V. Pharmakodiakosmie.
Reading edition
Die Pharmakodiakosmie (von διακοσμεῖν = sortieren) beschäftigt sich mit den Handelssorten und den Verpackungen der Drogen.
1. Handelssorten.
Schon das Altertum kannte Handelssorten. Beim Anis z. B. führt DIOSCURIDES an, daß der kretische besser sei als der ägyptische. Ja schon zur Zeit der Pharaonen unterschied man schwarzes, weißes und rotes Fatti (d. h. Mastix).
Wir wissen (HÜLLMANN, Handelsgeschichte der Griechen, 1839), daß die Griechen, die einen lebhaften Handel mit dem Orient trieben, Majoran aus Tenedos, Creta, Chios und Heraclea, Senf aus Cypern, Thymian vom attischen Hymettos, Safran von Rhodos und Kyrene, Helleborus von Thessalien und Böotien, Silphium von Kyrene als Handelssorten unterschieden.
Handelssorten erwähnt auch PLINIUS besonders bei den Harzen, beim Bdellium beschreibt er die Unterschiede zwischen der peratischen und der indischen Sorte, beim Olibanum erwähnt er drei Sorten, beim Mastix zwei, bei der Myrrha gar sechs (resp. acht): die troglodytische, die minäische (die atramitische, ansaritische), die dianitische, die «collatitia», die sambracenische und die dusaritische.
ORIBASIUS (geb. c. 350) unterschied μαστίχη χία und μαστίχη αἰγυπτία. Auch IBN BAITAR führt da und dort Handelssorten an.
Die Krämerordnung der Stadt Straßburg 1470 schätzt am höchsten den Safran von Ort, dann den von Toscana und bezeichnet als schlechtesten den Belgir. Im Mittelalter unterschied man überhaupt vom Safran zahlreiche Sorten: Safran aus den Abruzzen, aus Acquila, aus Aragonien, aus der Auvergne, aus Calabrien, Castelnaudary, Catalonien, Cima, England, San Gemignano (bei Florenz), Mallorca (Majolica), aus den Marken an der Adria, Marokko, Mirabel (Dep. des basses Alpes), Montferrat (zwischen Turin und Genua), Noort, Orta, Österreich, Tortosa, Puglia, Ruscia, Toscana, Valenza u. a. m. (FLÜCKIGER).
Die gegen Ende des Mittelalters und im XVI. Jahrh. vielfach übliche Pflanzen- und Handelssortenbezeichnung «romani» bedeutet nur soviel, daß die Sorte aus dem Süden stammt. Ähnlich verhält es sich mit den unbestimmten Bezeichnungen «troglodyticus», «aethiopicus», «indicus», «ponticus», «arabicus», die man in alter Zeit oft als «nähere» Bezeichnung fand und von denen «arabicus» noch im Gummi arabicum erhalten ist, das aber nicht aus Arabien zu uns kommt und wahrscheinlich auch niemals aus der Arabia felix kam.
Besser stimmen die noch heute üblichen, allerdings ganz allgemeinen Bezeichnungen «orientalis», für asiatische, speziell indische Drogen, und «occidentalis», für amerikanische, die wohl namentlich mit Rücksicht auf die Bezeichnungen Ostindien und Westindien gewählt wurden.
Neben den nach Ländern benannten Handelssorten finden wir auch frühzeitig nach der Gewinnungsweise unterschiedene. Die amtliche Apothekertaxe Roms vom Jahre 1558 führt z. B. unter anderem zwei Handelssorten von Manna auf: di fronda (auf den Blättern) und di corpo (von den Stämmen).
Die äußere Form hat auch bisweilen zur Handelssortenbezeichnung gedient, so z. B. wurde früher — jetzt nicht mehr — Curcuma rotunda und Curcuma longa, d. h. Zentral- und Nebenwurzelstärke unterschieden.

Fig. 273.
Die älteste Darstellung einer Drogenpackung (VI. Jahrh. v. Chr.).
Silphium
ballen, die vor den Augen des Königs
Arkesilas
abgewogen und dann im Schiffsraum verstaut werden. Von der Arkesilasschale im Cabinet des médailles in Paris.
[Nach
Baumeister
, Denkmäler.]
Die Handelssorten der Drogen im modernen Handel sind dem Wechsel unterworfen. Alte Sorten verschwinden, neue tauchen auf, um nach kürzerer oder längerer Zeit wieder anderen Platz zu machen. Die China Cuprea z. B. ist aufgetaucht und wieder verschwunden und auch von der Crown Aloë hört man wenig mehr. Es ist ein fortdauerndes Hin- und Herfluten, ein auf und ab, das sich durch Angebot und Nachfrage regelt. Dem Importeur liegt nur daran, Käufer für seine Ware zu finden. Da erscheinen dann plötzlich große Mengen einer Droge am Markt, die bisher unbekannt war. Alles kommt darauf an für die neue Droge zunächst empfehlende Gutachten zu erhalten und dann, damit nicht zu große Lagerspesen entstehen, so rasch wie möglich Käufer zu finden. Manchmal hält sich eine Droge, wie z. B. die Carthagena-Ipecacuanha, trotzdem die Arzneibücher in der Mehrzahl sie ablehnen, dadurch, daß Spezialitätenfabrikanten sie in großer Menge brauchen, manchmal findet die Sendung auch keine Abnehmer. So fand ich in den Londoner Docks 1903 Cuprea, die seit 1881 dort unverkauft lag. Aufgabe der Zwischenhändler (Agenten, Makler) ist es, Liebhaber zu finden und eventuell Bedürfnisse zu schaffen, wenn sie nicht vorhanden sind.
Wenn man ältere (oder auch neuere!) Lehr- und Handbücher der Drogenkunde zur Hand nimmt, so findet man eine große Menge von Handelssorten aufgeführt, die heute kein Mensch mehr kennt und die nur in den Drogenmuseen noch zu sehen sind. Sie haben nur noch historisches Interesse. Von den vielen Handelssorten der Sarsaparille, die SCHLEIDEN und BERG erwähnen, ist nur Honduras und Veracruz übrig geblieben, zu der dann noch die rote Jamaica und die Lima hinzutraten. Es ist Sache des Lehrers der Pharmakognosie die Studierenden darüber zu belehren, was jetzt im Handel ist, nicht darüber, was einst im Handel war. Er muß also Fühlung mit dem Großhandel suchen. Die im folgenden aufgeführten Handelssorten sind solche, die sich 1907 im Drogen-Großhandel fanden. Auf andere komme ich im speziellen Teile bei den betreffenden Drogen zu sprechen.
So fanden sich 1907 im Großhandel (ich folge besonders der Liste von JULIUS GROSSMANN, Hamburg):
Agar-Agar, Fäden — Schnitzel — Linealform.
Aloës, Barbados in Kürbissen — Capensis in Kisten — Curaçao, capartig — Curaçao, leberfarbig.
Canthariden, chinesische — russische.
Colocynthides, Palästina — türkisch — spanisch («pulp» und «apples»).
Cort. chinae flavae, Carthagena — Maracaibo — Porto Cabello.
Cort. chinae Loxa.
Cort. chinae regiae Calisaya, echt (Monopolrinde).
Cort. chinae rubrae.
Cort. chinae Culturrinde, Droggistquills, pijpen oder Pharmaceut. Basten — Fabrikrinde oder Fabrieksbasten.
Der englische Großhandel nennt Chinarinde einfach «Bark», wie Perubalsam kurz «Balsam».
Cort. aurantiorum, Malaga — Curaçao.
Sem. tonco, Angostura — Para — Surinam.
Ichthyocolla, brasilianische Zungen (Tongues) — Maracaibo Herzform — Venezuela Zungen und Taschen.
Fol. cocae, Cuzco — Trujillo.
Fol. jaborandi, Ceara — Paraguay.
Fol. sennae, Alexandrinae — Tinnevelly.
Benzoë, Palembang — Siam — Sumatra.
Lignum quassiae, Jamaica — Surinam.
Moschus, Assam — Cabardinic. — Tonquin.
Gallen, Bassorah — Smyrna (und zwar «blues», «greens», «whites»).
Sem. colae, ½ Nüsse — ¼ Nüsse.
Nuces vomicae, Cochin — Bombay — Calcutta — Madras.
Ol. geranii, Bourbon Couteau St. Andrée — ostindisch. Palmarosa prima — ostindisch. Gingergrass.

Fig. 274.
Originalverpackungen von Drogen.
[
Weigel
phot.]
Schilfsack mit Lycopodium.
Kiste mit Bourbon-Vanille.
Ichthyocolla-Bündel.
Tonkin-Moschus-Kästchen.
Mit Blech ausgeschlagene Kiste mit Smyrna-Opium.
Perubalsam-Kanister.
Kiste mit Succus liquiritiae.]
Ol. lavandulae, französisch — spanisch.
Ol. menthae, americ. — japan. — japan. crist.
Rad. ipecacuanhae, Carthagena — Mattogrosso — Minas.
Rad. liquiritiae, griech. — spanisch Alicante — Tortosa — Russisch Ural.
Rhiz. rhei, Canton — Shanghai — Shansi — englisch — französ. — österreich.
Rad. sarsaparillae, Honduras — J. G. Krone — F. & S. Krone — Seronen — Stern Seronen (Fig. 276).

