißes und seiner Derivate — Eiweißkörper — Albuminoide — putride Stoffe.
Gruppe der Glyzeride — Gr. d. Olivenöls — Gr. d. Crotonöls.
Gruppe des Cardols.
Gruppe des Senföls.
Gruppe des Cantharidins.
Gruppe der Säureanhydride — Gr. d. Euphorbinsäureanhydrids — Gr. d. Convolvulinanhydrids.
Gruppe des Aloetins.
Gruppe der Cathartinsäure.
Gruppe der Filixsäure.
Gruppe der Gerbsäuren.
Gruppe der Alkaloide — Gr. d. Piperin — Chinin — Kaffeïn — Coniin — Strychnin — Morphin — Atropin — Pilocarpin — Physostigmin — Nikotin — Aconitin — Veratrin — Colchicin.
Gruppe der Glykoside — Digitalin — Saponin.
Gruppe der Bitterstoffe.
Gruppe der ätherischen Öle.
Gruppe der (indifferenten) Harze.
Gruppe der Farbstoffe.
Auch BUCHHEIM, der Begründer des ersten pharmakologischen Universitätsinstitutes, betont, daß die wirklich natürliche und wissenschaftliche Einteilung der Drogen nur die nach den wirksamen Bestandteilen ist, da die Drogen Arzneistoffe sind und nur wegen der in ihnen enthaltenen Stoffe angewendet werden.
PÖHL hat einen ähnlichen Versuch veröffentlicht: Klassifikation der pharmakognostischen Stoffe auf die chemische Beschaffenheit ihrer Bestandteile gegründet. St. Petersburg 1877.
Das System, das FONSSAGRIVES in dem Traité de matière médicale ou Pharmacographie, physiologie et technique des agents médicamenteux, Paris 1885, benutzt, ist ein gemischt botanisch-chemisches. Er macht pharmakologische Gruppen, z. B. eine pharmakologische Gruppe der Harze, eine der Gummata, der Aldehyde usw., dann Gruppen nach den Pflanzenfamilien, z. B. eine Gruppe der Aurantiaceen, eine der Balsamifluae usw. und ordnet diese Familien alphabetisch. Das bedeutet keinen Fortschritt.
Der einzige, der bisher ein chemisches System einem ausführlichen modernen Lehrbuche der Pharmakognosie zugrunde legte, ist J. HÉRAIL in dem Traité de Pharmacologie et de matière médicale. Paris 1901 avec 483 Fig.
HÉRAIL, der tierische und pflanzliche Drogen abhandelt, bildet folgende Gruppen:
Médicaments mécaniques (z. B. Lycopodium,Blutegel).
Matières sucrées. — Glucose droit ou dextrose — Saccharides. — Alcools hexabasiques.
Principes amylosiques. — Amidon — Mucilages (M. simples — [M. cellulosiques — M. pectosiques] — M. mixtes — M. indeterminés) — Gommes.
Matières grasses. — Huiles (H. animales — H. végétales) — Matières grasses solides (M. g. s. d’origine animale — M. g. s. d’orig. végétale) — Cires (C. animales — C. végétales).
Médicaments à Glucosides. Glucosides ternaires — G. azotés (G. azotés proprement dits — G. sulfo-azotés).
Médicaments à tannoides s. adstrigents.
Médicaments à alcaloides.
Produits anthracéniques, d. i. meine Gruppe der Oxymethylanthrachinondrogen (Aloë, Senna, Rheum, Frangula).
Médicaments à composés aromatiques. Produits terpèniques. Terpènes: Groupe des Terpènes et Sesquiterpènes, G. des Polyterpènes. Alcools terpèniques et leurs éthers: Groupe du Bornéol, G. du Linalol, G. du Géraniol et du Citronellol, G. du Menthol. Alcools sesquiterpèniques. Aldéhydes aromatiques: Groupe de l’aldéhyde benzoique, G. de l’aldéhyde cuminique, G. de l’aldéhyde cinnamique, G. du Citral et du Citronellal Cétones aromatiques: Groupe de la Méthylnonylcétone, G. de l’Irone, G. de la Carvone, G. de la Pulégone, G. de la Thuyone, G. de la Fénone, G. du Camphre, G. de la Cantharidine. Lactones. Phenoles et de dérivés phenoliques: Groupe du Thymol et du Carvacrol, G. de l’Eugénole et de Chavibétol, G. de l’anéthol et de l’Estragol, G. du Safrol, G. de l’Apiol. Aldéhydes-phénols: Groupe de l’Aldéhyde salicylique, G. du Diosphénol, G. de l’Aldéhyde protocatéchique. Cineol (Eucalyptol). Éthers d’Alcools de la série grasse. Matières résineuses. Résines — Oleo résines (O. r. proprement dites — Médicaments à essence et à résine) — Gommes résines.
Liquides et sucs organiques. Liquides organiques — Serums thérapeutiques — Organes et sucs animaux.
Matières colorantes.
Das System FALCKS (s. oben), das aus dem Jahre 1877 (resp. 1883) stammt und damals ein verdienstlicher Versuch war, ist jetzt natürlich veraltet. Aber auch wenn wir heute ein neues aufstellen, wird dies ebenfalls in kurzer Zeit veraltet sein, — wir sehen dies bei dem System HÉRAILS aus dem Jahre 1901, das schon jetzt stark modifiziert werden müßte, — denn die Entwicklung der Pharmakochemie ist in vollem Fluß. Es ist unmöglich, schon jetzt etwas irgendwie bleibendes für das Gesamtgebiet der Drogen zu schaffen. Es bleibt nichts anderes übrig, als vorläufig die sichergestellten Gruppen herauszunehmen und abzuwarten, bis auch in den übrigen Teilen etwas mehr Klarheit geschaffen ist.
Vorläufig lassen sich zurzeit (1908) folgende Gruppen bilden:
1. Alkaloiddrogen.
a) Hauptalkaloid vom Pyridin abzuleiten (Faenum graecum, Conium, Nicotiana, Piper).
b) Hauptalkaloid vom Pyrrolidin abzuleiten (Atropa, Hyoscyamus, Datura, Coca, Cort. granati).
c) Hauptalkaloid von Chinolin abzuleiten (China).
d) Hauptalkaloid vom Isochinolin abzuleiten (Berberis, Hydrastis).
e) Hauptalkaloid von Phenanthren abzuleiten (Opium).
f) Hauptalkaloid vom Glyoxalin abzuleiten (Pilocarpus).
g) Hauptalkaloid vom Purin abzuleiten (Purindrogen: Kola, Guarana, Mate, Kaffee, Tee, Cacao).
h) Alkaloide unbekannter Konstitution (Aconit).
2. Glukosiddrogen (meist bitter) mit Ausschluß der Tanniddrogen, die Tannoglukoside enthalten.
a) Anthrachinondrogen, enthalten Anthraglukoside, d. h. Zuckeräther von Oxymethylanthrachinonen (Rheum, Senna, Aloë, Frangula), neben freien Oxymethylanthrachinonen.
Anhang: Flavon- u. Flavonoldrogen.
b) Cyanwasserstoffdrogen, enthalten ein Glukosid, das Blausäure abspaltet (Amygdalus).
Anhang: Flavon- u. Flavonoldrogen.
c) Senföldrogen, enthalten ein Glukosid, das ein Senföl abspaltet (Sinapis).
Anhang: Flavon- u. Flavonoldrogen.
d) Saponindrogen (Senega, Sarsaparilla, Quillaja, Saponaria, Digitalis).
I. enthalten ein Saponin der Formel CnH2n−8O10.
α) Gruppe: C16H24O10
β) „ C17H26O10
γ) „ C18H28O10
δ) „ C19H30O10
ε) „ C20H32O10.
Andere Saponine der Formel CnH2n−8O10.
II. enthalten ein Saponin der Formel CnH2n−10O18.
e) Glukuretindrogen (Jalape, Scammonium, Turpethum).
f) Hesperidindrogen (Aurantieen).
g) Salicindrogen (Salix).
h) Drogen, die andere Glykoside enthalten.
