← Table of contents
Gedichte

Zum 70jährigen Geburtstage eines Onkels.

Reading edition

Was auch die Menschen trennt, die Geister scheidet, Eins giebt’s, was alle Welt verehrt, Die Tugend mit dem reinen Strahlenkranze, Die uns sich selbst vergessen lehrt. Wer so wie Du in ihr gelebt, gewandelt, Sie liebend keinen Augenblick verließ, Mit aller Kraft und Lust nur gut gehandelt, Zu jeder Zeit man gerne pries! Ob viel geprüft, gekämpft, ob viel gelitten: Bewußtsein heißt das inn’re Glück, Den Allerbesten ward nicht mehr beschieden — Kein höh’res strahlt vom Thron zurück. —

Daktylen, Jamben, Trochäen, Sie schließ’ ich in einen Bund, Die Regel sie ewig zu trennen Hat keinen vernünft’gen Grund! Nicht Stände giebt es und Kasten Im Reiche der Poesie, Das Mannigfache im Schönen, Es bildet die Harmonie!

Oft ist verhaßt Und gilt als Last Wer engelsrein, Denn nur der Schein Und der Bombast Er gilt allein.

Wär’ ich ein Vögelein Und wär’ ich noch so klein, Flög’ ich von Feld zu Feld Rasch durch die ganze Welt!

Man sagt, die Liebe wäre blind, Ich sage: Haß und Groll es sind: Von Einsicht seh’ ich keine Spur Die Hasser hassen eben nur. —

Holden Träume, ging’t verloren, In des Lebens Dunkelheit, Bleibt zum Traume auserkoren! Traum ist keine Wirklichkeit. —

Nicht im Reichthum wohnt das Glück, Ach, es weichet scheu zurück Vor den vielen Eitelkeiten, Die sich rasch durch’s Geld bereiten: Nicht im Reichthum wohnt das Glück, Ach! es weichet scheu zurück Vor dem vielen Ueberflusse Und dem dummen Scheingenusse.

Explore with AITake your curiosity a little further.

Reading settings