Rad. senegae, südlich — westlich.
Secale cornut., russisch — spanisch.
Succus liquirit., Baracco — Duca di Atri.
Catechu (Cutch), Baran B. S. — Mangrove M — Pegu Stern B — Pegu Stern J. G. — Pegu D. C. — Pegu B. T. — Ostind.
Curcuma, Bengal. — Cochin — Madras.
Gummi arabicum, Cordofan — Ghezirah — Mekka — Senegal.
Dammar, Batavia — Padang.
Traganth, syrisch — persisch — türkisch — Traganthon.
Opium, Geiwa — Salonici — Smyrna — Alexandretta — persisch.
Orlean, Bisdary — Clayssen — Latapie.
Indigo, Bengal und Behar — Oude und Benares — Bimlipatam — Madras — Kurpah — Manila — Bombay — Java — Westindisch.
Nachfolgende, aus anderen Quellen (GEHE, WEIGEL) stammende Übersicht gibt einen guten Überblick über die 1907 beobachteten Handelssorten der wichtigsten Drogen, die Hauptsorten sind gesperrt gedruckt. Die meisten Namen finden sich auf der Karte: «Handelsstraßen im XX. Jahrh.» (Beilage).
Aloë. Kap-, Barbados-, Curaçao-, Socotra-, Natal-, Bombay-, Sansibar-, Uganda-, Mocha-, Madagaskar-, Jafferabad-, Bonaire-, Aruba-, Indische Aloë.
Amygdalae. Malaga- oder Jordanmandeln, spanische (Valencer- und Alicante M.), italienische (Florentiner-, Puglieser-, Bari-, Avola-, Sizilianer M.), südfranzösische (Provençer M.), nordafrikanische (Marocco-, Mogador- oder berberische), kleinasiatische, griechische, canarische Mandeln.
Asa foetida. in lacrymis (seu in granis), amygdaloides (seu in massis), in pasta, petraea, depurata aus Persien.
Anacardia. orientalia und occidentalia.
Balsamum copaivae. Maracaïbo- (Venezuela), Angostura-, Maturin-, Carthagena-, Bahia-, Para-, Maranham-, Surinam-, Copaïvabalsam.
Benzoë. Siam-, Sumatra-, Palembang-, Penang-, Padang-, Calcutta- oder Block-Benzoë.
Cacao. Guayaquil — Machala-, Guayaquil — Arriba-, Guayaquil — Balao-, Nicaragua-, Guatemala-, Puerto — Cabello-, Para-, Bahia- (Brasil), Samana-, Maracas-, Cauca-, Caracas-, Garupano-, Haiti-, Domingo-, Jamaica-, Cuba-, Portorico-, Trinidad-, Peru-, Argentinien-, Ceylon-, Kamerun-, St. Thomé (afrikan.) Cacao.
Campher. Laurineen-, Japan-, Borneo- (oder Sumatra-), Ngai- (oder Blumea-), künstlicher Campher.
Cantharides. russische und ungarische, chinesische Kanthariden.
Caricae. kleinasiatische, spanische, italische, portugiesische, griechische, nordafrikanische Feigen.
Caryophylli. Amboina-, Molukken-, Sansibar-, Pemba-, Bourbon-, Madagaskar-, Cayenne-, Antillen-Nelken.
Castoreum. Castoreum canadense (Hudsonbay) — C. sibiricum.
Catechu. Pegu- (oder Bombay-), Gambier-, bengalisches, Malakka-, Kamaon-, Bacau-, Mangrove-Catechu.
Coffea. arabischer (Mokka), afrikanischer (West- und Ostafrika), indischer (Java, Menado, Ceylon), westindischer (Cuba, Jamaica, Domingo, Portorico), mittelamerikanischer (Mexico, Costarica, Guatemala, Nicaragua), südamerikanischer (Venezuela = Maracaïbo, Ecuador, Surinam, Brasilien = Santos und Rio) Kaffee.
Collapiscium (Ichthyocolla). Saliansky- und Beluga-Hausenblase, Fischblasen (brasilianische, kaukasische, Maracaïbo- [Herzform], westindische Blasen).
Copal. Ostafrikanische (Sansibar-, Mosambique-, Madagaskar-), westafrikanische (Sierra Leone-, Gabon-, Loango-, Angola-, Benguela-, Congo-, Kamerun-, Accra-, Benin-), amerikanische (Brasil-, Columbia-) Copale, Copal von Neuseeland und Neukaledonien (Kaurie), ostindischer oder Manila-Copal.
Cortex aurantii fructus. Sizilianer oder italienische, Malaga- und französische (bittere) Pomeranzenschalen, Curaçaoschalen, Apfelsinenschalen.
Cortex chinae. Cortex Chinae flavae (Carthagena, Maracaïbo, Puerto Cabello), Cort Chinae fuscae (Lima, Guajaquil, Huanoco, Loxa), Cort. Chinae regiae = Calisaya (echt und kultiviert, Cochabamba und Duraznello), Cort. Chinae rubrae, Südamerika, Cort. Chinae succirubrae (Java, Ceylon).
Cortex cinnamomi. Chinesischer (China), Ceylon-Zimt oder Caneel, ferner: niederländ. Indien, Argentinien.
Cortex coto verus. Para.
Cortex granati. Cortex trunci et ramorum, radicis, fructuum seu pomorum.
Cortex mezerei. germanicum und gallicum.
Cortex simarubae. guyanensis und jamaicensis.

Fig. 275.
Originalverpackungen von Drogen.
[
Tschirch
phot.]
1
Tee
kiste. 2 Korb für
Cort. Winteranus
. 3 Halbe
Curaçaoaloë
-Kalebasse. 4
Moschus
kistchen. 5
Tee
kistchen. 6 Ballon von
Ol. geranii
. 7 Para-
Sarsaparille
. 8
Ol. menthae
-Flaschen. 9
Guttapercha
-Korb. 10
Citronellaöl
-Kanister. 11 Kiste aus
Metroxylon
blattstielen für die Flaschen von
Cajeputöl
. 12
Rosenöl
flaschen. 13
Ingwer
-Topf. 14
Perubalsam
-Kanister. 15 Honduras-
Sarsaparille
. 16
Ol. aurantii.
17 Russ.
Süßholz
. 18 Draht von
Rad. sarsapar.
19
Ol. cassiae
-Bleiflasche. 20 Leere Serone von
Rad. sarsaparillae
.
Crocus. französischer oder Gatinais-Safran, spanischer (Valenzer- oder Alicante-), österreichischer, türkischer, persischer Safran.
Elemi. Manila- oder philippinisches (weiches und hartes), amerikanisches oder Yucatan-, mexikanisches oder Vera-Cruz-, brasilianisches oder Rio-, afrikanisches, ost- und westindisches, bengalisches, Neu-Guinea- und Mauritius-Elemi.
Fabae tonco. Angostura-, Surinam-, Para-Tonkobohnen.
Flores chrysanthemi. Dalmatiner, montenegriner.
Folia buccu, lata seu rotunda und longa.
Folia cocae. Bolivia, Peru, Cuzco, Huanuco (oder Huanta), Trujillo (Truxillo), Ceylon, Java.
Folia jaborandi. Brasilien, Ceara, Pernambuco (Para), Paraguay, Guadeloupe, Maranham, Aracati, Argentinien.
Folia sennae. Tinnevelly- oder indische Sennesblätter, Mekka- oder arabische, Alexandriner, Tipolitaner, Folia Sennae parva, Fol. Senn. sine resina.
Chinesischer Tee. Schwarzer Tee: Pecco, Padre-Souchong, Linkisam, Campoe, Souchong, Bohe oder Bou, Congo oder Congfu. Grüner Tee: Songlo oder Singloe, Bing, Soulang, Aljofar, Gunpowder, Tché, Tschy, Perltee, Kugeltee, Imperial, Haysan, Hyson. Gelber Tee: Oolong, Blumentee der Chinesen.
Ceylon-Tee. Pecco, Congo-Pecco, Pecco-Souchong, Souchong, Congon oder Kongo, auch Fanningo, Brocken-Pecco, Brocken-Souchong, Teestaub (dust).
Java-Tee. Schwarzer Tee: Orange-Pecco, Flowery-Pecco, Broken-Pecco, Pecco-Dust, Pecco-Siftings, Pecco, Pecco-Souchong, Oolong, Soepoey-Pecco, Kempoey, Souchon, Souchong-Boey, Congo, Congo-Boey, Boey, Broken-Tea, Stof (Staub). Grüner Tee: Joosjes, Uxim, Hysant, Tonkay, Schesi.
Fructus anisi. russischer, italischer, spanischer, österreichischer Anis.
Fructus capsici. spanischer Pfeffer, Paprika, roter Japan- oder Cayenne-Pfeffer (Chillies).
Fructus cardamomi. Fruct. Cardamomi malabaric. (kleiner oder Malabar-Kardamom), Fruct. Cardamomi ceylanic. (langer oder Ceylon-Kardamom), Malabar-Cardamomen aus Ceylon, Aleppi-Kardamom (gebleicht), Fruct. Cardamomi excorticat.

Fig. 276.
Originalverpackungen von Drogen.
[
Weigel
phot.]
Fructus carvi. holländischer, österreichischer, russischer, norwegischer, malteser, französischer, schwedischer, deutscher Kümmel.
Fructus colocynthydis. ägyptische, syrische, cyprische, marokkanische (Mogador), spanische, persische Koloquinten.
Fructus foeniculi. deutscher (sächsischer), Puglieser (aus Apulien), mährischer, macedonischer, galizischer, römischer, holländischer, kretischer, Florentiner (süßer), japanischer, französischer, Levantiner, ostindischer (Bombay-) Fenchel.
Fructus papaveris. Fructus Papaveris immaturi und maturi.
Fructus vanillae. Bourbon- (oder Réunion-), Seychellen-, Madagaskar- und Comoren-, Mauritius-, Java-, Deutsch-Ostafrikanische, Tahiti-, brasilianische, mexikanische, La Guayra- oder Pompona-, neuseeländische und australische Vanille.
Galbanum, persisches, Levantiner G., G. in lacrymis (seu in granis), G. in massis, G. expureatum seu depuratum seu colatum.
Gallae. kleinasiatische, Levantiner oder türkische Gallen: Aleppische (auch Jerli- und Sorian-Gallen), Mosulische, Smyrnäer, Tripolitaner Gallen. Europäische (sog. Eichen-) Gallen: Morea- oder Kron-Gallen, österreichische, böhmische, deutsche oder Kollari-Gallen. Istrische oder ungarische Gallen. Knoppern oder Valonen. Chinesische (sog. Sumach-) Gallen. Japanische (Sumach-) Gallen. Amerikanische, Pistacien-, Tamarix-Gallen.