3. Bitterstoffdrogen, deren Bitterstoff kein Glykosid ist (Coccelskörner).
4. Riechstoffdrogen, d. h. solche, die ätherische Öle oder andere riechende Substanzen enthalten.
I. Wichtigster Bestandteil ein Kohlenwasserstoff:
a) aliphatische Kohlenwasserstoffe, z. B. Heptan (Pinus, Sabiniana),
b) olefinische Kohlenwasserstoffe,
c) zyklische Terpenkohlenwasserstoffe, z. B. Pinen, Phellandren (Ol. terebinth, Phellandrium, Angelica).
II. Wichtigster Bestandteil ein Alkohol:
a) olefinische Terpenalkohole, z. B. Linalool, Geraniol (Lavendel, Flor. aurantii, Coriander, Ol. bergamottae, Ol. rosae),
b) zyclische Terpenalkohole, z. B. Menthol, Borneol, Terpineol (Mentha, Rosmarinus, Levisticum),
c) Sesquiterpenalkohole.
III. Wichtigster Bestandteil ein Phenol oder Phenoläther, z. B. Anethol, Chavicol, Eugenol, Safrol, Myristicin, Apiol, Thymol, Diosphenol, Carvacrol (Anis, Sternanis, Betel, Caryophyllus, Sassafras, Macis, Petroselinum, Ajowan, Buccu, Thymus, Origanum).
IV. Wichtigster Bestandteil ein Aldehyd:
a) olefinische Terpenaldehyde, z. B. Citral, Citronellal (Citrus, Melissa),
b) zyklische Aldehyde, z. B. Benzaldehyd, Vanillin, Piperonal, Zimtaldehyd, Cuminaldehyd (Ol. amygdal. aether., Vanille, Cinnamomum, Cuminum).
V. Wichtigster Bestandteil ein Keton:
a) aliphatische Ketone, z. B. Methylnonylketon (Herb. rutae),
b) olefinische Terpenketone, z. B. Methylheptenon (Lemongrasöl),
c) zyklische Terpenketone, z. B. Fenchon, Carvon, Thujon, Iron, Campher (Foeniculum, Carum, Carvi, Anethum, Salvia, Tanacetum, Artemisia Absinthium, Iris, Chines. Campher).
VI. Wichtigster Bestandteil ein Lacton oder Anhydrid, z. B. Cineol, Sedanolid, Alantolacton (Ol. cajeput., Laurus, Eucalyptus, Cina, Apium, Inula Helenium, Melilotus, Tonco, Faham).
VII. Wichtigster Bestandteil eine Säure oder ein Ester (Anthemis nobilis).
5. Farbstoffdrogen.
a) Orcingruppe (Lackmus),
b) Pyrongruppe (Galanga, Gemmae populi, Lign. Campech., Lign. Fernamb.),
c) Anthrachinongruppe (Rubia tinctor., Alkanna, Chrysarobin),
d) Naphthalingruppe (Lapachoholz),
e) Indolgruppe (Indigo),
f) Chromoretine (siehe unter Harze).
6. Kohlehydratdrogen (mit Ausschluß der Zuckerdrogen).
I. Stärkedrogen (Cerealien, Leguminosen—Stärkemehle).
II. Inulindrogen (Kompositenwurzeln).
III. Schleim- und Gummidrogen, enthalten Hemicellulosen:
a) Schleimdrogen (Malvaceen, Linaceen, Sterculiaceen, Traganth, Salep, Meeresalgen),
b) Pektindrogen (pektinliefernde Früchte),
c) Lichenindrogen (Cetraria),
d) Gummidrogen (Gummi arabicum).
7. Süßstoffdrogen.
a) Solche, die Körper der Zuckergruppe (Aldosen oder Ketosen) enthalten (Zucker),
b) solche, die süßschmeckende Alkohole (z. B. Mannit) enthalten (Manna),
c) solche, die süße Äther der Glukuronsäure (z. B. Glycyrrhizin) enthalten (Glycyrrhiza),
8. Tanniddrogen, d. h. Drogen, die Körper der Gerbstoffgruppe enthalten — frei oder als Tannoglukoside.
a) Enthalten nicht glukosidische Verbindungen.
I. Enthalten Tannogene: Protocatechusäure, Kaffeesäure, Gallussäure.
II. Enthalten nicht glukosidische Tannide.
1. Protocatechutannide,
2. Gallotannide.
b) Enthalten glukosidische Verbindungen.
1. Protocatechu-Glukotannide,
2. Gallo-Glukotannide.
c) Enthalten Phloglukotannide.
1. Protocatechu-Phloroglukotannide,
2. Gallo-Phloroglukotannide.
d) Catechingruppe.
e) Drogen, die Phloroglucinderivate enthalten: Filix, Kamala, Embelia. (Taenicide Drogen.)
f) Drogen, die andere gerbstoffartige Substanzen (z. B. Maklurin) enthalten.
9. Fettdrogen, d. h. solche, die in erster Linie wegen des in ihnen enthaltenen Fettes oder fetten Öles angewendet werden.
10. Säuredrogen, d. h. solche Drogen, deren wichtigste Bestandteile Pflanzensäuren oder saure Salze sind.
11. Harzdrogen.
A. Resinretine oder Esterharze, enthalten Harzester (Resine).
I. Resinotannolresinretine, Harze, die Tannolresine enthalten (Resinotannolharze).
1. Benzharze (Benzoë, Perubalsam, Akaroïd),
2. Umbelliferen- (Gummi-)Harze (Asa foetida).
II. Resinolresinretine, Harze, die Resinolresine enthalten (Styrax).
B. Resenretine oder Resenharze, charakteristischer Bestandteil: Resene.
I. Burseraceenharze (Olibanum, Myrrha).
II. Anacardiaceenharze (Mastix).
III. Dipterocarpeenharze (Gurjunbalsam).
C. Resinosäureretine oder Resinosäureharze, Hauptbestandteil: Eine oder mehrere Harzsäuren.
I. Koniferenharze (Terpentine, Colophonium).
II. Caesalpinioideenharze (Copaivabalsam).
D. Resinolretine oder Resinolharze, Hauptbestandteil: Harzalkohole (Resinole) (Guajac).
E. Aliphatoretine oder Fettharze, enthalten Körper der Fettreihe (Stocklack, Agaricum).
F. Chromoretine oder Farbharze, Harzkörper gefärbt (Gutti).
G. Enzymoretine, enthalten eine Gummase (Japan. Lack).
(H. Glukoretine — werden besser zu den Glukosiden gestellt, s. oben.)
I. Laktoretine, Milchsäfte.
I. Guttaperchagruppe.
II. Kautschukgruppe.
III. Euphorbiumgruppe.
IV. Lactucariumgruppe.
(K. Pseudoretine.)
Dies System ist natürlich unvollkommen und muß unvollkommen sein, da nach meiner Schätzung nur ungefähr ein Prozent aller Drogen bisher so untersucht sind, daß man sagen kann, welches ihr Haupt- oder wichtigster Bestandteil und wohin dieser zu stellen ist.
Oft ist auch die sog. chemische Einteilung keine rein chemische gewesen, sondern man zog auch die pharmakologische Wirkung mit herbei, so daß gemischte Systeme entstanden, wie ja schon das CARTHEUSERS (s. oben) ein solches ist.
Diese leiten dann hinüber zu den eigentlichen physiologisch-pharmakologischen Systemen.
5. Einteilung nach den physiologischen Wirkungen der Arzneimittel.
Da ich die Pharmakologie aus der Pharmakognosie ganz eliminiere, könnte ich diese Systeme übergehen. Doch mag derselben — aus historischen Gründen — mit einigen Worten gedacht werden. Ich verweise im übrigen auf PEREIRAS Heilmittellehre (S. 216). PEREIRA gliedert diese Systeme in folgende (veraltete) Klassen: 1. Einteilung nach der allgemeinen Beschaffenheit der Arzneiwirkungen, 2. nach der BROWNschen Theorie, 3. nach der Lehre vom Contrastimulus, 4. nach BROUSSAIS Theorie, 5. nach physiologisch-chemischen Prinzipien, 6. nach den einzelnen affizierten Teilen, 7. physiologische Einteilung nach PEREIRA. Doch folgt PEREIRA selbst einem anderen System (vgl. S. 219).