Fig. 277.
Originalverpackungen von Drogen.
[
Weigel
phot.]
Gummi arabicum. Ostafrikanisches Gummi (Kordofan-, Gezireh-, Sennaar-, Suakin-, Geddah-, Embavi-, Mekka-Gummi), westafrikanisches oder Senegal-Gummi, nordafrikanisches (marokkanisches oder berberisches), Gummi aus Deutsch-Südwestafrika (Angra Pequena), Kap-Gummi, indisches oder Amrad-Gummi (Ersatzgummi), australisches oder Umrawatti- (Wattle-), brasilianisches oder Para- (von Acacia Angico), Ghatti- oder Dhaura-Gummi, argentinisches oder La Plata-Gummi.
Gutti. Siam-, Ceylon-Gutti. (Röhrengutti, Schollen- oder der Kuchengutti [Cake-Gamboge] = Gutti in Klumpen oder in Masse.)
Kino. Malabar-, Amboina- oder Cochin-, Gambia- oder afrikanisches, bengalisches oder Balasa-, australisches, Jamaika- oder westindisches Kino.
Lacca (Stock- bezw. Schellack). in ramulis (Stocklack), in granis (Körnerlack), in tabulis (Schellack), in massis (Block-, Knopf- oder Blutlack), Lacca alba (gebleichter Schellack), Granat- oder Rubinlack.
Lactucarium, deutsches und österreichisches.
Lignum quassiae, surinamense und jamaicense.
Lignum santali, rubrum, citrinum (seu album) ostindicum (!), album westindicum (!).
Lycopodium, russisches, österreichisches, deutsches, schwedisches Lycopodium.
Macis. Banda, Bombay, Papua-Macis. Britisch- und Niederländisch-Indien.
Manna. Röhren- oder Stengel- (Manna electa, in lacrymis, in fragmentis), gemeine, Calabreser- oder Gerace-M., fette oder Puglieser-M., M. depurata.
Mastix. levantinischer (Chios), indischer, römischer oder Bombay-Mastix, amerikanischer Mastix.
Moschus. Tonkin- oder tibetanischer, kabardinischer, russischer oder sibirischer M. (in vesicis, ex vesicis, trimmings, vesices evacuatae), Assam-, Yünnan-, Bucharischer M., künstlicher Moschus.
Oleum amygdalarum = süßes oder fettes Mandelöl, — ätherisches Bittermandelöl [blausäurehaltig, blausäurefrei], künstliches Bittermandelöl = Ol. Amygdal. aether. artificiale (Benzaldehyd) [chlorhaltig, chlorfrei].
Oleum aurantii. Ol. Aurant. dulc. = süßes Pomeranzenschalenöl, Ol. Aurant. amar. = bitteres Pomeranzenschalenöl, Ol. Aurant. flor. = Orangenblüten- oder Neroliöl, Bigarade-Portugal-Öl, Ol. Aurant. fol. = Petitgrains-Öl (französisches, Paraguay-Öl).
Oleum caryophyllorum aus Nelken, Nelkenstielen.
Oleum cinnamomi. Cassia- oder chinesisches Zimtöl, Ol. Cinnamomi Ceylanic. = Ceylon-Zimtöl, Ol. foliorum Cinnamomi = Zimtblätteröl.
Oleum eucalypti. Ol. Eucalypti Globuli, Ol. Euc. amygdalinae, Ol. Euc. australe. Öle von E. maculata var. citriodora und von E. macarthuri.
Oleum geranii (Palmarosa), Geranium- oder Pelargonium-Öl (französisches, afrikanisches, Réunion-, spanisches), türkisches oder indisches Geraniumöl (Palmarosaöl), Gingergrasöl.
Oleum jecoris aselli, norwegischer (Lofoten-, Finmarken-) Dorschtran, Neufundland- oder Labrador (Ol. Jecor. Asell. vapore parat. [Dampftran], Ol. Jecor. Asell. citrinum seu medicinale [natürlicher, sogen. Medizinaltran, hellgelb, gelb, hellbraun, braun usw.]), Tran für technische Zwecke [Robben-, Sepfisch-, Japan-Tran usw.].
Oleum juniperi, fructus seu baccarum, Ol. Juniperi ligni, Ol. Juniperi empyreumaticum seu Ol. cadinum.
Oleum lavandulae, französisches, englisches (Mitcham-Öl).
Oleum menthae piperitae, deutsches (bzw. sächsisches oder schlesisches), englisches (Mitcham, Cambridge), amerikanisches (Wayne County, Michigan, Marken: H. G. HOTCHKISS, F. S. & CO., A. M. TODD), japanisches (flüssiges und festes, Marken: KOBAYASHI, YAZAWA), französisches, russisches und italienisches Pfefferminzöl.
Oleum olivarum, spanisches, italisches, französisches, österreichisches, griechisches, portugiesisches, algerisches, kleinasiatisches, kalifornisches, Ol. Oliv. opt. seu provinciale (Jungfernöl, Provenceöl, Olivenöl): Nizzaöl, Bari- (oder Puglieser-) Öl. Ol. Olivar. commune (grünes Olivenöl, Baumöl). Ol. Olivar. denaturatum.
Oleum origani, vulgaris (Dostenöl), cretici (Spanisch Hopfenöl oder Kretisch Dostenöl: Triester Origanumöl, Smynäer Origanumöl).
Oleum ricini, italienisches, französisches, amerikanisches (brasilianisches), ostindisches Ricinusöl.
Oleum rosae. bulgarisches (auch türkisches), deutsches Rosenöl, Rosengeraniol.
Oleum rosmarini. französisches, italienisches oder Dalmatiner, spanisches Rosmarinöl.
Oleum santali, ostindisches, indisches Macassar-, westindisches Sandelöl.
Oleum terebinthinae, amerikanisches, französisches, österreichisches, galizisches, russisches, polnisches (auch deutsches genannt!), finnisches, schwedisches und norwegisches Terpentinöl (Kienöl).

Fig. 278.
Originalverpackungen von Drogen.
[
Weigel
phot.]
Oleum thymi, album, rubrum (französisches, deutsches, spanisches Öl).
Opium, kleinasiatisches, türkisches, griechisches, ostindisches, chinesisches, persisches Opium.
Radix gentianae, rubrae und albae.
Radix ipecacuanhae, Rio (Matto-Grosso, Jahore, Bahia), Carthagena, Rad. Ipec. deemetinisata seu ab Emetino liberata.
Radix liquiritiae, russisches, spanisches, syrisches, italisches, französisches, griechisches Süßholz.
Rhiz. rhei, Sinensis (Shensi, Canton, Shanghai), Anglica, Austriaca, Rhapontic.
Radix sarsaparillae, Honduras-, Guatemala-, Veracruz (auch ostmexikanische oder Tampico-), Jamaika-, Para-, Lissabon- (auch Rio negro- oder brasilianische) Lima-Sarsaparille.
Radix senegae, Nordamerika (Pennsylvanien, Missouri, Kansas), Kanada (Minnesota, Manitoba).
Resina acaroides. rotes und gelbes Acaroidharz.
Resina (Sanguis) draconis, indisches oder Palmendrachenblut, sokotrinisches Drachenblut.
Rhizoma iridis. Florentiner, Veronenser, Africaner (Mogador).
Rhizoma valerianae. thüringische, belgische, Harzer, holländische Baldrianwurzel.
Rhizoma zingiberis. bengalischer, Cochin-, Japan-, China, Jamaika-, westafrikanischer oder (schwarzer) Barbados-Ingwer.
Secale cornutum. russisches, spanisches, deutsches, österreichisches Mutterkorn.
Semen papaveris, album und coeruleum.
Semen strophanthi, Ost- und Westafrika, Kombe, hispidus, gratusseu glaber.
Succus liquiritiae. italienischer oder Calabreser (Marke: Barracco, Duca di Atri, Martucci, Zagarese, Salvago u. a. m.), spanischer, kleinasiatischer oder Levantiner, griechischer, russischer, englischer Süßholzsaft.
Terebinthina. französischer oder Bordeaux-, amerikanischer oder virginischer, österreichischer (auch deutscher) Terpentin.
Tragacantha. kleinasiatischer, Levantiner, anatolischer, türkischer oder Smyrnäer-, syrischer, persischer, Morea- oder griechischer, Kreta-Traganth.
Tubera jalapae, Mexiko.
Tubera salep. deutscher, Levantiner Salep.
Die zahlreichsten Sorten zeigt der Kautschuk (India Rubber, Gummi elasticum). Die 1907 im Großhandel auftretenden Handelssorten desselben sind im folgenden, nach den erzielten Preisen geordnet — bei den teuersten beginnend — aufgeführt (im wesentlichen nach der Liste von WEBER & SCHÄR). Es ist daraus ersichtlich, daß schon jetzt die besten Ceylon- und Sumatra-Paras (von kultivierter Hevea) — «Plantation Ceylon India Rubber» und «Sumatra-Para» — alle anderen geschlagen haben.