Endlich hat man auch:
6. Einteilungen, welche sich auf die therapeutischen Eigentümlichkeiten der Arzneimittel gründen,
versucht. Auch diese können hier übergangen werden.
Doch mögen an dieser Stelle aus Gruppe 5 und 6, da auch pharmakognostisch und chemisch interessant, genannt sein:
CHOMEL, Catalogus plantarum officinalium secundum facultates. Paris 1730. — J. R. SPIELMANN, Institutiones materiae medicae praelectionibus academicis accomodatae Argentor. 1766, 1774 u. 1784 (innerhalb der pharmakologischen Gruppen alphabetisch). — BENJAMIN SMITH BARTON, Collections for an essay towards a Materia medica of the United States. Phil. 1798 and 1804 (in Bulletin of the Lloyd library). — K. F. BURDACH, System der Arzneimittellehre. 3 B. 1807–09, 2. Aufl. 4 B. 1817–19. — C. H. E. BISCHOFF, Die Lehre von den chem. Heilmitteln. 3 B. 1825–31. — W. GRABAU, Chemisch. physiolog. System d. Pharmakodynamik. Kiel 1837–38. — JOH. H. DIERBACH, Synopsis materiae medicae. 2 Vol. Heidelb. 1841. — BUCHHEIM, Lehrb. d. Arzneimittellehre. 1856 u. 1859. — BUCHHEIM-HARNACK, Lehrbuch der Arzneimittellehre. Hamburg 1883. — HUSEMANN, Handbuch der gesamten Arzneimittellehre. 1883. — CANTANI, Manuale di Farmacologia clinica, materia medica e terapeutica. Neapel 1890. — BERNATZIK u. VOGL, Lehrbuch der Arzneimittellehre. Wien 1886. — BINZ, Vorlesungen über Pharmakologie. Berlin 1886 und Grundz. d. Arzneimittellehre. 13. Aufl. 1901. — CLOËTTA-FILEHNE, Lehrb. d. Arzneimittellehre. 10. Aufl. 1901. — SCHMIEDEBERG, Grundr. d. Pharmakologie. 5. Aufl. 1906. — TAPPEINER, Lehrb. d. Arzneimittellehre. 6. Aufl. 1907. — FRÄNKEL, Kurzgefaßte Arzneimittellehre, 1906 u. Arzneimittelsynthese, 1906. — PENZOLDT, Lehrb. d. klin. Arzneibehandl. 5. Aufl. 1900. — KOBERT, Lehrb. der Pharmakotherapie. 1897 und 1908. — R. HEINZ, Lehrb. d. Arzneimittellehre. 1907. — M. ELFSTRAND, Läkemedelslära med särskild hänsyn till svenska farmakopéen. Upsala 1905. —
7. Geographisch-pharmakologisches System.
Ein sehr merkwürdiges System hat 1833 DIERBACH in Heidelberg in der Abhandlung: Chloris medica oder Übersicht der Arzneipflanzen nach ihrer geographischen Verteilung und nach ihren Heilkräften. Ein botanisch-pharmakologischer Versuch (TROMMSDORFFS N. Journ. d. Pharm. 1833 u. 1834) aufgestellt. Man kann es ein geographisch-pharmakologisches nennen. Es fußt auf dem Gedanken: ubi morbus ibi remedium (siehe S. 20), der gerade damals in SCHNURRERS Geographischer Nosologie, Stuttgart 1813, zum Ausdrucke gebracht worden war, übrigens viel älter ist (vgl. S. 20). DIERBACH unterscheidet:
1. Hyperboräische Arzneipflanzen:
a) hyperboräische Ceres,
b) hyperboräische Pomona,
c) Brech- und Purgiermittel,
d) scharfe Mittel,
e) auflösende, schleimausführende Mittel,
f) diaphoretische und diuretische Mittel,
g) bittre und adstringierende Mittel,
h) ätherisch-ölige aromatische Mittel,
i) beruhigende Mittel,
und führt diese Gruppen dann durch auch bei den folgenden Reichen:
2. Europäische Arzneipflanzen. 3. Scythische Arzneipflanzen. 4. Orientalische Arzneipflanzen. 5. Chinesische und japanische Arzneipflanzen. 6. Ostindische Arzneipflanzen. 7. Arzneipflanzen des nördlichen Afrika. 8. Arzneipflanzen des tropischen Afrika. 9. Arzneipflanzen des südlichen Afrika.
(Vgl. auch DIERBACH, Die Endogenen, betrachtet nach ihren Bestandteilen und Eigenschaften, TROMMSDORFF, N. Journ. 1832.)
Anhang.
Lehr- und Handbücher der Materia medica unbekannter Zugehörigkeit (nicht gesehen): J. PRAEVOTII, de remed. simpl. et comp. 1656, 1666 und 1676. — FR. HOFFMANN, Clavis pharmaceutic. Halle 1675. — MARGGRAV, mat. med. contract. exhib. medicament. simpl. et comp. Ed. sec. Amst. 1682. — WEDEL, Amoenitates materiae medicae. Jen. 1684. — S. DALE, Pharmacologia. Lond. 1693. — RIVINUS, Censura medicamentorum officinalium. Lips. 1707. — TOURNEFORT, Traité de la matière médicale. Paris 1717. 2 B. — BOERHAVE, Libellus de materia medica. 1740. — D. DE GORTER, Mater. med. Amst. 1740. — LINNÉ, Censura medicamentorum simplicium vegetabilium. Ups. 1753. — H. J. N. CRANZ, Mat. med. et chirurg. Ed. alt. Vienn. 1765. — ALSTON, Materia medica. London 1770. — A. C. ERNSTINGIUS, Nucleus totius medicinae quinque partitus oder des vollkommenen und allezeit fertigen Apothekers. 2. B. Lemgo 1770. — NIC. WINCKLER, Chronica herbarum, s. quo tempore colligendae sint. Aug. Vind. 1771. — MELLIN, Pract. mat. med. 2. Aufl. 1778. — CULLEN, Materia medica oder Lehre v. d. Nahrungs- und Arzneymitteln. Deutsch von COUSBRUCH, Leipzig. 2. Aufl. 1790. — HACKEL, Vollständ. prakt. Abhandl. von d. Arzneim., nach deren Ursprunge, Unters., Güte, chem. Bestandt. 3 B. Wien 1793. — SAVI, Materia medica vegetabile toscana. Florenz 1805. 60 Taf. — A. VON HALLERS Arzneimittellehre von SAM. HAHNEMANN, Leipzig 1806, ist eine Übersetzung des Werkes von VICAT, Matière médicale, Bern 1776, das VICAT, ein Lausanner Arzt, aus HALLERS Historia Stirpium ausgezogen. — CHEVALIER et RICHARD, Dictionnaire des drogues simples. Paris 1827. — THEILE, Pharmaz. Warenkunde. 1831/32. — ROQUES, Phytographie médicale. 1835. — ROYLE, A manual of materia medica and therapeutics. London 1847. — SCHWARZKOPF, Lehrbuch der Droguenwarenkunde. Leipzig 1854. — BOUCHARDAT, Matière medicale. 1873. — FRISTED, Lärobok i organisk Pharmacologi. Upsala 1873. — VAN HEURCK, Notions succinctes sur l’origine et l’emploi des drogues simples. Bruxelles 1876. — DUNIN WASOWICZ, Farmakognozya. Podrcznik dla lekarzy powiatowych, aptekarzy i stuchaczy nauk farmaceutycznych napisat ze szczególném uwzglgdnieniem lekospisów niemieckiego, rakuskiego i rossyjskiego. We Lwowie 1883. — CAUVET, Nouveaux éléments de matière médicale comprenant l’histoire des drogues simples d’origine animale et végétale. 3 Ed. Paris 1886, avec 701 Fig. — GEORGE J. DAVIS, The pharmacology of the newer mater. med., embracing the botany, chemistry, pharmacy and therapeutics of new remedies. Detroit (Mich.) 1892. — JOHN B. SHOEMAKER, Materia medica and therapeutics. 2 Vol. Philadelphia 1893. — SAMUEL O. L. POTTER, Materia medica, Pharmacy and Therapeutics. 5 ed. Philadelph. 1894. — W. H. WHITE and REYNOLD W. WILCOX, Materia med. and therapeutics. 2 ed. Philadelph. 1894. — BRISSEMORET et JOANIN, Les drogues usuelles. Paris 1898. — CZIRIKOFF, Pharmakognosie. Charkow (russisch).
Auf chemischer Grundlage: C. A. GERHARD, Materia medica oder Lehre von den rohen Arzneimitteln. Berlin 1766 und 1772. — J. R. SPIELMANN, Institutiones materiae medicae. Argentor. 1766, 1774, 1784. — SPIELMANNS Anleit. z. Kenntn. d. Arzneimittel. Straßburg 1775, 1778, 1785. — JOH. G. GLEDITSCH, Wissensch. d. Arzneimittel. Berlin 1779–1781. — VON DEM SANDE und SAM. HAHNEMANN, Die Kennzeichen der Güte und Verfälsch. d. Arzneimittel. Dresden 1787. — DONNED MONRO, Treatise on medical and pharmaceutical chemistry and materia medica. London 1788. Deutsch von HAHNEMANN: D. MONROS chemisch-pharmazeutische Arzneimittellehre. Leipzig 1791–1794. — CONR. MOENCH, Systemat. Lehre von den einfach. u. gebräuchlichsten zusammengesetzt. Arzneimitteln. Marburg 1789, 1792 und 1795. — STORR, Sciagraphia methodi materiae medicae qualitatum aestimationi superstructae. Tübingen 1792–1799. — JOH. CLEM. TODE, Arzneimittellehre. Copenhagen 1797–1799. — C. H. TH. SCHREGER, Tabellarische Charakteristik der echten u. unechten Arzneikörper. Fürth 1804. — G. A. BERTELE, Handbuch der dynamischen Arzneimittellehre. Landshut 1805.
Die Abbildungswerke siehe Pharmakosystematik, die anatomischen Werke siehe Pharmakoanatomie, die morphologischen siehe Pharmakomorphologie. Die Werke, welche für die Geschichte der Pharmakognosie wichtig sind, werden im Abschnitt Pharmakohistoria aufgeführt.
Grundrisse, Repetitorien, Tabellen usw. der Pharmakognosie.
WEDEL, Syllabus materiae medicae select. Jenae 1735. — J. L. L. LÖSEKE, Materia medica. 4. Aufl. von ZÜCKERT. Berlin 1773. — HERMBSTÄDT, Katechismus der Apothekerkunst. Berlin 1792. — C. H. CALMEYER, Lehrbuch der Roharzneywaarenkunde. Hamburg 1808. — SEYDLER, Analecta pharmacognostica. Halae 1815. — J. CHR. EBERMAIER, Tabellar. Übers. d. Kennzeichen d. Echtheit u. Güte, sowie d. fehlerhaft. Beschaffenh. d. Verwechsl. u. Verfälsch. sämtl. bis jetzt gebräuchl. einfachen, zubereitet. u. zusammenges. Arzneimittel. Leipzig 1820. — Ders.: Pharmakognost. Tabellen 1827 (vgl. S. 3). — WALTHER, Pharmakogn.-pharmakolog. Tabellen. Mainz 1838. — DIETRICH, Taschenb. d. pharmaz.-vegetab. Rohwarenk. 1842–1846. — W. ARTUS, Repetitorium u. Examinatorium über pharmazeutische Waarenkunde. Weimar 1843. — SCHMIDT, Taschenb. d. pharmaz.-vegetab. Rohwarenk. Jena 1847. — WINKLER, Pharmakogn. Tabellen 1849. — CAUVET, Elements d’histoire nat. méd. 1868 u. 1887. — FREYBERGER, D. organ. Drog. d. neuen deutsch. Reichspharmakop. 1874 (Tabell.). — G. PLANCHON, Traité pratique 1875. — SAYRE, Conspectus of organic mater. med. 1880. — FLÜCKIGER, Grundriß der Pharmakognosie 1883, 2. Aufl. 1894. — HUGO SCHULZ, Die offizinellen Pflanzen u. Pflanzenpräparate 1885. — P. GIACOSA, Elementi di farmacognosia con aggiunte. Torino 1886. — C. KREUZ, Pharmk. für den Erstunterricht. Wien 1886. — A. F. W. SCHIMPER, Taschenb. der medizin.-pharmazeut. Botan. und pflanzlichen Drogenkunde. Straßburg 1886 und derselbe: Syllabus der Vorlesungen über pflanzliche Pharmakognosie. Straßburg 1887. 3. Aufl. (1901) als Repetitorium der pflanzlichen Pharmakognosie und offizinellen Botanik. — WILLS, Manual of vegetable materia medica. 9 edit. 1886. — LOJANDER, Repetitor. i botanisk farmacognosie 1888. — L. CHABRUN, Manual de drogas. Barcelona 1897. — HANSEN, Drogenkunde 1897. — STEPHAN, Pharmakognost. Tabellen, 3. Aufl. 1897. — GREENISH, Introduction to the study of materia medica. London 1899. — C. JEHN, Repetitor. d. Chem. u. Pharmakogn., 9. Aufl. 1899. — WALTER LAURÉN, Suomen Farmakopean Kasvirohdokset (finnisch) und Finska Farmakopéns Växtdroger (schwedisch). Helsingfors 1900. — PIETSCH u. FUCHS, Katechismus d. Drogenkunde. 2. Aufl. Leipzig 1900. — Anonym: The students columns, Mat. med. of the pharmac. Mat med. of the B. P. addendum. Extra official materia medica. Fortlaufende Beschreibung von Drogen in Pharm. Journ. 1900 u. flgd. — BIECHELE, Pharmakognosie in Verbind. m. spez. Botan. in tabellarischer Form. 2. Aufl. 1901. — Ders.: Mikroskop. Prüf. d. offizinellen Drogen 1904. — LÜCKER, Pharmakognost. Tabellen. 1901. — MOOR, Suggested standards of purity for foods and drugs. London 1902. — SCHLICKUM, Ausbild. d. jungen Pharmazeuten. 10. Aufl. 1902. — BERENDES, der angehende Apotheker, II. Band Pharmakogn. Stuttgart 1904. — M. BIECHELE, Mikrosk. Prüf. d. offizin. Drog. Regensb. 1904. — F. SCHMITTHENNER, Pharmakognos. d. Pflanzen- und Tierreiches (Samml. Göschen, Leipzig 1905). — THOMS und GILG, Warenkunde (in Schule der Pharmazie). 3. Aufl. Berlin 1905. Mit 216 Abbild. — O. LINDE, Repetitor. d. Pharmakognosie in Tabellenform mit 46 Abbild. Göttingen 1906. — H. ZÖRNIG, Tabellen für das pharmakognostische Praktikum. München 1906. — In BREITENSTEINS Repetitorien: Kurzes Repetitor. d. Pharmakogn. — COLLIN, Précis de matière medicale. Paris. — HOROWITZ, Repetit. d. Pharmak. — KREUZ, Materia medica. Berlin. — SOUTHALL, Materia medica. — HUMPHREY, Pharmacopedia.
Monographien.
F. VON MÜLLER, Eucalyptographia. Melbourne 1879–84.
MOENS, Kinacultuur in Azië. Batavia 1882.
G. E. HAARSMA, Der Tabakbau in Deli. Amsterdam 1890.
TICHOMIROW, die Kultur u. Gewinn. des Tees auf Ceylon, Java und in China. Petersburg 1893.
WARBURG, die Muskatnuß, ihre Geschichte, Botanik, Kultur, Handel und Verwertung. Leipzig 1897.
BUSSE, Studien über die Vanille, aus Arbeit des kais. Gesundheitsamtes. Berlin 1898.
E. F. A. OBACH, Guttapercha, Cantor lectures. Soc. for the Encouragement of arts etc. London 1898 (auch holländ. und deutsch erschienen).
TSCHIRCH, Studien über den Rhabarber und seine Stammpflanze. Wien 1904.
In dem Beschrijvende Catalogus van het Koloniaal Museum in Haarlem finden sich (einzeln im Handel erhältliche) populär geschriebene Monographien von Kaffee, Tee, Cacao, Vanille, China, Zucker, Tabak, Reis, Kautschuk, Guttapercha u. a. Über die gleichen Gegenstände finden sich auch eine Menge anderer Monographien im Handel.