Fig. 279.
Binden der
Vanille
in Papantla.
[Nach
Preuß
.]
Hochfeiner und feiner Ceylon-Para — bester Sumatra-Para —, hochf. hard fine Para (Brasilien) — Bolivian enterfine Para — heller Mattogrosso fine Para — primissima rote Adeli Niggers — hochfeine rote Mozambique balls — feine Ceylon scraps — hochfeine schwarze Equateur — hochfeine rote Niggers, ähnlich Adeli — hochfeine Mozambique balls — primissima rote Massai Niggers A Anker A — primissima rote Loanda Niggers, — hochfeine gepreßte Uganda biscuits — hochfeine rote Sudan Massai Niggers, — prima Mozambique balls (Ostafrika, Mikindani) — gute trockene Congo Niggers — schwarze Uganda Cakes — scrappy Bolivian Negroheads — hochfeiner Rangoon Gummi — gereinigter Manicoba — feine schwarze Equateur — feine Congo clusters — hochfeine Guayaquil scraps — prima hochfeiner Penang — helle Assinee Niggers — weiße Uganda Cakes — Lopori II fob Antwerpen — prima alte Lahou lumps — hochfeine westindische strips — heller Madagaskar — feine rote Gambia balls — gute westafrikanische balls — gute Mayumba balls — hochfeine Mattogrosso Santos sheets (Brasilien, Mattogrosso) — prima weiße Accra balls — prima Kamerun clusters (Kamerun, Duala) — gute Kamerun-Kuchen — prima Mozambique Wurzelgummi — I b. Gambia balls — gute trockene Madagascar Lianen Cakes — gute Kamerun-Kuchen — Madagascar-Kuchen und Niggers — guter C/A Madagascar — alte Lahou lumps u. Cakes — trockene secunda Bissao balls — Ponang — Thimbles, besonders gute Ware — gute Lagos lumps — Thimbles in Säcken — Ceara Mangabeira — Mozambique marbles — Moma Mozambique marbles — ausgesuchte prima Accra lumps, A Anker A — prima Gambia balls — prima ausgesuchte Goldküsten lumps — unsortierte Goldküsten lumps — guter secunda Borneo, Ankermarke — gute sekunda Goldküsten lumps — weiche westafrikanische balls — Soe-Soe — trockene unripe Mozambique marbles — Mozambique Wurzelgummi — Mozambique unripe balls — Dead Borneo.
Der Londoner Großhandel notierte 1907: India Rubber Assam — Borneo — Plantation Ceylon, Malay usw. — Madagascar — South American — Mozambique — African.

Fig. 280.
Verpacken des
Tee
in quadratische Kisten und Verlöten der Kisten in China.
Sehr zahlreich sind auch die Copalsorten.
In Kleinasien unterschied man (1895) folgende Opiumsorten:
Malatia, Tokal, Zileh (das beste) für chinesisches Rauchopium.
Boghadich für Rauchopium (nach Zentralamerika).
Yerli (aus der Umgegend von Smyrna) medizinisch bevorzugt.
Chaüe, gleichwertig mit Yerli.
Salonica.
Karahissar, aus der Umgegend dieser Stadt (in England bevorzugt), vgl. Fig. 10.
Adeth (= gewöhnlich) geht nach China und Amerika.
Chinquiti, aus dem Innern Kleinasiens.
So-so, schlechte Sorte.
In Persien unterscheidet man: Meschedopium, Ispahanopium und Tschakida (gekochtes Opium).
Selbst eine und dieselbe Handelssorte wird bisweilen in verschiedene Formen gebracht. So ist z. B. persisches Opium sowohl in Form von Stäbchen, wie in konischen oder rechteckigen Stücken im Handel.
Die in Amsterdam gehandelten Teesorten lauten (von der schlechtesten beginnend): Stof, Broken Tea, Boey, Congo Boey, Congo, Souchon Boey, Souchon, Kempoey, Soepoey Pecco, Oolong, Pecco Souchon, Pecco, Pecco Siftings, Pecco Dust, Broken Pecco, Flowery Pecco, Orange Pecco. Die grünen: Schin, Tonkay, Hysant, Uxim, Joosjes.
Bei der Rhizoma iridis unterscheidet man in Florenz: Scelte (sortierte), in sorte (gewöhnliche), frantumi (ganze Rhizome) und raspature (Schälabfälle) — in Verona: Radice dritta («pro infantibus»), groppo (zu Iris- [Fontanelle-] Kügelchen) und scarto (Abfälle).
Von der Vanille unterscheiden die Mexikaner: Vainilla de Lec (von Léi = Gesetz, Regel) und Vainilla cimarrona (von cimarrón = wild).

Fig. 281.
Jagd des
Moschus
tieres in China. Kopie der phantastischen Zeichnung, die sich auf den Papieren findet, in die die einzelnen
Moschus
beutel gewickelt werden.
[Stark verkleinert. Original 14,5 : 18,5 cm Bildgröße.]
Die Bezeichnung der Handelssorten erfolgt nach sehr verschiedenen Grundsätzen. Die beiden am häufigsten vorkommenden Bezeichnungsarten sind die nach dem Produktionslande (chinesischer Zimt, Pegu-Catechu, holländischer Kümmel, Marokko-Lein, Cordofangummi, französischer Terpentin, amerikanisches Colophonium, persisches Opium, Curaçaoaloe, Bourbonvanille, Bandamacis, syrischer Traganth, Sumatrabenzoë, Ceylonzimt, russisches Süßholz, Javachina, Hondurassarsaparille, Irländisch Moos, Surinam Quassia, bengalischer Ingwer) oder Produktionsorte (Guéwéopium, Gatinais-Crocus, Veroneser Veilchenwurzel, Cuzcococa, Tinevellysenna, Palembangbenzoë, Tortosasüßholz, Tolubalsam), oder dem Ausfuhrhafen (Smyrnaopium, Sansibarnelken, Paytaratanhia, Bombaymacis, Parakautschuk, alexandrinische Senna, Cochin-Brechnüsse, Manila-Elemi, Puorto Cabello-China, Batavia-Dammar, Rio-Ipecacuanha, Maracaibo-Copaivabalsam, Veracruz-Sarsaparille, Tampicojalappe, Trujillococa, Alicante-Süßholz), seltener nach dem Lande, über das die Ausfuhr erfolgt (z. B. Jamaicasarsaparille, da von Mittelamerika meist über Jamaica exportiert). Bisweilen wird aber auch die Stammpflanze als Bezeichnung benutzt (Lärchenterpentin) oder heimische Namen umgemodelt.

Fig. 282.
Schnüren der Fardelen des
Ceylonzimts
in Colombo.
[
Tschirch
, Indische Heil- und Nutzpflanzen.]
Seltener werden die Namen der Produzenten als Handelssortenbezeichnung gewählt (Hotschkiss und Toddpfefferminzöl — Duca di Atri-, Baracco-, Solazzi-Succus liquiritiae — Clayssen-, Latapie- und Bisdary-Orlean), oder abgekürzte einfache Marken (J. G. Krone, F. & S. Krone, C. & E. Krone Seronen-Sarsaparille).
Der Kaffee aus Kampongkultur wird in Ceylon «coffee arabian native», der Kaffee aus Plantagenkultur «coffee plantation» genannt.
Ein besonderes Kapitel bilden die falschen und die Phantasiebezeichnungen. Es ist nicht immer klar ersichtlich, ob dieselben zum Zwecke der Täuschung erfunden wurden. Jedenfalls können sie zu Täuschungen über die Provenienz führen. Viele dieser Bezeichnungen sind so eingewurzelt, daß sie nicht mehr zu beseitigen sind. Der Perubalsam (aus Sonsonate in Mittelamerika), das Goapulver (aus Ostbrasilien), das isländische Moos (aus Mitteleuropa), der venetianische Terpentin (aus Tirol) sind nach Ländern benannt, in denen die Stammpflanze der Droge überhaupt nicht vorkommt. Das Scammonium von Montpellier ist weder ein Scammonium, noch kommt es aus Montpellier, das isländische Moos ist weder ein Moos, noch kommt es aus Island.
Aber auch noch neuerdings tauchen derartige Phantasienamen auf. So wurde eine im Kapland nach eigenartigem Verfahren dargestellte Aloë «Ugandaaloë» getauft (in Uganda wächst keine Aloë) und die Bezeichnungen der Handelssorten des Rhabarber: Shanghai, Canton und Shensi sind reine Phantasienamen, die keineswegs die Provenienz, sondern nur einen Handelstyp bezeichnen.
Solche fälschlichen Handelsbezeichnungen kamen schon im Altertum vor. So bemerkt z. B. DIOSCURIDES bei der Narde: «Es gibt zwei Arten Narde, und zwar heißt die eine die indische, die andere die syrische, nicht aber weil sie in Syrien gefunden wird, sondern weil die eine Seite des Gebirges, an dem sie wächst, nach Indien, die andere nach Syrien gerichtet ist.» Und THEOPHRAST bemerkt, daß κερωνία (Ceratonia Siliqua) zwar «ägyptische Feige» heiße, doch nicht in Ägypten wachse, sondern in Syrien.
Mißverständlich ist auch die Bezeichnung Terra japonica für das vom Rioux Lingga-Archipel stammende Gambier. Man wußte ehedem nur, daß es aus dem fernen Osten stamme und vermutete entweder, daß Japan die Heimat sei oder gab ihm absichtlich aus Reklamesucht den auf weite Fernen deutenden irreführenden Namen. Die mißverständliche Bezeichnung für Gummigutt, «gummi de Peru» (z. B. bei REUDEN 1613), ist wohl auf eine Umbildung aus dem ähnlich klingenden malaiischen getah jamu (= heilkräftiger Milchsaft) zurückzuführen.