Ebenso gab das Scientific department von FRED. STEARNS & Co. in Detroit Monographien heraus, z. B. von Kola (1894).
Das Kaiserliche Gesundheitsamt in Berlin gibt populär geschriebene Monographien heraus; so erschien 1903: der Kaffee. Weitere Literatur S. 245 u. 255.
Medizinisch-pharmazeutische Botanik.
Die medizinisch-pharmazeutische Botanik, der A. F. W. SCHIMPER auf dem Titel eines seiner Bücher (s. oben S. 238) den verkehrt gebildeten Namen «offizinelle Botanik» gibt (nur die Drogen, nicht die Botanik sind «offizinell»), ist zwar schon im vorhergehenden gestreift worden. Speziell ihr sind außer den bereits erwähnten die folgenden Werke gewidmet.
WALDSCHMIEDT, De vegetabilium usu in medicina. Hiliae 1707. — CHOMEL, Abrégé de l’histoire des plantes usuelles. Paris 1712. — ib. 1803. — CAMERARIUS, Biga botanica. Tubingae 1712. — ZORN, Botanologia medica. Berlin 1714. — FEUILLÉE, Hist. des plantes médicales de Perou et Chile. Paris 1714–1725. — VALENTINI, Historia simplicium reformata. Francofurti a./M. 1716. fol. — TOURNEFORT, Traité de la matière médicale. Paris 1717. — MÄLLER, Botanicum officinale. London 1722. — KNOWLES, Materia medica botanica. Londini 1723. — BLAIR, Pharmaco-botanologia. London 1723–28. — MONTI, Exoticorum simplicium varii indices. Bononiae 1724. — (MARTYN), Tabulae synopticae plantarum officinalium. Londini 1726 fol. — HERMANN, Cynosura materiae medicae. Argentorati 1726–31. — H. BOERHAVE, Historia plantarum, quae in horto academico Lugduni Batavorum crescunt cum earum characteribus et medicinalibus virtutibus. Rom 1727, 2 Ed. Lond. 1731. 3 Ed. 1738 («Maculosissimum et confusissimum opus ab Anonymo quodam conscriptum», PRITZEL). — KRAEUTERMANN, Compendiöses Lexicon exoticorum et materialium. Arnstadt 1730. — ALLEYNE, New english dispensatory. London 1733. — MALOUIN, Chymie médicinale. Paris 1734. — ALBRECHT, De aromatum exoticorum noxa. Erfordiae 1740. — MORANDI, Historia botanica practica. Mediolani 1744. fol. — HILL, A history of the materia medica, London 1751. — HALLER, De praestantia remediorum vegetabilium. Goettingae 1752. — LINNÉ, Plantae officinales. Upsaliae 1753. — LINNAEUS, Censura medicamentorum simplicium vegetabilium. Upsaliae 1753. — BANAL, Catalogue des plantes usuelles. Montpellier 1755. — SHELDRAKE, Botanicum medicinale. London s. a. fol. — CRANTZ, Materia medica. Viennae 1762. — AKEN, Svenska Medicinal Växterna. Örebro 1764. — SCHWENCKE, Kruidkundige beschrijving etc. Gravenhage 1766. — ARNAULD et SATERNE, Description des plantes usuelles. Paris 1767. — DAGOLY, Collection des plantes usuelles. Paris 1767. fol. — J. G. GLEDITSCH, Verzeichnis der gewöhnlichsten Arzneigewächse, ihrer Teile und rohen Produkte, welche in den größeren teutschen Apotheken gefunden werden. Berl. 1769. — GARDENERS Dictionary. 6 edit. 1771. — J. F. GMELIN, Abhandl. von giftigen Gewächsen, welche in Teutschland und vornehmlich in Schwaben wild wachsen. Ulm 1775. — VICAT, Matière médicale tirée de Halleri Historia stirpium Helvetiae. Bern 1776. — ib. 1791. — BANAL, Catalogue des plantes médicinales. Montpellier 1780. — ib. 1784. — LICHTENSTEIN, Anleitung zur medizinischen Kräuterkunde. Helmstedt 1782–86. — HAPPE, Botanica pharmaceutica. Berolini 1788 (–1806). fol. — CULLEN, Treatise of Materia medica. Edinburgh 1789. — W. WOODVILLE, Medical botany. 3 Vol. 1790. — SCHRADER, Die norddeutschen Arzneipflanzen. Berlin 1792. — COSTE et WILLEMET, Matière médicale indigène. Nancy 1793. — J. CHR. EBERMAIER, Vergleich. Beschreib. derjenigen Pflanzen, welche in d. Apotheken leicht miteinander verwechselt werden. Braunschweig 1794. — GRINDEL, Pharmazeutische Botanik. Riga 1802. — HOFFMANN, Syllabus plantarum officinalium. Goettingen 1802. — NOEHDEN, Entwurf zu Vorlesungen über pharmakologische Botanik. Göttingen 1802. — VITET, Matière médicale. Lyon 1803. — ALIBERT, Matière médicale. Paris 1804. — ib. 1826. — SCHWILGUÉ, Traité de matière médicale. Paris 1805. — ib. 1818– — DUBUISSON, Plantes usuelles indigènes et exotiques. Paris 1809. — BODARD, Analyse de cours de botanique médicale comparée. Paris 1809. — J. CHR. F. GRAUMÜLLER, Handbuch der pharmazeut. medizin. Botanik. 5 B. 1813–1818 (auch pharmakogn. und chem. interessant). — J. BIGELOW, American medical botany. 3 Vol. 1817–1820. — P. C. BARTON, Vegetable materia medica of the United States or medicinal botany. London 1818. — GOETZ, Descriptio plantarum exoticarum officinalium. Viennae 1818. — J. H. DIERBACH, Handb. d. medizin. pharmazeut. 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Leipzig 1834–36. — VRIESE, Plantenkunde voor Apothekers en Artsen. Leiden 1835–38. — VAVASSEUR, Dictionnaire universel de botanique ... médicale etc. Paris 1836. — CASTLE, Introduction to the medical botany. London 1837. — MALY, Systematische Beschreibung der deutschen Arzneigewächse. Grätz 1837. — BARTON et CASTLE, The British Flora medica. London 1837–38. — MIQUEL, Leerboek tot de Kennis der artsenjigewassen. Amsterdam 1838. — PH. LOR. GEIGER, Pharmazeut. Botanik. 2. Aufl. von NEES VON ESENBECK und DIERBACH. Heidelberg 1839–43. — KATZER, Übersicht der offizinellen Pflanzen der österreichischen Pharmacopoee. Wien 1840. — STUPPER, Medizinisch-pharmazeutische Botanik. Wien 1841–43. — DIETRICH, Taschenbuch der pharmazeutisch-vegetabilischen Rohwarenkunde. Jena 1842–46. — BISCHOFF, Medizin.-pharmazeut. Botanik. Erlangen 1843. 2. Aufl. 1847. — CASSONE, Flora medico-farmaceutica. Torino 1846–52. — WINKLER, Handbuch der medizinisch-pharmazeutischen Botanik. Leipzig 1846 sqq. — SCHMIDT, Taschenbuch der pharmazeutisch-vegetabilischen Rohwarenkunde. Jena 1847 sqq. — VRIESE, Chloris medica. Amsterdam 1847 sqq. — TARGIONI-TOZZETTI, Corso di botanica medico-pharmaceutica. 2. Aufl. Firenze 1847. — LINDLEY, Medical and economical botany. London 1849.