Fig. 283.
Korb mit frischen
Kolanüssen
.
Dann unterscheiden die Großdrogenhäuser die Einzelsorten auch nach ihrer Güte, z. B.:
Tolubalsam, Penang Ph. G. IV — courant.
Canthariden, gesiebt — fein nat. — Grus.
Cort. cascarillae, elect. silbergrau, grusfrei — fein naturell — naturell — Grus.
Cort. chinae flav., ffein naturell — fein naturell — naturell.
Olibanum in lacr. elect. hell Nr. 000 — in lacr. fein hell Nr. 00 — Erbsen ffein hell Nr. 0 — in lacr. naturell Nr. 2 — Granen courant.
Myrrha, elect. ffein hell — fein naturell hell — gut naturell.
Sanguis draconis, feurig extrafein A — feurig fein B — C.
Carrageen, elect. — fein A — fein B — 0000 — 000 — 00 — ff. naturell 0 — fein — gut — ordinär.
Rad. ratanhiae, ¹⁄₁ elect. feurig, ganz knollenfrei — ¾ elect. gut, rot, knollenfrei — fein naturell, sehr gut in Farbe — naturell — Knollen.
Rad. sarsaparillae Verakruz super. extra — extra prima — prima courant — depurat.
Rad. rhei, großstückig flach — rund — mittelstückig — kleinstückig — ¹⁄₁ mundiert — ¾ mundiert — ½ mund. In England: flat, round — high dried, sun dried.
Ricinusöl, erste Pressung — zweite Pressung.
Fol. sennae Tinnevelly grün groß 0000 — grün mittel 000 — grün mittel 00 — grün mittel 0 — grünlich 1 — grünlich 2 — grünlich 3.
Benzoë Palembang, extraf. glasig naturell — ffein glasig naturell — fein glasig naturell — gut glasig, naturell.
Benzoë Siam, große lose Mandeln AA — geflossene Granen E — geblockte Granen hell E** — geblockte Granen hell E***.
Benzoë Sumatra, extrafein A — extrafein B — fein mandoliert 0000 — fein mandoliert 000 — gut mandoliert 00 — gute Mittelqualität 0 — Mittelqualität 1.
Auch diese Bezeichnungen wechseln. Sie könnten in einigen Fällen ebensogut durch Nr. 1, Nr. 2, Nr. 3 usw. ersetzt werden. Immerhin dienen einige doch zu näherer Charakterisierung.
Welch merkwürdige Verhältnisse bisweilen den Drogenhandel beeinflussen, zeigen folgende Beispiele, die HOLMES mitteilte, der (Pharm. Journ. 1900 March 17, p. 278) einige interessante Mitteilungen über die Handelsverhältnisse gewisser vegetabilischer Arzneimittel machte, die zu einer zeitweisen bedeutenden Knappheit derselben führen.
«Ein merkwürdiges Beispiel bot 1900 Pilocarpus Jaborandi, von der es schwer hielt, in ganz London einen Zentner Blätter aufzutreiben, während Blätter von Rio Janeiro-Jaborandi (Pilocarpus Selloanus) und Maranham-Jaborandi (P. microphyllus) reichlicher zu haben waren. Der Grund dafür lag darin, daß die niedrige Preisnotierung für die nicht offizinellen Sorten, von denen die letztgenannte trotz des geringeren Gehaltes an Pilocarpin doch dem Fabrikanten günstigere Chancen darbietet als die echte Pernambuco-Jaborandi, den Handel in letzteren lähmte und schließlich den Verkauf zu einem Preise veranlaßte, der nicht die Hälfte der Sammlungs- und Verfrachtungskosten betrug. Infolge davon hüteten sich die Schiffer, ihr Schiff mit einer Ware, an der sie Schaden hatten, zu befrachten. Die Verhältnisse werden sich auch kaum anders gestalten, da die Pflanze über kurz oder lang im Mittelmeergebiete in hinreichender Menge kultiviert werden wird, um unseren Bedarf zu decken.
Ein anderer Grund lag dafür vor, daß die von der britischen Pharmakopöe vorgeschriebenen Semina Strophanthi (1900) in England nicht zu haben waren. Die ersten Exporteure dieser Droge aus Nyassaland versandten die einander sehr ähnlichen Samen von drei verschiedenen Pflanzen miteinander gemischt. Die die richtigen Samen liefernde Pflanze hat steifbehaarte Blätter; von den beiden schwächer wirkende Samen liefernden Spezies hat Str. Emini weiche, samtartige Blätter und Schoten mit einem dichten, wolligen Überzuge. Die langen, langgeschwänzten Blumenblätter, welche diese beiden Arten haben, fehlen der dritten Art, Str. Courmontii, die außerdem glatte Blätter hat. Man erkannte die Mischung dieser Samen an dem Verhalten gegen konzentrierte Schwefelsäure, welche die Samen von Str. Kombe grün, die der beiden anderen rötlich färbt. Die Exporteure versuchten, sich ein Monopol zu sichern, indem sie den Ursprung der drei differenten Samen den europäischen Botanikern verschleierten; doch hat die Konkurrenz der billigeren Strophanthussamen aus Westafrika dahin geführt, daß man in Zukunft nun wirkliche Kombesamen aus Nyassa in den Handel bringen wird.
Der niedrige Preis, den die Tubera Aconiti der Alpen haben und der namentlich auch durch die Einführung der japanischen Knollen in England bedingt wurde, führte zu sorgloserer Einsammlung und hat in England eine Vorschrift der Pharmakopöe veranlaßt, wonach die im Lande kultivierten Knollen von Aconitum Napellus zur Bereitung der offizinellen Präparate zu benutzen sind. Immer aber setzt noch jetzt die Konkurrenz der auswärtigen wilden Droge den Preis der Kulturdroge so stark herab, daß kaum die nötige Menge letzterer produziert werden kann.
Die Ursache der Abnahme des Gebrauchs von Scammonium liegt nach HOLMES darin, daß geradezu für bestimmte Märkte eine schlechtere Qualität gefordert wird. Nach Südamerika wird nur Skilip-Scammonium begehrt, das nur 40% Harz enthält. Man hat versucht, das Harz allein als Droge einzuführen, aber hier hat der Wettbewerb in der Billigkeit wieder zwei Produkte in den Handel gebracht, nämlich reines Harz und mit etwas wässerigem Extrakt (durch Perkolation mit Wasser nach Erschöpfung mit Spiritus) versetztes.
Die Nachfrage nach billigem Safran zum Färben von Kuchen und Backwerk in Cornwall führt zum Import des minderwertigen Alicantesafran, der mindestens um einen Schilling pro Unze billiger als Valenciasafran ist.»

Fig. 284.
Verpacken des
Absinth
in Frankreich. Einstampfen in die Säcke.
[Nach
Roure-Bertrand
.]
Auch Irrtümer erhalten sich oft lange.
WATTs «Dictionary of the Economic Products of India» sagt, daß das sogenannte ostindische Gummi arab. gar kein indisches Gummi war, sondern von den Häfen des Roten Meeres nach Bombay exportiert und von dort weiter exportiert wird. Ziemlich das Gleiche sagt die Pharmacographia. Obgleich seitdem als inkorrekt bewiesen, finden wir die gleiche Bemerkung in National Dispensatory 1897 und in KINGs American Dispensatory und anderwärts (HEAP).
Es ist aber für den wissenschaftlichen Pharmakognosten sehr schwer, einen Einblick in die Handelsverhältnisse zu bekommen, besonders wenn er nicht in einer Welthafenstadt wohnt. Er erfährt von vielen Vorgängen nichts.
Die Cardamomen werden in zwei Arten gehandelt, aber nur wenige, die den Artikel nicht auf dem Markt verfolgen, wissen es. Sarsaparilla wird auf dem Londoner Markte in 6 oder 7 Arten geteilt, doch erwähnen die Lehrbücher nichts davon. Im besten Falle findet man drei Arten Benzoë in den Lehrbüchern, während die Marktkäufer an vier gewöhnt sind (HEAP).
2. Verpackungen.
In den Abschnitten, die von der Kultur und der Erntebereitung handeln, haben wir die Droge bis zur fertigen Herstellung am Orte der Gewinnung verfolgt. Wir kommen nun zu den Verpackungen. Diesem Teile der Pharmakognosie ist bisher nur wenig Aufmerksamkeit gewidmet worden. Ich betreibe das Studium der Verpackungen seit 1884, wo ich bei Beginn meiner Tätigkeit als Dozent der Pharmakognosie mir durch Vermittelung der Großdrogenhäuser (besonders GEHE & CO.) eine ziemlich vollständige Sammlung der Originalpackungen verschaffte und diese dann hier und in Indien fortdauernd vermehrte. So konnte ich bei der Eröffnung des Museums des Berner pharmazeutischen Institutes (1893) eine Gruppe vorführen, die alles Wesentliche enthielt (Taf. XXX u. XXXI). Wie neuere Mitteilungen (von WEIGEL 1905) zeigen, hat sich in letzter Zeit an den Packungen fast nichts geändert.
In der Literatur findet man wenig über Verpackungen und meist nur ganz gelegentliche Notizen darüber. Die mannigfaltigen Verpackungen der Sarsaparille, die ehedem im Handel anzutreffen waren, sind abgebildet in PEREIRA, Elements of materia medica 1855 II, p. 277–284, die eigenartigen Kisten, in denen die Cajeputölflaschen verpackt werden, in meinen Indischen Heil- und Nutzpflanzen (Taf. 75). Die älteste Drogenpackung, von der eine Abbildung auf uns gekommen ist, ist die des Silphium auf der berühmten Arkesilasschale aus dem VI. Jahrh. v. Chr. (Fig. 273), auf der das Abwiegen und Verstauen der Silphiumballen im Schiffsraum dargestellt ist.