OTTO BERG, Handbuch d. pharmazeutischen Botanik (für Pharmazeuten und Mediziner). Berlin 1845. 2. Aufl. 1850. 3. Aufl. 1855. — O. BERG, Charakteristik d. f. d. Arzneikunde u. Technik wichtigsten Pflanzen-Genera. Berlin 1845. — M. J. SCHLEIDEN, Handbuch d. medizin.-pharmazeut. Botanik zum Gebrauch bei Vorlesungen und zum Selbststudium. Leipzig 1852. — K. MARTIUS, Syllabus de botanica pharmaceutico-medica. Monachii 1852. — HARTIG, Naturgesch. d. forstlichen Kulturpflanzen Deutschlands 1852. — BOSSU, Plantes médicales. Paris 1854. — GÖPPERT, Die offizinellen u. techn. wichtig. Pflanzen unserer Gärten 1857. Nachtrag: Uns. offizinellen Pflanzen. Görlitz 1883. Ferner: Katalog d. botan. Museen d. Univers. Breslau. Görlitz 1884. — HENKEL, Atlas z. medizin.-pharm. Botan. 1863. 2. Aufl. 1873. — MALY, Beschreibung der Medizinalpflanzen. Wien 1863. — LUERSSEN, Medizin.-pharmazeut. Botanik oder Handbuch der systematischen Botanik mit besonderer Berücksichtigung der Arzneipflanzen. 2 B. 1879–1882. Mit Abbild. — JOS. HERZ, Synopsis d. pharmazeut. Botanik. Ellwangen 1883. — LUERSSEN, Die Pflanzen d. Pharmakop. germ. 1883. — LEUNIS, Synopsis; Botanik von FRANK. 3. Aufl. 1883. — BAILLON, Traité de botanique médicale. 2 vol. Paris 1884–89. Mit zahlr. Abbild. — HUGO SCHULZ, Die offizinellen Pflanzen und Pflanzenpräparate. Wiesbaden 1885. — H. KARSTEN, Illustriertes Repetitorium der pharmazeut.-medizin. Botanik. Berlin 1886. Mit 477 Fig., und Flora von Deutschland, pharmaz.-med. Botan. 2. Aufl. 1895. — DUJARDIN-BEAUMETZ et EGASSE, Plantes médicinales. Paris 1889. — C. MÜLLER, Medizinalflora. Berlin 1890. — L. TRABUT, Précis de botanique médicale 1891. — SCHIMPFKY, Unsere Heilpfl., ihr Nutzen und ihre Anwend. 1893, m. Ergänzungsb. 1894 (m. farb. Abb.). — HÉRAUD, Nouveau dictionnaire des plantes médicinales. 3 Ed. 1895 avec 294 Fig. — H. BAILLON, Traité de Botanique médicale cryptogamique, suivi du tableau du Droguier de la Faculté de médecine de Paris. Paris 1897, 370 Fig. — A. VOIGT, Pharmazeutisch-technische Botanik. 1894–1896 Hamburg 1897/99. — PLACK, Repetitor. d. Botanik m. bes. Berücks. d. offizinellen Pflanz. 1899. — HANSEN, Systemat. Charakterist. d. mediz. wicht. Pflanzenfam. 2. Aufl. 1907. — A. ENGLER, Syllabus der Pflanzenfamilien. Eine Übersicht über das gesamte Pflanzensystem mit Berücksicht. d. Medizinal- und Nutzpflanzen nebst einer Übersicht über d. Florenreiche u. Florengebiete d. Erde, z. Gebr. bei Vorlesungen u. Studien über spezielle u. medizin.-pharmazeut. Botanik. 5. Aufl. 1907 (Fortsetzung von EICHLERS Syllabus). — GIESENHAGEN, Unsere wichtigsten Kulturpflanzen. 2. Aufl. 1907.
Vgl. auch W. TRELEASE, Medical Botany (J. Am. med. Ass. Sept. 1897). — WARBURG, Gesch. u. Entwickl. d. angew. Botanik. Ber. d. bot. Ges. 1901.
Kolonialbotanik.
J. VON WARSZEWICZ, Handelspflanzen, welche für Ostindische Colonisten wichtig und von großem Wert sein können. Bull. du Congrès Intern. de Botan. et de Hortic. 1865. — C. A. J. A. OUDEMANS, De Handelsplanten. 36 gekleurde platen met bijschrift voor Nederland. Amsterdam 1883. — J. L. DE LANESSAN, Les plantes utiles des Colonies françaises. Paris 1886. — G. S. BOULGER, The uses of plants: a manual of economic botany, with special reference to vegetable products introduced during the last fifty years. London 1889. — G. HEUZÉ, Les plantes industrielles. Paris 1893. — R. SADEBECK, Die wichtigeren Nutzpflanzen und deren Erzeugnisse aus den deutschen Colonien. Jahrb. d. Hamb. Wissenschaftl. Anstalten 1896. — H. JUMELLE, Les cultures coloniales. Plantes alimentaires. Paris 1901. — P. DE JANVILLE, Atlas de poche des plantes utiles des pays chauds les plus importantes pour le commerce. Paris 1902. — AD. DAMSEAUX, Les plantes de la grande culture. Namur-Bruxelles 1905. — P. ANEMA, Plantkunde, ten dienste van de lagere school in Ned.-Indie. Groningen 1906. — E. DE WILDEMAN, Les plantes tropicales de grande culture. T. 1. Caféier, Cacaoyer, Colatier, Vanillier, Bananiers. Bruxelles 1908. (Vgl. auch die im Kapitel Pharmakoërgasie S. 73, 74 u. 239 aufgeführten Werke, die von HECKEL herausgegebenen Annales de l’institut colonial in Marseille (S. 254) und das Kapitel Pharmakosystematik.)
Giftpflanzen.
Ein vielfach gesondert behandeltes Kapitel der Pharmakobotanik, das eine ziemlich große Literatur besitzt, ist das der Giftpflanzen. Es fällt aber nur zum Teil mit der Pharmakobotanik zusammen, denn nicht alle giftigen Pflanzen sind auch Heilmittel. Ich verweise z. B. auf die giftigen Pilze.
Ein Verzeichnis der älteren Publikationen über die Giftpflanzen (bis 1847) findet sich in PRITZELS Thesaurus litterat. botanic. 1877.
PETRUS DE ABANO, Tractatus de venenis. Mantuae 1472. fol. — ARDOYNIS, Liber de venenis. Venetiis 1492. fol. — Basileae 1562. fol. — ARMA, Opus de venenis. Taurini 1558. — PONZETTI, De venenis libri tres. Basileae 1562. fol. — GREVIN, Deux livres des venins. Anvers 1568. — BACCI, Prolegomena de venenis. Romae 1586. — BUECHNER, De venenis. Halae 1746. — GMELIN, De materia toxicorum vegetabilium in medicamentum convertenda. Tubingae 1765. — GMELIN, Abhandlung von den giftigen Gewächsen. Ulm 1775. — VICAT, Histoire des plantes vénéneuses de la Suisse. Yverdun 1776. — BULLIARD, Histoire des plantes vénéneuses et suspectes de la France. Paris 1784. fol. — HALLE, Die deutschen Giftpflanzen. Berlin 1784–93. — ib. 1801–5. — PLENCK, Toxicologia. Viennae 1785. — PUIHN, Materia venenaria regni vegetabilis. Lipsiae 1785. — SCHULZE, Toxicologia veterum. Halae 1788. — KOLBANI, Ungarische Giftpflanzen. Preßburg 1791. — DUNKER, Beschreibung der Giftpflanzen. Brandenburg 1796–97. — FREGE, Anleitung zur Kenntnis der Giftpflanzen. Kopenhagen 1796. — KERNER, Deutschlands Giftpflanzen. Hannover 1798. — KOHLHAAS, Giftpflanzen. Regensburg 1805. — ORFILA, Traité des poisons, ou Toxicologie générale. Paris 1813–15. — Ed. III: ib. 1826. — GOETZ, Abbildungen deutscher Giftpflanzen. Weimar 1817. — JUCH, Die Giftpflanzen. Augsburg 1817. fol. — LJUNGBERG, De plantis venenatis. Upsaliae 1822. — Die Giftpflanzen des Elsasses (m. 37 Taf.). Straßburg 1825. — DIETRICH, Deutschlands Giftpflanzen. Jena 1826. — WINKLER, Sämtliche Giftgewächse Deutschlands. Berlin 1831. — TADDEI, Repertorio dei veleni e contravveleni. Firenze 1835. — HENRY, Die Giftpflanzen Deutschlands. Bonn 1836. — MICHEL, De nordneederlandsche vergiftige gewassen. Amsterdam 1836. fol. — SCHOTTLAENDER, Giftpflanzen Deutschlands. Ulm 1837. — BRANDT, PHOEBUS et RATZEBURG, Abbildung und Beschreibung der deutschen Giftgewächse. Berlin 1838. — PHOEBUS, Deutschlands kryptogamische Giftgewächse. Berlin 1838. — GUENTHER et BERTUCH, Pinakothek der deutschen Giftgewächse. Jena 1840. — HEGETSCHWEILER und LABRAM, Die Giftpflanzen d. Schweiz (m. 38 Taf). Zürich 1843. — BERGE und RIECKE, Giftpflanzenbuch. Stuttgart 1845. — DUCHESNE, Repertoire des plantes utiles et des plantes vénéneuses du globe. 2 Ed. Brux. 1846. — SCHIMPFKY, Deutschlands wichtigste Giftgewächse (m. farb. Abb.). 1894. — SCHLITZBERGER, Die Gift- und Heilpflanzen, m. 136 farb. Abb. 1899. — GRESSLER, Deutschlands Giftpflanzen, bearb. v. ANDRAE (m. 8 farb. Taf.) 17. Aufl. 1904. — AHLES, Unsere wichtigeren Giftgewächse. 4. Aufl. 1904. — MITLACHER, Toxikolog. oder forens. wichtige Pflanzen u. vegetabilische Drogen usw. Berlin-Wien 1904.