Fig. 285.
Verpackung von
Mate
(Paraguaytee).
[
Tschirch
phot.]
Ich gebe im folgenden ein Verzeichnis der hauptsächlichen Packungen, wie dieselben sich 1907 im Großhandel fanden, bemerke jedoch, daß namentlich das Gewicht und die Dimensionen wechseln, und auch andere vorkommen. Im Verpackungstyp hat sich aber in den letzten 20 Jahren wenig geändert. In diesem Punkte ist der Großhandel ziemlich konservativ.
Als Packmaterial bedient man sich sehr verschiedener Dinge: der Rumexfrüchte beim Opium, der Lorbeerblätter beim Succus liquiritiae, der nach der Destillation aus der Destillierblase entfernten und getrockneten Melaleucablätter bei den Flaschen des Cajeputöls. Auch Reisspelzen finden hie und da Verwendung, z. B. beim Lemongrasöl.
Ich unterscheide drei Verpackungstypen: den Kistentyp, den Ballentyp und den Kanister-Flaschentyp. Nach diesen geordnet sollen im folgenden die Packungen vorgeführt werden.
Da die Dimensionen der Kisten usw. wechseln, habe ich sie, um die Form zu fixieren, nach den mir vorliegenden, in meiner Sammlung befindlichen angegeben.
Tafel XXX

Die Sammlung von Drogenpackungen im Museum des pharmazeutischen Institutes der Universität Bern.
[
Tschirch
phot.]
⇒ GRÖSSERES BILD
Tafel XXXI

Die Sammlung von Drogenpackungen im Museum des pharmazeutischen Institutes der Universität Bern.
[
Tschirch
phot.]
⇒ GRÖSSERES BILD
1) Kisten, Chests.
Opium, kleinasiatisches und türkisches, in Broten. Mit Zinkblech ausgeschlagene, rechteckige Kisten (Länge c. 87 cm, Tiefe c. 45 cm, Höhe c. 30 cm). Packmaterial: Rumexfrüchte. Gewicht 50 oder 75 kg (Taf. XXXI u. Fig. 274).
Ammoniacum. Quadratische Kisten mit Eisenblech ausgeschlagen (60 cm breit, 53 cm tief, 55 cm hoch), die größten von c. 120 kg (Taf. XXXI).
Asa foetida. Kisten von 50–150 kg.
Barbadosaloë. Kalebassen (Kürbisse) von verschiedener Größe, vollständig mit der Aloë erfüllt, meist mitten durchgeschlagen (Fig. 275). Mehrere solcher Kürbisse zum Export in Fässer zusammengepackt (Fig. 278).
Curaçaoaloë. Quadratische, roh zusammengeschlagene Kisten (von meist 35 cm im Quadrat), Gewicht 50–55 kg.
Capaloë. Rechteckige Kisten von 100–220 kg, die mit der zusammengeflossenen Aloë nahezu ganz erfüllt sind. Die Aloë muß mit Hammer und Meißel herausgestoßen werden.
Crown-(Uganda-)Aloë. In rechteckigen Stücken von c. 450 g, in rotes Papier gewickelt und in Kisten verpackt.
Drachenblut. Große Blöcke mit Sackabdrücken (Fig. 276) oder in Stangen von c. 20 cm Länge, in Licualablätter eingewickelt. In Kisten von c. 100 kg.
Cardamomum (Malabar). Quadratische Kisten 40 zu 40 cm (Taf. XXXI).
Flores cassiae. In Kisten mit Bastumhüllung (Fig. 277).
Cinnamomum Cassia. Rinden-Röhren in Kisten (Fig. 277).
Chinesischer Rhabarber. Quadratische Kisten, die außen meist gelb angestrichen oder mit gelbem Papier beklebt sind, innen mit Blech ausgeschlagen, das bisweilen innen mit Papier beklebt ist (Tiefe 50, Breite 70, Höhe 60 cm). Canton-Rhabarber in Kisten à 75–90 kg. Shanghai-Rhabarber in Kisten à 100 kg. Shensi in Kisten à 110 kg.
Vanille. Blechdosen, Früchte in Bündeln. Bei der Vanille werden Bündel von 50 Früchten (mazos) hergestellt, je 60 mazos (= 3 Millares) werden in eine Blechkiste verpackt (Fig. 274 u. 279).
Tee. Quadratische, mit Bleifolie ausgeschlagene und verlötete, bunt beklebte Kisten sehr verschiedenen Durchmessers (Taf. XXX u. XXXI, Fig. 275 u. 280).
Araroba. Kisten von 70 kg.
Canthariden, chinesische: Kisten von c. 30 kg; russische: Fässer von 50 oder 100 kg.
Coloquinthen, Palästina. Säcke von 50–100 kg.
China-Succirubra. in Röhren, Kisten von 45–50 kg (Fig. 269).
Benzoë, Palembang. Kisten à 8 Dosen, c. 8–10 kg.
Benzoë, Siam. Kisten von 30–115 kg.
Benzoë, Sumatra. durchgesägt, in Sackleinwand, in Kisten von 40–50 kg, (London).
Resina guajaci. Kisten von 40 kg.
Gutti in Röhren. Kisten von 100 kg.
Kino. Kisten von 70 kg.
Mastix. Kisten von 50 kg.
Olibanum. Kisten von 110–125 kg oder Säcke à 90 kg.
Kamala. Kisten von c. 30 kg.
Manna. Kisten von c. 30 oder 90 kg.
Guarana in Stangen. Kisten von c. 65 kg.
Sternanis, chinesischer. Kisten von c. 60 kg.
Succus liquiritiae. Kisten von c. 100 kg (Fig. 274), Packmaterial Lorbeerblätter.
Catechu, in Blöcken à 50 kg.
Galläpfel, chinesische. Kisten von 60–100 kg.
Traganth. Kisten von c. 75 kg.
Castoreum, canad. Dosen von c. 5 kg.
Moschus. Zierliche, mit gemusterter Seide überzogene Pappkästchen, die innen mit dicker Bleifolie ausgelegt sind und außen mit zwei kleinen Beinriegeln verschlossen sind (Taf. XXX u. XXXI, Fig. 274 u. 275). Die Moschusbeutel sind in Papier gewickelt, auf dem mit roter Farbe die Jagd des Moschustieres dargestellt ist (Fig. 281). Die Darstellung ist aber kaum authentisch, da das Moschustier mit einem Geweih ausgestattet ist und die Verfolgung zum Teil zu Pferd erfolgt, was kaum möglich sein dürfte. — Dosen à ½ Catty = 302½ g. — Assammoschus, ex vesicis. In Gläsern à 100 g.
Zibeth. Gerade Hörner, die oben und unten abgeschnitten, unten mit einem Holzverschluß versehen, oben mit Leder zugebunden und meist noch in Haut eingenäht sind, à c. 1½ kg (Taf. XXXI).

Fig. 286.
Alte Verpackungsart des
Mate
in die Haut des großen Ameisenbärs.
[
Tschirch
phot.]
2) Ballen, Seronen (Serons), Packen, Säcke, Körbe, Matten, Fardelen, Gonges, Bales, Packages, Bags, Robbins, Cases, Baskets.
China Calisaya plana (Monopol), amerikanische Seronen aus Tierfellen mit der Haarseite nach außen, die mittelst Hautstreifen verbunden sind (Fig. 276 u. Taf. XXX). Breite c. 60, Tiefe c. 45, Höhe c. 45 cm. Die Häute umschließen den Inhalt vollständig. c. 30 kg schwer. Gelegentlich ist die Verpackung noch sorgfältiger: Leinen, Öltuch, Teertuch und schließlich Rindshaut — oder in Kisten von c. 30 kg.
Sarsaparille, Honduras. Seronen von c. 60–90 kg; aus Tierfellen, die Haarseite nach außen, die Haut umschließt die Droge nicht vollständig, sondern es sind nur oben und unten zwei Hautkappen von 55 cm Breite und 45 cm Tiefe angebracht, die durch breite Hautbandstreifen miteinander verbunden sind, so daß in der Mitte der Serone die Droge frei sichtbar ist (Fig. 275, 276). Die Droge in Puppen (Fig. 275, Taf. XXXI), 80–85 in einer Serone.
Sarsaparille, Veracruz. In Ballen von 60–100 kg, mit Eisendraht (Fig. 275) umwickelt. Ware oberflächlich gereinigt.
Ipecacuanhawurzel. Rio. Seronen aus Tierfellen. Haare nach außen. Länge c. 80 cm, Breite c. 45 cm. Die Ränder sind mit Hautbandstreifen vernäht und oft auch mit grober Sackleinwand verklebt (Taf. XXX). Das Fell umschließt die Droge ganz.
Cinnamomum ceylanicum. Die auf gleiche Länge gebrachten Rindenröhren des Ceylon-Kaneels mit Bast zu zylindrischen Bündeln zusammengebunden, von c. 45 kg, mit Sackleinwand umnäht, «Fardehl» [Fardele] (Fig. 277, 282).
Euphorbium, Schilfseronen, sehr sauberes Geflecht, sogar mit Griffen versehen (Marokko), c. 130 kg (Fig. 276).
Gummi arabicum, Cordofan. Schilfmatten von pyramidenförmiger Gestalt, mit Sackleinen umnäht oder in Kisten von c. 100 oder 180 kg. Gummi arabicum, Senegal. Ballen von c. 100 kg.
Granatwurzelrinde. Zylindrische aus breiten Stuhlrohrbändern dicht geflochtene Körbe von rundem Querschnitt, von c. 1,20 m Höhe und c. 60 cm Durchmesser, flachem Boden und flachem oder gewölbten Deckel (Taf. XXX).

Fig. 287.
Einfüllen des
Perubalsams
in die Kanister in San Salvador.
[
Preuß
phot.]
Guttapercha. Aus dünnen, runden Stuhlrohrstengeln sehr locker geflochtene, zylindrische Körbe mit rundem Querschnitt und flachem Deckel, die in Sackleinwand eingenäht sind. Durchmesser c. 50–60 cm, Höhe c. 65–75 cm (Fig. 275).
Senf. Zylindrische Fässer von rundem Querschnitt, c. 50 cm Durchmesser und c. 60–65 cm Höhe, in Bastmatten eingenäht. Bombay-Senf, in Säcken von c. 75 kg.
Nux vomica. Aus dünnen, flachen Rotangstreifen dicht geflochtene Körbe von rundem Querschnitt, die in feingeflochtene Bastmatten eingenäht sind (Taf. XXXI). Durchmesser c. 50–60, Höhe c. 60 cm oder in Säcken.