Wichtigste Publikationen über eßbare und giftige Pilze (zusammengestellt von B. STUDER).
KROMBHOLZ, Naturgetreue Abbildungen und Beschreibung der eßbaren, schädlichen und verdächtigen Schwämme (78 farbige Foliotafeln). Prag 1831.
SECRETAN, Mycologie suisse. 3 Vol. Genève et Paris 1831.
TROG, Verzeichnis schweiz. Schwämme. Bern 1844.
TROG, Die eßbaren, verdächtigen und giftigen Schwämme der Schweiz (36 farb. Foliotafeln gemalt von BERGUN). Bern 1845–50.
TROG, Die Schwämme des Waldes. Bern 1848.
BOUDIER, Die Pilze in ökonomischer, chemischer und toxikologischer Hinsicht (deutsch von HUSEMANN). Berlin 1867.
F. W. LORINSER, Die wichtigsten eßbaren, verdächtigen und giftigen Schwämme (12 farb. Tafeln). Wien 1876.
LOUIS FAVRE, Les champignons comestibles (48 farb. Tafeln). Paris-Neuchâtel 1876.
AHLES, Allgemein verbreitete eßbare und schädliche Pilze. II. Aufl. (40 farb. Tafeln). Eßlingen b. Stuttgart 1876.
O. WÜNSCHE, Die Pilze. Leipzig 1877.
H. O. LENZ, Nützliche, schädliche und verdächtige Schwämme. VI. Aufl. (20 farb. Tafeln). Gotha 1879.
W. MEDICUS, Unsere eßbaren Schwämme (23 farb. Bilder). Kaiserslautern 1882.
ELIAS FRIES, Hymenomycetes europaei. Upsala 1884.
RABENHORST, Kryptogamen. Bd. I: Pilze. Leipzig 1884.
SCHRÖTER, Pilze Schlesiens. 1889.
LEUBA, Die eßbaren Schwämme und die giftigen Arten, welche zur Verwechslung geeignet (54 farbige Tafeln). Zürich 1892 (franz. Ausgabe: Neuchâtel 1890).
O. WÜNSCHE, Die verbreitetsten Pilze Deutschlands. Leipzig 1896.
EDM. MICHAEL, Führer für Pilzfreunde. Zwickau i. S. 1902. Ausgabe A für Schulen. 2 Teile. 175 Pilzgruppen auf 16 farb. Tafeln. „ B für Pilzsammler und Pilzfreunde. 3 Bde. mit 278 farb. Pilzgruppen. „ C Volksausgabe mit 29 farbigen Pilzgruppen.
G. HAHN, Der Pilzsammler oder Anleitung zur Kenntnis der wichtigsten Pilze Deutschlands und der angrenzenden Länder. Aufl. III (mit 32 farb. Tafeln). Gera 1903.
BLÜCHER, Praktische Pilzkunde (mit 32 farb. Bildern). Miniaturbibliothek. Berlin 1904.
MATERN, Die am häufigsten vorkommenden eßbaren, bezw. giftigen Pilze. MÜCKs praktisches Taschenbuch. Wien 1904.
Pilzmerkblatt des Kaiserl. Gesundheitsamtes (1 farb. Tafel mit 21 Pilzen). Berlin 1904.
P. SYDOW, Eßbare und giftige Pilze (m. 64 farb. Tafeln). Heidelberg 1905.
KATH, Pilzbuch (mit 14 farb. Tafeln). Langensalza 1905.
HENINGS, LINDAU, LINDNER, NEGER, Pilze. Leipzig 1905.
UNGER, Unsere wichtigsten Pilze (m. 4 farb. Tafeln). MÖLLERs Bibliothek für Gesundheitspfl. Oranienburg 1906.
B. STUDER, Die wichtigsten Speisepilze der Schweiz. III. Aufl. (m. 12 farb. Tafeln). Bern 1906.
W. RASCHKE, Tafel eßbarer Pilze. Tafel giftiger und verdächtiger Pilze. Annaberg im Erzgeb.
CONSTANTIN et DUFOUR, Nouvelle flore des champignons. ed. II. Paris.
J. RÖLL, Unsere eßbaren Pilze. Tübingen.
MAGNUS, Die Pilze von Tirol. Innsbruck.
SACCARDO, Sylloge fungorum omnium hujusque cognitor. Padua.
Bei den vielfachen Beziehungen, die die Nahrungsmittelkunde und die technische Rohstofflehre zur Pharmakognosie besitzen, seien auch die hauptsächlichsten Werke dieser Wissenszweige, soweit sie uns hier angehen, aufgeführt. In vielen derselben sind auch Drogen erwähnt.
Technische Rohstofflehre.
CHOMEL, Abrégé de l’histoire des plantes usuelles. Paris 1712 (und 1803).
SAVARY, Dictionnaire de commerce. 1750.
KERNER, Handelsprodukte aus dem Pflanzenreiche. Sechs Hefte mit illuminierten Kupfern. Stuttgart 1783–1786.
G. R. BÖHMER, Technische Geschichte der Pflanzen, welche bey Handwerken, Künsten und Manufakturen bereits in Gebrauch sind oder noch gebraucht werden können. 2 B. Leipzig 1794.
J. BECKMANN, Vorbereitung zur Warenkunde oder zur Kenntnis der vornehmsten ausländischen Waren. 6 Stücke. Göttingen 1795 u. 1800.
P. A. NEMNICH, Warenlexikon in 12 Sprachen. 3 T. 1797, und Neues Warenlexikon in 12 Sprachen. Hamburg 1820.
G. H. BUSE, Vollständ. Handbuch der Warenkunde. 10 B. Erfurt 1798–1820.
G. CHR. BOHNS, Warenlager oder Wörterbuch der Produkten- und Warenkunde. Neu von NORRMANN. 2 B. Hamburg 1805.
J. D. WAGENER, Allgem. Warenlexikon. 2 B. Hamburg 1811.
J. S. WINTERSCHMIDT, Naturgetreue Darstellung aller in- und ausländ. Material-Samen und getrockneten Früchte, wie sie gewöhnlich im Handel vorkommen. Nürnberg 1818.
J. M. LEUCHS, Allgemeines Warenlexikon. Nürnberg 1825–1826.
G. THON, Ausführliches und vollständiges Warenlexikon. Ilmenau 1829.
ZENKER, Merkantilische Warenkunde. Jena 1829–1835.
J. C. SCHEDEL, Neues und vollständiges allgemeines Warenlexikon. 4. Aufl. von POPPE. 2 B. Leipzig 1830.
ERDMANN-KÖNIGS Grundriß der allgemeinen Warenkunde unter Berücksichtigung der Technologie, 1. Aufl. 1833, von der 12. Aufl. (1895) an von ED. HANAUSEK, 14. Aufl. 1906 mit 416 Abb. Leipzig u. Wien.
KARL NOBACK, Lehrb. d. Warenkunde. Leipzig 1842.
DUCHESNE, Répertoire des plantes utiles et des plantes vénéneuses du globe. 2 ed. Brux. 1846.
HENKEL, Warenlexikon für Drogisten, Apotheker und Kaufleute. 3. Aufl. 1873.
WIESNER, Die Rohstoffe des Pflanzenreiches. Leipzig 1873. 2. Aufl. (in Gemeinsch. mit zahlr. Mitarbeitern) 1900.
PASPALE, Compendio di Botanica ordinato specialmente alle conescenza della piante utili più comuni. Napoli 1878.
H. GROSS, Die wichtigeren Handelspflanzen in Bild und Wort. Eßlingen 1880.
EGER, Technolog. Wörterbuch. Braunschweig 1882.
SEUBERT, Handbuch d. allgemeinen Warenkunde. Stuttgart 1883.
K. MÜLLER, Prakt. Pflanzenkunde für Handel, Gewerbe und Hauswirtschaft. Stuttg. 1884.
DAMMER, Illustr. Lexikon der Verfälschungen. Leipzig 1887.
O. JAEGER, Leitfaden zur Einführung in das Studium der allgemeinen organischen Warenkunde. Stuttgart 1888.
H. BRAUN und T. F. HANAUSEK, Materialienkunde. Wien 1891.
WEIDINGERS Warenlexikon, herausg. von T. F. HANAUSEK. 2. Aufl. Leipzig 1892.
WARBURG, Die aus den deutsch. Kolonien exportierten Produkte u. deren Verwertung in der Industrie. Berlin 1896.
M. PIETZSCH, Katechismus der Waarenkunde. 6. Aufl. 1900.
O. LUEGER, Lexikon der gesamten Technik und ihrer Hilfswissenschaften. Stuttgart u. Leipzig. 2. Aufl. 1906 (im Erscheinen begriffen). Groß angelegtes Riesenwerk.
A. MENTZ og C. H. OSTENFELD, Planteverdenen i Menneskets Tjeneste. Kjöbenhavn-Kristiania 1906 (m. viel. Abbild.).
D. DIETRICH, Taschenbuch der Warenkunde.
Monographien:
Allgemeine Warenkunde und Rohstofflehre, bearbeitet von R. BENEDIKT, H. BRAUN, C. COUNCLER, F. H. HAENLEIN, T. F. HANAUSEK, F. V. HOEHNEL, JOS. MOELLER, ED. VALENTA und WITTMACK. Kassel, Fischer.
ED. HANAUSEK, Technologie der Drechslerkunst.
FR. VON HOEHNEL, Die Stärke- und die Mahlprodukte. Kassel 1882. Derselbe, Die Gerberinden. Berlin 1880. Derselbe, Die Mikroskopie d. techn. verwendeten Faserstoffe. Wien 1887. 2. Aufl. 1905.
J. MOELLER, Die Rohstoffe des Tischler- und Drechslergewerbes. Kassel.
E. VALENTA, Die Klebe- und Verdickungsmittel. Kassel 1884.
BOÉRY, Les plantes oléagineuses huiles et tourteau et les plantes alimentaires des pays chauds. Paris 1889.
BEAUVISAGE, Les matières grasses. Paris 1891.
BRÉVANS, Les légumes et les fruits. Paris 1893.
CHARABOT, Les parfums artificiels. Paris 1899.
P. D’AYGALLIERS, l’Olivier et l’huile d’olive. Paris 1900.
PIESSE, Chimie des parfums et fabrication des essences etc. Paris 1903.
EUG. COLLIN et EM. PERROT, Les Residus industriels, utilisés par l’agriculture comme aliments et comme engrais. Paris 1904.
F. ZETZSCHE, Die wichtigsten Faserstoffe der europäischen Industrie. 1904. Mit 46 Mikrophot.
LAFAR, Handbuch der technischen Mycologie. 4. B. Jena, Fischer.
(Bez. der Literatur über Harze, Fette und ätherische Öle vgl. Pharmakochemie.)
Einen Überblick über die geschichtliche Entwicklung der Warenkunde gab GIULIO MORPURGO, La Merciologia nelle sue origini e nella sua evoluzione. Trieste 1907. Vgl. ferner: WIESNER, Über d. Bedeutung der techn. Rohstofflehre als selbständige Disziplin und deren Behandl. als Lehrgegenstand. Dingl. polyt. Journ. 1880. — J. COLLINS, Study of economic botany and its claims educationally and commercially considered. London 1872.
Nahrungsmittelkunde.
L. NONNI, Diaeteticon s. de re cibaria. Antw. 1646.
M. SEBITZ, de alimentorum facultatibus. Argent. 1650.
J. F. ZÜCKERT, Materia alimentaria. Berlin 1768, und: Von den Nahrungsmitteln. Berl. 1775.
REICH, Die Nahrungs- und Genußmittel. 1860.
A. E. VOGL, Nahrungs- und Genußmittel aus dem Pflanzenreich. Anleitung zum Erkennen der Nahrungsmittel, Genußmittel und Gewürze mit Hilfe des Mikroskops. Prag 1872. Mit 116 Holzschn. Derselbe, Die wichtigsten vegetabilischen Nahrungs- und Genußmittel, mit besonderer Berücksichtigung der mikroskop. Untersuchung. Berlin-Wien 1899. Mit 271 Holzschn.
F. ELSNER, Untersuch. von Lebensmitteln und Verbrauchsgegenständen, Berlin 1878, und die Praxis d. Chemik. b. Unters. von Nahrungsmitteln. 8. Aufl. 1907.
O. DIETZSCH, Die wichtigsten Nahrungs- und Genußmittel. 3. Aufl. Zürich 1879.
CAPAUN-KARLOWA, Unsere Lebensmittel. 1879.
J. BELL, Analyse d. Verfälsch. d. Nahrungsmittel. Deutsch v. Mirus. 1882 u. 1884.
T. F. HANAUSEK, Die Nahrungs- und Genußmittel aus dem Pflanzenreich. Kassel 1884.
JOS. MOELLER, Mikroskopie der Nahrungs- und Genußmittel aus dem Pflanzenreiche. Berlin 1886. 2. Aufl. 1905 (mit WINTON, m. 599 Fig.).
A. F. W. SCHIMPER, Anleitung zur mikroskop. Untersuchung der vegetabilischen Nahrungs- und Genußmittel. Jena 1886. 2. Aufl. 1900. Mit 134 Abbild.
BONNET, Précis d’analyse microscopique des denrées alimentaires. Paris 1890.
H. MOLISCH, Grundriß einer Histochemie der pflanzlichen Genußmittel. Jena 1891.
E. MACÉ, Les substances alimentaires. Paris 1891. Mit 24 Taf. und 408 Fig.
CLAES et THYES, Histologie et morphologie des tests des graines composant les tourteaux alimentaires (m. 7 Taf.). Paris 1893.
H. THOMS u. E. GILG, Einführung in die praktische Nahrungsmittelchemie. Leipzig 1899.
BUJARD und BAIER, Hilfsbuch f. Nahrungsmittelchemiker. 2. Aufl. 1900.
MARION et MANGET, Tableaux synoptiques pour l’analyse des farines. Paris 1901.
E. SEEL, Gewinnung u. Darstellung der wichtigsten Nahrungs- und Genußmittel. Stuttgart 1902.
MOOR, Suggested standards of purity for foods and drugs. 1902.
KÖNIG, Chemie der menschlichen Nahrungs- und Genußmittel. 3 B. 4. Aufl. 1903–1907.
MANSFELD, Die Unters. v. Nahrungs- u. Genußm. 1905.
BRETEAU, Falsifications et alterations des substances alimentaires. Paris 1906.
A. L. WINTON (and JOS. MOELLER) the microscopy of vegetable foods. New York 1906.
H. RÖTTGER, Kurzes Lehrb. d. Nahrungsmittelchemie. 3. Aufl. 1907.
VARGES, Nahrungsmittelchemie. 1907.
DAMMER, Lexikon der Verfälschungen.
H. G. GREENISH, The microscopical examination of foods and drugs. London.
SOUBEIRAN, Dictionnaire des falsifications (m. 218 Fig.).
Nur aus ihren Zeitschriften, nicht aus ihren Lehrbüchern kann man die Entwicklung einer Wissenschaft wirklich kennen lernen.»
SUDHOFF.