Fig. 288.
In der Mitte ein moderner
Perubalsam
kanister, rechts und links davon früher gebräuchliche Krüge.
[
Tschirch
phot.]
Koso in Bündeln. Blütenstände straußartig zusammengebunden. In Säcken.
Cassiabruch in Ballen (Fig. 277).
Caryophylli (Penang) in Kisten von c. 150 kg (rot) oder in Basthüllen (die Bastmatten übereinandergeschlagen und verschmiert), «Gonges» (Fig. 277) von c. 80 kg.
Lycopodium in Säcken à c. 50 kg von ziemlich feiner Leinwand, die in groben Hanfsäcken stecken; umgeben von aus Schilf geflochtenen Bastmatten mit starken Tauen verschnürt oder in Kisten à 10 Pack à 10 kg.
Cortex Aurantii Malaga. Große, oft über 1,30 m lange, aus Halfagras dicht geflochtene «Matten» von c. 140–170 kg. Sizilianische, Säcke von c. 50 kg. Curaçao, Ballen von c. 65 kg.
Cortex Winteranus. Ovale Körbe mit Deckel aus Rotangstreifen geflochten, Höhe c. 45 cm, Breite c. 65 cm, Tiefe in der Mitte c. 35 cm (Fig. 275).
Russisches Süßholz. Große c. 1,20 m lange Bastmatten (Fig. 275), 70, 90, 120 kg. Spanisches Süßholz. Pack von c. 60 kg. Spanisches Süßholz. Tortosa (2 Bots) Ballen von 29–30 cm, à 24 Bund à 5 kg. Griechisches Süßholz. Pack von c. 150 kg.
Muscatnüsse (Banda) ungekalkt in Fässern (oder Kisten) von c. 100 kg.
Sennesblätter (alexandrinische). Große, aus dünnen Streifen eng geflochtene Matten von etwa 85 cm Breite, außen noch in Sackleinwand eingehüllt, von c. 150 kg. Tinevelli. Ballen von c. 170 kg.
Sabadillsamen, in Säcken.
Galgant. Etwa meterlange, feingeflochtene Bastmatten oder Bastballen, mit dünnem Rohr verschnürt. Ballen 90–120 kg (Fig. 276).
Bengaleningwer, in Säcken von c. 100 kg. Jamaicaingwer. Enggeflochtene Körbe von rundem Querschnitt, mit flachem Boden und flachem Deckel. Durchmesser c. 60, Höhe c. 75 cm. Die Körbe sind in Bastmatten eingenäht und meist noch mit derben Stuhlrohrstreifen umflochten.
Sassafrasrinde. Ballen von c. 100 kg.
Sassafrasholz, geraspelt in Säcken à 100 kg.
Strophantus. Säcke von c. 30 kg.
Baccae Juniperi. Säcke von c. 50 kg.
Curcuma. Säcke von 50–80 kg.
Arrowroot, St. Vincent. Fässer von c. 100 kg.
Toncobohnen, Angostura. Fässer von c. 200–500 kg.
Arecasamen. Säcke von c. 60 kg.
Jaborandi. Ballen von 100–170 kg.
Mate. Ballen von c. 100 kg oder in sehr eigenartigen Taschen (Fig. 285 u. 286).
Matico. Ballen von c. 40 kg.
Grana Paradisi. Ballen von c. 75 kg.
Galbanum. Ballen von c. 80–90 kg.

Fig. 289.
Originalverpackungen von Drogen.
[
Weigel
phot.]
Myrrha. Ballen von c. 80 kg, in Bastkörben (London).
Herba Cannabis Indicae. Ballen von c. 50 kg.
Carrageen. Ballen von c. 50 oder 100 kg.
Agar-Agar in Fäden. Packen von c. 90–120 kg; Schnitzel- und Linealform Packen von c. 90 kg.
Fungus Laricis. Ballen von c. 75 kg.
Oleum Cacao. Blöcke von 10–16 kg und Ballen von 70–90 kg.
Oleum Myristicae, in Riegeln von ½ oder 1 kg.
Cassia Fistula, ostindische. Körbe, aus derben Spänen geflochten, oft mit Sackleinwand übernäht, von 50–60 kg (Fig. 278).
Cocculi Indici. Säcke von c. 55 kg.
Cortex Angosturae. Ballen von c. 70 kg.
Cortex Canellae. Ballen von c. 70 kg.
Cascara Sagrada. Ballen von c. 30 kg.
Cortex Cascarillae. Ballen von c. 70 kg.
China flava, Cartagena. Ballen von c. 60 kg. China flava, Maracaibo. Ballen von c. 60 kg. China flava, Puerto Cabello. Ballen von c. 40 kg.
China fusca Loxa. Ballen oder Kisten von c. 50 kg.
China Calisaya (Kulturrinde). Ballen von c. 25 kg.
Condurangorinde. Ballen oder Säcke von c. 50 kg.
Quassiaholz. Ballen von 50 kg.
Quebracho blanco. Ballen von c. 30 kg.

Fig. 290.
Sechs Töpfe von
Tubocurare
in einer Enveloppe vereinigt.
[
Tschirch
phot.]
Quilayarinde. Ballen von c. 60–80 kg.
Simarubarinde. Ballen von c. 50 kg.
Cubeben. Säcke von c. 50 kg.
Calabarbohnen. Ballen von c. 70 kg.
Buccublätter. Ballen von c. 130 kg.
Cocablätter, Cuzco. Ballen à 4 Ballots à 11 kg. Trujillo. Ballen à 25–50 kg.
Für den Transport wird die peruanische Kultur-Coca in den Pflanzungen in Wollstoffe gehüllt und an der Spitze in Bananenblätter gewickelt und mit Agaveblättern zugeschnürt. 5 solche je 1 Arroba haltende Bündel werden in Cuzco in Jutestoff eingepackt.
Sem. Strychni. Säcke von 25 oder 70 kg.
Rad. Colombo. Säcke von 50–55 kg.
Tub. Jalappae. Ballen à 90 kg.
Radix Ratanhiae, Payta. Ballen von c. 45–60 kg.
Radix Senegae. Ballen von c. 80 kg.
Rhizoma Calami. Säcke von c. 100 kg.
Rhiz. Zedoariae. Ballen à c. 60 kg.
Rhiz. chinae. Ballen (Fig. 278).
Crocus, spanisch. Beutel, in Blechdosen verpackt, à c. 5 kg.
Secale cornutum. Säcke à c. 75 kg.
Anis, russisch. Säcke à c. 100 kg.
Fenchel, Bombay. Säcke à c. 50 kg.
Cina. Säcke à c. 30–100 kg.
Faenum graecum. Säcke à c. 100 kg.
Sabadilla. Säcke à c. 50 kg.
Die frischen Colanüsse, die in ziemlicher Menge nach Europa exportiert werden, werden in Körben versandt (Fig. 283), die trockenen in Säcken à 80 kg.
Die französische Absinth wird in an Gerüsten aufgehängte große Säcke mit den Füßen eingestampft (Fig. 284).
Eine sehr eigenartige Gruppe bilden die komprimierten Drogen Amerikas, die jenseits des Atlantischen Ozeans sehr beliebt sind, von denen aber fast nur Herba lobeliae in Paketen von ¼, ½ und 1 Pfund englisch mit Aufdruck (Fig. 276) sich bei uns eingeführt hat.
Von diesen Pressed herbs sind unter anderem im amerikanischen Handel:
Style of Package
Parsley leaves Carum Petroselinum B. u. H. ozs.
Pennyroyal leaves Hedeoma pulegioides Pers. ozs.
Pink-root Spigelia marylandica L. lbs.
Pitcher-plant root Sarracenia purpurea L. lbs.
Pleurisy root Asclepias tuberosa L. lbs.
Polypody leaves Polypodium vulgare L. ozs.
Pomegranate, bark of root Punica Granatum L. lbs.
Poppy leaves Papaver somniferum L. ozs.
Prickly Ash bark Xanthoxylum americanum Mill. lbs.
Privet leaves Ligustrum vulgare L. ozs.
Pulsatilla herb Anemone Pulsatilla L. ozs.
Red Clover tops Trifolium pratense L. ozs.
Red Cohosh tops Actaea spicata L. var. rubra Ait. lbs.
Red Poppy flowers Papaver Rhoeas L. ozs.
Rhatany root Krameria triandra R. u. P. lbs.
Rose petals, pale Rosa centifolia L. ozs.
Rosemary flowers Rosmarinus officinalis L. ozs.
Rosin-weed leaves Silphium laciniatum L. ozs.
Rue leaves Ruta graveolens L. ozs.
Safflower Carthamus tinctorius L. ozs.
Sage leaves, Italian Salvia officinalis L. ozs.
Sampson Snake-root Gentiana ochroleuca Froel. lbs.
Sarsaparilla, Honduras Smilax officinalis B. H. K. lbs.
Silkweed root Asclepias syriaca L. lbs.
Skunk Cabbage root Symplocarpus foetidus Salisb. lbs.
Soapwort leaves Saponaria officinalis L. ozs.
Salomon’s-seal root Polygonatum officinale All. lbs.
Southern-wood herb Artemisia Abrotanum L. ozs.
Spearmint leaves Mentha viridis L. ozs.
Spikenard root Aralia racemosa L. lbs.
Star-grass Aletris farinosa L. lbs.
Stillingia root Stillingia silvatica L. lbs.
Stone-root Collinsonia canadensis L. lbs.
Stramonium leaves Datura Stramonium L. ozs.
Sweet Basil leaves Ocimum Basilicum L.
Sweet Clover herb Melilotus officinalis Desr. ozs.
Sweet Fern leaves Myrica asplenifolia Banks lbs.
Sweet Flag root Acorus Calamus L. lbs.
Sweet-gum bark Liquidambar styraciflua L. ozs.
Sweet Majoram leaves Origanum Majorana L. lbs.
Tag Alder bark Alnus serrulata Willd. ozs.
Tamarac bark Larix americana Michx. ozs.
Tansy leaves Tanacetum vulgare L. ozs.
Thimble-weed herb Rudbeckia laciniata L.
Thyme leaves Thymus vulgaris L. lbs.
Tormentilla root Potentilla Tormentilla Scop.
Turkey-corn root Dicentra canadensis DC. lbs.
Twin-leaf root Jeffersonia diphylla Pers. lbs.
Valerian root Valeriana officinalis L. lbs.
Virginia Snake-root Aristolochia Serpentaria L. lbs.
Wahoo, bark of root Evonymus atropurpureus Jacq. lbs.
Wahoo, bark of tree Evonymus atropurpureus lbs.
White Bryony root Bryonia alba L. lbs.
White Clover tops Trifolium repens L. ozs.
White Hellebore root Veratrum album L. lbs.
White Indian Hemp root Asclepias incarnata L. lbs.
White Oak bark Quercus alba L. lbs.
White Snake-root Eupatorium aromaticum L. lbs.
Wild Cherry bark Prunus serotina Ehrh. lbs.
Wild Ginger Asarum Canadense L. lbs.
Wild Indigo root Baptisia tinctoria R. Br. lbs.
Wild Lettuce leaves Lactuca canadensis L. ozs.
3) Flaschen, Kanister, Ramièren, Blechdosen, Estagnons (Blechkannen), Barrels, Oxhofte, Tonnen (puns), Fässer, Fässchen (kegs), Drums, Casks, Tins, Cans, Pots, Bottles.
Perubalsam. Rechteckige Metallkanister mit verschraubbarer Öffnung und quadratischem Querschnitt (20 cm). Höhe 30 cm. Oben Handgriff (Taf. XXX, Fig. 274 u. 275, 287, 288). 2 Kanister (à 25 kg) in einer Kiste. (Die Kanister kommen mit Maschinenöl aus England nach Zentralamerika, werden dort gereinigt und zum Transport des Perubalsams verwandt.)
Tolubalsam. Zylindrische Kanister aus dünnem Blech mit rundem Querschnitt, 15 cm, Höhe 25 cm. Meist 2 in einer Kiste. Selten kleine Kalebassen.
Copaivabalsam. Zylindrische Metallkanister mit rundem Querschnitt (c. 28 cm), c. 45 cm Höhe (Taf. XXX u. XXXI), meist 2 Kanister von c. 18 kg in einer Kiste. (Bisweilen auch leere Petroleumkanister noch mit den entsprechenden Etiketten, Balsam daher vielfach trübe.)
Oleum citri und Oleum aurantii. Kupferne Kanister (Ramièren) von rundem Querschnitt, Durchmesser c. 45 cm, Höhe ohne Deckel c. 35 cm. Abgerundeter Boden, kleine zentrale Öffnung im Deckel (Taf. XXX u. XXXI, Fig. 275 u. 289). Die Ramièren von Oleum citri halten 25 und 50 kg.
Oleum geranii. Zinkblechkanister in Form einer Destillierblase, c. 45 cm Durchmesser, mit rundem Querschnitt, verjüngtem oberen Teil. Mit dicken Schnüren umzogen (Taf. XXX u. XXXI, Fig. 275 u. 258), oder 15 Flaschen à 850 g in einer Kiste; oder Töpfe von c. 100 kg, oder Trommeln von c. 20 kg.
Oleum cassiae und Oleum Anisi Stellati. Bleikanister von zylindrischer Form und rundem Querschnitt (21 cm), Höhe 24 cm, mit chinesischem Pflanzenpapier überklebt und mit gelbem Firniß überzogen. In der Mitte des Deckels runde, leichtverschließbare Öffnung von 3 cm Durchmesser. Am Deckel zwei Handhaben (Taf. XXX). Inhalt c. 7½ kg. 4 Kanister in einer Kiste (Fig. 289).
Citronellöl (Ceylon). Rechteckige Blechkanister von quadratischem Querschnitt (15 cm), Höhe 36 cm. Verlötbare Öffnung im oberen Deckel. Aufgeklebtes Etikett: Citronella-oil Singapore, Strait Settlements (Taf. XXX, Fig. 275), oder in Kanistern à 18 kg, oder großen eisernen Trommeln von 500 kg. In London gesehen in eisernen Fässern (Barrels) à 350–400 kg.
Rosenöl (bulgarisches). Runde, flache Blechflaschen von verschiedenem Durchmesser: 14, 16, 23 cm usw., oben mit kleiner runder Öffnung, die verschlossen und versiegelt ist. Siegel: Kezanlik oder and. Die Blechflaschen sind oft in dicken Filz eingenäht. Inhalt ¼, ½ oder 1 kg (Taf. XXX u. XXXI, Fig. 275).
Pfefferminzöl englisches. Große zylindrische Flaschen aus blauem Glas (Taf. XXX u. XXXI).

Fig. 291.
Mit
Aloësaft
gefüllte Gärfässer vor der Faktorei (Capland).
Pfefferminzöl amerikanisches. Kleinere Flaschen aus blauem Glas (Fig. 275), mit breiter Etikette: H. G. HOTSCHKISS, Lyons, Wayne County n. y. New York (U. S. A.). Verpackung der Flaschen in archeartigen Kisten mit dachförmigem Deckel (c. 75 cm lang und in der Mitte c. 45 cm hoch) (Taf. XXX, Fig. 289). Kisten à 18 Flaschen. Oder in Blechflaschen (tins oder cans) in gleichen Kisten. A. M. TODD, Kisten à 3 Can à 20 lbs.
Japan. Pfefferminzöl in Blechdosen mit origineller Trade-Marke. Kisten à 12 Can à 12 lbs (Fig. 289).
Ylang-Ylang-Öl. Glasstöpselflaschen mit Etikett à ½ oder 1 kg.
Cajeput-Öl. In allen möglichen leeren (Rotwein-, Rum-, Kognak-) Flaschen, die in eigenartige quadratische Behälter verpackt sind, welche aus den nebeneinandergelegten Abschnitten der Blattstiele der Sagopalme (Metroxylon) hergestellt sind. Breite und Tiefe des Behälters c. 55 cm, Höhe c. 45 cm. Oben und unten zwei hölzerne Riegel, die durch Rotangstreifen miteinander verbunden sind (Taf. XXXI u. Fig. 275). Packmaterial: die destillierten und dann getrockneten Blätter der Cajeputpflanze. Jetzt oft in Kisten à 50 Flaschen à 0,6 Liter = 552 g.
Campher in Broten von c. 2½ kg.
Kanadabalsam. Kanister, zu zwei in Kisten vereinigt, c. 20 kg.
Manilaelemi. Kanister à 18 kg, zu zwei in einer Kiste.
Styrax liquidus. Kanister à 20 kg, zu zwei in einer Kiste oder in Fässern à 200 kg.
Gurjunbalsam in Kanistern à 18 kg, zu zwei in einer Kiste.
Oleum Anisi vulgaris, russisch. Blechflaschen von c. 15 kg, 6 in einer Kiste.
Oleum Bergamottae. Kisten à 1 Ramière = 12½ kg.
Zimtöl, Ceylon. Kisten à 12 Flaschen à 25 Oz, oder à 20 Flaschen à 26 Oz.

Fig. 292.
Sandelholz
lager in Bangalore.
[Aus
Roure-Bertrand
fils Berichte.]
Oleum Rosmarini und Oleum Lavandulae in Blechkannen (Estagnons) à 25 kg (Fig. 289).
Lemongrasöl in leeren Weinflaschen, Packmaterial Reisstroh, je 12 in einer Kiste, c. 7.5 kg (Fig. 289).
Ricinusöl. Kisten à 4 Can à 20 kg oder Barrels à c. 180 kg.
Tamarinden. Oxhofte à c. 350 kg, Barrels à c. 180 kg.
Teer. Tonnen à c. 160 kg.
Galipot. Fässer à c. 350 kg.
Orlean, Guadeloupe. Oxhofte von c. 200 kg.
Terpentin, französ. Barrels von c. 130 kg oder Kisten à 2 Can von c. 120 kg.
Terpentinöl, amerikanische Barrels von c. 180 kg.
Rhiz. zingiber. condit. Runde Porzellantöpfe mit blauer Bemalung, oben mit runder Öffnung, mit Stuhlrohrstreifen umschnürt und zwei Handhaben aus Stuhlrohr (Fig. 275).
Curare findet sich entweder in kleinen, oft zu mehreren in einer Enveloppe vereinigten Töpfen (Tubocurare) oder in kleinen Calebassen (Calebassencurare) oder in Bamburöhren (Bambucurare) (Fig. 290).
4) Unverpackt.
Lose und unverpackt werden einige Hölzer, z. B. Sassafras, Sandelholz (Fig. 292), wohl auch Guajacholz, Quassia versandt, die direkt in den Schiffsraum geworfen und auch später ohne Emballage verstaut werden. Auch Hausenblase (in drei Formen als: Tongues, Oysters und plates) ist lose im Handel (Fig. 274).
Verpackungen sind auch auf den Fig. 209–212, 218–220, 242, 248, 250–251, 256–260, 265–267 zu finden.
Alle Einteilungen, alle Systeme sind nur Notbehelfe. Natura non facit saltus.